Metalyse 5000 U (25mg) Plv. z. Herst.ein. Inj.lsg.

Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co.KG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Tenecteplase →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
NotApplicable 1 ST

Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.

Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.

Jetzt KI fragen

Fachinformationen

Indikation

  • thrombolytische Therapie des akuten ischämischen Schlaganfalls (AIS) innerhalb des Zeitfensters von 4,5 Stunden nach dem letzten bekannten Status ohne Symptome und nach Ausschluss einer intrakraniellen Blutung bei Erwachsenen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml zubereitete Injektionslösung enthält 1.000 U (5 mg) Tenecteplase (ein fibrinspezifischer Plasminogen-Aktivator, hergestellt in Kulturen von Ovarialzellen des chinesischen Hamsters mittels rekombinanter DNA-Technologie)

  • thrombolytische Therapie des akuten ischämischen Schlaganfalls (AIS) innerhalb des Zeitfensters von 4,5 Stunden nach dem letzten bekannten Status ohne Symptome und nach Ausschluss einer intrakraniellen Blutung
    • allgemein
      • Einleitung der Anwendung so früh wie möglich und nicht später als 4,5 Stunden nach dem letzten bekannten Status ohne Symptome und nach dem Ausschluss einer intrakraniellen Blutung mittels geeigneter Bildgebung
      • Behandlungseffekt ist zeitabhängig; eine frühere Behandlung erhöht die Wahrscheinlichkeit eines günstigen Ergebnisses
      • angemessene Darreichungsform eines Tenecteplase-Präparates sorgfältig und in Übereinstimmung mit dem Anwendungsgebiet wählen
      • bei Patienten mit einem Körpergewicht von </= 50 kg: sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung der Behandlung (aufgrund begrenzt verfügbarer Daten)
    • Dosierung nach KG
      • < 60 kg KG: 3 ml Injektionslösung (3.000 U bzw. 15 mg Tenecteplase)
      • >/= 60 - < 70 kg KG: 3,5 ml Injektionslösung (3.500 U bzw. 17,5 mg Tenecteplase)
      • >/= 70 - < 80 kg KG: 4 ml Injektionslösung (4.000 U bzw. 20 mg Tenecteplase)
      • >/= 80 - < 90 kg KG: 4,5 ml Injektionslösung (4.500 U bzw. 22,5 mg Tenecteplase)
      • >/= 90 kg KG: 5 ml Injektionslösung (5.000 U bzw. 25 mg Tenecteplase)
      • Maximaldosis: 5.000 U bzw. 25 mg Tenecteplase
    • Begleittherapie
      • Sicherheit und Wirksamkeit dieses Schemas mit gleichzeitiger Verabreichung von intravenösem Heparin oder Thrombozytenaggregationshemmern wie Acetylsalicylsäure in den ersten 24 Stunden nach der Behandlung mit Tenecteplase nicht ausreichend untersucht
      • Verabreichung dieser Arzneimittel in den ersten 24 Stunden nach der Behandlung mit Tenecteplase wegen eines erhöhten Blutungsrisikos vermeiden
      • wenn Heparin für andere Anwendungsgebiete erforderlich ist, sollte die Dosis, die subkutan verabreicht wird, 10 000 I.E. / Tag nicht überschreiten

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (> 80 Jahre)
    • Anwendung mit Vorsicht aufgrund eines erhöhten Blutungsrisikos
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)

Kontraindikationen

Tenecteplase - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Tenecteplase
    • Hinweis zu Anwendungsgebiet "akuter Herzinfarkt" (Tenecteplase 50 mg): wird eine Behandlung dennoch als notwendig erachtet, sollte für den Notfall die Ausstattung zur sofortigen Reanimation bereit stehen
  • schwerwiegende Blutung (akut oder innerhalb der vergangenen 6 Monate)
  • jede Erkrankung des zentralen Nervensystems (z.B. Neoplasma, Aneurysma, intrakranielle oder intraspinale Operation) in der Anamnese
  • bekannte hämorrhagische Diathese
  • schwere, nicht kontrollierbare (arterielle) Hypertonie
  • große Operation, Biopsie eines parenchymatösen Organs oder schweres Trauma in den letzten 2 Monaten (einschließlich jeglicher mit dem akuten Herzinfarkt zusammenhängender Traumen)
  • kürzlich erlittene Kopf- oder Schädelverletzungen
  • längerandauernde Wiederbelebungsmaßnahmen (> 2 Min.) in den letzten 2 Wochen
  • bakterielle Endokarditis, Perikarditis
  • akute Pankreatitis
  • schwere Leberfunktionsstörung einschließlich Leberversagen, Zirrhose, Pfortaderhochdruck (Ösophagusvarizen) und aktiver Hepatitis
  • aktive ulzerative gastrointestinale Erkrankung
  • bekanntes arterielles Aneurysma und/oder arteriovenöse Missbildungen
  • Neoplasma mit erhöhtem Blutungsrisiko

zusätzliche Kontraindikationen für Anwendungsgebiet "akuter Herzinfarkt" (Tenecteplase 50 mg)

  • Patienten, die eine wirksame orale Antikoagulanzientherapie erhalten (z. B. Vitamin-K-Antagonisten mit INR > 1,3)
  • hämorrhagischer Schlaganfall oder Schlaganfall unklarer Genese in der Anamnese
  • bekannter ischämischer Schlaganfall oder transiente ischämische Attacke in den vergangenen 6 Monaten
  • Demenz

zusätzliche Kontraindikationen für Anwendungsgebiet "akuter ischämischer Schlaganfall" (Tenecteplase 25 mg)

  • Patienten, die eine wirksame Antikoagulation erhalten (z. B. Vitamin-K-Antagonisten mit INR > 1,7)
  • anamnestisch bekannte oder Verdacht auf intrakranielle Blutung
  • Symptome, die eine Subarachnoidalblutung vermuten lassen, auch wenn der CT-Scan keine Auffälligkeiten zeigt
  • schwerer Schlaganfall laut klinischer Beurteilung (z. B. NIHSS > 25) und / oder geeignetem bildgebendem Verfahren
  • akuter ischämischer Schlaganfall ohne einschränkende neurologische Defizite oder mit rascher Besserung der Symptome vor der Injektion
  • Gabe von Heparin in den vorangegangenen 48 Stunden und eine Thromboplastinzeit, die den oberen Labornormalwert überschreitet
  • Patienten mit Vorgeschichte eines früheren Schlaganfalls und begleitendem Diabetes
  • vorheriger Schlaganfall in den letzten 3 Monaten
  • Thrombozytenzahl von weniger als 100 000/mm3
  • systolischer Blutdruck > 185 mmHg oder diastolischer Blutdruck > 110 mmHg oder wenn der Blutdruck unter sorgfältiger Behandlung nicht unter diese Werte gesenkt werden kann
  • Blutzucker < 50 mg/dl oder > 400 mg/dl (< 2,8 mM oder > 22,2 mM)

Nebenwirkungen

Tenecteplase - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktoide Reaktion, einschließlich
        • Hautausschlag
        • Urtikaria
        • Bronchospasmus
        • Larynxödem
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10 Indikation "akuter ischämischer Schlaganfall (gelegentlich bei Indikation "akuter Herzinfarkt)
      • intrakraniale Blutungen, z.B.
        • Hirnblutung
        • Zerebralhämatom
        • hämorrhagischer Schlaganfall
        • hämorrhagische Transformation eines Hirninfarktes
        • intrakranielles Hämatom
        • subarachnoidale Blutung
      • einschließlich Begleitsymptome wie
        • Somnolenz
        • Aphasie
        • Hemiparese
        • Konvulsion
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Augenblutungen
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Reperfusions-Arrhythmien (bei Indikation "akuter Myokardinfarkt"), z.B.
        • Asystolie
        • akzelerierte idioventrikuläre Arrhythmie
        • Arrhythmien
        • Extrasystolen
        • Vorhofflimmern
        • AV-Block 1. Grades bis zum kompletten AV-Block
        • Bradykardie
        • Tachykardie
        • ventrikuläre Arrhythmie
        • Kammerflimmern
        • ventrikuläre Tachykardie
          • treten in engem zeitlichen Zusammenhang mit einer Tenecteplase-Behandlung auf
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • perikardiale Blutung
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Blutung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Embolie (thrombotische Embolisierung)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Epistaxis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • pulmonale Blutungen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • gastrointestinale Blutungen, z.B.
        • Magenblutung
        • Magenulkus-Blutung
        • Rektalblutung
        • Hämatemesis
        • Meläna
        • Blutung im Mund
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • retroperitoneale Blutungen, z.B.
        • Retroperitonealhämatom
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Übelkeit
      • Erbrechen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bluterguss
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • urogenitale Blutung, z.B.
        • Hämaturie
        • Harnwegsblutung
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Blutung an der Injektionsstelle
      • Blutung an der Punktionsstelle
  • Untersuchungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • erniedrigter Blutdruck
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhte Körpertemperatur
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Fettembolie, die zu entsprechenden Folgen in den betroffenen Organen führen kann
  • Chirurgische und medizinische Eingriffe
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Transfusion

zusätzlich bei Indikation "akuter Herzinfarkt" (Tenecteplase 50 mg) wie bei anderen Thrombolytika folgende Ereignisse als Folge des Herzinfarkts und/oder der thrombolytischen Therapie beobachtet (diese kardiovaskulären Ereignisse können lebensbedrohlich sein und zum Tod führen)

  • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
    • Hypotonie
    • Herzfrequenz- und Herzrhythmusstörungen
    • Angina pectoris
  • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
    • erneute Ischämie
    • Herzinsuffizienz
    • Myokardinfarkt
    • kardiogener Schock
    • Perikarditis
    • Lungenödem
  • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
    • Herzstillstand
    • Mitralklappeninsuffizienz
    • Perikarderguss
    • Venenthrombose
    • Herzbeuteltamponade
    • Myokardruptur
  • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
    • Lungenembolie

Anwendungshinweise

  • Verordnung nur von einem mit der neurovaskulären Versorgung und der Thrombolyse erfahrenen Arzt, der über entsprechende Möglichkeiten zur Überwachung der Behandlung verfügt
  • rekonstituierte Lösung sollte i.v. verabreicht werden und ist zur sofortigen Anwendung bestimmt
  • rekonstituierte Lösung ist eine klare und farblose - leicht gelbliche Lösung
  • erforderliche Dosis als i.v. Einfach-Bolus innerhalb ca. 5 - 10 Sekunden verabreichen
  • 40-mg- und 50-mg-Durchstechflaschen mit Tenecteplase für die Anwendung beim akuten ischämischen Schlaganfall nicht vorgesehen
  • Hinweise zur Rekonstitution und Handhabung, s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Tenecteplase - invasiv
  • es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Verabreichung von Tenecteplase zu unterbrechen ist
    • Vorsicht ist geboten, wenn Tenecteplase einer stillenden Frau verabreicht wird
  • nicht bekannt, ob Tenecteplase in die Muttermilch übergeht

Schwangerschaftshinweise

Tenecteplase - invasiv
  • während der Schwangerschaft muss der Nutzen der Therapie gegenüber den potenziellen Risiken abgewogen werden
  • nur sehr begrenzte Erfahrungen zur Anwendung bei Schwangeren vorliegend
  • Tenecteplase wird nicht als teratogen angesehen
  • tierexperimentelle Studien
    • bei Muttertieren Blutungen und als Sekundärfolge Todesfälle aufgrund der bekannten pharmakologischen Aktivität des Wirkstoffes beobachtet
    • in einigen Fällen kam es zu Fehlgeburten und zur Resorption der Feten
      • diese Wirkungen wurden nur bei Mehrfachgabe beobachtet
  • Fertilität
    • weder klinische Daten noch präklinische Studien vorliegend

Warnhinweise

Tenecteplase - invasiv
  • Rückverfolgbarkeit
    • um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
  • Blutungen
    • häufigste beobachtete Nebenwirkung sind Blutungen
      • gleichzeitige Anwendung anderer Wirkstoffe, die die Blutgerinnung oder Thrombozytenfunktion beeinträchtigen (wie Heparin), kann hierbei mitverantwortlich sein
    • da die Therapie mit Tenecteplase zu einer Auflösung von Fibrin führt, kann es zu Blutungen aus frischen Punktionsstellen kommen
    • während der thrombolytischen Therapie mögliche Blutungsquellen sorgfältig beobachten (schließt Zugänge für Katheter, arterielle und venöse Punktionsstellen, Abbindestellen und Einstichstellen ein)
    • Anwendung starrer Katheter, intramuskuläre Injektionen und nicht unbedingt erforderliche Maßnahmen am Patienten sollten während der Therapie unterbleiben
    • am häufigsten werden Blutungen an Injektionsstelle, gelegentlich Blutungen im Urogenitaltrakt und Zahnfleischbluten beobachtet
    • bei schwerwiegenden Blutungen, besonders bei zerebralen Blutungen
      • Begleittherapie mit Heparin sofort beenden
      • sofern Heparin innerhalb von 4 Stunden vor Beginn der Blutung gegeben wurde
        • Gabe von Protamin erwägen
      • falls in seltenen Fällen Blutung mit dieser konservativen Therapie nicht zum Stillstand gebracht wird, kann Gabe von Blutprodukten gerechtfertigt sein
        • Transfusion von Gerinnungsfaktoren, Frischplasma (fresh frozen plasma) und Thrombozytenkonzentraten erwägen und klinische und labormedizinische Beurteilung muss nach jeder Gabe erfolgen
          • durch die Infusion der Gerinnungsfaktoren ist ein Fibrinogenspiegel von 1 g/l anzustreben
      • weitere Alternative: Gabe von Antifibrinolytika
    • Anwendung von Tenecteplase muss in folgenden Fällen wegen des möglicherweise erhöhten Risikos sorgfältig hinsichtlich des Nutzen-Risiko-Verhältnisses abgewogen werden
      • alle Indikationen
        • kürzlich erfolgte intramuskuläre Injektion oder kleine kürzlich erfolgte Traumata, Punktionen großer Gefäße
        • länger andauernde (> 2 Minuten) oder traumatische Wiederbelebungsmaßnahmen oder Herzdruckmassage
      • zusätzlich bei Indikation "akuter Herzinfarkt"
        • systolischer Blutdruck > 160mmHg
        • kurz zurückliegende gastrointestinale oder urogenitale Blutung (in den vergangenen 10 Tagen)
        • jegliche bekannte intramuskuläre Injektion (in den vergangenen beiden Tagen)
        • höheres Alter (> 75 Jahre)
        • Zustände mit erhöhtem Blutungsrisiko, die nicht in der Rubrik Kontraindikation aufgeführt sind
        • niedriges Körpergewicht < 50 kg
        • mit oralen Antikoagulanzien behandelte Patienten
          • Anwendung von Tenecteplase kann in Erwägung gezogen werden, wenn Dosierung und Zeitpunkt der letzten Einnahme von Antikoagulanzien keine Restwirkung erwarten lassen und wenn (ein) geeignete(r) Test(s) zur Bestimmung der gerinnungshemmenden Aktivität des (der) betreffenden Arzneimittel(s) ergibt (ergeben), dass keine klinisch relevante Aktivität auf das Gerinnungssystem vorliegt
            • z. B. INR <= 1,3 für Vitamin K-Antagonisten oder entsprechende Tests für andere orale Antikoagulanzien unterhalb des jeweiligen oberen Grenzwertes
      • zusätzlich bei Indikation "akuter ischämischer Schlaganfall"
        • mit oralen Antikoagulanzien behandelte Patienten
          • Anwendung von Tenecteplase kann in Erwägung gezogen werden, wenn (ein) geeignete(r) Test(s) ergibt (ergeben), dass keine klinisch relevante Aktivität auf das Gerinnungssystem vorliegt
            • z. B. INR <= 1,7 für Vitamin K-Antagonisten oder entsprechende Tests für andere orale Antikoagulanzien unterhalb des jeweiligen oberen Grenzwertes
  • Thromboembolie
    • die Anwendung von Tenecteplase kann das Risiko für thromboembolische Ereignisse bei Patienten mit bestehenden Thromben, z. B. Linksherzthrombus (Mitralklappenstenose oder Vorhofflimmern usw.), erhöhen
  • Überempfindlichkeit/wiederholte Anwendung
    • immunvermittelte Überempfindlichkeitsreaktionen im Zusammenhang mit Verabreichung des Arzneimittels können durch Tenecteplase oder einen Spurenrückstand aus dem Herstellungsprozess verursacht werden
    • anhaltende Bildung von Antikörpern gegen Tenecteplase nach der Behandlung nicht beobachtet, jedoch keine systematischen Erfahrungen zu wiederholter Anwendung vorliegend
    • es besteht zudem das Risiko von Überempfindlichkeitsreaktionen, die durch einen nicht immunologischen Mechanismus vermittelt werden
    • besondere Vorsicht bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit (anderen als anaphylaktischen Reaktionen) gegen Tenecteplase oder einen Spurenrückstand aus dem Herstellungsprozess)
    • sollte anaphylaktoide Reaktion / schwere Überempfindlichkeitsreaktion (z. B. ein Angioödem) auftreten
      • Injektion sofort abbrechen
      • (unverzüglich) entsprechende / angemessene Therapie einleiten (diese kann auch eine Intubation umfassen)
    • wiederholte Gabe von Tenecteplase sollte keinesfalls vor einer Bestimmung der Gerinnungsfaktoren wie Fibrinogen, Plasminogen und alpha-2-Antiplasmin erfolgen
    • Angioödeme
      • sind die häufigste Überempfindlichkeitsreaktion, die im Zusammenhang mit Tenecteplase berichtet wurde
      • dieses Risiko kann beim Anwendungsgebiet akuter ischämischer Schlaganfall und / oder bei gleichzeitiger Behandlung mit ACE-Hemmern erhöht sein
    • Patienten, die mit Tenecteplase behandelt werden, sollten während und bis zu 24 Stunden nach der Verabreichung auf Angioödeme überwacht werden
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen (< 18 Jahren) aufgrund des Fehlens von Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit
  • zusätzliche Hinweise für Anwendungsgebiet "akuter ischämischer Schlaganfall"
    • thrombolytische Behandlung erfordert eine angemessene Überwachung
      • darf nur unter der Verantwortung und Überwachung durch Ärzte durchgeführt werden, die in der neurovaskulären Versorgung und in der Anwendung thrombolytischer Behandlungen geschult und erfahren sind und über die notwendigen Möglichkeiten zur Überwachung dieser Anwendung verfügen
      • zur Indikationsprüfung können gegebenenfalls ferndiagnostische Maßnahmen in Betracht gezogen werden
    • Blutungen
      • intrazerebrale Blutungen stellen die Hauptnebenwirkung bei der Behandlung des akuten ischämischen Schlaganfalls dar (bis zu 19 % der Patienten ohne Anstieg der Gesamtmorbidität oder -mortalität)
      • Risiko einer intrakraniellen Blutung bei Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall kann durch die Anwendung von Tenecteplase erhöht sein
      • dies trifft insbesondere in den folgenden Fällen zu
        • verspäteter Beginn der Behandlung nach dem letzten bekannten Status ohne Symptome
          • daher sollte die Verabreichung von Tenecteplase nicht verzögert werden
        • Patienten, die mit Acetylsalicylsäure (ASS) vorbehandelt sind, können ein höheres Risiko für intrazerebrale Blutungen und/oder Mortalität haben, insbesondere bei verzögerter Behandlung mit Tenecteplase
        • im Vergleich zu jüngeren Patienten können Patienten im fortgeschrittenen Alter (über 80 Jahre) unabhängig von der Behandlung ein etwas schlechteres Ergebnis haben und ein erhöhtes Risiko für intrazerebrale Blutungen aufweisen, wenn eine Thrombolyse durchgeführt wird
          • im Allgemeinen bleibt das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Thrombolyse bei Patienten in fortgeschrittenem Alter positiv
          • Thrombolyse bei AIS-Patienten sollte auf individueller Nutzen-Risiko-Basis bewertet werden
    • Überwachung des Blutdrucks
      • es ist eine Blutdrucküberwachung bis zu 24 Stunden nach der Tenecteplase-Behandlung erforderlich
      • eine intravenöse antihypertensive Therapie wird empfohlen, wenn der systolische Wert bei > 180 mmHg oder der diastolische Wert bei > 105 mmHg liegt
    • besondere Patientengruppen mit reduziertem Nutzen-Risiko-Verhältnis
      • Nutzen-Risiko-Verhältnis wird bei Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, oder bei Patienten mit bekanntermaßen unkontrolliertem Diabetes als weniger günstig, aber immer noch positiv angesehen
      • das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei einer Anwendung von Tenecteplase ist bei AIS-Patienten eingehend zu prüfen, wenn Folgendes zutrifft
        • Krampfanfall bei Einsetzen eines Schlaganfalls
          • eine thrombolytische Therapie bei diesen Patienten nur dann in Betracht ziehen, wenn kein Verdacht auf einen Stroke Mimic oder ein signifikantes Kopftrauma besteht
        • bei Patienten mit einem anfänglichen Blutzuckerwert < 50 mg/dl kann eine Thrombolyse in Betracht gezogen werden,nachdem die Blutzuckerwerte auf einen normalen Wert korrigiert wurden, sofern die AIS-Diagnose bestehen bleibt
      • bei Schlaganfallpatienten sinkt unabhängig von der Behandlung die Wahrscheinlichkeit eines günstigen Ergebnisses
        • mit zunehmender Zeitspanne zwischen dem Einsetzen der Symptome und der thrombolytischen Behandlung
        • mit zunehmendem Alter
        • mit zunehmender Schwere des Schlaganfalls
        • mit erhöhten Blutzuckerwerten bei der Aufnahme
      • während die Wahrscheinlichkeit einer schweren Behinderung und von Todesfällen oder einer symptomatischen intrakraniellen Blutung steigt
    • zerebrales Ödem
      • die Reperfusion des ischämischen Gebiets kann zu einem zerebralen Ödem in der Infarktzone führen
  • zusätzliche Hinweise für Anwendungsgebiet "akuter Herinfarkt"
    • Koronarintervention
      • falls eine primäre perkutane Koronarintervention (PCI) entsprechend gegenwärtig geltender Behandlungsleitlinien durchgeführt werden soll, sollte Tenecteplase nicht eingesetzt werden
        • Patienten, bei denen nicht innerhalb einer Stunde, wie von Leitlinien empfohlen wird, PCI durchgeführt werden kann, und die Tenecteplase als primäre Behandlung zur koronaren Rekanalisation erhalten
          • unverzüglich in eine für eine Koronarintervention geeignete Einrichtung verlegen, damit innerhalb von 6 - 24 Stunden oder, falls medizinisch angezeigt, früher, eine Angiographie und eine rechtzeitige, damit verbundene Koronarintervention durchgeführt werden
    • Arrhythmien
      • durch die Thrombolyse eines akuten Myokardinfarkts kann es zu Reperfusionsarrhythmien kommen
      • Reperfusionsarrhythmien können zu Herzstillstand führen, lebensbedrohlich sein und die Anwendung konventioneller antiarrhythmischer Therapien erforderlich machen
      • es wird empfohlen, dass Therapiemaßnahmen zur Beherrschung von Bradykardien und / oder ventrikulären Tachyarrhythmien (Schrittmacher, Defibrillator) bei einer Gabe von Tenecteplase verfügbar sind
    • GP IIb/IIIa Antagonisten
      • gleichzeitige Anwendung von GP IIb/IIIa Antagonisten erhöht Blutungsrisiko