Lidocard B.Braun 2% Mini-Plasco connect

B. Braun Melsungen AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Lidocain →

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KTP 20X5 ML 24,85 €

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Fachinformationen

Indikation

  • schwerwiegende symptomatische ventrikuläre tachykarde Herzrhythmusstörungen, wenn diese nach Beurteilung des Arztes lebensbedrohend sind

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 20 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O

  • schwerwiegende symptomatische ventrikuläre tachykarde Herzrhythmusstörungen, wenn diese nach Beurteilung des Arztes lebensbedrohend sind
    • allgemeine Hinweise
      • Dosierung individuell gemäß dem Bedarf und klinischen Erfolg anpassen
      • Anwendung nur bei Vorhandensein einer kardiologischen Notfallausrüstung sowie der Möglichkeit der Monitorkontrolle
      • während der Behandlung: Kontrolluntersuchungen in regelmäßigen Abständen, z. B. monatlich mit Standard-EKG bzw. alle 3 Monate mit Langzeit-EKG und ggf. Belastungs-EKG
      • bei Verschlechterung einzelner folgender Parameter: Therapieüberprüfung
        • Verlängerung der QRS-Zeit bzw. QT-Zeit um >25 %
        • PQ-Zeit um > 50 %
        • QT-Verlängerung auf > 500 ms
        • Zunahme der Anzahl oder des Schweregrades der Herzrhythmusstörungen
      • bei Patienten unter Allgemeinanästhesie können zentralnervöse Störungen unerkannt bleiben und sich die kardialen Nebenwirkungen unvermittelt einstellen
      • bisher konnte für kein Antiarrhythmikum der Klasse I nachgewiesen werden, dass eine Behandlung der Herzrhythmusstörungen eine Lebensverlängerung bewirkt
    • Erwachsene
      • initial: 50 - 100 mg (0,75 - 1,5 mg / kg KG) Lidocainhydrochlorid 1 H2O, entsprechend ca. 2,5 - 5 ml (0,0375 - 0,075 ml / kg KG) Injektionslösung langsam i.v.
      • maximale Injektionsgeschwindigkeit: 25 mg / Min., entsprechend ca. 1,25 ml Injektionslösung / Min.
      • kein klinischer Erfolg nach 5 - 10 Minuten: zweite Injektion mit ca. 1/3 bis 1/2 der Initialdosis
      • Maximaldosis / Stunde: 200 - 300 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O, entsprechend ca. 10 - 15 ml Injektionslösung
      • Aufrechterhaltung therapeutischer Plasmaspiegel (1,5 - 5 µg / ml): Erhaltungsdosis von 20 - 50 µg / kg KG / Min., entsprechend ca. 0,001 - 0,0025 ml Injektionslösung / kg KG / Min.
      • Dauerinfusion: 1000 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O (entsprechend 50 ml Injektionslösung) zu 500 ml Glucose- oder Kochsalzlösung zugeben
      • nach länger dauernder Infusion von Lidocainhydrochlorid 1 H2O (> 12 h): Kumulation durch Verlängerung der Halbwertzeit
        • Dosis reduzieren
    • Kinder
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht ausreichend untersucht
      • initial: 1 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O / kg KG langsam i.v.
      • anschließend, falls erforderlich: 20 - 50 µg Lidocainhydrochlorid 1 H2O / kg KG / Min
      • um ausreichende Plasmaspiegel sicherzustellen: zweite Injektion mit 1 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O / kg KG zu Beginn der Infusion
    • Patienten mit Herzinsuffizienz, Lebererkrankungen, in der Schwangerschaft sowie Patienten > 60 Jahre
      • Dosis reduzieren
    • Niereninsuffizienz
      • keine Dosisanpassung erforderlich
      • auf mögliche toxische Wirkungen durch Kumulation noch wirksamer Metabolite achten

Kontraindikationen

Lidocain - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Lidocain
  • Überempfindlichkeit gegen Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ wie Prilocain, Mepivacain und Bupivacain
  • schwere Erregungsleitungsstörungen (z.B. AV-Block II. und III. Grades), ohne verfügbaren Herzschrittmacher
  • innerhalb der ersten drei Monate nach Myokardinfarkt oder bei eingeschränkter Herzleistung (linksventrikuläres Auswurfvolumen geringer als 35 %), außer bei Patienten mit lebensbedrohenden ventrikulären Herzrhythmusstörungen

Nebenwirkungen

Lidocain - invasiv
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • neonatale Methämoglobinämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Reaktionen in Form von Urtikaria, Ödemen, Bronchospasmen oder eines Atemnotsyndroms sowie Kreislaufreaktionen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktische Reaktionen wie Urtikaria, Ödem, Bronchospasmus, Atemnot und Kreislaufsymptome bis hin zum anaphylaktischen Schock
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Dysphorie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verwirrtheit
      • Unruhe
      • Reizbarkeit
      • Euphorie
      • Halluzinationen
      • Depression
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindelgefühl, Parästhesien oder Benommenheit
        • können als leichte und vorübergehende Nebenwirkungen auftreten, die in aller Regel keiner therapeutischen Maßnahmen bedürfen
      • Somnolenz
      • Vertigo
      • Dysarthrie
      • Tinnitus
      • Zittern
      • Kribbeln und Taubheitsgefühl (Haut)
      • verschwommenes Sehen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anhaltendes Schwindelgefühl
      • Desorientierung
      • Sehstörungen
      • Tremor
      • Krämpfe
      • Bewusstlosigkeit
      • Atemdepression
      • Muskelzucken bis hin zu generalisierten Konvulsionen
      • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Sprachstörungen
  • Herzerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Blutdruckabfall und proarrhythmische Wirkungen in Form von Veränderungen oder Verstärkung der Herzrhythmusstörungen, die zu starker Beeinträchtigung der Herztätigkeit mit der möglichen Folge eines Herzstillstandes führen können
      • Bradykardie
      • AV-Blockierungen bzw. Asystolie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • ventrikuläre Tachykardie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erhöhung der Defibrillationsschwelle bei Herz-Kreislauf-Stillstand
  • Gefäßerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hypotonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Atemnot bis hin zu Atemstillstand
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Dysphagie
  • Hinweis
    • bei älteren Patienten kann die Inzidenz von Nebenwirkungen erhöht sein

Anwendungshinweise

  • langsame intravenöse Injektion und als Zusatz zur intravenösen Dauertropfinfusion
  • Zufuhr sollte unter fortlaufender Kontrolle von EKG, Blutdruck und Atmung erfolgen
  • bei Verlängerung des PQ-Intervalls oder Verbreiterung des QRS-Komplexes (Zeichen einer beginnenden Überdosierung) sowie bei Verstärkung der Arrhythmie: Zufuhr unterbrechen
  • in Notfallsituationen kann die Injektion unter ständiger Kontrolle der Herzfrequenz erfolgen, wenn keine Bradykardie vorliegt
  • wegen der kurzen Wirkungsdauer von Lidocainhydrochlorid 1 H2O schließt sich bei Bedarf an die Injektion eine kontinuierliche Infusion an, möglichst über eine Infusionspumpe.
  • in kritischen Fällen sowie bei Langzeitanwendung Kontrolle der Lidocain-Plasmaspiegel und eine Einstellung auf 3 (1,5 - 5) µg / ml; genaue Dosierung für die einzelnen Patienten individuell festlegen
  • Infusion beenden sobald sich der Herzrhythmus stabilisiert hat oder früheste Zeichen einer Überdosierung auftreten

Stillzeithinweise

Lidocain - invasiv
  • Übergang geringer Mengen in die Muttermilch
  • Lidocain soll daher bei stillenden Müttern nur mit Vorsicht angewendet werden
    • Stillen muss im Allgemeinen nicht unterbrochen werden, da eine Gefahr für den Säugling bei therapeutischen Dosen unwahrscheinlich erscheint

Schwangerschaftshinweise

Lidocain - invasiv
  • da grundsätzlich eine negative Beeinflussung der kardialen und zentralnervösen Funktion des Feten möglich ist, sollte Lidocain in der Schwangerschaft zur Behandlung ventrikulärer tachykarder Herzrhythmusstörungen nur bei strenger Indikationsstellung unter ärztlicher Überwachung und reduzierter Dosis angewendet werden
  • kontrollierte Untersuchungen an Schwangeren liegen nicht vor
  • Daten über eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren geben keinen Hinweis auf kongenitale Effekte durch Lidocain
    • bisher über keine spezifischen Störungen im Reproduktionsprozess berichtet, z.B. eine erhöhte Häufigkeit von Missbildungen oder direkte oder indirekte Auswirkungen auf den Fötus
    • Risiken beim Menschen jedoch noch nicht vollständig untersucht
  • tierexperimentelle Studien
    • haben Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Lidocain passiert die Plazenta rasch
    • bei Neugeborenen mit hohen Plasmakonzentrationen kann Lidocain eine Dämpfung des ZNS und damit eine Senkung des Apgar-Scores bewirken
    • zur Behandlung ventrikulärer tachykarder Herzrhythmusstörungen sollte die Dosis daher soweit wie möglich reduziert und sobald wie möglich beendet werden
  • Fertilität
    • keine Daten zur Wirkung von Lidocain auf die Fertilität beim Menschen vorliegend

Warnhinweise

Lidocain - invasiv
  • Überdosierung kann systemische toxische Wirkungen hervorrufen
  • Einstellung auf das Antiarrhythmikum bei ventrikulären Herzrhythmusstörungen
    • bedarf einer sorgfältigen kardiologischen Überwachung
    • darf nur bei Vorhandensein einer kardiologischen Notfallausrüstung sowie der Möglichkeit einer Monitorkontrolle erfolgen
  • während der Behandlung sollten in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden (z.B. in Abständen von einem Monat mit Standard-EKG bzw. drei Monaten mit Langzeit-EKG und ggf. Belastungs-EKG)
    • bei Verschlechterung einzelner Parameter, z.B. Verlängerung der QRS-Zeit bzw. QT-Zeit um mehr als 25 % oder der PQ-Zeit um mehr als 50 % bzw. einer QT-Verlängerung auf mehr als 500 ms oder einer Zunahme der Anzahl oder des Schweregrades der Herzrhythmusstörungen, sollte eine Therapieüberprüfung erfolgen
    • insbesondere bei einer Dosisanpassung des Antiarrhythmikums sorgfältige kardiologische Überwachung erforderlich
  • bei längerer parenteraler Therapie mit Lidocain
    • müssen Wasser-Elektrolyt-Haushalt und Säuren-Basen-Haushalt überwacht werden
  • Lidocain kann Arrhythmien verstärken
  • Lidocain darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden
    • beim Syndrom des kranken Sinusknotens
    • bei AV-Block I. Grades
    • bei Bradykardie (< 50 Schläge / Min.)
      • bei Patienten mit Bradykardie, die einhergeht mit ventrikulärer Tachyarrhythmie, kann eine kombinierte Behandlung von Lidocain mit Atropin oder atropinähnlichen Medikamenten, eine andere vorbereitende Therapie oder ein Herzschrittmacher notwendig sein
    • bei deutlich erniedrigtem Blutdruck
    • bei schwerem Schock
    • bei Atemdepression
    • bei Hypokaliämie
      • Kaliumspiegel sollte vor der Behandlung mit Lidocain normalisiert werden
    • bei Herzinsuffizienz
    • bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz oder hinterem Septuminfarkt mit Disposition zum AV-Block
    • bei Hypovolämie
    • bei Patienten mit Epilepsie
      • Patienten mit zerebralen Anfallsleiden müssen sehr engmaschig auf das Auftreten zentralnervöser Symptome überwacht werden
      • auch niedrige Dosen Lidocain können die Krampfbereitschaft erhöhen
    • bei Nieren- oder Leberinsuffizienz
    • bei Myasthenia gravis
  • die für die Überwachung und für intensivmedizinische Notfallmaßnahmen nötige Ausrüstung und Arzneimittel sind bereitzuhalten
  • Leber- und Niereninsuffizienz
    • bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion kann Lidocain kumulieren und das Risiko von toxischen Wirkungen erhöht sein, da Lidocain hauptsächlich in der Leber metabolisiert und über die Nieren ausgeschieden wird
    • wiederholte Behandlung von Patienten mit eingeschränkten Organfunktionen sollte daher vorsichtig erfolgen
  • Azidose
    • bei Azidose ist die Plasmaproteinbindung von Lidocain reduziert und die Konzentration von freiem Lidocain daher erhöht
    • aus diesem Grund kann die Wirkung von Lidocain bei Azidose verstärkt sein
  • Maligne Hyperthermie
    • im Zusammenhang mit der Anwendung von Lidocain über das Auftreten einer malignen Hyperthermie berichtet
    • Anwendung bei bekannter genetischer Disposition zur malignen Hyperthermie ist zu vermeiden
  • hohe Lidocain-Dosen
    • Hypokaliämie, Hypoxie und Störungen des SäureStörungen des Säure-Basen-Haushalts müssen bei Patienten, die hohe Dosen von Antiarrhythmika benötigen, vor der Anwendung von Lidocain korrigiert werden
  • narkotisierte Patienten
    • bei narkotisierten Patienten können zentralnervöse Störungen unbemerkt bleiben und unerwünschte kardiale Wirkungen ohne vorherige Warnsymptome plötzlich auftreten
  • Neugeborene
    • aufgrund der geringen Enzymaktivität besteht bei Neugeborenen die Gefahr einer Methämoglobinämie, die klinisch manifest werden (Zyanose) und eine Behandlung mit Methylenblau erforderlich machen kann
  • Porphyrie
    • Hinweise, dass Lidocain möglicherweise Porphyrie begünstigende Eigenschaften besitzt
      • klinische Signifikanz jedoch nicht bekannt
    • bei Patienten mit akuter Porphyrie sollte Lidocain nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden