MIDAZOLAM 1mg/1ml B. Braun Mini-Pl.connect Amp.
B. Braun Melsungen AG
Wirkstoff: Midazolam →
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| KTP | 20X5 ML | 50,61 € |
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Indikation
- kurz wirksames Sedativum mit folgenden Indikationen
- Erwachsene
- Analgosedierung (bei erhaltenem Bewusstsein) vor und während diagnostischer Verfahren oder therapeutischer Eingriffe mit oder ohne Lokalanästhesie
- Allgemeinanästhesie
- Prämedikation vor Einleitung einer Allgemeinanästhesie
- Einleitung einer Allgemeinanästhesie
- als sedierende Komponente bei Kombinationsnarkosen
- Sedierung auf der Intensivstation
- Kinder
- Analgosedierung (bei erhaltenem Bewusstsein) vor und während diagnostischer Verfahren oder therapeutischer Eingriffe mit oder ohne Lokalanästhesie
- Allgemeinanästhesie
- Prämedikation vor Einleitung einer Allgemeinanästhesie
- Sedierung auf der Intensivstation
- Erwachsene
Dosierung
Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 1 mg Midazolam
- Analgosedierung vor und während diagnostischer Verfahren oder therapeutischer Eingriffe; Prämedikation vor Einleitung einer Allgemeinanästhesie; Einleitung einer Allgemeinanästhesie; sedierende Komponente bei Kombinationsnarkosen; Sedierung auf der Intensivstation
- Dosistitration zum Erreichen des gewünschten Sedierungsgrades entsprechend dem klin. Bedarf, körperlichem Zustand, Alter und Begleitmedikation
- Erwachsene (> 60 Jahre); geschwächte oder chronisch kranke Patienten; Kinder
- vorsichtig dosieren unter Berücksichtigung der individuellen Risikofaktoren
- Analgosedierung
- Dosis individuell anpassen und titrieren
- keine rasche Applikation oder Verabreichung einer einzigen Bolusinjektion
- Beginn der Sedierung kann individuell unterschiedlich sein, abhängig
- vom körperlichen Zustand des Patienten
- von den Dosierungsumständen (Verabreichungsgeschwindigkeit, Dosismenge)
- Verabreichung weiterer Dosen, wenn erforderlich, individuell nach Bedarf
- Wirkungseintritt ca. 2 Min. nach Injektion
- max. Wirkung nach ca. 5 - 10 Min.
- Midazolam ist langsam mit einer Injektionsgeschwindigkeit von ca. 1 mg in 30 Sek. i.v. zu injizieren
- Erwachsene (< 60 Jahre)
- Initialdosis: 2 - 2,5 mg Midazolam i.v. 5 - 10 Min. vor Beginn des Eingriffs/Verfahrens
- Applikationsgeschwindigkeit: 1 mg Midazolam / 30 Sekunden
- Nachdosierung, nach Bedarf, mit 1 mg Midazolam i.v.
- Gesamtdosis: 3,5 - 7,5 mg Midazolam i.v.
- Gesamtdosis > 5 mg Midazolam meist nicht erforderlich
- Erwachsene (>/= 60 Jahre); geschwächte oder chronisch kranke Patienten
- Anfangsdosis: 0,5 - 1 mg Midazolam i.v. 5 - 10 Min. vor Beginn des Eingriffs/Verfahrens
- Nachdosierung, nach Bedarf, mit 0,5 - 1 mg Midazolam i.v.
- max. Wirkung tritt möglicherweise nicht so schnell ein, daher zusätzliches Midazolam sehr langsam und sorgfältig titrieren
- Gesamtdosis: 3,5 mg Midazolam i.v.
- Gesamtdosis > 3,5 mg meist nicht erforderlich
- Kinder und Jugendliche
- i.v. Verabreichung
- Dosis ist langsam bis zur Erreichung der erwünschten klin. Wirkung titrieren
- initiale Dosis über 2 - 3 Min. verabreichen
- Wartezeit von 2 - 5 Min. (ausreichende Einschätzung der sedierenden Wirkung vor Einleitung eines Eingriffs oder einer weiteren Dosisgabe)
- weitere Sedierung, falls erforderlich, in kleinen Dosisschritten bis zum Erreichen der entsprechenden Sedierungstiefe
- bei Säuglingen und Kleinkindern < 5 Jahre
- ggf. wesentlich höhere Dosis (mg/kg KG) als bei älteren Kindern und Erwachsenen erforderlich
- 12 - 16 Jahre: Dosierung siehe Erwachsene
- 6 - 12 Jahre
- Anfangsdosis: 0,025 - 0,05 mg Midazolam / kg KG über 2 - 3 Min.
- max. Gesamtdosis: 0,4 mg Midazolam / kg KG bzw. 10 mg Midazolam (höhere Dosen gehen mit längerer Sedierung und einem Hypoventilationsrisiko einher)
- 6 Monate - 5 Jahre
- Initialdosis: 0,05 - 0,1 mg Midazolam / kg KG über 2 - 3 Min.
- zur Erreichung der gewünschten Wirkung ggf. Gesamtdosis bis zu 0,6 mg / kg KG erforderlich
- max. Gesamtdosis jedoch 6 mg (höhere Dosen gehen mit längerer Sedierung und einem Hypoventilationsrisiko einher)
- < 6 Monate
- Anwendung nicht empfohlen (bes. Anfälligkeit für Atemwegsobstruktion und Hypoventilation)
- rektale Verabreichung
- > 6 Monate: 0,3 - 0,5 mg Midazolam / kg KG
- < 6 Monate: Anwendung nicht empfohlen (begrenzte Daten)
- i.m. Verabreichung
- 1 - 15 Jahre
- nur in Ausnahmefällen (schmerzhafte Applikation, rektale Applikation bevorzugen)
- übliche Dosierung: 0,05 - 0,15 mg Midazolam / kg KG
- Gesamtdosis > 10,0 mg meist nicht erforderlich
- 1 - 15 Jahre
- Kinder < 15 kg KG
- Verwendung von Midazolamlösungen mit einer Konzentration > 1 mg / ml nicht empfohlen
- höhere Konzentrationen auf 1 mg / ml verdünnen
- i.v. Verabreichung
- Allgemeinanästhesie
- Prämedikation
- Prämedikation mit Midazolam kurz vor einem Eingriff bewirkt eine Sedierung (Schläfrigkeit bzw. Benommenheit und Angstlösung), Muskelentspannung und anterograde Amnesie
- Kombination mit Anticholinergika möglich
- i.v. oder tief i.m. in einen großen Muskel 20 bis 60 Min. vor Narkoseeinleitung injizieren oder bei Kindern vorzugsweise rektal anwenden
- entsprechende Beobachtung des Patienten nach Verabreichung der Prämedikation obligatorisch (interindividuelles Ansprechen unterschiedlich und Überdosierungssymptome möglich)
- Erwachsene < 60 Jahre, mit einem ASA-Status von I & II
- i.v. 1 - 2 mg Midazolam (bei Bedarf wiederholte Gabe)
- oder: 0,07 - 0,1 mg Midazolam / kg KG i.m. tief in einen großen Muskel, 20 - 60 Min. vor Einleitung der Narkose
- Erwachsene (>/= 60 Jahre); geschwächte oder chronisch kranke Patienten
- Dosisreduktion und individuelle Anpassung
- empfohlene Dosis: 0,5 mg Midazolam i.v., nach Bedarf langsam auftitrieren
- oder: 0,025 - 0,05 mg Midazolam / kg KG i.m. tief in einen großen Muskel, 20 - 60 Min. vor Einleitung der Narkose
- übliche Dosis: 2 - 3 mg
- bei gleichzeitiger Verabreichung von Anästhetika Midazolamdosis reduzieren
- Kinder und Jugendliche
- rektale Applikation
- > 6 Monate: 0,3 - 0,5 mg Midazolam / kg KG, 15 - 30 Min. vor Narkoseeinleitung
- < 6 Monate: Anwendung nicht empfohlen (begrenzte Daten)
- i.m. Applikation
- nur in Ausnahmefällen (schmerzhafte Applikation, rektale Applikation bevorzugen)
- 1 - 15 Jahre
- 0,08 - 0,2 mg Midazolam / kg KG
- in Bezug auf das Körpergewicht proportional höhere Dosen erforderlich als bei Erwachsenen
- Kinder < 15 kg KG
- Verwendung von Midazolamlösungen mit einer Konzentration > 1 mg / ml nicht empfohlen
- höhere Konzentrationen auf 1 mg / ml verdünnen
- < 6 Monate: Anwendung nicht empfohlen (begrenzte Daten)
- rektale Applikation
- Einleitung der Allgemeinanästhesie
- individuelles Ansprechen unterschiedlich; je nach Alter und klinischem Zustand des Patienten
- Anwendung vor oder in Kombination mit anderen intravenösen oder Inhalationsanästhetika
- Initialdosis jeder Substanz deutlich reduzieren, in bestimmten Fällen bis auf 25 % der üblichen Initialdosis
- schrittweise Dosiserhöhung bis zur gewünschten Narkosetiefe
- Verabreichung der Einleitungsdosis von Midazolam langsam und schrittweise
- max. 5 mg Midazolam über 20 - 30 Sek.
- Wartezeit zwischen den einzelnen Dosisschritten: 2 Min.
- Erwachsene (< 60 Jahre)
- mit Prämedikation: i.A. 0,15 - 0,2 mg Midazolam / kg KG i.v. ausreichend
- ohne Prämedikation: ggf. höhere Dosis von 0,3 - 0,35 mg Midazolam / kg KG i.v. erforderlich
- bei Bedarf bis zur vollständigen Narkoseeinleitung Schritte von ca. 25 % der Initialdosis oder alternativ Inhalationsanästhetika erforderlich
- bei sehr schlechtem Ansprechen: bis zu 0,6 mg Midazolam / kg KG i.v.
- bei derartig hohen Dosen aber ggf. verlängerte Aufwachdauer
- Erwachsene (> 60 Jahre); geschwächte oder chronisch kranke Patienten
- mit Prämedikation
- Dosis muss deutlich herabgesetzt werden, z.B. bis auf 0,05 - 0,15 mg Midazolam / kg KG i.v. über 20 - 30 Sek.
- bis zum Wirkungseintritt: ca. 2 Min.
- ohne Prämedikation: ggf. höhere Dosis von 0,15 - 0,3 mg Midazolam / kg KG i.v. erforderlich
- ohne Prämedikation mit schweren systemischen Erkrankungen oder sonstige Risikopatienten: i.A. Initialdosis von 0,15 - 0,25 mg Midazolam / kg KG i.v. ausreichend
- mit Prämedikation
- Anwendung vor oder in Kombination mit anderen intravenösen oder Inhalationsanästhetika
- individuelles Ansprechen unterschiedlich; je nach Alter und klinischem Zustand des Patienten
- sedierende Komponente bei Kombinationsnarkose
- Erwachsene (< 60 Jahre)
- 0,03 - 0,1 mg Midazolam / kg KG intermittierend langsam i.v. Bolusgabe
- alternativ kontinuierliche Dauerinfusion: 0,03 - 0,1 mg Midazolam / kg KG / h in Kombination mit Analgetika
- Dosis und die Dosierungsintervalle abhängig vom Ansprechen des Patienten
- Erwachsene (> 60 Jahre); geschwächte oder chronisch kranke Patienten
- niedrigere Erhaltungsdosen erforderlich
- Erwachsene (< 60 Jahre)
- Sedierung auf der Intensivstation (ITS)
- gewünschte Sedierungstiefe wird durch schrittweise Titration von Midazolam mit anschließender kontinuierlicher Infusion oder intermittierende Bolusgabe erreicht, je nach klin. Bedarf, Alter und Begleitmedikation
- Erwachsene
- Initialdosis
- 0,03 - 0,3 mg Midazolam i.v. / kg KG langsam, schrittweise
- Dosierschritte: 1 - 2,5 mg Midazolam über 20 - 30 Sek.
- 2 Min. Wartezeit zwischen den einzelnen Dosisschritten
- Hypovolämie; Vasokonstriktion; Hypothermie: Initialdosis reduzieren oder ganz auslassen
- gleichzeitige Anwendung mit stark wirksamen Analgetika: diese zuerst verabreichen (um sichere Titration von Midazolam zur Erzielung einer sedativen Wirkung nach Wirkungseintritt von ggf. sedativ wirksamen Analgetika zu ermöglichen)
- i.v. Erhaltungsdosis
- 0,03 - 0,2 mg Midazolam / kg KG / h
- Hypovolämie; Vasokonstriktion; Hypothermie: Erhaltungsdosis reduzieren
- Sedierungstiefe in regelmäßigen Abständen kontrollieren
- Langzeit-Sedierung evtl. Toleranzentwicklung möglich und ggf. Dosiserhöhung erforderlich
- Initialdosis
- Kinder
- Kinder (> 6 Monate)
- intubierte und ventilierte Kinder
- initial: 0,05 - 0,2 mg Midazolam / kg KG langsam i.v. über mind. 2 - 3 Min.
- darf nicht als schnelle intravenöse Injektion verabreicht werden
- anschließend 0,06 - 0,12 mg Midazolam / kg KG / Stunde (1 - 2 µg Midazolam / kg KG / Min.) als Dauerinfusion i.v.
- initial: 0,05 - 0,2 mg Midazolam / kg KG langsam i.v. über mind. 2 - 3 Min.
- Erhöhung oder Verringerung der Infusionsgeschwindigkeit falls erforderlich (i.d.R. um 25 % der initialen oder anschließenden Infusionsgeschwindigkeit)
- alternativ zur Erhöhung oder Aufrechterhaltung des gewünschten Effekts: zusätzliche i.v. Gabe von Midazolam
- eingeschränkte hämodynamische Funktion
- Anhebung der üblichen Bolusdosis in kleinen Schritten
- Patienten auf hämodynamische Instabilitäten wie z.B. Hypotonie überwachen
- sorgfältige Überwachung der Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung (Patienten sind auch anfällig für die atemdepressive Wirkung von Midazolam)
- intubierte und ventilierte Kinder
- Neugeborene und Kinder (< 6 Monate)
- Gestationsalter </= 32 Wochen: Initialdosis 0,03 mg Midazolam / kg KG / h (0,5 µg Midazolam / kg KG / Min.) als Dauerinfusion i.v.
- Gestationsalter > 32 Wochen: Initialdosis 0,06 mg Midazolam / kg KG / Stunde (1 µg Midazolam / kg KG / Min.) als Dauerinfusion i.v.
- Frühgeborene, Neugeborene und Kindern (</= 6 Monate)
- i.v. Initialdosis nicht empfohlen
- zum Erreichen des therapeutischen Plasmaspiegels vorzugsweise Erhöhung der Infusionsgeschwindigkeit in den ersten Stunden
- häufige und sorgfältige Kontrolle der Infusionsgeschwindigkeit, v.a. in der ersten 24 Stunden (Veranbreichung der niedrigsten potentiell wirksamen Dosis, Risikoverringerung Arzneimittelkumulation)
- sorgfältige Überwachung der Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung
- Frühgeborene, Neugeborenen und Kinder (< 15 kg KG)
- max. Konzentration: 1 mg Midazolam / ml Infusionslösung
- ggf. höhere Konzentrationen verdünnen
- Kinder (> 6 Monate)
- Prämedikation
Dosisanpassung
- Nierenfunktionsstörungen
- Midazolam kann stärkere und länger anhaltende Sedierung einschließlich klinisch relevanter Atem- und kardiovaskulärer Depression hervorrufen
- folglich mit Bedacht dosieren und bis zur gewünschten Wirkung auftitrieren
- Leberfunktionsstörungen
- verringerte Clearance von Midazolam i.v. und nachfolgender Anstieg der terminalen Halbwertszeit
- stärkere und länger anhaltende klin. Wirkungen möglich
- erforderliche Midazolamdosis ggf. verringert und angemessene Überwachung der Vitalzeichen erforderlich
- besondere Vorsicht erforderlich (Benzodiazepine können bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion eine Enzephalopathie auslösen oder verstärken)
- verringerte Clearance von Midazolam i.v. und nachfolgender Anstieg der terminalen Halbwertszeit
- Kinder und Jugendliche, vor allem solche mit kardiovaskulärer Instabilität
- besondere Vorsicht erforderlich (ggf. niedrigere Dosen erforderlich und kontinuierliche Überwachung auf Anzeichen von veränderten Vitalfunktionen)
Kontraindikationen
Midazolam - rektal
- bekannte Überempfindlichkeit gegen Midazolam oder Benzodiazepine
- Analgosedierung bei Patienten mit
- schwerer Ateminsuffizienz
- akuter Atemdepression
Therapiehinweise
Ausschleichend dosieren.
Nebenwirkungen
Midazolam - rektal
Nach Injektion von Midazolam wurde über das Auftreten der folgenden Nebenwirkungen berichtet:
- Erkrankungen des Immunsystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- Überempfindlichkeit
- Angioödem
- anaphylaktischer Schock
- generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen
- Hautreaktionen
- kardiovaskuläre Reaktionen
- Bronchospasmus
- ohne Häufigkeitsangabe
- Psychiatrische Erkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Verwirrtheitszustände
- Desorientierung
- Gefühls- und Stimmungsstörungen
- Veränderungen der Libido
- Paradoxe Reaktionen*
- Agitiertheit*
- Feindseligkeit*
- Ärger/Wut*
- Aggressionen*
- Erregung*
- körperliche Arzneimittelabhängigkeit
- Angst
- Entzugserscheinungen
- Arzneimittelmissbrauch
- Halluzinationen
- euphorische Stimmung
- Albträume
- abnormale Träume
- Psychosen
- unangemessenes Verhalten und andere nachteilige Verhaltenseffekte
- paroxysmale Erregung
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Nervensystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- unwillkürliche Bewegungen einschließlich
- tonisch/klonischer Bewegungen
- Muskeltremor*
- Hyperaktivität*
- Sedierung (verlängert und postoperativ)
- herabgesetzte Aufmerksamkeit
- Schläfrigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Ataxie
- anterograde Amnesie**, deren Dauer direkt dosisabhängig ist
- bei Frühgeborenen und Neugeborenen wurden Krämpfe berichtet
- Entzugskrämpfe
- unwillkürliche Bewegungen einschließlich
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herzerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herzstillstand
- Bradykardie
- Kounis-Syndrom (insbesondere nach parenteraler Anwendung)
- ohne Häufigkeitsangabe
- Gefässerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hypotonie
- Vasodilatation
- Thrombophlebitis
- Thrombose
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- ohne Häufigkeitsangabe
- schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen
- Atemdepression
- Apnoe
- Atemstillstand
- Dyspnoe
- Laryngospasmus
- Schluckauf
- Auftretens lebensbedrohlicher Ereignisse ist bei Personen über 60 Jahren und bei Patienten mit vorbestehender Ateminsuffizienz oder kardialen Funktionsstörungen erhöht, vor allem bei zu rascher Injektion oder hoher Dosis
- schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- ohne Häufigkeitsangabe
- Übelkeit
- Erbrechen
- Obstipation
- Mundtrockenheit
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hautausschlag
- Urtikaria
- Pruritus
- ohne Häufigkeitsangabe
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- ohne Häufigkeitsangabe
- Müdigkeit
- Erythem
- Schmerzen an der Injektionsstelle
- ohne Häufigkeitsangabe
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Stürze
- Knochenbrüche***
- ohne Häufigkeitsangabe
- Soziale Umstände
- ohne Häufigkeitsangabe
- Tätlichkeiten*
- ohne Häufigkeitsangabe
Legende
- * diese paradoxen Nebenwirkungen wurden vor allem bei Kindern und älteren Patienten berichtet
- ** die anterograde Amnesie kann auch am Ende der Behandlung noch vorhanden sein und in seltenen Fällen wurde verlängerte Amnesie berichtet
- Abhängigkeit: Die Anwendung von Midazolam kann - sogar in therapeutischer Dosierung - zur Entwicklung körperlicher Abhängigkeit führen
- es wurden Fälle von Arzneimittelmissbrauch gemeldet
- *** das Risiko von Stürzen und Knochenbrüchen ist bei Patienten, die gleichzeitig sedierende Arzneimittel oder Alkohol einnehmen, und bei älteren Menschen erhöht
Anwendungshinweise
- Erwachsene
- Injektionslösung zur i.v. Injektion oder i.v. Dauerinfusion (nach Verdünnung), oder zur i.m. Injektion
- Kinder
- Injektionslösung zur i.v. Injektion oder i.v. Dauerinfusion (nach Verdünnung), zur rektalen Applikation oder zur i.m. Injektion (nur in Ausnahmefällen)
- rektale Verabreichung
- Plastikapplikator wird verwendet, der am Ende der Spritze aufgesetzt wird
- bei zu kleinem Verabreichungsvolumen mit Wasser bis zu einem Gesamtvolumen von 10 ml auffüllen
- Gesamtdosis ist auf einmal zu verabreichen und wiederholte rektale Verabreichung ist zu vermeiden
- weitere Hinweise s. Fachinformation!
Stillzeithinweise
Midazolam - rektal
- nach einer Midazolamgabe sollten stillende Frauen ihre Kinder 24 Stunden lang nicht stillen
- Midazolam geht in geringen Mengen in die Muttermilch über
Schwangerschaftshinweise
Midazolam - rektal
- Anwendung während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation
- von der Anwendung bei Kaiserschnitten ist abzuraten
- Erkenntnislage für eine Beurteilung der Sicherheit einer Anwendung von Midazolam in der Schwangerschaft reicht momentan nicht aus
- 1. Trimenon
- es wird angenommen, dass mit der Anwendung von Benzodiazepinen im ersten Schwangerschaftstrimenon ein erhöhtes Risiko für angeborene Missbildungen assoziiert ist
- 1./2. Trimenon
- es liegen keine Informationen zur Einnahme von Midazolam während der ersten beiden Schwangerschaftstrimester vor
- 3. Trimenon/Geburt
- Anwendung von hoch dosiertem Midazolam im letzten Trimenon, während der Geburt oder bei Gabe zur Narkoseeinleitung bei Kaiserschnitt hat zu Nebenwirkungen bei Mutter und Fötus geführt wie
- Aspirationsgefahr bei der Mutter
- Unregelmäßigkeiten der embryonalen Herzfrequenz
- Hypotonie
- Saugschwäche
- Hypothermie
- Atemdepression beim Neugeborenen
- Säuglinge, deren Mütter während der letzten Schwangerschaftsphase längerfristig mit Benzodiazepinen behandelt wurden, können eine körperliche Abhängigkeit entwickeln und daher dem Risiko von Entzugserscheinungen nach der Geburt ausgesetzt sein
- geburtsnahe Eingriffe
- Risiko für das Neugeborene durch eine Midazolamgabe sollte berücksichtigt werden
- Anwendung von hoch dosiertem Midazolam im letzten Trimenon, während der Geburt oder bei Gabe zur Narkoseeinleitung bei Kaiserschnitt hat zu Nebenwirkungen bei Mutter und Fötus geführt wie
- tierexperimentelle Studien
- haben sich keine Hinweise auf teratogene Wirkungen ergeben, aber wie bei anderen Benzodiazepinen wurde Embryotoxizität beobachtet
- Fetotoxizität wurde allerdings wie bei anderen Benzodiazepinen beobachtet
- Fertilität
- es liegen keine Daten vor
Warnhinweise
Midazolam - rektal
die folgenden Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen basieren auf Informationen/Angaben zur invasiven, intramuskulären und rektalen Anwendung Midazolam-haltiger Produkte
- Midazolam darf nur von erfahrenen Ärzten verabreicht werden, die auch über eine vollständige Einrichtung zur Überwachung und Unterstützung der Atem- und Herzkreislauf-Funktion verfügen, und von Personen, die besonders in der Erkennung und Behandlung von erwarteten unerwünschten Ereignissen einschließlich respiratorischer und kardialer Reanimation geschult wurden
- schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen wurden gemeldet, u. a.
- Atemdepression
- Apnoe
- Atemstillstand
- und/oder Herzstillstand
- Wahrscheinlichkeit des Eintretens solcher lebensbedrohlichen Ereignisse ist höher, wenn die Verabreichung zu rasch erfolgt oder eine hohe Dosis verabreicht wird
- besondere Vorsicht ist geboten bei der Anwendung als Analgosedierung bei Patienten mit beeinträchtigter Atemfunktion
- Einsatz von Benzodiazepinen als Primärtherapie für psychotische Erkrankungen wird nicht empfohlen
- bei Anwendung von Midazolam zur Prämedikation muss der Patient nach Gabe des Arzneimittels entsprechend beobachtet werden, da die Empfindlichkeit einzelner Patienten unterschiedlich ist und Symptome einer Überdosierung auftreten können
- besondere Vorsicht ist bei der Gabe von Midazolam bei Risikopatienten geboten mit
- Alter > 60 Jahre
- reduziertem Allgemeinzustand oder chronischer Erkrankung, z. B.
- chronischer Ateminsuffizienz
- chronischer Niereninsuffizienz
- Leberfunktionsstörungen
- Benzodiazepine können bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung eine Enzephalopathie auslösen oder verstärken
- Herzinsuffizienz /kardiale Funktionsstörungen
- Kinder, vor allem Kinder mit Kreislaufschwäche/kardiovaskulärer Instabilität
- Dosierung bei diesen Risikopatienten muss niedriger sein, außerdem müssen sie ständig auf frühe Anzeichen von Änderungen der Vitalfunktionen überwacht werden
- Myasthenia gravis
- wie bei allen Substanzen mit zentraldämpfenden und/oder muskelrelaxierenden Eigenschaften ist besondere Vorsicht geboten, wenn Midazolam bei Patienten mit Myasthenia gravis angewendet werden so
- Gewöhnung
- es liegen Berichte über einen gewissen Wirksamkeitsverlust vor, wenn Midazolam zur Langzeitsedierung auf Intensivstationen verabreicht wurde
- Abhängigkeit
- wenn Midazolam zur Langzeitsedierung auf einer Intensivstation angewendet wird, so ist an die mögliche Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit von Midazolam zu denken
- Abhängigkeitsrisiko
- steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung
- es ist außerdem bei Patienten mit Alkohol- und/oder Drogenabusus in der Anamnese höher
- Entzugserscheinungen
- bei längerfristiger Behandlung mit Midazolam auf der Intensivstation kann sich eine körperliche Abhängigkeit entwickeln
- deshalb führt ein plötzliches Absetzen der Behandlung zu Entzugserscheinungen
- allmähliches Ausschleichen des Arzneimittels empfohlen
- deshalb führt ein plötzliches Absetzen der Behandlung zu Entzugserscheinungen
- folgende Symptome können dann auftreten
- Kopfschmerzen
- Diarrhö
- Muskelschmerzen
- extreme Angstzustände
- Spannung
- Ruhelosigkeit
- Verwirrtheit
- Reizbarkeit
- Schlafstörungen
- Stimmungsschwankungen
- Halluzinationen
- Krämpfe
- in schweren Fällen können folgende Symptome auftreten
- Depersonalisation
- Taubheit und Kribbeln der Extremitäten
- Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Körperkontakt
- bei längerfristiger Behandlung mit Midazolam auf der Intensivstation kann sich eine körperliche Abhängigkeit entwickeln
- Amnesie
- Therapeutische Dosen können - mit steigendem Risiko bei höherer Dosis - eine anterograde Amnesie auslösen (häufig ist dies sogar sehr erwünscht, z. B. vor und während operativer und diagnostischer Eingriffe), deren Dauer direkt proportional zur verabreichten Dosis ist
- bei ambulanten Patienten, die nach einem Eingriff entlassen werden sollen, kann eine länger anhaltende Amnesie problematisch sein
- nach parenteraler Gabe von Midazolam sollten die Patienten deshalb nur in Begleitung aus dem Krankenhaus oder der ärztlichen Praxis entlassen werden
- paradoxe Reaktionen möglich wie z.B.
- Ruhelosigkeit
- Agitiertheit
- Reizbarkeit
- unwillkürliche Bewegungen (einschließlich tonischer/klonischer Krämpfe und Muskeltremor)
- Hyperaktivität
- Feindseligkeit
- Wahn
- Ärger
- Aggressivität
- Angstzustände
- Albträume
- Halluzinationen
- Psychosen
- unangemessenes Verhalten und andere Verhaltensstörungen
- paroxysmale Erregung
- Tätlichkeiten
- diese Reaktionen können unter hohen Dosen und/oder bei rascher Injektion auftreten
- höchste Inzidenz dieser Reaktionen wurde bei Kindern und älteren Menschen beobachtet
- wenn dies der Fall ist, sollte ein Abbruch der Anwendung erwogen werden
- veränderte Ausscheidung von Midazolam
- kann bei Patienten verändert sein, die CYP3A4- hemmende oder -induzierende Arzneimittel erhalten
- entsprechende Anpassung der Midazolam-Dosis kann erforderlich sein
- verzögerte Midazolam-Ausscheidung bei Patienten
- mit Leberfunktionsstörungen
- mit niedrigem Herzminutenvolumen
- bei Neugeborenen
- Kinder allgemein
- rektale Resorptionsgeschwindigkeit bei Kindern ist ähnlich der bei Erwachsenen, aber die Bioverfügbarkeit ist geringer (5 - 18 %)
- Früh- und Neugeborene
- Elimination von Midazolam kann verändert sein, weshalb die Midazolamdosis gegebenenfalls entsprechend anzupassen ist
- Eliminationshalbwertszeit beträgt im Durchschnitt 6 - 12 Stunden, vermutlich aufgrund der Unreife der Leber, und die Clearance ist reduziert
- Elimination von Midazolam kann verändert sein, weshalb die Midazolamdosis gegebenenfalls entsprechend anzupassen ist
- Kinder 3- 10 Jahre
- Eliminationshalbwertszeit nach rektaler Verabreichung
- ist im Vergleich zu Erwachsenen bei Kindern im Alter von 3 - 10 Jahren kürzer (1 - 1,5 Stunden)
- Unterschied deckt sich mit der erhöhten metabolischen Clearance bei Kindern
- Eliminationshalbwertszeit nach rektaler Verabreichung
- Kinder allgemein
- kann bei Patienten verändert sein, die CYP3A4- hemmende oder -induzierende Arzneimittel erhalten
- Schlafapnoe
- Midazolam-Ampullen müssen bei Patienten mit Schlafapnoe mit äußerster Vorsicht angewendet werden
- Patienten müssen engmaschig überwacht werden
- Anwendung bei Kindern unter 6 Monaten
- Früh- und Neugeborene
- aufgrund eines erhöhten Apnoerisikos ist äußerste Vorsicht geboten, wenn Frühgeborene oder ehemals Frühgeborene ohne Intubation sediert werden sollen
- in diesen Fällen ist eine sorgfältige Überwachung von Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung erforderlich
- bei Neugeborenen ist eine rasche Injektionsgeschwindigkeit zu vermeiden
- Organfunktionen von Neugeborenen sind reduziert bzw. nicht ausgereift, außerdem sind diese Kinder anfällig für die ausgeprägten und nachhaltigen Atemwegseffekte von Midazolam
- bei Kindern mit Herzkreislaufschwäche wurden unerwünschte hämodynamische Wirkungen beobachtet
- Kinder unter 6 Monaten sind besonders anfällig für Atemwegsobstruktion und Hypoventilation
- deshalb ist es in diesen Fällen unbedingt erforderlich, dass die Dosiserhöhung in kleinen Schritten bis zum Eintreten der klinischen Wirkung erfolgt und Atemfrequenz sowie Sauerstoffsättigung sorgfältig überwacht werden
- in dieser Altersgruppe ist Midazolam nur für die Sedierung auf der Intensivstation angezeigt
- Dosiserhöhung bis zur klinischen Wirkung muss daher in kleinen Schritten erfolgen, und es ist eine sorgfältige Überwachung von Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung erforderlich siehe oben
- Früh- und Neugeborene
- gleichzeitige Anwendung von Alkohol oder zentraldämpfenden Arzneimitteln
- gleichzeitige Anwendung ist zu vermeiden
- kann die klinischen Wirkungen von Midazolam verstärken und möglicherweise zu schwerer Sedierung bis hin zu Koma oder Tod oder zu klinisch relevanter Atemdepression führen, siehe Rubrik Interaktionen
- aufgrund dieser Risiken ist die gemeinsame Verordnung sedierender Arzneimittel, z. B. Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln wie Midazolam, nur bei den Patienten angebracht, für die keine geeigneten alternativen Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen
- wird die Entscheidung für eine gemeinsame Verordnung von Midazolam und einem Opioid getroffen, sind die niedrigsten wirksamen Dosen und eine kürzest mögliche Dauer der gleichzeitigen Anwendung zu wählen
- Patienten sind engmaschig in Hinblick auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung zu überwachen
- Patienten und deren Betreuer auf diese Symptome hinweisen
- Alkohol- oder Drogenabusus in der Anamnese
- Midazolam ist wie andere Benzodiazepine bei Patienten mit bekanntem Alkohol- oder Drogenabusus zu vermeiden
- Entlassungskriterien
- nach der Anwendung von Midazolam sollten die Patienten das Krankenhaus oder die Arztpraxis erst verlassen, wenn dies vom behandelnden Arzt empfohlen und der Patient von einem Pfleger/einer Pflegerin begleitet wird
- es wird angeraten, den Patienten nach der Entlassung nach Hause zu begleiten