Lasix 250mg

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
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Wirkstoff: Furosemid →

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Fachinformationen

Indikation

  • Anwendung hochdosierter Zubereitung ausschließl. bei Patienten mit stark verminderter Glomerulumfiltration (Glomerulumfiltratwerte < 20 ml / Min.)
  • drohendes und bereits eingetretenes akutes Nierenversagen (Aufrechterhaltung der Flüssigkeitsausscheidung und Erleichterung der parenteralen Ernährung, solange noch Restfiltration vorhanden ist)
  • chronische Niereninsuffizienz im prädialytischen Stadium mit Flüssigkeitsretention und Hochdruck
  • terminale Niereninsuffizienz (Aufrechterhaltung einer Restdiurese)
  • nephrotisches Syndrom bei Patienten, die auf 120 mg Furosemid oral / Tag nicht ansprechen (Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund)

Dosierung

  • stark verminderte Glomerulumfiltration (Glomerulumfiltratwerte < 20 ml / Min.)
    • individuell dosieren nach Behandlungserfolg
    • Anwendung niedrigster Dosis, mit der gewünschter Effekt erzielt wird
    • akutes Nierenversagen
      • bei Schock vor Behandlungsbeginn durch geeignete Maßnahmen Hypovolämie und Hypotonie beseitigen
      • deutlich ausgeprägte Störung der Serumelektrolyte und des Säure-Basen-Gleichgewichtes korrigieren
      • bei ausbleibender vermehrter Flüssigkeitsausscheidung nach langsamer i.v. Injektion von 40 mg Furosemid (Testdosis)
        • Behandlungsbeginn mit Furosemid mittels Perfusors: 50 - 100 mg Furosemid / Stunde über den Tag
      • Tagesdosis richtet sich nach ausreichender Diurese
      • max. Tagesdosis: 1500 mg Furosemid
    • chronische Niereninsuffizienz im prädialytischen Stadium mit Flüssigkeitsretention und Hochdruck, nephrotisches Syndrom
      • korrekte Dosis durch stufenweise Dosiserhöhung ermitteln (natriuretische Antwort abhängig von zahlreichen Variablen, z.B. Grad der Niereninsuffizienz, Natriumbilanz; prinzipiell keine präzise Vorhersage im Einzelfall möglich)
      • wegen raschem Wirkungseintritt mögliche Dosissteigerung in 1/2 - 1 stündlichem Abstand
      • Anfangsdosis: 0,1 mg Furosemid / Min. als Infusion
      • Dosis so wählen, dass Patient ca.1 kg KG / Tag verliert (langsame Ausschwemmung)
      • beim nephrotischen Syndrom vorsichtig dosieren (Gefahr vermehrt auftretender Nebenwirkungen)
    • Säuglinge und Kinder (< 15 Jahre)
      • parenterale Gabe von Furosemid nur ausnahmsweise bei bedrohlichen Zuständen
      • mittlere Tagesdosis: 0,5 mg Furosemid / kg KG, ausnahmsweise bis 1 mg Furosemid / kg KG i.v.
    • Behandlungsdauer
      • parenterale Anwendung sobald es Behandlung erlaubt auf orale Gabe umstellen
      • richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung

Kontraindikationen

Furosemid - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Furosemid
  • Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide (mögliche Kreuzallergie mit Furosemid)
  • Nierenversagen mit Anurie, das auf eine Furosemidtherapie nicht anspricht
  • Coma und Praecoma hepaticum im Zusammenhang mit einer hepatischen Enzephalopathie
  • schwere Hypokaliämie
  • schwere Hyponatriämie
  • Hypovolämie oder Dehydratation
  • Stillzeit
  • zusätzliche Kontraindikationen bei hochdosierter Zubereitung:
    • normale Nierenleistung sowie eingeschränkte Nierenfunktion mit Glomerulumfiltratwerten > 20 ml / Min., da in diesen Fällen die Gefahr eines zu starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes besteht
    • darf nicht zur Bolusinjektion verwendet werden
      • muss unter Kontrolle des Infusionsvolumens bzw. der Infusionsgeschwindigkeit infundiert werden, um das Risiko versehentlicher Überdosierung zu verringern

Nebenwirkungen

Furosemid - invasiv
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hämokonzentration (bei übermäßiger Diurese)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Eosinophilie
      • Leukopenie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • hämolytische Anämie
      • aplastische Anämie
      • Agranulozytose
        • Hinweise auf eine Agranulozytose können Fieber mit Schüttelfrost, Schleimhautveränderungen und Halsschmerzen sein
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Haut- und Schleimhautreaktionen (siehe Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • schwere anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen wie anaphylaktischer Schock
        • erste Anzeichen für einen Schock sind u.a. Hautreaktionen wie Flush oder Urtikaria, Unruhe, Kopfschmerz, Schweißausbruch, Übelkeit, Cyanose
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Exazerbation oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Elektrolytstörungen (auch symptomatisch)
      • Dehydratation und Hypovolämie (besonders bei älteren Patienten)
      • Triglyceride im Blut erhöht
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyponatriämie und Hypochlorämie (insbesondere bei eingeschränkter Zufuhr von Natriumchlorid)
        • häufig beobachtete Symptome einer Hyponatriämie sind Apathie, Wadenkrämpfe,Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, Schläfrigkeit, Erbrechen und Verwirrtheitszustände
      • Hypokaliämie
        • insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr und/oder erhöhten Kaliumverlusten, z.B. bei Erbrechen oder chronischer Diarrhö)
        • Hypokaliämie kann sich in neuromuskulärer (Muskelschwäche, Parästhesien, Paresen), intestinaler (Erbrechen, Obstipation, Meteorismus), renaler (Polyurie, Polydipsie) und kardialer (Reizbildungs- und Reizleitungsstörungen) Symptomatik äußern
        • schwere Kaliumverluste können zu einem paralytischen Ileus oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum Koma führen
      • Cholesterin im Blut erhöht
      • Harnsäure im Blut erhöht
      • Gichtanfälle
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • eingeschränkte Glucosetoleranz und Hyperglykämie
        • bei Patienten mit manifestem Diabetes mellitus kann dies zu einer Verschlechterung der Stoffwechsellage führen
        • latenter Diabetes mellitus kann manifest werden
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypocalcämie
        • kann in seltenen Fällen Tetanie auslösen
      • Hypomagnesiämie
        • als Folge in seltenen Fällen Tetanie oder Auftreten von Herzrhythmusstörungen beobachtet
      • metabolische Azidose
      • metabolische Alkalose
      • Pseudo-Bartter-Syndrom (im Zusammenhang mit falscher Anwendung, Missbrauch und/oder Langzeitanwendung von Furosemid)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • hepatische Enzephalopathie bei Patienten mit Leberinsuffizienz
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Parästhesien
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schwindel
      • Ohnmacht und Bewusstlosigkeit
      • Kopfschmerzen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hörstörungen, meist reversibel
        • besonders bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder einer Hypoproteinämie (z.B. bei nephrotischem Syndrom) und/oder bei zu schneller intravenöser Injektion
      • Taubheit (manchmal irreversibel)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Tinnitus
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • bei intravenöser Infusion: Hypotonie einschließlich Orthostasesyndrom
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Vaskulitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Thrombose (insbesondere bei älteren Patienten)
      • Kreislaufbeschwerden bis zum Kreislaufkollaps (bei übermäßiger Diurese insbesondere bei älteren Patienten und Kindern)
        • äußert sich v.a. als Kopfschmerz, Schwindel, Sehstörungen, Mundtrockenheit und Durst, Hypotonie und orthostatische Regulationsstörungen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Übelkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Erbrechen
      • Diarrhö
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akute Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • intrahepatische Cholestase
      • Erhöhung der Lebertransaminasen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Juckreiz
      • Pruritus
      • Urtikaria
      • Ausschläge, Hautausschläge
      • bullöse Dermatitis
      • Erythema multiforme
      • Pemphigoid
      • exfoliative Dermatitis
      • Purpura
      • Photosensibilität
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • toxische epidermale Nekrolyse
      • akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
      • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
      • lichenoide Reaktionen
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Fälle von Rhabdomyolyse
        • oftmals im Zusammenhang mit schwerer Hypokaliämie berichtet
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kreatinin im Blut erhöht
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Urinmenge erhöht
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • tubulointerstitielle Nephritis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Natrium im Urin erhöht
      • Chlorid im Urin erhöht
      • Blutharnstoff erhöht
      • Symptome einer Harnabflussbehinderung (z.B. bei Patienten mit Prostatahypertrophie, Hydronephrose, Ureterstenose) bis hin zur Harnsperre (Harnverhalt) mit Sekundärkomplikationen
      • Nephrocalcinose und/oder Nephrolithiasis bei Frühgeborenen
      • Nierenversagen, Niereninsuffizienz
  • Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhtes Risiko eines persistierenden Ductus arteriosus Botalli (offenen Ductus arteriosus), wenn Frühgeborene in den ersten Lebenswochen mit Furosemid behandelt werden
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Fieber
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • nach intramuskulärer Injektion lokale Reaktionen wie Schmerzen

Anwendungshinweise

  • Applikation i.d.R. über Perfusor
  • max. Infusionsgeschwindigkeit
    • 4 mg Furosemid / Min.
    • bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz (Serumkreatinin > 5 mg / dl)
      • 2,5 mg Furosemid / Min.
  • bei Bedarf Infusionslösung mit isotonischer NaCl-Lösung verdünnen
  • Infusionslösung nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln infundieren
  • auf schwach alkalischen bis neutralen pH-Wert (nicht < 7) der gebrauchfertigen Lösung achten
    • saure Lösungen nicht verwenden (mögliche Ausfällung des Wirkstoffes)
  • chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung für 24 Stunden bei 25 °C nachgewiesen
  • aus mikrobiologischer Sicht sollte gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden; ansonsten ist Anwender für Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich
  • zur Erzielung einer optimalen Wirksamkeit und Unterdrückung einer Gegenregulation, kont. Furosemid-Infusion der wiederholten Gabe von Injektionen vorziehen
  • Furosemid nur dann i.v. gegeben, wenn orale Anwendung nicht möglich oder unwirksam (z.B. bei schlechter intestinaler Resorption) oder eine schnelle Wirkung erforderlich ist

Stillzeithinweise

Furosemid - invasiv
  • Frauen dürfen nicht mit Furosemid behandelt werden, wenn sie stillen
    • gegebenenfalls ist abzustillen
  • Furosemid wird in die Muttermilch ausgeschieden und hemmt die Laktation

Schwangerschaftshinweise

Furosemid - invasiv
  • Furosemid ist in der Schwangerschaft nur kurzfristig und unter besonders strenger Indikationsstellung anzuwenden, da Furosemid die Plazenta passiert
  • Diuretika sind für die routinemäßige Therapie von Hypertonie und Ödemen in der Schwangerschaft nicht geeignet
    • da sie die Perfusion der Plazenta und damit das intrauterine Wachstum beeinträchtigen
  • falls Furosemid bei Herz- oder Niereninsuffizienz der Schwangeren angewendet werden muss
    • müssen Elektrolyte und Hämatokrit sowie das Wachstum des Fetus genau überwacht werden
  • eine Verdrängung des Bilirubins aus der Albuminbindung und damit ein erhöhtes Kernikterusrisiko bei Hyperbilirubinämie wird für Furosemid diskutiert
  • Furosemid passiert die Plazenta und erreicht im Nabelschnurblut 100 % der maternalen Serumkonzentration
  • bisher keine Fehlbildungen beim Menschen bekannt, die mit einer Furosemid-Exposition in Zusammenhang stehen könnten
    • jedoch zur abschließenden Beurteilung einer eventuell schädigenden Wirkung auf den Embryo/Fetus keine ausreichenden Erfahrungen vorliegend
  • beim Fetus kann dessen Urinproduktion (Diurese) in utero stimuliert werden
  • bei der Behandlung von Frühgeborenen mit Furosemid wurde das Auftreten von Urolithiasis beobachtet

Warnhinweise

Furosemid - invasiv
  • besonders sorgfältige Überwachung erforderlich bei:
    • Hypotonie
    • Harnwegsobstruktion, Harnabflussbehinderung (z.B. bei Prostatahypertrophie, Hydronephrose, Ureterstenose)
    • Hypotonie
    • manifestem oder latentem Diabetes mellitus
      • regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers
    • Gicht
      • regelmäßige Kontrolle der Harnsäure im Serum
    • hepatorenales Syndrom (rasch progrediente Niereninsuffizienz, verbunden mit einer schweren Lebererkrankung, z.B. Leberzirrhose)
    • Hypoproteinämie z.B mit nephrotischem Syndrom
      • vorsichtige Einstellung der Dosierung
    • Patienten, die durch einen unerwünscht starken Blutdruckabfall besonders gefährdet wären, z.B. Patienten mit zerebrovaskulären Durchblutungsstörungen oder koronarer Herzkrankheit
    • Frühgeborenen
      • Gefahr der Entwicklung einer Nephrocalcinose/Nephrolithiasis
        • Nierenfunktionskontrolle, Nierensonographie
  • Frühgeborene mit Atemnotsyndrom
    • eine diuretische Behandlung mit Furosemid in den ersten Lebenswochen kann das Risiko eines persistierenden Ductus arteriosus Botalli bei diesen Patienten erhöhen
  • Auftreten einer symptomatischen Hypotonie mit Schwindel, Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit möglich
    • kann bei Patienten, die mit Furosemid behandelt werden, auftreten
    • betrifft insbesondere
      • ältere Menschen
      • Patienten, die gleichzeitig andere Medikamente einnehmen, die Hypotonie verursachen können
      • Patienten mit anderen Erkrankungen, die mit einem Hypotonierisiko verbunden sind
  • Patienten mit Miktionsstörungen (z.B. bei Prostatahypertrophie)
    • Furosemid darf nur angewendet werden, wenn für freien Harnabfluss gesorgt wird, da eine plötzlich einsetzende Harnflut zu einer Harnsperre (Harnverhaltung) mit Überdehnung der Blase führen kann
  • Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt
    • verstärkte Ausscheidung von Elektrolyten
      • Furosemid führt zu einer verstärkten Ausscheidung von Natrium und Chlorid und infolgedessen von Wasser
      • auch die Ausscheidung anderer Elektrolyte (insbesondere Kalium, Kalzium und Magnesium) ist erhöht
      • da während einer Therapie mit Furosemid als Folge der vermehrten Elektrolytausscheidung häufig Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt beobachtet werden, sind regelmäßige Kontrollen der Serumelektrolyte angezeigt
    • Kontrollen
      • v.a. während einer Langzeittherapie sollten die Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium), Bikarbonat, Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure sowie der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden
    • besonders enge Überwachung erforderlich bei Patienten mit einem hohen Risiko, Elektrolytstörungen zu entwickeln, oder im Falle eines stärkeren Flüssigkeitsverlustes (z.B. durch Erbrechen, Diarrhö oder intensives Schwitzen)
    • Hypovolämie oder Dehydratation sowie wesentliche Elektrolytstörungen oder Störungen im Säure- Basen-Haushalt müssen korrigiert werden
      • kann die zeitweilige Einstellung der Behandlung mit Furosemid erfordern
    • mögliche Entwicklung von Elektrolytstörungen wird durch zugrunde liegende Erkrankungen (z.B. Leberzirrhose, Herzinsuffizienz), Begleitmedikation und Ernährung beeinflusst
  • Gewichtsverlust
    • der durch verstärkte Urinausscheidung hervorgerufene Gewichtsverlust sollte unabhängig vom Ausmaß der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht überschreiten
  • nephrotisches Syndrom
    • beim nephrotischen Syndrom muss wegen der Gefahr vermehrt auftretender Nebenwirkungen vorsichtig dosiert werden
  • gleichzeitige Anwendung mit Risperidon bei älteren Patienten mit Demenz
    • placebokontrollierte Studien mit Risperidon bei älteren Patienten mit Demenz
      • eine höhere Mortalitätsinzidenz bei Patienten beobachtet, die gleichzeitig mit Furosemid und Risperidon behandelt wurden (7,3 %, Durchschnittsalter 89 Jahre, Altersspanne 75 bis 97 Jahre)
        • im Vergleich zu Patienten, die Risperidon allein (3,1 %, Durchschnittsalter 84 Jahre, Altersspanne 70 bis 96 Jahre)
        • oder Furosemid allein (4,1 %, Durchschnittsalter 80 Jahre, Altersspanne 67 bis 90 Jahre) erhalten hatten
      • die gleichzeitige Anwendung von Risperidon mit anderen Diuretika (hauptsächlich niedrig dosierte Thiaziddiuretika) war nicht mit einem ähnlichen Befund assoziiert
    • pathophysiologischer Mechanismus zur Erklärung dieser Beobachtung konnte nicht identifiziert werden
      • kein einheitliches Muster für die Todesursache festgestellt
    • Vorsicht angezeigt und Risiken und Nutzen dieser Kombination oder der gleichzeitigen Behandlung mit anderen stark wirksamen Diuretika sind vor der Therapieentscheidung abzuwägen
    • behandlungsunabhängig war Dehydratation ein allgemeiner Risikofaktor für Mortalität und soll daher bei älteren Patienten mit Demenz vermieden werden
  • Anwendung bei Lupus erythematodes
    • es besteht die Möglichkeit einer Exazerbation oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes
  • Doping
    • Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
    • Missbrauch als Dopingmittel kann Gesundheit gefährden