Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N2 | 50 ST | 153,40 € |
| N3 | 100 ST | 296,26 € |
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Indikation
- langfristige Linderung starker und stärkster Schmerzen (z.B. Tumorschmerzen), die mit anderen Analgetika nicht zu beherrschen sind
- Hinweis
- zur Beherrschung von Tumorschmerzen für diejenigen Patienten, die Morphin tolerieren und eine Tagesdosis > 200 mg Morphin benötigen
Dosierung
- starke und stärkste Schmerzen
- allgemein
- Behandlungsbeginn und Behandlung von Durchbruchschmerzen
- mit nicht retardiertem Morphin (Tablette oder Lösung)
- um Dosis für angemessene Schmerzkontrolle zu ermitteln
- anschließende Umstellung auf entsprechende Tagesdosis retardiertes Morphin
- Durchbruchschmerzen mit einer nicht retardierten Darreichungsform von Morphin behandeln
- Umstellung von parenteraler Morphintherapie auf Morphin-Retardtabletten
- vorsichtige Behandlung unter Berücksichtigung der individuell unterschiedlichen Empfindlichkeit (Tagesbedarf nicht überschätzen)
- Anwendung i. d. R. in einem 12-Stunden-Intervall mit einer Dosierung abhängig von
- Schwere der Schmerzen
- Alter des Patienten und dessen
- bisherigem Analgetikabedarf
- Dosiserhöhung bei sich verstärkender Schmerzsymptomatik
- individuell optimale Einstellung
- Schmerzlinderung für 12 Stunden ohne bzw. mit zu vertretenden Nebenwirkungen
- individuell optimale Einstellung
- Behandlungsbeginn und Behandlung von Durchbruchschmerzen
- Erwachsene und Jugendliche (>/= 12 Jahre)
- initial 10 - 30 mg Morphinhydrochlorid 1mal / 12 Stunden
- Patienten mit geringem Körpergewicht (< 70 kg KG): niedrige Initialdosis notwendig
- Kinder und Jugendliche (< 12 Jahre)
- Anwendung nicht empfohlen (keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit)
- Behandlungsziele und Absetzen der Behandlung
- vor Beginn der Behandlung
- Vereinbarung einer Behandlungsstrategie, einschließlich Behandlungsdauer und Behandlungszielen sowie ein Plan für das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in Übereinstimmung mit den Leitlinien zum Schmerzmanagement
- während der Behandlung
- häufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient, um
- die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen
- die Beendigung der Behandlung in Erwägung zu ziehen
- die Dosis bei Bedarf anzupassen
- häufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient, um
- Behandlungsende
- wenn ein Patient die Behandlung mit Morphin nicht mehr benötigt, kann es ratsam sein, die Dosis vor dem Absetzen schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden
- abruptes Absetzen der Gabe von Opioiden kann zu Abstinenzsyndrom führen
- fehlende adäquate Schmerzkontrolle
- Möglichkeit einer Hyperalgesie, einer Gewöhnung (Toleranz) und einer Progression der zugrundeliegenden Erkrankung in Erwägung ziehen
- vor Beginn der Behandlung
- Behandlungsdauer
- nicht länger als notwendig anwenden
- Arzt entscheidet über die Dauer in Abhängigkeit von den Schmerzbeschwerden
- allgemein
Dosisanpassung
- Kinder < 1 Jahr
- kontraindiziert
- ältere Patienten
- Anwendung mit Vorsicht
- reduzierte Initialdosis
- eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion
- Anwendung mit Vorsicht
- reduzierte Initialdosis
- akute Lebererkrankung
- kontraindiziert
Kontraindikationen
Morphin - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Morphin
- (paralytischer) Ileus / Risiko eines paralytischen Ileus
- akutes Abdomen
- (schwere) Atemdepression mit Hypoxie und / oder Hyperkapnie (wenn keine künstliche Beatmung erfolgt)
- schweres Bronchialasthma
- schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung
- Sekretstau in den Atemwegen
- in der Akutversorgung: Schädeltrauma und intrakranielle Hypertonie, wenn keine kontrollierte Beatmung durchgeführt wird
- unkontrollierte Epilepsie
- akute Lebererkrankung
- verzögerte Magenentleerung
- alkohol- oder hypnotikabedingte Unruhezustände
- gleichzeitige Anwendung
- mit Opioid-Agonisten / Antagonisten, z. B.
- Buprenorphin
- Nalbuphin
- Pentazocin
- mit partiellen Opioid-Agonisten, z. B.
- Naltrexon
- Nalmefen
- mit Natriumoxybat
- von Monoaminoxidase-Hemmern oder innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen
- mit Opioid-Agonisten / Antagonisten, z. B.
- Kinder (genaue Alterseinschränkung siehe jeweilige Zulassung)
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Morphin - peroral
- Erkrankungen des Immunsystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- ohne Häufigkeitsangabe
- anaphylaktische Reaktionen
- anaphylaktoide Reaktionen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Endokrine Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- erhöhte ADH-Sekretion
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- SyndromSyndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH; Leitsymptom: Hyponatriämie)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Appetitabnahme bis zum Appetitverlust
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Psychiatrische Erkrankungen
- Hinweis
- Morphin zeigt vielfältige psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich Stärke und Art individuell unterschiedlich (je nach Persönlichkeit und Behandlungsdauer) in Erscheinung treten
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Stimmungsänderungen, meist Euphorie aber auch Dysphorie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Veränderungen der Aktiviertheit (meist verminderte Aktivität/Dämpfung, aber auch Hyperaktivität oder Agitiertheit)
- Schlaflosigkeit
- Veränderungen der kognitiven und sensorischen Leistungsfähigkeit
- Denkstörungen
- Wahrnehmungsstörungen (z.B. Halluzinationen)
- Verwirrtheit
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- verminderte Libido
- Potenzschwäche
- Abhängigkeit
- ohne Häufigkeitsangabe
- Albträume (meist bei älteren Patienten)
- Schlafstörungen
- Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
- Hinweis
- Erkrankungen des Nervensystems
- Hinweis
- Morphin führt dosisabhängig zu einer Atemdämpfung und Sedierung in unterschiedlichem Ausmaß von leichter Müdigkeit bis zur Benommenheit
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Geschmacksstörungen
- unwillkürliche Muskelkontraktionen
- Somnolenz
- Sedierung (dosisabhängig)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Konvulsionen / Krampfanfälle
- Myoklonie (bei Überdosierung oder zu rascher Dosiserhöhung bei älteren Patienten oder Patienten mit Niereninsuffizienz)
- Synkope
- Parästhesien
- Orientierungsstörung
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Tremor
- ohne Häufigkeitsangabe
- Benommenheit
- intrakranieller Druckanstieg (der zuerst behandelt werden sollte)
- Hyperalgesie (insbesondere in hoher Dosierung; kein Ansprechen auf eine weitere Dosiserhöhung von Morphin; ggf. Dosisreduktion oder Opioidrotation erforderlich)
- Allodynie (insbesondere in hoher Dosierung; kein Ansprechen auf eine weitere Dosiserhöhung von Morphin; ggf. Dosisreduktion oder Opioidrotation erforderlich)
- Schlafapnoe-Syndrom
- Hinweis
- Augenerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Miosis
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- verschwommenes Sehen
- Doppeltsehen (Diplopie)
- Nystagmus
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Vertigo
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Herzerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Palpitationen
- Tachykardie
- Bradykardie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herzversagen / Herzinsuffizienz
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gefäßerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gesichtsrötung (Flush)
- Blutdruckabfall / Hypotonie
- Blutdruckanstieg / Hypertonie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- orthostatische Hypotonie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hitzegefühl / Hitzewallungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Bronchospasmus
- Bronchokonstriktion
- Lungenödem
- Atemdepression (zumeist mit Apnoe; dosisabhängig)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Dyspnoe
- ohne Häufigkeitsangabe
- verringerter Hustenreflex
- nicht-kardiogen bedingte Lungenödeme
- nach rascher Dosissteigerung
- bei intensivmedizinisch behandelten Patienten
- zentrales Schlafapnoe-Syndrom
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Obstipation (bei Dauerbehandlung)
- Übelkeit (dosisabhängig)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Bauchschmerzen
- Mundtrockenheit (dosisabhängig)
- Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung)
- Dyspepsie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- paralytischer Ileus
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erhöhung der Pankreasenzyme bzw. Pankreatitis, einschließlich
- Pankreatitis-Exazerbation
- Erhöhung der Pankreasenzyme bzw. Pankreatitis, einschließlich
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Darmverschluss
- Zahnerkrankungen (ursächlicher Zusammenhang zur Morphin-Behandlung nicht belegt)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Spasmen des Gallentrakts
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Gallenkoliken
- ohne Häufigkeitsangabe
- Spasmus des Sphincter Oddi
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hautausschlag
- Schwitzen / Hyperhidrosis
- Überempfindlichkeitsreaktionen, wie
- Urtikaria
- Pruritus
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- andere Hautausschläge (z.B. Exantheme)
- ohne Häufigkeitsangabe
- akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Muskelspasmen / Myoklonie
- Muskelrigidität
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Harnretention (insbesondere bei Prostataadenom oder Harnröhrenstenose)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Spasmen des Harntrakts
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Nierenkoliken
- ohne Häufigkeitsangabe
- Ureterspasmus
- Dysurie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erektionsstörungen
- Amenorrhoe
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Unwohlsein
- Asthenie
- Ermüdung / Müdigkeit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- periphere Ödeme (bilden sich nach Absetzen zurück)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Entzugserscheinungen (Abstinenzsyndrom)
- die Anwendung von Opioid-Analgetika kann mit der Entwicklung von körperlicher und/oder psychischer Abhängigkeit oder Toleranz einhergehen
- wenn die Gabe von Opioiden abrupt beendet wird oder eine Gabe von Opioid-Antagonisten erfolgt, kann ein Abstinenzsyndrom ausgelöst werden
- kann in manchen Fällen auch zwischen den Dosen auftreten
- körperliche Entzugssymptome u.a. Körperschmerzen, Tremor, Restless Legs Syndrom, Diarrhö, Bauchkolik, Übelkeit, grippeähnliche Symptome, Tachykardie und Mydriasis
- psychische Symptome u.a. dysphorische Stimmung, Angst und Reizbarkeit
- Arzneimittelabhängigkeit geht häufig mit "Drogenhunger" einher
- Entzugserscheinungen (Abstinenzsyndrom)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Schüttelfrost
- ohne Häufigkeitsangabe
- Toleranzentwicklung
- Arzneimittelentzugssyndrom bei Neugeborenen
- allgemeine Schwäche bis hin zum Ohnmachtsanfall
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Untersuchungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Anstieg der Leberenzyme
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
Anwendungshinweise
- Einnahme der Retardtabletten als Ganzes (unzerkaut) mit etwas Flüssigkeit i.d.R. 1mal / 12 Stunden
- Retardtabletten dürfen vor Einnahme weder geteilt noch aufgelöst werden (Beschädigung des Retardsystems möglich und damit rasche Freisetzung von Morphin mit Gefahr schwerer Nebenwirkungen bis hin zu einer tödlichen Morphindosis)
Stillzeithinweise
Morphin - peroral
- vom Stillen wird abgeraten
- da beim Säugling klinisch relevante Konzentrationen erreicht werden können
- Übergang in die Muttermilch
- Morphin erreicht dort höhere Konzentrationen als im mütterlichen Plasma
Schwangerschaftshinweise
Morphin - peroral
- Morphin darf in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen für die Mutter das Risiko für das Kind klar überwiegt
- beim Menschen keine ausreichenden Daten vorliegend, die die Bewertung eines möglichen teratogenen Risikos erlauben würden
- möglicher Zusammenhang mit einer erhöhten Häufigkeit von Leistenbrüchen berichtet
- Morphin passiert die Plazentaschranke
- Neugeborene
- Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft Opioidanalgetika erhalten haben, sollten auf Anzeichen eines neonatalen Entzugssyndroms überwacht werden
- Behandlung kann ein Opioid und unterstützende Behandlung umfassen
- Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft Opioidanalgetika erhalten haben, sollten auf Anzeichen eines neonatalen Entzugssyndroms überwacht werden
- tierexperimentelle Studien
- Untersuchungen an Tieren zeigten ein Schädigungspotential für die Nachkommen während der gesamten Dauer der Trächtigkeit
- Entbindung
- Morphin kann die Dauer der Wehentätigkeit verlängern oder verkürzen
- Neugeborene, deren Mütter während der Entbindung Opioidanalgetika erhalten, sollten auf Anzeichen einer Atemdepression oder eines Entzugssyndroms überwacht werden
- ggf. mit einem spezifischen Opioidantagonisten behandeln
- Männer und Frauen im zeugungs- und gebärfähigen Alter
- wegen der mutagenen Eigenschaften von Morphin sollte es Männern und Frauen im zeugungs- und gebärfähigen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verhütung sichergestellt ist
- Fertilität
- gem. tierexperimenteller Studien kann Morphin die Fertilität reduzieren
Warnhinweise
Morphin - peroral
- Indikationseinschränkung
- Morphin sollte nicht bei idiopathischen oder psychopathologischen Schmerzzuständen angewendet werden
- besonders sorgfältige ärztliche Überwachung und ggf. Dosisreduktion erforderlich bei
- Abhängigkeit von Opioiden, Patienten mit Substanzmissbrauch in der Anamnese
- Opioid-Toleranz, physischer Abhängigkeit oder Entzugserscheinungen (siehe unten)
- psychischer Abhängigkeit (Arzneimittelsucht), Missbrauchsprofil und Vorgeschichte von Drogen- und / oder Alkoholmissbrauch (siehe unten)
- Bewusstseinsstörungen (unklaren Ursprungs)
- Krankheitszuständen, bei denen eine Störung des Atemzentrums und der Atemfunktion vorliegt oder vermieden werden muss (schwer beeinträchtigte Atemfunktion, Atemdepression (siehe unten), Bronchialasthma, Obstruktion der oberen Atemwege)
- Schlafapnoe
- (schwerem) Cor pulmonale
- Kopfverletzungen
- Hirnverletzungen (intrakranielle Läsionen) oder Zustände mit erhöhtem Hirndruck, wenn nicht eine Beatmung durchgeführt wird
- Hypotension bei Hypovolämie
- Prostatahyperplasie mit Restharnbildung (Gefahr der Blasenruptur durch Harnverhalten)
- Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege, Spasmen des Harntrakts
- Gallenwegserkrankungen, Spasmen des Gallentrakts
- obstruktive und entzündliche Darmerkrankungen
- Obstipation
- Phäochromozytom
- Nebennierenrindeninsuffizienz
- Pankreatitis
- (schwere) Beeinträchtigung der Nierenfunktion
- (schwere) Beeinträchtigung der Leberfunktion
- Hypothyreose
- epileptische Anfallsleiden oder erhöhter Neigung zu Krampfanfällen
- ältere Patienten
- Peritonealdialyse
- gleichzeitiger Anwendung von anderen zentraldämpfend wirkenden Arzneimitteln
- Therapie mit Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmer)
- Abhängigkeit von Opioiden, Patienten mit Substanzmissbrauch in der Anamnese
- Atemdepression
- Atemdepression ist die bedeutsamste Gefährdung einer Opioidüberdosierung
- bei der Behandlung älterer Patienten ist das Risiko einer Atemdepression erhöht
- schlafbezogene Atmungsstörungen
- Opioide können schlafbezogene Atmungsstörungen einschließlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Hypoxämie verursachen
- Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhängigen Erhöhung des Risikos für eine zentrale Schlafapnoe einher
- Opioide können auch eine Verschlimmerung einer bereits bestehenden Schlaf-Apnoe verursachen
- bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Verringerung der Opioidgesamtdosis in Betracht gezogen werden
- Risiko durch gleichzeitige Anwendung von Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln
- gleichzeitige Anwendung von Morphin und Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen
- aufgrund dieser Risiken sollte eine gleichzeitige Verordnung mit diesen Sedativa Patienten vorbehalten sein, für die keine alternativen Behandlungsoptionen infrage kommen
- wenn die Entscheidung getroffen wird, Morphin gleichzeitig mit Sedativa zu verordnen, sollte die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein
- Patienten engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung überwachen
- dringend empfohlen, Patienten und ihre Betreuungspersonen anzuweisen, auf diese Symptome zu achten
- schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen
- Berichte über akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), die lebensbedrohlich oder tödlich sein kann
- die meisten dieser Reaktionen traten innerhalb der ersten 10 Behandlungstage auf
- die Patienten sollten über die Anzeichen und Symptome von AGEP informiert und darauf hingewiesen werden, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, falls bei ihnen solche Symptome auftreten
- falls Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Hautreaktionen hinweisen, sollte Morphin abgesetzt und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden
- Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
- bei wiederholter Anwendung von Opioiden wie Morphin können sich eine Toleranz und eine körperliche und/oder psychische Abhängigkeit entwickeln
- die wiederholte Anwendung kann zu einer Opioidgebrauchsstörung (Opioid use disorder, OUD) führen
- eine höhere Dosis und längere Dauer der Opioidbehandlung kann das Risiko erhöhen, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln
- durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung kann es zu einer Überdosierung und/oder zum Tod kommen
- das Risiko, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstörung (einschließlich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte (Eltern oder Geschwister), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der persönlichen Vorgeschichte (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) erhöht
- vor Beginn der Behandlung und während der Behandlung sollten die Behandlungsziele und ein Plan für die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart werden
- vor und während der Behandlung sollte der Patient außerdem über die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung aufgeklärt werden
- den Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen
- drug-seeking-behaviour
- Überwachung auf Anzeichen eines Suchtverhaltens (drug-seeking behaviour) (z. B. zu frühe Nachfrage nach Folgerezepten)
- auch Überprüfung der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden und psychoaktiven Arzneimitteln (wie Benzodiazepinen)
- bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstörung sollte die Konsultation eines Suchtspezialisten in Betracht gezogen werden
- Überwachung auf Anzeichen eines Suchtverhaltens (drug-seeking behaviour) (z. B. zu frühe Nachfrage nach Folgerezepten)
- (chronische) wiederholte Anwendung von Opioidanalgetika kann mit der Entwicklung von körperlicher und / oder psychischer Abhängigkeit oder Toleranz verbunden sein
- bei abrupter Beendigung der Therapie kann ein Entzugssyndrom auftreten
- Symptome können verringert werden
- durch Anpassung der Dosis oder der Darreichungsform sowie
- über das schrittweise Absetzen von Morphin
- chronische Schmerzpatienten
- Risiko psychischer Abhängigkeit bei bestimmungsgemäßer Anwendung deutlich reduziert bzw. differenziert zu bewerten
- Behandlungsende
- wenn die Therapie mit Morphin nicht mehr länger erforderlich ist, kann es ratsam sein, die Tagesdosis allmählich zu reduzieren, um das Auftreten der Symptome eines Entzugssyndroms zu vermeiden
- Absetzen nach wiederholter Anwendung oder Applikation eines Opiatantagonisten kann ein typisches Entzugsbild (Entzugssyndrom) auslösen
- psychische Abhängigkeit (Arzneimittelsucht), Missbrauchspotential und Vorgeschichte von Drogen- und oder Alkoholmissbrauch
- Morphin besitzt ähnlich wie andere starke Opioide ein Missbrauchspotential und kann daher von Personen mit latenten oder manifesten Suchterkrankungen bewusst missbraucht werden
- psychische Abhängigkeit (Arzneimittelsucht) kann sich nach Gabe opioidhaltiger Analgetika wie Morphin entwickeln
- besondere Vorsicht bei anamnestischem Alkohol-, Drogen- oder Arzneimittelmissbrauch
- gleichzeitiger Konsum von illegalen Opioiden, Benzodiazepinen, Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Substanzen
- kann in Anbetracht der Potenzierung der Atemdepression zum Tod durch Atemstillstand führen
- bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und Morphin können vermehrt Nebenwirkungen von Morphin auftreten
- gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden
- Morphin besitzt ähnlich wie andere starke Opioide ein Missbrauchspotential und kann daher von Personen mit latenten oder manifesten Suchterkrankungen bewusst missbraucht werden
- missbräuchliche parenterale Verabreichung
- nur für den oralen Gebrauch bestimmt
- missbräuchliche parenterale Verabreichung kann wegen der Bestandteile zu schwerwiegenden, potentiell letalen unerwünschten Ereignissen (z.B. Lungengranulomen) führen
- Anwendung prä- und postoperativ (innerhalb 24 Stunden nach der OP)
- nur mit Vorsicht bzw. nicht empfohlen, wegen des gegenüber Nichtoperierten in der postoperativen Phase höheren Risikos eines Ileus oder einer Atemdepression
- aufgrund der analgetischen Wirkung von Morphin können schwerwiegende intraabdominelle Komplikationen wie z. B. eine Darmperforation maskiert werden
- Patienten, bei denen weitere schmerzreduzierende Maßnahmen vorgenommen werden sollen (z. B. Operation mit Plexusblockade)
- sollten innerhalb von 4 Stunden vor dem Eingriff kein schnell freisetzendes Morphin erhalten
- wenn eine Behandlung mit Morphin indiziert ist
- Dosierung an die neuen postoperativen Anforderungen anpassen
- Hyperalgesie
- insbesondere bei hohen Dosen kann Hyperalgesie auftreten, die nicht auf eine weitere Erhöhung der Morphindosis anspricht
- Reduzierung der Morphindosis oder eine Umstellung des Opioids kann erforderlich sein
- Nebennierenrindeninsuffizienz
- bei bestehender Nebennierenrindeninsuffizienz (z.B. Morbus Addison) sollte die Plasmakortisolkonzentration kontrolliert und ggf. Corticoide substituiert werden
- Opioid-Analgetika können eine reversible Nebenniereninsuffizienz verursachen, die eine Überwachung und eine Ersatztherapie mit Glucocorticoiden erfordert
- Symptome einer Nebenniereninsuffizienz können z.B. Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Erschöpfung, Schwäche, Schwindelgefühl oder niedriger Blutdruck sein
- Leber- und Gallenerkrankungen
- Morphin kann eine Funktionsstörung und einen Spasmus des Sphincter Oddi verursachen, wodurch der intrabiliäre Druck zunimmt und das Risiko für Gallenwegsymptome und Pankreatitis steigt
- verminderte Spiegel von Sexualhormonen und erhöhte Prolactin-Spiegel
- Opioide wie Morphin können eine pharmakologische Wirkung auf die Hypothalamus-Hypophysen- oder Gonaden-Achsen haben
- Langzeitanwendung von Opioidanalgetika kann mit verminderten Spiegeln von Sexualhormonen und erhöhten Prolaktin-Spiegeln einhergehen
- zu den klinischen Symptomen zählen verminderte Libido, Impotenz oder Amenorrhö
- akutes Thorax-Syndrom (ATS) bei Patienten mit Sichelzellkrankheit (SZK)
- aufgrund eines möglichen Zusammenhangs zwischen ATS und der Anwendung von Morphin bei SZK-Patienten, die während einer vasookklusiven Krise mit Morphin behandelt werden, ist eine engmaschige Überwachung auf ATS-Symptome angezeigt
- Rifampicin
- Morphin-Plasmakonzentrationen können durch Rifampicin reduziert werden
- analgetische Wirkung von Morphin sollte während und nach der Behandlung mit Rifampicin überwacht und die Dosierungen von Morphin angepasst werden
- MAO-Hemmer
- Morphin muss mit Vorsicht bei Patienten verabreicht werden, die MAO-Hemmer einnehmen oder die innerhalb der letzten 2 Wochen MAO-Hemmer erhalten haben
- Thrombozytenhemmung mit oralen P2Y12-Inhibitoren
- verminderte Wirksamkeit der P2Y12-Inhibitor-Therapie wurde während des 1. Tages einer gleichzeitigen Behandlung mit P2Y12-Inhibitoren und Morphin festgestellt
- Verhütung
- wegen der mutagenen Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff Männern und Frauen im zeugungs- bzw. gebärfähigen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verhütung sichergestellt ist
- bei Anwendung zur Substitutionsbehandlung
- Behandlung sollte durch einen Arzt erfolgen, der Erfahrung in der Substitutionsbehandlung hat
- bei Schmerzen unter einer Substitutionsbehandlung
- nach Verifizierung des somatischen Korrelats zusätzliche analgetische Behandlung erforderlich (ggf. Betreuung über Spezialeinrichtung)
- Patient muss über den Toleranzverlust und die erhöhte Gefahr einer Überdosierung bei erneutem Opioidkonsum nach Unterbrechung der Substitutionsbehandlung informiert werden
- Doping
- Anwendung von Morphin kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
- Kinder
- Empfehlungen und Hinweise unterscheiden sich je nach Zulassungsstatus - siehe jeweilige Herstellerinformation
- zusätzliche Hinweise für die verzögert freisetzende Darreichungsform
- als Ganzes schlucken, nicht zerteilen, zerkauen oder zerreiben
- die Einnahme zerteilter, zerkauter oder zerriebener Tabletten führt zu einer schnellen Wirkstofffreisetzung und zur Resorption einer möglicherweise letalen Dosis von Morphin