Kineret 100mg/0.67ml Inj.Lsg.graduiert.Fertigspr.
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| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N3 | 28 ST | 1211,00 € |
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Indikation
- Rheumatoide Arthritis (RA)
- Behandlung der Symptome der rheumatoiden Arthritis in Kombination mit Methotrexat bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf Methotrexat allein ansprechen
- COVID-19
- Behandlung der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) bei Erwachsenen mit einer Pneumonie, die eine zusätzliche Low- oder High-Flow-Sauerstoffzufuhr benötigen und bei denen ein Risiko für die Progression zu einer schweren respiratorischen Insuffizienz besteht, das durch suPAR-Spiegel (lösliche Form des UrokinasePlasminogen-Aktivator-Rezeptors) von >/= 6 ng / ml bestimmt wurde
- Periodische Fiebersyndrome
- Erwachsene, Jugendliche, Kinder und Kleinkinder >/= 8 Monaten mit einem Körpergewicht von mind. 10 kg:
- Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrome (CAPS), einschließlich:
- Neonatal-Onset Multisystem Inflammatory Disease (NOMID) / Chronisches infantiles neuro-kutaneo-artikuläres Syndrom (CINCA)
- Muckle-Wells-Syndrom (MWS)
- Familiäres kälteinduziertes autoinflammatorisches Syndrom (FCAS)
- Familiäres Mittelmeerfieber (FMF) ggf. in Kombination mit Colchicin
- Still-Syndrom
- Anwendung zur Behandlung des Still-Syndroms einschließlich der systemischen juvenilen idiopathischen Arthritis (SJIA) und des Still-Syndroms des Erwachsenen Adult-Onset Still's Disease, AOSD) bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern ab 8 Monaten mit einem Körpergewicht von mind. 10 kg, die aktive systemische Merkmale einer moderaten bis hohen Krankheitsaktivität aufweisen oder bei Patienten mit anhaltender Krankheitsaktivität nach Behandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) oder Glukokortikoiden
- Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrome (CAPS), einschließlich:
- Erwachsene, Jugendliche, Kinder und Kleinkinder >/= 8 Monaten mit einem Körpergewicht von mind. 10 kg:
- Hinweis: Anwendung als Monotherapie oder in Kombination mit anderen entzündungshemmenden Arzneimitteln und Basistherapeutika (DMARD)
Dosierung
Basiseinheit: 1 Fertigspritze mit 0,67 ml Injektionslösung enthält 100 mg Anakinra
- allgemein
- suPAR-Test
- sofern im Anwendungsgebiet angegeben, sollte der suPAR-Wert von >/= 6 ng / ml, anhand dessen die Patienten für die Behandlung mit Anakinra ausgewählt werden, mittels eines validierten Tests bestimmt werden
- suPAR-Test
- RA
- Erwachsene
- Behandlung der Symptome der rheumatoiden Arthritis in Kombination mit Methotrexat bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf Methotrexat allein ansprechen
- 100 mg s.c. 1mal / Tag (ungefähr zum gleichen Zeitpunkt)
- Behandlung der Symptome der rheumatoiden Arthritis in Kombination mit Methotrexat bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf Methotrexat allein ansprechen
- Erwachsene
- COVID-19
- Erwachsene
- 100 mg s.c. 1mal / Tag
- Anwendungsdauer: 10 Tage
- Erwachsene
- CAPS
- Erwachsene, Jugendliche, Kinder und Kleinkinder >/= 8 Monate mit einem Körpergewicht von mind. 10 kg
- initial: 1 - 2 mg Anakinra / kg / Tag s.c. (für alle Subtypen)
- die therapeutische Reaktion manifestiert sich primär im Rückgang von klinischen Symptomen wie Fieber, Ausschlag, Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen, jedoch ebenso in Entzündungsmarkern im Serum (CRP/SAA-Spiegel) oder dem Auftreten von Krankheitsschüben
- Erhaltungsdosis bei leichtem CAPS (FCAS, leichtes MWS)
- normalerweise ausreichende Einstellung durch Beibehaltung der empfohlenen Anfangsdosis: 1 - 2 mg / kg / Tag
- Erhaltungsdosis bei schwerem CAPS (MWS und NOMID/CINCA)
- ggf. Dosissteigerung, je nach therapeutischem Ansprechen, innerhalb von 1 - 2 Monaten erforderlich
- übliche Erhaltungsdosis: 3 - 4 mg / kg / Tag
- Dosisanpassung, optional, bis max. 8 mg / kg / Tag
- neben der Evaluierung von klinischen Symptomen und Entzündungsmarkern empfiehlt sich die Abklärung von Entzündungen des zentralen Nervensystems, einschließlich Innenohr (MRT oder CT, Lumbalpunktion und Audiologie) und Augen (ophthalmologische Untersuchungen), nach den ersten 3 Behandlungsmonaten und danach jeweils alle 6 Mon., bis zur Identifizierung einer wirksamen Behandlungsdosis
- bei klinisch gut eingestellten Patienten reicht möglicherweise eine jährliche Untersuchung des ZNS und der Augen
- initial: 1 - 2 mg Anakinra / kg / Tag s.c. (für alle Subtypen)
- Erwachsene, Jugendliche, Kinder und Kleinkinder >/= 8 Monate mit einem Körpergewicht von mind. 10 kg
- FMF
- Patienten >/= 50 kg KG:
- 100 mg / Tag s.c.
- Patienten < 50 kg KG:
- gewichtsabhängige Dosis
- 1 - 2 mg / kg / Tag
- Patienten >/= 50 kg KG:
- Still-Syndrom
- Patienten > 50 kg KG:
- 100 mg 1mal / Tag
- Patienten < 50 kg KG
- gewichtsabhängige Dosis
- initial: 1 - 2 mg / kg / Tag
- nach 1 Monat Therapiansprechen beurteilen:
- bei persistierenden systemischen Manifestationen ggf. Dosisanpassung bei Kindern oder Überdenken der weiteren Behandlung durch den behandelnden Arzt
- Patienten > 50 kg KG:
Dosisanpassung
- ältere Personen (>/= 65 Jahre)
- RA: keine Dosisanpassung erforderlich
- COVID-19: keine Dosisanpassung erforderlich
- CAPS: begrenzte Daten; Dosisanpassung erwartungsgemäß nicht erforderlich
- Still-Syndrom: begrenzte Daten; Dosisanpassung erwartungsgemäß nicht erforderlich
- Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
- Kinder < 8 Monate: keine Daten
- RA: Wirksamkeit ist nicht erwiesen
- COVID-19: Kinder (0 - < 18 Jahre) Wirksamkeit ist nicht erwiesen
- CAPS
- Kinder >/= 8 Monate, mind. 10 kg KG
- gleiche Dosierung wie bei Erwachsenen
- Dosierung nach Körpergewicht
- Kinder >/= 8 Monate, mind. 10 kg KG
- FMF
- Kinder < 50 kg KG
- gewichtsabhängige Dosis
- empfohlene Dosis: 1 - 2 mg / kg / Tag
- Kinder >/= 50 kg KG
- 100 mg / Tag
- Dosiserhöhung, optional, bei Kindern mit unzureichendem Ansprechen: 4 mg / kg / Tag
- Kinder < 2 Jahre: begrenzte Daten zur Wirksamkeit
- Kinder < 50 kg KG
- Still-Syndrom
- Kinder < 50 kg KG
- gewichtsabhängige Dosis
- initial: 1 - 2 mg / kg / Tag
- Kinder >/= 50 kg KG
- 100 mg / Tag
- Kinder mit unzureichendem Ansprechen:
- Dosiserhöhung, optional, bis 4 mg / kg / Tag
- Kinder < 50 kg KG
- Leberfunktionsstörung
- mäßig (Child-Pugh-Klasse B): keine Dosisanpassung erforderlich
- schwer: Anwendung mit Vorsicht
- Nierenfunktionsstörung
- leicht (CLCr 60 - 89 ml / Min.): keine Dosisanpassung erforderlich
- mäßig (CLCr 30 - 59 ml / Min.): Anwendung mit Vorsicht (unzureichende Daten)
- schwer (CLCr < 30 ml / Min. ) oder terminale Niereninsuffizienz einschließlich dialysepflichtige Patienten:
- es ist zu erwägen, die verordnete Dosis jeden 2. Tag anzuwenden
Kontraindikationen
Anakinra - invasiv
- Überempfindlichkeit gegenüber Anakinra oder aus E. coli gewonnenen Proteinen
- Neutropenie (ANZ < 1,5 × 109/l) (Behandlung mit Anakinra darf nicht begonnen werden)
Nebenwirkungen
Anakinra - invasiv
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- schwerwiegende Infektionen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Neutropenie
- Thrombozytopenie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- allergische Reaktionen, einschließlich
- anaphylaktische Reaktionen
- Angioödeme
- Urtikaria
- Pruritus
- Ausschlag, überwiegend makulopapulös oder urtikariell
- allergische Reaktionen, einschließlich
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Kopfschmerzen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- erhöhte Leberenzyme
- ohne Häufigkeitsangabe
- nichtinfektiöse Hepatitis
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Reaktionen an der Einstichstelle
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Ausschlag
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Untersuchungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- erhöhter Cholesterinspiegel im Blut
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
Hinweis
- Kinder und Jugendliche
- Anakinra wurde an 36 CAPS-Patienten, 21 SJIA-Patienten und 71 Patienten mit anderen Formen einer JIA im Alter von 8 Monaten bis < 18 Jahren für den Zeitraum von bis zu 5 Jahren untersucht
- mit Ausnahme von Infektionen und damit einhergehenden Symptomen, die häufiger bei Patienten < 2 Jahren auftraten, war das Sicherheitsprofil in allen pädiatrischen Altersgruppen gleich
- darüber hinaus wurden 306 pädiatrische Patienten mit Still-Syndrom bis zu mehr als 9 Jahre lang im Rahmen einer nichtinterventionellen Langzeit-Sicherheitsstudie beobachtet
- Sicherheitsprofil bei pädiatrischen Patienten glich jenem von Erwachsenen
- keine neuen Nebenwirkungen von klinischer Relevanz beobachtet
Anwendungshinweise
- Einleitung und Überwachung nur von spezialisierten Ärzten, die über Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von RA, CAPS, FMF bzw. des Still-Syndroms verfügen
- s.c. Injektion
- gebrauchsfertige Injektionslösung in einer graduierten Fertigspritze
- für Kinder < 10 kg KG nicht geeignet (da Mindestdosis 20 mg)
- Fertigspritze nicht schütteln
- Hinweise für die Handhabung: s. Fachinformation
- Wechsel der Einstichstelle empfohlen
- Kühlung der Einstichstelle, Erwärmung der Injektionsflüssigkeit, die Verwendung von Kältepackungen (vor und nach der Injektion) sowie die Anwendung von topischen Kortikosteroiden und Antihistaminika nach der Injektion können die Anzeichen und Symptome von Reaktionen an der Einstichstelle lindern
Stillzeithinweise
Anakinra - invasiv
- das Stillen soll während der Behandlung unterbrochen werden
- nicht bekannt, ob Anakinra oder Metabolite von Anakinra in die Muttermilch übertreten
- Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden
Schwangerschaftshinweise
Anakinra - invasiv
- es wird aus Vorsichtsgründen empfohlen eine Anwendung in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten zu vermeiden
- nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren vorliegend
- in tierexperimentellen Studien
- keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf die Reproduktionsfähigkeit
Warnhinweise
Anakinra - invasiv
- Behandlung sollte von spezialisierten Ärzten, die über Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von RA, COVID-19, CAPS, FMF bzw. des Still-Syndroms verfügen, eingeleitet und überwacht werden
- Rückverfolgbarkeit
- um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
- Allergische Reaktionen
- allergische Reaktionen, einschließlich anaphylaktische Reaktionen und Angioödeme, gelegentlich gemeldet
- in der Mehrzahl handelte es sich um makulopapulöse oder urtikarielle Hautausschläge
- im Falle von schweren allergischen Reaktionen
- Gabe von Anakinra abbrechen und geeignete Behandlung einleiten
- Hepatische Ereignisse
- klinische Studien
- es kam zu vorübergehendem Anstieg der Leberenzyme, der jedoch nicht mit Anzeichen oder Symptomen eines Leberzellschadens in Verbindung gebracht wurde
- außer bei einem Patienten mit SJIA, bei dem sich im Zusammenhang mit einer Zytomegalievirus-Infektion eine schwerwiegende Hepatitis entwickelte
- es kam zu vorübergehendem Anstieg der Leberenzyme, der jedoch nicht mit Anzeichen oder Symptomen eines Leberzellschadens in Verbindung gebracht wurde
- während der Anwendung nach Zulassung
- hepatische Ereignisse ohne Auswirkungen auf die Leberfunktion gemeldet
- die meisten Patienten wurden wegen eines Still-Syndroms behandelt oder wiesen Risikofaktoren auf, z. B. eine Erhöhung der Transaminasen in der Anamnese
- Patienten mit Still-Syndrom
- während der Behandlung wurden Fälle von nicht-infektiöser Hepatitis berichtet, einschl. gelegentlicher Fälle eines akuten Leberversagens
- hepatische Ereignisse treten überwiegend im 1. Monat der Behandlung auf
- routinemäßige Kontrolle der Leberenzyme im 1. Behandlungsmonat sollte in Erwägung gezogen werden, v.a. wenn der Patient prädisponierende Faktoren aufweist oder Symptome entwickelt, die auf eine Leberfunktionsstörung hinweisen
- Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten mit AST / ALT >/= 1,5 × der normalen Obergrenze wurden nicht untersucht
- klinische Studien
- Schwerwiegende Infektionen
- Anakinra wurde bei Patienten mit RA mit einer erhöhten Inzidenz für schwerwiegende Infektionen (1,8%) vs. Placebo (0,7%) in Verbindung gebracht
- bei einer kleinen Anzahl von Patienten mit Asthma war Inzidenz einer schwerwiegenden Infektion bei Behandlung mit Anakinra höher (4,5%), als bei Behandlung mit Placebo (0%)
- Infektionen standen hauptsächlich mit den Atemwegen in Zusammenhang
- Sicherheit und Wirksamkeit von Anakinra bei Patienten mit chronischen und schwerwiegenden Infektionen nicht untersucht
- Patienten mit einer aktiven Infektion
- Behandlung mit Anakinra sollte nicht begonnen werden
- Patienten mit RA
- Behandlung sollte im Falle des Ausbruchs einer schwerwiegenden Infektion abgebrochen werden
- Patienten mit CAPS oder FMF
- bei mit Anakinra behandelten Patienten kann es beim Abbruch der Behandlung zu Krankheitsschüben kommen
- Behandlung mit Anakinra kann, unter engmaschiger Beobachtung, auch während einer schwerwiegenden Infektion fortgeführt werden
- COVID-19
- Behandlung kann trotz (sekundärer) Infektionen fortgeführt werden
- Makrophagenaktivierungssyndrom (MAS)
- bei einem MAS handelt es sich um eine bekannte, lebensbedrohliche Erkrankung, die sich bei Patienten mit Still-Syndrom entwickeln kann
- falls ein MAS auftritt oder vermutet wird
- sollte so früh wie möglich eine Beurteilung erfolgen
- eine angemessene Behandlung eingeleitet werden
- Ärzte sollten auf Symptome einer Infektion oder auf eine Verschlimmerung des Still-Syndroms achten, da es sich hierbei um bekannte Auslösefaktoren für ein MAS handelt
- es liegen nur begrenzt Daten darüber vor, ob die Behandlung mit Anakinra im Falle von schwerwiegenden Infektionen bei Patienten mit Still-Syndrom fortgeführt werden kann
- wird die Behandlung mit Anakinra bei schwerwiegenden Infektionen fortgeführt, um das Risiko eines Krankheitsschubs zu senken
- engmaschige Beobachtung erforderlich
- Patienten mit Still-Syndrom
- erhöhtes Risiko, ein MAS zu entwickeln
- Fallberichte über MAS bei Patienten mit Still-Syndrom unter Behandlung mit Anakinra während der Anwendung nach Zulassung bekannt geworden
- klinische Studien zum Still-Syndrom (vom Unternehmen gesponsert)
- keine Berichte über das Auftreten eines MAS
- nicht-interventionelle Langzeit-Sicherheitsstudie (an 306 pädiatrischen Patienten mit Still-Syndrom)
- keine Hinweise, dass die Häufigkeit von MAS während oder direkt nach der Behandlung mit Anakinra zunahm
- Inzidenzrate von MAS betrug 2,4 Ereignisse pro 100 Patientenjahre, was dem zu erwartenden Wert für pädiatrische Patienten mit Still-Syndrom entspricht
- Kausalzusammenhang zwischen Anakinra und MAS wurde nicht hergestellt
- sorgfältige Überwachung bei Patienten erforderlich, die eine Vorgeschichte mit rezidivierenden Infektionen oder Grunderkrankungen haben, die sie für Infektionen prädisponieren können
- Tuberkulose
- Sicherheit bei Personen mit latenter Tuberkulose unbekannt
- Fälle von Tuberkulose bei Patienten gemeldet, die mit verschiedenen biologischen Entzündungshemmern behandelt wurden
- Patienten sollten vor Behandlungsbeginn mit Anakinra auf latente Tuberkulose untersucht werden
- verfügbare medizinische Leitlinien berücksichtigen
- Hepatitis-B -Reaktivierung
- andere antirheumatische Therapien wurden mit Hepatitis-B-Reaktivierung in Zusammenhang gebracht
- Patienten sollten auch vor Therapiebeginn mit Anakinra gemäß den veröffentlichten Leitlinien auf virale Hepatitis untersucht werden
- Nierenfunktionsstörung
- die Elimination von Anakinra erfolgt durch glomeruläre Filtration und nachfolgende tubuläre Metabolisierung
- daher vermindert sich mit abnehmender Nierenfunktion die Clearance von Anakinra aus dem Plasma
- leicht eingeschränkte Nierenfunktion (CLCr 60 - 89 ml/min)
- keine Dosisanpassung erforderlich
- mäßige Nierenfunktionsstörung (CLCr 30 - 59 ml/min)
- Anwendung mit Vorsicht
- schwere Nierenfunktionsstörung (CLCr < 30 ml/min) oder terminale Niereninsuffizienz einschließlich dialysepflichtiger Patienten
- es sollte erwogen werden die verordnete Dosis jeden 2. Tag anzuwenden
- die Elimination von Anakinra erfolgt durch glomeruläre Filtration und nachfolgende tubuläre Metabolisierung
- Neutropenie
- bei placebokontrollierten Studien an
- Patienten mit RA
- Behandlung war mit Neutropenie (ANZ < 1,5×109/l) assoziiert
- keiner dieser Patienten hatte eine schwerwiegende Infektion, die mit Neutropenie assoziiert wurde
- Patienten mit Covid-19, CAPS und Still-Syndrom
- Fälle von Neutropenie beobachtet
- siehe Rubrik "Kontraindikationen" und "Nebenwirkungen"
- Patienten mit RA
- Patienten mit Neutropenie (ANZ < 1,5×109/l)
- Behandlung mit Anakinra sollte nicht eingeleitet werden
- Bestimmung der Neutrophilen Anzahl
- vor Einleitung der Behandlung mit Anakinra
- sowie monatlich während der Behandlung in den ersten 6 Behandlungsmonaten
- danach vierteljährlich
- Patienten die neutropenisch werden (ANZ < 1,5×109/l)
- Anzahl der Neutrophilen sorgfältig überwachen und die Anakinra-Behandlung abbrechen
- Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit Neutropenie nicht untersucht
- bei placebokontrollierten Studien an
- pulmonale Ereignisse
- während der Anwendung nach Zulassung
- Berichte über Ereignisse in Form von
- interstitieller Lungenerkrankung
- pulmonaler alveolärer Proteinose
- pulmonaler Hypertonie
- hauptsächlich bei pädiatrischen Patienten mit Still-Syndrom berichtet, die mit IL-6- und IL-1 Inhibitoren, einschließlich Anakinra, behandelt wurden
- Patienten mit Trisomie 21 scheinen überrepräsentiert
- Berichte über Ereignisse in Form von
- klinischen Studien zum Still-Syndrom (vom Unternehmen gesponsert)
- keine Berichte über derartige Ereignisse
- nichtinterventionellen Langzeit-Sicherheitsstudie (an 306 pädiatrischen Patienten mit Still-Syndrom)
- bei 1 Patienten trat ein schwerwiegendes pulmonales Ereignis in Form einer nicht spezifizierten interstitiellen Lungenerkrankung auf
- kein Patient in der Studie wies eine pulmonale alveoläre Proteinose oder pulmonale Hypertonie auf
- Kausalzusammenhang zwischen Anakinra und pulmonalen Ereignissen wurde nicht hergestellt
- während der Anwendung nach Zulassung
- Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
- DRESS wurde bei Patienten, die mit Anakinra behandelt wurden, vor allem bei Patienten mit systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (SJIA), selten berichtet
- Patienten mit DRESS müssen unter Umständen ins Krankenhaus eingewiesen werden, da diese Erkrankung tödlich verlaufen kann
- wenn Anzeichen und Symptome von DRESS auftreten und keine alternative Ätiologie festgestellt werden kann
- Anakinra absetzen
- andere Behandlung in Betracht ziehen
- Immunsuppression
- Auswirkungen einer Behandlung mit Anakinra auf vorbestehende maligne Erkrankungen wurden nicht untersucht
- Gabe von Anakinra bei Patienten mit vorbestehender maligner Erkrankung nicht empfohlen
- Maligne Erkrankungen
- Patienten mit RA
- erhöhtes Risiko Lymphome zu entwickeln (im Durchschnitt um das 2-3-Fache)
- höhere Inzidenz für Lymphome als die für die Normalbevölkerung zu erwartende Rate in klinischen Studien gezeigt
- Rate unter Anakinra-Behandlung stimmt jedoch mit derjenigen überein, die im Allgemeinen für Patienten mit RA berichtet wurde
- Inzidenzrate für maligne Erkrankungen in klinischen Studien bei mit Anakinra behandelten Patienten und mit Placebo behandelten Patienten vergleichbar
- kein Unterschied zur Normalbevölkerung
- Gesamtinzidenz maligner Erkrankungen bei Patienten nach 3 Jahren Anakinra-Exposition nicht erhöht
- Patienten mit RA
- Impfungen
- bei gleichzeitiger Anwendung eines Tetanus- / Diphterie-Toxin-Impfstoffs wurde in einer Placebo-kontrollierten klinischen Studie (n = 126) kein Unterschied in der anti-Tetanus Antikörperantwort zwischen der mit Anakinra oder der mit Placebo behandelten Gruppe beobachtet
- keine Daten über die Wirkungen von Impfungen mit anderen inaktivierten Antigenen oder COVID-19-Impfstoffen bei mit Anakinra behandelten Patienten vorliegend
- über Wirkung von Lebendimpfstoffen oder über die sekundäre Übertragung einer Infektion durch Lebendimpfstoffe bei Patienten, die Anakinra erhalten, sind keine Daten verfügbar
- Lebendimpfstoffe sollten daher nicht gleichzeitig mit Anakinra verabreicht werden
- Ältere Personen (>/= 65 Jahre)
- in klinischen Studien insgesamt 752 Patienten mit RA im Alter von >/= 65 Jahren, darunter 163 Patienten im Alter von >/= 75 Jahren und 173 COVID-19 Patienten im Alter von >/= 65 Jahren, untersucht
- insgesamt keine Unterschiede hinsichtlich Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen diesen Patienten und jüngeren Patienten beobachtet
- nur begrenzte Erfahrungen für die Behandlung von älteren Patienten mit CAPS, FMF und Still- Syndrom vorliegend
- da die Häufigkeit von Infektionen in der älteren Bevölkerung allgemein höher ist, sollte die Behandlung älterer Patienten mit Vorsicht erfolgen
- in klinischen Studien insgesamt 752 Patienten mit RA im Alter von >/= 65 Jahren, darunter 163 Patienten im Alter von >/= 75 Jahren und 173 COVID-19 Patienten im Alter von >/= 65 Jahren, untersucht
- gleichzeitige Behandlung mit Anakinra und TNF-alpha-Antagonisten
- gleichzeitige Anwendung von Anakinra und Etanercept oder anderen TNF-alpha-Antagonisten nicht empfohlen
- gleichzeitige Anwendung von Anakinra und Etanercept bei Patienten mit RA mit einem erhöhten Risiko schwerwiegender Infektionen und Neutropenien in Verbindung gebracht, verglichen mit der Anwendung von Etanercept allein
- Kombinationsbehandlung zeigte keinen verbesserten klinischen Nutzen
- gleichzeitige Anwendung von Anakinra und Etanercept oder anderen TNF-alpha-Antagonisten nicht empfohlen
- COVID-19 Patienten
- Wirkung der Behandlung bei COVID-19 Patienten mit einem suPAR-Wert < 6 ng / ml nicht erwiesen
- bei Patienten, die eine nicht-invasive Beatmung (NIV) oder eine invasive mechanische Beatmung (MV) oder eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) benötigen
- Behandlung sollte nicht begonnen werden
- Wirksamkeit bei diesen Patientengruppen nicht erwiesen
- Immunogenität
- klinischen Studien zu RA
- 3 % der erwachsenen Patienten mindestens einmal während der Studie seropositiv auf neutralisierende Antikörper gegen Anakinra getestet
- das Auftreten dieser Antikörper war üblicherweise vorübergehend und nicht mit klinisch unerwünschten Reaktionen oder verminderter Wirksamkeit assoziiert
- klinischen Studie pädiatrische Patienten mit JIA
- 6 % von 86 Patienten, darunter keiner der 15 Patienten mit dem SJIA-Subtyp, mindestens einmal während der Studie seropositiv auf neutralisierende Antikörper gegen Anakinra getestet
- klinischen Studie Patienten mit Still-Syndrom
- 6 Patienten, die 12 Wochen lang randomisiert Anakinra zur Behandlung eines Still-Syndroms (SJIA und AOSD) erhielten, entwickelten alle Patienten Anti-Drug-Antikörper, aber keiner der Patienten wurde seropositiv auf neutralisierende Antikörper gegen Anakinra getestet
- klinische Studie CAPS-Patienten
- die meisten CAPS-Patienten in Studie 03-AR-0298 entwickelten Antikörper gegen Anakinra
- dies hatte keine klinisch signifikanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik, Wirksamkeit oder Sicherheit
- klinischen Studien zu RA