Lipocol-Merz
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N2 | 102 ST | 66,00 € |
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Indikation
- Kombinationstherapie bei primärer Hypercholesterolämie
- gleichzeitige Anwendung zusammen mit einem HMG-CoA-Reduktaseinhibitor (Statin) zusätzlich zur Diät, um eine additive Reduktion der LDL-Cholesterol-(LDL-C)-Spiegel zu erzielen, wenn mit einem Statin allein keine ausreichende Kontrolle möglich ist
- Monotherapie bei isolierter primärer Hypercholesterolämie
- zusätzlich zur Diät zur Reduktion des erhöhten Gesamt- und LDL-Cholesterols, wenn ein Statin nicht indiziert ist oder nicht gut vertragen wird
- chologene Diarrhoe
- Pruritus oder Ikterus bei partiellem Gallengangsverschluss
- Hinweise
- vor medikamentöser Behandlung eingeleitete diätetische Maßnahmen während der Therapie beibehalten
- keine kontrollierten Langzeitversuche, welche die Wirkung von Colestyramin bei der primären oder sekundären Prävention von Komplikationen der Arteriosklerose belegen
Dosierung
- primäre Hypercholesterolämie; isolierte primäre Hypercholesterolämie; chologene Diarrhoe; Pruritus oder Ikterus bei partiellem Gallengangsverschluss
- einschleichend dosieren (gastrointestinale Nebenwirkungen vermeiden bzw. gering halten)
- Einzeldosis: 2 - 8 Kautabletten (entsprechend 4 - 16 g Colestyramin 20)
- schrittweise Dosiserhöhung, falls erforderlich, mit regelmäßiger Überprüfung der Lipid-Werte
- max. Tagesdosis: 12 Kautabletten (entsprechend 24 g Colestyramin), ggf. verteilt auf mehrere Einzeldosen (größere Dosen stören möglicherweise die normale Fettaufnahme)
- chologene Diarrhoe
- initial: 2 Kautabletten 3mal / Tag (entsprechend 12 g Colestyramin 20)
- ggf. nachfolgende Dosisanpassung
- Pruritus und Ikterus bei partiellem Gallengangsverschluss
- 2 - 4 Kautabletten (entsprechend 4 - 8 g Colestyramin 20) / Tag
- Kinder und Jugendliche
- Dosierung nach KG
- Dosis in g = Körpergewicht (kg) x Erwachsenendosis (g) / 70 kg
- initial: 1 errechnete Dosis / Tag
- anschließend Dosissteigerung 1mal / 5 - 7 Tage bis zum erwünschten Effekt
- Behandlungsdauer
- richtet sich nach Grunderkrankung
- in den meisten Fällen Dauertherapie
- richtet sich nach Bedarf
- vom behandelnden Arzt bestimmt
- Diarrhoe aufgrund einer Störung der Gallensäurenresorption
- Ansprechen innerhalb von 3 Tagen, sonst Therapiewechsel
Kontraindikationen
Colestyramin - intraoral
- Überempfindlichkeit gegen Colestyramin
- Darmverschluss
- Gallengangverlegung
- Hinweis
- bei gleichzeitiger Anwendung von Colestyramin mit einem Statin sollte die Fachinformation für das jeweilige Statin bezüglich der Kontraindikationen beachtet werden
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Colestyramin - intraoral
- Erkrankungen des Immunsystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- allergische Reaktionen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Stoffwechsel- und Ernähungsstörungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- hyperchlorämische Azidose bei Kindern und bei Patienten mit Niereninsuffizienz unter Langzeittherapie
- Mangel fettlöslicher Vitamine
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Leber- und Gallenerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Anstieg der alkalischen Phosphatase und der Transaminasen zu Beginn der Therapie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Obstipation
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Übelkeit
- Völlegefühl
- Sodbrennen
- Appetitlosigkeit
- Dyspepsie
- Brechreiz
- Blähungen
- Diarrhöen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erbrechen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Verstärkung einer vorbestehenden Steatorrhoe
- verminderte Resorption fettlöslicher Vitamine
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- ohne Häufigkeitsangabe
- Rötungen und Reizungen der Haut, der Zunge und im Analbereich
- ohne Häufigkeitsangabe
- Untersuchungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Verminderung der Folsäurekonzentration im Serum
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
Anwendungshinweise
- zur Festlegung von Behandlungsstrategien und Zielen aktuelle europäische Richtlinien heranziehen
- vor Behandlungseinleitung
- Verordnung einer cholesterolsenkenden Diät
- Erstellung eines Lipidprofils zur Ermittlung der Gesamt-Cholesterol-, HDL-Cholesterol- und Triglyceridspiegel
- während Behandlung
- Diät fortsetzen
- regelmäßige Kontrolle der Serumspiegel an Gesamt- C, LDL-C und Triglyceriden (Erst- und Langzeitansprechen bestätigen)
- Einnahme der Kautabletten oral mit einer Mahlzeit und mit Flüssigkeit
- Einnahme vor den Hauptmahlzeiten empfehlenswert
- Kautabletten gründlich einspeicheln und anschließend zerkauen oder lutschen
- nach Einnahme reichlich Flüssigkeit nachtrinken
- kariös anfälliges Gebiss: Mundhöhle gründlich spülen
- wenn eine Wechselwirkung mit einem gleichzeitig angewendeten Arzneimittel nicht ausgeschlossen werden kann, dieses mind. 1 Stunde vor oder 4 Stunden nach den Kautabletten verabreichen (Risiko einer verringerten Absorption des gleichzeitig angewendeten Arzneimittels minimieren)
Stillzeithinweise
Colestyramin - intraoral
- keine ausreichende Erfahrung in der Stillzeit
- Colestyramin wird nicht in die Muttermilch ausgeschieden
- jedoch kann der Gehalt an fettlöslichen Vitaminen in der Muttermilch wegen der verminderten Resorption erniedrigt sein
- bei gleichzeitiger Anwendung mit einem Statin sollte die Fachinformation für das jeweilige Statin bezüglich der Kontraindikationen beachtet werden
Schwangerschaftshinweise
Colestyramin - intraoral
- keine ausreichende Erfahrung in der Schwangerschaft
- Gabe von Colestyramin kann zur verminderten Resorption fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) führen
- kann schwerwiegende Folgen für das Kind (Blutungsneigung) haben
- bei Notwendigkeit einer Blutcholesterinsenkung während der Schwangerschaft sollte Colestyramin nur verwendet werden, falls keine sichere Alternative existiert
- dabei auf eine ausreichende Zufuhr fettlöslicher Vitamine achten
- Fertilität:
- weder präklinische noch klinische Daten zu einem möglichen Einfluss von Colestyramin auf die weibliche und männliche Fertilität vorliegend
Warnhinweise
Colestyramin - intraoral
- vor Einleitung der Therapie mit Colestyramin sollten sekundäre Ursachen einer Hypercholesterolämie ausgeschlossen werden, d.h.
- schlecht eingestellter Diabetes mellitus
- Hypothyreose
- nephrotisches Syndrom
- Dysproteinämien
- obstruktive Lebererkrankung
- andere pharmakologische Therapie
- Alkoholismus
- gleichzeitige Anwendung mit einem Statin
- bei gleichzeitiger Anwendung mit einem Statin sollte die Fachinformation für das jeweilige Statin bezüglich der Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung beachtet werden
- Triglyceridspiegel > 3,4 mmol/l
- bei Behandlung von Patienten mit Triglyceridspiegeln > 3,4 mmol/l Vorsicht aufgrund der triglyceridsteigernden Wirkung von Colestyramin
- Verstopfung
- Colestyramin kann Verstopfung auslösen oder eine bestehende Verstopfung verschlimmern
- Risiko einer Verstopfung muss besonders bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit und Angina pectoris berücksichtigt werden
- Colestyramin darf bei folgenden Erkrankungen nur mit Vorsicht angewendet werden, da Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei diesen Patienten nicht ermittelt wurden
- Dysphagie
- Schluckbeschwerden
- schwere gastrointestinale Motilitätsstörungen
- entzündliche Darmerkrankungen
- Leberinsuffizienz
- größere Magen-Darm-Traktoperationen
- Antikoagulanzien
- bei Patienten unter Antikoagulanzien unter Antikoagulanzien muss die gerinnungshemmende Therapie eng überwacht werden, da Gallensäuren-Komplexbildner nachweislich sowohl die Resorption von Vitamin K senken als auch die gerinnungshemmende Wirkung von Antikoagulanzien beeinträchtigen
- Digitalis
- nach Absetzen von Colestyramin kann es zu einer Erhöhung des Digitalisspiegels kommen
- empfohlen, andere Arzneimittel mind. mit einem Abstand von einer Stunde einzunehmen
- Medikamente, v.a. solche mit sauren Eigenschaften (z.B. Phenylbutazon, Cumarinderivate) können von diesem Medikament gebunden werden
- Vorsicht bei Patienten mit Magen-Darm-Geschwüren
- Aktivierung oder Verschlimmerung bestehender Geschwüre ist möglich
- Langzeitanwendung
- bei Langzeitanwendung sollten bei Risikopatienten regelmäßig die Blutelektrolyte überprüft werden
- Colestyramin darf nie in trockener Form eingenommen werden
- Verträglichkeit wird durch längeres Quellenlassen in Flüssigkeit verbessert