Maviret 50 mg/20 mg überzogenes Granulat im Beutel
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 28 ST | 2999,30 € |
Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.
Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.
Jetzt KI fragenFachinformationen
Indikation
- Behandlung der chronischen Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion bei Kindern >/= 3 Jahre
Dosierung
- Behandlung der chronischen Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion
- Überwachung und Einleitung durch einen Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit einer HCV-Infektion
- Kinder im Alter von 3 Jahren - < 12 Jahren und mit einem Körpergewicht von 12 kg - < 45 kg
- empfohlene Behandlungsdauer
- therapienaive Patienten
- Genotyp: GT 1, 2, 3, 4, 5, 6
- ohne Zirrhose: 8 Wochen
- Zirrhose: 8 Wochen
- Genotyp: GT 1, 2, 3, 4, 5, 6
- Patienten, bei denen eine Vorbehandlung mit peg-IFN + Ribavirin +/- Sofosbuvir oder mit Sofosbuvir + Ribavirin versagt hat
- Genotyp: GT 1, 2, 4 - 6
- ohne Zirrhose: 8 Wochen
- Zirrhose: 12 Wochen
- Genotyp: GT 3
- ohne Zirrhose: 16 Wochen
- Zirrhose: 16 Wochen
- Genotyp: GT 1, 2, 4 - 6
- Patienten, bei denen eine Vorbehandlung mit einem NS3/4A- und / oder einem NS5A-Inhibitor versagt hat
- siehe Fachinformation
- therapienaive Patienten
- Dosierung
- >/= 12 kg - < 20 kg: 3 Beutel (150 mg Glecaprevir + 60 mg Pibrentasvir)
- >/= 20 kg - < 30 kg: 4 Beutel (200 mg Glecaprevir + 80 mg Pibrentasvir)
- >/= 30 kg - < 45 kg 5 Beutel (250 mg Glecaprevir + 100 mg Pibrentasvir)
- Kinder >/= 45 kg KG: Erwachsenendosis in Tablettenform
- versäumte Einnahme
- </= 18 Std. nach dem eigentlichen Einnahmezeitpunkt
- Einnahme der verordneten Dosis
- > 18 Std. nach dem eigentlichen Einnahmezeitpunkt
- versäumte Dosis nicht einnehmen
- nächste Dosis dem üblichen Dosierungsschema gemäß einnehmen
- keine doppelte Dosis einnehmen
- </= 18 Std. nach dem eigentlichen Einnahmezeitpunkt
- Erbrechen
- </= 3 Std. nach der Einnahme
- eine weitere Dosis einnehmen
- > 3 Std. nach der Einnahme
- weitere Dosis nicht erforderlich
- </= 3 Std. nach der Einnahme
- empfohlene Behandlungsdauer
Dosisanpassung
- Nierenfunktionsstörung
- Patienten mit jeglichem Grad einer Nierenfunktionsstörung, einschl. Dialysepatienten: keine Dosisanpassung erforderlich
- Leberfunktionsstörung
- leicht (Child-Pugh A)
- keine Dosisanpassung erforderlich
- mittelschwer (Child-Pugh B)
- Anwendung nicht empfohlen
- schwer (Child-Pugh C)
- kontraindiziert
- leicht (Child-Pugh A)
- leber- oder nierentransplantierte Patienten
- 12-wöchige Behandlungsdauer mit oder ohne Zirrhose wurde untersucht und wird empfohlen
- Genotyp-3-infizierte Patienten mit einer Vorbehandlung mit peg-IFN + Ribavirin +/- Sofosbuvir oder mit Sofosbuvir + Ribavirin
- 16-wöchige Behandlungsdauer in Betracht ziehen
- Patienten mit HIV-1-Koinfektion
- Dosierungsempfehlungen s.o.
- Dosierungsempfehlungen mit antiviralen Wirkstoffen gegen HIV, siehe Fachinformation
- Kinder und Jugendliche < 3 Jahre oder < 12 kg KG
- Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)
- Kinder >/= 45 kg KG: Tabletten zum Einnehmen empfohlen
- die Formulierungen weisen ein unterschiedliches pharmakokinetisches Profil auf, daher sind Tabletten und das überzogene Granulat nicht austauschbar; ein vollständiger Behandlungszyklus mit derselben Formulierung ist erforderlich
Kontraindikationen
Glecaprevir und Pibrentasvir - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Glecaprevir und Pibrentasvir
- Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C)
- gleichzeitige Anwendung mit
- Atazanavir-enthaltenden Arzneimitteln
- Atorvastatin
- Simvastatin
- Dabigatranetexilat
- ethinylestradiolhaltigen Arzneimitteln
- starken P-gp- und CYP3A-Induktoren, z.B.Rifampicin, Carbamazepin, Johanniskraut (Hypericum perforatum), Phenobarbital, Phenytoin und Primidon
Therapiehinweise
Einnahme während des Essens.
Nebenwirkungen
Glecaprevir und Pibrentasvir - peroral
- Erkrankungen des Immunsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Angioödem
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Kopfschmerzen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Gefäßerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- transitorische ischämische Attacke
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Durchfall
- Übelkeit
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- ohne Häufigkeitsangabe
- Pruritus
- ohne Häufigkeitsangabe
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Fatigue
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Asthenie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Untersuchungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Bilirubinanstieg im Serum
- Anstiege des Gesamtbilirubins von mind. 2-fach über dem oberen normalen Grenzwert (Upper Limit of Normal, ULN)
- direkte Hyperbilirubinämie bei 0,3% der Studienteilnehmer berichtet
- Bilirubinanstieg im Serum
- ohne Häufigkeitsangabe
Anwendungshinweise
- Patienten anweisen, die empfohlene Dosis einmal täglich mit einer Mahlzeit einzunehmen.
- das Granulat für die gesamte Tagesdosis (der gesamte Inhalt der erforderlichen Anzahl Beutel, rosafarbenes und gelbes Granulat) wird auf eine kleine Menge eines weichen Nahrungsmittels mit niedrigem Wassergehalt gestreut, das an einem Löffel haften bleibt und ohne Kauen geschluckt werden kann (z. B. Erdnussbutter, Nuss-Nougat-Creme, Frischkäse,dicke Marmelade oder griechischer Joghurt)
- Flüssigkeiten oder Lebensmittel, die vom Löffel tropfen oder gleiten könnten, sollten nicht verwendet werden, da sich das Arzneimittel sonst schnell auflöst und weniger wirksam werden kann
- die Mischung aus Nahrungsmittel und Granulat ist umgehend zu schlucken; das Granulat darf nicht zerdrückt oder gekaut werden
- das Granulat darf nicht über enterale Ernährungssonden verabreicht werden
Stillzeithinweise
Glecaprevir und Pibrentasvir - peroral
- es muss abgewogen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Glecaprevir plus Pibrentasvir verzichtet werden soll bzw. die Behandlung zu unterbrechen ist
- dabei sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen
- nicht bekannt, ob Glecaprevir oder Pibrentasvir in die Muttermilch übergehen
- die zur Verfügung stehenden pharmakokinetischen Daten an Tieren haben gezeigt, dass Glecaprevir und Pibrentasvir in die Milch übergehen
- Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden
Schwangerschaftshinweise
Glecaprevir und Pibrentasvir - peroral
- aus Vorsichtsgründen Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen
- bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (< 300 Schwangerschaftsausgänge) vorliegend
- tierexperimentelle Studien
- Studien mit Glecaprevir oder Pibrentasvir an Ratten / Mäusen weisen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Effekte in Bezug auf die Reproduktion hin
- Glecaprevir
- bei Kaninchen maternale Toxizität, die mit einem Verlust des Embryo / Fötus assoziiert ist, beobachtet
- aufgrund dieser maternalen Toxizität kann die embryo-fötale Toxizität von Glecaprevir bei klinischer Expositionen in dieser Spezies nicht beurteilt werden
- Fertilität
- keine Daten zur Wirkung von Glecaprevir und / oder Pibrentasvir auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
- tierexperimentelle Studien
- zeigen bei höheren Expositionen als den humanen therapeutischen Expositionen keinen Hinweis auf schädigende Wirkungen von Glecaprevir oder Pibrentasvir auf die Fertilität
Warnhinweise
Glecaprevir und Pibrentasvir - peroral
- Reaktivierung des Hepatitis-B-Virus
- Berichte über Fälle einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reaktivierung während oder nach der Behandlung mit direkt wirkenden antiviralen Wirkstoffen vorliegend
- manche Fälle waren letal
- alle Patienten sollten vor Behandlungsbeginn auf eine vorliegende HBV-Infektion untersucht werden
- HBV / HCV-co-infizierte Patienten
- haben das Risiko einer HBV-Reaktivierung und sollten daher nach den aktuellen klinischen Leitlinien überwacht und behandelt werden
- Berichte über Fälle einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reaktivierung während oder nach der Behandlung mit direkt wirkenden antiviralen Wirkstoffen vorliegend
- Leberfunktionsstörung
- schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C)
- Anwendung kontraindiziert
- mittelschwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B)
- Anwendung nicht empfohlen
- schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C)
- Patienten, bei denen eine Vorbehandlung mit NS5A- und/oder NS3 / 4A-Inhibitoren versagt hat
- Glecaprevir plus Pibrentasvir wird für eine Re-Therapie von Patienten, die mit NS3 / 4A- und/oder mit NS5A-Inhibitoren vorbehandelt sind, nicht empfohlen
- HCV Genotyp 1, 4
- in den Studien MAGELLAN-1 und B16-439 wurden Genotyp-1-infizierte (und eine sehr begrenzte Anzahl an Genotyp-4-infizierten) Patienten mit einem vorausgegangenen Versagen unter einem Therapieregime untersucht, das eine Resistenz gegenüber Glecaprevir / Pibrentasvir verursacht haben könnte
- Risiko eines Versagens war erwartungsgemäß bei denen am höchsten, die mit beiden Klassen vorbehandelt waren
- Resistenzalgorithmus, der das Risiko eines Versagens auf der Basis der Baseline-Resistenzen vorhersagen kann, ist nicht bekannt
- im Allgemeinen wurde eine Akkumulation von Resistenzen gegen beide Klassen bei Patienten festgestellt, die bei der Re-Therapie mit Glecaprevir / Pibrentasvir in der MAGELLAN-1-Studie versagt hatten
- in den Studien MAGELLAN-1 und B16-439 wurden Genotyp-1-infizierte (und eine sehr begrenzte Anzahl an Genotyp-4-infizierten) Patienten mit einem vorausgegangenen Versagen unter einem Therapieregime untersucht, das eine Resistenz gegenüber Glecaprevir / Pibrentasvir verursacht haben könnte
- HCV Genotyp 2, 3, 5 oder 6
- keine Daten zur Re-Therapie von Patienten mit den Genotypen 2, 3, 5 oder 6 vorhanden
- Arzneimittelwechselwirkungen
- bei verschiedenen Arzneimitteln wird gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen (Details siehe jeweilige Herstellerinformation)
- für einige ist die Anwendung auch kontraindiziert (siehe Rubrik "Kontraindikationen" bzw. jeweilige Herstellerinformation)
- Anwendung bei Patienten mit Diabetes
- bei Diabetikern kann es nach Einleitung einer direkt wirkenden antiviralen (DAA) Behandlung gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV) zu einer verbesserten Kontrolle des Blutzuckerspiegels und damit potenziell zu einer symptomatischen Hypoglykämie kommen
- zu Beginn der direkt wirkenden antiviralen Therapie, insbes. in den ersten 3 Monaten, ist der Blutzuckerspiegel diabetischer Patienten engmaschig zu überwachen
- bei Bedarf Änderungen der Diabetes-Medikation vornehmen
- der für die Diabetes-Behandlung des Patienten zuständige Arzt sollte bei Einleitung einer direkt wirkenden antiviralen Therapie hiervon in Kenntnis gesetzt werden