MAVIRET 100 mg/40 mg Filmtabletten
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N2 | 4X21 ST | 14993,42 € |
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Indikation
- Behandlung der chronischen Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion bei Erwachsenen und Jugendlichen im Alter von 12 bis < 18 Jahren
Dosierung
- Behandlung der chronischen Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion
- Überwachung und Einleitung durch einen Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit einer HCV-Infektion
- Erwachsene und Jugendliche (12 - < 18 Jahre)
- 3 Tabletten (entsprechend 300 mg Glecaprevir plus 120 mg Pibrentasvir) 1mal / Tag zur gleichen Zeit
- empfohlene Behandlungsdauer
- therapienaive Patienten
- Genotyp: GT 1, 2, 3, 4, 5, 6
- ohne Zirrhose: 8 Wochen
- Zirrhose: 8 Wochen
- Genotyp: GT 1, 2, 3, 4, 5, 6
- Patienten, bei denen eine Vorbehandlung mit peg-IFN + Ribavirin +/- Sofosbuvir oder mit Sofosbuvir + Ribavirin versagt hat
- Genotyp: GT 1, 2, 4 - 6
- ohne Zirrhose: 8 Wochen
- Zirrhose: 12 Wochen
- Genotyp: GT 3
- ohne Zirrhose: 16 Wochen
- Zirrhose: 16 Wochen
- Genotyp: GT 1, 2, 4 - 6
- therapienaive Patienten
- Patienten, bei denen eine Vorbehandlung mit einem NS3/4A- und / oder einem NS5A-Inhibitor versagt hat
- siehe Fachinformation
- versäumte Einnahme
- </= 18 Std. nach dem eigentlichen Einnahmezeitpunkt
- Einnahme der verordneten Dosis
- > 18 Std. nach dem eigentlichen Einnahmezeitpunkt
- versäumte Dosis nicht einnehmen
- nächste Dosis dem üblichen Dosierungsschema gemäß einnehmen
- keine doppelte Dosis einnehmen
- </= 18 Std. nach dem eigentlichen Einnahmezeitpunkt
- Erbrechen
- </= 3 Std. nach der Einnahme
- eine weitere Dosis einnehmen
- > 3 Std. nach der Einnahme
- weitere Dosis nicht erforderlich
- </= 3 Std. nach der Einnahme
Dosisanpassung
- ältere Patienten
- keine Dosisanpassung erforderlich
- Nierenfunktionsstörung
- Patienten mit jeglichem Grad einer Nierenfunktionsstörung, einschl. Dialysepatienten: keine Dosisanpassung erforderlich
- Leberfunktionsstörung
- leicht (Child-Pugh A)
- keine Dosisanpassung erforderlich
- mittelschwer (Child-Pugh B)
- Anwendung nicht empfohlen
- schwer (Child-Pugh C)
- kontraindiziert
- leicht (Child-Pugh A)
- leber- oder nierentransplantierte Patienten
- 12-wöchige Behandlungsdauer mit oder ohne Zirrhose wurde untersucht und wird empfohlen
- Genotyp-3-infizierte Patienten mit einer Vorbehandlung mit peg-IFN + Ribavirin +/- Sofosbuvir oder mit Sofosbuvir + Ribavirin
- 16-wöchige Behandlungsdauer in Betracht ziehen
- Patienten mit HIV-1-Koinfektion
- Dosierungsempfehlungen s.o.
- Dosierungsempfehlungen mit antiviralen Wirkstoffen gegen HIV, siehe Fachinformation
- Kinder und Jugendliche (12 - < 18 Jahre)
- keine Dosisanpassung erforderlich
- Kinder < 12 Jahre
- Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)
Kontraindikationen
Glecaprevir und Pibrentasvir - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Glecaprevir und Pibrentasvir
- Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C)
- gleichzeitige Anwendung mit
- Atazanavir-enthaltenden Arzneimitteln
- Atorvastatin
- Simvastatin
- Dabigatranetexilat
- ethinylestradiolhaltigen Arzneimitteln
- starken P-gp- und CYP3A-Induktoren, z.B.Rifampicin, Carbamazepin, Johanniskraut (Hypericum perforatum), Phenobarbital, Phenytoin und Primidon
Therapiehinweise
Einnahme während des Essens.
Nebenwirkungen
Glecaprevir und Pibrentasvir - peroral
- Erkrankungen des Immunsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Angioödem
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Kopfschmerzen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Gefäßerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- transitorische ischämische Attacke
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Durchfall
- Übelkeit
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- ohne Häufigkeitsangabe
- Pruritus
- ohne Häufigkeitsangabe
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Fatigue
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Asthenie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Untersuchungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Bilirubinanstieg im Serum
- Anstiege des Gesamtbilirubins von mind. 2-fach über dem oberen normalen Grenzwert (Upper Limit of Normal, ULN)
- direkte Hyperbilirubinämie bei 0,3% der Studienteilnehmer berichtet
- Bilirubinanstieg im Serum
- ohne Häufigkeitsangabe
Anwendungshinweise
- Tabletten im Ganzen und gemeinsam mit einer Mahlzeit schlucken
- Tabletten nicht kauen, zerstoßen bzw. zerbrechen, da dies die Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe verändern kann
Stillzeithinweise
Glecaprevir und Pibrentasvir - peroral
- es muss abgewogen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Glecaprevir plus Pibrentasvir verzichtet werden soll bzw. die Behandlung zu unterbrechen ist
- dabei sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen
- nicht bekannt, ob Glecaprevir oder Pibrentasvir in die Muttermilch übergehen
- die zur Verfügung stehenden pharmakokinetischen Daten an Tieren haben gezeigt, dass Glecaprevir und Pibrentasvir in die Milch übergehen
- Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden
Schwangerschaftshinweise
Glecaprevir und Pibrentasvir - peroral
- aus Vorsichtsgründen Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen
- bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (< 300 Schwangerschaftsausgänge) vorliegend
- tierexperimentelle Studien
- Studien mit Glecaprevir oder Pibrentasvir an Ratten / Mäusen weisen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Effekte in Bezug auf die Reproduktion hin
- Glecaprevir
- bei Kaninchen maternale Toxizität, die mit einem Verlust des Embryo / Fötus assoziiert ist, beobachtet
- aufgrund dieser maternalen Toxizität kann die embryo-fötale Toxizität von Glecaprevir bei klinischer Expositionen in dieser Spezies nicht beurteilt werden
- Fertilität
- keine Daten zur Wirkung von Glecaprevir und / oder Pibrentasvir auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
- tierexperimentelle Studien
- zeigen bei höheren Expositionen als den humanen therapeutischen Expositionen keinen Hinweis auf schädigende Wirkungen von Glecaprevir oder Pibrentasvir auf die Fertilität
Warnhinweise
Glecaprevir und Pibrentasvir - peroral
- Reaktivierung des Hepatitis-B-Virus
- Berichte über Fälle einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reaktivierung während oder nach der Behandlung mit direkt wirkenden antiviralen Wirkstoffen vorliegend
- manche Fälle waren letal
- alle Patienten sollten vor Behandlungsbeginn auf eine vorliegende HBV-Infektion untersucht werden
- HBV / HCV-co-infizierte Patienten
- haben das Risiko einer HBV-Reaktivierung und sollten daher nach den aktuellen klinischen Leitlinien überwacht und behandelt werden
- Berichte über Fälle einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reaktivierung während oder nach der Behandlung mit direkt wirkenden antiviralen Wirkstoffen vorliegend
- Leberfunktionsstörung
- schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C)
- Anwendung kontraindiziert
- mittelschwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B)
- Anwendung nicht empfohlen
- schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C)
- Patienten, bei denen eine Vorbehandlung mit NS5A- und/oder NS3 / 4A-Inhibitoren versagt hat
- Glecaprevir plus Pibrentasvir wird für eine Re-Therapie von Patienten, die mit NS3 / 4A- und/oder mit NS5A-Inhibitoren vorbehandelt sind, nicht empfohlen
- HCV Genotyp 1, 4
- in den Studien MAGELLAN-1 und B16-439 wurden Genotyp-1-infizierte (und eine sehr begrenzte Anzahl an Genotyp-4-infizierten) Patienten mit einem vorausgegangenen Versagen unter einem Therapieregime untersucht, das eine Resistenz gegenüber Glecaprevir / Pibrentasvir verursacht haben könnte
- Risiko eines Versagens war erwartungsgemäß bei denen am höchsten, die mit beiden Klassen vorbehandelt waren
- Resistenzalgorithmus, der das Risiko eines Versagens auf der Basis der Baseline-Resistenzen vorhersagen kann, ist nicht bekannt
- im Allgemeinen wurde eine Akkumulation von Resistenzen gegen beide Klassen bei Patienten festgestellt, die bei der Re-Therapie mit Glecaprevir / Pibrentasvir in der MAGELLAN-1-Studie versagt hatten
- in den Studien MAGELLAN-1 und B16-439 wurden Genotyp-1-infizierte (und eine sehr begrenzte Anzahl an Genotyp-4-infizierten) Patienten mit einem vorausgegangenen Versagen unter einem Therapieregime untersucht, das eine Resistenz gegenüber Glecaprevir / Pibrentasvir verursacht haben könnte
- HCV Genotyp 2, 3, 5 oder 6
- keine Daten zur Re-Therapie von Patienten mit den Genotypen 2, 3, 5 oder 6 vorhanden
- Arzneimittelwechselwirkungen
- bei verschiedenen Arzneimitteln wird gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen (Details siehe jeweilige Herstellerinformation)
- für einige ist die Anwendung auch kontraindiziert (siehe Rubrik "Kontraindikationen" bzw. jeweilige Herstellerinformation)
- Anwendung bei Patienten mit Diabetes
- bei Diabetikern kann es nach Einleitung einer direkt wirkenden antiviralen (DAA) Behandlung gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV) zu einer verbesserten Kontrolle des Blutzuckerspiegels und damit potenziell zu einer symptomatischen Hypoglykämie kommen
- zu Beginn der direkt wirkenden antiviralen Therapie, insbes. in den ersten 3 Monaten, ist der Blutzuckerspiegel diabetischer Patienten engmaschig zu überwachen
- bei Bedarf Änderungen der Diabetes-Medikation vornehmen
- der für die Diabetes-Behandlung des Patienten zuständige Arzt sollte bei Einleitung einer direkt wirkenden antiviralen Therapie hiervon in Kenntnis gesetzt werden