Kisunla 350 mg Konz. z. Herstellung e. Inf.-Lsg.

LILLY DEUTSCHLAND GmbH
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Wirkstoff: Donanemab →

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung erwachsener Patienten mit einer klinischen Diagnose einer leichten kognitiven Störung und leichter Demenz infolge der Alzheimer-Krankheit (frühe symptomatische Alzheimer-Krankheit)
    • die heterozygote Apolipoprotein E-e4 (ApoE-e4)-Träger oder ApoE-e4-Nichtträger sind
    • und bei denen eine Amyloid-Pathologie bestätigt wurde

Dosierung

Basiseinheit: jede Durchstechflasche enthält 350 mg Donanemab in 20 ml (17,5 mg / ml)

  • Behandlung erwachsener Patienten mit einer klinischen Diagnose einer leichten kognitiven Störung und leichter Demenz infolge der Alzheimer-Krankheit (frühe symptomatische Alzheimer-Krankheit), die heterozygote Apolipoprotein E-e4 (ApoE-e4)-Träger oder ApoE-e4-Nichtträger sind und bei denen eine Amyloid-Pathologie bestätigt wurde
    • ApoE-e4-Testung
      • durch ein CE-gekennzeichnetes In-vitro-Diagnostikum (IVD) mit dem entsprechenden Verwendungszweck
      • falls kein CE-gekennzeichnetes IVD verfügbar ist: alternatives, validiertes Testverfahren verwenden
      • die Testung des ApoE-e4-Status muss vor Beginn der Behandlung mit Donanemab durchgeführt werden, um das Risiko der Entwicklung von ARIA zu ermitteln
      • vor der Testung sind die Patienten entsprechend den nationalen oder lokalen Richtlinien angemessen zu beraten und müssen dieser zugestimmt haben
    • Dosierung
      • der Nachweis von Beta-Amyloid, übereinstimmend mit der Alzheimer-Krankheit, muss mit einem validierten Test (z. B. Positronen-Emissions-Tomographie [PET]-Scan, Untersuchung der Zerebrospinalflüssigkeit [CSF - cerebrospinal fluid] oder einem anderen angemessenen Test) erbracht werden
      • Verabreichung alle 4 Wochen
      • erste Dosis: 350 mg
      • zweite Dosis: 700 mg
      • dritte Dosis: 1 050 mg
      • gefolgt von: 1 400 mg alle 4 Wochen
    • Behandlungsdauer:
      • Behandlung so lange fortsetzen bis die Amyloid-Plaques entfernt sind (z. B. bis zu 6 oder 12 Monate)
      • Bestätitung der Entfernung der Amyloid-Plaques durch einen validierten Test
      • max. Behandlungsdauer: 18 Monate
        • sollte nicht überschritten werden, auch wenn die Plaques-Entfernung nicht bestätigt wird
        • Nutzen-Risiko-Verhältnis der Behandlung in regelmäßigen Abständen individuell und unter Berücksichtigung des Ausmaßes der Krankheitsprogression neu bewerten
        • in Erwägung ziehen, die Behandlung vor Ablauf der maximalen Behandlungsdauer von 18 Monaten abzubrechen, wenn Patienten zu einer mittelschweren Alzheimer-Demenz fortschreiten
    • versäumte Dosis
      • so schnell wie möglich nachholen
      • Behandlung im 4 Wochen-Rhythmus fortsetzen
    • Überwachung, Unterbrechung und Abbruch der Therapie bei Amyloid-bedingten Bildgebungsanomalien
      • Donanemab kann ARIA verursachen, charakterisiert als
        • ARIA mit Ödemen (ARIA-E), was im MRT als Hirnödeme oder sulcale Ergüsse identifiziert werden kann
        • sowie ARIA mit Hämosiderinablagerung (ARIA-H), was Mikrohämorrhagien und superfizielle Siderose umfasst
      • zusätzlich zu ARIA traten bei Patienten, die mit Donanemab behandelt wurden, intrazerebrale Hämorrhagien > 1 cm Durchmesser auf
      • vor Beginn der Behandlung muss ein aktuelles (maximal 6 Monate altes) MRT des Gehirns verfügbar sein, um einzuschätzen, ob bereits ARIA vorbestehen
      • ein MRT ist vor der zweiten Infusion (im 1. Monat), vor der dritten Infusion (im 2. Monat), vor der vierten Infusion (im 3. Monat) und vor der siebten Infusion (im 6. Monat) durchzuführen
      • bei Patienten mit ARIA-Risikofaktoren, wie ApoE-e4-Heterozygotie und/oder Patienten mit früheren ARIA-Ereignissen während der Behandlung: zusätzliches MRT nach einjähriger Behandlung (vor der zwölften Infusion)
      • wenn ein Patient zu irgendeinem Zeitpunkt während der Behandlung Symptome zeigt, die auf ARIA hindeuten: klinische Beurteilung einschließlich eines MRT durchzuführen
      • Tabelle 1: Therapieempfehlungen für Therapieunterbrechungen oder Therapieabbruch bei Patienten mit ARIA-E und ARIA-H (siehe Tabelle 2 für die Kriterien der radiographischen Schweregrad-Klassifizierung der ARIA im MRT)
        • Schweregrad: leicht
          • klinisches Symptom: asymptomatisch
            • Unterbrechung der Therapie erwägen
          • klinisches Symptom: symptomatisch
            • Therapie unterbrechen
        • Schweregrad: moderat
          • klinisches Symptom: asymptomatisch
            • Therapie unterbrechen
          • klinisches Symptom: symptomatisch
            • Therapie unterbrechen
        • Schweregrad: schwer
          • klinisches Symptom: asymptomatisch
            • Therapie abbrechen
          • klinisches Symptom: symptomatisch
            • Therapie abbrechen
      • Tabelle 2: ARIA-MRT-Klassifikationskriterien
        • ARIA-E (ARIA-E = amyloid related imaging abnormalities oedema/effusions (Amyloid-bedingte Bildgebungsanomalien Ödeme/Ergüsse))
          • radiographischer Schweregrad: leicht
            • FLAIR (= fluid-attenuated inversion recovery)-Hyperintensität, beschränkt auf Sulcus und/oder kortikale/subkortikale weiße Substanz in einem Areal < 5 cm
          • radiographischer Schweregrad: moderat
            • FLAIR-Hyperintensität 5 - 10 cm in der größten Einzeldimension oder mehr als 1 betroffenes Areal, jeweils messend < 10 cm
          • radiographischer Schweregrad: schwer
            • FLAIR-Hyperintensität > 10 cm mit assoziierter gyraler Schwellung und verstrichenen Sulci
            • es können ein oder mehrere separate/unabhängige betroffene Areale angegeben werden
        • ARIA-H Mikrohämorraghie (ARIA-H = amyloid related imaging abnormalities haemorrhage/hemosiderin deposition (Amyloid-bedingte Bildgebungsanomalien Hämorrhagie/Hämosiderinablagerung))
          • radiographischer Schweregrad: leicht
            • </= 4 neue Mikrohämorrhagien
          • radiographischer Schweregrad: moderat
            • 5 - 9 neue Mikrohämorrhagien
          • radiographischer Schweregrad: schwer
            • >/= 10 neue Mikrohämorrhagien
        • ARIA-H superfizielle Siderose
          • radiographischer Schweregrad: leicht
            • 1 neues oder vergrößertes Areal der superfiziellen Siderose
          • radiographischer Schweregrad: moderat
            • 2 neue oder vergrößerte Areale der superfiziellen Siderose
          • radiographischer Schweregrad: schwer
            • > 2 neue oder vergrößerte Areale der superfiziellen Siderose
      • im Falle von asymptomatischen leichten ARIA: Unterbrechen der Therapie auf Grundlage der radiographischen Merkmale der ARIA, der Anzahl an ARIA-Episoden und des klinischen Zustandes erwägen
      • im Falle von asymptomatischen moderaten ARIA und symptomatischen leichten/moderaten ARIA: Therapie unterbrechen bis das MRT radiographisch eine Auflösung (ARIA-E) oder Stabilisierung (ARIA-H) zeigt und Symptome, falls vorhanden, verschwunden sind
      • 2 - 4 Monate nach initialer Identifizierungnein weiteres MRT durchführen, um die Auflösung (ARIA-E) oder Stabilisierung (ARIA-H) zu beurteilen
      • die Wiederaufnahme der Therapie oder das dauerhafte Absetzen nach Auflösung von ARIA-E und Stabilisierung von ARIA-H sollte sich an der klinischen Beurteilung einschließlich einer erneuten Bewertung von Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4) orientieren
      • unterstützende Behandlung, einschließlich Corticosteroide, im Falle von ARIA-E in Betracht ziehen
      • im Falle von radiographisch oder symptomatisch schweren ARIA-E oder ARIA-H: Therapie mit Donanemab dauerhaft abbrechen
      • auch nach klinisch schweren ARIA-E, schweren ARIA-H oder intrazerebraler Hämorrhagie größer als 1 cm: Therapie dauerhaft absetzen
      • bei Patienten mit wiederkehrenden ARIA: nach klinischem Ermessen entscheiden, ob die Therapie fortgesetzt werden soll
      • die Behandlung mit Donanemab sollte nach wiederkehrenden symptomatischen oder radiographisch moderaten oder schweren ARIA-Ereignissen dauerhaft abgesetzt werden

Dosisanpassung

  • Nierenfunktionsstörung/Leberfunktionsstörung
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Kinder und Jugendliche
    • keine relevante Anwendung zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit

Kontraindikationen

Donanemab - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Donanemab
  • MRT-Ausgangsbefunde früherer intrazerebraler Hämorrhagien, mehr als 4 Mikrohämorrhagien, superfizielle Siderosen oder vasogene Ödeme (ARIA-E) oder andere Befunde, die auf eine zerebrale Amyloid-Angiopathie (CAA - cerebral amyloid angiopathy) hindeuten
  • Patienten mit Blutungsstörungen, die nicht unter adäquater Kontrolle sind
  • Beginn der Behandlung bei Patienten, die eine laufende Therapie mit Antikoagulanzienerhalten
  • schwere Erkrankung der weißen Substanz
  • Patienten mit schlecht eingestellter Hypertonie
  • Gegebenheiten, die keine MRT-Beurteilung zulassen, einschließlich Klaustrophobie oder das Vorhandensein metallischer (ferromagnetischer) Implantate/ Herzschrittmacher

Nebenwirkungen

Donanemab - invasiv
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • ARIA-E (mittels MRT beurteilt)
      • ARIA-H (mittels MRT beurteilt)
        • zu den Symptomen von ARIA-E/ H können gehören
          • Kopfschmerzen
          • Verwirrtheit
          • Übelkeit
          • Erbrechen
          • Gang-/Standunsicherheit
          • Schwindelgefühl
          • Tremor
          • Sehstörungen
          • Sprachstörungen
          • Verschlechterung der kognitiven Funktion
          • Bewusstseinsveränderungen
          • Krampfanfälle
      • Mikrohämorrhagien
      • Superfizielle Siderose
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Intrakranielle Hämorrhagien, umfasst
        • subdurale Hämatome
        • Subarachnoidalblutungen
        • zerebrale Hämorrhagien
        • hämorrhagische Schlaganfälle
        • apoplektischen Insult
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • ARIA-bedingte Todesfälle
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Infusionsbedingte Reaktionen
      • Überempfindlichkeit
        • Anzeichen und Symptome von infusionsbedingten Reaktionen und Überempfindlichkeit können umfassen
          • Erythem
          • Schüttelfrost
          • Übelkeit
          • Erbrechen
          • Schwitzen
          • Kopfschmerzen
          • Engegefühl im Brustkorb
          • Dyspnoe
          • Blutdruckveränderungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anaphylaktische Reaktionen

Anwendungshinweise

  • Einleitung der Behandlung von einem Arzt, der Erfahrung in der Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Krankheit hat und der zeitnahen Zugang zur Magnetresonanztomographie (MRT) hat
  • Donanemab ist unter Aufsicht eines interdisziplinären Teams zu verabreichen, das in der Erkennung, Überwachung und Behandlung von Amyloid-bedingten Bildgebungsanomalien (ARIA - amyloid-related imaging abnormalities) geschult ist und Erfahrung in der Erkennung und Behandlung infusionsbedingter Reaktionen (IRR - infusion related reactions) hat
  • Patienten, die mit Donanemab behandelt werden, müssen den Patientenpass erhalten und über die Risiken von Donanemab informiert werden
  • ausschließlich zur intravenösen Anwendung bestimmt
  • jede Durchstechflasche ist ausschließlich zum einmaligen Gebrauch bestimmt
  • Verabreichung der verdünnten Lösung über einen Zeitraum von mind. 30 Min.
  • Patienten nach der Infusion mind. 30 Min. beobachten
  • Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Fachinformation

Stillzeithinweise

Donanemab - invasiv
  • nicht bekannt, ob Donanemab in die Muttermilch übergeht
  • bekannt, dass humanes Immunglobulin G (IgG) in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch übergeht, welches kurze Zeit später auf niedrige Konzentrationen abfällt
    • ein Risiko für gestillte Säuglinge während dieses kurzen Zeitraums kann nicht ausgeschlossen werden
    • anschließend könnte die Anwendung von Donanemab während der Stillzeit nur in Betracht gezogen werden, wenn dies klinisch erforderlich ist

Schwangerschaftshinweise

Donanemab - invasiv
  • aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Donanemab während der Schwangerschaft vermieden werden
  • keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Donanemab bei Schwangeren vorliegend
  • evidenzbasierter Ansatz ergab keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
  • Fertilität
    • keine Daten zu den Auswirkungen von Donanemab auf die menschliche Fertilität vorliegend
    • keine Tierstudien durchgeführt, um Donanemab auf mögliche Beeinträchtigungender Fertilität zu testen

Warnhinweise

Donanemab - invasiv
  • Rückverfolgbarkeit
    • um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
  • Kontrolliertes Zugangsprogramm (Controlled Access Programme)
    • um die sichere und wirksame Anwendung von Donanemab zu fördern, hat der Beginn der Behandlung bei allen Patienten über ein zentrales Registrierungssystem zu erfolgen, das Teil eines kontrollierten Zugangsprogramms ist
  • Schulungsmaterialien
    • verschreibende Ärzte müssen mit dem Schulungsmaterial vertraut sein, das für die Erkennung und Behandlung von ARIA erstellt wurde und Nutzen und Risiken der Donanemab-Therapie sind mit dem Patienten bzw. einer Begleitperson zu besprechen
    • MRT-Scans, Anzeichen oder Symptome von unerwünschten Reaktionen und der Zeitpunkt, wann Hilfe von medizinischem Fachpersonal in Anspruch genommen werden soll, sind mit dem Patienten zu besprechen
    • dem Patienten wird der Patientenpass ausgehändigt und er wird angewiesen, den Pass jederzeit bei sich zu tragen
  • Amyloid-Beta-Pathologie
    • das Vorhandensein einer Amyloid-Beta-Pathologie muss vor Beginn der Behandlung durch einen geeigneten Test bestätigt werden
  • Amyloid-bedingte Bildgebungsanomalien (ARIA)
    • ARIA-H treten in der Regel gemeinsam mit ARIA-E auf
    • ARIA wurden in klinischen Studien mit Donanemab sehr häufig beobachtet
    • ARIA treten in der Regel früh in der Behandlung auf und sind üblicherweise asymptomatisch
    • zu den berichteten Symptomen im Zusammenhang mit ARIA können Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Übelkeit, Erbrechen, Gang-/Standunsicherheit, Schwindelgefühl, Tremor, Sehstörungen, Sprachstörungen, Verschlechterung der kognitiven Funktion, Bewusstseinsveränderungen und Krampfanfälle gehören
    • Symptome, die in Zusammenhang mit ARIA auftreten, klingen üblicherweise im Laufe der Zeit wieder ab
    • nach einem initialen Auftreten von ARIA ist die Rate des Wiederauftretens bei Wiederaufnahme der Behandlung mit Donanemab sehr häufig
      • 24,3% bei Patienten mit ARIA-E und 35,9% bei Patienten mit ARIA-H
    • es wurden schwerwiegende Fälle von ARIA beobachtet, wenige mit tödlichem Ausgang
    • ARIA können mittels MRT nachgewiesen werden, und während sich ARIA-E typischerweise in der Bildgebung auflösen, können ARIA-H bestehen bleiben und sich stabilisieren
    • meisten ARIA-Ereignisse wurden erstmals innerhalb von 24 Wochen nach Beginn der Behandlung beobachtet
    • meisten schweren ARIA-Ereignisse traten innerhalb von 12 Wochen nach Beginn der Behandlung auf
    • Zugang zu MRT muss während des Behandlungszeitraumes mit Donanemab vorhanden sein
    • bei vorhandenen Risikofaktoren besteht bei Patienten, die für Amyloid-Behandlungstherapien geeignet sind, auch ein Risiko für spontane ARIA
    • ARIA sind als mögliche Ursache für neurologische Symptome in Betracht zu ziehen
    • vor Beginn einer Donanemab-Therapie für die Alzheimer-Krankheit ist der Nutzen und das potenzielle Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen im Zusammenhang mit ARIA abzuwägen
  • MRT-Kontrolle für ARIA
    • Ausgangs-MRT des Gehirns und regelmäßige Überwachung mittels MRTs werden empfohlen
    • während der ersten 24 Wochen der Behandlung mit Donanemab wird eine erhöhte klinische Wachsamkeit hinsichtlich ARIA empfohlen
    • wenn bei einem Patienten Symptome auftreten, die auf ARIA hindeuten, sollte eine klinische Beurteilung erfolgen, einschließlich einer zusätzlichen MRT-Untersuchung
  • Empfehlungen für Therapieunterbrechungen und Therapieabbrüche bei Patienten mit ARIA
    • wenn Symptome von ARIA-H auftreten, geschieht dies häufig in Gegenwart von ARIA-E und wird wie ARIA-E behandelt
    • Empfehlungen für Therapieunterbrechungen und Therapieabbrüche bei Patienten mit ARIA-E und ARIA-H sind in der Rubrik Dosierung aufgeführt
    • Donanemab muss nach schweren ARIA-E, schweren ARIA-H, intrazerebraler Hämorrhagie größer als 1cm oder wiederkehrenden symptomatischen oder radiographisch moderaten oder schweren ARIA-Ereignissen dauerhaft abgesetzt werden
  • Radiographischer Schweregrad (ARIA-MRT-Klassifikationskriterien)
    • der radiographische Schweregrad von ARIA im Zusammenhang mit Donanemab wurde nach folgenden Kriterien klassifiziert
      • ARIA-E (amyloid related imaging abnormalities oedema/effusions (Amyloid-bedingte Bildgebungsanomalien Ödeme/Ergüsse) mit radiographischem Schweregrad leicht
        • FLAIR(fluid-attenuated inversion recovery)-Hyperintensität, beschränkt auf Sulcus und/oderkortikale/subkortikale weiße Substanz in einem Areal < 5 cm
      • ARIA-E mit radiographischem Schweregrad moderat
        • FLAIR-Hyperintensität 5 bis 10 cm in der größten Einzeldimension oder mehr als 1 betroffenes Areal, jeweils messend < 10 cm
      • ARIA-E mit radiographischem Schweregrad schwer
        • FLAIR-Hyperintensität > 10 cm mit assoziierter gyraler Schwellung und verstrichenen Sulci
        • es können ein oder mehrere separate/unabhängige betroffene Areale angegeben werden
      • ARIA-H (amyloid related imaging abnormalities haemorrhage/hemosiderin deposition (Amyloid-bedingte Bildgebungsanomalien Hämorrhagie/Hämosiderinablagerung) Mikrohämorrhagie mit radiographischem Schweregrad leicht
        • <= 4 neue Mikrohämorrhagien
      • ARIA-H Mikrohämorrhagie mit radiographischem Schweregrad moderat
        • 5 - 9 neue Mikrohämorrhagien
      • ARIA-H Mikrohämorrhagie mit radiographischem Schweregrad schwer
        • >= 10 neue Mikrohämorrhagien
      • ARIA-H superfizielle Siderose mit radiographischem Schweregrad leicht
        • 1 neues oder vergrößertes Areal der superfiziellen Siderose
      • ARIA-H superfizielle Siderose mit radiographischem Schweregrad moderat
        • 2 neue oder vergrößerte Areale der superfiziellen Siderose
      • ARIA-H superfizielle Siderose mit radiographischem Schweregrad schwer
        • > 2 neue oder vergrößerte Areale der superfiziellen Siderose
  • ApoE-Epsilon4-Trägerstatus und Risiko von ARIA
    • ApoE-Epsilon4-Träger haben im Vergleich zu Nichtträgern eine höhere Häufigkeit (Homozygote > Heterozygote) von ARIA-E und ARIA-H, einschließlich schwerer und symptomatischer ARIA
    • Donanemab ist bei Patienten, die homozygote ApoE-Epsilon4-Träger sind, nicht indiziert
    • die Testung auf den ApoE-Epsilon4-Trägerstatus muss vor Beginn der Behandlung durchgeführt werden, um das Risiko der Entwicklung von ARIA einzuschätzen
    • vor der Testung haben verschreibende Ärzte mit den Patienten die Risiken von ARIA bezüglich der Genotypen zu besprechen
  • Erhöhtes Risiko für intrazerebrale Hämorrhagien
    • Vorsicht ist geboten, wenn eine Donanemab-Behandlung bei Patienten erwogen wird, bei denen ein erhöhtes Risiko für intrazerebrale Hämorrhagien besteht
    • intrazerebrale Hämorrhagien mit einem Durchmesser größer als 1cm, einschließlich tödlicher Ereignisse, traten bei Patienten auf, die mit Donanemab behandelt wurden
  • Gleichzeitige antithrombotische Behandlung
    • Anwendung von Antithrombotika (Acetylsalicylsäure, andere Thrombozytenaggregationshemmer oder Antikoagulanzien) zu Beginn der Therapie war in klinischen Studien mit Donanemab erlaubt
    • Mehrzahl der Fälle kam Acetylsalicylsäure als Antithrombotikum zum Einsatz
    • Patienten, die Donanemab und ein Antithrombotikum (Acetylsalicylsäure, andere Thrombozytenaggregationshemmer oder Antikoagulanzien) erhielten, wiesen keine vermehrte Häufigkeit von ARIA auf
    • Anzahl der Ereignisse und die begrenzte Exposition mit nicht-acetylsalicylsäurehaltigen Antithrombotika schränkt endgültige Schlussfolgerungen bezüglich des Risikos von ARIA oder einer intrazerebralen Hämorrhagie bei Patienten ein, die Antithrombotika einnehmen
    • bei Patienten, die Donanemab erhalten haben, sowie bei Patienten, die Antithrombotika während der Behandlung mit Donanemab erhalten haben, wurden intrazerebrale Hämorrhagien mit einem Durchmesser größer als 1cm beobachtet
    • daher ist bei Erwägung der Verabreichung von Antithrombotika oder einem Thrombolytikum (z.B. Gewebeplasminogenaktivator) bei einem Patienten, der bereits mit Donanemab behandelt wird, zusätzliche Vorsicht geboten
      • wenn während der Therapie mit Donanemab eine Antikoagulation begonnen werden muss (z.B. arterielleThrombosen, akute Lungenembolienoder andere lebensbedrohliche Indikationen), ist die Behandlung mit Donanemab zu pausieren
        • Donanemab kann wieder eingesetzt werden, wenn eine Antikoagulation medizinisch nicht mehr indiziert ist
        • gleichzeitige Anwendung von Acetylsalicylsäure und anderen Thrombozytenaggregationshemmern ist zulässig
      • obwohl in den klinischen Studien nur eine begrenzte Exposition mit Thrombolytika bestand, besteht ein plausibles Risiko einer schweren intrakraniellen Hämorrhagie infolge der gleichzeitigen Anwendung von Thrombolytika
        • die Anwendung von Thrombolytika ist zu vermeiden, außer bei unmittelbar lebensbedrohlichen Indikationen ohne alternative Therapie (z.B. Lungenembolie mit hämodynamischer Beeinträchtigung), wenn der Nutzen die Risiken überwiegen könnte
        • Nutzen und Risiko der Behandlung sind von dem behandelnden Facharzt zusammen mit dem Patienten individuell neu zu bewerten
    • ARIA können fokale neurologische Defizite verursachen, ähnlich denen, die bei einem ischämischen Schlaganfall beobachtet werden
    • Klinikärzte, die einen ischämischen Schlaganfall behandeln, sollten bei einem Patienten, der mit Donanemab behandelt wird, vor der thrombolytischen Therapie prüfen, ob die Symptome auf ARIA zurückzuführen sein könnten
    • ein MRT oder die Identifizierung eines Gefäßverschlusses können dabei helfen, festzustellen, ob die Ursache eher ein ischämischer Schlaganfall oder ARIA ist und gegebenenfalls eine Thrombolytika-Behandlung oder eine Thrombektomie angezeigt ist
    • eine Behandlung mit Donanemab darf bei Patienten, die eine laufende Therapie mit Antikoagulanzien erhalten, nicht begonnen werden
  • Andere Risikofaktoren für ARIA und intrazerebrale Hämorrhagien
    • in klinischen Studien mit Donanemab wurde die Unbedenklichkeit von Donanemab bei Patienten, deren MRT vor Behandlungsbeginn folgende Ereignisse anzeigte, nicht untersucht
      • ARIA-E
      • mehr als 4 Mikrohämorrhagien
      • mehr als 1 Areal mit superfizieller Siderose
      • eine schwere Erkrankung der weißen Substanz oder intrazerebrale Hämorrhagien größer als 1 cm
    • eine höhere Häufigkeit von ARIA wurde bei Patienten, die vor der Behandlung zerebrale Mikrohämorrhagien und/oder superfizielle Siderosen hatten, beobachtet
    • Behandlung mit Donanemab ist bei Patienten mitvorbestehender, superfizieller Siderose oder > 4 vorbestehenden Mikrohämorrhagien kontraindiziert
    • Vorhandensein eines ApoE-Epsilon4-Allels ist mit einer zerebralen Amyloid-Angiopathie assoziiert, mit der ein erhöhtes Risiko für intrazerebrale Hämorrhagien einhergeht
  • Abschätzung des individuellen Nutzen-Risiko-Verhältnisses anhand der Tau-Pathologie
    • Nutzen-Risiko-Verhältnis kann von der Höhe der vorbestehenden Tau-Last abhängen
    • Patienten mit geringer bis mittlerer Tau-Last wurde eine numerisch höhere Wirksamkeit im Vergleich zu Patienten mit hoher Tau-Last beobachtet
    • klinische Wirksamkeit bei Patienten ohne oder mit sehr geringer Tau-Last ist nicht untersucht
    • Ergebnisse von Tests zur Untersuchung der Tau-Pathologie sind, falls durchgeführt, in individuellen Nutzen-Risiko-Gesprächen zu berücksichtigen
  • Infusionsbedingte Reaktionen
    • infusionsbedingte Reaktionen wurden häufig bei der Verabreichung von Donanemab beobachtet
    • Reaktionen können gelegentlich schwerwiegend oder lebensbedrohlich sein und/oder eine Anaphylaxie einschließen
    • treten typischerweise während der Infusion oder innerhalb von 30 Minuten nach der Infusion auf
    • Anzeichen und Symptome von infusionsbedingten Reaktionen können Erytheme,Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Kopfschmerzen, Engegefühl im Brustkorb, Dyspnoe und Blutdruckveränderungen umfassen
    • Verabreichung von Donanemab ist sofort abzubrechen und eine geeignete Behandlung einzuleiten, falls schwerwiegende infusionsbedingte Reaktionen auftreten oder es klinisch indiziert ist
  • Immunogenität
    • in placebokontrollierten, klinischen Studien entwickelten 88,1 % der mit Donanemab behandelten Patienten Anti-Wirkstoff-Antikörper (ADA - anti-drug antibodies) und alle Patienten mit ADA hatten neutralisierende Antikörper
    • alle Patienten, die über infusionsbedingte Reaktionen berichteten, hatten ADA
    • ein höherer ADA-Titer war mit einer erhöhten Inzidenz von infusionsbedingten Reaktionen/unmittelbaren Überempfindlichkeitsereignissen verbunden
  • Von klinischen Studien ausgeschlossene Patienten
    • Patienten mit Down-Syndrom können mit einer höheren Rate an zerebralen Amyloid-Angiopathien und ARIA-Ereignissen in Verbindung gebracht werden
    • Patienten mit Down-Syndrom wurden in klinischen Studien mit Donanemab nicht untersucht
      • Sicherheit und Wirksamkeit von Donanemab ist bei diesen Patienten nicht bekannt