Lytenava 25 mg/ml Injektionslösung

Outlook Therapeutics Limited
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Bevacizumab →

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N1 1 ST 961,59 €

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Fachinformationen

Indikation

  • zur Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersbedingten Makuladegeneration (neovascular age-related macular degeneration, nAMD) bei Erwachsenen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 7,5 mg Bevacizumab gamma (humanisierter monoklonaler Antikörper, hergestellt durch rekombinante DNA-Technologie in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters) in 0,3 ml Lösung (ausreichende Menge, um eine Einzeldosis von 0,05 ml, in denen 1,25 mg Bevacizumab enthalten sind, zu entnehmen); 1 ml Lösung enthält 25 mg Bevacizumab gamma

  • Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersbedingten Makuladegeneration (neovascular age-related macular degeneration, nAMD) bei Erwachsenen
    • Anwendung durch eine qualifizierte medizinische Fachkraft mit Erfahrung in der Durchführung intravitrealer Injektionen
    • empfohlene Dosis: 0,05 ml (1,25 mg Bevacizumab gamma) als intravitreale Injektion / alle 4 Wochen (monatlich)
    • zu Beginn der Behandlung: 1 Injektion / Monat
      • bis die max. Sehschärfe erreicht ist und/oder keine Anzeichen einer Krankheitsaktivität, d. h. keine Veränderung der Sehschärfe oder anderer Anzeichen und Symptome der Erkrankung unter fortgesetzter Behandlung, vorliegen
      • Kinetik der Wirksamkeit von Bevacizumab gamma deutet darauf hin, dass anfangs 3 oder mehr aufeinanderfolgende monatliche Injektionen erforderlich sein können
    • nachfolgende Behandlunsgintervalle: Individualisierung der Behandlungsintervalle auf der Grundlage der Krankheitsaktivität, beurteilt anhand der Sehschärfe und/oder der anatomischen Parameter durch das medizinische Fachpersonal
    • anschließende Kontroll- und Behandlungsintervalle
      • Festlegung vom medizinischen Fachpersonal, beruhend auf der Beurteilung der Krankheitsaktivität, einschließlich klinischer Untersuchungen, Funktionstests oder bildgebender Verfahren (z. B. optische Kohärenztomographie oder Fluoreszenz-Angiographie)
    • Absetzen des Arzneimittels
      • wenn visuelle und anatomische Befunde darauf hindeuten, dass der Patient von einer Fortsetzung der Behandlung nicht profitiert
      • wenn dies klinisch angezeigt ist
    • ältere Patienten > 65 Jahre
      • keine Dosisanpassung
    • Nierenfunktionsstörung
      • nicht untersucht
      • verfügbare Daten weisen nicht darauf hin, dass eine Dosisanpassung erforderlich ist
    • Leberfunktionsstörung
      • nicht untersucht
      • verfügbare Daten weisen nicht darauf hin, dass eine Dosisanpassung erforderlich ist
    • Kinder und Jugendliche
      • kein relevanter Nutzen bei Kindern und Jugendlichen zur Behandlung von nAMD

Kontraindikationen

Bevacizumab - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Bevacizumab gamma
  • Patienten mit aktiven oder vermuteten okulären oder periokularen Infektionen
  • aktive intraokuläre Entzündung

Nebenwirkungen

Bevacizumab - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Endophthalmitis
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Iodallergie
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Mouches volantes
      • Augenschmerzen
      • Bindehautblutung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Einriss des retinalen Epithelpigmentes
      • Glaskörperblutung
      • Iritis
      • Hornhautnarbe
      • Keratopathie
      • Keratitis punctata
      • vorübergehende Blindheit
      • Glaskörperablösung
      • Photopsie
      • Augenbeschwerden
      • Hornhautabschürfung
      • Augenreizung
      • Augenjucken
      • trockenes Auge
      • Okuläre Hyperämie
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • nach intravitrealer Anwendung von VEGF-Inhibitoren besteht eintheoretisches Risiko arterieller thromboembolischer Ereignisse, einschließlich Schlaganfall und Myokardinfarkt
      • in den klinischen Studien mit Bevacizumab gamma bei Patienten mit nAMD wurde eine niedrige Inzidenzrate arterieller thromboembolischer Ereignisse beobachtet
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhter intraokularer Druck

Anwendungshinweise

  • nur zur intravitrealen Anwendung bestimmt
  • Verwendung einer einzelnen Durchstechflasche nur zur Behandlung eines einzelnen Auges
    • da das in der Durchstechflasche enthaltene Volumen (0,3 ml) größer als die empfohlene Dosis (0,05 ml) ist, muss ein Teil des in der Durchstechflasche enthaltenen Volumens vor der Anwendung verworfen werden.
  • Injektion unmittelbar nach der Vorbereitung der Dosis verabreichen
  • intravitreale Injektion muss unter aseptischen Bedingungen durchgeführt werden, einschließlich der Verwendung
    • einer chirurgischen Handdesinfektion
    • steriler Handschuhe
    • eines sterilen Abdecktuchs
    • eines sterilen Lidspreizers (oder gleichwertiger Ausrüstung)
  • als Vorsichtsmaßnahme: sterile Ausrüstung zur Durchführung einer Parazentese soll zur Verfügung stehen
  • sorgfältige Überprüfung der Krankengeschichte des Patienten im Hinblick auf Überempfindlichkeitsreaktionen vor der Durchführung des intravitrealen Verfahrens
  • vor der Injektion: Anwendung einer angemessenen Anästhesie und eines topischen Breitband-Mikrobizids zur Desinfektion der periokularen Haut, des Augenlids und der Augenoberfläche
  • Injektion
    • Injektionsnadel 3,5 mm - 4,0 mm hinter dem Limbus in die Glaskörperhöhle einführen
      • dabei den horizontalen Meridian vermeiden und mit der Injektionsnadel in Richtung der Bulbusmitte zielen
    • langsame Injektion des Injektionsvolumens von 0,05 ml
    • nachfolgende Injektionen sollen an unterschiedlichen Stellen der Sklera erfolgen
  • Hinweise zur Vorbereitung des Arzneimittels vor der Anwendung s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Bevacizumab - invasiv
  • es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Bevacizumab gamma verzichtet werden soll
    • dabei sind sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen
  • keine Daten zum Vorhandensein von Bevacizumab gamma in der Muttermilch, zu den Auswirkungen von Bevacizumab gamma auf den gestillten Säugling oder zu den Auswirkungen von Bevacizumab gamma auf die Milchproduktion/-fluss vorliegend
  • Risiko für das gestillte Neugeborene/den gestillten Säugling kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Bevacizumab - invasiv
  • Bevacizumab gamma soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko für den Fötus
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Frauen im gebärfähigen Alter sollen während der Behandlung mit Bevacizumab gamma und bei Abbruch der Behandlung mit Bevacizumab gamma für mindestens drei Monate nach der letzten Dosis eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden
  • keine Daten zur Anwendung von Bevacizumab gamma bei Schwangeren vorliegend
  • tierexperimentellen Studien
    • basierend auf tierexperimentellen Studien mit anderen Anti-VEGF-Arzneimitteln kann die Behandlung mit Bevacizumab gamma ein Risiko für die fötale Entwicklung des menschlichen Embryos darstellen
  • Fertilität
    • es wurden keine Reproduktions- oder Fertilitätsstudien mit Bevacizumab gamma durchgeführt
    • es wurde gezeigt, dass die VEGF-Hemmung die Follikelentwicklung, die Gelbkörperfunktion und die Fertilität beeinflusst
    • Auswirkungen auf die Eierstöcke können auf die direkten Auswirkungen der durch VEGF verursachten lokalen Hemmung der aktiven Angiogenese zurückgeführt werden, die in den Eierstöcken in umfangreichem Maße stattfindet

Warnhinweise

Bevacizumab - invasiv
  • Rückverfolgbarkeit
    • um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
  • Reaktionen im Zusammenhang mit der intravitrealen Injektion
    • intravitreale Injektionen wurden mit Endophthalmitis, intraokularer Entzündung und Netzhautablösung/-rissen in Verbindung gebracht
    • bei der Anwendung des Arzneimittels ist stets eine angemessene aseptische Injektionstechnik anzuwenden
    • unmittelbar nach der intravitrealen Injektion müssen die Patienten auf einen Anstieg des Augeninnendrucks überwacht werden
    • eine geeignete Überwachung kann eine Kontrolle der Perfusion des Sehnervenkopfes oder eine Tonometrie umfassen
    • bei Bedarf soll sterile Ausrüstung zur Durchführung einer Parazentese zur Verfügung stehen
    • darüber hinaus müssen die Patienten nach der Injektion überwacht werden, um im Falle des Auftretens einer Infektion eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen
    • die Patienten sind anzuweisen, alle Symptome, wie z. B. Augenschmerzen, Verlust des Sehvermögens, Photophobie, verschwommenes Sehen, Mouches volantes oder Rötung, die auf eine Endophthalmitis oder eines der oben genannten Ereignisse hinweisen, unverzüglich zu melden, um eine rasche und angemessene Behandlung zu ermöglichen
  • Anstieg des Augeninnendrucks
    • im Zusammenhang mit der Behandlung mit Inhibitoren des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (vascular endothelial growth factor, VEGF), einschließlich Bevacizumab gamma, wurde nach der Injektion (bis zu 60 Minuten) ein Anstieg des Augeninnendrucks festgestellt
    • sowohl der Augeninnendruck als auch die Perfusion des Sehnervenkopfes müssen vor und nach der intravitrealen Injektion mit Bevacizumab gamma überwacht und entsprechend behandelt werden
    • bei Patienten mit einem schlecht eingestellten Glaukom ist besondere Vorsicht geboten
      • das Arzneimittel darf nicht injiziert werden, solange der Augeninnendruck >= 30 mmHg beträgt
  • beidseitige Behandlung
    • Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab gamma bei gleichzeitiger Verabreichung in beide Augen wurden nicht untersucht
    • wird eine beidseitige Behandlung gleichzeitig durchgeführt, könnte dies aufgrund einer erhöhten Exposition zu einem erhöhten Potenzial für unerwünschte Ereignisse führen, sowohl okular als auch systemisch
  • Immunogenität
    • da es sich um ein therapeutisches Protein handelt, besteht die Möglichkeit einer Immunogenität im Zusammenhang mit Bevacizumab gamma
    • Patienten sollen angewiesen werden, ihren Arzt zu informieren, wenn sie Symptome entwickeln wie
      • Augenschmerzen oder verstärktes Unwohlsein
      • zunehmende Augenrötung
      • verschwommenes Sehen oder vermindertes Sehvermögen
      • eine erhöhte Anzahl kleiner Partikel im Gesichtsfeld
      • eine erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • gleichzeitige Anwendung anderer Anti-VEGF (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor) Arzneimittel
    • es liegen keine Daten über eine gleichzeitige Anwendung von Bevacizumab gamma mit anderen Anti-VEGF-Arzneimitteln im selben Auge vor
    • Bevacizumab gamma soll nicht gleichzeitig mit anderen Anti-VEGF-Arzneimitteln (systemisch oder okular) angewendet werden
  • Aussetzung der Behandlung
    • in folgenden Fällen soll die Dosis ausgesetzt und die Behandlung bis zur nächsten geplanten Behandlung nicht wieder aufgenommen werden
      • bei Abnahme der bestmöglich korrigierten Sehschärfe (best-corrected visual acuity, BCVA) um >= 30 Buchstaben im Vergleich zur letzten gemessenen Sehschärfe
      • ein Netzhautabriss
      • eine subretinale Blutung im Zentrum der Fovea oder wenn die Größe der Blutung >= 50 % des gesamten Läsionsbereichs beträgt
      • ein Augeninnendruck von >= 30 mmHg
      • Thromboembolie, einschließlich Myokardinfarkt (MI), akutes Koronarsyndrom (acute coronary syndrome, ACS), Schlaganfall, tiefe Venenthrombose (TVT) und Lungenembolie (pulmonary embolism, PE)
      • innerhalb der vorausgehenden oder nächsten 28 Tage durchgeführte oder geplante Operation im Auge
  • Einriss des retinalen Pigmentepithels
    • zu den Risikofaktoren im Zusammenhang mit der Entstehung eines Einrisses des retinalen Pigmentepithels nach der Anti-VEGF-Therapie für nAMD gehört eine großflächige und/oder hohe Ablösung des retinalen Pigmentepithels
      • bei Beginn der Therapie mit Bevacizumab gamma ist bei Patienten mit diesen Risikofaktoren für Einrisse des retinalen Pigmentepithels Vorsicht geboten
  • rhegmatogene Netzhautablösung oder Makulalöcher
    • die Behandlung soll bei Patienten mit rhegmatogener Netzhautablösung oder Auftreten von Makulalöchern im Stadium 3 oder 4 abgebrochen werden
  • systemische Wirkungen nach intravitrealer Anwendung
    • nach intravitrealer Injektion von VEGF-Inhibitoren wurde über das Auftreten von nicht-okularen Blutungen und arterielle thromboembolische Ereignisse berichtet
    • es liegen nur begrenzte Daten zur Sicherheit bei der Behandlung von Patienten mit nAMD vor, die in den vorangegangenen 3 Monaten einen Schlaganfall, transitorische ischämische Attacken oder einen Myokardinfarkt erlitten hatten
      • bei der Behandlung solcher Patienten ist Vorsicht geboten