Macropeg Junior 6.86 g Plv.z.H.e.L.z.Einn.

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Fachinformationen

Indikation

Kinder (2 - 11 Jahre)

  • chronische Obstipation
  • Vorbeugung vor einer erneuten Stuhlimpaktion nach erfolgreicher Desimpaktion

Kinder (>/= 5 Jahre)

  • Koprostase, gekennzeichnet durch hartnäckige Obstipation mit Stuhlansammlung im Rektum und/oder Kolon

Dosierung

  • chronische Obstipation
    • Kinder (2 - 11 Jahre)
      • 2 - 6 Jahre
        • initial: 1 Beutel / Tag
      • 7 - 11 Jahre
        • initial: 2 Beutel / Tag
      • anschließende Dosisanpassung nach Bedarf (Erhöhung/ Verringerung)
        • Dosiserhöhung 1mal / 2 Tage
      • maximal erforderliche Tagesdosis: 4 Beutel
    • Kinder (< 2 Jahre)
      • Anwendung nicht empfohlen
    • Behandlungsdauer
      • längerer Zeitraum (mind. 6 - 12 Monate)
      • Sicherheit und Wirksamkeit nur über 3 Monate nachgewiesen
      • Behandlung schrittweise beenden und ggf. bei Wiederauftreten einer Obstipation Behandlung fortsetzen
  • Koprostase
    • Kinder (5 - 11 Jahre)
      • Tag 1: 4 Beutel / Tag
      • Tag 2: 6 Beutel / Tag
      • Tag 3: 8 Beutel / Tag
      • Tag 4: 10 Beutel / Tag
      • Tag 5: 12 Beutel / Tag
      • Tag 6: 12 Beutel / Tag
      • Tag 7: 12 Beutel / Tag
    • Tagesdosis (Anzahl der Beutel) als Einzelgaben innerhalb von 12 Stunden einnehmen
    • Behandlung sollte bei erfolgreicher Stuhlentleerung mit Beseitigung der Stuhlansammlung beendet werden
    • ein Hinweis auf eine erfolgreiche Beseitigung der Koprostase ist das Absetzen eines großen Stuhlvolumens
    • nach erfolgter Stuhlentleerung wird empfohlen, geeignete Maßnahmen zur Darmregulierung zu ergreifen, um das Wiederauftreten der Koprostase zu verhindern (die Dosierung dazu erfolgt entsprechend der Behandlung der chronischen Obstipation; siehe oben)
    • Kinder (< 5 Jahre)
      • Anwendung nicht empfohlen

Dosisanpassung

  • Kinder (> 12 Jahre) und Erwachsene
    • höher dosierte Darreichungsform wählen
  • Kinder mit eingeschränkter kardiovaskulärer Funktion
    • Koprostase: Anwendung nicht empfohlen (keine klin. Daten vorliegend)
  • Kinder mit eingeschränkter Nierenfunktion
    • Koprostase: Anwendung nicht empfohlen (keine klin. Daten vorliegend)

Kontraindikationen

Macrogol - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Macrogol (Polyethylenglykol = PEG)
  • schwere entzündliche Darmerkrankungen (wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn usw.) oder toxisches Megacolon, vergesellschaftet mit symptomatischer Stenose
  • Perforation oder Gefahr einer Perforation des MagenMagen-Darm-Traktes
  • Ileus oder Verdacht auf intestinale Obstruktion
  • Bauchschmerzen/Bauchschmerzsyndrome unklarer Genese

Nebenwirkungen

Macrogol - intraoral

Erwachsene

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Gesichtsödem, Bronchospasmus, Pruritus, Urtikaria, Hautausschlag, Angioödem (Quincke-Ödem), anaphylaktischer Schock
    • ohne Häufigkeitsgabe
      • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Erythem
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Völlegefühl
      • Meteorismus
      • Flatulenz
      • abdominale Schmerzen, Bauchschmerzen
      • Übelkeit
      • Diarrhoe
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tenesmus
      • epigastrische Schmerzen
      • Dyspepsie
      • Erbrechen
      • Stuhldrang
      • fäkale Inkontinenz
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Elektrolytstörungen (Hyponatriämie, Hypokaliämie)
      • Dehydratation, insbesondere bei älteren Patienten
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel

Kinder und Jugendliche (6 Monate bis 15 Jahre)

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktischer Schock, Angioödem, Urtikaria, Ausschlag, Pruritus)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bauchschmerzen
      • Diarrhoe (kann perianales Wundsein verursachen)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
      • Blähungen
      • Übelkeit

Anwendungshinweise

  • Inhalt eines Beutels in 62,5 ml Wasser (1/4 Glas) auflösen und trinken
  • Tagesdosis (Gesamtmenge an Lösung) kann im Voraus zubereitet und bis zu 24 Stunden verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt werden
  • zur Behandlung der Koprostase können zum Beispiel 12 Beutel in 750 ml Wasser aufgelöst werden

Stillzeithinweise

Macrogol - intraoral
  • Macrogol 4000 kann während der Stillzeit angewendet werden
  • keine Daten dazu vorliegend, ob Macrogol 4000 in die Muttermilch ausgeschieden wird
  • es wird angenommen, dass Macrogol keine Auswirkungen auf das gestillte Neugeborene/den gestillten Säugling hat, weil die systemische Exposition der stillenden Frau gegenüber Macrogol 4000 vernachlässigbar ist

Schwangerschaftshinweise

Macrogol - intraoral
  • Macrogol 4000 kann während der Schwangerschaft angewendet werden
  • da die systemische Exposition durch Macrogol 4000 zu vernachlässigen ist, wird davon ausgegangen, dass während einer Schwangerschaft keine nachteiligen Wirkungen auftreten
  • tierexperimentelle Studien
    • ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
    • Macrogol 4000 wirkte bei Ratten und Kaninchen nicht teratogen
  • Fertilität
    • keine Fertilitätsstudien mit Macrogol 4000 durchgeführt
    • da Macrogol nicht signifikant resorbiert wird, keine Auswirkungen zu erwarten

Warnhinweise

Macrogol - intraoral
  • vor Beginn der Behandlung muss eine organische Erkrankung ausgeschlossen werden
  • nach 3-monatiger Behandlung sollte hinsichtlich der Obstipation eine ärztliche Kontrolluntersuchung durchgeführt werden
  • begleitende Maßnahmen
    • Behandlung der Obstipation mit einem Laxans sollte eine ergänzende Maßnahme zu einer gesunden Lebensführung und Ernährung sein, wie z.B.
      • erhöhte Aufnahme von Flüssigkeit und Ballaststoffen
      • angemessene körperliche Aktivität und Wiederherstellung der Darmreflexe
  • Veränderungen im Flüssigkeitshaushalt
    • Patienten, die zu Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt neigen (z.B. ältere Menschen, Patienten mit eingeschränkter Herz-, Leber- oder Nierenfunktion, oder Patienten, die Diuretika einnehmen)
      • Anwendung von Macrogol sollte nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung und mit erhöhter Vorsicht erfolgen
      • bei diesen Patienten ist bei Auftreten von Durchfällen eine Kontrolle des Wasser- bzw. Elektrolythaushaltes angezeigt
    • beim Auftreten von Symptomen, die auf Veränderungen im Flüssigkeits-/Elektrolythaushalt hinweisen (z.B. Ödeme, Kurzatmigkeit, zunehmende Erschöpfung, Dehydratation, Herzversagen)
      • sollte Macrogol sofort abgesetzt, die Elektrolytwerte bestimmt und jede Anomalie in geeigneter Form behandelt werden
  • Überempfindlichkeit
    • sehr selten über Fälle von Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschlag, Urtikaria, Ödeme) bei Anwendung von Macrogol- (Polyethylenglykol-) haltigen Arzneimitteln berichtet
    • Einzelfälle von anaphylaktischem Schock beobachtet
  • während der Behandlung mit Macrogol wird aufgrund des Wirkmechanismus empfohlen, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen
  • Wechselwirkungen
    • Absorption anderer Arzneimittel kann vorübergehend reduziert werden, da Macrogol die gastrointestinale Transitrate steigert
    • Andickungsmittel
      • bei Patienten mit Schluckbeschwerden, bei denen Flüssigkeiten mit Andickungsmitteln versetzt werden, um deren Aufnahme zu erleichtern, sollten Interaktionen berücksichtigt werden
  • Kinder < 2 Jahre
    • Daten zur Wirksamkeit bei Kindern unter 2 Jahren liegen nur bei einer begrenzten Anzahl von Patienten vor