Metronidazol AL 400

ALIUD Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Metronidazol →

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N1 14 ST 14,90 €
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Fachinformationen

Indikation

  • Bei folgenden Indikationen ist Metronidazol AL® bei Erwachsenen und Kindern angezeigt:
    • Trichomoniasis,
    • bakterielle Vaginosis (Aminkolpitis, unspezifische Kolpitis),
    • Amöbiasis,
    • Lambliasis (Giardiasis),
    • Infektionen mit Beteiligung von Anaerobiern; besonders Infektionen, die vom weiblichen Genitale, MagenMagen-Darm-Trakt, Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich ausgehen,
    • Infektionsprophylaxe bei operativen Eingriffen im gynäkologischen Bereich oder im MagenMagen-Darm-Trakt.
  • Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Metronidazol zu berücksichtigen.

Dosierung

  • Erwachsene
    • Die Dosis beträgt 0,2 bis maximal 2 g Metronidazol pro Tag, die mittlere Dosis 0,8 - 1 g Metronidazol. Sie wird gewöhnlich auf 2 - 3 Einzeldosen verteilt.
    • Bei unkomplizierten Infektionen ist bei niedriger Dosierung (0,6 g Metronidazol pro Tag oder weniger) eine mehrtägige Behandlung (5 - 7 Tage) erforderlich, bei höherer Dosierung (1 - 2 g Metronidazol pro Tag) kann eine kurze Therapiedauer (1 - 3 Tage) ausreichend sein.
    • Bakterielle Vaginose und Trichomoniasis können bei Erwachsenen auch durch eine Einmalgabe von 2 g Metronidazol behandelt werden.
    • Alternativ können bei bakterieller Vaginose 2 1/2 Tabletten (entspr. 1 g Metronidazol) pro Tag (aufgeteilt in 2 - 3 Einzeldosen) für insgesamt 7 Tage verabreicht werden und bei Trichomoniasis - insbesondere in hartnäckigen Fällen - 2 bis 2 1/2 (bis 4) Tabletten (entspr. 0,8 bis 1 [bis 1,6] g Metronidazol) pro Tag (aufgeteilt in 2 - 3 Einzeldosen) für insgesamt 7 Tage.
    • Bei
      • Endometritis und Adnexitis,
      • Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich,
      • Peritonitis und Abszessen im Bauchraum
    • muss die Therapie systemisch (oral oder intravenös) erfolgen. Die Initialdosis sollte 1,6 - 2 g Metronidazol sein mit einer täglichen Erhaltungsdosis von 1 g Metronidazol für 5 - 7 Tage. Nur in Ausnahmefällen sollte die Dosis auf 1,4 g Metronidazol pro Tag gesteigert werden.
    • Die Prophylaxe sollte auf eine 1-malige Gabe von 0,6 g bis maximal 2 g Metronidazol beschränkt bleiben.
  • Niereninsuffizienz und Dialyse
    • Metronidazol wird mit zunehmender Einschränkung der Nierenfunktion vermehrt fäkal ausgeschieden (biliär mit dem Stuhl). Bei Nierenversagen (Anurie) sollte die Dosierung auf 400 - 500 mg* Metronidazol im 12-stündigen Intervall herabgesetzt werden.
    • Da Metronidazolmetaboliten durch Hämodialyse rasch entfernt werden, ist bei hämodialysierten Patienten keine Herabsetzung der Dosis erforderlich.
    • (*) Die Dosierung in dieser Stärke ist mit dem vorliegenden Arzneimittel nicht möglich.
  • Leberfunktionsstörungen
    • Metronidazol sollte bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen mit Vorsicht angewendet werden.
  • Kinder und Jugendliche
    • Anaerobe Infektionen
      • Kinder über 8 Wochen bis 12 Jahre:
        • 20 - 30 mg/kg KG (Körpergewicht) einmal pro Tag als Einmaldosis oder aufgeteilt in 7,5 mg/kg alle 8 Stunden. Abhängig vom Schweregrad kann die Dosis auf 40 mg/kg KG pro Tag erhöht werden. Die Dauer der Behandlung beträgt üblicherweise 7 Tage.
      • Kinder unter 8 Wochen:
        • 15 mg/kg KG einmal pro Tag als Einmaldosis oder aufgeteilt in 7,5 mg/kg alle 12 Stunden.
      • Bei Neugeborenen unterhalb der 40. Schwangerschaftswoche kann eine Akkumulation von Metronidazol während der ersten Lebenswoche auftreten. Die Metronidazol Konzentrationen im Serum sollten daher bevorzugt einige Tage nach der Therapie überwacht werden.
    • Bakterielle vaginose
      • Heranwachsende: zweimal täglich 400 mg über 5 - 7 Tage oder 2000 mg als Einmalgabe.
    • Prophylaxe gegen postoperative Infektionen die durch anaerobe Bakterien verursacht sind
      • Kindern unter 12 Jahren:
        • 20 - 30 mg/kg KG als Einmalgabe ein bis zwei Stunden vor dem Eingriff.
      • Neugeborene unterhalb der 40. Schwangerschaftswoche:
        • einmalig 10 mg/kg KG vor der Operation.
    • Urogenitale Trichomoniasis
      • Erwachsene und Heranwachsende:
        • 2000 mg als Einmalgabe oder dreimal täglich 200 mg über 7 Tage oder 400 mg zweimal täglich über 5 - 7 Tage
      • Kinder unter 10 Jahren:
        • 40 mg/kg KG als Einmalgabe oder 15 - 30 mg/kg KG pro Tag, aufgeteilt auf zwei bis drei Dosen 7 Tage lang; 2000 mg/Dosis dürfen nicht überschritten werden.
    • Lambliasis (Giardiasis)
      • Kinder über 10 Jahre:
        • 2000 mg einmal pro Tag über 3 Tage oder 400 mg dreimal täglich über 5 Tage oder 500 mg* zweimal täglich über 7 - 10 Tage.
      • Kinder von 7 - 10 Jahren:
        • 1000 mg einmal täglich über 3 Tage.
      • Kinder von 3 - 7 Jahren:
        • 600 - 800 mg einmal täglich über 3 Tage.
      • Kinder von 1 - 3 Jahren:
        • 500 mg* einmal täglich über 3 Tage.
      • Alternativ, ausgedrückt in mg pro kg Körpergewicht:
        • 15 - 40 mg/kg KG aufgeteilt auf zwei bis drei Dosen täglich.
    • Amöbiasis
      • Kinder über 10 Jahre:
        • 400 - 800 mg dreimal täglich über 5 - 10 Tage.
      • Kinder von 7 - 10 Jahren:
        • 200 - 400 mg dreimal täglich über 5 - 10 Tage.
      • Kinder von 3 - 7 Jahren:
        • 100* - 200 mg viermal täglich über 5 - 10 Tage.
      • Kinder von 1 - 3 Jahren:
        • 100* - 200 mg dreimal täglich über 5 - 10 Tage.
      • Alternativ, ausgedrückt in mg pro kg Körpergewicht:
        • 35 - 50 mg/kg KG pro Tag, aufgeteilt auf drei Dosen täglich, über 5 - 10 Tage; 2400 mg pro Tag dürfen nicht überschritten werden.
    • (*) Die Dosierung in dieser Stärke ist mit dem vorliegenden Arzneimittel nicht möglich.
    • Für Kinder unter 6 Jahren sind Darreichungsformen wie Tabletten, die unzerkaut einzunehmen sind, nicht geeignet. Gegebenenfalls sollte die Verfügbarkeit einer geeigneten Darreichungsform (z. B. Infusionslösung) geprüft werden.
  • Dauer der Anwendung
    • Die Dauer der Anwendung ist abhängig von der jeweiligen Erkrankung (siehe oben) und darf in der Regel 10 Tage nicht überschreiten.

Kontraindikationen

  • Metronidazol AL® 400 darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere 5-Nitroimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile. Eine Ausnahme besteht, wenn eine lebensbedrohliche Infektion vorliegt und andere Arzneimittel wirkungslos sind.

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

  • Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: sehr häufig (>/= 1/10), häufig (>/= 1/100, < 1/10), gelegentlich (>/= 1/1.000, < 1/100), selten (>/= 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
  • Häufigkeit, Art und Schweregrad von Nebenwirkungen sind bei Kindern und Erwachsenen gleich.
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • Gelegentlich
      • Sprosspilzinfektionen (z. B. Candida) im Genitalbereich
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • Gelegentlich
      • Leukopenie, Granulozytopenie
    • Sehr selten
      • Agranulozytose, Thrombozytopenie, Panzytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • Gelegentlich
      • Arzneimittelfieber, anaphylaktische Reaktionen, angioneurotisches Ödem (Quincke-Ödem), Urtikaria, allergische Rhinitis, allergische Konjunktivitis
    • Sehr selten
      • Anaphylaktischer Schock (siehe Abschnitt „Notfallmaßnahmen bei Nebenwirkungen")
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • Gelegentlich
      • Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Halluzination, Verwirrtheitszustände, Erregbarkeit, Depression
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Gelegentlich
      • Kopfschmerzen, Schwindel, Ataxie, periphere Neuropathien und Krampfanfälle1,2 (äußern sich durch Taubheitsgefühl, Pelzigsein oder Kribbeln in den Extremitäten)
    • Sehr selten
      • Enzephalopathie (z. B. Verwirrtheit, Fieber, Kopfschmerzen, Halluzinationen, Paralyse, Lichtempfindlichkeit, Störungen der Seh- und Bewegungsfähigkeit, Nackensteife) sowie subakutes Kleinhirnsyndrom (z. B. Ataxie, Dysarthrie, Schluckstörungen, Gangstörungen, Nystagmus und Tremor), die sich bei Absetzen des Medikaments zurückbilden können)
    • Häufigkeit nicht bekannt
      • aseptische Meningitis
  • Augenerkrankungen
    • Gelegentlich
      • Sehstörungen wie Diplopie und Myopie (meist temporär)
    • Häufigkeit nicht bekannt
      • Neuropathie der Nervus opticus/Optikusneuritis
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • Häufigkeit nicht bekannt
      • Schwerhörigkeit/Hörverlust (einschließlich sensorineurale Schwerhörigkeit) Tinnitus
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • Häufig
      • Geschmacksstörungen (z. B. metallischer Geschmack), bitteres Aufstoßen, Zungenbelag, Glossitis, Stomatitis, Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall
    • Sehr selten
      • Pankreatitis2, pseudomembranöse Enterokolitis (siehe Abschnitt „Notfallmaßnahmen bei Nebenwirkungen")
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • Gelegentlich
      • Leberfunktionsstörungen (z. B. Erhöhung von Transaminasen [AST, ALT), alkalische Phosphatase und Bilirubin im Serum)
    • Sehr selten
      • Ikterus2, cholestatische Hepatitis
    • Häufigkeit nicht bekannt
      • Leberversagen (mit Erfordernis einer Lebertransplantation) bei Patienten, die gleichzeitig mit anderen Antibiotika behandelt wurden
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • Gelegentlich
      • Hautreaktionen (z. B. urtikarielles Exanthem, Pustelausschläge, Pruritus, Flush)
    • Häufigkeit nicht bekannt
      • Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, fixes Arzneimittelexanthem
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • Sehr selten
      • Myalgie, Arthralgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • Häufig
      • Dunkelfärbung des Urins (bedingt durch ein Stoffwechselprodukt des Metronidazols, ohne Krankheitswert)
    • Gelegentlich
      • Dysurie, Cystitis, Harninkontinenz
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • Gelegentlich
      • Schwächegefühl
  • 1 nach sehr hoher Dosierung oder Langzeitbehandlung,
  • 2 reversibel nach Dosisreduktion oder Absetzen
  • Fälle von schwerer irreversibler Hepatotoxizität/akutem Leberversagen, einschließlich Fällen mit tödlichem Ausgang, die sehr schnell nach Beginn der systemischen Anwendung von Metronidazol auftraten, sind bei Patienten mit Cockayne-Syndrom berichtet worden.
  • Notfallmaßnahmen bei Nebenwirkungen
    • Therapie der pseudomembranösen Enterokolitis
      • Bei Auftreten einer pseudomembranösen Enterokolitis ist eine Beendigung der Therapie in Abhängigkeit von der Indikation zu erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einzuleiten (z. B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist). Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, sind kontraindiziert.
    • Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock)
      • Bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischem Schock) muss die Behandlung mit Metronidazol AL® 400 sofort abgebrochen werden und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen (z. B. Antihistaminika, Kortikosteroide, Sympathomimetika und ggf. Beatmung) eingeleitet werden.

Anwendungshinweise

  • Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit während der Mahlzeiten oder danach geschluckt.

Stillzeithinweise

  • Da Metronidazol in die Muttermilch übergeht, sollte bei einer Behandlung während der Stillzeit das Stillen unterbrochen werden.
  • Auch nach Behandlungsende sollte aufgrund der langen Halbwertzeit des Metronindazols für mindestens 2 - 3 weitere Tage nicht gestillt werden.

Schwangerschaftshinweise

  • Die Sicherheit von Metronidazol bei Anwendung während der Schwangerschaft wurde bisher nicht hinreichend nachgewiesen. Insbesondere gibt es widersprüchliche Berichte zur Anwendung während der Frühschwangerschaft. In einigen Studien wurde eine erhöhte Missbildungsrate gesehen. In Tierversuchen zeigte Metronidaol keine teratogenen Effekte.
  • Metronidazol sollte während des ersten Trimenons der Schwangerschaft nur bei schweren lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden, falls eine sicherere Alternative nicht verfügbar ist. Während des zweiten und dritten Trimenons sollte Metronidazol zur Behandlung anderer Infektionen ebenfalls nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt.
  • Fertilität
    • Tierexperimentelle Studien zeigen nur einen möglichen negativen Einfluss von Metronidazol auf das männliche Fortpflanzungssystem, wenn hohe Dosen, die weit über der maximal für den Menschen empfohlenen Dosis liegen, verabreicht wurden.

Warnhinweise

  • Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    • Metronidazol sollte im 1. Trimenon der Schwangerschaft nur bei schweren, lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden.
    • Bei Patienten mit schweren Leberschäden, Störungen der Blutbildung sowie Erkrankungen des Zentral- oder peripheren Nervensystems ist vor Therapiemit Metronidazol AL® 400 eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig.
    • Die Eliminations-Halbwertszeit von Metronidazol bleibt auch bei Niereninsuffizienz unverändert. Mit zunehmender Einschränkung der Nierenfunktion wird jedoch Metronidazol vermehrt fäkal ausgeschieden. Bei Nierenversagen (Anurie) sollte eine Dosisanpassung erfolgen. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz kann es zur Akkumulation von Metronidazol-Metaboliten kommen. Die klinische Bedeutung ist derzeit nicht bekannt.
    • Bei Patienten unter Hämodialyse werden Metronidazol und seine Metaboliten während einer 8-stündigen Dialyse vollständig entfernt. Daher sollte Metronidazol sofort nach der Hämodialyse wieder verabreicht werden.
    • Bei Patienten mit Niereninsuffizienz, die sich einer intermittierenden Peritonealdialyse oder einer kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse unterziehen müssen, ist keine Dosisanpassung von Metronidazol erforderlich.
    • Bei schwerer Leberinsuffizienz kann es zur Akkumulation von Metronidazol und seinen Metaboliten kommen. Insbesondere bei gleichzeitiger Niereninsuffizienz sollte die Dosierung reduziert werden.
    • Nicht gleichzeitig mit Alkohol einnehmen.
    • Die Behandlung mit Metronidazol AL® 400 oder einem anderen Nitroimidazol-haltigen Medikament darf in der Regel 10 Tage nicht überschreiten. Diese Frist darf nur in Einzelfällen bei besonders strenger Indikationsstellung überschritten werden. Die Behandlung sollte möglichst selten wiederholt werden. Die Begrenzung der Therapiedauer ist erforderlich, weil sich eine Schädigung menschlicher Keimzellen nicht ausschließen lässt und weil in tierexperimentellen Studien eine Zunahme von bestimmten Tumoren gesehen wurde. Sollte aus zwingenden Gründen Metronidazol AL® 400 länger als die empfohlene Zeitdauer gegeben werden müssen, wird empfohlen, dass regelmäßig Blutuntersuchungen, besonders die Bestimmung der Leukozytenzahl, durchgeführt werden. Außerdem sollte besonders auf periphere oder zentralnervöse Nebenwirkungen geachtet werden, wie z. B. Parästhesien, Ataxien, Schwindel und Krampfanfälle.
    • Beim Auftreten von schweren anhaltenden Durchfällen ist an eine pseudomembranöse Enterokolitis zu denken, die lebensbedrohlich sein kann. In diesen Fällen ist eine Beendigung der Therapie in Abhängigkeit von der Indikation zu erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einzuleiten (z. B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist). Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, sind kontraindiziert.
    • Beim Auftreten von schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock) muss die Behandlung mit Metronidazol AL® 400 sofort abgebrochen und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen (z. B. Antihistaminika, Kortikosteroide, Sympathomimetika und ggf. Beatmung) müssen eingeleitet werden.
    • Bei Trichomoniasis ist eine Untersuchung und ggf. synchrone Behandlung der/des Sexualpartner/s angezeigt. Geschlechtsverkehr sollte während der Therapie unterbleiben. Es besteht die Möglichkeit, dass nach Eliminierung von Trichomonas vaginalis eine Infektion mit Gonokokken persistiert.
    • Metronidazol wird hauptsächlich über Oxidation in der Leber metabolisiert. Eine erhebliche Beeinträchtigung der Clearance von Metronidazol kann bei fortgeschrittener Leberinsuffizienz auftreten.
    • Bei Patienten mit hepatischer Enzephalopathie kann es zu einer signifikanten Kumulierung kommen, und die resultierenden hohen Plasmakonzentrationen von Metronidazol können die Symptome der Enzephalopathie verstärken. Metronidazol sollte daher bei Patienten mit hepatischer Enzephalopathie mit Vorsicht angewendet werden.
    • Die tägliche Dosis sollte auf ein Drittel reduziert werden und nur einmal täglich verabreicht werden.
    • Patienten sollen gewarnt werden, dass durch Metronidazol der Harn dunkel sein kann.
    • Durch die inadäquate Evidenz eines Mutagenitätsrisikos beim Menschen, sollte die Behandlung mit Metronidazol über einen längerdauernden Zeitraum als üblich sorgfältig abgewogen werden.
    • Metronidazol kann bei einigen Analysemethoden zur Bestimmung der AST (GOT), ALT (GPT), LDH sowie von Triglyceriden im Serum zu verringerten Werten führen. Die Hexokinase-Glukose-Bestimmung kann erhöhte Werte liefern.
    • Hepatoxizität bei Patienten mit Cockayne-Syndrom
      • Fälle mit schwerer Hepatoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang und einem sehr schnellen Einsetzen nach der Behandlungseinleitung bei Patienten mit Cockayne-Syndrom wurden bei Arzneimitteln beobachtet, die Metronidazol für die systemische Anwendung enthalten. Bei dieser Population sollte Metronidazol nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen wird größer als das Risiko angesehen und es steht keine alternative Behandlung zur Verfügung. Vor dem Therapiebeginn sowie während und im Anschluss an die Behandlung müssen Leberfunktionstests durchgeführt werden, bis sich die Leberfunktion wieder im normalen Bereich befindet bzw. bis die Ausgangswerte wieder erreicht sind. Falls die Leberwerte während der Behandlung deutlich erhöht sind, sollte das Arzneimittel abgesetzt werden.
      • Patienten mit dem Cockayne-Syndrom sollten angewiesen werden, Symptome für eine potenzielle Leberschädigung unverzüglich ihrem Arzt zu melden und die Einnahme von Metronidazol zu beenden.
    • Sonstige Bestandteile
      • Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Metronidazol AL® 400 nicht einnehmen.
  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
    • Alkohol/Disulfiram
      • Patienten sollten angewiesen werden, während der Behandlung mit Metronidazol und für mindestens 48 Stunden danach keinen Alkohol zu trinken, da die Möglichkeit einer Disulfiram-ähnlichen Reaktion besteht. Über psychotische Reaktionen wurde bei Patienten berichtet, die Metronidazol und Disulfiram gleichzeitig einnahmen.
    • Antikoagulanzien
      • Über die Potenzierung einer gerinnungshemmenden Wirkung wurde berichtet, wenn Metronidazol zusammen mit oralen Antikoagulanzien vom Warfarintyp angewendet wurde. Die Dosis des Antikoagulans muss möglicherweise reduziert werden. Die Thromboplastinzeiten sollten überwacht werden. Es besteht keine Wechselwirkung mit Heparin.
    • Lithium
      • Bei Patienten, die gleichzeitig mit Lithium und Metronidazol behandelt wurden, wurde über eine Retention von Lithium und begleitende Hinweise auf eine mögliche Nierenschädigung berichtet. Eine Therapie mit Lithium sollte reduziert oder beendet werden, bevor Metronidazol gegeben wird. Bei Patienten, die mit Lithium behandelt werden, während sie Metronidazol erhalten, sollten die Plasmakonzentrationen von Lithium, Kreatinin und der Elektrolyte überwacht werden.
    • Barbiturate/Phenytoin
      • Patienten, die Phenobarbital oder Phenytoin erhalten, metabolisieren Metronidazol mit einer wesentlich höheren Rate als normal, wodurch die Halbwertszeit sich auf etwa 3 Stunden verringert.
    • Cimetidin
      • Cimetidin kann in Einzelfällen die Elimination von Metronidazol beeinträchtigen und dadurch zu erhöhten Metronidazol-Serumkonzentrationen führen.
    • Ciclosporin
      • Bei Patienten, die mit Ciclosporin behandelt werden, besteht das Risiko für einen Anstieg der Serumspiegel von Ciclosporin. Die Serumspiegel von Ciclosporin und Kreatinin sollten engmaschig überwacht werden, wenn eine gleichzeitige Anwendung erforderlich ist.
    • 5-Fluorouracil
      • Metronidazol verringert die Clearance von 5-Fluorouracil, sodass es zu einer verstärkten Toxizität von 5-Fluorouracil kommen kann.
    • Busulfan
      • Die Plasmaspiegel von Busulfan können durch Metronidazol ansteigen, wodurch es zu schwerer Busulfan-Toxizität kommen kann.
    • Silymarin/Silibinin
      • Eine Wirkungsverminderung von Metronidazol tritt bei der Gabe von Silymarin/Silibinin ein.
    • Diosmin
      • Diosmin kann zu einer Erhöhung der Metronidazol-Serumkonzentration führen.
    • Tacrolimus
      • Gleichzeitige Verabreichung mit Metronidazol führt zu einem Anstieg des Tacrolimus-Blutspiegels. Vermutet wird eine Hemmung der hepatischen Metabolisierung von Tacrolimus über CYP450 3A4. Der Tacrolimus-Blutspiegel und die Nierenfunktion sind daher häufig zu kontrollieren, insbesondere zu Beginn und am Ende einer Behandlung mit Metronidazol bei Patienten, die auf ihre Tacrolimus-Medikation stabil eingestellt sind.
    • Amiodaron
      • Verlängerung des QT-Intervalls und Torsade de pointes wurden im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Verabreichung von Metronidazol und Amiodaron beobachtet. Es ist daher ratsam, im EKG das QT-Intervall zu überwachen, wenn Amiodaron zusammen mit Metronidazol verabreicht wird. Ambulante Patienten sind anzuweisen, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen, sobald sie Anzeichen für Torsade de pointes bemerken wie Benommenheit, Palpitationen oder Synkopen.
    • Mycophenolatmofetil
      • Substanzen, die die gastrointestinale Flora verändern (z. B. Antibiotika), können die orale Bioverfügbarkeit von Mycophenolsäureprodukten vermindern. Engmaschige klinische Überwachung und Laborkontrollen in Bezug auf eine Verminderung des immun-suppressiven Effekts der Mycophenolsäure werden während einer gleichzeitigen Behandlung mit Antiinfektiva empfohlen.
    • Beeinflussung von Laboruntersuchungen
      • Metronidazol beeinflusst Messungen von Triglyceriden, Glucose, LDH, GOT und GPT.
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Metronidazol AL® 400 kann das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn und im Zusammenwirken mit Alkohol.
  • Überdosierung
    • Symptome einer Überdosierung
      • Nach Einmaldosen von bis zu 15 g Metronidazol in suizidaler Absicht wurden Übelkeit, Erbrechen, Hyperreflexie, Ataxie, Tachykardie, Atemnot und Desorientierung beobachtet. Todesfälle sind nicht beschrieben.
    • Therapie einer Überdosierung
      • Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.
      • Bei symptomatischer Therapie ist mit vollständiger Rückbildung der Beschwerden nach wenigen Tagen zu rechnen.