Levetiracetam AbZ 1500 mg Filmtabletten

AbZ Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Levetiracetam →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 100 ST 61,04 €
N3 200 ST 106,45 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie
  • Zusatzbehandlung von
    • partiellen Anfällen mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie
    • myoklonischen Anfällen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer Epilepsie
    • primär generalisierten tonischgeneralisierten tonisch-klonischen Anfällen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie

Dosierung

  • Monotherapie partieller Anfälle mit und ohne sekundärer Generalisierung; Zusatzbehandlung partieller Anfälle mit und ohne sekundärer Generalisierung, myoklonischer Anfälle und primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle
    • partielle Anfälle
      • die empfohlene Dosierung für eine Monotherapie (>/= 16 Jahren) ist dieselbe wie für eine Zusatzbehandlung, wie im Folgenden beschrieben
    • alle Indikationen
      • Erwachsene (>/= 18 Jahre) und Jugendliche (12 - 17 Jahre) ab 50 kg KG
        • Initialdosis
          • 500 mg 2mal / Tag
          • Beginn ab dem 1. Behandlungstag
          • geringere Initialdosis von 250 mg 2mal / Tag möglich
            • basierend auf der Beurteilung des Arztes bezüglich einer Verringerung von Anfällen gegenüber möglichen Nebenwirkungen
            • Erhöhung auf 500 mg 2mal / Tag nach 2 Wochen
        • je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit: Dosissteigerung auf bis zu 1500 mg 2mal / Tag
        • Dosiserhöhungen bzw. -reduzierungen in Schritten von 250 mg oder 500 mg 2mal / Tag alle 2 - 4 Wochen
      • Jugendliche (12 - 17 Jahre) < 50 kg KG und Kinder ab 1 Monat
        • Verordnung der am besten geeigneten Darreichungsform, Packungsgröße und Arzneimittelstärke entsprechend Alter, Körpergewicht und erforderlicher Dosis
        • Monotherapie
          • Kinder und Jugendliche < 16 Jahre
            • Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht erwiesen
            • keine Daten vorliegend
        • Jugendliche (16 - 17 Jahre) >/= 50 kg KG
          • siehe Dosierung Erwachsene und Jugendliche (12 - 17 Jahre) >/= 50 kg KG
        • Zusatzbehandlung
          • Säuglinge (6 - 23 Monate), Kinder (2 - 11 Jahre) und Jugendliche (12 - 17 Jahre) < 50 kg KG
            • Kinder < 6 Jahre
              • Lösung zum Einnehmen ist die bevorzugte Darreichungsform
            • Kinder > 6 Jahre
              • Dosierungen unter 250 mg, für Dosierungen, die kein Vielfaches von 250 mg sind, oder wenn die Dosierempfehlung nicht durch die Einnahme mehrerer Tabletten erreicht werden kann und bei Patienten, die keine Tabletten einnehmen können
                • Lösung zum Einnehmen verwenden
          • Säuglinge im Alter von 1 Monat bis unter 6 Monaten
            • Lösung zum Einnehmen ist die bevorzugte Darreichungsform
        • alle Indikationen
          • Anwendung der niedrigsten wirksamen Dosis
          • Kinder und Jugendliche >/= 25 kg KG
            • initial: 250 mg Levetiracetam 2mal / Tag
            • Maximaldosis: 750 mg Levetiracetam 2mal / Tag
          • Kinder und Jugendliche >/= 50 kg KG
            • siehe obige Dosierung Erwachsene und Jugendliche (12 - 17 Jahre) >/= 50 kg KG
          • Säuglinge und Kinder < 6 Jahre
            • Lösung zum Einnehmen ist die bevorzugte Darreichungsform
          • Initialbehandlung von Kindern < 25 kg KG; Patienten, die keine Tabletten einnehmen können, oder Dosierungen < 250 mg
            • Lösung zum Einnehmen ist die bevorzugte Darreichungsform
      • Beendigung der Behandlung
        • ausschleichendes Absetzen
          • Erwachsene und Jugendliche > 50 kg KG
            • Verminderung der Dosis um 500 mg 2mal / Tag alle 2 - 4 Wochen
          • Säuglinge > 6 Monate, Kinder und Jugendliche < 50 kg KG
            • Verminderung der Dosis um max. 10 mg / kg KG 2mal / Tag alle 2 Wochen
          • Säuglinge < 6 Monate
            • Verminderung der Dosis um max. 7 mg / kg KG 2mal / Tag alle 2 Wochen

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (ab 65 Jahren)
    • Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion empfohlen
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • individuelle Festlegung der Tagesdosis entsprechend der Nierenfunktion
    • Erwachsene und Jugendliche > 50 kg KG
      • Bestimmung der Kreatinin-Clearance (CLcr)
        • CLcr (ml / min) = {{[140 - Alter (Jahre)] * Gewicht (kg)} / [72 * Serum-Kreatinin (mg / dl)]} (* 0,85 bei Frauen)
      • Anpassung der CLcr an die Körperoberfläche (KO)
        • CLcr (ml / min / 1,73 m2) = [CLcr (ml / min) / KO des Patienten (m2)] * 1,73
      • normale Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance >/= 80 ml / min / 1,73 m2)
        • 500 - 1500 mg 2mal / Tag
      • leichte Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 50 - 79 ml / min / 1,73 m2)
        • 500 - 1000 mg 2mal / Tag
      • mäßige Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30 - 49 ml / min / 1,73 m2)
        • 250 - 750 mg 2mal / Tag
      • schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml / min / 1,73 m2)
        • 250 - 500 mg 2mal / Tag
      • Dialysepflichtige Patienten
        • 500 - 1000 mg 1mal / Tag
        • am 1. Tag der Behandlung wird eine Initialdosis von 750 mg empfohlen
        • nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 250 - 500 mg empfohlen
    • Säuglinge, Kinder und Jugendliche < 50 kg KG
      • Berechnung der CLcr (ml / min / 1,73 m2) aus dem Serum-Kreatinin (mg / dl) nach der Schwartz-Formel
        • CLcr (ml / min / 1,73 m2) = [Größe (cm) * ks] / Serum-Kreatinin (mg / dl)
        • ks = 0,45 für voll ausgetragene Säuglinge und Kleinkinder bis zu 1 Jahr
        • ks = 0,55 für Kinder < 13 Jahre und weibliche Jugendliche
        • ks = 0,7 für männliche Jugendliche
      • normale Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance >/= 80 ml / min / 1,73 m2)
        • Säuglinge (1 Monat - < 6 Monate)
          • 7 - 21 mg / kg KG 2mal / Tag
        • Säuglinge und Kleinkinder (6 - 23 Monate), Kinder und Jugendliche < 50 kg KG
          • 10 - 30 mg / kg KG 2mal / Tag
      • leichte Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 50 - 79 ml / min / 1,73 m2)
        • Säuglinge (1 Monat - < 6 Monate)
          • 7 - 14 mg / kg KG 2mal / Tag
        • Säuglinge und Kleinkinder (6 - 23 Monate), Kinder und Jugendliche < 50 kg KG
          • 10 - 20 mg / kg KG 2mal / Tag
      • mäßige Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30 - 49 ml / min / 1,73 m2)
        • Säuglinge (1 Monat - < 6 Monate)
          • 3,5 - 10,5 mg / kg KG 2mal / Tag
        • Säuglinge und Kleinkinder (6 - 23 Monate), Kinder und Jugendliche < 50 kg KG
          • 5 - 15 mg / kg KG 2mal / Tag
      • schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml / min / 1,73 m2)
        • Säuglinge (1 Monat - < 6 Monate)
          • 3,5 - 7 mg / kg KG 2mal / Tag
        • Säuglinge und Kleinkinder (6 - 23 Monate), Kinder und Jugendliche < 50 kg KG
          • 5 - 10 mg / kg KG 2mal / Tag
      • Dialysepflichtige Patienten
        • Säuglinge (1 Monat - < 6 Monate)
          • 7 - 14 mg / kg KG 1mal / Tag
          • am 1. Behandlungstag wird eine Initialdosis von 10,5 mg / kg KG empfohlen
          • nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 3,5 - 7 mg / kg KG empfohlen
        • Säuglinge und Kleinkinder (6 - 23 Monate), Kinder und Jugendliche < 50 kg KG
          • 10 - 20 mg / kg KG 1mal / Tag
          • am 1. Tag der Behandlung wird eine Initialdosis von 15 mg / kg KG empfohlen
          • nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 5 - 10 mg / kg KG empfohlen
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • leichte bis mäßige Leberinsuffizienz
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwere Leberinsuffizienz
      • Kreatinin-Clearance kann zu einer Fehleinschätzung der Niereninsuffizienz führen
        • Kreatinin-Clearance < 60 ml / min / 1,73 m2: Halbierung der täglichen Erhaltungsdosis

Kontraindikationen

Levetiracetam - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Levetiracetam
  • Überempfindlichkeit gegen andere Pyrrolidon-Derivate

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Levetiracetam - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Nasopharyngitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Infektion
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie
      • Leukopenie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Neutropenie
      • Panzytopenie (bei einigen dieser Fälle wurde Knochenmarkdepression festgestellt)
      • Agranulozytose
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
      • Überempfindlichkeit (einschließlich Angioödem und Anaphylaxie)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anorexie (Risiko einer Anorexie höher, wenn Levetiracetam zusammen mit Topiramat angewendet wird)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gewichtsverlust
      • Gewichtszunahme
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hyponatriämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
      • Feindseligkeit / Aggression
      • Angst
      • Insomnie
      • Nervosität / Reizbarkeit (sehr häufig bei Säuglingen und Kindern im Alter von 1 Monat bis < 4 Jahren)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Suizidversuch
      • suizidale Gedanken
      • psychotische Störungen
      • anormales Verhalten (häufig bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 16 Jahren)
      • Halluzination
      • Wut
      • Konfusion
      • Panikattacke
      • emotionale Labilität / Stimmungsschwankungen (häufig bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 16 Jahren)
      • Agitiertheit (häufig bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 16 Jahren)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Suizid
      • Persönlichkeitsstörungen
      • anormales Denken
      • Delirium
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Somnolenz
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Konvulsion
      • Gleichgewichtsstörungen
      • Schwindel
      • Lethargie
      • Tremor
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Amnesie
      • Beeinträchtigung des Gedächtnisses
      • Koordinationsstörungen / Ataxie (häufig bei Säuglingen und Kindern im Alter von 1 Monat bis < 4 Jahren)
      • Parästhesie
      • Aufmerksamkeitsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Choreoathetose
      • Dyskinesie
      • Hyperkinesie
      • Gangstörungen
      • Enzephalopathie (Fälle traten im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung (wenige Tage bis zu einigen Monaten) auf und waren nach dem Absetzen der Behandlung reversibel)
      • Verschlechterung von Anfällen
      • malignes neuroleptisches Syndrom (Prävalenz erheblich höher in japanischen Patienten verglichen mit nicht japanischen Patienten)
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Diplopie
      • verschwommenes Sehen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Drehschwindel
  • Herzerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Husten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Abdominalschmerzen
      • Diarrhoe
      • Dyspepsie
      • Nausea
      • Erbrechen (sehr häufig bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 16 Jahren)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • anormaler Leberfunktionstest
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leberversagen
      • Hepatitis
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • akute Nierenschädigung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Rash
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ekzem
      • Juckreiz
      • Alopezie (in mehreren Fällen von Haarausfall wurde nach dem Absetzen von Levetiracetam eine Besserung beobachtet)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • toxische epidermale Nekrolyse
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • Erythema multiforme
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Myalgie
      • Muskelschwäche
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Rhabdomyolyse
      • erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut (Prävalenz erheblich höher in japanischen Patienten verglichen mit nicht japanischen Patienten)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Asthenie / Müdigkeit
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verletzung

Anwendungshinweise

  • Einnahme mit ausreichend Flüssigkeit
  • Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten
  • nach der Einnahme Wahrnehmung des bitteren Geschmacks von Levetiracetam möglich
  • Verteilung der Tagesdosis auf 2 gleich große Einzeldosen
  • für Dosierungen, die mit dieser Stärke nicht erreicht werden können: andere Stärken/Darreichungsformen wählen

Stillzeithinweise

Levetiracetam - peroral
  • Stillen während der Therapie wird nicht empfohlen
    • sollte jedoch eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich sein: Nutzen und Risiko einer Behandlung, unter Berücksichtigung der Bedeutung des Stillens für den Säugling, gegeneinander abwägen
  • Levetiracetam wird in die Muttermilch ausgeschieden

Schwangerschaftshinweise

Levetiracetam - peroral
  • Levetiracetam kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies nach sorgfältiger Abwägung für klinisch erforderlich erachtet wird
    • bei Anwendung in der Schwangerschaft empfohlen, die Behandlung mit der geringstmöglichen wirksamen Dosis durchzuführen
  • umfangreiche, seit der Markteinführung erhobene Daten von Frauen, die eine Levetiracetam-Monotherapie während der Schwangerschaft erhalten hatten (über 1800 Frauen, von denen mehr als 1500 Levetiracetam im 1. Trimenon erhielten)
    • weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für erhebliche angeborene Fehlbildungen hin
  • zur neurologischen Entwicklung der Kinder, die einer Levetiracetam-Monotherapie in utero ausgesetzt waren, ist die Datenlage begrenzt
    • die aktuell vorliegenden epidemiologischen Studien (mit Daten von etwa 100 Kindern) weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen hin
  • physiologische Veränderungen während der Schwangerschaft können die Levetiracetam-Konzentration beeinflussen
    • Abnahme der Levetiracetam-Plasma-Konzentration während der Schwangerschaft beobachtet
    • diese Abnahme ist deutlich ausgeprägter im 3. Trimenon (bis zu 60% der Anfangskonzentration vor Schwangerschaftsbeginn)
    • angemessene klinische Betreuung von Schwangeren, die mit Levetiracetam behandelt werden, sollte sichergestellt sein
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine fachärztliche Beratung erhalten
    • bei Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollte die Notwendigkeit der Behandlung mit Levetiracetam neu überprüft werden
    • wie bei allen Antiepileptika muss ein plötzliches Absetzen von Levetiracetam vermieden werden, da es zu Rebound-Anfällen mit ernsthaften Folgen für die Frau und das ungeborene Kind führen kann
    • soweit möglich, ist eine Monotherapie zu bevorzugen, da bei einer Therapie mit mehreren Antiepileptika das Risiko für angeborene Fehlbildungen in Abhängigkeit von den verwendeten Antiepileptika erhöht sein kann
  • Fertilität
    • in tierexperimentellen Studien konnte kein Einfluss auf die Fertilität festgestellt werden
    • keine klinischen Daten vorliegend
    • potentielles Risiko für den Menschen ist nicht bekannt

Warnhinweise

Levetiracetam - peroral
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Dosisanpassung kann erforderlich sein (siehe auch Rubrik "Dosierung und Dauer der Anwendung")
    • bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen muss die Nierenfunktion überprüft werden, bevor die Dosis festgelegt wird
  • akute Nierenschädigung
    • Anwendung von Levetiracetam in sehr seltenen Fällen mit akuter Nierenschädigung in Zusammenhang gebracht
    • kann nach wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten auftreten
  • Blutbild
    • seltene Fälle einer reduzierten Anzahl von Blutzellen (Neutropenie, Agranulozytose, Leukopenie, Thrombozytopenie und Panzytopenie) in Zusammenhang mit der Anwendung von Levetiracetam beschrieben
      • Auftreten in der Regel zu Behandlungsbeginn
    • ein komplettes Blutbild wird bei Patienten mit erheblicher Schwäche, Pyrexie, wiederkehrenden Infektionen oder Koagulationsstörungen empfohlen
  • Suizid
    • über Suizid, Suizidversuch, suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika (einschließlich Levetiracetam) behandelt wurden, berichtet
      • eine Metaanalyse randomisierter placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten
      • Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt
    • Patienten sollten hinsichtlich Anzeichen von Depression und / oder Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht sowie geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden
      • Patienten (und deren Betreuer) sollte geraten werden, ärztlichen Rat einzuholen, wenn Anzeichen von Depression und / oder Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten
  • anormales und aggressives Verhalten
    • Levetiracetam kann zu psychotischen Symptomen und Verhaltensauffälligkeiten einschließlich Reizbarkeit und Aggressivität führen
    • Patienten, die mit Levetiracetam behandelt werden, sollten auf die Entwicklung psychiatrischer Anzeichen überwacht werden, die auf wesentliche Stimmungsänderungen und / oder Persönlichkeitsveränderungen hindeuten
      • wenn solches Verhalten bemerkt wird, sollte eine Anpassung der Behandlung oder ein schrittweises Absetzen der Behandlung in Betracht gezogen werden
        • falls ein Absetzen in Betracht gezogen wird bitte Rubrik "Dosierung und Dauer der Anwendung" beachten
  • Verschlechterung von Anfällen
    • wie bei anderen Arten von Antiepileptika kann es vorkommen, dass Levetiracetam in seltenen Fällen die Häufigkeit oder Schwere von Anfällen verschlechtert
    • dieser paradoxe Effekt wurde meist im ersten Monat nach Beginn der Behandlung mit Levetiracetam oder nach Erhöhung der Dosis berichtet und war nach Absetzen oder Verringerung der Dosis reversibel
    • den Patienten sollte geraten werden, bei einer Verschlechterung der Epilepsie unverzüglich ihren Arzt zu konsultieren
  • verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm
    • im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung wurden seltene Fälle einer Verlängerung des QT-Intervalls im Elektrokardiogramm (EKG) beobachtet
    • Levetiracetam sollte mit Vorsicht eingesetzt werden bei Patienten
      • mit einem verlängerten QTc-Intervall
      • die gleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die das QTc-Intervall beeinflussen
      • mit relevanten vorbestehenden Herzerkrankungen oder Elektrolytstörungen
  • Kinder und Jugendliche
    • die vorhandenen Daten bei Kindern lassen keinen Einfluss auf das Wachstum und die Pubertät vermuten
    • allerdings sind Langzeiteffekte hinsichtlich Lernverhalten, Intelligenz, Wachstum, endokriner Funktion, Pubertät und Gebärfähigkeit bei Kindern unbekannt
    • einzelne Darreichungsformen können für bestimmte Populationen nicht geeignet sein (Einschränkungen siehe jeweilige Herstellerinformation)