Metronidazol 0.5% Glas

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Wirkstoff: Metronidazol →

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung und Vorbeugung von Infektionen, die durch Metronidazol-empfindliche Keime hervorgerufen werden (hauptsächlich anaerobe Bakterien)
    • Anwendung bei Kindern und Erwachsenen bei folgenden Indikationen:
      • Infektionen des zentralen Nervensystems (z. B. Gehirnabszess, Meningitis)
      • Infektionen von Lunge und Pleura (z. B. nekrotisierende Lungenentzündung, Aspirationspneunomie, Lungenabszess)
      • Endokarditis
      • Infektionen des Gastrointestinaltraktes (z. B. Peritonitis, Leberabszess, Infektionen nach Kolo-Rektaloperationen, eitrige Erkrankungen des Bauch- und Beckenraumes)
      • gynäkologische Infektionen (z. B. Endometritis, nach Hysterektomie oder Kaiserschnitt)
      • Infektionen im HNO- und Zahn-Kiefer-Bereich (z. B. Plaut-Vincent-Angina)
      • Infektionen an Knochen und Gelenken (z. B. Osteomyelitis)
      • Gasbrand
      • Septikämie bei Thrombophlebitis
    • Hinweise
      • Mischinfektionen mit aeroben und anaeroben Erregern
        • es müssen zusätzlich Antibiotika verabreicht werden, die zur Bekämpfung aerober Infektionen geeignet sind
      • prophylaktische Anwendung
        • empfiehlt sich bei operativen Eingriffen, die mit dem Risiko einer Anaerobier-Infektion verbunden sind (gynäkologische und intraabdominale Operationen)
      • offizielle Richtlinien für den angemessenen Gerbrauch von antibakteriellen Wirkstoffen berücksichtigen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung enthält 5 mg Metronidazol; 100 ml Lösung enthalten 500 mg Metronidazol

  • allg.
    • Dosierung richtet sich nach
      • Art und Schwere der Erkrankung
      • Alter und Körpergewicht (KG) des Patienten
      • individuellem Ansprechen auf die Therapie
  • Behandlung anaerober Infektionen, die durch Metronidazol-empfindliche Keime hervorgerufen werden
    • Erwachsene und Jugendliche
      • Dosierungsrichtlinien
      • 1. Behandlungstag: 1500 mg (300 ml) Metronidazol / Tag
        • falls erforderlich: 15 mg Metronidazol / kg KG zum Behandlungsbeginn
      • Folgetage: 1000 mg (200 ml) Metronidazol / Tag
        • alternativ: 500 mg (100 ml) Metronidazol / 8 Std.
      • Behandlungsdauer
        • richtet sich nach dem Behandlungserfolg
        • meist Behandlung über 7 Tage ausreichend
        • falls aus medizinischen Gründen erforderlich, kann die Behandlung > 7 Tage fortgesetzt werden
    • Kinder
      • Kinder > 8 Wochen - 12 Jahre
        • 20 - 30 mg Metronidazol / kg KG / Tag
          • als Einzeldosis
          • oder aufgeteilt in 7,5 mg Metronidazol / kg KG / 8 Std.
        • Dosiserhöhung auf 40 mg Metronidazol / kg KG bei Bedarf, abhängig von Schwere der Erkrankung
      • Kinder < 8 Wochen
        • 15 mg Metronidazol / kg KG / Tag
          • als Einzeldosis
          • oder aufgeteilt in 7,5 mg Metronidazol / kg KG / 12 Std.
      • Neugeborenen mit einem Gestationsalter < 40 Wochen
        • Akkumulation von Metronidazol während der ersten Lebenswoche möglich
          • Konzentrationen von Metronidazol im Serum sollten vorzugsweise nach ein paar Tagen Therapie überwacht werden
      • Behandlungsdauer
        • i. d. R. 7 Tage
  • Prophylaxe gegen durch anaerobe Bakterien verursachte postoperative Infektionen
    • Erwachsene
      • präoperativ
        • 500 mg Metronidazol bis spätestens ca. 1 Std. vor Operationsbeginn
      • postoperativ
        • nach 8 und 16 Std. jeweils weitere 500 mg Metronidazol
    • Kinder
      • Kinder < 12 Jahre
        • 20 - 30 mg Metronidazol / kg KG als Einzeldosis 1 - 2 Std. vor der Operation
      • Neugeborene mit einem Gestationsalter < 40 Wochen
        • 10 mg Metronidazol / kg KG als Einzeldosis vor der Operation

Dosisanpassung

  • Patienten mit Niereninsuffizienz
    • keine Dosisreduktion erforderlich
    • Patienten unter Hämodialyse
      • an Dialysetagen: herkömmliche Dosis Metronidazol nach der Hämodialyse, um den Verlust von Metronidazol während des Verfahrens zu kompensieren
  • Patienten mit Leberinsuffizienz
    • schwer
      • Serum-Halbwertzeit verlängert und Plasmaclearance verzögert
      • niedrigere Dosen erforderlich, s. Fachinformation

Kontraindikationen

Metronidazol - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Metronidazol oder andere Nitroimidazol-Derivate

Nebenwirkungen

Metronidazol - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Superinfektionen mit Candida (z. B. genitale Infektionen)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • pseudomembranöse Kolitis
        • kann während oder nach der Therapie auftreten und manifestiert sich als schwerer persistierender Durchfall
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leukopenie
      • Granulozytopenie
      • Thrombozytopenie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Agranulozytose
      • Panzytopenie
      • aplastische Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • leichte bis mittelschwere Überempfindlichkeitsreaktionen, z. B.
        • Hautreaktionen
        • Angioödem
        • Pruritus
        • Urtikaria
        • Erythema multiforme
        • Arzneimittelfieber
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • schwere akute systemische Überempfindlichkeitsreaktionen
        • Anaphylaxie, bis hin zum anaphylaktischen Schock
        • schwere Hautreaktionen
          • erfordern eine sofortige therapeutische Intervention
  • Stoffwechsel-und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anorexia
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • psychotische Störungen, einschließlich
        • Verwirrtheitszustände
        • Halluzinationen
      • Depression
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
      • Schläfrigkeit
      • Schlaflosigkeit
      • Krampfanfälle
      • periphere Neuropathie, die sich als Missempfindungen, Taubheit, Schmerzen, pelziges Gefühl und Kribbeln in den Extremitäten manifestiert
        • wenn Krampfanfälle oder Anzeichen einer peripheren Neuropathie oder Enzephalopathie auftreten, sollte der behandelnde Arzt sofort informiert werden
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Enzephalopathie (z.B. Verwirrtheit, Fieber, Kopfschmerzen, Lähmung,Lichtempfindlichkeit, Bewegungsstörungen, Genickstarre)
      • Fieber
      • Benommenheit
      • Störungen von Sicht und Bewegung
      • Ataxie
      • Dysarthrie
      • Krämpfe
      • aseptische Meningitis
      • subakutes zerebelläres Syndrom (z.B. Ataxie, Dysarthrie, Gangstörung, Nystagmus, Tremor)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Myoklonie
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sehstörungen
        • Doppeltsehen
        • Kurzsichtigkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Blickkrampf
      • Optikusneuropathie/Neuritis
  • Herzerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • EKG-Veränderungen wie eine Abflachung der T-Welle
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Durchfall
        • schwere und anhaltende Durchfälle während oder nach der Therapie können durch pseudomembranöse Enterokolitis (in den meisten Fällen durch Clostridium difficile) verursacht werden und können lebensbedrohlich sein
      • Glossitis
      • Stomatitis
      • bitteres Aufstoßen
      • metallischer Geschmack
      • Magendrücken
      • belegte Zunge
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dysphagie (verursacht durch zentralnervöse Wirkungen von Metronidazol)
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leberfunktionsstörungen (z.B. Erhöhung von Transaminasen und Bilirubin im Serum)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • abnorme Werte von Leberenzymen und Bilirubin
      • (cholestatische) Hepatitis
      • Gelbsucht
      • Pankreatitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • schwere irreversible Hepatotoxizität / akutes Leberversagen einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang mit sehr schnellem Beginn nach Beginn der systemischen Anwendung von Metronidazol bei Patienten mit Cockayne-Syndrom berichtet
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • allergische Hautreaktionen, z. B
        • Pruritus
        • Urtikaria
        • Stevens-Johnson Syndrom
          • fordert eine sofortige therapeutische Intervention
        • toxische epidermale Nekrolyse
          • fordert eine sofortige therapeutische Intervention
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erythema multiforme
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthralgie
      • Myalgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Auftreten von dunklem Urin (bedingt durch ein Stoffwechselprodukt des Metronidazols)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dysurie
      • Cystitis
      • Harninkontinenz
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Phlebitis bis zu Thrombophlebitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schwächegefühl
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Reizungen der Venenwand (bis zur Thrombophlebitis) nach intravenöser Anwendung
      • Fieber

Anwendungshinweise

  • Infusionslösung zur intravenösen (i.v.) Anwendung
  • langsame i.v.-Infusion
    • i. d. R. 100 ml / 60 Min.
    • max. 100 ml / 20 Min.
  • Infusionslösung kann in isotoner Kochsalzlösung oder 5%iger Glucoselösung verabreicht werden
  • gleichzeitig verordnete Antibiotika getrennt verabreichen

Stillzeithinweise

Metronidazol - invasiv
  • während der Stillzeit sollte entweder das Stillen unterbrochen oder das Arzneimittel abgesetzt werden
  • Metronidazol geht in die Muttermilch über
  • auch nach Behandlungsende sollte aufgrund der langen Halbwertszeit des Metronindazols für mindestens 2 - 3 weitere Tage nicht gestillt werden

Schwangerschaftshinweise

Metronidazol - invasiv
  • im 1. Trimenon der Schwangerschaft nur bei schweren, lebensbedrohlichen Infektionen einsetzen, falls eine sicherere Alternative nicht verfügbar ist
  • im 2. und 3. Trimenon der Schwangerschaft Metronidazol nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung einsetzen
  • bis heute keinen gesicherten Hinweis dafür, dass Metronidazol zu einer Schädigung von Embryos oder Feten führt
  • Sicherheit von Metronidazol bei Anwendung während der Schwangerschaft wurde bisher nicht hinreichend nachgewiesen
    • widersprüchliche Berichte zur Anwendung während der Frühschwangerschaft
  • in einigen Studien wurde eine erhöhte Missbildungsrate gesehen
  • Tierversuche
    • keine teratogenen Effekte
  • Fertilität
    • tierexperimentelle Studien
      • zeigen nur einen möglichen negativen Einfluss von Metronidazol auf das männliche Fortpflanzungssystem, wenn hohe Dosen, die weit über der maximal für den Menschen empfohlenen Dosis liegen, verabreicht wurden

Warnhinweise

Metronidazol - invasiv
  • offizielle Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Metronidazol zu berücksichtigen
  • Metronidazol hat keine direkte Wirkung auf aerobe oder fakultative anaerobe Bakterien
  • Behandlung mit Metronidazol oder einem anderen nitroimidazolhaltigem Arzneimittel darf in der Regel 10 Tage nicht überschreit
    • Frist darf nur in Einzelfällen bei besonders strenger Indikationsstellung überschritten werden
    • regelmäßige klinische Überwachung und Laborkontrolle sind bei einer Behandlung mit Metronidazol,die länger als 10 Tage dauert, erforderlich
    • längerfristige Therapie kann zu Knochenmarksdepression und damit zur Störung der Blutbildung führen
    • Behandlung sollte nur in begründeten Einzelfällen wiederholt werden
    • Beschränkungen sind erforderlich, da sich Schädigung menschlicher Keimzellen nicht ausschließen lässt und weil in tierexperimentellen Studien Zunahme von bestimmten Tumoren gesehen wurde
  • besteht die Möglichkeit, dass im Anschluss an die Eliminierung von Trichomonas vaginalis eine durch Gonokokken verursachte Infektion bestehen bleibt
  • Niereninsuffizienz
    • Eliminationshalbwertszeit von Metronidazol bleibt unverändert
    • keine Dosisreduktion von Metronidazol erforderlich
    • kann jedoch zur Akkumulation von Metronidazol-Metaboliten kommen
      • klinische Bedeutung ist derzeit nicht bekannt
    • Hämodialyse
      • bei Patienten unter Hämodialyse können Metronidazol und dessen Metabolite während einer 8-stündigen Dialyse vollständig entfernt werden
      • Metronidazol sofort nach der Hämodialyse wieder verabreichen
    • Patienten mit Niereninsuffizienz, die sich einer intermittierenden Peritonealdialyse oder einer kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse unterziehen
      • keine Dosisreduktion von Metronidazol erforderlich
  • Leberinsuffizienz
    • Metronidazol soll Patienten mit einer beeinträchtigten Leberfunktion mit Vorsicht verabreicht werden
    • Metronidazol wird hauptsächlich in der Leber durch Oxidation verstoffwechselt
    • Auftreten einer substanziellen Beeinträchtigung der Clearance von Metronidazol bei fortgeschrittener Leberinsuffizienz
    • starke Akkumulation von Metronidazol bei Patienten mit hepatischer Enzephalopathie
      • hohe Plasmakonzentrationen von Metronidazol können zur Symptomatik der Enzephalopathie beitragen
    • bei schweren Leberschäden und Störung der Blutbildung, beispielsweise Granulozytopenie
      • Metronidazol nur verabreichen, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt
  • Hepatotoxizität bei Patienten mit Cockayne-Syndrom
    • Beobachtung von Fällen mit schwerer Hepatotoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fällen mit tödlichem Ausgang und einem sehr schnellen Einsetzen nach der Behandlungseinleitung bei Patienten mit Cockayne- Syndrom unter systemischer Anwendung von Metronidazol
      • Metronidazol nicht verwenden, ,es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko und falls keine alternative Behandlung zur Verfügung steht
    • vor Therapiebeginn sowie während und im Anschluss an die Behandlung
      • Durchführung von Leberfunktionstests, bis sich die Leberfunktion wieder im normalen Bereich befindet bzw. bis die Ausgangswerte wieder erreicht sind
      • Absetzen des Arzneimittels
        • falls Leberwerte während der Behandlung deutlich erhöht sind
    • Patienten mit dem Cockayne-Syndrom sollten angewiesen werden
      • Symptome für eine potenzielle Leberschädigung unverzüglich ihrem Arzt zu melden
      • Anwendung von Metronidazol zu beenden
  • Blutbild
    • bei Patienten mit Störungen der Blutbildung (z.B. Granulozytopenie) sollte Metronidazol nur angewendet werden, wenn erwarteter Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt
    • während der Behandlung mit Metronidazol können gelegentlich Leukopenie, Granulozytopenie und in sehr seltenen Fällen Agranulozytose und Thrombozytose auftreten
    • regelmäßige Kontrollen des Blutbildes im Fall einer längeren Behandlung mit Metronidazol erforderlich
  • Erkrankungen des peripheren und zentralen Nervensystems
    • sollte Patienten mit akuten oder schweren chronischen Erkrankungen des peripheren und zentralen Nervensystems nur verabreicht werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt
    • gibt Einzelfallberichte über das Auftreten von Krampfanfällen, Myoklonie und peripherer Neuropathie während der Behandlung mit Metronidazol
      • hauptsächlich in Form von Taubheit und Parästhesien der Extremitäten
    • in sehr seltenen Fällen, insbesondere bei Langzeitbehandlung mit Metronidazol in hohen Dosen
      • im MRT strukturelle zerebrale Läsionen mit den entsprechenden Symptomen
    • Beendigung der Metronidazol-Behandlung resultiert normalerweise in einer Linderung der Symptome und einem Verschwinden der strukturellen Läsionen
    • falls Anzeichen neurologischer Störungen auftreten
      • Nutzen-Risiko-Verhältnis in Bezug auf eine Fortsetzung der Behandlung unverzüglich prüfen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • im Falle schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock)
      • Behandlung unverzüglich abbrechen
      • übliche Maßnahmen der Notfallbehandlung sind durch entsprechend qualifiziertes medizinisches Fachpersonal einzuleiten
  • Enterokolitis
    • schwere anhaltende Durchfälle während der Behandlung oder in den nachfolgenden Wochen
      • können durch pseudomembranöse Enterokolitis verursacht sein (in den meisten Fällen durch Clostridium difficile), welche lebensbedrohlich sein kann
        • Behandlung sofort beenden
        • erforderliche Gegenmaßnahmen müssen eingeleitet werden
        • Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, dürfen nicht verabreicht werden
  • Auswirkungen auf Laboruntersuchungen
    • Metronidazol stört enzymatisch-spektrophotometrische Bestimmung von Aspartat Aminotransferase (AST), Alanin-Amminotransferase (ALT), Lactatdehydrogenase (LDH), Triglyceriden und Glucose-Hexokinase
      • führt zu verringerten Werten, ggf. bis auf null
    • Metronidazol zeigt starke Absorption im Bereich der Wellenlänge, bei der NADH bestimmt wird
      • dadurch können bei Anwendung von "continuous-flow"-Verfahren, die auf Bestimmung der NADH-Abnahme am Endpunkt basieren, erhöhte Leberenzym-Konzentrationen maskiert sein
        • über ungewöhnlich niedrige Leberenzymwerte, einschließlich Nullwerte, wurde berichtet