MAVENCLAD 10 mg Tabletten

Merck Healthcare Germany GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Cladribin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 6 ST 11934,69 €
1 ST 2037,16 €
4 ST 7975,68 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung von erwachsenen Patienten mit hochaktiver schubförmiger Multipler Sklerose (MS), definiert durch klinische oder bildgebende Befunde

Dosierung

  • Behandlung von erwachsenen Patienten mit hochaktiver schubförmiger Multipler Sklerose (MS), definiert durch klinische oder bildgebende Befunde
    • Beginn und Überwachung der Therapie nur durch einen in der Behandlung der MS erfahrenen Arzt
    • Dosierung
      • 3,5 mg Cladribin / kg Körpergewicht (KG) über 2 Jahre, angewendet als 1 Behandlungsphase von 1,75 mg / kg KG pro Jahr
      • jede Behandlungsphase besteht aus 2 Behandlungswochen
        • eine zu Beginn des 1. Monats und
        • eine zu Beginn des 2. Monats des jeweiligen Behandlungsjahres
      • jede Behandlungswoche besteht aus 4 oder 5 Tagen, an denen ein Patient abhängig vom KG 10 mg oder 20 mg (1 oder 2 Tabletten) als tägliche Einmaldosis erhält
      • nach Abschluss der zwei Behandlungsphasen ist keine weitere Behandlung mit Cladribin in den Jahren 3 und 4 erforderlich
      • Wiederaufnahme der Therapie nach dem 4. Jahr wurde nicht untersucht
    • Voraussetzungen für den Beginn und das Fortführen der Therapie
      • Lymphozytenzahl muss vor Behandlungsbeginn mit Cladribin
        • in Jahr 1 im Normalbereich liegen
        • in Jahr 2 mind. 800 Zellen / mm3 betragen
      • Behandlungsphase in Jahr 2 kann um bis zu 6 Monate verschoben werden, damit sich die Lymphozytenzahl erholen kann
      • dauert diese Erholung > 6 Monate, sollte der Patient kein Cladribin mehr erhalten
    • Verteilung der Dosis
      • Verteilung der Gesamtdosis über die 2 Behandlungsjahre
        • bei bestimmten Gewichtsbereichen kann Anzahl der Tabletten in den einzelnen Behandlungswochen variieren
        • Anwendung von oralem Cladribin bei Patienten mit KG < 40 kg nicht untersucht
      • Cladribin-Dosis je Behandlungswoche pro Behandlungsjahr in Abhängigkeit vom Patientengewicht
        • Gewichtsbereich kg: 40 bis < 50
          • Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
            • Behandlungswoche 1: 40 mg (4 Tabletten)
            • Behandlungswoche 2: 40 mg (4 Tabletten)
        • Gewichtsbereich kg: 50 bis < 60
          • Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
            • Behandlungswoche 1: 50 mg (5 Tabletten)
            • Behandlungswoche 2: 50 mg (5 Tabletten)
        • Gewichtsbereich kg: 60 bis < 70
          • Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
            • Behandlungswoche 1: 60 mg (6 Tabletten)
            • Behandlungswoche 2: 60 mg (6 Tabletten)
        • Gewichtsbereich kg: 70 bis < 80
          • Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
            • Behandlungswoche 1: 70 mg (7 Tabletten)
            • Behandlungswoche 2: 70 mg (7 Tabletten)
        • Gewichtsbereich kg: 80 bis < 90
          • Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
            • Behandlungswoche 1: 80 mg (8 Tabletten)
            • Behandlungswoche 2: 70 mg (7 Tabletten)
        • Gewichtsbereich kg: 90 bis < 100
          • Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
            • Behandlungswoche 1: 90 mg (9 Tabletten)
            • Behandlungswoche 2: 80 mg (8 Tabletten)
        • Gewichtsbereich kg: 100 bis < 110
          • Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
            • Behandlungswoche 1: 100 mg (10 Tabletten)
            • Behandlungswoche 2: 90 mg (9 Tabletten)
        • Gewichtsbereich kg: 110 und darüber
          • Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
            • Behandlungswoche 1: 100 mg (10 Tabletten)
            • Behandlungswoche 2: 100 mg (10 Tabletten)
      • Gesamtzahl der Tabletten je Behandlungswoche über die einzelnen Tage
        • tägliche Cladribin-Dosen in jeder Behandlungswoche in zeitlichem Abstand von 24 h etwa zur gleichen Tageszeit einnehmen
        • besteht die Tagesdosis aus 2 Tabletten, Tabletten zusammen als Einzeldosis einnehmen
        • Cladribin 10 mg Tabletten pro Wochentag
          • Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 4
            • Tag 1: 1
            • Tag 2: 1
            • Tag 3: 1
            • Tag 4: 1
            • Tag 5: 0
          • Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 5
            • Tag 1: 1
            • Tag 2: 1
            • Tag 3: 1
            • Tag 4: 1
            • Tag 5: 1
          • Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 6
            • Tag 1: 2
            • Tag 2: 1
            • Tag 3: 1
            • Tag 4: 1
            • Tag 5: 1
          • Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 7
            • Tag 1: 2
            • Tag 2: 2
            • Tag 3: 1
            • Tag 4: 1
            • Tag 5: 1
          • Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 8
            • Tag 1: 2
            • Tag 2: 2
            • Tag 3: 2
            • Tag 4: 1
            • Tag 5: 1
          • Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 9
            • Tag 1: 2
            • Tag 2: 2
            • Tag 3: 2
            • Tag 4: 2
            • Tag 5: 1
          • Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 10
            • Tag 1: 2
            • Tag 2: 2
            • Tag 3: 2
            • Tag 4: 2
            • Tag 5: 2
    • vergessene Dosis
      • sobald dies bemerkt wird, am selben Tag gemäß Behandlungsplan einnehmen
      • vergessene Dosis nicht zusammen mit nächster geplanter Dosis am folgenden Tag einnehmen
        • wurde eine Dosis vergessen
          • Patient muss die ausgelassene Dosis am darauffolgenden Tag einnehmen und die Anzahl der Tage dieser Behandlungswoche entsprechend verlängern
          • für den Fall, dass zwei aufeinander folgende Dosen vergessen werden, gilt dieselbe Regel, und die Anzahl an Tagen in der Behandlungswoche wird um 2 Tage verlängert
    • gleichzeitige Einnahme anderer oraler Arzneimittel
      • an den wenigen Tagen, an denen Cladribin eingenommen wird, zeitlichen Abstand von mind. 3 Stunden zwischen der Einnahme eines anderen oralen Arzneimittels und Cladribin einhalten

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • keine spezifischen Studien durchgeführt
    • leicht (Kreatinin-Clearance 60 - 89 ml / Min.)
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • mittelschwer oder schwer (Kreatinin-Clearance < 60 ml / Min.)
      • kontraindiziert
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • keine Studien
    • leichte Einschränkung
      • keine Dosisanpassung erforderlich.
    • mittelschwer oder schwer (Child-Pugh-Score > 6)
      • Anwendung nicht empfohlen (fehlende Erfahrung)
  • ältere Patienten
    • Anwendung mit Vorsicht
    • potenziell häufigeres Auftreten eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion, Begleiterkrankungen und andere medizinische Behandlungen berücksichtigen
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • keine Daten vorliegend

Kontraindikationen

Cladribin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Cladribin
  • Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV)
  • aktive chronische Infektion (Tuberkulose oder Hepatitis)
  • Beginn einer Behandlung mit Cladribin bei immungeschwächten Patienten, einschließlich Patienten, die derzeit eine immunsuppressive oder myelosuppressive Therapie erhalten
  • aktive maligne Erkrankungen
  • mittelschwere oder schwere Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min)
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Cladribin - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • oraler Herpes
      • dermatomaler Herpes Zoster
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Tuberkulose
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • maligne Erkrankungen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Lymphopenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verminderung der Neutrophilenzahl
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Überempfindlichkeit einschl.
        • Pruritus
        • Urtikaria
        • Ausschlag
        • in seltenen Fällen Angioödem
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leberschädigung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag
      • Alopezie

Anwendungshinweise

  • unzerkaut und unabhängig von den Mahlzeiten mit Wasser einnehmen
  • Tabletten haben keinen Filmüberzug
    • nach Entnahme aus der Blisterpackung sofort schlucken
    • nicht mit Oberflächen in Berührung kommen lassen oder länger in der Hand halten als für die Einnahme erforderlich
    • falls eine Tablette auf einer Oberfläche abgelegt oder bei Entnahme aus der Blisterpackung zerbrochen oder zerteilt wurde
      • betroffenen Bereich gründlich reinigen
  • bei Handhabung der Tabletten
    • Hände des Patienten müssen trocken sein
    • danach gründlich Hände waschen

Stillzeithinweise

Cladribin - peroral
  • während der Behandlung mit Cladribin und für 1 Woche nach der letzten Dosis ist das Stillen kontraindiziert
    • in Hinblick auf das Potenzial schwerwiegender unerwünschter Wirkungen bei gestillten Kindern
  • begrenzte Daten aus Fallberichten haben gezeigt, dass Cladribin in die Muttermilch übergeht
    • der Umfang ist bisher noch nicht vollständig bekannt

Schwangerschaftshinweise

Cladribin - peroral
  • kontraindiziert während der Schwangerschaft
  • aufgrund von Erfahrungen am Menschen mit anderen die DNA-Synthese hemmenden Substanzen ist davon auszugehen, dass Cladribin angeborene Fehlbildungen verursachen kann, wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird
  • Tierexperimentelle Studien
    • zeigten Reproduktionstoxizität
  • Verhütung bei Männern und Frauen
    • Frauen im gebärfähigen Alter sowie Männer, die zeugungsfähig sind, sollten über die Möglichkeit eines schwerwiegenden Risikos für den Fötus und die Notwendigkeit einer zuverlässigen Verhütungsmethode informiert werden
      • vor Behandlungsbeginn sowohl in Jahr 1 als auch in Jahr 2
    • bei Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Behandlungsbeginn mit Cladribin in Jahr 1 und Jahr 2 eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden
    • eine Schwangerschaft muss zudem durch Anwendung einer zuverlässigen Verhütungsmethode verhindert werden
      • während der Behandlung mit Cladribin und
      • mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis
    • Frauen, die während der Therapie mit Cladribin schwanger werden
      • sollten die Behandlung beenden
    • Cladribin greift in die DNA-Synthese ein
      • unerwünschte Wirkungen auf die Gametogenese beim Menschen sind zu erwarten
      • daher müssen männliche Patienten Vorkehrungen treffen, damit bei ihrer Partnerin keine Schwangerschaft eintritt
        • während der Behandlung mit Cladribin
        • sowie für mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis
  • Fertilität
    • bei Mäusen zeigten sich keine Effekte auf die Fertilität oder Reproduktionsfunktion bei den Nachkommen
      • allerdings wurden Effekte auf Testes von Mäusen und Affen beobachtet
    • da Cladribin die DNA-Synthese beeinflusst, sind unerwünschte Wirkungen auf die Gametogenese beim Menschen zu erwarten
    • männliche Patienten müssen Vorkehrungen treffen, damit bei ihrer Partnerin keine Schwangerschaft eintritt
      • während der Behandlung mit Cladribin
      • sowie für mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis

Warnhinweise

Cladribin - peroral
  • hämatologische Überwachung
    • Wirkmechanismus von Cladribin steht in direktem Zusammenhang mit einer Verminderung der Lymphozytenzahl
      • Wirkung auf die Lymphozytenzahl ist dosisabhängig
    • im Vergleich zu den Ausgangswerten wurde in klinischen Studien auch eine Verminderung folgender Parameter beobachtet (jedoch bleiben diese Parameter gewöhnlich innerhalb des Normalbereichs)
      • der Neutrophilenzahl
      • der Erythrozytenzahl
      • des Hämatokrits
      • des Hämoglobins oder
      • der Thrombozytenzahl
    • additive hämatologische Nebenwirkungen sind möglicherweise zu erwarten, wenn Cladribin vor oder gleichzeitig mit anderen Wirkstoffen angewendet wird, die das hämatologische Profil beeinflussen
    • Bestimmung der Lymphozytenzahl
      • die Lymphozytenzahl muss bestimmt werden
        • vor Behandlungsbeginn mit Cladribin in Jahr 1
        • vor Behandlungsbeginn mit Cladribin in Jahr 2
        • 2 und 6 Monate nach Behandlungsbeginn in jedem Behandlungsjahr
      • falls die Lymphozytenzahl weniger als 500 Zellen / mm3 beträgt
        • aktiv überwachen, bis die Werte wieder ansteigen
    • zu Behandlungsentscheidungen, die auf der Lymphozytenzahl des Patienten basieren
      • siehe folgenden Unterabschnitt „Infektionen"
  • Infektionen
    • Cladribin kann die körpereigene Immunabwehr schwächen und möglicherweise die Wahrscheinlichkeit für Infektionen erhöhen
    • während der Behandlung mit Cladribin wurden schwerwiegende, schwere und opportunistische Infektionen beobachtet
      • einschließlich tödlich verlaufender Ereignisse
    • vor Einleitung einer Cladribin-Therapie sind auszuschließen
      • eine HIV-Infektion
      • eine aktive Tuberkulose
      • eine aktive Hepatitis
    • latente Infektionen, einschließlich Tuberkulose oder Hepatitis, können aktiviert werden
      • daher muss vor Therapiebeginn in Jahr 1 und Jahr 2 ein Screening auf latente Infektionen, vor allem auf Tuberkulose und Hepatitis B und C, erfolgen
      • der Beginn der Behandlung mit Cladribin sollte verschoben werden, bis die Infektion angemessen behandelt wurde
    • Patienten mit einer akuten Infektion
      • es sollte solange mit dem Beginn der Behandlung mit Cladribin gewartet werden, bis die Infektion erfolgreich behandelt worden ist
    • bei Patienten ohne anamnestisch bekannte Exposition gegenüber dem Varicella-Zoster-Virus ist besondere Vorsicht geboten
      • vor Beginn der Cladribin-Therapie wird eine Impfung von Antikörper-negativen Patienten empfohlen
      • der Behandlungsbeginn mit Cladribin muss um 4 bis 6 Wochen verschoben werden, damit die Impfung ihre volle Wirkung entfalten kann
    • bei Patienten unter Cladribin war die Inzidenz von Herpes Zoster erhöht
      • sinkt die Lymphozytenzahl unter 200 Zellen / mm3
        • während der Grad 4 Lymphopenie ist eine Herpesprophylaxe gemäß der lokalen Standardpraxis in Erwägung zu ziehen
    • Patienten mit Lymphozytenzahlen unter 500 Zellen / mm3
      • hinsichtlich Anzeichen und Symptomen von Infektionen, insbesondere Herpes Zoster, aktiv überwachen
      • falls diese auftreten, ist eine antiinfektiöse Therapie, wie klinisch angezeigt, einzuleiten
      • eine Unterbrechung oder Verschiebung der Gabe von Cladribin ist in Betracht zu ziehen, bis die Infektion vollständig ausgeheilt ist
    • progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML)
      • nach parenteraler Gabe von Cladribin bei Patienten, die aufgrund einer Haarzellleukämie ein anderes Behandlungsregime erhielten, wurden Fälle einer PML berichtet
      • auch wenn keine Fälle einer PML unter oraler Cladribin-Therapie berichtet wurden,
        • sollte vor Beginn der oralen Cladribin-Therapie eine Eingangsuntersuchung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) erfolgen (üblicherweise innerhalb von 3 Monaten)
  • maligne Erkrankungen
    • in klinischen Studien wurden bei Patienten, die mit Cladribin behandelt wurden, häufiger maligne Erkrankungen beobachtet als bei Patienten, die Placebo erhielten
    • Anwendung kontraindiziert bei MS-Patienten mit aktiven malignen Erkrankungen
    • vor Beginn der Behandlung individuelle Nutzen-Risiko-Beurteilung
      • bei Patienten, bei denen schon einmal maligne Erkrankungen aufgetreten sind
    • Patienten, die mit Cladribin behandelt werden, sollten angewiesen werden, die Standardleitlinien für Krebsvorsorgeuntersuchungen zu beachten
  • Leberfunktion
    • gelegentlich gab es bei Patienten, die mit Cladribin behandelt wurden, Berichte über eine Leberschädigung (auch schwerwiegende Fälle)
    • vor Einleitung der Behandlung sollte die Krankengeschichte der Patienten eingehend auf frühere Episoden einer Leberschädigung durch andere Arzneimittel oder bestehende Lebererkrankungen geprüft werden
    • vor Beginn der Therapie in Jahr 1 und Jahr 2
      • sind bei den Patienten die Serumkonzentrationen der Aminotransferase, der alkalischen Phosphatase und des Gesamtbilirubins zu bestimmen
    • während der Behandlung
      • sind Leberenzym- und Bilirubinwerte nach Maßgabe der klinischen Anzeichen und Symptome zu überwachen
    • falls ein Patient klinische Anzeichen, unerklärliche Erhöhungen der Leberenzyme oder Symptome, die auf eine Leberfunktionsstörung hinweisen (z. B. unerklärliche Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerz, Fatigue, Anorexie oder Ikterus und / oder dunkler Urin), entwickelt, sind die Serumtransaminasen und das Gesamtbilirubin umgehend zu bestimmen
    • gegebenenfalls muss die Behandlung unterbrochen oder abgesetzt werden
  • Verhütung
    • Frauen im gebärfähigen Alter sowie Männer, die zeugungsfähig sind, über die Möglichkeit eines schwerwiegenden Risikos für den Fötus und die Notwendigkeit einer zuverlässigen Verhütungsmethode informieren
      • vor Behandlungsbeginn sowohl in Jahr 1 als auch in Jahr 2
    • Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, um eine Schwangerschaft zu verhindern
      • während der Behandlung mit Cladribin und
      • mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis
    • männliche Patienten müssen Vorkehrungen treffen, damit bei ihrer Partnerin keine Schwangerschaft eintritt
      • während der Behandlung mit Cladribin
      • sowie für mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis
  • Bluttransfusionen
    • bei Patienten, die Bluttransfusionen benötigen, wird empfohlen, vor der Transfusion die zellulären Blutbestandteile zu bestrahlen, um eine transfusionsbedingte Graftversus-Host-Disease zu verhindern
    • es ist angeraten, einen Hämatologen hinzuzuziehen
  • Umstellung auf Cladribin sowie von Cladribin auf andere Arzneimittel
    • bei Patienten, die bereits zuvor mit immunmodulierenden oder immunsuppressiven Arzneimitteln behandelt wurden
      • vor Beginn der Behandlung mit Cladribin sollten der Wirkmechanismus und die Wirkungsdauer des anderen Arzneimittels berücksichtigt werden
    • die Möglichkeit einer additiven Wirkung auf das Immunsystem ist ebenfalls zu berücksichtigen, wenn solche Arzneimittel nach einer Behandlung mit Cladribin angewendet werden
    • bei Umstellung von einem anderen MS-Arzneimittel sollte eine Eingangsuntersuchung mittels MRT erfolgen
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • Anwendung von Cladribin bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Score > 6) nicht empfohlen