MCP-ratiopharm SF 10mg/2ml Injektionslösung

ratiopharm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Metoclopramid →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 5 ST 13,63 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen (postoperative nausea and vomiting, PONV)
  • symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, einschließlich Übelkeit und Erbrechen, die durch akute Migräne hervorgerufen wurden
  • Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen, die durch Strahlentherapie verursacht werden (radiotherapy-induced nausea and vomiting, RINV)

Kinder und Jugendliche (1 - 18 Jahre)

  • Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (chemotherapy-induced nausea and vomiting, CINV) als Sekundäroption
  • Behandlung von etablierter Übelkeit und etabliertem Erbrechen nach Operationen (PONV) als Sekundäroption

Dosierung

Basiseinheit: 1 Ampulle (2 ml Injektionslösung) enthält 10 mg Metoclopramidhydrochlorid 1 H2O (entsprechend 8,46 mg Metoclopramid).

  • Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen (PONV); symptomatische Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, einschließlich Übelkeit und Erbrechen, die durch akute Migräne hervorgerufen wurden; Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen, die durch Strahlentherapie verursacht werden (RINV)
    • Erwachsene
      • Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen (PONV)
        • 1 Ampulle (10 mg Metoclopramidhydrochlorid) i. v. als Einzeldosis
      • symptomatische Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, einschließlich Übelkeit und Erbrechen, die durch akute Migräne hervorgerufen wurden; Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen, die durch Strahlentherapie verursacht werden (RINV)
        • 1 Ampulle (10 mg Metoclopramidhydrochlorid) i. v. bis zu 3mal / Tag
        • max. Tagesdosis: 30 mg Metoclopramidhydrochlorid oder 0,5 mg / kg KG i. v.
      • Behandlungsdauer
        • so kurz wie möglich
        • Übergang zur oralen oder rektalen Behandlung sollte so bald wie möglich erfolgen
  • Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (CINV) als Sekundäroption; Behandlung von etablierter Übelkeit und etabliertem Erbrechen nach Operationen (PONV) als Sekundäroption
    • Kinder und Jugendliche (1 - 18 Jahre)
      • 0,1 - 0,15 mg Metoclopramidhydrochlorid / kg KG i. v. bis zu 3mal / Tag
      • max. Tagesdosis: 0,5 mg Metoclopramidhydrochlorid / kg KG i. v.
        • 1 - 3 Jahre / 10 - 14 kg KG
          • 1 mg Metoclopramidhydrochlorid i. v. bis zu 3mal / Tag
        • 3 - 5 Jahre / 15 - 19 kg KG
          • 2 mg Metoclopramidhydrochlorid i. v. bis zu 3mal / Tag
        • 5 - 9 Jahre / 20 - 29 kg KG
          • 2,5 mg Metoclopramidhydrochlorid i. v. bis zu 3mal / Tag
        • 9 - 18 Jahre / 30 - 60 kg KG
          • 5 mg Metoclopramidhydrochlorid i. v. bis zu 3mal / Tag
        • 15 - 18 Jahre / > 60 kg KG
          • 10 mg Metoclopramidhydrochlorid i. v. bis zu 3mal / Tag
      • Behandlungsdauer
        • Behandlung von etablierter Übelkeit und etabliertem Erbrechen nach Operationen (PONV): 48 Stunden
        • Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (CINV): 5 Tage

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • Dosisreduzierung auf der Grundlage der Nieren- und Leberfunktion und der Gebrechlichkeit insgesamt erwägen
  • Niereninsuffizienz
    • Patienten mit Nierenerkrankung im Endstadium (Kreatinin-Clearance </= 15 ml / Min.)
      • 25% der Dosis
    • Patienten mit mäßiger bis schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 15 - 60 ml / Min.)
      • 50% der Dosis
  • Leberinsuffizienz
    • Patienten mit schwerer Leberfunktionsbeeinträchtigung
      • 50% der Dosis
  • Kinder < 1 Jahr
    • kontraindiziert (aufgrund des erhöhten Risikos extrapyramidaler Erkrankungen)

Kontraindikationen

Metoclopramid - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Metoclopramid
  • gastrointestinale Blutung, mechanische Obstruktion oder gastrointestinale Perforation, bei denen die Stimulierung der gastrointestinalen Motilität ein Risiko darstellt
  • Verdacht auf oder bestätigtes Phäochromozytom aufgrund des Risikos schwerer hypertensiver Episoden
  • prolaktinabhängiger Tumor
  • Vorgeschichte neuroleptischer oder durch Metoclopramid verursachter Spätdyskinesie
  • Epilepsie (gesteigerte Anfallshäufigkeit und -stärke)
  • Morbus Parkinson, Patienten mit extrapyramidalmotorischen Störungen
  • Kombination mit Levodopa oder dopaminergen Agonisten
  • bekannte Vorgeschichte von Methämoglobinämie mit Metoclopramid oder eines NADH-Cytochrom-b5-Reduktase-Mangels
  • Kinder < 1 Jahr, aufgrund des erhöhten Risikos extrapyramidaler Erkrankungen
  • Stillzeit

Nebenwirkungen

Metoclopramid - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anaphylaktische Reaktion (einschließlich anaphylaktischer Schock, insbesondere bei intravenöser Anwendung)
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Methämoglobinämie, die in Zusammenhang mit NADH-Cytochrom-b5-Reduktase-Mangel stehen kann, besonders bei Neugeborenen
      • Sulfhämoglobinämie, hauptsächlich bei gleichzeitiger Gabe hoher Dosen von Schwefel freisetzenden Arzneimitteln
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Somnolenz, Benommenheit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • extrapyramidale Erkrankungen (besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen und/oder wenn die empfohlene Dosis überschritten wird, selbst im Anschluss an die Gabe einer einzigen Dosis des Arzneimittels)
      • Parkinsonismus
      • Akathisie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dystonie (einschließlich Sehstörungen und okulogyre Krise)
      • Dyskinesie
      • getrübter Bewusstseinszustand
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Krämpfe, besonders bei epileptischen Patienten
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Spätdyskinesie/tardive Dyskinesie, die während oder nach längerer Behandlung besonders bei älteren Patienten auftreten und bestehen bleiben kann
      • malignes neuroleptisches Syndrom
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Halluzination
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Verwirrtheitszustand
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Angst
      • Ruhelosigkeit
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bradykardie, insbesondere bei intravenöser Anwendung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzstillstand, der kurz nach Injektion auftritt, und der nach einer Bradykardie auftreten kann
      • atrioventrikulärer Block
      • Sinusknotenstillstand, insbesondere bei intravenöser Anwendung
      • QT-Verlängerung im Elektrokardiogramm
      • Torsade de pointes
      • Herzrhythmusstörungen in Verbindung mit Tachykardie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie, besonders bei intravenöser Anwendung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schock
      • Synkope nach Anwendung als Injektion
      • akute Hypertonie bei Patienten mit Phäochromozytom
      • vorübergehender Anstieg des Blutdrucks
  • Endokrine Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Amenorrhö (bei längerer Behandlung in Zusammenhang mit einer Hyperprolaktinämie)
      • Hyperprolaktinämie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Galaktorrhö (bei längerer Behandlung in Zusammenhang mit einer Hyperprolaktinämie)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gynäkomastie (bei längerer Behandlung in Zusammenhang mit einer Hyperprolaktinämie)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhö
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Asthenie

Hinweis

  • folgende Reaktionen, die mitunter gleichzeitig auftreten, werden bei hohen Dosierungen häufiger beobachtet
    • extrapyramidale Symptome: akute Dystonie und Dyskinesie, Parkinson-Syndrom, Akathisie, auch selbst im Anschluss an die Gabe einer einzelnen Dosis des Arzneimittels, besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen
    • Schläfrigkeit
    • Bewusstseinsstörung
    • Verwirrtheit
    • Halluzinationen

Anwendungshinweise

  • Injektionslösung zur intravenösen und intramuskulären Anwendung
  • intravenöse Gaben müssen als langsame Bolusinjektion (über einen Zeitraum von mind. 3 Min.) erfolgen
  • Abstand von mind. 6 Stunden zwischen zwei Anwendungszeitpunkten muss eingehalten werden, selbst im Fall von Erbrechen oder Abstoßen der Dosis

Stillzeithinweise

Metoclopramid - invasiv
  • Metoclopramid während der Stillzeit kontraindiziert
  • bei stillenden Frauen sollte in Erwägung gezogen werden, die Behandlung mit Metoclopramid abzusetzen
  • Metoclopramid wird in geringem Maß in die Muttermilch ausgeschieden
  • Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen können nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Metoclopramid - invasiv
  • Metoclopramid kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies aus klinischer Sicht notwendig ist
    • wenn Metoclopramid angewendet wird, muss eine neonatale Überwachung erfolgen
  • Metoclopramid-Anwendung am Ende der Schwangerschaft sollte vermieden werden
    • wenn die Gabe von Metoclopramid am Ende der Schwangerschaft erfolgt, kann das Auftreten eines extrapyramidalen Syndroms beim Neugeborenen aufgrund der pharmakologischen Eigenschaften (wie bei Neuroleptika) nicht ausgeschlossen werden
  • weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (> 1000 exponierte Schwangere) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität hin
  • Fertilität
    • Metoclopramid verursachte eine reversible Beeinträchtigung der Spermatogenese bei Ratten
      • Relevanz dieses Befundes für den Menschen ist unklar

Warnhinweise

Metoclopramid - invasiv
  • Zeitabstand zwischen den Anwendungen
    • Zeitspanne von mind. 6 Stunden muss zwischen jeder Gabe von Metoclopramid eingehalten werden, selbst im Fall von Erbrechen und dem Abstoßen der Dosis, um eine Überdosis zu vermeiden
  • neurologische Erkrankungen
    • extrapyramidale Reaktionen
      • extrapyramidale Erkrankungen können besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen und/oder bei der Anwendung hoher Dosierungen auftreten
        • diese Reaktionen treten normalerweise zu Beginn der Behandlung auf und können selbst nach nur einer einzigen Gabe auftreten
      • Metoclopramid muss im Falle extrapyramidaler Symptome unverzüglich abgesetzt werden
        • Auswirkungen klingen nach dem Absetzen im Allgemeinen vollständig ab, bedürfen aber ggf. einer symptomatischen Behandlung (Benzodiazepine bei Kindern und/oder anticholinerge Antiparkinsonmittel bei Erwachsenen)
    • Spätdyskinesie bei längerer Behandlung
      • längere Behandlung mit Metoclopramid kann besonders bei älteren Patienten eine Spätdyskinesie verursachen, die irreversibel sein kann
      • Behandlung sollte aufgrund des Risikos einer Spätdyskinesie 3 Monate nicht überschreiten
      • Behandlung muss abgebrochen werden, wenn klinische Anzeichen einer Spätdyskinesie auftreten
    • malignes neuroleptisches Syndrom
      • wurde für Metoclopramid in Kombination mit Neuroleptika sowie mit Metoclopramid-Monotherapie berichtet
      • Metoclopramid sollte im Fall von Symptomen eines malignen neuroleptischen Syndroms unverzüglich abgesetzt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden
    • besondere Sorgfalt erforderlich bei
      • Patienten mit zugrundeliegenden neurologischen Erkrankungen
      • Patienten, die mit zentral wirkenden Arzneimitteln behandelt werden
    • Symptome von Morbus Parkinson können durch Metoclopramid verstärkt werden
  • Methämoglobinämie
    • über Methämoglobinämien berichtet, die in Zusammenhang mit einem NADH-Cytochrom-b5-Reduktase-Mangel stehen können
    • in solchen Fällen muss Metoclopramid unverzüglich und dauerhaft abgesetzt werden und entsprechende Maßnahmen (wie eine Behandlung mit Methylenblau) sind einzuleiten
  • Herzerkrankungen
    • Berichte über schwerwiegende kardiovaskuläre unerwünschte Wirkungen, einschließlich Fälle von Kreislaufkollaps, schwerwiegender Bradykardie, Herzstillstand und QT-Verlängerung im Anschluss an die parenterale Anwendung von Metoclopramid, insbesondere bei intravenöser Anwendung
    • besondere Vorsicht bei der Anwendung von Metoclopramid bei
      • Patienten mit Erregungsleitungsstörungen (einschließlich QT-Verlängerung)
      • Patienten mit nicht korrigiertem Elektrolytungleichgewicht
      • Bradykardie
      • Patienten, die Arzneimittel einnehmen, von denen bekannt ist, dass sie das QT-Intervall verlängern
    • besondere Vorsicht gilt insbesondere für die intravenöse Anwendung bei älteren Patienten
  • intravenöse Anwendungen müssen als langsame Bolus-Injektion gegeben werden (über Zeitspanne von mind. 3 Min.)
    • um das Risiko von Nebenwirkungen (z.B. Hypotonie, Akathisie) zu verringern
  • Nieren- und Leberfunktionsstörungen
    • bei Patienten mit einer beeinträchtigten Nierenfunktion oder schweren Leberfunktionsstörungen Dosisverringerung empfohlen