Lixiana 30 mg Filmtabletten
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| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
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| NotApplicable | 10 ST | – |
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Indikation
- Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (NVAF) und einem oder mehreren Risikofaktoren in der Anamnese wie
- kongestive Herzinsuffizienz
- Hypertonie
- Alter >/= 75 Jahre
- Diabetes mellitus
- Schlaganfall
- transitorische ischämische Attacke (TIA)
- Behandlung von tiefen Venenthrombosen (TVT) und Lungenembolien (LE) bei Erwachsenen
- Prophylaxe von rezidivierenden TVT und LE bei Erwachsenen
Dosierung
- Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien
- 60 mg Edoxaban 1mal / Tag
- bei NVAF-Patienten Therapie mit Edoxaban langfristig fortsetzen
- Behandlung von tiefen Venenthrombosen (TVT) und Lungenembolien (LE) sowie Prophylaxe von rezidivierenden TVT und LE
- initial: parenterales Antikoagulans über mind. 5 Tage
- anschließend 60 mg Edoxaban 1mal / Tag
- Edoxaban und initial angewendetes parenterales Antikoagulans nicht gleichzeitig geben
- Anwendungsdauer:
- individuell nach sorgfältiger Abwägung des Nutzens der Behandlung hinsichtlich des Blutungsrisikos
- kurze Therapiedauer (mind. 3 Monate) sollte auf der Grundlage von transienten Risikofaktoren (z.B. vorausgegangene Operation, Trauma, Immobilisierung) basieren
- längere Therapiedauer sollte auf permanenten Risikofaktoren oder einer idiopathischen TVT oder LE basieren
- Behandlung von NVAF und VTE bei Patienten mit einem oder mehreren der folgenden klinischen Faktoren
- mäßig oder stark eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance (CrCL) 15 - 50 ml / Min)
- geringes Körpergewicht </= 60 kg
- gleichzeitige Anwendung der folgenden P-Glykoprotein (P-gp)-Inhibitoren: Ciclosporin, Dronedaron, Erythromycin oder Ketoconazol
- 30 mg Edoxaban 1mal / Tag
- vergessene Einnahme
- Einnahme sofort nachholen
- am nächsten Tag mit der einmal täglichen Einnahme wie empfohlen fortfahren
- an einem Tag nicht die doppelte Menge der verschriebenen Dosis einnehmen
- Umstellung auf bzw. von Edoxaban
- kontinuierliche Therapie mit Antikoagulanzien bei Patienten mit NVAF und VTE wichtig
- in bestimmten Situationen kann eine Umstellung der Therapie mit Antikoagulanzien angezeigt sein
- Umstellung von Vitamin-K-Antagonist (VKA) auf Edoxaban
- VKA absetzen
- Beginn mit Edoxaban, wenn International Normalised Ratio (INR) </= 2,5
- Umstellung von oralen Nicht-VKA- Antikoagulanzien (Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban) auf Edoxaban
- Dabigatran, Rivaroxaban oder Apixaban absetzen
- Beginn mit Edoxaban zum Zeitpunkt der nächsten Dosis des oralen Antikoagulans
- Umstellung von parenteralen Antikoagulanzien auf Edoxaban
- nicht gleichzeitig anwenden
- subkutanes Antikoagulans (d. h. niedermolekulares Heparin [NMH], Fondaparinux):
- subkutanes Antikoagulans absetzen
- Beginn mit Edoxaban zum Zeitpunkt der nächsten vorgesehenen Dosis des subkutanen Antikoagulans
- intravenöses unfraktioniertes Heparin (UFH):
- Infusion beenden
- Beginn mit Edoxaban 4 Stunden später
- Umstellung von Edoxaban auf Vitamin-K-Antagonist (VKA)
- während der Umstellung auf den VKA besteht die Möglichkeit einer unzureichenden Antikoagulation
- während jeder Umstellung auf ein anderes Antikoagulans fortlaufend ausreichende Antikoagulation sicherstellen
- orale Option:
- Patienten, die derzeit mit 60 mg behandelt werden:
- 30 mg Edoxaban 1mal / Tag zusammen mit einer entsprechenden VKA-Dosis
- Patienten, die (wegen eines oder mehrerer der folgenden klinischen Faktoren: mäßige oder schwere Einschränkung der Nierenfunktion (CrCL 15 - 50ml/min), geringes Körpergewicht oder Anwendung zusammen mit bestimmten P-gp-Inhibitoren) derzeit mit einer Dosis von 30 mg behandelt werden:
- 15 mg Edoxaban 1mal / Tag zusammen mit einer entsprechenden VKA-Dosis
- zur schnellen Erzielung eines stabilen INR-Wertes zwischen 2 und 3: keine Aufsättigungsdosis von VKA einnehmen
- es wird empfohlen, die Erhaltungsdosis des VKA bzw. eine frühere Einnahme eines VKA zu berücksichtigen, oder einen VKA-Behandlungsalgorithmus, der sich am INR-Wert orientiert, in Übereinstimmung mit der lokalen Vorgehensweise anzuwenden
- nach Erreichen eines INR-Wertes >/ = 2,0: Edoxaban absetzen
- die meisten Patienten sollten einen INR-Wert > / = 2,0 innerhalb einer 14-tägigen gleichzeitigen Anwendung von Edoxaban und VKA erreichen
- es wird empfohlen, Edoxaban nach 14 Tagen abzusetzen und die Titration des VKA fortzusetzen, um einen INR-Wert zwischen 2 und 3 zu erreichen
- es wird empfohlen, während der ersten 14 Tage der gleichzeitigen Anwendung den INR-Wert mind. 3 Mal zu messen, und zwar kurz vor der täglichen Einnahme von Edoxaban, um den Einfluss von Edoxaban auf die INR-Messungen zu minimieren
- die gleichzeitige Anwendung von Edoxaban und VKA kann den INR-Wert nach der Einnahme von Edoxaban um bis zu 46 % erhöhen
- Patienten, die derzeit mit 60 mg behandelt werden:
- parenterale Option:
- Edoxaban absetzen und zum Zeitpunkt der nächsten vorgesehenen Edoxaban-Dosis ein parenterales Antikoagulans und einen VKA geben
- sobald ein stabiler INR-Wert von > / = 2,0 erreicht ist:
- parenterales Antikoagulans absetzen und mit dem VKA allein weiterbehandlen
- Umstellung von Edoxaban auf orale Nicht-VKA-Antikoagulanzien
- Edoxaban absetzen und zum Zeitpunkt der nächsten vorgesehenen Edoxaban-Dosis mit dem nicht-VKA-oralen Antikoagulans beginnen
- Umstellung von Edoxaban auf parenterale Antikoagulanzien
- nicht gleichzeitig anwenden
- Edoxaban absetzen und zum Zeitpunkt der nächsten vorgesehenen Edoxaban-Dosis mit dem parenteralen Antikoagulans beginnen
Dosisanpassung
- ältere Patienten:
- keine Dosisreduktion erforderlich
- eingeschränkte Nierenfunktion
- Nierenfunktion bei allen Patienten vor Therapiebeginn durch Berechnung der Kreatinin-Clearance (CrCL) bewerten
- Nierenfunktion auch dann beurteilen, wenn vermutet wird, dass es während der Behandlung zu einer Veränderung der Nierenfunktion gekommen ist (z.B. Hypovolämie, Dehydration, und bei gleichzeitiger Anwendung von bestimmten Arzneimitteln)
- die während der klinischen Entwicklung von Lixiana zur Bestimmung der Nierenfunktion (CrCL inml/min) angewendete Methode war die Cockcroft-Gault-Methode
- für Kreatinin in µmol/l:
- 1,23 × (140 - Alter [Jahre]) × Körpergewicht [kg] (× 0,85 bei Frauen) / Serumkreatinin [µmol/l]
- für Kreatinin in mg/dl:
- (140 - Alter [Jahre]) × Körpergewicht [kg] (× 0,85 bei Frauen) / 72 × Serumkreatinin [mg/dl]
- diese Methode wird für die Bestimmung der CrCL von Patienten vor und während der Edoxaban - Behandlung empfohlen
- für Kreatinin in µmol/l:
- leichte Einschränkung der Nierenfunktion (CrCL > 50 - 80 ml / Min): 60 mg Edoxaban 1mal / Tag
- mäßige oder schwere Einschränkung der Nierenfunktion (CrCL 15 - 50 ml / Min): 30 mg Edoxaban 1mal / Tag
- terminale Niereninsuffizienz (TNI) (CrCL < 15 ml / Min) oder Dialysepatienten: Anwendung nicht empfohlen
- eingeschränkte Leberfunktion
- Lebererkrankungen, die mit Koagulopathie und klinisch relevantem Blutungsrisiko einhergehen: kontraindiziert
- schwere Einschränkung der Leberfunktion: Anwendung nicht empfohlen
- leichte - mäßige Einschränkung
- 60 mg Edoxaban 1mal / Tag
- Anwendung mit Vorsicht
- Patienten mit erhöhten Leberenzymen (ALT/AST > 2 × ULN) oder Gesamtbilirubin-Wert >/= 1,5 × ULN:
- diese Patienten wurden aus klinischen Studien ausgeschlossen
- Anwendung in dieser Patientengruppe deshalb mit Vorsicht
- vor Beginn einer Behandlung mit Edoxaban sollten Leberfunktionstests durchgeführt werden
- Patienten </= 60 kg KG:
- 30 mg Edoxaban 1mal / Tag
- Geschlecht
- keine Dosisreduktion erforderlich
- gleichzeitige Anwendung von Edoxaban und P-Glycoprotein (P-gp)-Inhibitoren
- Ciclosporin, Dronedaron, Erythromycin und Ketoconazol:
- 30 mg Edoxaban 1mal / Tag
- Amiodaron, Chinidin oder Verapamil:
- keine Dosisreduktion erforderlich
- andere P-gp-Inhibitoren einschließlich HIV-Proteasehemmern:
- keine Daten
- Ciclosporin, Dronedaron, Erythromycin und Ketoconazol:
- Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
- die Anwendung von Edoxaban bei Kindern und Jugendlichen (ab Geburt bis 18 Jahre) mit einem bestätigten VTE-Ereignis (LE und/oder TVT) wird nicht empfohlen, da die Wirksamkeit nicht erwiesen ist
- verfügbare Daten für VTE-Patienten s. Fachinformation
- Patienten, die sich einer Kardioversion unterziehen
- Behandlung mit Edoxaban kann bei Patienten, die möglicherweise eine Kardioversion benötigen, begonnen oder fortgesetzt werden
- TEE-geleiteten Kardioversion (TEE: transösophageale Echokardiographie) bei Patienten, die nicht zuvor mit Antikoagulantien behandelt wurden
- Behandlung mit Edoxaban mind. 2 Stunden vor der Kardioversion beginnen, um adäquate Antikoagulation sicherzustellen
- Kardioversion nicht später als 12 Stunden nach Einnahme von Edoxaban am Tag des Eingriffs durchführen
- bei allen Patienten, die sich einer Kardioversion unterziehen:
- vor der Kardioversion muss bestätigt werden, dass der Patient Edoxaban wie verordnet eingenommen hat
- Bei Entscheidungen über Einleitung und Dauer der Behandlung
- gängige Leitlinien zur Antikoagulantientherapie bei Patienten, die sich einer Kardioversion unterziehen, befolgen
Kontraindikationen
Edoxaban - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Edoxaban
- klinisch relevante akute Blutung
- Lebererkrankungen, die mit Koagulopathie und klinisch relevantem Blutungsrisiko einhergehen
- Läsionen oder klinische Situationen, wenn diese als signifikantes Risiko für eine schwere Blutung angesehen werden; z.B
- akute oder kürzlich aufgetretene gastrointestinale Ulzerationen
- maligne Neoplasien mit hohem Blutungsrisiko
- kürzlich aufgetretene Hirn- oder Rückenmarksverletzungen
- kürzlich durchgeführte chirurgische Eingriffe an
- Gehirn
- Rückenmark
- Augen
- kürzlich aufgetretene intrakranielle Blutungen
- bekannte oder vermutete Ösophagusvarizen
- arteriovenöse Fehlbildungen
- vaskuläre Aneurysmen
- größere intraspinale oder intrazerebrale vaskuläre Anomalien
- nicht eingestellte schwere Hypertonie
- gleichzeitige Anwendung von anderen Antikoagulanzien, z.B.
- unfraktionierte Heparine (UFH)
- niedermolekulare Heparine (Enoxaparin, Dalteparin etc.)
- Heparinderivate (Fondaparinux etc.)
- orale Antikoagulanzien (Warfarin, Dabigatranetexilat, Rivaroxaban, Apixaban etc.)
- Ausnahmen
- während der speziellen Situation der Umstellung der oralen Antikoagulationstherapie
- wenn unfraktioniertes Heparin in Dosen gegeben wird, die notwendig sind um die Durchgängigkeit eines zentralvenösen oder arteriellen Katheters zu erhalten
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Edoxaban - peroral
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Anämie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Thrombozytopenie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Überempfindlichkeit
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- anaphylaktischer Schock
- allergisches Ödem
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Nervensystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schwindelgefühl
- Kopfschmerzen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- intrakranielle Blutung (ICH)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Subarachnoidalblutung
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Augenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Blutung der Konjunktiva/Sklera
- intraokulare Blutung
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Herzerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- hämorrhagischer Perikarderguss
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Gefässerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- sonstige Blutung
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Epistaxis
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hämoptoe
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Abdominalschmerzen
- Blutung im unteren Gastrointestinaltrakt
- Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt
- Mund- / Pharynxblutung
- Übelkeit
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- retroperitoneale Blutung
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- erhöhte Bilirubinwerte im Blut
- erhöhte Gamma-Glutamyltransferase
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- erhöhte alkalische Phosphatase im Blut
- erhöhte Transaminasen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- kutane Weichteilgewebsblutung
- Ausschlag
- Juckreiz
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Nesselfieber
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- intramuskuläre Blutung (kein Kompartmentsyndrom)
- intraartikuläre Blutung
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- makroskopische Hämaturie/urethrale Blutungsquelle
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- vaginale Blutung
- Melderaten basieren auf den Teilnehmerinnen der klinischen Studien; bei Frauen < 50 Jahren häufig, bei Frauen > 50 Jahren gelegentlich berichtet
- vaginale Blutung
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Blutung an der Punktionsstelle
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Untersuchungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leberfunktionstest anomal
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Blutung am Operationssitus
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- subdurale Blutung
- eingriffsbedingte Hämorrhagie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hinweis
- Blutungen können an jeder Körperstelle auftreten und schwer und sogar tödlich verlaufen
Anwendungshinweise
- Einnahme zu oder unabhängig von den Mahlzeiten
- falls Schlucken der Tablette nicht möglich:
- Tabletten zerkleinern, mit Wasser oder Apfelmus mischen und dann sofort oral verabreichen
- alternativ: Tabletten zerkleinern, in einer kleinen Menge Wasser suspendieren und sofort durch eine nasogastrale Sonde verabreichen
- Sonde anschließend mit Wasser spülen
- Hinweis
- zerkleinerte Tabletten sind in Wasser und Apfelmus bis zu 4 Stunden stabil
Stillzeithinweise
Edoxaban - peroral
- kontraindiziert in der Stillzeit
- Entscheidung ist zu treffen, ob das Stillen unterbrochen wird oder auf die Behandlung zu verzichten ist, bzw. diese unterbochen werden soll
- Sicherheit und Wirksamkeit bei stillenden Frauen nicht erwiesen
- Daten für Tiere weisen darauf hin, dass Edoxaban in die Muttermilch übergeht
Schwangerschaftshinweise
Edoxaban - peroral
- kontraindiziert während der Schwangerschaft, aufgrund
- möglicher Reproduktionstoxizität
- des intrinsischen Blutungsrisikos
- von Hinweisen auf eine Plazentagängigkeit von Edoxaban
- Sicherheit und Wirksamkeit bei Schwangeren nicht erwiesen
- tierexperimentelle Studien
- Reproduktionstoxizität beobachtet
- Frauen im gebärfähigen Alter
- sollten vermeiden, während der Behandlung schwanger zu werden
- Fertlität
- keine speziellen Studien vorliegend zu Auswirkung von Edoxaban auf die Fertilität beim Menschen
- keine Auswirkungen beobachtet in einer Studie zur Fertilität männlicher und weiblicher Ratten
Warnhinweise
Edoxaban - peroral
- Anwendung von 15 mg/Tag Edoxaban als Monotherapie ist nicht angezeigt, da dies zu einer Wirksamkeitsbeeinträchtigung führen kann
- Monotherapie mit 15 mg nur angezeigt während der Umstellung von einer Behandlung mit 30 mg Edoxaban (bei Patienten, bei denen einer oder mehrere klinische Faktoren für eine erhöhte Exposition vorliegen) auf VKA in Verbindung mit einer angemessenen VKA-Dosis
- Blutungsrisiko
- Edoxaban erhöht das Blutungsrisiko und kann schwerwiegende, unter Umständen tödlich verlaufende Blutungen hervorrufen
- wie bei anderen Antikoagulanzien bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko empfohlen, Edoxaban nur mit Vorsicht anzuwenden
- bei schweren Blutungen sollte die Anwendung von Edoxaban abgesetzt werden
- in klinischen Studien Schleimhautblutungen (z.B. Nasenbluten, gastrointestinale, urogenitale) und Anämie während der Langzeitbehandlung unter Edoxaban im Vergleich zu einer Therapie mit VKA häufiger beobachtet
- Laboruntersuchung des Hämoglobins/Hämatokrits zur Erkennung okkulter Blutungen zusätzlich zur angemessenen klinischen Überwachung könnte daher von Nutzen sein, wenn dieses für angemessen gehalten wird
- einzelne Subgruppen von Patienten haben ein erhöhtes Blutungsrisiko
- müssen nach Behandlungsbeginn sorgfältig auf Anzeichen und Symptome für Blutungskomplikationen und Anämien überwacht werden
- bei jedem ungeklärten Hämoglobin- oder Blutdruckabfall sollte nach einer Blutungsquelle gesucht werden.
- gerinnungshemmende Wirkung von Edoxaban kann mit Standard-Labortests nicht zuverlässig kontrolliert werden
- ein spezifisches Antidot zur Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung von Edoxaban ist nicht verfügbar
- Hämodialyse leistet keinen nennenswerten Beitrag zur Clearance von Edoxaban
- Edoxaban erhöht das Blutungsrisiko und kann schwerwiegende, unter Umständen tödlich verlaufende Blutungen hervorrufen
- ältere Patienten
- gleichzeitige Anwendung von Edoxaban und ASS sollte aufgrund eines potenziell höheren Blutungsrisikos bei älteren Patienten mit Vorsicht erfolgen
- eingeschränkte Nierenfunktion
- leichte Einschränkung der Nierenfunktion (CrCL > 50 - 80 ml/Min.)
- Fläche unter der Kurve der Plasmakonzentration (AUC) um 32 % erhöht, gegenüber Personen mit normaler Nierenfunktion
- mäßige Einschränkung der Nierenfunktion (CrCL 30 - 50 ml/Min.)
- AUC um 74 % erhöht, gegenüber Personen mit normaler Nierenfunktion
- schwere Einschränkung der Nierenfunktion (CrCL < 30 ml/Min.), nicht dialysepflichtig
- AUC um 72 % erhöht, gegenüber Personen mit normaler Nierenfunktion
- terminale Niereninsuffizienz oder Dialysepatienten
- Edoxaban nicht empfohlen
- leichte Einschränkung der Nierenfunktion (CrCL > 50 - 80 ml/Min.)
- Nierenfunktion bei NVAF
- für Edoxaban wurde im Vergleich zu gut eingestelltem Warfarin ein Trend zu einer Wirksamkeitsabnahme mit ansteigender Kreatinin-Clearance beobachtet
- daher sollte Edoxaban bei Patienten mit NVAF und hoher Kreatinin-Clearance nur nach sorgfältiger Bewertung des individuellen Thromboembolie- und Blutungsrisikos angewendet werden
- Bestimmung der Nierenfunktion
- Überwachung der Kreatinin-Clearance bei allen Patienten zu Beginn der Behandlung
- sollte auch danach fortgesetzt werden, wenn es klinisch angezeigt ist
- für Edoxaban wurde im Vergleich zu gut eingestelltem Warfarin ein Trend zu einer Wirksamkeitsabnahme mit ansteigender Kreatinin-Clearance beobachtet
- eingeschränkte Leberfunktion
- stark eingeschränkte Leberfunktion
- Edoxaban nicht empfohlen
- leicht oder mäßig eingeschränkte Leberfunktion
- Anwendung mit Vorsicht
- Patienten mit erhöhten Leberenzymen (ALT/AST > 2 x ULN) oder einem Gesamtbilirubin-Wert >= 1,5 x ULN
- wurden aus klinischen Studien ausgeschlossen
- Anwendung mit Vorsicht
- vor Beginn einer Behandlung mit Edoxaban sollten Leberfunktionstests durchgeführt werden
- Patienten, die > 1 Jahr mit Edoxaban behandelt werden
- regelmäßige Überwachung der Leberfunktion empfohlen
- stark eingeschränkte Leberfunktion
- Absetzen wegen eines chirurgischen oder sonstigen Eingriffs
- wenn die Antikoagulation zur Reduktion des Blutungsrisikos bei einem chirurgischen oder sonstigen Eingriff vorübergehend abgesetzt werden muss
- Edoxaban so bald wie möglich und vorzugsweise mind. 24 Stunden vor dem Eingriff absetzen
- bei der Entscheidung, ob ein Eingriff bis 24 Stunden nach der letzten Dosis von Edoxaban verschoben werden sollte, ist das erhöhte Blutungsrisiko gegen die Dringlichkeit des Eingriffs abzuwägen
- nach dem chirurgischen oder sonstigen Eingriff ist die Behandlung mit Edoxaban wiederaufzunehmen, sobald eine entsprechende Hämostase erreicht ist
- dabei beachten, dass die gerinnungshemmende therapeutische Wirkung von Edoxaban innerhalb von 1 - 2 Stunden einsetzt
- wenn während oder nach dem Eingriff eine orale medikamentöse Therapie nicht möglich ist
- Anwendung eines parenteralen Antikoagulans in Betracht ziehen und anschließend auf die orale Therapie mit Edoxaban umstellen
- wenn die Antikoagulation zur Reduktion des Blutungsrisikos bei einem chirurgischen oder sonstigen Eingriff vorübergehend abgesetzt werden muss
- Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln, die die Hämostase beeinflussen
- gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die die Hämostase beeinflussen, kann das Blutungsrisiko erhöhen, z.B.
- Acetylsalicylsäure (ASS)
- Thrombozytenaggregationshemmer aus der Gruppe der P2Y12-Rezeptorantagonisten
- andere antithrombotische Substanzen
- Fibrinolytika
- selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder SerotoninSerotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI)
- chronisch angewendete nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
- gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die die Hämostase beeinflussen, kann das Blutungsrisiko erhöhen, z.B.
- prothetische Herzklappen und mäßig schwere bis schwere Mitralstenose
- Anwendung von Edoxaban nicht untersucht und daher nicht empfohlen bei
- Patienten mit mechanischen Herzklappen
- Patienten während der ersten 3 Monate nach Implantation einer bioprothetischen Herzklappe mit oder ohne Vorhofflimmern
- Patienten mit mäßig schwerer bis schwerer Mitralstenose
- Anwendung von Edoxaban nicht untersucht und daher nicht empfohlen bei
- hämodynamisch instabile LE-Patienten oder Patienten mit Bedarf für eine Thrombolyse oder Lungenembolektomie
- Anwendung von Edoxaban als Alternative zu unfraktioniertem Heparin bei Patienten mit Lungenembolie, bei denen eine hämodynamische Instabilität vorliegt oder bei denen u. U. eine Thrombolyse oder Lungenembolektomie durchgeführt wird, ist nicht empfehlenswert
- Sicherheit und Wirksamkeit von Edoxaban ist in diesen klinischen Situationen nicht erwiesen
- Anwendung von Edoxaban als Alternative zu unfraktioniertem Heparin bei Patienten mit Lungenembolie, bei denen eine hämodynamische Instabilität vorliegt oder bei denen u. U. eine Thrombolyse oder Lungenembolektomie durchgeführt wird, ist nicht empfehlenswert
- Patienten mit akuten Krebserkrankungen
- Wirksamkeit und Sicherheit von Edoxaban in der Behandlung und/oder Prophylaxe von VTE sind nicht erwiesen
- Patienten mit einem Antiphospholipid-Syndrom
- direkt wirkende orale Antikoagulanzien, einschließlich Edoxaban, nicht für Patienten mit einer Thrombose in der Krankheitsgeschichte, bei denen ein Antiphospholipid-Syndrom diagnostiziert wurde, empfohlen
- insbesondere bei dreifach positiven Patienten (für Lupus-Antikoagulans, Anticardiolipin-Antikörper und Anti-Beta-2-Glykoprotein I-Antikörper) könnte eine Behandlung mit direkt wirkenden oralen Koagulanzien im Vergleich mit einer Vitamin K-Antagonisten-Therapie mit einer erhöhten Rate rezidivierender thrombotischer Ereignisse verbunden sein
- Gerinnungsparameter
- Wirkung von Edoxaban auf die Gerinnungshemmung kann mithilfe eines kalibrierten quantitativen Anti-Faktor-Xa-Tests bestimmt werden
- obwohl keine Routinekontrolle bei der Behandlung mit Edoxaban erforderlich ist
- dadurch können informierte klinische Entscheidungen in besonderen Situationen, z.B. Überdosierung und Notoperationen getroffen werden
- Edoxaban bewirkt infolge der FXa-Hemmung eine Verlängerung/Erhöhung von Standard-Gerinnungswerten wie der Prothrombinzeit (PT), des INR-Werts und der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT)
- die bei der erwarteten therapeutischen Dosierung zu beobachtenden Veränderungen dieser Gerinnungswerte sind jedoch geringfügig, weisen eine hohe Variabilität auf und sind bei der Kontrolle der gerinnungshemmenden Wirkung von Edoxaban nicht hilfreich
- Wirkung von Edoxaban auf die Gerinnungshemmung kann mithilfe eines kalibrierten quantitativen Anti-Faktor-Xa-Tests bestimmt werden