MAGNA 6 mg Tabletten

BERLIN-CHEMIE AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Glimepirid →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
NotApplicable 30 ST

Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.

Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.

Jetzt KI fragen

Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung bei Typ-2-Diabetes, wenn Diät, körperliche Aktivität und Gewichtsreduktion allein nicht ausreichen

Dosierung

  • Typ-2-Diabetes
    • Dosierung abhängig von Ergebnissen der Blut- und Harnzuckerbestimmungen
    • Anfangsdosis: 1 mg Glimepirid / Tag; bei ausreichender Stoffwechseleinstellung Dosierung beibehalten
    • schrittweise Dosiserhöhung, entsprechend glykämischer Situation bei nicht zufriedenstellender Stoffwechseleinstellung, in Intervallen von ca. 1 - 2 Wochen: 2, 3 oder 4 mg Glimepirid / Tag
    • Dosen > 4 mg Glimepirid / Tag verbessern nur in Einzelfällen die Wirkung
    • empfohlene Maximaldosis: 6 mg Glimepirid / Tag
    • Kombinationstherapie bei Patienten bei denen mit max. Tagesdosis von Metformin alleine keine ausreichende Stoffwechseleinstellung erzielt wird
      • Beibehaltung der Metformin-Dosierung
      • Behandlungsbeginn mit Glimeprid mit niedriger Dosis, dann schrittweise Dosiserhöhung in Abhängigkeit von angestrebter Stoffwechseleinstellung bis zur max. Tagesdosis
      • Beginn der Kombinationstherapie unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung
    • Patienten ohne ausreichende Stoffwechseleinstellung mit max. Tagesdosis von Glimepirid
      • ggf. zusätzliche Insulingabe
      • Beibehaltung der Glimepirid-Dosierung
      • Beginn der Insulin-Behandlung mit niedriger Dosis, dann schrittweise Dosiserhöhung in Abhängigkeit von angestrebter Stoffwechseleinstellung
      • Beginn der Kombinationstherapie unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung
    • Hinweise
      • Tritt bei einem Patienten, der 1 mg Glimepirid / Tag erhält, eine Hypoglykämie auf, kann er vermutlich mit Diät alleine ausreichend eingestellt werden
      • während Behandlung kann Glimepirid-Bedarf fallen (Verbesserung der Stoffwechseleinstellung geht mit erhöhter Insulin-Empfindlichkeit einher)
      • zur Hypoglykämievermeidung rechtzeitig Dosisreduktion oder Therapiebeendigung erwägen
      • evtl. Dosisanpassung notwendig bei Änderung von Gewicht / Lebensstil des Patienten oder anderer das Risiko einer Hypo-/ Hyperglykämie erhöhenden Faktoren
      • vergessene Einnahme einer Tablette nicht durch Erhöhung der nächsten Dosis korrigieren
      • bei Mahlzeiten in unregelmäßigen Abständen oder völligem Auslassen, Hypoglykämie während Behandlung möglich
    • Wechsel von anderen oralen Antidiabetika
      • bei Wechsel auf Glimepirid Stärke und Halbwertszeit der bisherigen Medikation beachten
      • in einigen Fällen, insbes. bei Antidiabetika mit langer Halbwertszeit (z.B. Chlorpropamid): Auswaschphase von wenigen Tagen ratsam (Risikoverminderung hypoglykämischer Reaktionen aufgrund des additiven Effekts)
      • empfohlene Anfangsdosis: 1 mg Glimepirid / Tag
      • Dosiserhöhung, optional, je nach Ansprechen des Patienten schrittweise wie weiter oben beschrieben
    • Wechsel von Insulin auf Glimepirid
      • in Ausnahmefällen, in denen Typ-2-Diabetiker mit Insulin behandelt werden, Wechsel auf Glimepirid angezeigt
      • Wechsel nur unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung

Dosisanpassung

  • Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
    • kontraindiziert bei schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
    • bei schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen ist ein Wechsel auf Insulin erforderlich
  • Kinder und Jugendliche
    • Kinder < 8 Jahre
      • keine verfügbaren Daten für die Anwendung von Glimepirid
    • Kinder 8 - 17 Jahre
      • begrenzte Daten zu Glimepirid als Monotherapie
    • verfügbare Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung in der Pädiatrie unzureichend
    • Anwendung wird deshalb hier nicht empfohlen

Kontraindikationen

Glimepirid - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Glimepirid, andere Sulfonylharnstoffe oder Sulfonamide
  • Diabetes mellitus Typ 1
  • insulinpflichtiger Diabetes
  • diabetisches Koma
  • Ketoazidose
  • schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
    • bei schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen Wechsel auf Insulin erforderlich
  • Schwangerschaft

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Glimepirid - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • folgende Nebenwirkungen in der Regel nach Absetzen des Arzneimittels reversibel
        • Thrombozytopenie
        • Leukopenie
        • Granulozytopenie
        • Agranulozytose
        • Erythropenie
        • hämolytische Anämie
        • Panzytopenie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • schwere Thrombozytopenie mit einer Thrombozytenanzahl von weniger als 10.000/µl
      • thrombozytopenische Purpura
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • leukozytoklastische Vaskulitis
      • leichte Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich zu lebensbedrohlichen Zuständen mit Atemnot, Blutdruckabfall und manchmal Schock entwickeln können
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Entwicklung von Kreuzallergien gegen Sulfonylharnstoffe, Sulfonamide oder verwandte Substanzen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hypoglykämie
        • hypoglykämische Reaktionen treten meistens sofort auf, können schwerwiegend verlaufen und sind nicht immer leicht zu beheben
        • Auftreten solcher Reaktionen hängt, genau wie bei anderen blutzuckersenkenden Therapien, von individuellen Faktoren wie Diätgewohnheiten und Dosierung ab
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • vorübergehende Sehstörungen
        • können, insbesondere zu Behandlungsbeginn, aufgrund des veränderten Blutzuckerniveaus auftreten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Geschmacksstörung
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Diarrhö
      • Druckgefühl
      • Völlegefühl / aufgetriebener Bauch
      • abdominale Beschwerden und Abdominalschmerzen
        • führen selten zu einem Abbruch der Behandlung
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Leberfunktionsstörungen (z.B. mit Cholestase und Ikterus)
      • Hepatitis
      • Leberversagen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhte Leberenzymwerte
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Haarausfall
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Juckreiz, Ausschlag, Urtikaria und Photosensibilität
  • Untersuchungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gewichtszunahme
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verringerung der Natriumkonzentration im Blut

Anwendungshinweise

  • Einnahme 1mal / Tag unmittelbar vor oder während eines ausreichenden Frühstücks empfohlen bzw. - wenn nicht gefrühstückt wird - unmittelbar vor oder während der ersten Hauptmahlzeit
  • Einnahme der Tabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit

Stillzeithinweise

Glimepirid - peroral
  • da andere Sulfonylharnstoffe in die Muttermilch übergehen und da das Risiko einer Hypoglykämie bei gestillten Kindern besteht, wird während der Behandlung mit Glimepirid vom Stillen abgeraten
  • nicht bekannt, ob Glimepirid / Metabolite in die Muttermilch übergehen
  • tierexperimentelle Studien
    • Glimepirid geht in die Milch von Ratten über

Schwangerschaftshinweise

Glimepirid - peroral
  • kontraindiziert während der gesamten Schwangerschaft
  • wenn eine Patientin, die mit Glimepirid behandelt wird, eine Schwangerschaft plant oder wenn bei ihr eine Schwangerschaft festgestellt wird, muss die Behandlung sobald wie möglich auf eine Insulintherapie umgestellt werden
  • Glimepirid-bedingte Risiken
    • keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Glimepirid bei Schwangeren
    • tierexperimentelle Studien
      • zeigten Reproduktionstoxizität, die jedoch vermutlich im Zusammenhang mit der pharmakologischen Wirkung (Hypoglykämie) von Glimepirid stand
  • Diabetes-bedingte Risiken
    • abnormale Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft gehen mit einer erhöhten Inzidenz angeborener Missbildungen und perinataler Sterblichkeit einher
    • deshalb muss der Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft zur Vermeidung teratogener Risiken eng überwacht werden
    • unter diesen Umständen ist Umstellung auf Insulin erforderlich
    • Patientinnen, die eine Schwangerschaft planen, müssen ihren Arzt informieren
  • Fertilität
    • bisher liegen keine ausreichenden Erfahrungen zu den Auswirkungen von Glimepiridauf die Fertilität beim Menschen vor

Warnhinweise

Glimepirid - peroral
  • Glimepirid muss unmittelbar vor oder während einer Mahlzeit eingenommen werden
    • werden Mahlzeiten in unregelmäßigen Abständen eingenommen oder völlig ausgelassen, kann es während der Behandlung mit Glimepirid zu einer Hypoglykämie kommen
  • Hypoglykämie
    • mögliche Symptome einer Hypoglykämie sind z.B.
      • Kopfschmerzen
      • Heißhunger
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Mattigkeit
      • Schläfrigkeit
      • Schlafstörungen
      • Unruhe
      • Aggressivität
      • Konzentrationsstörungen
      • beeinträchtigte Aufmerksamkeit und vermindertes Reaktionsvermögen
      • Depressionen
      • Verwirrtheit
      • Sprach- und Sehstörungen
      • Aphasie
      • Tremor
      • Paresen
      • Wahrnehmungs- / Empfindungsstörungen
      • Schwindel
      • Hilflosigkeit
      • Verlust der Selbstkontrolle
      • Delirium
      • zerebrale Krampfanfälle
      • Benommenheit
      • Bewusstseinsverlust bis einschließlich Koma
      • flache Atmung
      • Bradykardie
      • zusätzlich können Zeichen einer adrenergen Gegenregulation vorhanden sein wie z.B. Schwitzen, Kaltschweißigkeit, Angst- und Unruhezustände, Tachykardie, Hypertonie, Palpitationen, Angina Pectoris und Herzrhythmusstörungen
    • klinisches Bild einer schweren Hypoglykämie kann dem eines Schlaganfalls gleichen
    • Symptome können durch sofortige Kohlenhydrat-(Zucker-)Aufnahme fast immer rasch beseitigt werden
      • künstliche Süßstoffe zeigen keine Wirkung
    • von anderen Sulfonylharnstoffen bekannt, dass es trotz zunächst erfolgreicher Gegenmaßnahmen erneut zu Hypoglykämien kommen kann
    • schwere oder über einen längeren Zeitraum andauernde Hypoglykämie, die mit den üblichen Zuckergaben nur vorübergehend behoben werden kann, erfordert eine sofortige medizinische Behandlung, ggf. Krankenhauseinweisung erforderlich
    • folgende Faktoren können eine Hypoglykämie begünstigen
      • mangelnde Bereitschaft oder (häufiger bei älteren Patienten) Unfähigkeit des Patienten zur Mitarbeit
      • Unterernährung, unregelmäßige oder ausgelassene Mahlzeiten bzw. Fastenperioden
      • Änderungen der Diät
      • Ungleichgewicht zwischen körperlicher Betätigung und Kohlenhydrataufnahme
      • Alkoholkonsum, insbesondere in Verbindung mit ausgelassenen Mahlzeiten
      • eingeschränkte Nierenfunktion
      • schwere Leberfunktionsstörung,
      • Überdosierung von Glimepirid
      • bestimmte nicht kompensierte Störungen des endokrinen Systems, die den Kohlenhydratstoffwechsel oder den Gegenregulationsmechanismus einer Hypoglykämie beeinflussen (wie z.B. bei bestimmten Störungen der Schilddrüsenfunktion und bei Hypophysenvorderlappen- oder Nebennierenrindeninsuffizienz)
      • gleichzeitige Anwendung bestimmter anderer Arzneimittel
  • Laborwertkontrollen
    • Behandlung erfordert eine regelmäßige Kontrolle der Blut- und Harnzuckerwerte
    • zusätzlich Bestimmung des Anteils von glycosyliertem Hämoglobin empfohlen
    • während der Behandlung regelmäßige Kontrolle der Leberfunktion und des Blutbildes (insbesondere der Leukozyten- und Thrombozytenzahl) erforderlich
  • in Belastungssituationen (z.B. nach Unfällen, akuten chirurgischen Eingriffen, fieberhaften Infekten usw.) kann vorübergehende Umstellung auf Insulin indiziert sein
  • Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung oder bei dialysepflichtigen Patienten
    • keine Erfahrungen zur Anwendung
  • Patienten mit schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
    • Umstieg auf Insulin angezeigt
  • Patienten mit Glucose- 6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel
    • Behandlung mit Sulfonylharnstoffverbindungen kann zu einer hämolytischen Anämie führen
    • aufgrund der Zugehörigkeit zu der Klasse der Sulfonylharnstoffe sollte Glimepirid nur mit Vorsicht bei Patienten mit einem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel angewendet werden
    • ferner sollte Behandlung mit einem nicht sulfonylharnstoffhaltigen Ersatzpräparat in Betracht gezogen werden