Lorviqua 100 mg Filmtabletten

Abacus Medicine A/S
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Lorlatinib →

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N1 30 ST 5409,59 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit Anaplastische-Lymphomkinase (ALK)-positivem, fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (non-small cell lung cancer, NSCLC), die zuvor nicht mit einem ALK-Inhibitor behandelt wurden
  • Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit ALK-positivem, fortgeschrittenen NSCLC, deren Erkrankung fortgeschritten ist nach:
    • Alectinib oder Ceritinib als erste Therapie mit ALK-Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) oder
    • Crizotinib und mindestens einem anderen ALK-TKI

Dosierung

  • Behandlung des ALK-positiven, fortgeschrittenen NSCLC
    • Durchführung und Überwachung der Behandlung von einem in der Anwendung von Krebstherapeutika erfahrenen Arzt
    • Hinweise:
      • der Nachweis eines ALK-positiven NSCLC ist für die Auswahl der Patienten für eine Behandlung mit Lorlatinib erforderlich, da nur für diese Patienten ein Nutzen nachgewiesen wurde
      • die Untersuchung auf ein ALK-positives NSCLC sollte von Laboratorien durchgeführt werden, welche die verwendete Technologie nachweislich beherrschen
      • eine unsachgemäße Testdurchführung kann zu unzuverlässigen Testergebnissen führen
    • Dosierung
      • Erwachsene
        • 100 mg Lorlatinib 1mal / Tag
        • Behandlungsdauer
          • solange der Patient einen klinischen Nutzen von der Behandlung hat, ohne dass es zu inakzeptabler Toxizität kommt
        • verspätete oder vergessene Dosis
          • vergessene Dosis nachholen, sobald der Patient dies bemerkt
          • falls nächste Dosis in weniger als 4 Stunden fällig ist
            • vergessene Dosis nicht mehr einnehmen
          • keine doppelte Dosis zur selben Zeit einnehmen, um eine vergessene Dosis nachzuholen

Dosisanpassungen

  • abhängig von individueller Sicherheit und Verträglichkeit kann eine Therapieunterbrechung oder eine Dosisreduktion erforderlich werden
    • Stufen der Dosisreduktion
      • 1. Dosisreduktion: 75 mg 1mal / Tag
      • 2. Dosisreduktion: 50 mg 1mal / Tag
      • falls der Patient die orale Dosis von 50 mg 1mal / Tag nicht verträgt
        • Lorlatinib endgültig absetzen
  • Nebenwirkungena
    • Hypercholesterinämie oder Hypertriglyceridämie
      • leichte Hypercholesterinämie (Cholesterinwert zwischen ULN [obere Normgrenze] und 300 mg / dl bzw. zwischen ULN und 7,75 mmol / l)
      • oder mäßige Hypercholesterinämie (Cholesterinwert zwischen 301 und 400 mg / dl bzw. 7,76 und 10,34 mmol / l)
      • oder leichte Hypertriglyceridämie (Triglyceridwert zwischen 150 und 300 mg / dl bzw. 1,71 und 3,42 mmol / l)
      • oder mäßige Hypertriglyceridämie (Triglyceridwert zwischen 301 und 500 mg / dl bzw. 3,43 und 5,7 mmol / l)
        • Einleiten oder Anpassen einer lipidsenkenden Therapieb gemäß der entsprechenden Fachinformation
        • Behandlung mit Lorlatinib bei gleicher Dosis fortsetzen
      • schwere Hypercholesterinämie (Cholesterinwert zwischen 401 und 500 mg / dl bzw. 10,35 und 12,92 mmol / l)
      • oder schwere Hypertriglyceridämie (Triglyceridwert zwischen 501 und 1.000 mg / dl bzw. 5,71 und 11,4 mmol / l)
        • Einleiten einer lipidsenkenden Therapieb
        • bei bereits bestehender lipidsenkender Therapie eine Dosiserhöhung der Therapieb gemäß der entsprechenden Fachinformation oder Umstellung auf eine andere lipidsenkende Therapieb
        • Behandlung mit Lorlatinib ohne Unterbrechung bei gleicher Dosis fortsetzen
      • lebensbedrohende Hypercholesterinämie (Cholesterinwert > 500 mg / dl bzw. > 12,92 mmol / l)
      • oder lebensbedrohende Hypertriglyceridämie (Triglyceridwert > 1.000 mg / dl bzw. > 11,4 mmol / l)
        • Einleiten einer lipidsenkenden Therapieb oder Dosiserhöhung der bestehenden Therapieb gemäß der entsprechenden Fachinformation oder Umstellung auf eine andere lipidsenkende Therapieb
          • Aussetzen von Lorlatinib bis zum Abklingen der Hypercholesterinämie und / oder Hypertriglyceridämie auf einen leichten oder mäßigen Schweregrad
        • Wiederaufnahme derselben Dosis von Lorlatinib bei maximierter lipidsenkender Therapieb gemäß der entsprechenden Fachinformation
        • bei erneutem Auftreten schwerer Hypercholesterinämie und / oder Hypertriglyceridämie trotz maximaler lipidsenkender Therapieb gemäß der entsprechenden Fachinformation
          • Verringerung der Lorlatinib-Dosierung um 1 Stufe
    • Auswirkungen auf das Zentralnervensystem (ZNS, einschließlich psychotischer Effekte sowie Veränderungen von Wahrnehmung, Stimmung, mentalem Status oder Sprache)
      • Grad 2: mäßig oder
      • Grad 3: schwer
        • Aussetzen von Lorlatinib bis zum Rückgang der Toxizität auf Grad 1 oder darunter
        • anschließend Wiederaufnahme der Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten Dosierung
      • Grad 4: lebensbedrohend / Sofortmaßnahmen indiziert
        • Lorlatinib endgültig absetzen
    • erhöhter Lipase-/ Amylasewert
      • Grad 3: schwer oder
      • Grad 4: lebensbedrohend / Sofortmaßnahmen indiziert
        • Aussetzen von Lorlatinib bis zum Rückgang der Lipase- / Amylasewerte auf die Ausgangswerte
        • anschließend Wiederaufnahme der Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten Dosierung
    • interstitielle Lungenerkrankung (ILD) / Pneumonitis
      • Grad 1: leicht oder
      • Grad 2: mäßig
        • Aussetzen von Lorlatinib bis zum Rückgang der Symptome auf den Ausgangswert sowie Erwägen einer Kortikosteroidtherapie
        • Wiederaufnahme der Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten Dosierung
        • endgültiges Absetzen von Lorlatinib bei erneutem Auftreten von ILD / Pneumonitis oder einer ausbleibenden Erholung trotz Steroidbehandlung und 6-wöchiger Unterbrechung der Lorlatinib-Therapie
      • Grad 3: schwer oder
      • Grad 4: lebensbedrohend / Sofortmaßnahmen indiziert
        • Lorlatinib endgültig absetzen
    • PR-Intervallverlängerung / atrioventrikulärer Block (AV-Block)
      • AV-Block 1. Grads: asymptomatisch
        • Behandlung mit Lorlatinib ohne Unterbrechung bei gleicher Dosis fortsetzen
        • Wirkungen von Begleitmedikationen berücksichtigen und einen möglicherweise unausgeglichenen Elektrolythaushalt beurteilen und korrigieren, der zu einer PR-Intervallverlängerung führen kann
        • Überwachung von EKG / Symptomen, die potenziell eng mit einem AV-Block zusammenhängen
      • AV-Block 1. Grads: symptomatisch
        • Aussetzen von Lorlatinib
        • Wirkungen von Begleitmedikationen berücksichtigen und einen möglicherweise unausgeglichenen Elektrolythaushalt beurteilen und korrigieren, der zu einer PR-Intervallverlängerung führen kann
        • enge Überwachung von EKG / Symptomen, die potenziell mit einem AV-Block zusammenhängen
        • bei Abklingen der Symptome Wiederaufnahme der Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten Dosis
      • AV-Block 2. Grads: asymptomatisch
        • Aussetzen von Lorlatinib
        • Wirkungen von Begleitmedikationen berücksichtigen und einen möglicherweise unausgeglichenen Elektrolythaushalt beurteilen und korrigieren, der zu einer PR-Intervallverlängerung führen kann
        • enge Überwachung von EKG / Symptomen, die potenziell mit einem AV-Block zusammenhängen
        • wenn ein nachfolgendes EKG keinen AV-Block 2. Grads zeigt
          • Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten Dosis wieder aufnehmen
      • AV-Block 2. Grads: symptomatisch
        • Aussetzen von Lorlatinib
        • Wirkungen von Begleitmedikationen berücksichtigen und einen möglicherweise unausgeglichenen Elektrolythaushalt beurteilen und korrigieren, der zu einer PR-Intervallverlängerung führen kann
        • Überwachung und Monitorierung der Herzfunktion beim Patienten
        • bei anhaltendem symptomatischen AV-Block Implantation eines Herzschrittmachers erwägen
        • wenn die Symptome und der AV-Block 2. Grads zurückgehen oder eine Erholung bis zu einem asymptomatischen AV-Block 1. Grads eintritt
          • Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten Dosis wieder aufnehmen
      • vollständiger AV-Block
        • Aussetzen von Lorlatinib
          • Wirkungen von Begleitmedikationen berücksichtigen und einen möglicherweise unausgeglichenen Elektrolythaushalt beurteilen und korrigieren, der zu einer PR Intervallverlängerung führen kann
          • Überwachung und Monitorierung der Herzfunktion beim Patienten
          • bei schweren mit dem AV-Block assoziierten Symptomen kann die Implantation eines Herzschrittmachers angezeigt sein
          • geht der AV-Block nicht zurück, kann die Implantation eines Herzschrittmachers in Betracht gezogen werden
        • bei Implantation eines Herzschrittmachers
          • Behandlung mit Lorlatinib bei voller Dosierung fortsetzen
        • wird kein Herzschrittmacher implantiert
          • Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten Dosis wieder aufnehmen, sofern die Symptome zurückgehen und das PR-Intervall weniger als 200 ms beträgt
    • Hypertonie
      • Grad 3 (SBD >/= 160 mmHg oder DBD >/= 100 mmHg; medizinische Intervention indiziert; mehr als ein Antihypertonikum oder intensivere Therapie als bisher indiziert)
        • Aussetzen von Lorlatinib bis zum Rückgang der Hypertonie auf </= Grad 1 (SBD < 140 mmHg und DBD < 90 mmHg)
        • anschließend Wiederaufnahme der Behandlung mit Lorlatinib mit derselben Dosis
        • bei Wiederauftreten einer Hypertonie des Grads 3
          • Aussetzen von Lorlatinib bis zum Rückgang auf </= Grad 1
          • anschließend Wiederaufnahme der Behandlung mit verringerter Dosis
        • keine ausreichende Kontrolle der Hypertonie bei optimaler medizinischer Versorgung
          • endgültiges Absetzen von Lorlatinib
      • Grad 4 (lebensbedrohliche Folgen/Sofortmaßnahmen indiziert)
        • Aussetzen von Lorlatinib bis zum Rückgang auf </= Grad 1
        • anschließend Wiederaufnahme der Behandlung mit verringerter Dosis oder endgültiges Absetzen von Lorlatinib
        • bei Wiederauftreten einer Hypertonie Grad 4
          • endgültiges Absetzen von Lorlatinib
    • Hyperglykämie
      • Grad 3 oder Grad 4 (persistierende Hyperglykämie > 250 mg / dl trotz optimaler antihyperglykämischer Therapie)
        • Aussetzen von Lorlatinib bis Hyperglykämie ausreichend kontrolliert ist
        • anschließend Wiederaufnahme der Behandlung mit der nächst niedrigeren Dosis
        • keine ausreichende Kontrolle der Hyperglykämie bei optimaler medizinischer Versorgung
          • endgültiges Absetzen von Lorlatinib
    • andere Nebenwirkungen
      • Grad 1: leicht oder
      • Grad 2: mäßig
        • je nach klinischer Indikation unveränderte Dosis in Betracht ziehen oder die Dosis um 1 Stufe verringern
      • Grad 3: schwer
        • Lorlatinib bis zum Rückgang auf Grad 2 oder den Ausgangswert aussetzen
        • anschließend Wiederaufnahme der Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten Dosierung
    • Abkürzungen
      • CTCAE = Common Terminology Criteria for Adverse Events; EKG = Elektrokardiogramm
      • HMG-CoA = 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzym A; NCI = National Cancer Institute
      • ULN = obere Normgrenze (upper limit of normal)
      • a Schweregrad-Einteilungen entsprechen den CTCAE-Klassifizierungen des NCI
      • b mögliche lipidsenkende Therapien: HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor, Nikotinsäure, Fibratsäurederivate oder Ethylester von Omega-3-Fettsäuren
  • starke Cytochrom-P-450 (CYP) 3A4/5-Inhibitoren
    • gleichzeitige Anwendung von Lorlatinib mit starken CYP3A4/5-Inhibitoren und Grapefruitsaftprodukten können die Plasmakonzentrationen von Lorlatinib erhöhen
    • alternative Begleitmedikation mit einer geringeren CYP3A4/5-Hemmung in Betracht ziehen
    • wenn die gleichzeitige Anwendung eines starken CYP3A4/5-Inhibitors notwendig ist
      • Reduktion der Anfangsdosis von 100 mg Lorlatinib 1mal / Tag auf 75 mg 1mal / Tag
    • Absetzen eines starken CYP3A4/5-Inhibitors
      • Lorlatinib mit der vor Beginn der Anwendung des starken CYP3A4/5-Inhibitors verwendeten Dosis und nach einer Auswaschphase des starken CYP3A4/5-Inhibitors von 3 bis 5 Halbwertszeiten fortsetzen
  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • keine Dosisempfehlung möglich (Daten nur in begrenztem Umfang vorhanden)
  • Niereninsuffizienz
    • normal, leicht bis mittelschwer (eGFR >/= 30 ml / Min.)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwer (eGFR < 30 ml / Min.)
      • reduzierte Lorlatinib-Dosis, z. B. Initialdosis von 75 mg 1mal/ Tag
    • Dialyse-Patienten
      • keine Daten vorhanden
  • Leberinsuffizienz
    • leicht
      • keine Dosisanpassung empfohlen
    • mittelschwer bis schwer
      • Anwendung nicht empfohlen (keine Daten vorhanden)
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • keine Daten vorhanden

Kontraindikationen

Lorlatinib - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Lorlatinib
  • gleichzeitige Anwendung starker CYP3A4 / 5-Induktoren

Nebenwirkungen

Lorlatinib - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Anämie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypercholesterinämie, einschl.
        • Cholesterin im Blut erhöht
      • Hypertriglyceridämie, einschl.
        • Triglyceride im Blut erhöht
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperglykämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • affektive Effekte, einschl.
        • Affekterkrankung
        • Affektlabilität
        • Aggression
        • Agitiertheit
        • Ärger
        • Angst
        • Bipolar-I-Störung
        • depressive Verstimmung
        • Depression
        • Depressivsymptom
        • euphorische Stimmung
        • Reizbarkeit
        • Manie
        • geänderte Laune
        • Stimmungsschwankungen
        • Panikattacke
        • Persönlichkeitsveränderung
        • Stress
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Veränderung des mentalen Status
      • psychotische Effekte, einschl.
        • Halluzination
        • akustische Halluzination
        • visuelle Halluzination
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • kognitive Effekte, einschl.
        • Ereignisse aus der Systemorganklasse [SOC] "Erkrankungen des Nervensystems":
          • Amnesie
          • kognitive Störung
          • Demenz
          • Aufmerksamkeitsstörung
          • Gedächtnisstörung
          • geistige Beeinträchtigung
        • Ereignisse aus der SOC "Psychiatrische Erkrankungen":
          • Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätsstörung
          • Verwirrtheitszustand
          • Delirium
          • Orientierungsstörung
          • Lesestörung
        • innerhalb dieser Nebenwirkungen wurden Begriffe der SOC der "Erkrankungen des Nervensystems" häufiger berichtet als Begriffe aus der SOC "Psychiatrische Erkrankungen"
      • periphere Neuropathie, einschl.
        • Brennen
        • Dysästhesie
        • Ameisenlaufen
        • Gangstörung
        • Hypoästhesie
        • motorische Funktionsstörung
        • Muskelschwäche
        • Neuralgie
        • periphere Neuropathie
        • Neurotoxizität
        • Parästhesie
        • periphere motorische Neuropathie
        • periphere sensorische Neuropathie
        • Peroneuslähmung
        • Gefühlsstörung
      • Kopfschmerz
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Effekte auf die Sprache, einschl.
        • Dysarthrie
        • langsame Sprache
        • Sprechstörung
  • Augenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Sehstörungen , einschl.
        • Diplopie
        • Photophobie
        • Photopsie
        • verschwommenes Sehen
        • Sehschärfe vermindert
        • Sehverschlechterung
        • Glaskörperflusen [Mouches volantes]
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypertonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pneumonitis, einschl.
        • interstitielle Lungenerkrankung
        • Opazität in der Lunge
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Diarrhö
      • Übelkeit
      • Verstopfung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ausschlag, einschl.
        • akneiforme Dermatitis
        • makulo-papulöser Ausschlag
        • juckender Ausschlag
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Arthralgie
      • Myalgie, einschl.
        • Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ödem, einschl.
        • generalisiertes Ödem
        • peripheres Ödem
        • periphere Schwellung
        • Schwellung
      • Fatigue, einschl.
        • Asthenie
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Gewichtszunahme
      • Lipase erhöht
      • Amylase erhöht
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Elektrokardiogramm-PR verlängert

Anwendungshinweise

  • Tabletten zur oralen Verabreichung
  • Lorlatinib-Dosis jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit mit oder ohne Nahrung einnehmen
  • Tabletten im Ganzen schlucken (vor Einnahme nicht kauen, zerdrücken oder öffnen)
  • zerbrochene, gerissene oder anderweitig beschädigte Tabletten dürfen nicht eingenommen werden

Stillzeithinweise

Lorlatinib - peroral
  • Lorlatinib sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden
    • Unterbrechung des Stillens während der Behandlung mit Lorlatinib und für eine Dauer von 7 Tagen nach der letzten Dosis
  • nicht bekannt, ob Lorlatinib und dessen Metabolite in die Muttermilch übergehen
    • Risiko für das Neugeborene / Kind kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Lorlatinib - peroral
  • die Anwendung von Lorlatinib während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen
  • Frauen im gebärfähigen Alter / Verhütung bei Männern und Frauen
    • Anwendung von Lorlatinib bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen
    • männliche Patienten mit gebärfähigen Partnerinnen
      • Anwendung einer zuverlässigen Verhütungsmethode (einschließlich eines Kondoms) während der Behandlung mit Lorlatinib und für einen Zeitraum von mind. 14 Wochen nach der letzten Dosis
    • männliche Patienten mit schwangeren Partnerinnen
      • Anwendung von Kondomen
    • Frauen im gebärfähigen Alter
      • sollten angewiesen werden, während der Behandlung mit Lorlatinib nicht schwanger zu werden
      • Anwendung einer hochwirksamen nicht-hormonellen Verhütungsmethode, weil Lorlatinib hormonelle Kontrazeptiva wirkungslos machen kann
      • falls eine hormonelle Verhütungsmethode unvermeidbar ist
        • Kombination mit einem Kondom
      • Anwendung einer wirksamen Verhütungsmethode muss für mindestens 35 Tage nach Abschluss der Behandlung fortgesetzt werden
  • es liegen keine Daten zur Anwendung von Lorlatinib bei Schwangeren vor
  • Lorlatinib kann bei Verabreichung an Schwangere dem Fötus schaden
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigten embryofetale Toxizität
  • Fertilität
    • männliche Fertilität
      • auf Grundlage präklinischer Sicherheitsergebnisse kann die männliche Fertilität während der Behandlung mit Lorlatinib beeinträchtigt sein
      • vor der Behandlung sollten sich Männer über eine wirksame Erhaltung der Fertilität beraten lassen
    • weibliche Fertilität
      • nicht bekannt, ob Lorlatinib die weibliche Fertilität beeinträchtigt

Warnhinweise

Lorlatinib - peroral
  • die Behandlung mit Lorlatinib sollte von einem in der Anwendung von Krebstherapeutika erfahrenen Arzt durchgeführt und überwacht werden
  • Nachweis eines ALK-positiven NSCLC
    • ist für die Auswahl der Patienten für eine Behandlung mit Lorlatinib erforderlich, da nur für diese Patienten ein Nutzen nachgewiesen wurde
    • die Untersuchung auf ein ALK-positives NSCLC sollte von Laboratorien durchgeführt werden, welche die verwendete Technologie nachweislich beherrschen
    • eine unsachgemäße Testdurchführung kann zu unzuverlässigen Testergebnissen führen
  • Hyperlipidämie
    • Anstieg der Serumwerte für Cholesterin und Triglyceride während der Behandlung mit Lorlatinib möglich
      • mediane Dauer bis zum Auftreten eines schwerwiegenden Anstiegs der Serumwerte für Cholesterin bzw. Triglyceride beträgt 104 Tage (Spanne: 29 bis 518 Tage) bzw. 120 Tage (Spanne: 15 bis 780 Tage)
    • Überwachgung der Serumwerte für Cholesterin und Triglyceride
      • vor Beginn der Behandlung
      • nach 2, 4 und 8 Wochen sowie
      • in regelmäßigen Abständen danach
    • ggf. muss eine Behandlung mit lipidsenkenden Arzneimitteln eingeleitet oder deren Dosis erhöht werden
  • Auswirkungen auf das Zentralnervensystem (ZNS)
    • Beobachtung von Auswirkungen auf das ZNS
      • psychotische Effekte
      • Veränderungen der kognitiven Funktion, Stimmung, des mentalen Status oder Sprache
    • bei Auftreten von ZNS-Auswirkungen
      • Dosisanpassung oder
      • Absetzen der Behandlung
  • Atrioventrikulärer Block
    • Lorlatinib wurde an einer Patientenpopulation untersucht, von der Patienten mit AV-Block 2. und 3. Grads (sofern nicht durch Herzschrittmacher behoben) oder AV-Block mit einem PR-Intervall von > 220 ms ausgeschlossen waren
    • Berichte über Fälle von PR-Intervallverlängerung und AV-Block
    • EKG-Kontrolle
      • insb. für Patienten mit prädisponierenden Faktoren für das Auftreten klinisch signifikanter kardialer Ereignisse
      • vor Beginn der Behandlung
      • anschließend in monatlichen Abständen
    • bei Patienten, die einen AV-Block entwickeln, kann eine Dosisanpassung erforderlich sein
  • Abnahme der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF)
    • Berichte über Fälle von verringerter LVEF bei mit Lorlatinib behandelten Patienten, deren LVEF zu Studienbeginn und mind. 1mal im Nachuntersuchungszeitraum beurteilt wurde
    • auf Grundlage verfügbarer klinischen Studiendaten ist kein kausaler Zusammenhang zwischen Auswirkungen auf Veränderungen der Kontraktilität des Herzens und Lorlatinib feststellbar
    • Patienten mit kardialen Risikofaktoren und Krankheiten mit möglichen Auswirkungen auf die LVEF
      • kardiales Monitoring einschließlich einer Beurteilung der LVEF zu Beginn und während der Behandlung in Betracht ziehen
    • Patienten, die während der Behandlung relevante kardiologische Anzeichen / Symptome entwickeln
      • kardiales Monitoring, einschließlich einer Beurteilung der LVEF, in Betracht ziehen
  • erhöhte Lipase- und Amylasewerte
    • erhöhte Lipase- und / oder Amylasewerte beobachtet
      • mediane Dauer bis zum Auftreten erhöhter Lipase bzw. Amylasewerte im Serum beträgt 141 Tage (Spanne: 1 bis 1091 Tage) bzw. 138 Tage (Spanne: 1 bis 1112 Tage)
    • Risiko einer Pankreatitis infolge einer begleitenden Hypertriglyceridämie und / oder eines potenziellen intrinsischen Mechanismus in Betracht ziehen
    • Kontrolle der Lipase- und Amylaseerhöhung je nach klinischer Indikation
      • vor Beginn der Behandlung und
      • in regelmäßigen Abständen danach
  • Interstitielle Lungenerkrankung (ILD) / Pneumonitis
    • schwere oder lebensbedrohliche pulmonale Nebenwirkungen beobachtet, die auf ILD / Pneumonitis hinweisen
    • Patienten mit einer Verschlechterung der Atemwegssymptome, die auf eine ILD / Pneumonitis hinweist (z. B. Dyspnoe, Husten und Fieber)
      • umgehende Untersuchung auf ILD / Pneumonitis
      • Lorlatinib sollte je nach Schweregrad ausgesetzt und / oder endgültig abgesetzt werden
  • Hypertonie
    • bei mit Lorlatinib behandelten Patienten wurde über Hypertonie berichtet
    • der Blutdruck sollte gemessen werden
      • vor Beginn der Behandlung mit Lorlatinib
      • nach 2 Wochen der Behandlung mit Lorlatinib
      • danach mind. 1mal monatlich während der Behandlung mit Lorlatinib
    • je nach Schweregrad sollte Lorlatinib ausgesetzt und die Behandlung mit einer niedrigeren Dosis wieder aufgenommen oder endgültig abgesetzt werden
  • Hyperglykämie
    • bei mit Lorlatinib behandelten Patienten ist Hyperglykämie aufgetreten
    • die Nüchternglukose im Serum sollte gemessen werden
      • vor Beginn der Behandlung mit Lorlatinib
      • anschließend in regelmäßigen Abständen gem. nationaler Leitlinien
    • je nach Schweregrad sollte Lorlatinib ausgesetzt und die Behandlung mit einer niedrigeren Dosis wieder aufgenommen oder endgültig abgesetzt werden
  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
    • gleichzeitige Anwendung von Lorlatinib und Rifampin (starker CYP3A4 / 5-Induktor)
      • Anstieg von Alanin-Aminotransferase (ALT) und Aspartat-Aminotransferase (AST), ohne Anstieg des Gesamtwerts für Bilirubin und alkalischer Phosphatase
    • gleichzeitige Anwendung starker CYP3A4 / 5-Induktoren
      • kontraindiziert
    • gleichzeitige Anwendung moderater CYP3A4 / 5-Induktoren
      • Leberfunktionstests bei gesunden Probanden, die Lorlatinib in Kombination mit moderaten CYP3A4 / 5-Induktor Modafinil erhielten, zeigten keine klinisch relevanten Veränderungen
    • gleichzeitige Anwendung von Lorlatinib mit CYP3A4 / 5-Substraten mit enger therapeutischer Breite (u. a. Alfentanil, Ciclosporin, Dihydroergotamin, Ergotamin, Fentanyl, hormonelle Kontrazeptiva, Pimozid, Chinidin, Sirolimus und Tacrolimus)
      • Anwendung sollte vermieden werden, da die Konzentration dieser Arzneimittel durch Lorlatinib reduziert werden kann
  • Fertilität und Schwangerschaft
    • männliche Patienten mit weiblichen Partnern im gebärfähigen Alter
      • Anwendung einer zuverlässige Verhütungsmethode (einschließlich eines Kondoms) während der Behandlung mit Lorlatinib und für einen Zeitraum von mindestens 14 Wochen nach der letzten Dosis
    • männliche Patienten mit schwangeren Partnern
      • Anwendung von Kondomen
    • männliche Fertilität
      • während der Behandlung möglicherweise beinträchtigt
      • vor der Behandlung sollten sich Männer über eine wirksame Erhaltung der Fertilität beraten lassen
    • Frauen im gebärfähigen Alter
      • sollten während der Behandlung nicht schwanger werden
      • Anwendung einer hochwirksamen Methode zur nichthormonellen Empfängnisverhütung, weil Lorlatinib hormonelle Kontrazeptiva wirkungslos machen kann
        • falls hormonelle Verhütungsmethode unvermeidbar, muss in Kombination mit der hormonellen Methode ein Kondom verwendet werden
      • Anwendung einer wirksamen Verhütungsmethode muss für mindestens 35 Tage nach Abschluss der Behandlung fortgesetzt werden
      • weibliche Fertilität
        • nicht bekannt, ob Lorlatinib die weibliche Fertilität beeinträchtigt