METOPROLOL AL 100

ALIUD Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Metoprolol →

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N3 100 ST 14,10 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Arterielle Hypertonie,
  • koronare Herzkrankheit,
  • hyperkinetisches Herzsyndrom (funktionelle Herzbeschwerden),
  • tachykarde Herzrhythmusstörungen,
  • Reinfarktprophylaxe,
  • Migräneprophylaxe.
  • Akutbehandlung des Herzinfarktes.

Dosierung

  • Die Dosierung sollte individuell - vor allem nach dem Behandlungserfolg - festgelegt werden.
  • Es gelten folgende Richtdosen:
    • Arterielle Hypertonie
      • 1- bis 2-mal täglich 50 mg Metoprololtartrat bzw. 1-mal täglich 50 - 100 mg Metoprololtartrat (entspr. 50 - 100 mg Metoprololtartrat/Tag).
      • Falls erforderlich kann die Tagesdosis auf 2-mal 100 mg Metoprololtartrat erhöht werden (entspr. 200 mg Metoprololtartrat/Tag).
    • Koronare Herzkrankheit
      • Hyperkinetisches Herzsyndrom (sog. funktionelle Herzbeschwerden) 1- bis 2-mal täglich 50 mg Metoprololtartrat bzw. 1-mal täglich 50 - 100 mg Metoprololtartrat (entspr. 50 - 100 mg Metoprololtartrat/Tag).
      • Falls erforderlich kann die Tagesdosis unter Kontrolle des Blutdruckes auf 2-mal 100 mg Metoprololtartrat erhöht werden (entspr. 200 mg Metoprololtartrat/Tag).
    • Tachykarde Herzrhythmusstörungen
      • 1- bis 2-mal täglich 100 mg Metoprololtartrat (entspr. 100 - 200 mg Metoprololtartrat/Tag).
    • Akutbehandlung des Herzinfarktes und Reinfarktprophylaxe
      • Metoprolol AL® sollte nur bei hämodynamisch stabilen Patienten (systolischer Blutdruck >/= 100 mmHg, Herzfrequenz >/= 60 Schläge/min, keine Herzinsuffizienzsymptomatik) eingesetzt werden, für die keine Gegenanzeigen für eine Behandlung mit Beta-Rezeptorenblockern bestehen.
    • Akutbehandlung
      • Bei akutem Herzinfarkt erfolgt die Behandlung möglichst umgehend nach Krankenhauseinweisung unter kontinuierlicher EKG- und Blutdruckkontrolle. Die Behandlung wird mit 5 mg Metoprololtartrat i.v. begonnen. Je nach Verträglichkeit können in Abständen von 2 Minuten weitere Einzeldosen von 5mg Metoprololtartrat i.v. bis zu einer maximalen Gesamtdosis von bis zu 15 mg Metoprololtartrat verabreicht werden.
      • Wird die volle Dosis von 15 mg i.v. vertragen, gibt man, beginnend 15 Minuten nach der letzten intravenösen Injektion, 1-mal 50 mg Metoprololtartrat. In den folgenden 48 Stunden werden alle 6 Stunden 50 mg Metoprololtartrat verabreicht.
      • Bei Patienten, die weniger als 15 mg Metoprololtartrat i.v. vertragen haben, sollte die orale Anschlussbehandlung vorsichtig mit 1-mal 25 mg Metoprololtartrat begonnen werden.
    • Erhaltungsdosis
      • Anschließend an die Akuttherapie werden 2-mal täglich 100 mg Metoprololtartrat (entspr. 200 mg Metoprololtartrat/Tag) gegeben.
      • Bei behandlungsbedürftigem Abfall von Herzfrequenz und/oder Blutdruck oder anderen Komplikationen ist Metoprolol AL® sofort abzusetzen.
    • Migräneprophylaxe
      • 1- bis 2-mal täglich 100 mg Metoprololtartrat (entspr. 100 - 200 mg Metoprololtartrat/Tag).
  • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
    • Bei stark eingeschränkter Leberfunktion ist die Elimination von Metoprolol vermindert, sodass unter Umständen eine Dosisreduktion erforderlich ist.
  • Dauer der Anwendung
    • Die Dauer der Anwendung ist zeitlich nicht begrenzt.
    • Sollte die Behandlung mit Metoprolol AL® nach längerer Anwendung unterbrochen oder abgesetzt werden, sollte dies grundsätzlich langsam ausschleichend erfolgen, da abruptes Absetzen zur Herzischämie mit Exazerbation einer Angina pectoris, zu einem Herzinfarkt oder zur Exazerbation einer Hypertonie führen kann.

Kontraindikationen

  • Metoprolol AL® darf nicht angewendet werden bei:
    • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Beta-Rezeptorenblocker oder einen der genannten sonstigen Bestandteile,
    • dekompensierter oder manifester Herzinsuffizienz,
    • kardiogenem Schock,
    • AV-Block 2. oder 3. Grades,
    • Sinusknoten-Syndrom (sick sinus syndrome),
    • sinuatrialem Block,
    • Bradykardie (Ruhepuls kleiner als 50 Schläge pro Minute vor Behandlungsbeginn),
    • Hypotonie (systolisch kleiner als 90 mmHg),
    • Azidose,
    • bronchialer Hyperreagibilität (z. B. bei Asthma bronchiale),
    • schweren peripheren Durchblutungsstörungen,
    • schwerem Asthma bronchiale oder Auftreten von Bronchospasmen in der Vorgeschichte,
    • unbehandeltem Phäochromozytom,
    • gleichzeitiger Gabe von MAO-Hemmstoffen (Ausnahme MAO-B-Hemmstoffe).
  • Die Anwendung von Metoprolol ist beim Myokardinfarkt bei einer Herzfrequenz < 45 Schläge/min, PR-Intervall > 0,24 s, systolischem Blutdruck < 100 mmHg und/oder schwerer Herzinsuffizienz kontraindiziert.
  • Die intravenöse Applikation von Calciumantagonisten vom Verapamil- und Diltiazem- Typ oder anderen Antiarrhythmika (wie Disopyramid) bei Patienten, die mit Metoprolol AL® behandelt werden, ist kontraindiziert (Ausnahme Intensivmedizin).

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

  • Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:
    • Sehr häufig (>/= 1/10)
    • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
    • Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
    • Selten (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000)
    • Sehr selten (< 1/10.000)
    • Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • Sehr selten: Thrombozytopenie, Leukopenie.
  • Endokrine Erkrankungen
    • Nicht bekannt: Metoprolol kann die Symptome einer Thyreotoxikose maskieren.
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • Selten: Ein latenter Diabetes mellitus kann in Erscheinung treten oder ein manifester Diabetes mellitus sich verschlechtern. Nach längerem strengem Fasten oder schwerer körperlicher Belastung kann es bei gleichzeitiger Metoprolol-Therapie zu hypoglykämischen Zuständen kommen. Warnzeichen einer Hypoglykämie (insbesondere Tachykardie und Tremor) können verschleiert werden.
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • Gelegentlich: Depressive Verstimmungen, Verwirrtheit, Alpträume oder verstärkte Traumaktivität, Schlafstörungen, Halluzinationen.
    • Selten: Herabgesetzte Aufmerksamkeit.
    • Sehr selten: Persönlichkeitsveränderungen (z. B. Gefühlsschwankungen, kurzdauernder Gedächtnisverlust).
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Häufig: Müdigkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Erschöpfungszustände.
    • Gelegentlich: Parästhesien, Benommenheit.
  • Augenerkrankungen
    • Selten: Konjunktivitis, verminderter Tränenfluss (beim Tragen von Kontaktlinsen beachten).
    • Sehr selten: Sehstörungen, trockene oder entzündete Augen.
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • Sehr selten: Schwerhörigkeit, Hörstörungen, Tinnitus.
  • Herzerkrankungen
    • Häufig: Bradykardie.
    • Selten: Palpitationen, Herzrhythmusstörungen (z. B. atrioventrikuläre Überleitungsstörungen), Verstärkung einer Herzinsuffizienz mit peripheren Ödemen und/oder Belastungsdyspnoe.
    • Sehr selten: Schmerzen in der Herzgegend, Verstärkung der Anfälle bei Patienten mit Angina pectoris, kardiogener Schock.
  • Gefäßerkrankungen
    • Häufig: Verstärkter Blutdruckabfall, auch beim Übergang vom Liegen zum Stehen (orthostatische Hypotonie, gelegentlich mit Synkopen).
    • Gelegentlich: Kältegefühl an den Extremitäten.
    • Selten: Ödeme, Verstärkung der Beschwerden bei Patienten mit peripheren Durchblutungsstörungen (einschließlich Patienten mit Raynaud-Syndrom oder Claudicatio intermittens).
    • Sehr selten: Gangrän (bei Patienten mit schweren peripheren Durchblutungsstörungen).
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • Häufig: Belastungsdyspnoe.
    • Selten: Bronchospastische Reaktionen und Atemnot (auch bei Patienten ohne obstruktive Atemwegserkrankungen in der Vorgeschichte).
    • Sehr selten: Allergische Rhinitis.
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen.
    • Gelegentlich: Obstipation, Diarrhö.
    • Selten: Mundtrockenheit.
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • Sehr selten: Hepatitis.
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • Gelegentlich: Schwitzen, allergische Hautreaktionen (Rötung, Juckreiz, Exantheme, Photosensibilisierung).
    • Selten: Hautausschlag (in Form von Urtikaria oder dystrophischen oder psoriasiformen Hautläsionen).
    • Sehr selten: Haarausfall, Auslösung oder Verschlechterung der Symptome einer Psoriasis.
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • Selten: Muskelschwäche, Muskelkrämpfe.
    • Sehr selten: Arthropathie (Mono- und Polyarthritis), retroperitoneale Fibrose.
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • Sehr selten: Libido- und Potenzstörungen, InduratioInduratio penis plastica (Peyronie's disease).
  • Untersuchungen
    • Sehr selten: Veränderung der Leberfunktionswerte (z. B. Erhöhung der Transaminasen [GOT, GPT] im Serum), Gewichtszunahme.
    • Nicht bekannt: Unter der Therapie mit Metoprolol AL® kann es zu Störungen im Fettstoffwechsel kommen. Bei meist normalem Gesamtcholesterin wurden eine Verminderung des HDL-Cholesterins und eine Erhöhung der Triglyzeride im Plasma beobachtet.
  • Besondere Hinweise:
    • Beta-Rezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen erhöhen. Bei Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte und bei Patienten unter Desensibilisierungstherapie kann es daher zu überschießenden anaphylaktischen Reaktionen kommen.
    • Bei schweren Nierenfunktionsstörungen wurde in Einzelfällen über eine Verschlechterung der Nierenfunktion unter Therapie mit Beta-Rezeptorenblockern berichtet. Eine Anwendung von Metoprolol sollte in diesen Fällen unter entsprechender Überwachung der Nierenfunktion erfolgen.

Anwendungshinweise

  • Die Tabletten/Retardtabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit nach einer Mahlzeit einzunehmen.
  • Sie sollten bei Einmalgabe morgens bzw. bei zweimaliger Gabe morgens und abends eingenommen werden.
  • Hinweise zur Teilung
    • Metoprolol AL® ermöglicht durch die Tablettenform (Snap-Tab-Technologie) eine einfache und genaue Teilung, und zwar Metoprolol AL® 50/- 200 retard in zwei gleich große Teile und Metoprolol AL® 100 in vier gleich große Teile. Zum Teilen legt man die (Retard-)Tablette mit der großen (Kreuz-) Bruchkerbe nach oben auf eine harte, flache Unterlage und teilt die Tablette durch Daumendruck.

Stillzeithinweise

  • Metoprolol geht in die Muttermilch über. In der Muttermilch erreicht Metoprolol in etwa das Dreifache der bei der Mutter gemessenen Serumkonzentration. Obwohl nach therapeutischen Dosierungen nicht mit unerwünschten Wirkungen zu rechnen ist (Ausnahme sind „slow metaboliser"), sollten gestillte Säuglinge auf Anzeichen einer Beta-Blockade hin beobachtet werden.

Schwangerschaftshinweise

  • Metoprolol darf in der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden, da bislang keine ausreichend gut dokumentierten Studien zu einer Anwendung an schwangeren Frauen existieren.
  • Metoprolol zeigte im Tierversuch keine teratogenen Eigenschaften.
  • Metoprolol passiert die Plazenta und kann im Feten zu Bradykardie, Hypotonie und Hypoglykämie führen. Betablocker reduzieren die plazentare Durchblutung, was zu Fehlgeburten oder zum intrauterinen Fruchttod führen kann. Das Risiko von kardialen und pulmonalen Komplikationen bei pränatal Metoprolol-exponierten Neugeborenen ist in der Postpartalperiode erhöht.
  • Metoprolol sollte 48 - 72 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin abgesetzt werden. Wenn dies nicht möglich ist, müssen Neugeborene für die Dauer von 48 - 72 Stunden nach der Geburt sorgfältig auf Anzeichen einer Beta-Blockade überwacht werden.

Warnhinweise

  • Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    • Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:
      • AV-Block 1. Grades,
      • Diabetikern mit stark schwankenden Blutzuckerwerten (wegen möglicher schwerer hypoglykämischer Zustände),
      • längerem strengem Fasten und schwerer körperlicher Belastung (wegen möglicher schwerer hypoglykämischer Zustände),
      • Patienten mit Phäochromozytom (Metoprolol erst nach vorheriger Alpha-Blockade verabreichen),
      • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion.
    • Bei Absinken des Pulses unter 45 Schläge/min ist die Behandlung mit Metoprolol ausschleichend zu beenden.
    • Bei Patienten mit einer Psoriasis in der Eigen- oder Familienanamnese sollte die Verordnung von Beta-Rezeptorenblockern nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko Abwägung erfolgen.
    • Beta-Rezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen erhöhen. Deshalb ist eine strenge Indikationsstellung bei Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte und bei Patienten unter Desensibilisierungstherapie (Vorsicht, überschießende anaphylaktische Reaktionen) geboten.
    • Die Indikation zur Beendigung einer chronischen Beta-Blocker-Behandlung vor einem chirurgischen Eingriff sollte von einem kardiologisch erfahrenen Arzt in Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Erkrankung gestellt werden. Die beeinträchtigte Fähigkeit des Herzens, auf adrenerge Stimuli zu reagieren, kann das Risiko einer Anästhesie oder eines chirurgischen Eingriffs vergrößern. Die Vorteile der Fortsetzung einer Behandlung mit einem Beta-Rezeptorenblocker sollten in jedem Einzelfall gegen die Risiken des Absetzens abgewogen werden. Vor einer Narkose ist der Anästhesist über die Behandlung mit Metoprolol AL® zu informieren. Es ist ein Narkosemittel mit dem geringstmöglichen kardiodepressiven Effekt zu wählen. Wenn es für notwendig erachtet wird, Beta Rezeptorenblocker vor einem chirurgischen Eingriff abzusetzen, sollte dies schrittweise erfolgen und ca. 48 Stunden vor der Narkose beendet sein.
    • Anwendung bei älteren Menschen
      • Vorsicht ist bei älteren Patienten geboten. Durch zu starke Senkung des Blutdrucks oder der Anzahl der Herzschläge pro Minute kann es zu ungenügender Blutversorgung lebenswichtiger Organe kommen.
    • Dopingkontrollen
      • Die Anwendung von Metoprolol AL® kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die gesundheitlichen Folgen der Anwendung von Metoprolol AL® als Dopingmittel können nicht abgesehen werden, schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen.
    • Sonstige Bestandteile
      • Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Metoprolol AL® nicht einnehmen.
      • Metoprolol AL® enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h., es ist nahezu „natriumfrei".
  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
    • Folgende Wechselwirkungen zwischen dem vorliegenden und anderen Arzneimitteln sind zu beachten:
    • Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol und Insulin oder oralen Antidiabetika kann deren Wirkung verstärkt oder verlängert werden. Warnzeichen einer Hypoglykämie - insbesondere Tachykardie und Tremor - sind verschleiert oder abgemildert. Daher sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich.
    • Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol und trizyklischen Antidepressiva, Barbituraten, Phenothiazinen, Nitroglycerin sowie Diuretika, Vasodilatatoren und anderen blutdrucksenkenden Mitteln kann es zu einem verstärkten Blutdruckabfall kommen.
    • Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol und CalciumantagonistenCalciumantagonisten vom Nifedipin-Typ kann es zu einer verstärkten Blutdrucksenkung und in Einzelfällen zur Ausbildung einer Herzinsuffizienz kommen.
    • Die kardiodepressiven Wirkungen von Metoprolol und Antiarrhythmika können sich addieren.
    • Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol AL® und Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-Typ oder anderen Antiarrhythmika (wie Disopyramid) ist eine sorgfältige Überwachung der Patienten angezeigt, da es zu Hypotension, Bradykardie oder anderen Herzrhythmusstörungen kommen kann. Die intravenöse Applikation von Calciumantagonisten vom Verapamil- und Diltiazem-Typ oder anderen Antiarrhythmika (wie Disopyramid) bei Patienten, die mit Metoprolol behandelt werden, ist kontraindiziert (Ausnahme Intensivmedizin).
    • Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol und Herzglykosiden, Reserpin, Alpha-Methyldopa, Guanfacin oder Clonidin kann es zu einem stärkeren Absinken der Herzfrequenz bzw. zu einer Verzögerung der Überleitung kommen.
    • Nach abruptem Absetzen von Clonidin bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol, kann der Blutdruck überschießend ansteigen. Clonidin darf daher erst abgesetzt werden, wenn einige Tage zuvor die Verabreichung von Metoprolol AL® beendet wurde. Anschließend kann Clonidin stufenweise (siehe Fachinformation von Clonidin) abgesetzt werden.
    • Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol und Noradrenalin, Adrenalin oder anderen sympathomimetisch wirkenden Substanzen (z. B. enthalten in Hustenmitteln, Nasen- und Augentropfen) ist ein beträchtlicher Blutdruckanstieg möglich.
    • Unter Metoprolol-Therapie kann es zu einer verminderten Ansprechbarkeit auf die zur Behandlung der allergischen Reaktion gewöhnlich eingesetzte Adrenalin-Dosis kommen.
    • Monoaminoxidase (MAO)-Hemmer sollten wegen möglicher überschießender Hypertension nicht zusammen mit Metoprolol eingenommen werden.
    • Besondere Vorsicht ist bei erstmaliger gemeinsamer Verabreichung von Beta-Rezeptorenblockern und Prazosin geboten.
    • Nichtsteroidale Antiphlogistika wie Indometacin oder Enzyminduktoren wie Rifampicin können die blutdrucksenkende Wirkung von Metoprolol vermindern.
    • Die Wirkung von Metoprolol kann durch Cimetidin verstärkt werden.
    • Metoprolol kann die Ausscheidung anderer Medikamente (z. B. Lidocain) vermindern.
    • Die gleichzeitige Anwendung von Metoprolol und Narkotika kann eine verstärkte Blutdrucksenkung zur Folge haben. Die negativ inotrope Wirkung der beiden vorgenannten Arzneimittel kann sich addieren.
    • Die neuromuskuläre Blockade durch periphere Muskelrelaxanzien (z. B. Suxamethonium, Tubocurarin) kann durch die Beta-Rezeptorenhemmung von Metoprolol verstärkt werden.
    • Für den Fall, dass Metoprolol vor Eingriffen in Allgemeinnarkose oder vor der Anwendung peripherer Muskelrelaxanzien nicht abgesetzt werden kann, muss der Narkosearzt über die Behandlung mit Metoprolol AL® informiert werden.
    • Bei gleichzeitiger Einnahme von Metoprolol und Alkohol kann sich die Wirkung von Alkohol verändern.
    • Inhibitoren des Cytochrom-P450-Isoenzyms 2D6
      • Metoprolol ist ein Substrat des Cytochrom-P450-Isoenzyms CYP2D6. Der Plasmaspiegel von Metoprolol kann durch die gleichzeitige Gabe von CYP2D6 hemmenden Substraten erhöht und durch die Gabe von CYP2D6 induzierenden Wirkstoffen gesenkt werden.
      • Die zur Erhöhung des Metoprolol-Plasmaspiegels führenden Substanzen sind u.a.
        • Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron),
        • Antihistaminika (z. B. Diphenhydramin),
        • H2-Rezeptor-Antagonisten (z. B. Cimetidin),
        • Antidepressiva (z. B. Fluoxetin, Paroxetin oder Bupropion),
        • Antipsychotika (z. B. Thioridazin),
        • COX-2-Inhibitoren (z. B. Celecoxib),
        • Antimalariamittel (z. B. Hydroxychloroquin),
        • antivirale Substanzen (z. B. Ritonavir),
        • Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen (z. B. Terbinafin).
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Die Behandlung mit diesen Arzneimitteln bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.
    • Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen so weit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
  • Überdosierung
    • Symptome einer Überdosierung
      • Das klinische Bild ist, in Abhängigkeit vom Ausmaß der Intoxikation, im Wesentlichen von kardiovaskulären und zentralnervösen Symptomen geprägt.
      • Eine Überdosierung kann zu schwerer Hypotonie, Sinusbradykardie, atrioventrikulärem Block, Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock, Herzstillstand, Bronchospasmus, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma, Nausea, Erbrechen und Zyanose, gelegentlich auch zu generalisierten Krampfanfällen führen.
      • Gleichzeitige Einnahme von Alkohol, Antihypertonika, Chinidin oder Barbituraten verstärkt die Symptome. Erste Anzeichen einer Überdosierung treten möglicherweise 2 - 4 Stunden nach der Einnahme auf.
    • Therapiemaßnahmen bei Überdosierung
      • Bei Überdosierung oder bedrohlichem Abfall der Herzfrequenz und/oder des Blutdrucks muss die Behandlung mit Metoprolol AL® abgebrochen werden.
      • Neben allgemeinen Maßnahmen der primären Giftelimination müssen unter intensivmedizinischen Bedingungen die vitalen Parameter überwacht und gegebenenfalls korrigiert werden.
    • Als Gegenmittel können gegeben werden:
      • Atropin:
        • 0,5 - 2 mg intravenös als Bolus
      • Glukagon:
        • Initial 1 - 10 mg intravenös, anschließend 2 - 2,5 mg pro Std. als Dauerinfusion
      • Sympathomimetika in Abhängigkeit von Körpergewicht und Effekt:
        • Dopamin, Dobutamin, Isoprenalin, Orciprenalin oder Adrenalin.
    • Bei therapierefraktärer Bradykardie sollte eine temporäre Schrittmachertherapie durchgeführt werden.
    • Bei Bronchospasmus können ß2-Sympathomimetika als Aerosol (bei ungenügender Wirkung auch intravenös) oder Aminophyllin intravenös gegeben werden.
    • Bei generalisierten Krampfanfällen empfiehlt sich die langsame intravenöse Gabe von Diazepam.