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Fachinformationen

Indikation

  • Erwachsene und Jugendliche
    • symptomatische Behandlung von Erkrankungen, bei denen die Magensäure gebunden werden soll
      • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
      • Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden

Dosierung

Basiseinheit: 1 Beutel bzw. 2 Teelöffel (10 ml Suspension) enthalten 1,0 g Almasilat (Aluminiummagnesiumsilicathydrat) (0,2 g Aluminiumoxid und 0,3 g Magnesiumoxid; Neutralisationskapazität mind. 11 mval).

  • symptomatische Behandlung von Erkrankungen, bei denen die Magensäure gebunden werden soll
    • Erwachsene und Jugendliche
      • 1 Beutel bzw. 2 Teelöffel Suspension 4mal / Tag
      • Behandlungsdauer
        • bei unter Therapie > 2 Wochen bestehenden Beschwerden: klin. Abklärung zum Ausschluss einer möglichen Malignität
    • Kinder < 12 Jahre
      • kontraindiziert
      • keine ausreichenden Erfahrungen
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • Kreatinin-Clearance < 30 ml / min
        • Gabe nur bei regelmäßiger Kontrolle der Aluminium- und Magnesiumspiegel

Kontraindikationen

Almasilat - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Aluminium-Magnesium-Silicat
  • Hypophosphatämie
  • Obstipation
  • Dickdarmstenosen
  • altersbedingte Einschränkungen möglich (siehe jeweilige Herstellerinformation)
  • Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/Min.)

Therapiehinweise

Einnahme zur Nacht.

Nebenwirkungen

Almasilat - intraoral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Osteomalazie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Demenz
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Enzephalopathie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Darmverschluss
        • bei Langzeittherapie mit Aluminiumhydroxid
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • gastrointestinalen Beschwerden (bei hoher Dosierung), wie
        • weiche / breiige Stühle
        • Verstopfung
        • Blähungen
        • Völlegefühl
        • Magendrücken
        • Übelkeit
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Aluminiumeinlagerung vor allem in das Nerven- und Knochengewebe und Phosphatverarmung möglich
        • bei ungenügender Nierenleistung (Niereninsuffizienz)
        • bei langfristiger Einnahme hoher Dosen
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Silikatsteine in der Niere oder Harnblase
        • bei Langzeittherapie mit Aluminium-Magnesium-Silicat
  • Untersuchungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • erhöhter Magnesiumgehalt des Blutes (Hypermagnesiämie) bis hin zur Magnesiumintoxikation
        • bei (stark) eingeschränkter Nierenfunktion
        • bei langfristiger Einnahme hoher Dosenbei langfristiger Einnahme hoher Dosen
        • Magnesiumintoxikation gekennzeichnet durch
          • zentralnervöse Störungen
          • Muskelschwäche
          • Reflexausfälle
          • Müdigkeit
          • Paresen
          • Koma
          • Herzrhythmusstörungen
      • Anstieg der Serum-Aluminiumspiegel
        • bei stark eingeschränkter Nierenfunktion

Anwendungshinweise

  • Beutel vor Gebrauch kräftig durchkneten
  • Flasche vor Gebrauch gut schütteln, nach Gebrauch verschlossen aufbewahren
  • Einnahme unverdünnt 1 - 2 Stunden nach den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen

Stillzeithinweise

Almasilat - intraoral
  • aufgrund der geringen Resorption ist ein Risiko für Neugeborene nicht anzunehmen
  • Aluminiumverbindungen gehen in die Muttermilch über

Schwangerschaftshinweise

Almasilat - intraoral
  • Nutzen-Risiko-Verhältnis sollte vor der Einnahme von aluminiumhaltigen Antacida während der Schwangerschaft sorgfältig abgewogen werden
    • Arzneimittel sollte während der Schwangerschaft nur kurzfristig in einer möglichst niedrigen Dosierung angewendet werden, um eine Aluminiumbelastung des Kindes zu vermeiden
  • keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Aluminium-Magnesium-Silicat bei Schwangeren vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • haben für Aluminiumverbindungen eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Untersuchungen beim Menschen
    • zeigen für unreife Neugeborene (Frühgeborene) eine Aluminium-Akkumulation in den Knochen
  • potentiell besteht bei längerfristiger Anwendung das Risiko einer Neurotoxizität

Warnhinweise

Almasilat - intraoral
  • Hinweise zur Anwendung
    • Antacida sollten nicht über einen langen Zeitraum und in hohen Dosen eingenommen werden
    • bei länger anhaltenden oder / und in häufigeren Abständen wiederkehrenden Beschwerden sollte eine schwerwiegende Erkrankung wie peptisches Ulcus oder Malignität ausgeschlossen werden
    • bei Patienten mit Ulcus ventriculi oder duodeni sollte eine Untersuchung auf H. pylori - und im Falle des Nachweises - eine anerkannte Eradikationstherapie erwogen werden, da in der Regel bei erfolgreicher Eradikation auch die Ulcuskrankheit ausheilt
    • chronische Anwendung
      • kann zur Anreicherung von Aluminium in der Leber, der Lunge, den Knochen und dem Gehirn führen
        • diese können zu Osteomalazie und Enzephalopathie / Demenz führen
      • Hypophosphatämie und Osteomalazie kann insbesondere bei gleichzeitiger phosphatarmer Ernährung auftreten
  • Überwachung
    • Aluminium-Serumspiegel sollten bei langfristigem Gebrauch regelmäßig kontrolliert werden und 40 ng / ml nicht überschreiten
    • da Aluminium-Urinspiegel nach oraler Aufnahme stärker und über einen längeren Zeitraum erhöht sind als die Serumspiegel, sind Bestimmungen der Aluminiumkonzentration auch im Urin möglich, um die aktuelle Aluminium-Exposition zu erfassen
      • Grenzwerte für unbedenkliche Urinkonzentrattionen sind jedoch nicht bekannt
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • Anwendung nur mit Vorsicht und nicht über einen längeren Zeitraum aufgrund der ungenügenden Ausscheidung von Aluminium und Magnesium
      • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 89 ml/Min.)
        • Aluminium-Magnesium-Silicat darf (bei längerfristiger Verabreichung) nur bei regelmäßiger Kontrolle der Urin- bzw.Serumspiegel von Aluminium und Serumspiegel von Magnesium verabreicht werden
      • Patienten mit (chronischer) Niereninsuffizienz
        • auch bei kurzfristigem Gebrauch sollten die Aluminiumkonzentrationen im Serum bzw. Urin bestimmt werden
        • bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurde in seltenen Fällen Hypermagnesiämie beobachtet
          • es kann bis hin zur Magnesiumintoxikation kommen, die durch zentralnervöse Störungen, Muskelschwäche, Reflexausfälle, Müdigkeit, Paresen, Koma und durch Herzrhythmusstörungen gekennzeichnet ist
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • Anwendung nur mit Vorsicht und nicht über einen längeren Zeitraum
      • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollen mit Vorsicht behandelt werden, da diese Patienten ebenfalls eine reduzierte Aluminium-Ausscheidung aufweisen und Aluminium in der Leber abgelagert wird und dort zu toxischen Wirkungen führen kann
        • dies gilt insbesondere für Patienten, die gleichzeitig eine Nierenfunktionsstörung aufweisen
    • daher sind bei Patienten mit Nieren- bzw. Leberfunktiosstörungen in regelmäßigen Abständen (etwa alle halbe Jahre) ärztliche Untersuchungen sinnvoll, um möglichst frühzeitig eine Anreicherung von Aluminium in der Leber, im Nervensystem, den Knochen und anderen Geweben zu erkennen
  • Kinder und Jugendliche (< 12 Jahre)
    • Behandlung für diese Altersgruppe nicht empfohlen
    • zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern bisher keine Daten vorliegend