Levetiracetam HEXAL 100mg/ml m.3ml Dosierspritze

Hexal AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Levetiracetam →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 150 ML 68,29 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Levetiracetam HEXAL® ist zur Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahre mit neu diagnostizierter Epilepsie indiziert.
  • Levetiracetam HEXAL® ist indiziert zur Zusatzbehandlung
    • partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie.
    • myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahre mit juveniler myoklonischer Epilepsie.
    • primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahre mit idiopathischer generalisierter Epilepsie.

Dosierung

  • Partielle Anfälle
    • Die empfohlene Dosierung für eine Monotherapie (ab 16 Jahren) ist dieselbe wie für eine Zusatzbehandlung, wie im Folgenden beschrieben.
    • Alle Indikationen
      • Erwachsene (>/= 18 Jahre) und Jugendliche (12 - 17 Jahre) ab 50 kg Körpergewicht
        • Die therapeutische Initialdosis beträgt 2-mal täglich 500 mg. Mit dieser Dosis kann ab dem ersten Behandlungstag begonnen werden. Basierend auf der Beurteilung des Arztes bezüglich einer Verringerung von Anfällen gegenüber möglichen Nebenwirkungen kann allerdings auch eine geringere Initialdosis von 250 mg zweimal täglich verabreicht werden. Diese kann nach zwei Wochen auf 500 mg zweimal täglich erhöht werden.
        • Je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit kann die Tagesdosis bis auf 2-mal täglich 1500 mg gesteigert werden. Dosiserhöhungen bzw. -reduzierungen können in Schritten von 2-mal täglich 250 mg oder 500 mg alle 2 - 4 Wochen vorgenommen werden.
      • Jugendliche (12 bis 17 Jahre) mit weniger als 50 kg Körpergewicht und Kinder ab einem Alter von 1 Monat
        • Der Arzt sollte die entsprechend Alter, Körpergewicht und erforderlicher Dosis am besten geeignete Darreichungsform, Packungsgröße und Arzneimittelstärke verordnen. Für Dosisanpassungen gemäß Körpergewicht ist der Abschnitt Kinder und Jugendliche zu beachten.
  • Beendigung der Behandlung
    • Falls Levetiracetam abgesetzt werden muss, sollte dies in Übereinstimmung mit der gängigen klinischen Praxis ausschleichend erfolgen (z. B. bei Erwachsenen und Jugendlichen, die mehr als 50 kg wiegen: Verminderung der Dosis um 2-mal täglich 500 mg alle 2 - 4 Wochen; bei Säuglingen älter als 6 Monate, Kindern und Jugendlichen, die weniger als 50 kg wiegen: die Dosisverminderung sollte nicht mehr als 10 mg/kg KG 2-mal täglich alle 2 Wochen betragen; bei Säuglingen unter 6 Monaten: die Dosisverminderung sollte nicht mehr als 7 mg/kg KG 2-mal täglich alle 2 Wochen betragen).
  • Spezielle Patientengruppen
    • Ältere Patienten (ab 65 Jahre)
      • Bei älteren Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird eine Dosisanpassung empfohlen (siehe „Eingeschränkte Nierenfunktion").
    • Eingeschränkte Nierenfunktion
      • Die Tagesdosis muss individuell entsprechend der Nierenfunktion festgelegt werden.
      • Die Dosisanpassung bei erwachsenen Patienten sollte gemäß nachfolgender Tabelle vorgenommen werden. Bei der Anwendung dieser Tabelle zur Dosisanpassung muss der Wert der Kreatinin-Clearance (CLcr) des Patienten in ml/min abgeschätzt werden. Die CLcr in ml/min kann für Erwachsene und Jugendliche, die mehr als 50 kg wiegen, aus dem Serum-Kreatinin (mg/dl) nach folgender Formel bestimmt werden.
        • CLcr (ml/min) = [[140 - Alter (Jahre)] x Gewicht (kg)] / [72 x Serum-Kreatinin (mg/dl)] (x 0,85 bei Frauen)
      • Die Kreatinin-Clearance wird dann wie folgt an die Körperoberfläche (KO) angepasst:
        • CLcr (ml/min/1,73 m2) = [CLcr (ml/min) / KO des Patienten (m2)] x 1,73
      • Dosisanpassung bei erwachsenen und jugendlichen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, die mehr als 50 kg wiegen
        • Normal
          • Kreatinin-Clearance (ml/min/1,73 m2): >/= 80
          • Dosis und Einnahmehäufigkeit: 500 - 1500 mg 2-mal täglich
        • Leicht
          • Kreatinin-Clearance (ml/min/1,73 m2): 50 - 79
          • Dosis und Einnahmehäufigkeit: 500 - 1000 mg 2-mal täglich
        • Mäßig
          • Kreatinin-Clearance (ml/min/1,73 m2): 30 - 49
          • Dosis und Einnahmehäufigkeit: 250 - 750 mg 2-mal täglich
        • Schwer
          • Kreatinin-Clearance (ml/min/1,73 m2): < 30
          • Dosis und Einnahmehäufigkeit: 250 - 500 mg 2-mal täglich
        • Dialysepflichtige Patienten(1)
          • Kreatinin-Clearance (ml/min/1,73 m2): -
          • Dosis und Einnahmehäufigkeit: 500 - 1000 mg 1-mal täglich(2)
        • (1) Am ersten Tag der Behandlung mit Levetiracetam wird eine Initialdosis von 750 mg empfohlen.
        • (2) Nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 250 - 500 mg empfohlen.
      • Bei Kindern mit eingeschränkter Nierenfunktion muss die Levetiracetam-Dosis entsprechend der Nierenfunktion angepasst werden, da die Levetiracetam-Clearance mit der Nierenfunktion korreliert. Diese Empfehlung basiert auf einer Studie bei erwachsenen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.
      • Die CLcr in ml/min/1,73 m2 kann für Jugendliche, Kinder und Säuglinge aus dem Serum-Kreatinin (mg/dl) nach folgender Formel (Schwartz Formel) bestimmt werden.
        • CLcr (ml/min/1,73 m2) = [Größe (cm) x ks] / Serum-Kreatinin (mg/dl)
        • ks = 0,45 für voll ausgetragene Säuglinge und Kleinkinder bis zu 1 Jahr
        • ks = 0,55 für Kinder unter 13 Jahren und weibliche Jugendliche
        • ks = 0,7 für männliche Jugendliche
      • Dosisanpassung bei Säuglingen, Kindern und jugendlichen Patienten, die weniger als 50 kg wiegen, mit eingeschränkter Nierenfunktion:
        • Normal
          • Kreatinin-Clearance (ml/min/1,73 m2): >/= 80
          • Dosis und Einnahmehäufigkeit (1)
            • Säuglinge von 1 Monat bis unter 6 Monaten: 7 - 21 mg/kg KG (0,07 - 0,21 ml/kg) 2-mal täglich
            • Säuglinge und Kleinkinder von 6 - 23 Monaten, Kinder und Jugendliche unter 50 kg Körpergewicht: 10 - 30 mg/kg KG (0,10 - 0,30 ml/kg) 2-mal täglich
        • Leicht
          • Kreatinin-Clearance (ml/min/1,73 m2): 50 - 79
          • Dosis und Einnahmehäufigkeit (1)
            • Säuglinge von 1 Monat bis unter 6 Monaten: 7 - 14 mg/kg KG (0,07 - 0,14 ml/kg) 2-mal täglich
            • Säuglinge und Kleinkinder von 6 - 23 Monaten, Kinder und Jugendliche unter 50 kg Körpergewicht: 10 - 20 mg/kg KG (0,10 - 0,20 ml/kg) 2-mal täglich
        • Mäßig
          • Kreatinin-Clearance (ml/min/1,73 m2): 30 - 49
          • Dosis und Einnahmehäufigkeit (1)
            • Säuglinge von 1 Monat bis unter 6 Monaten: 3,5 - 10,5 mg/kg KG (0,035 - 0,105 ml/kg) 2-mal täglich
            • Säuglinge und Kleinkinder von 6 - 23 Monaten, Kinder und Jugendliche unter 50 kg Körpergewicht: 5 - 15 mg/kg KG (0,05 - 0,15 ml/kg) 2-mal täglich
        • Schwer
          • Kreatinin-Clearance (ml/min/1,73 m2): < 30
          • Dosis und Einnahmehäufigkeit (1)
            • Säuglinge von 1 Monat bis unter 6 Monaten: 3,5 - 7 mg/kg KG (0,035 - 0,07 ml/kg) 2-mal täglich
            • Säuglinge und Kleinkinder von 6 - 23 Monaten, Kinder und Jugendliche unter 50 kg Körpergewicht: 5 - 10 mg/kg KG (0,05 - 0,10 ml/kg) 2-mal täglich
        • Dialysepflichtige Patienten
          • Kreatinin-Clearance (ml/min/1,73 m2): -
          • Dosis und Einnahmehäufigkeit (1)
            • Säuglinge von 1 Monat bis unter 6 Monaten: 7 - 14 mg/kg KG (0,07 - 0,14 ml/kg) 1-mal täglich(2)(4)
            • Säuglinge und Kleinkinder von 6 - 23 Monaten, Kinder und Jugendliche unter 50 kg Körpergewicht: 10 - 20 mg/kg KG (0,10 - 0,20 ml/kg) 1-mal täglich(3)(5)
        • (1) Für Dosierungen unter 250 mg, für Dosierungen, die kein Vielfaches von 250 mg sind, oder wenn die Dosierempfehlung nicht durch die Einnahme mehrerer Tabletten erreicht werden kann und bei Patienten, die keine Tabletten einnehmen können, sollte Levetiracetam HEXAL® 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen verwendet werden.
        • (2) Am ersten Tag der Behandlung mit Levetiracetam wird eine Initialdosis von 10,5 mg/kg KG (0,105 ml/kg) empfohlen.
        • (3) Am ersten Tag der Behandlung mit Levetiracetam wird eine Initialdosis von 15 mg/kg KG (0,15 ml/kg) empfohlen.
        • (4) Nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 3,5 - 7 mg/kg KG (0,035 - 0,07 ml/kg) empfohlen.
        • (5) Nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 5 - 10 mg/kg KG (0,05 - 0,10 ml/kg) empfohlen.
    • Eingeschränkte Leberfunktion
      • Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion ist eine Dosisanpassung nicht erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion kann die Kreatinin-Clearance zu einer Fehleinschätzung der Niereninsuffizienz führen. Daher wird eine Halbierung der täglichen Erhaltungsdosis empfohlen, wenn die Kreatinin-Clearance weniger als 60 ml/min/1,73 m2 beträgt.
  • Kinder und Jugendliche
    • Der Arzt sollte die entsprechend Alter, Körpergewicht und erforderlicher Dosis am besten geeignete Darreichungsform, Packungsgröße und Arzneimittelstärke verordnen.
    • Levetiracetam HEXAL® Lösung zum Einnehmen ist die bevorzugte Darreichungsform für Säuglinge und Kinder unter 6 Jahren. Des Weiteren sind die verfügbaren Filmtablettenstärken nicht geeignet für die Initialbehandlung von Kindern, die weniger als 25 kg wiegen, von Patienten, die keine Tabletten einnehmen können, oder für die Anwendung von Dosierungen unter 250 mg.
    • In all diesen Fällen sollte Levetiracetam HEXAL® Lösung zum Einnehmen verwendet werden.
    • Monotherapie
      • Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Levetiracetam als Monotherapie bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren ist bisher noch nicht nachgewiesen. Hierzu liegen keine Studien vor.
    • Jugendliche (16 bis 17 Jahre) ab 50 kg Körpergewicht mit partiellen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei neu diagnostizierter Epilepsie
      • Bitte beachten Sie den obigen Abschnitt für Erwachsene (= 18 Jahre) und Jugendliche (12 bis 17 Jahre) ab 50 kg Körpergewicht.
    • Zusatzbehandlung für Säuglinge im Alter von 6 - 23 Monate, Kinder (2 - 11 Jahre) und Jugendliche (12 - 17 Jahre) mit einem Körpergewicht (KG) unter 50 kg
      • Die therapeutische Anfangsdosis beträgt 10 mg/kg KG 2-mal täglich.
      • Je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit kann die Dosis von 10 mg/kg 2-mal täglich alle 2 Wochen bis zu 30 mg/kg KG 2-mal täglich erhöht werden. Dosiserhöhungen bzw. -reduzierungen sollten 10 mg/kg KG 2-mal täglich alle 2 Wochen nicht überschreiten. Die niedrigste wirksame Dosis sollte für alle Indikationen angewendet werden.
      • Die Dosis für Kinder ab einem Körpergewicht von 50 kg ist für alle Indikationen dieselbe wie für Erwachsene.
      • Bitte beachten Sie den obigen Abschnitt für Erwachsene (= 18 Jahre) und Jugendliche (12 bis 17 Jahre) ab 50 kg Körpergewicht für alle Indikationen.
      • Dosisempfehlungen für Säuglinge ab einem Alter von 6 Monate, Kinder und Jugendliche
        • Körpergewicht 6 kg (1)
          • Initialdosis 10 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 60 mg (0,6 ml) 2-mal täglich
          • Maximale Dosis 30 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 180 mg (1,8 ml) 2-mal täglich
        • Körpergewicht 10 kg (1)
          • Initialdosis 10 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 100 mg (1 ml) 2-mal täglich
          • Maximale Dosis 30 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 300 mg (3 ml) 2-mal täglich
        • Körpergewicht 15 kg (1)
          • Initialdosis 10 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 150 mg (1,5 ml) 2-mal täglich
          • Maximale Dosis 30 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 450 mg (4,5 ml) 2-mal täglich
        • Körpergewicht 20 kg (1)
          • Initialdosis 10 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 200 mg (2 ml) 2-mal täglich
          • Maximale Dosis 30 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 600 mg (6 ml) 2-mal täglich
        • Körpergewicht 25 kg
          • Initialdosis 10 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 250 mg 2-mal täglich
          • Maximale Dosis 30 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 750 mg 2-mal täglich
        • Körpergewicht über 50 kg (2)
          • Initialdosis 10 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 500 mg 2-mal täglich
          • Maximale Dosis 30 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 1500 mg 2-mal täglich
        • (1) Bei Kindern bis 25 kg sollte die Behandlung vorzugsweise mit Levetiracetam HEXAL® 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen begonnen werden.
        • (2) Die Dosis bei Kindern und Jugendlichen ab 50 kg entspricht der bei Erwachsenen.
    • Zusatzbehandlung für Säuglinge im Alter von 1 Monat bis unter 6 Monate
      • Die therapeutische Initialdosis beträgt 2-mal täglich 7 mg/kg KG.
      • Je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit kann die Dosis von 7 mg/kg 2-mal täglich alle 2 Wochen bis zur empfohlenen Dosis von 2-mal täglich 21 mg/kg KG gesteigert werden. Dosiserhöhungen bzw. -reduzierungen sollten 2-mal täglich 7 mg/kg KG alle zwei Wochen nicht überschreiten. Es sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden.
      • Bei Säuglingen sollte die Behandlung mit Levetiracetam HEXAL® 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen begonnen werden.
      • Dosisempfehlungen für Säuglinge ab 1 Monat bis unter 6 Monate
        • Körpergewicht 4 kg
          • Initialdosis 7 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 28 mg (0,3 ml) 2-mal täglich
          • Maximale Dosis 21 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 84 mg (0,85 ml) 2-mal täglich
        • Körpergewicht 5 kg
          • Initialdosis 7 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 35 mg (0,35 ml) 2-mal täglich
          • Maximale Dosis 21 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 105 mg (1,05 ml) 2-mal täglich
        • Körpergewicht 7 kg
          • Initialdosis 7 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 49 mg (0,5 ml) 2-mal täglich
          • Maximale Dosis 21 mg/kg KG 2-mal täglich:
            • 147 mg (1,5 ml) 2-mal täglich
  • Drei Packungsgrößen sind erhältlich:
    • Eine 300 ml Flasche mit einer 10 ml Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen (für bis zu 1000 mg Levetiracetam) mit Skalierungsschritten von jeweils 0,25 ml (entsprechend 25 mg).
      • Diese Packungsgröße sollte bei Kindern ab 4 Jahre, Jugendlichen und Erwachsenen verordnet werden.
    • Eine 150 ml Flasche mit einer 3 ml Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen (für bis zu 300 mg Levetiracetam) mit Skalierungsschritten von jeweils 0,1 ml (entsprechend 10 mg).
      • Um eine möglichst genaue Dosierung sicherzustellen, sollte diese Packungsgröße bei Säuglingen und kleinen Kindern ab 6 Monate bis unter 4 Jahren verordnet werden.
    • Eine 150 ml Flasche mit einer 1 ml Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen (für bis zu 100 mg Levetiracetam) mit Skalierungsschritten von jeweils 0,05 ml (entsprechend 5 mg).
      • Um eine möglichst genaue Dosierung sicherzustellen, sollte diese Packungsgröße bei Säuglingen ab 1 Monat bis unter 6 Monate verordnet werden.
  • Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Levetiracetam bzw. andere Pyrrolidon-Derivate, oder einen der sonstigen Bestandteile.

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

  • Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
    • Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Nasopharyngitis, Somnolenz, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel. Das folgende Nebenwirkungsprofil basiert auf der Analyse zusammengefasster placebokontrollierter klinischer Studien aller untersuchten Indikationen mit insgesamt 3416 Patienten, die mit Levetiracetam behandelt wurden. Diese Daten wurden mit Daten aus entsprechenden offenen Verlängerungsstudien sowie Erfahrungen aus der Anwendung von Levetiracetam seit der Markteinführung ergänzt. Das Unbedenklichkeitsprofil von Levetiracetam ist im Allgemeinen in den verschiedenen Altersgruppen (Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche) und unterschiedlichen zugelassenen Epilepsieindikationen ähnlich.
  • Tabellarische Liste der Nebenwirkungen
    • Nachfolgend sind die Nebenwirkungen, die aus klinischen Studien (Erwachsene, Jugendliche, Kinder und Säuglinge ab 1 Monat) sowie aus der Zeit seit der Markteinführung berichtet wurden, nach Organklassen und Häufigkeit geordnet aufgeführt.
    • Die Nebenwirkungen sind nach absteigender Schwere geordnet aufgeführt und ihre Häufigkeitsangaben werden wie folgt definiert:
      • Sehr häufig (>/= 1/10)
      • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
      • Gelegentlich (>/= 1/1000 bis < 1/100)
      • Selten (>/= 1/10000 bis < 1/1000)
      • Sehr selten (< 1/10000)
      • Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
    • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
      • Sehr häufig
        • Nasopharyngitis
      • Selten
        • Infektion
    • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
      • Gelegentlich
        • Thrombozytopenie
        • Leukopenie
      • Selten
        • Panzytopenie
        • Neutropenie
        • Agranulozytose
    • Erkrankungen des Immunsystems
      • Selten
        • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
        • Überempfindlichkeit (einschließlich Angioödem und Anaphylaxie)
    • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
      • Häufig
        • Anorexie
      • Gelegentlich
        • Gewichtsverlust
        • Gewichtszunahme
      • Selten
        • Hyponatriämie
    • Psychiatrische Erkrankungen
      • Häufig
        • Depression
        • Feindseligkeit/Aggression
        • Angst
        • Insomnie
        • Nervosität/Reizbarkeit
      • Gelegentlich
        • Suizidversuch
        • suizidale Gedanken
        • psychotische Störungen
        • anormales Verhalten
        • Halluzination
        • Wut
        • Konfusion
        • Panikattacke
        • emotionale Labilität/Stimmungsschwankungen
        • Agitiertheit
      • Selten
        • Suizid
        • Persönlichkeitsstörungen
        • anormales Denken
        • Delirium
      • Sehr selten
        • Zwangsstörung**
    • Erkrankungen des Nervensystems
      • Sehr häufig
        • Somnolenz
        • Kopfschmerzen
      • Häufig
        • Konvulsion
        • Gleichgewichtsstörungen
        • Schwindel
        • Lethargie
        • Tremor
      • Gelegentlich
        • Amnesie
        • Beeinträchtigung des Gedächtnisses
        • Koordinationsstörungen/Ataxie
        • Parästhesie
        • Aufmerksamkeitsstörungen
      • Selten
        • Choreoathetose
        • Dyskinesie
        • Hyperkinesie
        • Gangstörungen
        • Enzephalopathie
        • Verschlechterung von Anfällen
        • malignes neuroleptisches Syndrom
    • Augenerkrankungen
      • Gelegentlich
        • Diplopie
        • verschwommenes Sehen
    • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
      • Häufig
        • Drehschwindel
    • Herzerkrankungen
      • Selten
        • verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm
    • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
      • Häufig
        • Husten
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • Häufig
        • Abdominalschmerzen
        • Diarrhö
        • Dyspepsie
        • Erbrechen
        • Nausea
      • Selten
        • Pankreatitis
    • Leber- und Gallenerkrankungen
      • Gelegentlich
        • anormaler Leberfunktionstest
      • Selten
        • Leberversagen
        • Hepatitis
    • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
      • Selten
        • akute Nierenschädigung
    • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
      • Häufig
        • Rash
      • Gelegentlich
        • Alopezie
        • Ekzem
        • Juckreiz
      • Selten
        • toxische epidermale Nekrolyse
        • Stevens-Johnson-Syndrom
        • Erythema multiforme
    • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
      • Gelegentlich
        • Muskelschwäche
        • Myalgie
      • Selten
        • Rhabdomyolyse*
        • erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut*
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • Häufig
        • Asthenie/Müdigkeit
    • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
      • Gelegentlich
        • Verletzung
    • * Prävalenz erheblich höher in japanischen Patienten verglichen mit nicht japanischen Patienten.
    • ** Im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung wurden bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Zwangsstörungen oder psychiatrischer Erkrankung sehr seltene Fälle einer Entwicklung von Zwangsstörungen beobachtet.
  • Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
    • Das Risiko einer Anorexie ist höher, wenn Levetiracetam zusammen mit Topiramat verabreicht wird.
    • In mehreren Fällen von Haarausfall wurde nach dem Absetzen von Levetiracetam eine Besserung beobachtet.
    • Bei einigen Fällen einer Panzytopenie wurde eine Knochenmarksdepression festgestellt.
    • Fälle einer Enzephalopathie traten im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung (wenige Tage bis zu einigen Monaten) auf und waren nach dem Absetzen der Behandlung reversibel.
  • Kinder und Jugendliche
    • In placebokontrollierten und offenen Verlängerungsstudien wurden 190 Patienten im Alter von 1 Monat bis unter 4 Jahren mit Levetiracetam behandelt. Sechzig dieser Patienten wurden in placebokontrollierten Studien mit Levetiracetam behandelt. In placebokontrollierten und offenen Verlängerungsstudien wurden 645 Patienten im Alter von 4 - 16 Jahren mit Levetiracetam behandelt. 233 dieser Patienten wurden in placebokontrollierten Studien mit Levetiracetam behandelt. Die Daten beider pädiatrischer Altersgruppen wurden mit Daten aus der Anwendung von Levetiracetam seit der Markteinführung ergänzt.
    • Zusätzlich wurden in einer Unbedenklichkeitsstudie nach der Zulassung 101 Kleinkinder unter 12 Monaten behandelt.
    • Es wurden keine neuen Sicherheitsbedenken zu Levetiracetam für Kinder unter 12 Monaten mit Epilepsie identifiziert.
    • Das Nebenwirkungsprofil von Levetiracetam ist im Allgemeinen in den verschiedenen Altersgruppen und zugelassenen Epilepsieindikationen ähnlich. Ergebnisse zur Sicherheit aus placebokontrollierten klinischen Studien bei Kindern und Jugendlichen stimmten mit denen Erwachsener überein, mit Ausnahme von Nebenwirkungen, die das Verhalten und die Psyche betreffen. Diese traten häufiger bei Kindern als bei Erwachsenen auf. Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 - 16 Jahren traten Erbrechen (sehr häufig, 11,2%), Agitiertheit (häufig, 3,4%), Stimmungsschwankungen (häufig, 2,1%), emotionale Labilität (häufig, 1,7%), Aggression (häufig, 8,2%), anormales Verhalten (häufig, 5,6%) und Lethargie (häufig, 3,9%) häufiger als in anderen Altersgruppen oder im gesamten Nebenwirkungsprofil auf. Bei Säuglingen und Kindern im Alter von 1 Monat bis unter 4 Jahren traten Reizbarkeit (sehr häufig, 11,7%) und Koordinationsstörungen (häufig, 3,3%) häufiger als in anderen Altersgruppen oder im gesamten Nebenwirkungsprofil auf.
    • In einer doppelblinden, placebokontrollierten pädiatrischen Studie zur Sicherheit, die auf „Nicht-Unterlegenheit" prüfte, wurde beurteilt, welche kognitiven und neuropsychologischen Wirkungen Levetiracetam auf Kinder im Alter von 4 - 16 Jahren, die an partiellen Anfällen leiden, hat. Levetiracetam war im Vergleich zu Placebo gleichwertig in Bezug auf die Differenz zu den Ausgangswerten des „Leiter-R Attention and Memory, Memory Screen Composite score" in der „per-protocol" Patientenpopulation. Ergebnisse, die sich auf das Verhalten und die Gefühlslage bezogen, deuten darauf hin, dass sich aggressives Verhalten bei den mit Levetiracetam behandelten Patienten unter standardisierten Bedingungen gemessen mit einer validierten Messskala (CBCL - Achenbach Child Behavior Checklist) verschlechterte.
    • Allerdings zeigten Studienteilnehmer, die Levetiracetam während der offenen Langzeit-Nachbeobachtungsstudie einnahmen, im Durchschnitt keine Verschlechterung des Verhaltens und der Gefühlslage; insbesondere die Ergebnisse für aggressives Verhalten waren nicht schlechter als die Ausgangswerte.

Anwendungshinweise

  • Die Lösung zum Einnehmen kann in einem Glas Wasser oder einer Babyflasche verdünnt und unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Nach der oralen Verabreichung kann der bittere Geschmack von Levetiracetam wahrnehmbar sein.

Stillzeithinweise

  • Levetiracetam wird in die Muttermilch ausgeschieden. Daher wird das Stillen nicht empfohlen.
  • Sollte jedoch eine Behandlung mit Levetiracetam während der Stillzeit erforderlich sein, müssen Nutzen und Risiko einer Behandlung, unter Berücksichtigung der Bedeutung des Stillens für den Säugling, gegeneinander abgewogen werden.

Schwangerschaftshinweise

  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine fachärztliche Beratung erhalten. Bei Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollte die Notwendigkeit der Behandlung mit Levetiracetam neu überprüft werden. Wie bei allen Antiepileptika muss ein plötzliches Absetzen von Levetiracetam vermieden werden, da es zu Rebound-Anfällen mit ernsthaften Folgen für die Frau und das ungeborene Kind führen kann. Soweit möglich, ist eine Monotherapie zu bevorzugen, da bei einer Therapie mit mehreren Antiepileptika das Risiko für angeborene Fehlbildungen in Abhängigkeit von den verwendeten Antiepileptika erhöht sein kann.
  • Schwangerschaft
    • Die umfangreichen, seit der Markteinführung erhobenen Daten von Frauen, die eine Levetiracetam-Monotherapie während der Schwangerschaft erhalten hatten (über 1800 Frauen, von denen mehr als 1500 Levetiracetam im ersten Trimenon erhielten), weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für erhebliche angeborene Fehlbildungen hin. Zur neurologischen Entwicklung der Kinder, die einer Levetiracetam HEXAL®-Monotherapie in utero ausgesetzt waren, ist die Datenlage begrenzt. Die aktuell vorliegenden epidemiologischen Studien (mit Daten von etwa 100 Kindern) weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen hin.
    • Levetiracetam kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies nach sorgfältiger Abwägung für klinisch erforderlich erachtet wird. Es wird in diesem Fall empfohlen, die Behandlung mit der geringstmöglichen wirksamen Dosis durchzuführen.
    • Physiologische Veränderungen während der Schwangerschaft können die Levetiracetam-Konzentration beeinflussen.
    • Eine Abnahme der Levetiracetam-Plasma-Konzentration wurde während der Schwangerschaft beobachtet. Diese Abnahme ist deutlich ausgeprägter im dritten Trimenon (bis zu 60% der Anfangskonzentration vor Schwangerschaftsbeginn). Eine angemessene klinische Betreuung von Schwangeren, die mit Levetiracetam behandelt werden, sollte sichergestellt sein.
  • Fertilität
    • In tierexperimentellen Studien konnte kein Einfluss auf die Fertilität festgestellt werden. Es liegen keine klinischen Daten vor. Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Warnhinweise

  • Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    • Eingeschränkte Nierenfunktion
      • Die Anwendung von Levetiracetam bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann eine Dosisanpassung erfordern. Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen muss die Nierenfunktion überprüft werden, bevor die Dosis festgelegt wird.
    • Akute Nierenschädigung
      • Die Anwendung von Levetiracetam wurde in sehr seltenen Fällen mit akuter Nierenschädigung in Zusammenhang gebracht. Diese kann nach wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten auftreten.
    • Blutbild
      • Seltene Fälle einer reduzierten Anzahl von Blutzellen (Neutropenie, Agranulozytose, Leukopenie, Thrombozytopenie und Panzytopenie) wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von Levetiracetam beschrieben, in der Regel zu Beginn der Behandlung. Ein komplettes Blutbild wird bei Patienten mit erheblicher Schwäche, Pyrexie, wiederkehrende Infektionen oder Koagulationsstörungen empfohlen.
    • Suizidgedanken und suizidales Verhalten
      • Über Suizid, Suizidversuch, suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika (einschließlich Levetiracetam) in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter plazebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von Levetiracetam nicht aus.
      • Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Depression und/oder Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden. Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden, ärztlichen Rat einzuholen, wenn Anzeichen von Depression und/oder Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.
    • Anormales und aggressives Verhalten
      • Levetiracetam kann zu psychotischen Symptomen und Verhaltensauffälligkeiten einschließlich Reizbarkeit und Aggressivität führen. Patienten, die mit Levetiracetam behandelt werden, sollten auf die Entwicklung psychiatrischer Anzeichen überwacht werden, die auf wesentliche Stimmungsänderungen und/oder Persönlichkeitsveränderungen hindeuten. Wenn solches Verhalten bemerkt wird, sollte eine Anpassung der Behandlung oder ein schrittweises Absetzen der Behandlung in Betracht gezogen werden. Falls ein Absetzen in Betracht gezogen wird, beachten Sie bitte die Kategorie "Dosierung und Dauer der Anwendung".
    • Verschlechterung von Anfällen
      • Wie bei anderen Arten von Antiepileptika kann es vorkommen, dass Levetiracetam in seltenen Fällen die Häufigkeit oder Schwere von Anfällen verschlechtert. Dieser paradoxe Effekt wurde meist im ersten Monat nach Beginn der Behandlung mit Levetiracetam oder nach Erhöhung der Dosis berichtet und war nach Absetzen oder Verringerung der Dosis reversibel. Den Patienten sollte geraten werden, bei einer Verschlechterung der Epilepsie unverzüglich ihren Arzt zu konsultieren.
      • Über mangelnde Wirksamkeit oder eine Verschlechterung der Anfälle wurde zum Beispiel bei Patienten mit Epilepsie, die mit Mutationen der Alpha-Untereinheit 8 des spannungsabhängigen Natriumkanals (SCN8A) assoziiert ist, berichtet.
    • Verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm
      • Im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung wurden seltene Fälle einer Verlängerung des QT-Intervalls im Elektrokardiogramm (EKG) beobachtet. Levetiracetam sollte mit Vorsicht eingesetzt werden bei Patienten mit einem verlängerten QTc-Intervall, bei Patienten, die gleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die das QTc-Intervall beeinflussen, oder bei Patienten mit relevanten vorbestehenden Herzerkrankungen oder Elektrolytstörungen.
    • Kinder und Jugendliche
      • Die vorhandenen Daten bei Kindern lassen keinen Einfluss auf das Wachstum und die Pubertät vermuten. Allerdings sind Langzeiteffekte hinsichtlich Lernverhalten, Intelligenz, Wachstum, endokrine Funktion, Pubertät und Gebärfähigkeit bei Kindern unbekannt.
    • Levetiracetam HEXAL® enthält Methyl-4-hydroxybenzoat, Maltitol-Lösung, Benzylalkohol und Natrium
      • Dieses Arzneimittel enthält Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) (E 218), das Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen hervorrufen kann.
      • Dieses Arzneimittel enthält Maltitol-Lösung. Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
      • Dieses Arzneimittel enthält 1,6 µg Benzylalkohol pro ml. Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen. Die intravenöse Anwendung von Benzylalkohol war mit schwerwiegenden Nebenwirkungen und Todesfällen bei Neugeborenen ("Gasping-Syndrom") verbunden. Die minimale Menge Benzylalkohol, bei der Toxizität auftritt, ist nicht bekannt. Benzylalkohol wurde mit dem Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen, einschließlich Atemproblemen bei Kleinkindern aufgrund von Akkumulation in Verbindung gebracht. Große Mengen Benzylalkohol sollten wegen des Risikos der Akkumulation und Toxizität (metabolische Azidose) nur mit Vorsicht und wenn absolut nötig angewendet werden, insbesondere bei Personen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion.
      • Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml Lösung zum Einnehmen, d. h., es ist nahezu „natriumfrei".
  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
    • Antiepileptika
      • Die vorliegenden Daten aus klinischen Studien vor der Zulassung, die bei Erwachsenen durchgeführt wurden, deuten darauf hin, dass Levetiracetam die Serumkonzentrationen anderer vorhandener Antiepileptika (Phenytoin, Carbamazepin, Valproinsäure, Phenobarbital, Lamotrigin, Gabapentin und Primidon) nicht beeinflusste und dass diese ihrerseits die Pharmakokinetik von Levetiracetam nicht beeinflussten.
      • Wie bei Erwachsenen gibt es keine Evidenz für klinisch signifikante Arzneimittelinteraktionen bei pädiatrischen Patienten, die bis zu 60 mg/kg KG/Tag Levetiracetam erhielten.
      • Eine retrospektive Beurteilung der pharmakokinetischen Interaktionen bei Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie (4 - 17 Jahre) bestätigte, dass die Zusatzbehandlung mit oral verabreichtem Levetiracetam die Steady-State-Serumkonzentrationen von gleichzeitig verabreichtem Carbamazepin und Valproat nicht beeinflusste. Die Daten wiesen jedoch darauf hin, dass bei Kindern, die enzyminduzierende Antiepileptika einnahmen, die Clearance von Levetiracetam um 20% erhöht war. Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
    • Probenecid
      • Probenecid (4-mal täglich 500 mg), ein Hemmstoff der renalen tubulären Sekretion, hemmt die renale Clearance des primären Metaboliten, jedoch nicht die von Levetiracetam. Dennoch bleibt die Konzentration dieses Metaboliten niedrig.
    • Methotrexat
      • Es wurde berichtet, dass sich bei gleichzeitiger Verabreichung von Levetiracetam und Methotrexat die Methotrexat-Clearance verringert. Dies führt zu einer Erhöhung/Verlängerung der Methotrexat-Konzentration im Blut bis hin zu potenziell toxischen Konzentrationen. Die Serumkonzentration von Methotrexat und Levetiracetam sollten bei Patienten, die gleichzeitig mit diesen beiden Medikamenten behandelt werden, sorgfältig überwacht werden.
    • Orale Kontrazeptiva und andere pharmakokinetische Wechselwirkungen
      • Eine tägliche Dosis von 1000 mg Levetiracetam beeinflusste die Pharmakokinetik von oralen Kontrazeptiva (Ethinylestradiol und Levonorgestrel) nicht; die endokrinen Parameter (luteinisierendes Hormon und Progesteron) wurden nicht verändert.
      • Eine tägliche Einnahme von 2000 mg Levetiracetam hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Digoxin und Warfarin; die Prothrombinzeit wurde nicht verändert.
      • Ebenso hatte die gleichzeitige Anwendung von Digoxin, oralen Kontrazeptiva oder Warfarin keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Levetiracetam.
    • Laxanzien
      • Es gibt vereinzelte Berichte darüber, dass die Wirksamkeit von oral eingenommenem Levetiracetam durch die gleichzeitige Verabreichung des osmotisch wirksamen Abführmittels Macrogol verringert wird. Daher sollte Macrogol eine Stunde vor und eine Stunde nach der Einnahme von Levetiracetam nicht eingenommen werden.
    • Nahrungsmittel und Alkohol
      • Das Ausmaß der Resorption von Levetiracetam wurde durch Nahrungsmittel nicht verändert, aber die Resorptionsgeschwindigkeit leicht verringert.
      • Daten über eine mögliche Wechselwirkung von Levetiracetam mit Alkohol liegen nicht vor.
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Levetiracetam hat geringe bis mäßige Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
    • Aufgrund einer möglichen individuell unterschiedlichen Empfindlichkeit können bei einigen Patienten, insbesondere zu Behandlungsbeginn oder nach einer Dosissteigerung, Somnolenz oder andere zentralnervöse Störungen auftreten.
    • Deshalb ist bei Tätigkeiten, die ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erfordern, wie z. B. beim Führen eines Kraftfahrzeuges oder beim Bedienen von Maschinen, Vorsicht geboten. Patienten sollte geraten werden, kein Kraftfahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, bis sich herausgestellt hat, dass ihre Fähigkeit zur Durchführung solcher Aktivitäten nicht beeinträchtigt ist.
  • Überdosierung
    • Symptome
      • Bei Überdosierung von Levetiracetam wurde Somnolenz, Agitiertheit, Aggression, herabgesetztes Bewusstsein, Atemdepression und Koma beobachtet.
    • Behandlung einer Überdosierung
      • Nach einer akuten Überdosierung kann der Magen durch Magenspülung oder durch Auslösen von Erbrechen entleert werden. Ein spezifisches Antidot für Levetiracetam ist nicht bekannt. Die Behandlung einer Überdosierung erfolgt symptomatisch und kann eine Hämodialyse einschließen. Die Extraktionsrate bei Dialyse beträgt für Levetiracetam 60% und für den primären Metaboliten 74%.