LYNOZYFIC 200 mg/10 ml Konz.z.Her.e.Inf.-Lsg.Dsfl.
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| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 1 ST | 9625,47 € |
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Indikation
- Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom
- die zuvor bereits mind. 3 Therapien erhalten haben, darunter ein Proteasom-Inhibitor, ein Immunmodulator und eine monoklonaler Anti-CD38-Antikörper
- und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben
Dosierung
Basiseinheit: jede Durchstechflasche enthält 200 mg Linvoseltamab in 10 ml in einer Konzentration von 20 mg / ml
- Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom, die zuvor bereits mindestens 3 Therapien erhalten haben, darunter ein Proteasom-Inhibitor, ein Immunmodulator und eine monoklonaler Anti-CD38-Antikörper, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben
- vor Beginn der Behandlung
- großes Blutbild erstellen
- aktive Infektion ausschließen
- Schwangerschaft bei Frauen im gebärfähigen Alter ebenfalls ausschließen
- Vorbehandlung
- um das Risiko von CRS und/oder IRR zu reduzieren
- Arzneimittel zur Vorbehandlung sollten angewendet werden, bis zwei volle Dosen ohne CRS und/oder IRR vertragen wurden
- Tabelle 1: Arzneimittel zur Vorbehandlung
- Step-up-Dosierung (einschließlich der ersten 200-mg-Dosis)
- 40 mg Dexamethason intravenös 1 - 3 Stunden vor der Infusion
- Antihistaminikum (z. B. Diphenhydramin 25 mg oral oder intravenös) 30 - 60 Min. vor der Infusion
- Paracetamol (z. B. 500 - 1000 mg oral) 30 - 60 Min. vor der Infusion
- Zweite 200-mg-Dosis
- Dexamethason
- bei Patienten, bei denen CRS und/oder IRR bei der vorherigen Infusion aufgetreten ist
- 40 mg Dexamethason Infusion intravenös 1 - 3 Stunden vor der Infusion
- bei Patienten, bei denen kein CRS und/oder IRR bei der vorherigen Infusion aufgetreten ist
- 10 mg Dexamethason Infusion intravenös 1 - 3 Stunden vor der Infusion
- bei Patienten, bei denen CRS und/oder IRR bei der vorherigen Infusion aufgetreten ist
- Antihistaminikum (z. B. Diphenhydramin 25 mg oral oder intravenös) 30 - 60 Min. vor der Infusion
- Paracetamol (z. B. 500 - 1000 mg oral) 30 - 60 Min. vor der Infusion
- Dexamethason
- nachfolgende Dosen von 200 mg
- wenn bei dem Patienten bei der vorherigen Infusion ein CRS und/oder IRR aufgetreten ist
- Vorbehandlungsarzneimittel wie oben für die zweite 200-mg Dosis beschrieben wiederholen
- sobald die 200-mg-Dosis ohne CRS und/oder IRR vertragen wird
- wenn der Patient 40 mg Dexamethason intravenös mit der vorherigen Infusion erhalten hat
- auf 10 mg Dexamethason intravenös abdosieren
- mit anderen Vorbehandlungsarzneimitteln wie oben beschrieben fortfahren
- wenn der Patient mit der vorherigen Infusion 10 mg Dexamethason intravenös erhalten hat
- alle Vorbehandlungsarzneimittel absetzen
- wenn der Patient 40 mg Dexamethason intravenös mit der vorherigen Infusion erhalten hat
- wenn bei dem Patienten bei der vorherigen Infusion ein CRS und/oder IRR aufgetreten ist
- Step-up-Dosierung (einschließlich der ersten 200-mg-Dosis)
- Prophylaxe
- für alle Patienten wird eine prophylaktische Behandlung gemäß den lokalen Richtlinien der Einrichtung gegen Pneumocystis jirovecii-Pneumonie (PJP) und Herpes-simplex- sowie Herpes-zoster-Viren empfohlen
- prophylaktische antimikrobielle und antivirale Arzneimittel, einschließlich Prophylaxe gegen Infektionen mit Zytomegalievirus (cytomegalovirus, CMV), basierend auf den lokalen Richtlinien der Einrichtung in Betracht ziehen
- Empfohlene Dosierung
- empfohlene Step-up-Behandlungsdosen, die volle Behandlungsdosis und die Behandlungshäufigkeit s. Tabelle 2
- jede Dosis sollte nur angewendet werden, wenn die vorherige Dosis vertragen wurde
- für Dosen, die nicht vertragen wurden, siehe Tabelle 3, Tabelle 4 und Tabelle 5 der Fachinformation
- alle Patienten sind während der Anwendung und nach Abschluss der Infusion der ersten Step-up-Behandlungsdosis 24 Stunden lang auf Anzeichen und Symptome von CRS, IRR und ICANS zu überwachen
- Patienten sollen angewiesen werden, nach der ersten Step-up-Behandlungsdosis 24 Stunden lang zusammen mit einem Betreuer in der Nähe des qualifizierten Behandlungszentrums zu bleiben
- Patienten, bei denen CRS, IRR, eine neurologische Nebenwirkung oder ein beliebiges unerwünschtes Ereignis von Grad >/= 2 bei der ersten Step-up-Behandlungsdosis aufgetreten ist, sollen während der Anwendung und nach der Anwendung der zweiten Step-up-Behandlungsdosis 24 Stunden lang überwacht werden
- außerdem sollen sie angewiesen werden, 24 Stunden lang zusammen mit einem Betreuer in der Nähe des qualifizierten Behandlungszentrums zu bleiben
- Tabelle 2: Empfohlene Dosierung
- die wöchentlichen Dosen sollten mind. 5 Tage auseinander liegen
- Step-up Dosierungsschema
- Woche 1 Tag 1
- Step-up-Behandlungsdosis 1: 5 mg
- Woche 2 Tag 1
- Step-up-Behandlungsdosis 2: 25 mg
- Woche 3 Tag 1
- erste volle Behandlungsdosis: 200 mg
- Woche 1 Tag 1
- wöchentliches Dosierungsschema
- Woche 4 - Woche 13 für 10 Behandlungsdosen:
- volle Behandlungsdosen: 200 mg
- Woche 4 - Woche 13 für 10 Behandlungsdosen:
- 2-wöchentliches Dosierungsschema
- Woche 14 und danach alle 2 Wochen
- volle Behandlungsdosen: 200 mg
- Woche 14 und danach alle 2 Wochen
- Patienten, die mind. 17 200-mg-Dosen erhalten haben und nach den Kriterien der International Myeloma Working Group (IMWG) in oder nach Woche 24 ein sehr gutes teilweises Ansprechen (very good partial response, VGPR) oder ein besseres Ansprechen aufweisen
- 4-wöchentliches Dosierungsschema
- in oder nach Woche 24 und danach alle 4 Wochen
- Behandlungsdosen: 200 mg
- in oder nach Woche 24 und danach alle 4 Wochen
- Patienten, die in Woche 24 kein VGPR oder besser erreicht haben, sollten weiterhin alle 2 Wochen Linvoseltamab erhalten
- 4-wöchentliches Dosierungsschema
- Behandlungsdauer
- bis zur Krankheitsprogression oder bis zu einer inakzeptablen Toxizität
- Behandlung von Nebenwirkungen
- Tabelle 3 beschreibt die Behandlung von CRS
- Tabelle 4 beschreibt die Behandlung von ICANS
- Tabelle 5 beschreibt die Behandlung anderer Nebenwirkungen
- nähere Angaben zu den Nebenwirkung und Empfehlung zur Dosierung: siehe Fachinformation
- Versäumte Dosen
- wenn eine Dosis aus einem Grund ausgelassen wird, der nicht in den Tabellen 3, 4 oder 5 aufgeführt ist: Dosis so bald wie möglich gemäß Tabelle 7 anwenden
- Tabelle 7: Empfehlungen für die Wiederaufnahme der Therapie nach einer versäumten Dosis
- Letzte angewendete Dosis: 5 mg
- Zeit seit der letzten angewendeten Dosis: </= 14 Tage
- Maßnahme für die nächste Dosis: 25 mg anwenden
- Zeit seit der letzten angewendeten Dosis: > 14 Tage
- Maßnahme für die nächste Dosis: Step-up-Dosierung ab 5 mg erneut beginnen
- Zeit seit der letzten angewendeten Dosis: </= 14 Tage
- Letzte angewendete Dosis: 25 mg
- Zeit seit der letzten angewendeten Dosis: </=14 Tage
- Maßnahme für die nächste Dosis: Anwendung von 200 mg
- Zeit seit der letzten angewendeten Dosis: > 14 Tage und </= 28 Tage
- Maßnahme für die nächste Dosis: Step-up-Dosierung ab 25 mg erneut beginnen
- Zeit seit der letzten angewendeten Dosis: > 28 Tage
- Maßnahme für die nächste Dosis: Step-up-Dosierung ab 5 mg erneut beginnen
- Zeit seit der letzten angewendeten Dosis: </=14 Tage
- Letzte angewendete Dosis: 200 mg
- Zeit seit der letzten angewendeten Dosis: </= 49 Tage
- Maßnahme für die nächste Dosis: Anwendung von 200 mg
- Zeit seit der letzten angewendeten Dosis: > 49 Tage
- Maßnahme für die nächste Dosis: Step-up-Dosierung ab 5 mg erneut beginnen
- Zeit seit der letzten angewendeten Dosis: </= 49 Tage
- Arzneimittel zur Vorbehandlung gemäß Tabelle 1 anwenden
- das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Wiederaufnahme der Behandlung bei Patienten erwägen, die eine Dosisverzögerung von mehr als 30 Tagen benötigen
- Letzte angewendete Dosis: 5 mg
- vor Beginn der Behandlung
Dosisanpassung
- ältere Menschen
- keine Dosisanpassung empfohlen
- Nierenfunktionsstörung
- leicht (CrCL [Kreatinin-Clearance] >/= 60 bis < 90 ml/min), mäßig (CrCL >/= 30 bis < 60 ml/min) oder schwer (CrCL >/= 15 bis < 30 ml/min)
- keine Dosisanpassung empfohlen
- leicht (CrCL [Kreatinin-Clearance] >/= 60 bis < 90 ml/min), mäßig (CrCL >/= 30 bis < 60 ml/min) oder schwer (CrCL >/= 15 bis < 30 ml/min)
- Leberfunktionsstörung
- leichte Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin > ONG bis 1,5 × ONG oder AST > ONG)
- keine Dosisanpassung empfohlen
- mäßig (Gesamtbilirubin > 1,5 bis 3 × ONG, AST) oder schwer (Gesamtbilirubin > 3 bis 10 × ONG, AST) eingeschränkte Leberfunktion
- wurde nicht untersucht
- es können keine Dosisempfehlungen gegeben werden
- leichte Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin > ONG bis 1,5 × ONG oder AST > ONG)
- Kinder und Jugendliche
- zur Behandlung des multiplen Myeloms kein relevanter Nutzen vorhanden
Kontraindikationen
Linvoseltamab - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Linvoseltamab
Nebenwirkungen
Linvoseltamab - invasiv
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Pneumonie (umfasst atypische Pneumonie, COVID-19-Lungenentzündung, Haemophilus- Infektion, Grippe, Infektion mit Metapneumovirus, PJP, Pneumonie durch Zytomegalievirus, Pneumonie durch Pilze, Pneumonie grippal und virale Pneumonie)
- COVID-19
- Infektion der oberen Atemwege (umfasst akute Sinusitis, Bronchitis, Nasopharyngitis, Pharyngitis, Atemwegsinfektion, Rhinitis, Rhinovirusinfektion, Sinobronchitis, Sinusitis und virale Infektion der oberen Atemwege)
- Harnwegsinfektion (umfasst Zystitis, Harnwegsinfektion durch Escherichia, Harnwegsinfektionen durch Klebsiella, Harnwegsinfektionen, bakterielle Harnwegsinfektion und Harnwegsinfektion durch Enterokokken sowie Harnwegsinfektion durch Staphylokokken)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Sepsis (umfasst septischen Schock, Sepsis durch Pseudomonas, Streptokokkensepsis, Escherichia-Sepsis und Haemophilus-Sepsis)
- Zytomegalievirus-Infektion (umfasst Reaktivierung einer Zytomegalie-Virusinfektion, Zytomegalievirus-Infektion sowie Virämie durch Zytomegalie-Virus und schließt Pneumonie durch Zytomegalievirus aus)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Progressive multifokale Leukoenzephalopathie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Neutropenie (einschließlich Neutrophilenzahl erniedrigt)
- Thrombozytopenie
- Anämie
- Lymphopenie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Febrile Neutropenie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Zytokin-Freisetzungssyndrom
- Hypogammaglobulinämie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- verminderter Appetit
- Hyperurikämie
- Hypophosphatämie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Psychiatrische Erkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Schlaflosigkeit
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Enzephalopathie (außer ICANS) (umfasst Agitiertheit, Amnesie, Aphasie, kognitive Störung, Verwirrtheitszustand, Delirium, getrübten Bewusstseinszustand, Gedächtnis beeinträchtigt, Gemütszustand verändert, Stimmungsänderung, Somnolenz, toxische Enzephalopathie und schließt ICANS aus)
- Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems
- Schmerzen (umfasst Ohrschmerzen, Flankenschmerz, Schmerz in der Leiste, Schmerzen im Oropharynx und Zahnschmerzen)
- motorische Funktionsstörung (umfasst Dysarthrie, Dysphonie, Gangstörung, Muskelkrämpfe, muskuläre Schwäche und Tremor)
- Kopfschmerzen (umfasst Migräne)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- ICANS (basiert auf adjudizierten ICANS, die unter der Bezeichnung ICANS, getrübter Bewusstseinszustand, Enzephalopathie und toxische Enzephalopathie gemeldet wurden)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Gefäßerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Hypertonie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Husten
- Dyspnoe
- Nasenverstopfung
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Diarrhö
- Verstopfung
- Übelkeit
- Erbrechen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Ausschlag (umfasst akneiforme Dermatitis, Kontaktdermatitis, Medikamentenausschlag, Erythem, erythematösen Ausschlag, makulo-papulösen Ausschlag, juckenden Ausschlag und Stauungsdermatitis)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- akute Nierenschädigung
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Ödem (umfasst Gesichtsödem, Lippenödem, lokalisiertes Ödem und peripheres Ödem)
- Fieber
- Ermüdung (Fatigue) (umfasst Lethargie und Unwohlsein)
- Schüttelfrost
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Untersuchungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Kreatinin im Blut erhöht
- Gewichtsabnahme
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Transaminasenerhöhung
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion
- Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion die mit der IVIG-Verabreichung zusammenhängen, sind nicht eingeschlossen
- Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- Einleitung und Überwachung von Ärzten, die in der Behandlung des multiplen Myeloms erfahren sind
- Linvoseltamab sollte von einer medizinischen Fachkraft angewendet werden, die direkten Zugang zu einer Notfallausrüstung und entsprechender medizinischer Unterstützung hat, um ggf. schwere Reaktionen wie Zytokin-Freisetzungssyndrom (cytokine release syndrome, CRS), Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (infusion-related reactions, IRR) oder das immuneffektorzellenassoziierte Neurotoxizitätssyndrom (Immune effector cell-associated neurotoxicity syndrome, ICANS) zu behandeln
- nur zur intravenösen Anwendung bestimmt
- Anwendung als intravenöse Infusion über eine spezielle Infusionsleitung
- es wird empfohlen, einen 0,2-µm- bis 5-µm-Polyethersulfon (PES)-Filter zu verwenden
- Step-up-Behandlungsdosis 1, Step-up-Behandlungsdosis 2 und die erste volle Behandlungsdosis werden als 4-stündige Infusion angewendet
- wenn die erste volle Behandlungsdosis vertragen wurde, kann die Infusionszeit für die nächste volle Behandlungsdosis auf 1 Stunde und anschließend auf 30 Minuten für alle nachfolgenden vollen Behandlungsdosen reduziert werden
- Infusionsempfehlungen bei Wiederaufnahme nach einer Nebenwirkung: siehe Fachinformation
- keine Anwendung als Stoß- oder Bolusinjektion
- Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung: siehe Fachinformation
Stillzeithinweise
Linvoseltamab - invasiv
- während der Behandlung mit Linvoseltamab und für mindestens 5 Monate nach der letzten Dosis sollte das Stillen ausgesetzt werden, da bei dem gestillten Kind ein potenzielles Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen besteht
- keine Informationen über das Vorhandensein von Linvoseltamab in der Muttermilch, dieAuswirkungen auf den gestillten Säugling oder die Auswirkungen auf die Milchproduktion vorliegend
- es ist bekannt, dass humanes IgG in die Muttermilch übergehen kann
Schwangerschaftshinweise
Linvoseltamab - invasiv
- die Anwendung von Linvoseltamab während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen
- basierend auf seinem Wirkmechanismus kann Linvoseltamab bei Anwendung an eine schwangere Patientin fetale Schäden verursachen, einschließlich B-Zell- und Plasmazell-Lymphozytopenie
- keine Erfahrungen mit der Anwendung von Linvoseltamab bei Schwangeren vorliegend
- Linvoseltamab verursacht eine T-Zell-Aktivierung und Zytokinfreisetzung
- Immunaktivierung kann den Fortbestand der Schwangerschaft beeinträchtigen
- es ist bekannt, dass humanes Immunglobulin G (IgG) die Plazenta passiert
- daher hat Linvoseltamab das Potenzial, von der schwangeren Frau auf den sich entwickelnden Fötus übertragen zu werden
- tierexperimentellen Studien
- keine tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktions- oder Entwicklungstoxizität von Linvoseltamab durchgeführt
- Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütungsmethoden
- Schwangerschaftsstatus von Patientinnen im gebärfähigen Alter sollte vor Beginn der Behandlung überprüft werden
- Patientinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit und fürmindestens 5 Monate nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
- Fertilität
- keine Daten zum Einfluss von Linvoseltamab auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
Warnhinweise
Linvoseltamab - invasiv
- Rückverfolgbarkeit
- Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentieren um Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern
- Zytokin-Freisetzungssyndrom (Cytokine Release Syndrome, CRS)
- Meldung über Fälle von CRS bei Patienten unter Linvoseltamab
- CRS ist eine Reaktion, die schwerwiegend oder lebensbedrohlich sein kann
- zu den klinischen Anzeichen und Symptomen eines CRS gehörten unter anderem
- Fieber
- Schüttelfrost
- Hypoxie
- Tachykardie
- Hypotonie
- gemäß der Dosierungsanweisung sind Arzneimittel zur Vorbehandlung anzuwenden
- Therapie gemäß der Step-up-Dosierung beginnen, um das Risiko für ein CRS verringern
- alle Patienten sollten während und nach der Infusion auf Anzeichen und Symptome von CRS überwacht werden
- alle Patienten sollten angewiesen werden, beim Auftreten von Anzeichen oder Symptomen eines CRS sofort einen Arzt aufzusuchen
- bei der ersten Step-up-Behandlungsdosis von Linvoseltamab sollten alle Patienten angewiesen werden, nach Beendigung der Infusion 24 Stunden lang zusammen mit einer Betreuungsperson in der Nähe des qualifizierten Behandlungszentrums zu bleiben
- bei der zweiten Step-up-Behandlungsdosis und den nachfolgenden Dosen sollten die Patienten angewiesen werden, nach Beendigung der Infusion 24 Stunden lang zusammen mit einer Betreuungsperson in der Nähe des qualifizierten Behandlungszentrums zu bleiben
- für die zweite Step-up-Behandlungsdosis von Linvoseltamab, wenn der Patient bei der ersten Step-up-Behandlungsdosis ein CRS hatte
- für eine weitere Dosis, wenn der Patient bei der vorherigen Dosis ein CRS von Grad 2 hatte
- Patienten, bei denen zu irgendeinem Zeitpunkt ein erstes CRS-Ereignis von Grad 3 auftritt, sollten nach Erhalt der nächsten Dosis für 24 Stunden ins Krankenhaus eingewiesen werden
- Patienten sollten beim ersten Anzeichen von CRS sofort untersucht werden, um festzustellen, ob eine Krankenhauseinweisung erforderlich ist
- es sollte gemäß den aktuellen Praxisleitlinien behandelt und unterstützende Maßnahmen sollten angewendet werden
- Linvoseltamab sollte ausgesetzt werden, bis das CRS abklingt
- je nach Schweregrad sollte die nächste Dosis angepasst oder Linvoseltamab endgültig abgesetzt werden (siehe Rubrik Dosierung)
- Reaktion in Zusammenhang mit einer Infusion (Infusion related reaction, IRR)
- möglicherweise lässt sich eine IRR klinisch nicht von Manifestationen eines CRS unterschieden
- bei IRR je nach Schweregrad der Reaktion die Infusion unterbrechen oder verlangsamen oder Linvoseltamab dauerhaft absetzen (s. Rubrik Dosierung)
- Immuneffektorzellenassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)
- bei Patienten unter Linvoseltamab wurden Fälle von ICANS gemeldet
- zu den klinischen Anzeichen und Symptomen von ICANS gehören unter anderem
- Aphasie
- Zerebralödem
- Verwirrtheit
- Bewusstseinstrübung
- Orientierungsstörung
- Enzephalopathie
- Krampfanfälle
- alle Patienten sollten während der Behandlung auf Anzeichen und Symptome von ICANS überwacht werden
- bei der ersten Step-up-Behandlungsdosis von Linvoseltamab sollten alle Patienten angewiesen werden, nach Beendigung der Infusion 24 Stunden lang zusammen mit einer Betreuungsperson in der Nähe des qualifizierten Behandlungszentrums zu bleiben
- bei der zweiten Step-up-Behandlungsdosis und den nachfolgenden Dosen sollten die Patienten angewiesen werden, nach Beendigung der Infusion 24 Stunden lang zusammen mit einer Betreuungsperson in der Nähe des qualifizierten Behandlungszentrums zu bleiben
- für die zweite Step-up-Behandlungsdosis von Linvoseltamab, wenn der Patient bei der ersten Step-up-Behandlungsdosis ein ICANS hatte
- für eine weitere Dosis, wenn der Patient bei der vorherigen Dosis ein ICANS von Grad 2 hatte
- Patienten, bei denen zu irgendeinem Zeitpunkt ein erstes ICANS-Ereignis von Grad 3 auftritt, sollten nach Erhalt der nächsten Dosis für 24 Stunden ins Krankenhaus eingewiesen werden
- Patient sollte beim ersten Anzeichen von ICANS sofort untersucht werden
- eine unterstützende Therapie sollte angewendet und eine weitere Behandlung gemäß aktueller Praxisleitlinien erwogen werden
- Linvoseltamab sollte ausgesetzt werden, bis das ICANS abklingt, und je nach Schweregrad sollte die nächste Dosis modifiziert oder Linvoseltamab dauerhaft abgesetzt werden (siehe Rubrik Dosierung)
- Patienten sollten angewiesen werden, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn zu irgendeinem Zeitpunkt Anzeichen oder Symptome von ICANS auftreten
- aufgrund des Potenzials für ICANS besteht bei Patienten, die Linvoseltamab erhalten, das Risiko von Verwirrtheit und Bewusstseinstrübung
- Patienten anweisen, für 24 Stunden nach Abschluss jeder Stepup-Behandlungsdosis sowie beim erstmaligen Auftreten neurologischer Symptome kein Fahrzeug zu führen und keine schweren oder potenziell gefährlichen Maschinen zu bedienen, bis die Symptome abgeklungen sind
- Infektionen
- bei Patienten, die Linvoseltamab erhielten, wurden schwere, lebensbedrohliche oder tödliche Infektionen berichtet
- bei Patienten, die Linvoseltamab erhielten, wurden Fälle von progressivermultifokaler Leukoenzephalopathie (PML) berichtet
- bei Patienten mit aktiven Infektionen sollte keine Behandlung eingeleitet werden
- Patienten sollten vor und während der Behandlung mit Linvoseltamab auf Anzeichen und Symptome einer Infektion überwacht und entsprechend behandelt werden
- für alle Patienten wird eine prophylaktische Behandlung entsprechend den lokalen institutionellen Behandlungsleitlinien gegen Pneumocystis jirovecii-Pneumonie (PJP) und Herpes-simplex- sowie Herpes-zoster-Viren empfohlen
- prophylaktische antimikrobielle und antivirale Arzneimittel, einschließlich Prophylaxe gegen CMV, sollten entsprechend den lokalen institutionellen Behandlungsleitlinien angewendet werden
- Impfung gegen saisonale Grippe, COVID-19, Haemophilus influenza und Pneumococcus sollte bei allen Patienten entsprechend den lokalen institutionellen Behandlungsleitlinien durchgeführt werden
- je nach Schweregrad der Infektion sollte Linvoseltamab ausgesetzt oder ein dauerhaftes Absetzen erwogen werden
- Hypogammaglobulinämie
- bei Patienten, die Linvoseltamab erhalten, wurde Hypogammaglobulinämie berichtet
- Immunglobulinspiegel (Ig-Spiegel) soll vor und während der Behandlung überwacht werden
- Behandlung mit subkutanem Ig oder IVIG kann in Betracht gezogen werden, wenn der IgG-Spiegel unter 400 mg/dl fällt
- Patienten sollen gemäß den lokalen institutionellen Behandlungsleitlinien behandelt werden, dazu gehören u. a. Infektionsschutzmaßnahmen, und antimikrobielle Prophylaxe
- Neutropenie
- bei Patienten, die Linvoseltamab erhielten, wurden Neutropenie und febrile Neutropenie berichtet
- große Blutbild soll zu Beginn der Behandlung und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung kontrolliert werden
- es sollen unterstützende Maßnahmen gemäß den lokalen Behandlungsleitlinien angewendet werden
- Patienten mit Neutropenie sollten auf Anzeichen einer Infektion überwacht werden
- Linvoseltamab sollte je nach Schweregrad ausgesetzt werden (siehe Rubrik Dosierung)
- Impfstoffe
- die Immunreaktion auf Impfstoffe kann bei der Anwendung von Linvoseltamab verringert sein
- die Sicherheit einer Immunisierung mit Lebendvirusimpfstoffen während oder nach der Behandlung mit Linvoseltamab wurde nicht untersucht
- eine Impfung mit Lebendvirusimpfstoffen wird für mindestens 4 Wochen vor Beginn der Behandlung oder nach der Erholung des Immunsystems nach der Behandlung nicht empfohlen
- Patientenkarte
- der verschreibende Arzt muss die Risiken der Therapie mit Linvoseltamab mit dem Patienten besprechen
- Patienten wird eine Patientenkarte ausgehändigt
- werden angewiesen, diese stets bei sich zu tragen und sie allen medizinischen Fachkräften vorzulegen
- Patientenkarte beschreibt
- häufige Anzeichen und Symptome von CRS und ICANS
- gibt Anweisungen, wann ein Patient sofort einen Arzt aufsuchen sollte
- gibt Hinweise zur Überwachung
- enthält die Kontaktdaten des verschreibenden Arztes