Levetiracetam axcount 750mg Filmtabletten

axcount Generika GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Levetiracetam →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 50 ST 32,61 €
N2 100 ST 52,17 €
N3 200 ST 89,69 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Patienten >/= 16 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie
  • Zusatzbehandlung
    • partieller Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Säuglingen >/= 1 Monat mit Epilepsie
    • myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen >/= 12 Jahre mit juveniler myoklonischer Epilepsie
    • primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen >/= 12 Jahre mit Idiopathischer Generalisierter Epilepsie

Dosierung

  • Monotherapie partieller Anfälle bei neu diagnostizierter Epilepsie
    • Erwachsene und Jugendliche (>/= 16 Jahre, >/= 50 kg KG)
      • entspricht Dosierung für Zusatzbehandlung
      • Anfangsdosis
        • 250 mg Levetiracetam 2mal / Tag
        • Dosiserhöhung nach 2 Wochen auf therapeutische Initialdosis von 500 mg Levetiracetam 2mal / Tag
      • weitere Dosissteigerung bei Bedarf
        • um jeweils 250 mg Levetiracetam 2mal / Tag alle 2 Wochen
      • Maximaldosis
        • 1500 mg Levetiracetam 2mal / Tag
      • Beendigung der Behandlung
        • Therapie ausschleichen
        • Verminderung der Dosis um 500 mg Levetiracetam 2mal / Tag alle 2 - 4 Wochen
    • Kinder und Jugendliche < 16 Jahre
      • Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht nachgewiesen
      • keine Daten
  • Zusatzbehandlung bei Epilepsie
    • Erwachsene und Jugendliche (>/= 12 Jahre, >/= 50 kg KG)
      • therapeutische Initialdosis
        • 500 mg Levetiracetam 2mal / Tag
        • Dosis kann ab 1. Tag gegeben werden
        • ggf. geringere Initialdosis
          • 250 mg Levetiracetam 2mal / Tag
          • basierend auf der Beurteilung des Arztes bzgl. einer Verringerung von Anfällen gegenüber möglichen Nebenwirkungen
          • Dosiserhöhung nach 2 Wochen auf 500 mg Levetiracetam 2mal / Tag
      • Dosissteigerung oder -reduktion bei Bedarf
        • um 250 mg oder 500 mg Levetiracetam 2mal / Tag alle 2 - 4 Wochen
      • Maximaldosis
        • 1500 mg Levetiracetam 2mal / Tag
      • Beendigung der Behandlung
        • Therapie ausschleichen
        • Verminderung der Dosis um 500 mg Levetiracetam 2mal / Tag alle 2 - 4 Wochen
    • Jugendliche (12 - 17 Jahre, < 50 kg KG), Kinder (2 - 11 Jahre) und Säuglinge (6 - 23 Monate)
      • allgemeine Hinweise
        • die am besten geeignete Darreichungsform und Arzneimittelstärke sollte entsprechend Alter, Körpergewicht und erforderlicher Dosis gewählt werden
        • niedrigste wirksamste Dosis anwenden
        • Levetiracetam-Lösung gegenüber der Tablettenformulierung bevorzugen bei
          • Säuglingen und Kindern < 6 Jahre
          • Erstbehandlung von Kindern < 25 kg KG
          • Patienten, die keine Tabletten schlucken können
          • Dosierungen, die kein Vielfaches von 250 mg sind
          • Dosierungen < 250 mg
      • Kinder und Jugendliche >/= 25 kg KG
        • Anfangsdosis
          • 250 mg Levetiracetam 2mal / Tag
        • Maximaldosis
          • 750 mg Levetiracetam 2mal / Tag
      • Kinder >/= 50 kg KG
        • Dosis ist für alle Indikationen dieselbe wie für Erwachsene
      • Säuglinge (1 Monat bis < 6 Monate)
        • Lösung zum Einnehmen ist die geeignete Darreichungsform
      • Beendigung der Behandlung
        • Therapie ausschleichen
        • Säuglinge >/= 6 Monate sowie Kindern und Jugendlichen < 50 kg KG
          • Dosisverminderung nicht mehr als 10 mg Levetiracetam / kg KG 2mal / Tag alle 2 Wochen
        • Säuglinge < 6 Monate
          • Dosisverminderung nicht mehr als 7 mg Levetiracetam / kg KG 2mal / Tag alle 2 Wochen

Dosisanpassung

  • Ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion empfohlen
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Tagesdosis muss entsprechend der Nierenfunktion individuell angepasst werden
    • Erwachsene und Jugendliche > 50 kg KG
      • Schätzung der Kreatinin-Clearance (CLKr) in ml / Min. erforderlich
      • CLKr kann aus dem Serum-Kreatinin (mg / dl) abgeschätzt werden, gemäß folgender Formel:
        • CLKr (ml / Min.) = [140 - Alter (Jahre)] x Gewicht (kg) / (72 x Serum-Kreatinin (mg/dl)) ( x 0,85 für Frauen)
        • CLKr wird für die Körperoberfläche (KO) wie folgt angepasst:
          • CLKr (ml / Min. / 1,73 m2) = CLKr(ml / Min.) / KO des Patienten (m2) x 1,73
      • Nierenfunktion normal, CLKr >/= 80 ml / Min. / 1,73 m2
        • 500 - 1500 mg Levetiracetam 2mal / Tag
      • Niereninsuffizienz leicht, CLKr = 50 - 79 ml / Min. / 1,73 m2
        • 500 - 1000 mg Levetiracetam 2mal / Tag
      • Niereninsuffizienz mäßig, CLKr = 30 - 49 ml / Min. / 1,73 m2
        • 250 - 750 mg Levetiracetam 2mal / Tag
      • Niereninsuffizienz schwer, CLKr < 30 ml / Min. / 1,73 m2
        • 250 - 500 mg Levetiracetam 2mal / Tag
      • dialysepflichtige Patienten
        • 500 - 1000 mg Levetiracetam 1mal / Tag
        • nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 250 - 500 mg Levetiracetam empfohlen
        • 1. Tag der Behandlung: Initialdosis von 750 mg Levetiracetam empfohlen
    • Säuglinge, Kinder und Jugendliche < 50 kg KG
      • Dosis muss entsprechend der Nierenfunktion individuell angepasst werden (Levetiracetam-Clearance korreliert mit der Nierenfunktion)
      • Empfehlung basiert auf einer Studie bei erwachsenen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
      • CLKr in ml / Min. / 1,73 m2 kann aus dem Serum-Kreatinin (mg / dl) abgeschätzt werden, gemäß folgender Formel (Schwartz Formel):
        • CLKr in ml / Min. / 1,73 m2 = (Höhe (cm) x ks) / Serum-Kreatinin (mg / dl)
          • ks = 0,45 bei Säuglingen < 1 Jahr
          • ks = 0,55 bei Kindern < 13 Jahren und bei weiblichen Jugendlichen
          • ks = 0,7 bei männlichen Jugendlichen
      • Säuglinge und Kleinkinder (6 - 23 Monate), Kinder und Jugendliche < 50 kg KG
        • Nierenfunktion normal, Kreatinin-Clearance >/= 80 ml / Min. / 1,73 m2
          • 10 - 30 mg Levetiracetam / kg KG 2mal / Tag
        • Niereninsuffizienz leicht, Kreatinin-Clearance 50 - 79 ml / Min. / 1,73 m2
          • 10 - 20 mg Levetiracetam / kg KG 2mal / Tag
        • Niereninsuffizienz mäßig, Kreatinin-Clearance 30 - 49 ml / Min. / 1,73 m2
          • 5 - 15 mg Levetiracetam / kg KG 2mal / Tag
        • Niereninsuffizienz schwer, Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min. / 1,73 m2:
          • 5 - 10 mg Levetiracetam / kg KG 2mal / Tag
        • dialysepflichtige Patienten
          • 10 - 20 mg Levetiracetam / kg KG 1mal / Tag
          • nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 5 - 10 mg Levetiracetam / kg KG empfohlen
          • 1. Tag der Behandlung: Initialdosis von 15 mg Levetiracetam / kg KG empfohlen
      • Säuglinge (1 - 6 Monate)
        • Nierenfunktion normal, Kreatinin-Clearance >/= 80 ml / Min. / 1,73 m2
          • 7 - 21 mg Levetiracetam / kg KG 2mal / Tag
        • Niereninsuffizienz leicht, Kreatinin-Clearance 50 - 79 ml / Min. / 1,73 m2
          • 7 - 14 mg Levetiracetam / kg KG 2mal / Tag
        • Niereninsuffizienz mäßig, Kreatinin-Clearance 30 - 49 ml / Min. / 1,73 m2
          • 3,5 - 10, 5 mg Levetiracetam / kg KG 2mal / Tag
        • Niereninsuffizienz schwer, Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min. / 1,73 m2
          • 3,5 - 7 mg Levetiracetam / kg KG 2mal / Tag
        • dialysepflichtige Patienten
          • 7 - 14 mg Levetiracetam / kg KG 1mal / Tag
          • nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 3,5 - 7 mg Levetiracetam / kg KG empfohlen
          • 1. Tag der Behandlung: Initialdosis von 10,5 mg Levetiracetam / kg KG empfohlen
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • leicht bis mäßig
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwer
      • Kreatinin-Clearance kann bei schwerer Einschränkung der Leberfunktion zu einer Fehleinschätzung der Niereninsuffizienz führen
      • daher Halbierung der täglichen Erhaltungsdosis empfohlen bei Kreatinin-Clearance < 60 ml / Min. / 1,73 m2

Kontraindikationen

Levetiracetam - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Levetiracetam
  • Überempfindlichkeit gegen andere Pyrrolidon-Derivate

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Levetiracetam - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Nasopharyngitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Infektion
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie
      • Leukopenie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Neutropenie
      • Panzytopenie (bei einigen dieser Fälle wurde Knochenmarkdepression festgestellt)
      • Agranulozytose
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
      • Überempfindlichkeit (einschließlich Angioödem und Anaphylaxie)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anorexie (Risiko einer Anorexie höher, wenn Levetiracetam zusammen mit Topiramat angewendet wird)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gewichtsverlust
      • Gewichtszunahme
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hyponatriämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
      • Feindseligkeit / Aggression
      • Angst
      • Insomnie
      • Nervosität / Reizbarkeit (sehr häufig bei Säuglingen und Kindern im Alter von 1 Monat bis < 4 Jahren)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Suizidversuch
      • suizidale Gedanken
      • psychotische Störungen
      • anormales Verhalten (häufig bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 16 Jahren)
      • Halluzination
      • Wut
      • Konfusion
      • Panikattacke
      • emotionale Labilität / Stimmungsschwankungen (häufig bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 16 Jahren)
      • Agitiertheit (häufig bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 16 Jahren)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Suizid
      • Persönlichkeitsstörungen
      • anormales Denken
      • Delirium
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Somnolenz
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Konvulsion
      • Gleichgewichtsstörungen
      • Schwindel
      • Lethargie
      • Tremor
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Amnesie
      • Beeinträchtigung des Gedächtnisses
      • Koordinationsstörungen / Ataxie (häufig bei Säuglingen und Kindern im Alter von 1 Monat bis < 4 Jahren)
      • Parästhesie
      • Aufmerksamkeitsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Choreoathetose
      • Dyskinesie
      • Hyperkinesie
      • Gangstörungen
      • Enzephalopathie (Fälle traten im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung (wenige Tage bis zu einigen Monaten) auf und waren nach dem Absetzen der Behandlung reversibel)
      • Verschlechterung von Anfällen
      • malignes neuroleptisches Syndrom (Prävalenz erheblich höher in japanischen Patienten verglichen mit nicht japanischen Patienten)
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Diplopie
      • verschwommenes Sehen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Drehschwindel
  • Herzerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Husten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Abdominalschmerzen
      • Diarrhoe
      • Dyspepsie
      • Nausea
      • Erbrechen (sehr häufig bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 16 Jahren)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • anormaler Leberfunktionstest
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leberversagen
      • Hepatitis
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • akute Nierenschädigung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Rash
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ekzem
      • Juckreiz
      • Alopezie (in mehreren Fällen von Haarausfall wurde nach dem Absetzen von Levetiracetam eine Besserung beobachtet)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • toxische epidermale Nekrolyse
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • Erythema multiforme
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Myalgie
      • Muskelschwäche
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Rhabdomyolyse
      • erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut (Prävalenz erheblich höher in japanischen Patienten verglichen mit nicht japanischen Patienten)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Asthenie / Müdigkeit
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verletzung

Anwendungshinweise

  • Filmtabletten zur oralen Einnahme mit einer ausreichenden Menge an Flüssigkeit
  • Einnahme mit oder ohne Nahrung
  • nach der oralen Verabreichung kann der bittere Geschmack von Levetiracetam wahrnehmbar sein
  • die tägliche Dosis wird in zwei gleich großen Dosen verabreicht

Stillzeithinweise

Levetiracetam - peroral
  • Stillen während der Therapie wird nicht empfohlen
    • sollte jedoch eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich sein: Nutzen und Risiko einer Behandlung, unter Berücksichtigung der Bedeutung des Stillens für den Säugling, gegeneinander abwägen
  • Levetiracetam wird in die Muttermilch ausgeschieden

Schwangerschaftshinweise

Levetiracetam - peroral
  • Levetiracetam kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies nach sorgfältiger Abwägung für klinisch erforderlich erachtet wird
    • bei Anwendung in der Schwangerschaft empfohlen, die Behandlung mit der geringstmöglichen wirksamen Dosis durchzuführen
  • umfangreiche, seit der Markteinführung erhobene Daten von Frauen, die eine Levetiracetam-Monotherapie während der Schwangerschaft erhalten hatten (über 1800 Frauen, von denen mehr als 1500 Levetiracetam im 1. Trimenon erhielten)
    • weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für erhebliche angeborene Fehlbildungen hin
  • zur neurologischen Entwicklung der Kinder, die einer Levetiracetam-Monotherapie in utero ausgesetzt waren, ist die Datenlage begrenzt
    • die aktuell vorliegenden epidemiologischen Studien (mit Daten von etwa 100 Kindern) weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen hin
  • physiologische Veränderungen während der Schwangerschaft können die Levetiracetam-Konzentration beeinflussen
    • Abnahme der Levetiracetam-Plasma-Konzentration während der Schwangerschaft beobachtet
    • diese Abnahme ist deutlich ausgeprägter im 3. Trimenon (bis zu 60% der Anfangskonzentration vor Schwangerschaftsbeginn)
    • angemessene klinische Betreuung von Schwangeren, die mit Levetiracetam behandelt werden, sollte sichergestellt sein
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine fachärztliche Beratung erhalten
    • bei Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollte die Notwendigkeit der Behandlung mit Levetiracetam neu überprüft werden
    • wie bei allen Antiepileptika muss ein plötzliches Absetzen von Levetiracetam vermieden werden, da es zu Rebound-Anfällen mit ernsthaften Folgen für die Frau und das ungeborene Kind führen kann
    • soweit möglich, ist eine Monotherapie zu bevorzugen, da bei einer Therapie mit mehreren Antiepileptika das Risiko für angeborene Fehlbildungen in Abhängigkeit von den verwendeten Antiepileptika erhöht sein kann
  • Fertilität
    • in tierexperimentellen Studien konnte kein Einfluss auf die Fertilität festgestellt werden
    • keine klinischen Daten vorliegend
    • potentielles Risiko für den Menschen ist nicht bekannt

Warnhinweise

Levetiracetam - peroral
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Dosisanpassung kann erforderlich sein (siehe auch Rubrik "Dosierung und Dauer der Anwendung")
    • bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen muss die Nierenfunktion überprüft werden, bevor die Dosis festgelegt wird
  • akute Nierenschädigung
    • Anwendung von Levetiracetam in sehr seltenen Fällen mit akuter Nierenschädigung in Zusammenhang gebracht
    • kann nach wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten auftreten
  • Blutbild
    • seltene Fälle einer reduzierten Anzahl von Blutzellen (Neutropenie, Agranulozytose, Leukopenie, Thrombozytopenie und Panzytopenie) in Zusammenhang mit der Anwendung von Levetiracetam beschrieben
      • Auftreten in der Regel zu Behandlungsbeginn
    • ein komplettes Blutbild wird bei Patienten mit erheblicher Schwäche, Pyrexie, wiederkehrenden Infektionen oder Koagulationsstörungen empfohlen
  • Suizid
    • über Suizid, Suizidversuch, suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika (einschließlich Levetiracetam) behandelt wurden, berichtet
      • eine Metaanalyse randomisierter placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten
      • Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt
    • Patienten sollten hinsichtlich Anzeichen von Depression und / oder Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht sowie geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden
      • Patienten (und deren Betreuer) sollte geraten werden, ärztlichen Rat einzuholen, wenn Anzeichen von Depression und / oder Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten
  • anormales und aggressives Verhalten
    • Levetiracetam kann zu psychotischen Symptomen und Verhaltensauffälligkeiten einschließlich Reizbarkeit und Aggressivität führen
    • Patienten, die mit Levetiracetam behandelt werden, sollten auf die Entwicklung psychiatrischer Anzeichen überwacht werden, die auf wesentliche Stimmungsänderungen und / oder Persönlichkeitsveränderungen hindeuten
      • wenn solches Verhalten bemerkt wird, sollte eine Anpassung der Behandlung oder ein schrittweises Absetzen der Behandlung in Betracht gezogen werden
        • falls ein Absetzen in Betracht gezogen wird bitte Rubrik "Dosierung und Dauer der Anwendung" beachten
  • Verschlechterung von Anfällen
    • wie bei anderen Arten von Antiepileptika kann es vorkommen, dass Levetiracetam in seltenen Fällen die Häufigkeit oder Schwere von Anfällen verschlechtert
    • dieser paradoxe Effekt wurde meist im ersten Monat nach Beginn der Behandlung mit Levetiracetam oder nach Erhöhung der Dosis berichtet und war nach Absetzen oder Verringerung der Dosis reversibel
    • den Patienten sollte geraten werden, bei einer Verschlechterung der Epilepsie unverzüglich ihren Arzt zu konsultieren
  • verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm
    • im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung wurden seltene Fälle einer Verlängerung des QT-Intervalls im Elektrokardiogramm (EKG) beobachtet
    • Levetiracetam sollte mit Vorsicht eingesetzt werden bei Patienten
      • mit einem verlängerten QTc-Intervall
      • die gleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die das QTc-Intervall beeinflussen
      • mit relevanten vorbestehenden Herzerkrankungen oder Elektrolytstörungen
  • Kinder und Jugendliche
    • die vorhandenen Daten bei Kindern lassen keinen Einfluss auf das Wachstum und die Pubertät vermuten
    • allerdings sind Langzeiteffekte hinsichtlich Lernverhalten, Intelligenz, Wachstum, endokriner Funktion, Pubertät und Gebärfähigkeit bei Kindern unbekannt
    • einzelne Darreichungsformen können für bestimmte Populationen nicht geeignet sein (Einschränkungen siehe jeweilige Herstellerinformation)