MAVENCLAD 10 mg Tabletten
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| – | 1 ST | 2037,14 € |
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Indikation
- Behandlung von erwachsenen Patienten mit hochaktiver schubförmiger Multipler Sklerose (MS), definiert durch klinische oder bildgebende Befunde
Dosierung
- Behandlung von erwachsenen Patienten mit hochaktiver schubförmiger Multipler Sklerose (MS), definiert durch klinische oder bildgebende Befunde
- Beginn und Überwachung der Therapie nur durch einen in der Behandlung der MS erfahrenen Arzt
- Dosierung
- 3,5 mg Cladribin / kg Körpergewicht (KG) über 2 Jahre, angewendet als 1 Behandlungsphase von 1,75 mg / kg KG pro Jahr
- jede Behandlungsphase besteht aus 2 Behandlungswochen
- eine zu Beginn des 1. Monats und
- eine zu Beginn des 2. Monats des jeweiligen Behandlungsjahres
- jede Behandlungswoche besteht aus 4 oder 5 Tagen, an denen ein Patient abhängig vom KG 10 mg oder 20 mg (1 oder 2 Tabletten) als tägliche Einmaldosis erhält
- nach Abschluss der zwei Behandlungsphasen ist keine weitere Behandlung mit Cladribin in den Jahren 3 und 4 erforderlich
- Wiederaufnahme der Therapie nach dem 4. Jahr wurde nicht untersucht
- Voraussetzungen für den Beginn und das Fortführen der Therapie
- Lymphozytenzahl muss vor Behandlungsbeginn mit Cladribin
- in Jahr 1 im Normalbereich liegen
- in Jahr 2 mind. 800 Zellen / mm3 betragen
- Behandlungsphase in Jahr 2 kann um bis zu 6 Monate verschoben werden, damit sich die Lymphozytenzahl erholen kann
- dauert diese Erholung > 6 Monate, sollte der Patient kein Cladribin mehr erhalten
- Lymphozytenzahl muss vor Behandlungsbeginn mit Cladribin
- Verteilung der Dosis
- Verteilung der Gesamtdosis über die 2 Behandlungsjahre
- bei bestimmten Gewichtsbereichen kann Anzahl der Tabletten in den einzelnen Behandlungswochen variieren
- Anwendung von oralem Cladribin bei Patienten mit KG < 40 kg nicht untersucht
- Cladribin-Dosis je Behandlungswoche pro Behandlungsjahr in Abhängigkeit vom Patientengewicht
- Gewichtsbereich kg: 40 bis < 50
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Behandlungswoche 1: 40 mg (4 Tabletten)
- Behandlungswoche 2: 40 mg (4 Tabletten)
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Gewichtsbereich kg: 50 bis < 60
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Behandlungswoche 1: 50 mg (5 Tabletten)
- Behandlungswoche 2: 50 mg (5 Tabletten)
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Gewichtsbereich kg: 60 bis < 70
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Behandlungswoche 1: 60 mg (6 Tabletten)
- Behandlungswoche 2: 60 mg (6 Tabletten)
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Gewichtsbereich kg: 70 bis < 80
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Behandlungswoche 1: 70 mg (7 Tabletten)
- Behandlungswoche 2: 70 mg (7 Tabletten)
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Gewichtsbereich kg: 80 bis < 90
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Behandlungswoche 1: 80 mg (8 Tabletten)
- Behandlungswoche 2: 70 mg (7 Tabletten)
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Gewichtsbereich kg: 90 bis < 100
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Behandlungswoche 1: 90 mg (9 Tabletten)
- Behandlungswoche 2: 80 mg (8 Tabletten)
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Gewichtsbereich kg: 100 bis < 110
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Behandlungswoche 1: 100 mg (10 Tabletten)
- Behandlungswoche 2: 90 mg (9 Tabletten)
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Gewichtsbereich kg: 110 und darüber
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Behandlungswoche 1: 100 mg (10 Tabletten)
- Behandlungswoche 2: 100 mg (10 Tabletten)
- Dosis in mg (Anzahl von 10 mg Tabletten) je Behandlungswoche
- Gewichtsbereich kg: 40 bis < 50
- Gesamtzahl der Tabletten je Behandlungswoche über die einzelnen Tage
- tägliche Cladribin-Dosen in jeder Behandlungswoche in zeitlichem Abstand von 24 h etwa zur gleichen Tageszeit einnehmen
- besteht die Tagesdosis aus 2 Tabletten, Tabletten zusammen als Einzeldosis einnehmen
- Cladribin 10 mg Tabletten pro Wochentag
- Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 4
- Tag 1: 1
- Tag 2: 1
- Tag 3: 1
- Tag 4: 1
- Tag 5: 0
- Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 5
- Tag 1: 1
- Tag 2: 1
- Tag 3: 1
- Tag 4: 1
- Tag 5: 1
- Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 6
- Tag 1: 2
- Tag 2: 1
- Tag 3: 1
- Tag 4: 1
- Tag 5: 1
- Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 7
- Tag 1: 2
- Tag 2: 2
- Tag 3: 1
- Tag 4: 1
- Tag 5: 1
- Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 8
- Tag 1: 2
- Tag 2: 2
- Tag 3: 2
- Tag 4: 1
- Tag 5: 1
- Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 9
- Tag 1: 2
- Tag 2: 2
- Tag 3: 2
- Tag 4: 2
- Tag 5: 1
- Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 10
- Tag 1: 2
- Tag 2: 2
- Tag 3: 2
- Tag 4: 2
- Tag 5: 2
- Gesamtzahl Tabletten pro Woche: 4
- Verteilung der Gesamtdosis über die 2 Behandlungsjahre
- vergessene Dosis
- sobald dies bemerkt wird, am selben Tag gemäß Behandlungsplan einnehmen
- vergessene Dosis nicht zusammen mit nächster geplanter Dosis am folgenden Tag einnehmen
- wurde eine Dosis vergessen
- Patient muss die ausgelassene Dosis am darauffolgenden Tag einnehmen und die Anzahl der Tage dieser Behandlungswoche entsprechend verlängern
- für den Fall, dass zwei aufeinander folgende Dosen vergessen werden, gilt dieselbe Regel, und die Anzahl an Tagen in der Behandlungswoche wird um 2 Tage verlängert
- wurde eine Dosis vergessen
- gleichzeitige Einnahme anderer oraler Arzneimittel
- an den wenigen Tagen, an denen Cladribin eingenommen wird, zeitlichen Abstand von mind. 3 Stunden zwischen der Einnahme eines anderen oralen Arzneimittels und Cladribin einhalten
Dosisanpassung
- eingeschränkte Nierenfunktion
- keine spezifischen Studien durchgeführt
- leicht (Kreatinin-Clearance 60 - 89 ml / Min.)
- Dosisanpassung nicht erforderlich
- mittelschwer oder schwer (Kreatinin-Clearance < 60 ml / Min.)
- kontraindiziert
- Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
- eingeschränkte Leberfunktion
- keine Studien
- leichte Einschränkung
- keine Dosisanpassung erforderlich.
- mittelschwer oder schwer (Child-Pugh-Score > 6)
- Anwendung nicht empfohlen (fehlende Erfahrung)
- ältere Patienten
- Anwendung mit Vorsicht
- potenziell häufigeres Auftreten eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion, Begleiterkrankungen und andere medizinische Behandlungen berücksichtigen
- Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
- Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
- keine Daten vorliegend
Kontraindikationen
Cladribin - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Cladribin
- Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV)
- aktive chronische Infektion (Tuberkulose oder Hepatitis)
- Beginn einer Behandlung mit Cladribin bei immungeschwächten Patienten, einschließlich Patienten, die derzeit eine immunsuppressive oder myelosuppressive Therapie erhalten
- aktive maligne Erkrankungen
- mittelschwere oder schwere Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min)
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Cladribin - peroral
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- oraler Herpes
- dermatomaler Herpes Zoster
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Tuberkulose
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
- ohne Häufigkeitsangabe
- maligne Erkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Lymphopenie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Verminderung der Neutrophilenzahl
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Überempfindlichkeit einschl.
- Pruritus
- Urtikaria
- Ausschlag
- in seltenen Fällen Angioödem
- Überempfindlichkeit einschl.
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Leberschädigung
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Ausschlag
- Alopezie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- unzerkaut und unabhängig von den Mahlzeiten mit Wasser einnehmen
- Tabletten haben keinen Filmüberzug
- nach Entnahme aus der Blisterpackung sofort schlucken
- nicht mit Oberflächen in Berührung kommen lassen oder länger in der Hand halten als für die Einnahme erforderlich
- falls eine Tablette auf einer Oberfläche abgelegt oder bei Entnahme aus der Blisterpackung zerbrochen oder zerteilt wurde
- betroffenen Bereich gründlich reinigen
- bei Handhabung der Tabletten
- Hände des Patienten müssen trocken sein
- danach gründlich Hände waschen
Stillzeithinweise
Cladribin - peroral
- während der Behandlung mit Cladribin und für 1 Woche nach der letzten Dosis ist das Stillen kontraindiziert
- in Hinblick auf das Potenzial schwerwiegender unerwünschter Wirkungen bei gestillten Kindern
- begrenzte Daten aus Fallberichten haben gezeigt, dass Cladribin in die Muttermilch übergeht
- der Umfang ist bisher noch nicht vollständig bekannt
Schwangerschaftshinweise
Cladribin - peroral
- kontraindiziert während der Schwangerschaft
- aufgrund von Erfahrungen am Menschen mit anderen die DNA-Synthese hemmenden Substanzen ist davon auszugehen, dass Cladribin angeborene Fehlbildungen verursachen kann, wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird
- Tierexperimentelle Studien
- zeigten Reproduktionstoxizität
- Verhütung bei Männern und Frauen
- Frauen im gebärfähigen Alter sowie Männer, die zeugungsfähig sind, sollten über die Möglichkeit eines schwerwiegenden Risikos für den Fötus und die Notwendigkeit einer zuverlässigen Verhütungsmethode informiert werden
- vor Behandlungsbeginn sowohl in Jahr 1 als auch in Jahr 2
- bei Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Behandlungsbeginn mit Cladribin in Jahr 1 und Jahr 2 eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden
- eine Schwangerschaft muss zudem durch Anwendung einer zuverlässigen Verhütungsmethode verhindert werden
- während der Behandlung mit Cladribin und
- mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis
- Frauen, die während der Therapie mit Cladribin schwanger werden
- sollten die Behandlung beenden
- Cladribin greift in die DNA-Synthese ein
- unerwünschte Wirkungen auf die Gametogenese beim Menschen sind zu erwarten
- daher müssen männliche Patienten Vorkehrungen treffen, damit bei ihrer Partnerin keine Schwangerschaft eintritt
- während der Behandlung mit Cladribin
- sowie für mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis
- Frauen im gebärfähigen Alter sowie Männer, die zeugungsfähig sind, sollten über die Möglichkeit eines schwerwiegenden Risikos für den Fötus und die Notwendigkeit einer zuverlässigen Verhütungsmethode informiert werden
- Fertilität
- bei Mäusen zeigten sich keine Effekte auf die Fertilität oder Reproduktionsfunktion bei den Nachkommen
- allerdings wurden Effekte auf Testes von Mäusen und Affen beobachtet
- da Cladribin die DNA-Synthese beeinflusst, sind unerwünschte Wirkungen auf die Gametogenese beim Menschen zu erwarten
- männliche Patienten müssen Vorkehrungen treffen, damit bei ihrer Partnerin keine Schwangerschaft eintritt
- während der Behandlung mit Cladribin
- sowie für mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis
- bei Mäusen zeigten sich keine Effekte auf die Fertilität oder Reproduktionsfunktion bei den Nachkommen
Warnhinweise
Cladribin - peroral
- hämatologische Überwachung
- Wirkmechanismus von Cladribin steht in direktem Zusammenhang mit einer Verminderung der Lymphozytenzahl
- Wirkung auf die Lymphozytenzahl ist dosisabhängig
- im Vergleich zu den Ausgangswerten wurde in klinischen Studien auch eine Verminderung folgender Parameter beobachtet (jedoch bleiben diese Parameter gewöhnlich innerhalb des Normalbereichs)
- der Neutrophilenzahl
- der Erythrozytenzahl
- des Hämatokrits
- des Hämoglobins oder
- der Thrombozytenzahl
- additive hämatologische Nebenwirkungen sind möglicherweise zu erwarten, wenn Cladribin vor oder gleichzeitig mit anderen Wirkstoffen angewendet wird, die das hämatologische Profil beeinflussen
- Bestimmung der Lymphozytenzahl
- die Lymphozytenzahl muss bestimmt werden
- vor Behandlungsbeginn mit Cladribin in Jahr 1
- vor Behandlungsbeginn mit Cladribin in Jahr 2
- 2 und 6 Monate nach Behandlungsbeginn in jedem Behandlungsjahr
- falls die Lymphozytenzahl weniger als 500 Zellen / mm3 beträgt
- aktiv überwachen, bis die Werte wieder ansteigen
- die Lymphozytenzahl muss bestimmt werden
- zu Behandlungsentscheidungen, die auf der Lymphozytenzahl des Patienten basieren
- siehe folgenden Unterabschnitt „Infektionen"
- Wirkmechanismus von Cladribin steht in direktem Zusammenhang mit einer Verminderung der Lymphozytenzahl
- Infektionen
- Cladribin kann die körpereigene Immunabwehr schwächen und möglicherweise die Wahrscheinlichkeit für Infektionen erhöhen
- während der Behandlung mit Cladribin wurden schwerwiegende, schwere und opportunistische Infektionen beobachtet
- einschließlich tödlich verlaufender Ereignisse
- vor Einleitung einer Cladribin-Therapie sind auszuschließen
- eine HIV-Infektion
- eine aktive Tuberkulose
- eine aktive Hepatitis
- latente Infektionen, einschließlich Tuberkulose oder Hepatitis, können aktiviert werden
- daher muss vor Therapiebeginn in Jahr 1 und Jahr 2 ein Screening auf latente Infektionen, vor allem auf Tuberkulose und Hepatitis B und C, erfolgen
- der Beginn der Behandlung mit Cladribin sollte verschoben werden, bis die Infektion angemessen behandelt wurde
- Patienten mit einer akuten Infektion
- es sollte solange mit dem Beginn der Behandlung mit Cladribin gewartet werden, bis die Infektion erfolgreich behandelt worden ist
- bei Patienten ohne anamnestisch bekannte Exposition gegenüber dem Varicella-Zoster-Virus ist besondere Vorsicht geboten
- vor Beginn der Cladribin-Therapie wird eine Impfung von Antikörper-negativen Patienten empfohlen
- der Behandlungsbeginn mit Cladribin muss um 4 bis 6 Wochen verschoben werden, damit die Impfung ihre volle Wirkung entfalten kann
- bei Patienten unter Cladribin war die Inzidenz von Herpes Zoster erhöht
- sinkt die Lymphozytenzahl unter 200 Zellen / mm3
- während der Grad 4 Lymphopenie ist eine Herpesprophylaxe gemäß der lokalen Standardpraxis in Erwägung zu ziehen
- sinkt die Lymphozytenzahl unter 200 Zellen / mm3
- Patienten mit Lymphozytenzahlen unter 500 Zellen / mm3
- hinsichtlich Anzeichen und Symptomen von Infektionen, insbesondere Herpes Zoster, aktiv überwachen
- falls diese auftreten, ist eine antiinfektiöse Therapie, wie klinisch angezeigt, einzuleiten
- eine Unterbrechung oder Verschiebung der Gabe von Cladribin ist in Betracht zu ziehen, bis die Infektion vollständig ausgeheilt ist
- progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML)
- nach parenteraler Gabe von Cladribin bei Patienten, die aufgrund einer Haarzellleukämie ein anderes Behandlungsregime erhielten, wurden Fälle einer PML berichtet
- auch wenn keine Fälle einer PML unter oraler Cladribin-Therapie berichtet wurden,
- sollte vor Beginn der oralen Cladribin-Therapie eine Eingangsuntersuchung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) erfolgen (üblicherweise innerhalb von 3 Monaten)
- maligne Erkrankungen
- in klinischen Studien wurden bei Patienten, die mit Cladribin behandelt wurden, häufiger maligne Erkrankungen beobachtet als bei Patienten, die Placebo erhielten
- Anwendung kontraindiziert bei MS-Patienten mit aktiven malignen Erkrankungen
- vor Beginn der Behandlung individuelle Nutzen-Risiko-Beurteilung
- bei Patienten, bei denen schon einmal maligne Erkrankungen aufgetreten sind
- Patienten, die mit Cladribin behandelt werden, sollten angewiesen werden, die Standardleitlinien für Krebsvorsorgeuntersuchungen zu beachten
- Leberfunktion
- gelegentlich gab es bei Patienten, die mit Cladribin behandelt wurden, Berichte über eine Leberschädigung (auch schwerwiegende Fälle)
- vor Einleitung der Behandlung sollte die Krankengeschichte der Patienten eingehend auf frühere Episoden einer Leberschädigung durch andere Arzneimittel oder bestehende Lebererkrankungen geprüft werden
- vor Beginn der Therapie in Jahr 1 und Jahr 2
- sind bei den Patienten die Serumkonzentrationen der Aminotransferase, der alkalischen Phosphatase und des Gesamtbilirubins zu bestimmen
- während der Behandlung
- sind Leberenzym- und Bilirubinwerte nach Maßgabe der klinischen Anzeichen und Symptome zu überwachen
- falls ein Patient klinische Anzeichen, unerklärliche Erhöhungen der Leberenzyme oder Symptome, die auf eine Leberfunktionsstörung hinweisen (z. B. unerklärliche Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerz, Fatigue, Anorexie oder Ikterus und / oder dunkler Urin), entwickelt, sind die Serumtransaminasen und das Gesamtbilirubin umgehend zu bestimmen
- gegebenenfalls muss die Behandlung unterbrochen oder abgesetzt werden
- Verhütung
- Frauen im gebärfähigen Alter sowie Männer, die zeugungsfähig sind, über die Möglichkeit eines schwerwiegenden Risikos für den Fötus und die Notwendigkeit einer zuverlässigen Verhütungsmethode informieren
- vor Behandlungsbeginn sowohl in Jahr 1 als auch in Jahr 2
- Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, um eine Schwangerschaft zu verhindern
- während der Behandlung mit Cladribin und
- mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis
- männliche Patienten müssen Vorkehrungen treffen, damit bei ihrer Partnerin keine Schwangerschaft eintritt
- während der Behandlung mit Cladribin
- sowie für mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis
- Frauen im gebärfähigen Alter sowie Männer, die zeugungsfähig sind, über die Möglichkeit eines schwerwiegenden Risikos für den Fötus und die Notwendigkeit einer zuverlässigen Verhütungsmethode informieren
- Bluttransfusionen
- bei Patienten, die Bluttransfusionen benötigen, wird empfohlen, vor der Transfusion die zellulären Blutbestandteile zu bestrahlen, um eine transfusionsbedingte Graftversus-Host-Disease zu verhindern
- es ist angeraten, einen Hämatologen hinzuzuziehen
- Umstellung auf Cladribin sowie von Cladribin auf andere Arzneimittel
- bei Patienten, die bereits zuvor mit immunmodulierenden oder immunsuppressiven Arzneimitteln behandelt wurden
- vor Beginn der Behandlung mit Cladribin sollten der Wirkmechanismus und die Wirkungsdauer des anderen Arzneimittels berücksichtigt werden
- die Möglichkeit einer additiven Wirkung auf das Immunsystem ist ebenfalls zu berücksichtigen, wenn solche Arzneimittel nach einer Behandlung mit Cladribin angewendet werden
- bei Umstellung von einem anderen MS-Arzneimittel sollte eine Eingangsuntersuchung mittels MRT erfolgen
- bei Patienten, die bereits zuvor mit immunmodulierenden oder immunsuppressiven Arzneimitteln behandelt wurden
- eingeschränkte Leberfunktion
- Anwendung von Cladribin bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Score > 6) nicht empfohlen