Ketamin-hameln 50mg/ml Injektionslösung
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N3 | 10X10 ML | 109,37 € |
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Indikation
- Einleitung und Durchführung einer Allgemeinanästhesie, gegebenenfalls in Kombination mit Hypnotika
- Supplementierung bei Regionalanästhesien
- Anästhesie und Analgesie in der Notfallmedizin
- Behandlung des therapieresistenten Status asthmaticus
- Analgesie intubierter Patienten
- Hinweis:
- in Kinderchirurgie sowie in Notfallmedizin meist als Monoanästhetikum
- bei anderen Indikationen Kombination mit Hypnotika empfohlen
Dosierung
- Einleitung und Aufrechthaltung einer Allgemeinanästhesie
- Einleitung: 1 - 2 mg / kg Körpergewicht i.v. oder 4 - 8 mg / kg Körpergewicht i.m.
- Aufrechterhaltung:
- bei Bedarf (im Allgemeinen alle 10 - 15 Min.) halbe Initialdosis nachinjizieren
- alternativ: 1 - 6 mg / kg Körpergewicht / Stunde als Dauerinfusion
- Dosisreduktion bei polytraumatisierten Patienten und Patienten in schlechtem Allgemeinzustand
- Supplementierung einer Regionalanästhesie
- nach Bedarf 0,25 - 0,5 mg / kg Körpergewicht
- Analgesie bei intubierten Intensivpatienten
- initiale Bolusgabe: 0,5 mg / kg Körpergewicht
- anschließende Dauerinfusion: 0,4 - 1 (3) mg / kg Körpergewicht / Stunde in Kombination mit Benzodiazepin
- Anästhesie in der Notfallmedizin
- 0,5 - 1 mg / kg Körpergewicht i.m. oder 0,25 - 0,5 mg / kg Körpergewicht i.v.
- therapieresistenter Status asthmaticus
- 1 - 2 (5) mg / kg Körpergewicht i.v.
- Behandlungsdauer: max. 4 - 6 Wochen
Kontraindikationen
Ketamin - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Ketamin
- Patienten, für die ein erhöhter Blutdruck oder ein gesteigerter Hirndruck ein ernsthaftes Risiko darstellt
- schlecht eingestellte oder nicht behandelte arterielle Hypertonie (systolischer/diastolischer Blutdruck > 180/100 mmHg in Ruhe)
- Präeklampsie und Eklampsie
- nicht oder ungenügend behandelte Hyperthyreose
- Situationen, die einen muskelentspannten Uterus erfordern, z.B. drohende Uterusruptur, Nabelschnurvorfall
- Ketamin ist kontraindiziert, wenn es als einziges Anästhetikum bei Patienten mit manifesten ischämischen Herzerkrankungen angewendet wird
Nebenwirkungen
Ketamin - invasiv
- Erkrankungen des Immunsystems
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- anaphylaktische Reaktion
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide Reaktionen)
- bei Patienten im Schockzustand kann es auch zu einer weiteren Blutdrucksenkung kommen
- Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide Reaktionen)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Psychiatrische Erkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Aufwachreaktionen, z.B. lebhafte Träume, inklusive Albträume, Schwindel und motorische Unruhe
- wenn Ketamin als einziges Anästhetikum verabreicht wird, kann es bei bis zu 30% der Patienten während des Erwachens zu dosisabhängigen Reaktionen kommen
- Inzidenz dieser Ereignisse kann in hohem Maße durch die Verabreichung eines Benzodiazepins verringert werden
- Aufwachreaktionen, z.B. lebhafte Träume, inklusive Albträume, Schwindel und motorische Unruhe
- ohne Häufigkeitsangabe
- Halluzinationen
- Dysphorie
- Angst
- Orientierungsstörung
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- tonische und klonische Kontraktionen, die Krämpfen gleichen können (durch erhöhten Muskeltonus)
- Nystagmus
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Augenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- verschwommenes Sehen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Doppeltsehen
- Zunahme des intraokularen Drucks
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Herzerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz (Anstieg von 20% über den Ausgangswert ist häufig)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- temporäre Tachykardie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Arrhythmie
- Bradykardie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Gefäßerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Hypotonie (insbesondere in Verbindung mit Kreislaufschock)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erhöhung des Gefäßwiderstandes im Lungenkreislauf und erhöhte Mucussekretion
- besonders bei Patienten mit eingeschränkter Koronarreserve
- erhöhter Sauerstoffverbrauch, Laryngospasmus und temporäre Atemdepression (Risiko einer Atemdepression normalerweise abhängig von der Dosis und der Geschwindigkeit der Injektion)
- Fälle mit Auftreten eines Lungenödems beschrieben
- Erhöhung des Gefäßwiderstandes im Lungenkreislauf und erhöhte Mucussekretion
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Übelkeit und Erbrechen
- erhöhte Salivation
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leber und Gallenerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Leberfunktionstest anomal
- Cholangitis
- Cholestase im Falle längerer Anwendung (> 3 Tage) oder bei Arzneimittelmissbrauch
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- morbilliforme Hautrötung
- Exanthem
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Schmerzen an der Injektionsstelle
- Erythem an der Injektionsstelle
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- bei diagnostischen und therapeutischen Eingriffen im Bereich der oberen Atemwege ist insbesondere bei Kindern mit Reflexsteigerung (Hyperreflexie) und Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) zu rechnen
- bei Eingriffen an Pharynx, Larynx und Bronchialbaum kann daher eine Muskelrelaxation mit entsprechender Beatmung erforderlich sein
- unter nicht adäquater Beatmung kommt es häufig
- zur Zunahme des Hirndrucks
- zur Zunahme des intraokularen Drucks
- zu erhöhtem Muskeltonus
- bei diagnostischen und therapeutischen Eingriffen im Bereich der oberen Atemwege ist insbesondere bei Kindern mit Reflexsteigerung (Hyperreflexie) und Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) zu rechnen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- langsam intravenös oder intramuskulär injizieren; bei Bedarf nachinjizieren oder infundieren
- nur klare und farblose Lösungen verwenden
- zur Injektion oder Infusion nicht mit Barbituraten oder Diazepam mischen
- zur Zubereitung der Infusionslösung nur 5%ige Glukose-Lösungen und isotonischen Natriumchlorid-Lösungen verwenden
- Möglichkeit zur Intubation und Beatmung des Patienten schaffen
- bei ambulanten Operationen bis zur Entlassung angemessene kontinuierliche Überwachung des Patienten
- gesteigerte Speichelsekretion vorbeugend mit Atropin behandeln
- chemische und physikalische Stabilität der Zubereitung für 24 Stunden bei Raumtemperatur nachgewiesen
- gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwenden, es sei denn, Methode des Verdünnens schliesst das Risiko einer mikrobieller Kontamination aus
Stillzeithinweise
Ketamin - invasiv
- keine ausreichenden Erfahrungen in der Stillzeit
- Ketamin sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden
- Ketamin geht in die Muttermilch über, jedoch scheint eine Wirkung auf das Kind bei therapeutischen Dosierungen unwahrscheinlich
Schwangerschaftshinweise
Ketamin - invasiv
- keine ausreichenden Erfahrungen in der Schwangerschaft
- Ketamin darf nicht in der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, dass nach sorgfältiger Abwägung der Nutzen für die Mutter den möglichen Schaden für das Kind überwiegt
- Anwendung im 1. Trimenon nicht empfohlen
- Ketamin passiert die Plazenta: bei Dosen > 2 mg / kg KG i.v. muss mit einer Atemdepression des Neugeborenen gerechnet werden
- tierexperimentelle Studien
- haben Reproduktionstoxizität gezeigt
- Aussagekraft der tierexperimentellen Studien ist unzureichend, jedoch deuten die verfügbaren Daten nicht auf unerwünschte Nebenwirkungen auf die Schwangerschaft, die embryonale Entwicklung, den Geburtsvorgang oder auf die postnatale Entwicklung hin
- potenzielles Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
- Fertilität
- keine klinischen oder präklinischen Daten vorliegend
Warnhinweise
Ketamin - invasiv
- Ketamin sollte nur durch einen in der Anästhesie oder Notfallmedizin erfahrenen Arzt eingesetzt werden
- Ketamin darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei:
- instabiler Angina pectoris oder bei Myokardinfarkt in den letzten 6 Monaten
- Herzinsuffizienz
- gesteigertem Hirndruck, außer unter adäquater Beatmung, und bei Verletzungen oder Erkrankungen des ZNS, da die Erhöhung des zerebrospinalen Drucks in Zusammenhang mit der Ketaminanästhesie beschrieben worden ist
- Patienten mit schweren psychischen Störungen, auch in der Anamnese
- Glaukom oder perforierenden Augenverletzungen
- Anwendung in Verbindung mit Augenuntersuchungen oder augenchirurgischen Eingriffen, bei denen der Augeninnendruck nicht steigen darf
- Eingriffen im Bereich der oberen Atemwege
- Patienten unter chronischem oder akutem Alkoholeinfluss
- Leberfunktion, Leberfunktionstests
- Ketamin wird in der Leber verstoffwechselt, für ein Abklingen der klinischen Wirkungen ist hepatische Clearance erforderlich
- Berichte über anomale Leberfunktionstests im Zusammenhang mit der Anwendung von Ketamin vorliegend, insbesondere bei längerer Anwendung (> 3 Tage) oder bei Arzneimittelmissbrauch
- verlängerte Wirkungsdauer kann bei Patienten mit Zirrhose oder anderen Formen von Leberfunktionsstörung auftreten
- bei diesen Patienten sollten Dosisreduktionen in Erwägung gezogen werden
- ambulante Anästhesie
- bei ambulanten Operationen muss bis zur Entlassung eine angemessene kontinuierliche Überwachung des Patienten gewährleistet sein
- nach einer ambulant durchgeführten Anästhesie sollte der Patient den Weg nach Hause nur in Begleitung antreten und innerhalb der nächsten 24 Stunden keinen Alkohol konsumieren
- Speichelsekretion
- gesteigerte Speichelsekretion unter Ketamin sollte vorbeugend mit Atropin behandelt werden
- Patienten mit Hypertonie oder kardialer Dekompensation
- kontinuierliche Überwachung der Herzfunktion während des Eingriffs erforderlich
- chirurgische Eingriffen mit viszeralen Schmerzen
- Muskelrelaxation und zusätzliche Analgesie (entsprechende Beatmung und Lachgas / Sauerstoff) angezeigt
- Alkoholintoxikation
- Vorsicht bei der Anwendung von Ketamin
- Hinweise auf Absetzphänomene bei Dauerinfusion liegen nicht vor
- Einsatz bei Schockpatienten
- beim Einsatz von Ketamin beim Schockpatienten Grundprinzipien der Schocktherapie (Volumenauffüllung, O2-Zufuhr) beachten
- besondere Vorsicht in schwersten Schockzuständen mit kaum oder überhaupt nicht messbarem Blutdruck
- diagnostische und therapeutische Eingriffen im Bereich der oberen Atemwege
- Reflexsteigerung (Hyperreflexie) und Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) möglich
- insbesondere bei Kindern
- bei Eingriffen an Pharynx, Larynx und Bronchialbaum kann daher eine Muskelrelaxation mit entsprechender Beatmung erforderlich sein
- Reflexsteigerung (Hyperreflexie) und Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) möglich
- Langzeitanwendung
- bei Patienten, die Ketamin über einen längeren Zeitraum erhielten, Fälle von Zystitis, einschließlich hämorrhagischer Zystitis, akuter Nierenschädigung, Hydronephrose und Harnleiterstörungen berichtet, insbesondere bei Ketaminmissbrauch
- diese unerwünschten Reaktionen entwickelten sich bei Patienten mit Langzeitbehandlung mit Ketamin nach einem Zeitraum von 1 Monat bis mehrere Jahre
- bei Patienten mit länger dauernder Anwendung (> 3 Tage) auch Auftreten von Hepatotoxizität berichtet
- bei Patienten, die Ketamin über einen längeren Zeitraum erhielten, Fälle von Zystitis, einschließlich hämorrhagischer Zystitis, akuter Nierenschädigung, Hydronephrose und Harnleiterstörungen berichtet, insbesondere bei Ketaminmissbrauch
- Arzneimittelmissbrauch und -abhängigkeit
- Berichte über Arzneimittelmissbrauch mit Ketamin vorliegend
- diese Berichte legen nahe, dass Ketamin zu einer Reihe von Symptomen führen kann, wie u.a. das Wiedererleben früherer Gefühlszustände, Halluzinationen, Dysphorie, Angst, Schlaflosigkeit und Desorientierung
- unerwünschte Wirkungen ebenfalls berichtet: siehe „Langzeitanwendung"
- Personen mit Arzneimittelmissbrauch oder -abhängigkeit in der Anamnese
- können eine Abhängigkeit oder Toleranz von Ketamin entwickeln
- besondere Vorsicht daher sowohl für das Verordnen als auch für die Verabreichung von Ketamin
- bei einer längeren und/oder wiederholten Anwendung in hohen Dosen oder Arzneimittelmissbrauch Fälle von Leberfunktionsstörungen, insbesondere cholestatische Cholangitis-Typen, die schwerwiegend sein können, gemeldet
- in einigen Fällen von Anwendung hoher Dosen über einen sehr langen Zeitraum machten diese Läsionen eine Lebertransplantation erforderlich
- bei auftretenden Störungen der Leberfunktion sollte ein Absetzen der Behandlung in Betracht gezogen werden
- Ketamin sollte nur durch einen in der Anästhesie oder Notfallmedizin erfahrenen Arzt eingesetzt werden
- trotz weitgehend erhaltener Schutzreflexe kann eine Aspiration nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden; deshalb und wegen einer möglichen Atemdepression bei hohen Dosen oder rascher i.v.-Injektion muss die Möglichkeit zur Intubation und Beatmung gegeben sein
- Berichte über Arzneimittelmissbrauch mit Ketamin vorliegend
- Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen, Prophylaxe
- bei Gabe von hohen Dosen und schneller i.v.-Injektion ist mit einem Atemstillstand zu rechnen, der durch assistierte Beatmung bis zum Wiedereinsetzen einer suffizienten Spontanatmung überbrückt werden muss
- Gabe von Hypnotika, speziell Benzodiazepinen oder Neuroleptika, schwächt die Nebenwirkungen von Ketamin ab
- Risiko, dass während des Erwachens aus der Anästhesie psychische Reaktionen auftreten, kann in hohem Maße durch die Komedikation von Benzodiazepinen verringert werden