Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 5 ML | 428,54 € |
| N2 | 5X5 ML | 2006,52 € |
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Jetzt KI fragenFachinformationen
Indikation
- Behandlung der Haarzell-Leukämie
Dosierung
Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 10 mg Cladribin in 5 ml Injektionslösung (= 2 mg Cladribin (2-CdA) / ml)
- Behandlung der Haarzell-Leukämie
- Behandlungseinleitung von einem qualifizierten Arzt mit Erfahrungen in der Krebschemotherapie
- 1 Zyklus
- 0,14 mg Cladribin / kg KG / Tag als Bolusinjektion
- Behandlungsdauer: 5 aufeinanderfolgende Tage
- 1 Zyklus
- Behandlungseinleitung von einem qualifizierten Arzt mit Erfahrungen in der Krebschemotherapie
Dosisanpassung
- ältere Patienten (> 65 Jahre)
- begrenzte Erfahrungen
- Behandlung nach individueller Beurteilung (Blutbild, Leber- / Nierenfunktion) und Risikoabschätzung
- Niereninsuffizienz
- keine Daten vorliegend
- mäßig - schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <= 50 ml / Min.)
- Anwendung kontraindiziert
- Leberinsuffizienz
- keine Daten
- mäßig - schwere Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Klassifizierung > 6)
- Anwendung kontraindiziert
- Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
- Anwendung kontraindiziert
- Patienten mit starker Tumorbelastung
- prophylaktische Allopurinol-Therapie beginnend 24 Stunden vor Beginn der Chemotherapie
- 100 mg Allopurinol 1mal / Tag für 2 Wochen
- ggf. Dosiserhöhung, bei Anstieg der Serum-Harnsäure, auf 300 mg Allopurinol / Tag
- prophylaktische Allopurinol-Therapie beginnend 24 Stunden vor Beginn der Chemotherapie
Kontraindikationen
Cladribin - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Cladribin
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Patienten < 18 Jahre
- mäßige bis schwere Niereninsuffizienz (Kreatininclearance </= 50 ml/min)
- mäßige bis schwere Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Klassifikation > 6)
- Gleichzeitige Anwendung anderer knochenmarksuppressiver Arzneimittel
Nebenwirkungen
Cladribin - invasiv
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Infektionen, einschl.
- Pneumonie
- Septikämie
- Infektionen, einschl.
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- septischer Schock
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- opportunistische Infektionen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- progressive multifokale Leukoenzephalopathie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herpes-Infektionen
- einschl. Herpesretinitis, Herpes zoster
- Auftreten auch noch mehrere Monate bis Jahre nach einer Therapie mit Cladribin
- Herpes-Infektionen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- sekundäre Malignome
- primäre hämatologische Malignome
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Panzytopenie/Knochenmarksuppression
- Neutropenie
- Thrombozytopenie
- Anämie
- Lymphopenie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- hämolytische Anämie, einschl.
- autoimmun-hämolytische Anämie
- febrile Neutropenie
- hämolytische Anämie, einschl.
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- aplastische Anämie
- Hypereosinophilie
- myelodysplastisches Syndrom
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Amyloidose
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Immunsuppression
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Überempfindlichkeit
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Graft-versus-Host-Reaktion
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Appetitverlust
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Tumorlyse-Syndrom
- Kachexie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Psychiatrische Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Verwirrtheit, einschl.
- Desorientiertheit
- Schlaflosigkeit
- Angstgefühl
- Verwirrtheit, einschl.
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Benommenheit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- herabgesetztes Bewusstsein
- Neurotoxizität
- einschl.
- periphere sensorische Neuropathie
- motorische Neuropathie (Lähmung)
- Polyneuropathie
- Paraparese
- schwere Neurotoxizität wurde nur selten berichtet
- einschl.
- Somnolenz
- Parästhesie
- Lethargie
- Ataxie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Apoplex
- neurologische Sprech- und Schluckstörungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Depression
- epileptische Anfälle
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Augenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Konjunktivitis
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Lidentzündung
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Herzerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Tachykardie
- Myokardischämie
- Herzgeräusch
- Hypotonie
- Epistaxis
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Herzinsuffizienz
- Herzrhythmusstörungen
- Vorhofflimmern
- kardiale Dekompensation
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Gefäßerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Purpura
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Petechien
- Blutungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Phlebitis
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- auffällige Atemgeräusche
- auffällige Geräusche in der Brust
- Husten
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- pulmonale interstitielle Infiltrate mit vorwiegend infektiöser Ätiologie, einschl.
- Lungeninfiltration
- interstitielle Lungenerkrankung
- Lungenentzündung
- pulmonale Fibrose
- Dyspnoe einschl.
- Belastungsdyspnoe
- Keuchen
- Rasselgeräusche
- Kurzatmigkeit
- Mukositis
- pulmonale interstitielle Infiltrate mit vorwiegend infektiöser Ätiologie, einschl.
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Pharyngitis
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Lungenembolie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Übelkeit
- Erbrechen
- Diarrhö
- Obstipation
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- abdominaler Schmerz, einschl.
- Bauchbeschwerden
- Bauchschmerz
- Unter- oder Oberbauchschmerz
- gastrointestinale Schmerzen
- Blähungen
- abdominaler Schmerz, einschl.
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Ileus
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- reversible, meistens leichte Erhöhung der Bilirubinwerte
- reversible, meistens leichte Erhöhung der Transaminasespiegel
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Leberinsuffizienz
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Gallenblasenentzündung
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Hautausschlag, einschl.
- Erythem
- makulärer, makulär-papulöser, papulöser, juckender, pustulöser, erythematöser Hautausschlag
- lokales Exanthem
- Diaphorese
- Hautausschlag, einschl.
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Urtikaria
- Hyperhidrose
- Ekchymose
- Pruritus
- Hautschmerzen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Stevens-Johnson-Syndrom /Lyell-Syndrom
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schmerz einschl.
- Rücken-, Brust-, Arthritis- und Knochenschmerz
- Schmerz in den Extremitäten
- Myalgie
- Arthralgie
- Schmerz einschl.
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Nierenversagen, einschl.
- akutes Nierenversagen
- Beeinträchtigung der Nierenfunktion
- Nierenversagen, einschl.
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Pyrexie
- Fatigue
- Reaktionen am Verabreichungsort, einschl.
- Katheter-bedingte Beschwerden (Zellgewebsentzündung, Erythem, Hämorrhagie oder Schmerz)
- Reaktion an der Injektionsstelle (Erythem, Ödem und Schmerz)
- Asthenie
- Schüttelfrost
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Unwohlsein
- Ödeme/peripheres Ödem
- Muskelschwäche
- Schmerzen
- verminderter Appetit
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erguss
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- gebrauchsfertige Injektionslösung
- empfohlene Dosis direkt mit Spritze aufziehen und unverdünnt als s.c. Bolusinjektion verabreichen
- Lösung vor Verabreichung visuell auf Partikel und Verfärbungen prüfen und auf Raumtemperatur erwärmen
- Selbstverabreichung durch den Patienten möglich
- Patienten entsprechend unterweisen und schulen
- detaillierte Anweisungen der Packungsbeilage entnehmen
Stillzeithinweise
Cladribin - invasiv
- das Stillen ist während und bis zu 6 Monate nach Behandlungsende mit Cladribin kontraindiziert
- Risiko schwerer unerwünschter Reaktionen beim gestillten Säugling
- beschränkte Daten aus Fallberichten haben gezeigt, dass Cladribin in die Muttermilch übertritt
- über die Menge gibt es noch keine ausreichenden Informationen
Schwangerschaftshinweise
Cladribin - invasiv
- Cladribin ist während der Schwangerschaft kontraindiziert
- keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Cladribin bei Schwangeren
- Cladribin verursacht schwerwiegende Schädigungen des Ungeborenen, wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird
- tierexperimentelle Studien
- haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
- Teratogenität und Mutagenität von Cladribin wurden in Tierstudien und im Rahmen von in vitro-Studien an Humanzelllinien aufgezeigt
- bei Anwendung von Cladribin während einer Schwangerschaft oder eingetretener Schwangerschaft während der Behandlung mit Cladribin:
- Patientin über die potentiellen gesundheitsschädlichen Wirkungen für das ungeborene Kind aufklären
- Schwangerschaftsberatung sollte in Anspruch genommen werden
- Kontrazeption bei Männern und Frauen
- Cladribin kann das Erbgut schädigen
- Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis zu 6 Monate nach Behandlungsende mit Cladribin eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
- Männern, die mit Cladribin behandelt werden, wird empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6 Monate nach der Behandlung kein Kind zu zeugen
- mit Männern sollte gegebenenfalls vor Therapiebeginn über die Familienplanung gesprochen und auf die Möglichkeit einer Spermakonservierung hingewiesen werden
- Fertilität
- Wirkung auf die Fertilität beim Menschen ist nicht bekannt
- bei antineoplastischen Arzneistoffen mit einer Wirkung auf die DNA-, RNA- und Proteinsynthese, zu denen Cladribin gehört, sind unerwünschte Wirkungen auf die menschliche Keimzellenbildung zu erwarten
- tierexperimentelle Studien
- es liegen keine Untersuchungen über die Wirkungen von Cladribin auf die Fertilität im Tiermodell vor
- allerdings wurde im Rahmen einer Toxizitätsstudie an Cynomolgus-Affen (Makaken) nachgewiesen, dass Cladribin die Reifung von rasch reifenden Zellen unterdrückt, was auch Hodenzellen einschließt
Warnhinweise
Cladribin - invasiv
- Cladribin ist ein potentes, antineoplastisches Arzneimittel und kann möglicherweise schwere toxische Nebenwirkungen haben, z.B. eine Knochenmark- und Immunsuppression, lang anhaltende Lymphozytopenie sowie opportunistische Infektionen
- Verabreichung nur durch einen in der Anwendung von Zytostatika erfahrenen Arzt
- engmaschige Überwachung hinsichtlich des Auftretens von hämatologischen und nicht-hämatologischen Toxizitätserscheinungen
- Infektionen
- Berichte über schwere Infektionen (z. B. Atemwegsinfektionen, Pneumonie und virale Infektionen der Haut) einschließlich mit letalem Ausgang (z. B. Sepsis)
- Behandlung aktiver Infektionen vor einer Behandlung mit Cladribin
- sorgfältige Überwachung hinsichtlich einer potentiellen Hämolyse bei Patienten mit positivem Coombs-Test
- bei initial hohen Leukozytenwerten sollten Allopurinol und eine adäquate Hydratation erwogen werden, um die Folgen eines möglichen Tumorlyse-Syndroms zu mildern
- engmaschige Überwachung zur Erkennung möglicher Infektionen
- im Falle von Herpesvirus-Infektionen, umgehende Behandlung mit Aciclovir
- besondere Vorsicht und sorgfältige Abschätzung des Risiken/Nutzen-Verhältnisses bei Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko, manifestem Knochenmarksversagen oder -infiltration, vorangegangener Knochenmarksuppressionstherapie sowie bei Patienten mit vermuteter oder manifester Nieren- und Leberinsuffizienz
- Infektionsprophylaxe wird nicht allgemein empfohlen, kann aber bei Patienten mit geschwächten Immunsystem oder mit früheren Agranulozytose vor der Behandlung mit Cladribin von Vorteil sein
- bei Auftreten von schweren Toxizitätserscheinungen ist eine verzögerte Anwendung oder das Absetzen des Arzneimittels bis zum Rückgang der ernsten Komplikationen in Betracht zu ziehen
- beim Auftreten von Infektionen: Einleitung einer geeigneten Antibiotikabehandlung
- Patienten sollen bestrahlte Blutbestandteile/-produkte erhalten, um eine transfusionsbedingte Graft-versus-Host-Reaktion (Ta-GVHD) zu vermeiden
- Fieber
- Fieber unbekannter Herkunft ist bei Patienten mit Haarzell-Leukämie häufig und tritt vorwiegend in den ersten 4 Therapiewochen auf
- klinische Studien:
- Fieber unter Anwendung von Cladrabin bei ca. 72 % (89/124) der Patienten
- Auftreten der meisten febrilen Episoden während des ersten Monats
- in den meisten Fällen kein Erreger nachweisbar
- Fieber meist bei neutropenischen Patienten
- vor allem während des ersten Therapiemonats engmaschige Überwachung und bei klinischer Indikation (Infektion oder Agranulozytose) Einleitung einer Antibiose
- Ermittlung der Fieberursache durch angemessene diagnostische (Labor- und Radiologie-)Tests
- weniger als ein Drittel der Fieberfälle tritt im Zusammenhang mit einer dokumentierten Infektion auf
- sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung bei Anwendung dieses Arzneimittels an Patienten mit bestehender Infektion
- stets gute Hydratation, da Fieber mit erhöhtem Flüssigkeitsverlust einhergehen kann
- Folgende Faktoren wurden mit einem erhöhten Risiko für eine Infektion in Verbindung gebracht:
- vorherige Chemotherapie
- Infektion vor der Cladribin-Behandlung
- Diagnose einer chronisch lymphatischen Leukämie oder eines Non-Hodgkin-Lymphoms
- Ältere Patienten
- individuelle Einschätzung für die Behandlung und sorgfältige Überwachung hinsichtlich des Blutbildes und der Nieren- und Leberfunktion
- Risiko erfordert eine Fall-zu-Fall-Beurteilung
- Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)
- Berichte über PML einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang im Zusammenhang mit Cladribin (6 Monate bis mehrere Jahre nach der Behandlung)
- Berichte über einen Zusammenhang mit einer verlängerten Lymphopenie bei mehreren dieser Fälle
- Berücksichtigung einer PML bei ärztlicher Differenzialdiagnose bei Patienten mit neuen oder sich verschlechternden neurologischen, kognitiven oder verhaltensbezogenen Zeichen oder Symptomen
- vorgeschlagenes Vorgehen in Bezug auf PML:
- neurologische Konsultation
- Magnetresonanztomographie des Gehirns
- Analyse der Zerebrospinalflüssigkeit im Hinblick auf DNS des JC-Virus (JCV) mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) oder
- Biopsie des Gehirns mit Untersuchung auf JCV
- negative JCV-PCR schließt PML nicht aus
- zusätzliche Nachbeobachtung und Beurteilung, wenn keine alternative Diagnose gestellt werden kann
- keine weiteren Behandlungen mit Cladribin bei Patienten mit Verdacht auf PML
- Hämatologische Toxizität
- Knochenmarksuppression
- muss mit normalerweise rückbildungsfähiger und scheinbar dosisabhängiger Neutropenie, Anämie und Thrombozytopenie gerechnet werden
- kann eine Transfusion von Erythrozyten oder Thrombozyten erfordern
- sorgfältige hämatologische Überwachung, besonders während der ersten 4 bis 8 Wochen nach der Behandlung wird empfohlen
- Knochenmarksuppression ist während des 1. Monats nach der Behandlung besonders stark ausgeprägt
- in klinischen Studien nahmen während der ersten zwei Wochen nach Behandlungsbeginn die mittleren Zellzahlen der Thrombozyten und der gesamten neutrophilen Granulozyten und die Hämoglobin-Konzentration ab
- Normalisierung erfolgte nach 15 Tagen, 5 Wochen bzw. 8 Wochen
- Vorsichtiges Vorgehen bei schwerer Knochenmarksuppression jeglicher Ursache (weitere Unterdrückung der Knochenmarkfunktion kann erwartet werden)
- Panzytopenie erweist sich normalerweise als reversibel, und die Intensität einer Knochenmarkaplasie ist dosisabhängig
- bei Patienten mit akuten Infektionen oder einem Verdacht auf Infektionen
- therapeutisches Risiko sorgfältig gegen den Nutzen abwägen
- bei Patienten mit krankheitsbedingter Knochenmarksinfiltration oder einer vorangegangenen myelosuppressiven Behandlung
- erhöhtes Risiko für das Auftreten einer schwerwiegenden Knochenmarkstoxizität und lang anhaltenden Immunsuppression
- Dosisreduktion und eine regelmäßige Überwachung des Patienten erforderlich
- erhöhtes Risiko für das Auftreten einer schwerwiegenden Knochenmarkstoxizität und lang anhaltenden Immunsuppression
- im Verlauf der Behandlung mit Cladribin und in den daran anschließenden 6 Monaten ist mit einer erhöhten Inzidenz von opportunistischen Infektionen zu rechnen
- sorgfältige und regelmäßige Überwachung des peripheren Blutbildes ist während und in den anschließenden 2 bis 4 Monaten der Behandlung mit Cladribin von größter Wichtigkeit und dient der Erkennung möglicher unerwünschter Wirkungen und Folgekomplikationen (Anämie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Infektionen, Hämolyse oder Blutungen) sowie der Überwachung der hämatologischen Erholung
- Knochenmarksuppression
- Malignome
- Risiko für sekundäre Malignome durch ausgedehnte Immunsuppression durch Purin-Nukleosid-Analoga wie Cladribin und auch durch primäre hämatologische Malignome
- regelmäßige Nachuntersuchung
- Häufigkeit sekundärer maligner Neoplasien bei Patienten mit Haarzell-Leukämie schwankt beträchtlich zwischen 2 % bis 21 %
- Risiko ist 2 Jahre nach der Diagnose am höchsten, der Median liegt zwischen 40 und 66 Monaten
- kumulierte Häufigkeiten von sekundären malignen Erkrankungen betragen nach der Diagnose der Haarzell-Leukämie nach 5 Jahren 5 %, nach 10 Jahren 10-12 % und nach 15 Jahren 13-14 %
- nach der Behandlung mit Cladribin beträgt die Häufigkeit der sekundären malignen Neoplasien nach einer medianen Beobachtungszeit von 2,8 bis 8,5 Jahren zwischen 0 % und 9,5 %
- Häufigkeit der sekundären malignen Erkrankungen nach einer Behandlung mit Cladribin betrug bei allen 232 Patienten mit Haarzell-Leukämie, die in einem Zeitraum von 10 Jahren behandelt wurden, 3,4 %
- das höchste Vorkommen von sekundären malignen Erkrankungen bei der Behandlung mit Cladribin lag nach einer medianen Beobachtungszeit von 8,4 Jahren bei 6,5 %
- daher sollten die mit Cladribin behandelten Patienten regelmäßig einer Nachuntersuchung unterzogen werden
- nach Ergebnissen einer retrospektiven Studie:
- Inzidenz von Prostatakarzinomen bei mit Cladribin behandelten Patienten mit Haarzell-Leukämie gegenüber nicht mit Cladribin behandelten Patienten mit Haarzell-Leukämie erhöht
- sorgfältige Überwachung von Patienten nach einer Therapie mit Cladribin im Hinblick auf das Auftreten eines Prostatakarzinoms
- Risiko für sekundäre Malignome durch ausgedehnte Immunsuppression durch Purin-Nukleosid-Analoga wie Cladribin und auch durch primäre hämatologische Malignome
- Neurotoxizität
- bei Patienten, die mit hohen Cladribin-Dosen durch kontinuierliche Infusion (das 4- bis 9-fache als für die Haarzell-Leukämie empfohlen) behandelt wurden, wurde über schwere periphere axonale Neurotoxizität (einschließlich irreversibler Paraparese und Tetraparese) berichtet
- neurologische Untersuchungen ergaben Hinweise auf eine Demyelinisierung
- Neurotoxizität scheint dosisabhängig zu sein, jedoch wurde auch bei der empfohlenen Dosierung selten über schwerwiegende Neurotoxizität berichtet (siehe Rubrik Nebenwirkungen)
- bei Auftreten von Neurotoxizität sollte die Therapie verschoben oder beendet werde
- Effekte bei hohen Dosen (4 - 9mal höher als zur Therapie der Haarzell-Leukämie empfohlen)
- eine Behandlung mit Cladribin über 7 bis 14 Tage in Verbindung mit der Gabe von Cyclophosphamid und einer Ganzkörperbestrahlung zur Vorbereitung auf eine Knochenmarktransplantation zeigte
- Symptome schwerer, irreversibler Nervenschädigungen
- akutes Nierenversagen
- schwere Knochenmarksuppression
- oder gastrointestinale Symptome
- eine Behandlung mit Cladribin über 7 bis 14 Tage in Verbindung mit der Gabe von Cyclophosphamid und einer Ganzkörperbestrahlung zur Vorbereitung auf eine Knochenmarktransplantation zeigte
- Tumorlyse-Syndrom
- Berichte über seltene Fälle von Tumorlyse-Syndrom bei Patienten mit Tumoren des blutbildenden Systems, die eine große Tumormasse hatten und mit Cladribin behandelt wurden
- Prophylaxe:
- bei Patienten mit starker Tumorbelastung: 24 Stunden vor dem Beginn der Chemotherapie Einleitung einer prophylaktischen Allopurinol-Therapie zur Kontrolle der Harnsäure-Serumspiegel zusammen mit einer ausreichenden oder vermehrten Wasserzufuhr
- 100mg Allopurinol / Tag für 2 Wochen
- bei Anstieg der Serum-Harnsäure über den Normalbereich: Erhöhung auf 300mg Allopurinol / Tag
- Auswirkungen auf die Nieren- und Leberfunktion
- Entwicklung von akutem Nierenversagen bei einigen Patienten, die Cladribin in hohen Dosen erhielten
- keine adäquaten Daten zur Dosierung bei Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz
- Einsatz des Arzneimittels mit Vorsicht, da keine gesicherten Daten über die Sicherheit bei diesen Patienten
- Überwachung der Nieren- und Leberfunktion insbesondere bei Patienten mit vorhandener Nieren- oder Leberfunktionsstörung bei klinischer Indikation
- bei Auftreten von Nephrotoxizität sollte die Therapie verschoben oder beendet werden
- Laboruntersuchungen
- regelmäßige Untersuchung des hämatologische Profils des Patienten während und nach der Behandlung hinsichtlich des Ausmaßes der hämatopoetischen Suppression
- Karzinogenese/Mutagenese
- keine Durchführung tierexperimenteller Studien zur Karzinogenität von Cladribin
- basierend auf der nachgewiesenen Genotoxizität von Cladribin, kann sein karzinogenes Potential jedoch nicht ausgeschlossen werden
- in Säugetierzellen in Kultur verursacht Cladribin ein Ungleichgewicht der intrazellulären Desoxyribonukleotidtriphosphat-Pools
- dieses Ungleichgewicht resultiert in der Hemmung der DNS-Synthese und DNS-Reparatur, woraus sich DNS-Strangbrüche mit nachfolgendem Zelltod ergeben
- bei Konzentrationen von 0,3 mmol betrug die Hemmung des Thymidineinbaus in die DNS humaner lymphoblastischer Zellen 90 %
- auch Cladribin wurde in die DNS dieser Zellen inkorporiert
- Cladribin induzierte sowohl im Knochenmark-Mikronucleus-Assay in vivo an Mäusen als auch in einem in-vitro-Assay an CHO-WBL-Zellen chromosomale Effekte
- Cladribin war gegenüber Bakterien nicht mutagen und verursachte keine DNS-Synthese in primären Leberzellkulturen von Ratten
- Beeinträchtigung der Fertilität
- Männern, die mit Cladribin behandelt werden sollen bis zu 6 Monate nach der letzten Cladribin-Dosis kein Kind zu zeugen
- Beratung über eine Spermakonservierung vor Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Cladribin
- bei intravenöser Anwendung an Cynomolgus-Affen supprimierte Cladribin schnell wachsende, einschließlich testikuläre Zellen
- Kinder und Jugendliche
- bislang kein Nachweis über Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen
- Phase-I-Studie mit Patienten im Alter von 1 - 21 Jahren mit Leukämie
- Anwendung einer Dosierung von 3 - 10,7 mg / m2 KG / Tag (1,5 - 2- fache empfohlene Dosis für Haarzell-Leukämie) für 5 Tage durch kontinuierliche intravenöse Infusion
- Dosis-limitierende Toxizität:
- schwerwiegende Knochenmarksuppression mit ausgeprägter Neutropenie und Thrombozytopenie
- irreversible Knochenmarksuppression und letale systemische bakterielle oder Pilzinfektionen bei 3 von 7 Patienten unter der höchsten Dosis
- keine Beobachtung von Einzel-Toxizitäten