Memantin-HCL beta 20mg Schmelztabletten

betapharm Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Memantin →

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N3 98 ST 37,00 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung von Patienten mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz

Dosierung

  • moderate bis schwere Alzheimer-Demenz
    • Hinweise
      • Einleitung und Überwachung der Behandlung sollte durch Arzt erfolgen, der über Erfahrungen in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz verfügt
      • Therapie sollte nur begonnen werden, wenn Betreuungsperson zur Verfügung steht, die Einnahme des Arzneimittels regelmäßig überwacht
      • Diagnose anhand aktueller Richtlinien
      • Verträglichkeit und Dosierung regelmäßig überprüfen, vorzugsweise während der ersten 3 Monate nach Beginn der Behandlung; danach therapeutischen Nutzen und Verträglichkeit regelmäßig gemäß aktueller klinischen Richtlinien überprüfen
    • Dosistitration
      • tägliche Maximaldosis: 20 mg Memantin
      • Erhaltungsdosis durch Dosissteigerungen um 5 mg Memantin 1mal / Woche während der ersten 3 Behandlungswochen (um Risiko von unerwünschten Arzneimittelwirkungen zu reduzieren)
        • 1. Woche (1. - 7. Tag): 5 mg Memantin / Tag über 7 Tage
        • 2. Woche (8. - 14. Tag): 10 mg Memantin / Tag über 7 Tage
        • 3. Woche (15. - 21. Tag): 15 mg Memantin / Tag über 7 Tage
        • ab 4. Woche: 20 mg Memantin / Tag
      • für Dosierungen, die mit dieser Stärke nicht realisierbar sind: andere Stärken stehen zur Verfügung
      • Erhaltungsdosis: 20 mg Memantin / Tag
    • Behandlungsdauer
      • Erhaltungstherapie kann so lange fortgesetzt werden, wie ein therapeutischer Nutzen für den Patienten existiert und Behandlung vertragen wird
      • Beendigung der Behandlung mit Memantin in Erwägung ziehen, wenn therapeutische Wirkung nicht mehr erkennbar oder Behandlung nicht vertragen wird

Dosisanpassung

  • Niereninsuffizienz
    • leicht (Kreatinin-Clearance 50 - 80 ml / Min.)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • mittelschwer (Kreatinin-Clearance 30 - 49 ml / Min.)
      • 10 mg Memantin / Tag
      • bei guter Verträglichkeit über mind. 7 Tage
        • Dosiserhöhung, optional: 20 mg Memantin / Tag entsprechend Standardtitrationsschema
    • schwer (Kreatinin-Clearance 5 - 29 ml / Min.)
      • 10 mg Memantin / Tag
  • Leberinsuffizienz
    • leicht bis mittelschwer (Child-Pugh A und Child-Pugh B)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwer
      • keine Daten; Anwendung nicht empfohlen
  • ältere Patienten (> 65 Jahre)
    • keine Dosisanpassung
  • Kinder (< 18 Jahre)
    • Anwendung nicht empfohlen aufgrund des Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit

Kontraindikationen

Memantin - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Memantin
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Einschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Memantin - intraoral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pilzinfektionen
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schläfrigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verwirrtheit
      • Halluzinationen (insbes. bei Patienten mit schwerer Alzheimer-Demenz)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • psychotische Reaktionen (Einzelfallberichte seit Markteinführung)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
      • Gleichgewichtsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • anomaler Gang
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Krampfanfälle
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Herzinsuffizienz
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhter Blutdruck
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Venenthrombose
      • Thromboembolie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verstopfung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pankreatitis (Einzelfallberichte seit Markteinführung)
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhte Leberfunktionswerte
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hepatitis
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Müdigkeit

Hinweis

  • Alzheimer-Demenz wird mit Depression, Suizidgedanken und Suizid in Verbindung gebracht
    • seit Markteinführung wurden solche Ereignisse bei Patienten unter Memantin berichtet

Anwendungshinweise

  • Schmelztabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden
  • Einnahme 1mal / Tag und jeweils zur gleichen Zeit

Stillzeithinweise

Memantin - intraoral
  • Frauen, die Memantin einnehmen, dürfen nicht stillen
  • nicht bekannt, ob Memantin in die Muttermilch übergeht
    • angesichts des lipophilen Charakters der Substanz ist jedoch von dieser Annahme auszugehen

Schwangerschaftshinweise

Memantin - intraoral
  • Memantin darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden
    • es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich
  • bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Memantin bei Schwangeren vorliegend
    • keine klinischen Daten vorliegend
  • potenzielles Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigten Potenzial zur Verminderung des intrauterinen Wachstums bei Exposition, die identisch oder leicht höher war als die beim Menschen
  • Fertilität
    • keine unerwünschten Ereignisse / Nebenwirkungen von Memantin in Bezug auf die männliche oder weibliche Fertilität festgestellt
      • in Prä-klinischen Studien keine negativen Auswirkungen beobachtet

Warnhinweise

Memantin - intraoral
  • Vorsicht geboten bei Patienten mit
    • Epilepsie
    • Krämpfen in der Anamnese
    • prädisponierenden Faktoren für Epilepsie
  • gleichzeitige Anwendung von N-Methyl-D-Aspartat (NMDA)-Antagonisten, wie Amantadin, Ketamin oder Dextromethorphan
    • sollte vermieden werden
    • Verbindungen wirken am gleichen Rezeptorsystem wie Memantin
    • unerwünschte (hauptsächlich das ZNS betreffende) Arzneimittelwirkungen können häufiger oder in stärkerer Ausprägung auftreten
  • Therapieüberwachung
    • Anstieg des pH-Werts im Urin
      • besonders sorgfältige Überwachung des Patienten erforderlich bei
        • grundlegender Umstellung der Ernährung, z. B. von fleischhaltiger auf vegetarische Kost
        • massiver Einnahme von Mitteln zur Neutralisierung der Magensäure
        • renaler tubulärer Azidose (RTA)
        • schweren Infektionen des Harntrakts mit Proteus-Bakterien
    • kürzlich zurückliegender Myokardinfarkt, dekompensierte Herzinsuffizienz (NYHA III-IV) oder unkontrollierter Bluthochdruck
      • in den meisten klinischen Studien waren Patienten mit kürzlich zurückliegendem Myokardinfarkt, dekompensierter Herzinsuffizienz (NYHA III-IV) oder unkontrolliertem Bluthochdruck ausgeschlossen
      • für Patienten mit diesen Beschwerden nur begrenzte Daten vorliegend
        • müssen engmaschig überwacht werden