Meropenem PUREN 1 g Plv.z.Her.e.Inj./Inf. Lsg

PUREN Pharma GmbH & Co. KG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Meropenem →

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N3 10 ST 308,42 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung der folgenden Infektionen bei Erwachsenen und Kindern (>/= 3 Monate)
    • schwere Pneumonien, einschl. krankenhausbedingter und durch künstliche Beatmung erworbener Pneumonien
    • bronchopulmonale Infektionen bei zystischer Fibrose
    • komplizierte Harnwegsinfektionen
    • komplizierte intraabdominelle Infektionen
    • intra- und postpartale Infektionen
    • komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen
    • akute bakterielle Meningitis
  • Behandlung von neutropenischen Patienten mit Fieber, das vermutlich durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wurde
  • Behandlung von Patienten mit Bakteriämie, die in Zusammenhang mit einer der oben genannten Infektionen auftritt oder bei der ein entsprechender Zusammenhang vermutet wird
  • Hinweis:
    • offizielle Leitlinien zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika beachten

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung enthält Meropenem 3 H2O, entsprechend 1.000 mg Meropenem, wasserfrei

  • Behandlung von Infektionen, die durch Meropenem-empfindliche Erreger verursacht sind
    • bei der Bestimmung der Dosierung von Meropenem und der Dauer der Behandlung sollten die zu behandelnde Infektion, ihr Schweregrad und ihr Ansprechen auf die Therapie berücksichtigt werden
    • Dosierung von bis zu 2 g 3mal / Tag bei Erwachsenen und Jugendlichen sowie Dosierung von bis zu 40 mg / kg KG 3mal / Tag bei Kindern kann v.a. bei der Behandlung bestimmter Infektionen angebracht sein, wie z. B.
      • bei Infektionen durch weniger empfindliche bakterielle Erreger (z. B. Enterobacteriaceae, Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter spp.)
      • oder bei sehr schweren Infektionen
    • bei der Behandlung von Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung sind zusätzliche Erwägungen bei der Dosierung erforderlich
    • Erwachsene und Jugendliche
      • Schwere Pneumonien, einschließlich krankenhausbedingter und durch künstliche Beatmung erworbene Pneumonien
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 500 mg oder 1 g
      • Bronchopulmonale Infektionen bei zystischer Fibrose
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 2 g
      • Komplizierte Harnwegsinfektionen
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 500 mg oder 1 g
      • Komplizierte intraabdominelle Infektionen
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 500 mg oder 1 g
      • Intra- und postpartale Infektionen
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 500 mg oder 1 g
      • Komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 500 mg oder 1 g
      • Akute bakterielle Meningitis
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 2 g
      • Behandlung von Fieberepisoden bei neutropenischen Patienten
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 1 g

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Kreatinin-Clearance < 51 ml / Min: Dosisanpassung bei Erwachsenen und Jugendlichen wie unten aufgeführt
    • begrenzte Daten, die eine Anwendung dieser Dosierungsanpassungen für eine 2-g-Dosis stützen
    • Kreatinin-Clearance (ml/min): 26 - 50
      • Dosis (basierend auf einer Dosierungseinheit von 500 mg, 1 g oder 2 g alle 8 Stunden, wie oben angegeben): 1 Dosierungseinheit
      • Dosierungshäufigkeit: alle 12 Stunden
    • Kreatinin-Clearance (ml/min): 10 - 25
      • Dosis (basierend auf einer Dosierungseinheit von 500 mg, 1 g oder 2 g alle 8 Stunden, wie oben angegeben): 1/2 Dosierungseinheit
      • Dosierungshäufigkeit: alle 12 Stunden
    • Kreatinin-Clearance (ml/min): < 10
      • Dosis (basierend auf einer Dosierungseinheit von 500 mg, 1 g oder 2 g alle 8 Stunden, wie oben angegeben): 1/2 Dosierungseinheit
      • Dosierungshäufigkeit: alle 24 Stunden
    • Meropenem wird durch Hämodialyse und Hämofiltration eliminiert
    • benötigte Dosis sollte nach Beendigung der Hämodialyse verabreicht werden
    • keine gesicherten Dosisempfehlungen für Patienten mit Peritonealdialyse
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • ältere Patienten
    • bei älteren Patienten mit normaler Nierenfunktion oder einer Kreatinin-Clearance > 50 ml / Min keine Dosisanpassung erforderlich
  • pädiatrische Patientengruppen
    • Kinder < 3 Monate
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht untersucht
      • optimale Dosierung wurde nicht ermittelt
      • jedoch begrenzte Daten zur Pharmakokinetik vorliegend, die auf Dosierung von 20 mg / kg KG alle 8 Stunden als angemessene Behandlung hindeuten
    • Kinder >/= 3 Monate bis 11 Jahren und bis zu 50 kg KG
      • Schwere Pneumonien, einschließlich krankenhausbedingter und durch künstliche Beatmung erworbene Pneumonien
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 10 oder 20 mg / kg KG
      • Bronchopulmonale Infektionen bei zystischer Fibrose
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 40 mg / kg KG
      • Komplizierte Harnwegsinfektionen
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 10 oder 20 mg / kg KG
      • Komplizierte intraabdominelle Infektionen
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 10 oder 20 mg / kg KG
      • Komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen
        • Dosis, alle 8 Stunden zu verabreichen: 10 oder 20 mg / kg KG
      • Akute bakterielle Meningitis: 40 mg / kg KG
      • Behandlung von Fieberepisoden bei neutropenischen Patienten: 20 mg / kg KG
    • Kinder > 50 kg KG
      • Anwendung der Erwachsenendosis
    • Kinder mit einer Nierenfunktionsstörung
      • keine Erfahrungen

Kontraindikationen

Meropenem - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Meropenem
  • Überempfindlichkeit gegen ein anderes Carbapenem-Antibiotikum
  • schwere Überempfindlichkeit (z.B. anaphylaktische Reaktion, schwere Hautreaktion) gegen andere Betalaktam-Antibiotika (z.B. Penicilline oder Cephalosporine)

Nebenwirkungen

Meropenem - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • orale und vaginale Candidosen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Thrombozythämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Eosinophilie
      • Thrombozytopenie
      • Leukopenie
      • Neutropenie
      • Agranulozytose
      • hämolytische Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
      • Anaphylaxie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Delirium
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Parästhesien
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Krampfanfälle
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhö
      • Erbrechen
      • Übelkeit
      • Bauchschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Antibiotika-assoziierte Kolitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anstieg der Serumkonzentration der Transaminasen
      • Anstieg der alkalischen Phosphatase
      • Anstieg der Laktatdehydrogenase
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anstieg des Bilirubinwertes
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag
      • Juckreiz
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • toxische epidermale Nekrolyse
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • Erythema multiforme
      • Urtikaria
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • akute generalisierte exanthematische Pustulose
      • Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischer Beteiligung (DRESS-Syndrom: Drug Reaction with Eosinophilia and Systemic Symptoms)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erhöhter Kreatininspiegel im Blut
      • erhöhter Harnstoffspiegel im Blut
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Entzündung
      • Schmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombophlebitis
      • Schmerzen an der Injektionsstelle

Anwendungshinweise

  • Verabreichung als i.v. Infusion über ca. 15 - 30 Min.
  • </= 20 mg Meropenem / kg KG alternativ: i.v. Bolusinjektion über ca. 5 Min.
  • 40 mg / kg KG Bolusinjektion bei Kindern: nur begrenzte Daten zur Sicherheit der Anwendung
  • Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung s. Fachinformation
  • das Arzneimittel ist nach der Rekonstitution eine klare, farblose bis gelbe Lösung

Stillzeithinweise

Meropenem - invasiv
  • Meropenem sollte nicht bei stillenden Frauen angewendet werden, es sei denn der potentielle Nutzen rechtfertigt das ptotentielle Risiko für den Säugling
  • Berichte über die Ausscheidung kleiner Mengen Meropenem in die menschliche Muttermilch

Schwangerschaftshinweise

Meropenem - invasiv
  • als Vorsichtsmaßnahme Verzicht auf Anwendung von Meropenem in der Schwangerschaft empfohlen
  • keine oder nur begrenzte Daten über die Verwendung von Meropenem bei Schwangeren
  • tierexperimentelle Studien
    • lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf die Reproduktionstoxizität schließen

Warnhinweise

Meropenem - invasiv
  • bei der Wahl von Meropenem zur Behandlung eines individuellen Patienten muss anhand verschiedener Faktoren wie Schwere der Infektion, Häufigkeit von Resistenzen gegenüber anderen Antibiotika und Risiko der Selektion Carbapenem-resistenter Bakterien abgewogen werden, ob Therapie angemessen ist
  • Enterobacteriaceae-, Pseudomonasaeruginosa- und Acinetobacter-spp.- Resistenzen
    • Resistenzen von Enterobacteriaceae, Pseudomonas aeruginosa und Acinetobacter spp. gegenüber Penemen variieren innerhalb der europäischen Union
    • Verordnung von Penemen sollte daher unter Berücksichtigung der lokalen Resistenzentwicklung dieser Bakterien gegenüber Penemen erfolgen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • wie bei allen Betalaktam-Antibiotika sind schwerwiegende und gelegentlich tödlich verlaufende Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten
    • Patienten mit einer Überempfindlichkeitsreaktion gegen Carbapeneme, Penicilline oder andere Betalaktam-Antibiotika in der Anamnese können auch auf Meropenem überempfindlich reagieren
      • vor Beginn einer Behandlung mit Meropenem sollten frühere Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Betalaktam-Antibiotika sorgfältig erfragt werden.
    • bei Auftreten einer schweren allergischen Reaktion sollte das Arzneimittel abgesetzt und es sollten angemessene Maßnahmen ergriffen werden
    • schwere Hautreaktionen (SCAR), wie Stevens-Johnson- Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Arzneimittelreaktionen mit Eosinophilie und systemischer Beteiligung (DRESS), Erythema multiforme (EM) und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), wurden für Patienten, die Meropenem erhielten, berichtet
      • treten Anzeichen und Symptome auf, die auf diese Reaktionen hindeuten, sollte Meropenem sofort abgesetzt und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden
  • Antibiotika-assoziierte Kolitis
    • wie bei fast allen Antibiotika auch bei Meropenem Antibiotikaassoziierte Kolitis oder pseudomembranöse Kolitis beobachtet
      • können in ihrem Schweregrad von leicht bis lebensbedrohlich variieren
    • wichtig, diese Diagnose bei Patienten in Betracht zu ziehen, bei denen während oder nach der Verabreichung von Meropenem eine Diarrhö auftritt
    • Beendigung der Therapie mit Meropenem und Einleitung einer spezifischen Behandlung gegen Clostridium difficile erwägen
      • Arzneimittel, die die Peristaltik unterdrücken, kontraindiziert
  • Krämpfe
    • selten während einer Behandlung mit Carbapenemen inkl. Meropenem Krämpfe aufgetreten
  • Überwachung der Leberfunktion
    • Leberfunktion sollte während der Behandlung mit Meropenem engmaschig überprüft werden, da das Risiko einer Lebertoxizität besteht (Leberfunktionsstörung mit Cholestase und Zytolyse)
  • Anwendung bei Patienten mit einer Lebererkrankung
    • bei Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung sollte während der Behandlung mit Meropenem die Leberfunktion überprüft werden
    • Dosisanpassung nicht erforderlich
  • Direkter Antihumanglobulintest (Coombs-Test)
    • direkter oder indirekter Coombs-Test kann während der Behandlung mit Meropenem positiv ausfallen
  • gleichzeitige Anwendung von Valproinsäure / Natriumvalproat / Valpromid
    • gleichzeitige Anwendung von Meropenem und Valproinsäure / Natriumvalproat / Valpromid nicht empfohlen
  • Nebenwirkungen bei Kindern
    • Meropenem für die Anwendung bei Kindern älter als 3 Monate zugelassen
    • basierend auf den wenigen verfügbaren Daten, kein Hinweis auf ein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko bei Kindern
    • alle Berichte sind in Übereinstimmung mit den bei Erwachsenen beobachteten Ereignissen