KETAMIN PANPHARMA 50 mg/5 ml O.K. Injektionslsg

Panpharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ketamin →

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10 ST 32,26 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Einleitung und Durchführung einer Allgemeinanästhesie, gegebenenfalls in Kombination mit Hypnotika
  • Supplementierung bei Regionalanästhesien
  • Anästhesie und Analgesie in der Notfallmedizin
  • Behandlung des therapieresistenten Status asthmaticus
  • Analgesie intubierter Patienten
  • Hinweis:
    • in Kinderchirurgie sowie in Notfallmedizin meist als Monoanästhetikum
    • bei anderen Indikationen Kombination mit Hypnotika empfohlen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 5 mg Ketamin

  • Einleitung und Aufrechthaltung einer Allgemeinanästhesie
    • Einleitung: 1 - 2 mg / kg Körpergewicht i.v. oder 4 - 8 mg / kg Körpergewicht i.m.
    • Aufrechterhaltung:
      • bei Bedarf (im Allgemeinen alle 10 - 15 Min.) halbe Initialdosis nachinjizieren
      • alternativ: 1 - 6 mg / kg Körpergewicht / Stunde als Dauerinfusion
    • polytraumatisierte Patienten und Patienten in schlechtem Allgemeinzustand
      • Dosisreduktion
  • Supplementierung einer Regionalanästhesie
    • nach Bedarf 0,25 - 0,5 mg / kg Körpergewicht
  • Anästhesie in der Notfallmedizin
    • 0,25 - 0,5 mg / kg Körpergewicht i.v. oder 0,5 - 1 mg / kg Körpergewicht i.m.
  • therapieresistenter Status asthmaticus
    • 1 - 2 mg / kg Körpergewicht i.v.
    • bei Bedarf 5 mg / kg KG
  • Analgesie bei intubierten Intensivpatienten
    • initiale Bolusgabe: 0,5 mg / kg Körpergewicht
    • anschließende Dauerinfusion: 0,4 - 1 (3) mg / kg Körpergewicht / Stunde bei gleichzeitiger Anwendung eines Benzodiazepins
    • Behandlungsdauer: max. 4 - 6 Wochen

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • Dosistitration bei pädiatrischen und erwachsenen Patienten individuell nach den Erfordernissen des Patienten
    • die pädiatrische Dosierung stimmt auf einer mg / kg Basis mit der für Erwachsenen empfohlenen Dosierung überein

Kontraindikationen

Ketamin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ketamin
  • Patienten, für die ein erhöhter Blutdruck oder ein gesteigerter Hirndruck ein ernsthaftes Risiko darstellt
  • schlecht eingestellte oder nicht behandelte arterielle Hypertonie (systolischer/diastolischer Blutdruck > 180/100 mmHg in Ruhe)
  • Präeklampsie und Eklampsie
  • nicht oder ungenügend behandelte Hyperthyreose
  • Situationen, die einen muskelentspannten Uterus erfordern, z.B. drohende Uterusruptur, Nabelschnurvorfall
  • Ketamin ist kontraindiziert, wenn es als einziges Anästhetikum bei Patienten mit manifesten ischämischen Herzerkrankungen angewendet wird

Nebenwirkungen

Ketamin - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktische Reaktion
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide Reaktionen)
        • bei Patienten im Schockzustand kann es auch zu einer weiteren Blutdrucksenkung kommen
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Aufwachreaktionen, z.B. lebhafte Träume, inklusive Albträume, Schwindel und motorische Unruhe
        • wenn Ketamin als einziges Anästhetikum verabreicht wird, kann es bei bis zu 30% der Patienten während des Erwachens zu dosisabhängigen Reaktionen kommen
        • Inzidenz dieser Ereignisse kann in hohem Maße durch die Verabreichung eines Benzodiazepins verringert werden
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Halluzinationen
      • Dysphorie
      • Angst
      • Orientierungsstörung
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • tonische und klonische Kontraktionen, die Krämpfen gleichen können (durch erhöhten Muskeltonus)
      • Nystagmus
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verschwommenes Sehen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Doppeltsehen
      • Zunahme des intraokularen Drucks
  • Herzerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz (Anstieg von 20% über den Ausgangswert ist häufig)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • temporäre Tachykardie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Arrhythmie
      • Bradykardie
  • Gefäßerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hypotonie (insbesondere in Verbindung mit Kreislaufschock)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erhöhung des Gefäßwiderstandes im Lungenkreislauf und erhöhte Mucussekretion
        • besonders bei Patienten mit eingeschränkter Koronarreserve
      • erhöhter Sauerstoffverbrauch, Laryngospasmus und temporäre Atemdepression (Risiko einer Atemdepression normalerweise abhängig von der Dosis und der Geschwindigkeit der Injektion)
        • Fälle mit Auftreten eines Lungenödems beschrieben
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit und Erbrechen
      • erhöhte Salivation
  • Leber und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Leberfunktionstest anomal
      • Cholangitis
      • Cholestase im Falle längerer Anwendung (> 3 Tage) oder bei Arzneimittelmissbrauch
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • morbilliforme Hautrötung
      • Exanthem
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schmerzen an der Injektionsstelle
      • Erythem an der Injektionsstelle
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • bei diagnostischen und therapeutischen Eingriffen im Bereich der oberen Atemwege ist insbesondere bei Kindern mit Reflexsteigerung (Hyperreflexie) und Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) zu rechnen
        • bei Eingriffen an Pharynx, Larynx und Bronchialbaum kann daher eine Muskelrelaxation mit entsprechender Beatmung erforderlich sein
      • unter nicht adäquater Beatmung kommt es häufig
        • zur Zunahme des Hirndrucks
        • zur Zunahme des intraokularen Drucks
        • zu erhöhtem Muskeltonus

Anwendungshinweise

  • je nach Indikationsgebiet zur intravenösen oder intramuskulären Injektion bzw. zur Dauerinfusion
  • weitere Hinweise s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Ketamin - invasiv
  • keine ausreichenden Erfahrungen in der Stillzeit
  • Ketamin sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden
  • Ketamin geht in die Muttermilch über, jedoch scheint eine Wirkung auf das Kind bei therapeutischen Dosierungen unwahrscheinlich

Schwangerschaftshinweise

Ketamin - invasiv
  • keine ausreichenden Erfahrungen in der Schwangerschaft
  • Ketamin darf nicht in der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, dass nach sorgfältiger Abwägung der Nutzen für die Mutter den möglichen Schaden für das Kind überwiegt
  • Anwendung im 1. Trimenon nicht empfohlen
  • Ketamin passiert die Plazenta: bei Dosen > 2 mg / kg KG i.v. muss mit einer Atemdepression des Neugeborenen gerechnet werden
  • tierexperimentelle Studien
    • haben Reproduktionstoxizität gezeigt
    • Aussagekraft der tierexperimentellen Studien ist unzureichend, jedoch deuten die verfügbaren Daten nicht auf unerwünschte Nebenwirkungen auf die Schwangerschaft, die embryonale Entwicklung, den Geburtsvorgang oder auf die postnatale Entwicklung hin
    • potenzielles Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
  • Fertilität
    • keine klinischen oder präklinischen Daten vorliegend

Warnhinweise

Ketamin - invasiv
  • Ketamin sollte nur durch einen in der Anästhesie oder Notfallmedizin erfahrenen Arzt eingesetzt werden
  • Ketamin darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei:
    • instabiler Angina pectoris oder bei Myokardinfarkt in den letzten 6 Monaten
    • Herzinsuffizienz
    • gesteigertem Hirndruck, außer unter adäquater Beatmung, und bei Verletzungen oder Erkrankungen des ZNS, da die Erhöhung des zerebrospinalen Drucks in Zusammenhang mit der Ketaminanästhesie beschrieben worden ist
    • Patienten mit schweren psychischen Störungen, auch in der Anamnese
    • Glaukom oder perforierenden Augenverletzungen
    • Anwendung in Verbindung mit Augenuntersuchungen oder augenchirurgischen Eingriffen, bei denen der Augeninnendruck nicht steigen darf
    • Eingriffen im Bereich der oberen Atemwege
    • Patienten unter chronischem oder akutem Alkoholeinfluss
  • Leberfunktion, Leberfunktionstests
    • Ketamin wird in der Leber verstoffwechselt, für ein Abklingen der klinischen Wirkungen ist hepatische Clearance erforderlich
    • Berichte über anomale Leberfunktionstests im Zusammenhang mit der Anwendung von Ketamin vorliegend, insbesondere bei längerer Anwendung (> 3 Tage) oder bei Arzneimittelmissbrauch
    • verlängerte Wirkungsdauer kann bei Patienten mit Zirrhose oder anderen Formen von Leberfunktionsstörung auftreten
      • bei diesen Patienten sollten Dosisreduktionen in Erwägung gezogen werden
  • ambulante Anästhesie
    • bei ambulanten Operationen muss bis zur Entlassung eine angemessene kontinuierliche Überwachung des Patienten gewährleistet sein
    • nach einer ambulant durchgeführten Anästhesie sollte der Patient den Weg nach Hause nur in Begleitung antreten und innerhalb der nächsten 24 Stunden keinen Alkohol konsumieren
  • Speichelsekretion
    • gesteigerte Speichelsekretion unter Ketamin sollte vorbeugend mit Atropin behandelt werden
  • Patienten mit Hypertonie oder kardialer Dekompensation
    • kontinuierliche Überwachung der Herzfunktion während des Eingriffs erforderlich
  • chirurgische Eingriffen mit viszeralen Schmerzen
    • Muskelrelaxation und zusätzliche Analgesie (entsprechende Beatmung und Lachgas / Sauerstoff) angezeigt
  • Alkoholintoxikation
    • Vorsicht bei der Anwendung von Ketamin
  • Hinweise auf Absetzphänomene bei Dauerinfusion liegen nicht vor
  • Einsatz bei Schockpatienten
    • beim Einsatz von Ketamin beim Schockpatienten Grundprinzipien der Schocktherapie (Volumenauffüllung, O2-Zufuhr) beachten
    • besondere Vorsicht in schwersten Schockzuständen mit kaum oder überhaupt nicht messbarem Blutdruck
  • diagnostische und therapeutische Eingriffen im Bereich der oberen Atemwege
    • Reflexsteigerung (Hyperreflexie) und Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) möglich
      • insbesondere bei Kindern
    • bei Eingriffen an Pharynx, Larynx und Bronchialbaum kann daher eine Muskelrelaxation mit entsprechender Beatmung erforderlich sein
  • Langzeitanwendung
    • bei Patienten, die Ketamin über einen längeren Zeitraum erhielten, Fälle von Zystitis, einschließlich hämorrhagischer Zystitis, akuter Nierenschädigung, Hydronephrose und Harnleiterstörungen berichtet, insbesondere bei Ketaminmissbrauch
      • diese unerwünschten Reaktionen entwickelten sich bei Patienten mit Langzeitbehandlung mit Ketamin nach einem Zeitraum von 1 Monat bis mehrere Jahre
    • bei Patienten mit länger dauernder Anwendung (> 3 Tage) auch Auftreten von Hepatotoxizität berichtet
  • Arzneimittelmissbrauch und -abhängigkeit
    • Berichte über Arzneimittelmissbrauch mit Ketamin vorliegend
      • diese Berichte legen nahe, dass Ketamin zu einer Reihe von Symptomen führen kann, wie u.a. das Wiedererleben früherer Gefühlszustände, Halluzinationen, Dysphorie, Angst, Schlaflosigkeit und Desorientierung
      • unerwünschte Wirkungen ebenfalls berichtet: siehe „Langzeitanwendung"
    • Personen mit Arzneimittelmissbrauch oder -abhängigkeit in der Anamnese
      • können eine Abhängigkeit oder Toleranz von Ketamin entwickeln
      • besondere Vorsicht daher sowohl für das Verordnen als auch für die Verabreichung von Ketamin
    • bei einer längeren und/oder wiederholten Anwendung in hohen Dosen oder Arzneimittelmissbrauch Fälle von Leberfunktionsstörungen, insbesondere cholestatische Cholangitis-Typen, die schwerwiegend sein können, gemeldet
      • in einigen Fällen von Anwendung hoher Dosen über einen sehr langen Zeitraum machten diese Läsionen eine Lebertransplantation erforderlich
      • bei auftretenden Störungen der Leberfunktion sollte ein Absetzen der Behandlung in Betracht gezogen werden
    • Ketamin sollte nur durch einen in der Anästhesie oder Notfallmedizin erfahrenen Arzt eingesetzt werden
      • trotz weitgehend erhaltener Schutzreflexe kann eine Aspiration nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden; deshalb und wegen einer möglichen Atemdepression bei hohen Dosen oder rascher i.v.-Injektion muss die Möglichkeit zur Intubation und Beatmung gegeben sein
  • Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen, Prophylaxe
    • bei Gabe von hohen Dosen und schneller i.v.-Injektion ist mit einem Atemstillstand zu rechnen, der durch assistierte Beatmung bis zum Wiedereinsetzen einer suffizienten Spontanatmung überbrückt werden muss
    • Gabe von Hypnotika, speziell Benzodiazepinen oder Neuroleptika, schwächt die Nebenwirkungen von Ketamin ab
      • Risiko, dass während des Erwachens aus der Anästhesie psychische Reaktionen auftreten, kann in hohem Maße durch die Komedikation von Benzodiazepinen verringert werden