MIDAZOLAM PANPHARMA 5 mg /ml Injektionslösung

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 5X10 ML 42,72 €
N3 10X1 ML 22,19 €
N3 10X3 ML 32,67 €

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene

  • Analgosedierung vor und während diagnostischer oder therapeutischer Eingriffe mit oder ohne Lokalanästhetika
  • Narkose
    • Prämedikation vor Narkoseeinleitung
    • Narkoseeinleitung
    • sedierende Komponente einer Kombinationsnarkose
  • Sedierung auf der Intensivstation

Kinder

  • Analgosedierung vor und während diagnostischer oder therapeutischer Eingriffe mit oder ohne Lokalanästhetika
  • Narkose
    • Prämedikation vor Narkoseeinleitung
  • Sedierung auf der Intensivstation

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 5 mg Midazolam.

  • Analgosedierung vor und während diagnostischer oder therapeutischer Eingriffe; Prämedikation vor Narkoseeinleitung; Narkoseeinleitung; sedierende Komponente einer Kombinationsnarkose; Sedierung auf der Intensivstation
    • Dosistitration zum Erreichen des gewünschten Sedierungsgrades entsprechend den klin. Bedürfnissen, dem Allgemeinzustand, Alter und der Begleitmedikation des Patienten
    • Erwachse (> 60 Jahre); reduzierter Allgemeinzustand oder chronische Erkrankung; Kinder
      • vorsichtig dosieren unter Berücksichtigung der individuellen Risikofaktoren
    • Analgosedierung
      • individuell und langsam einschleichend dosieren
      • keine rasche Applikation oder Verabreichung einer einzigen Bolusinjektion
      • Verabreichung weiterer Dosen, wenn erforderlich, individuell nach Bedarf
      • Wirkungseintritt ca. 2 Min. nach Injektion
      • max. Wirkung nach ca. 5 - 10 Min.
      • Erwachsene (< 60 Jahre)
        • Anfangsdosis: 2 - 2,5 mg Midazolam i.v. 5 - 10 Min. vor Beginn des Eingriffs
        • Applikationsgeschwindigkeit: 1 mg Midazolam / 30 Sekunden
        • Nachdosierung, nach Bedarf, mit 1 mg Midazolam i.v.
        • max. Gesamtdosis: 3,5 - 7,5 mg Midazolam i.v.
        • Gesamtdosis > 5 mg Midazolam normalerweise nicht erforderlich
      • Erwachsene (>= 60 Jahre); reduzierter Allgemeinzustand oder chronische Erkrankung
        • Anfangsdosis: 0,5 - 1 mg Midazolam i.v. 5 - 10 Min. vor Beginn des Eingriffs
        • Nachdosierung nur sehr langsam und sorgfältig (max. Wirksamkeit möglicherweise nicht so schnell erreicht), nach Bedarf, mit 0,5 - 1 mg Midazolam i.v.
        • max. Gesamtdosis: 3,5 mg Midazolam i.v.
      • Kinder
        • i.v. Applikation
          • langsame Dosissteigerung bis zum Eintreten der gewünschten klin. Wirkung
          • nach Anfangsdosis Wartezeit von 2 - 5 Min. (ausreichende Einschätzung der sedierenden Wirkung vor Einleitung eines Eingriffs oder einer weiteren Dosisgabe)
          • weitere Sedierung, falls erforderlich, in kleinen Dosisschritten bis zum Erreichen des gewünschten Sedierungsgrades
          • > max. Gesamtdosis: möglicherweise verlängerte Sedierung und Risiko einer Hypoventilation
          • 12 - 16 Jahre: Dosierung wie Erwachsene
          • 6 - 12 Jahre
            • Anfangsdosis: 0,025 - 0,05 mg Midazolam / kg KG über 2 - 3 Min.
            • max. Gesamtdosis: 0,4 mg Midazolam / kg KG bzw. 10 mg Midazolam
          • 6 Monate - 5 Jahre
            • Anfangsdosis: 0,05 - 0,1 mg Midazolam / kg KG über 2 - 3 Min.
            • max. Gesamtdosis : 0,6 mg Midazolam / kg KG bzw. 6 mg Midazolam
          • < 6 Monate
            • Anwendung nicht empfohlen (bes. Anfälligkeit für Atemwegsobstruktion und Hypoventilation)
        • rektale Applikation
          • > 6 Monate: 0,3 - 0,5 mg Midazolam / kg KG
          • < 6 Monate: Anwendung nicht empfohlen (mangelnde Erfahrung)
        • i.m. Applikation
          • nur in Ausnahmefällen (schmerzhafte Applikation, rektale Applikation bevorzugen)
          • 1 - 15 Jahre: 0,05 - 0,15 mg Midazolam / kg KG
          • Gesamtdosis > 10 mg normalerweise nicht erforderlich
    • Narkose
      • Prämedikation (präoperative Sedierung und Abschwächung des Erinnerungsvermögens an präoperative Ereignisse)
        • gleichzeitige Gabe von Midazolam und Anticholinergika möglich
        • engmaschige und kontinuierliche Beobachtung der Patienten (unterschiedliche Empfindlichkeit einzelner Patienten; mögliche Symptome einer Überdosierung beachten)
        • Dosisreduktion bei gleichzeitiger Verabreichung von Opioiden
        • Erwachsene (< 60 Jahre)
          • i.v. Applikation: 1 - 2 mg Midazolam, ggf. Dosiswiederholung
          • i.m. Applikation: 0,07 - 0,1 mg Midazolam / kg KG tief in eine große Muskelmasse 20 - 60 Min. vor Einleitung der Narkose
        • Erwachsene (>= 60 Jahre); reduzierter Allgemeinzustand oder chronische Erkrankung
          • i.v. Applikation
            • Anfangsdosis: 0,5 mg Midazolam, ggf. einschleichend dosiert
          • i.m. Applikation
            • 0,025 - 0,05 mg Midazolam / kg KG tief in eine große Muskelmasse 20 - 60 Min. vor Einleitung der Narkose
        • Kinder
          • Neugeborene und Kinder (<= 6 Monate)
            • Anwendung nicht empfohlen (mangelnde Erfahrung)
          • rektale Applikation
            • > 6 Monate: 0,3 - 0,5 mg Midazolam / kg KG als Einmaldosis 15 - 30 Min. vor Einleitung der Narkose
          • i.m. Applikation (nur in Ausnahmefällen; schmerzhaft für Patienten)
            • 1 - 15 Jahre: 0,08 - 0,2 mg Midazolam / kg KG
      • Narkoseeinleitung
        • Dosissteigerung bis zur gewünschten Wirkung/ Narkosegrad je nach Alter und klin. Zustand
        • allmähliche und schrittweise i.v. Applikation: max. 5 mg Midazolam über 20 - 30 Sekunden mit Intervall von 2 Min. zwischen einzelnen Dosisschritten
        • bei Verabreichung vor oder zusammen mit anderen i.v. oder Inhalationsanästhetika: deutliche Dosisreduktion der Anfangsdosis der einzelnen Mittel, in best. Fällen bis auf 25 % der üblichen Anfangsdosis
        • Erwachsene (< 60 Jahre)
          • mit Prämedikation: 0,15 - 0,2 mg Midazolam / kg KG i.v.
          • ohne Prämedikation: 0,3 - 0,35 mg Midazolam / kg KG i.v.
            • falls zum Abschließen der Narkoseeinleitung notwendig, einzelne Dosisschritte mit ca. 25 % der Anfangsdosis des Patienten möglich (alternativ Abschluss der Narkoseeinleitung mit Inhalationsanästhetika)
            • Dosissteigerung, bei Nichtansprechen, bis 0,6 mg Midazolam / kg KG (verlängerte Aufwachphase möglich)
        • Erwachsene (> 60 Jahre); reduzierter Allgemeinzustand oder chronische Erkrankung
          • mit Prämedikation: 0,05 - 0,15 mg Midazolam / kg KG i.v. über 20 - 30 Sekunden (bis Wirkungseintritt können 2 Min. vergehen)
          • ohne Prämedikation: 0,15 - 0,3 mg Midazolam / kg KG i.v.
        • schwere systemische Erkrankungen; andere Schwächezustände
          • ohne Prämedikation: 0,15 - 0,25 mg Midazolam / kg KG
      • sedative Komponente einer Kombinationsnarkose
        • Verabreichung i.d.R. zusammen mit Analgetika
        • Erwachsene (< 60 Jahre)
          • intermittierende Dosierung: 0,03 - 0,1 mg Midazolam / kg KG oder
          • als Dauerinfusion: 0,03 - 0,1 mg Midazolam / kg KG / Stunde
        • Erwachsene (>= 60 Jahre); reduzierter Allgemeinzustand oder chronische Erkrankung: Dosisreduktion
    • Sedierung auf der Intensivstation
      • schrittweise Dosiserhöhung mit nachfolgender Dauerinfusion oder intermittierender Bolusgabe abhängig von klin. Bedürfnissen sowie dem körperlichen Zustand, Alter und der Begleitmedikation des Patienten
      • Erwachsene
        • Bolusdosis
          • 0,03 - 0,3 mg Midazolam / kg KG langsam i.v. mit 1 - 2,5 mg Midazolam / 20 - 30 Sek. mit Intervall von 2 Min. zwischen einzelnen Dosisschritten
          • Hypovolämie; Vasokonstriktion; Hypothermie
            • Bolusdosis reduzieren oder ganz auslassen
          • bei Anwendung zusammen mit stark wirksamen Analgetika, diese zuerst verabreichen
        • Erhaltungsdosis
          • 0,03 - 0,2 mg Midazolam / kg KG / Stunde i.v.
          • Hypovolämie; Vasokonstriktion; Hypothermie
            • Erhaltungsdosis reduzieren
          • Sedierungsgrad regelmäßig beurteilen (bei langfristiger Sedierung Gewöhnung möglich; ggf. Dosiserhöhung notwendig)
      • Neugeborene und Kinder (<= 6 Monate)
        • Anwendung als Dauerinfusion; i.v. Bolusgaben nicht empfohlen; zum Erreichen therapeutischer Plasmaspiegel vorzugsweise Infusionsgeschwindigkeit in den ersten Stunden erhöhen
        • Infusionsgeschwindigkeit - v.a. nach den ersten 24 Stunden - wiederholt und sorgfältig engmaschig beurteilen (Verabreichung der niedrigsten wirksamen Dosis; verringerte Möglichkeit einer Anreicherung des Arzneimittels)
        • Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung sorgfältig überwachen
        • Neugeborene mit Gestationsalter < 32 Wochen
          • Anfangsdosis: 0,03 mg Midazolam / kg KG / Stunde i.v. (0,5 µg Midazolam / kg KG / Min.)
        • Neugeborene mit Gestationsalter > 32 Wochen und Kinder (<= 6 Monate)
          • Anfangsdosis: 0,06 mg Midazolam / kg KG / Stunde i.v. (1 µg Midazolam / kg KG / Min.)
      • Kinder (> 6 Monate)
        • Bolusdosis: 0,05 - 0,2 mg Midazolam / kg KG langsam i.v. über mind. 2 - 3 Min.
        • Erhaltungsdosis
          • 0,06 - 0,12 mg Midazolam / kg KG i.v. (1 - 2 µg Midazolam / kg KG / Min.)
          • Infusionsgeschwindigkeit ggf. erhöhen oder verringern (i.d.R. um 1/4 der anfänglichen oder darauf folgenden Infusionsgeschwindigkeit)
        • kreislaufgeschwächte Patienten
          • übliche Bolusdosis in kleinen Schritten anheben
          • Patient auf hämodynamische Instabilitäten wie z.B. Hypotonie überwachen
          • sorgfältige Überwachung von Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung (atemdepressive Wirkungen!)

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Kreatinin-Clearance < 10 ml / Min.
      • Pharmakokinetik von ungebundenem Midazolam nach einer einfachen i.v.-Dosis vergleichbar mit derjenigen gesunder Freiwilligen
      • beträchtliche Erhöhung der mittleren Dauer der sedierenden Wirkung nach längerer Infusion bei Patienten auf Intensivstation (höchstwahrscheinlich Akkumulation von z-Hydroxy-Midazolam)
    • schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min.)
      • Narkoseeinleitung: keine speziellen Daten vorhanden
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • stärkere und länger anhaltende Wirkungen möglich (Dosisreduktion und entsprechende Überwachung der Vitalparameter)
    • verringerte Clearance von Midazolam i.v. und nachfolgender Anstieg der Eliminations-Halbwertszeit

Kontraindikationen

Midazolam - rektal
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Midazolam oder Benzodiazepine
  • Analgosedierung bei Patienten mit
    • schwerer Ateminsuffizienz
    • akuter Atemdepression

Therapiehinweise

Ausschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Midazolam - rektal

Nach Injektion von Midazolam wurde über das Auftreten der folgenden Nebenwirkungen berichtet:

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeit
      • Angioödem
      • anaphylaktischer Schock
      • generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen
        • Hautreaktionen
        • kardiovaskuläre Reaktionen
        • Bronchospasmus
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verwirrtheitszustände
      • Desorientierung
      • Gefühls- und Stimmungsstörungen
      • Veränderungen der Libido
      • Paradoxe Reaktionen*
      • Agitiertheit*
      • Feindseligkeit*
      • Ärger/Wut*
      • Aggressionen*
      • Erregung*
      • körperliche Arzneimittelabhängigkeit
      • Angst
      • Entzugserscheinungen
      • Arzneimittelmissbrauch
      • Halluzinationen
      • euphorische Stimmung
      • Albträume
      • abnormale Träume
      • Psychosen
      • unangemessenes Verhalten und andere nachteilige Verhaltenseffekte
      • paroxysmale Erregung
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • unwillkürliche Bewegungen einschließlich
        • tonisch/klonischer Bewegungen
      • Muskeltremor*
      • Hyperaktivität*
      • Sedierung (verlängert und postoperativ)
      • herabgesetzte Aufmerksamkeit
      • Schläfrigkeit
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
      • Ataxie
      • anterograde Amnesie**, deren Dauer direkt dosisabhängig ist
      • bei Frühgeborenen und Neugeborenen wurden Krämpfe berichtet
      • Entzugskrämpfe
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzstillstand
      • Bradykardie
      • Kounis-Syndrom (insbesondere nach parenteraler Anwendung)
  • Gefässerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypotonie
      • Vasodilatation
      • Thrombophlebitis
      • Thrombose
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen
        • Atemdepression
        • Apnoe
        • Atemstillstand
        • Dyspnoe
        • Laryngospasmus
        • Schluckauf
        • Auftretens lebensbedrohlicher Ereignisse ist bei Personen über 60 Jahren und bei Patienten mit vorbestehender Ateminsuffizienz oder kardialen Funktionsstörungen erhöht, vor allem bei zu rascher Injektion oder hoher Dosis
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Obstipation
      • Mundtrockenheit
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hautausschlag
      • Urtikaria
      • Pruritus
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Müdigkeit
      • Erythem
      • Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stürze
      • Knochenbrüche***
  • Soziale Umstände
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Tätlichkeiten*

Legende

  • * diese paradoxen Nebenwirkungen wurden vor allem bei Kindern und älteren Patienten berichtet
  • ** die anterograde Amnesie kann auch am Ende der Behandlung noch vorhanden sein und in seltenen Fällen wurde verlängerte Amnesie berichtet
    • Abhängigkeit: Die Anwendung von Midazolam kann - sogar in therapeutischer Dosierung - zur Entwicklung körperlicher Abhängigkeit führen
    • es wurden Fälle von Arzneimittelmissbrauch gemeldet
  • *** das Risiko von Stürzen und Knochenbrüchen ist bei Patienten, die gleichzeitig sedierende Arzneimittel oder Alkohol einnehmen, und bei älteren Menschen erhöht

Anwendungshinweise

  • Anwendung nur unter Bereitstellung alters- und körpergrößengerechter Reanimationseinrichtungen
  • Injektionslösung zur i.m. Injektion, i.v. Injektion oder i.v. Dauerinfusion (nach Verdünnung)
  • Kinder
    • Injektionslösung zur i.m. Injektion (nur in Ausnahmefällen), i.v. Injektion oder i.v. Dauerinfusion (nach Verdünnung) oder rektalen Applikation

Zubereitung

  • für einen einzelnen Patienten vorgesehen
  • nach Anbruch sofort verwenden
  • nur eine klare Lösung, frei von Partikeln, verwenden
  • nicht verwendete Lösung verwerfen
  • zur Verdünnung geeignete Infusionslösung
    • 0,9 %ige Natriumchloridlösung
  • < 15 kg KG: max. Konzentration: 1 mg Midazolam / ml; höhere Konzentrationen ggf. verdünnen
  • rektale Applikation
    • Applikation mit einem am Ende der Spritze befestigten Kunststoffapplikator durchführen
    • falls applizierendes Volumen zu gering: Lösung ggf. mit Wasser bis 10 ml auffüllen
    • Applikation der gesamten Dosis wird auf 1mal, mehrfache rektale Gaben vermeiden

Aufbewahrungsempfehlungen und Aufbruchfristen (nach Verdünnung)

  • chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung für 24 Stunden bei 20 °C und Abwesenheit von Licht nachgewiesen
  • gebrauchsfertige Zubereitung aus mikrobiologischer Sicht sofort verwenden; wird diese nicht sofort verwendet, ist Anwender für Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich

Inkompatibilitäten

  • nicht mit anderen außer unter "Zubereitung" aufgeführten Arzneimitteln mischen

Stillzeithinweise

Midazolam - rektal
  • nach einer Midazolamgabe sollten stillende Frauen ihre Kinder 24 Stunden lang nicht stillen
  • Midazolam geht in geringen Mengen in die Muttermilch über

Schwangerschaftshinweise

Midazolam - rektal
  • Anwendung während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation
    • von der Anwendung bei Kaiserschnitten ist abzuraten
  • Erkenntnislage für eine Beurteilung der Sicherheit einer Anwendung von Midazolam in der Schwangerschaft reicht momentan nicht aus
  • 1. Trimenon
    • es wird angenommen, dass mit der Anwendung von Benzodiazepinen im ersten Schwangerschaftstrimenon ein erhöhtes Risiko für angeborene Missbildungen assoziiert ist
  • 1./2. Trimenon
    • es liegen keine Informationen zur Einnahme von Midazolam während der ersten beiden Schwangerschaftstrimester vor
  • 3. Trimenon/Geburt
    • Anwendung von hoch dosiertem Midazolam im letzten Trimenon, während der Geburt oder bei Gabe zur Narkoseeinleitung bei Kaiserschnitt hat zu Nebenwirkungen bei Mutter und Fötus geführt wie
      • Aspirationsgefahr bei der Mutter
      • Unregelmäßigkeiten der embryonalen Herzfrequenz
      • Hypotonie
      • Saugschwäche
      • Hypothermie
      • Atemdepression beim Neugeborenen
    • Säuglinge, deren Mütter während der letzten Schwangerschaftsphase längerfristig mit Benzodiazepinen behandelt wurden, können eine körperliche Abhängigkeit entwickeln und daher dem Risiko von Entzugserscheinungen nach der Geburt ausgesetzt sein
    • geburtsnahe Eingriffe
      • Risiko für das Neugeborene durch eine Midazolamgabe sollte berücksichtigt werden
  • tierexperimentelle Studien
    • haben sich keine Hinweise auf teratogene Wirkungen ergeben, aber wie bei anderen Benzodiazepinen wurde Embryotoxizität beobachtet
    • Fetotoxizität wurde allerdings wie bei anderen Benzodiazepinen beobachtet
  • Fertilität
    • es liegen keine Daten vor

Warnhinweise

Midazolam - rektal

die folgenden Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen basieren auf Informationen/Angaben zur invasiven, intramuskulären und rektalen Anwendung Midazolam-haltiger Produkte

  • Midazolam darf nur von erfahrenen Ärzten verabreicht werden, die auch über eine vollständige Einrichtung zur Überwachung und Unterstützung der Atem- und Herzkreislauf-Funktion verfügen, und von Personen, die besonders in der Erkennung und Behandlung von erwarteten unerwünschten Ereignissen einschließlich respiratorischer und kardialer Reanimation geschult wurden
  • schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen wurden gemeldet, u. a.
    • Atemdepression
    • Apnoe
    • Atemstillstand
    • und/oder Herzstillstand
      • Wahrscheinlichkeit des Eintretens solcher lebensbedrohlichen Ereignisse ist höher, wenn die Verabreichung zu rasch erfolgt oder eine hohe Dosis verabreicht wird
    • besondere Vorsicht ist geboten bei der Anwendung als Analgosedierung bei Patienten mit beeinträchtigter Atemfunktion
  • Einsatz von Benzodiazepinen als Primärtherapie für psychotische Erkrankungen wird nicht empfohlen
  • bei Anwendung von Midazolam zur Prämedikation muss der Patient nach Gabe des Arzneimittels entsprechend beobachtet werden, da die Empfindlichkeit einzelner Patienten unterschiedlich ist und Symptome einer Überdosierung auftreten können
  • besondere Vorsicht ist bei der Gabe von Midazolam bei Risikopatienten geboten mit
    • Alter > 60 Jahre
    • reduziertem Allgemeinzustand oder chronischer Erkrankung, z. B.
      • chronischer Ateminsuffizienz
      • chronischer Niereninsuffizienz
      • Leberfunktionsstörungen
        • Benzodiazepine können bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung eine Enzephalopathie auslösen oder verstärken
    • Herzinsuffizienz /kardiale Funktionsstörungen
    • Kinder, vor allem Kinder mit Kreislaufschwäche/kardiovaskulärer Instabilität
    • Dosierung bei diesen Risikopatienten muss niedriger sein, außerdem müssen sie ständig auf frühe Anzeichen von Änderungen der Vitalfunktionen überwacht werden
  • Myasthenia gravis
    • wie bei allen Substanzen mit zentraldämpfenden und/oder muskelrelaxierenden Eigenschaften ist besondere Vorsicht geboten, wenn Midazolam bei Patienten mit Myasthenia gravis angewendet werden so
  • Gewöhnung
    • es liegen Berichte über einen gewissen Wirksamkeitsverlust vor, wenn Midazolam zur Langzeitsedierung auf Intensivstationen verabreicht wurde
  • Abhängigkeit
    • wenn Midazolam zur Langzeitsedierung auf einer Intensivstation angewendet wird, so ist an die mögliche Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit von Midazolam zu denken
    • Abhängigkeitsrisiko
      • steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung
      • es ist außerdem bei Patienten mit Alkohol- und/oder Drogenabusus in der Anamnese höher
  • Entzugserscheinungen
    • bei längerfristiger Behandlung mit Midazolam auf der Intensivstation kann sich eine körperliche Abhängigkeit entwickeln
      • deshalb führt ein plötzliches Absetzen der Behandlung zu Entzugserscheinungen
        • allmähliches Ausschleichen des Arzneimittels empfohlen
    • folgende Symptome können dann auftreten
      • Kopfschmerzen
      • Diarrhö
      • Muskelschmerzen
      • extreme Angstzustände
      • Spannung
      • Ruhelosigkeit
      • Verwirrtheit
      • Reizbarkeit
      • Schlafstörungen
      • Stimmungsschwankungen
      • Halluzinationen
      • Krämpfe
    • in schweren Fällen können folgende Symptome auftreten
      • Depersonalisation
      • Taubheit und Kribbeln der Extremitäten
      • Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Körperkontakt
  • Amnesie
    • Therapeutische Dosen können - mit steigendem Risiko bei höherer Dosis - eine anterograde Amnesie auslösen (häufig ist dies sogar sehr erwünscht, z. B. vor und während operativer und diagnostischer Eingriffe), deren Dauer direkt proportional zur verabreichten Dosis ist
    • bei ambulanten Patienten, die nach einem Eingriff entlassen werden sollen, kann eine länger anhaltende Amnesie problematisch sein
    • nach parenteraler Gabe von Midazolam sollten die Patienten deshalb nur in Begleitung aus dem Krankenhaus oder der ärztlichen Praxis entlassen werden
  • paradoxe Reaktionen möglich wie z.B.
    • Ruhelosigkeit
    • Agitiertheit
    • Reizbarkeit
    • unwillkürliche Bewegungen (einschließlich tonischer/klonischer Krämpfe und Muskeltremor)
    • Hyperaktivität
    • Feindseligkeit
    • Wahn
    • Ärger
    • Aggressivität
    • Angstzustände
    • Albträume
    • Halluzinationen
    • Psychosen
    • unangemessenes Verhalten und andere Verhaltensstörungen
    • paroxysmale Erregung
    • Tätlichkeiten
      • diese Reaktionen können unter hohen Dosen und/oder bei rascher Injektion auftreten
      • höchste Inzidenz dieser Reaktionen wurde bei Kindern und älteren Menschen beobachtet
        • wenn dies der Fall ist, sollte ein Abbruch der Anwendung erwogen werden
  • veränderte Ausscheidung von Midazolam
    • kann bei Patienten verändert sein, die CYP3A4- hemmende oder -induzierende Arzneimittel erhalten
      • entsprechende Anpassung der Midazolam-Dosis kann erforderlich sein
    • verzögerte Midazolam-Ausscheidung bei Patienten
      • mit Leberfunktionsstörungen
      • mit niedrigem Herzminutenvolumen
      • bei Neugeborenen
        • Kinder allgemein
          • rektale Resorptionsgeschwindigkeit bei Kindern ist ähnlich der bei Erwachsenen, aber die Bioverfügbarkeit ist geringer (5 - 18 %)
        • Früh- und Neugeborene
          • Elimination von Midazolam kann verändert sein, weshalb die Midazolamdosis gegebenenfalls entsprechend anzupassen ist
            • Eliminationshalbwertszeit beträgt im Durchschnitt 6 - 12 Stunden, vermutlich aufgrund der Unreife der Leber, und die Clearance ist reduziert
        • Kinder 3- 10 Jahre
          • Eliminationshalbwertszeit nach rektaler Verabreichung
            • ist im Vergleich zu Erwachsenen bei Kindern im Alter von 3 - 10 Jahren kürzer (1 - 1,5 Stunden)
            • Unterschied deckt sich mit der erhöhten metabolischen Clearance bei Kindern
  • Schlafapnoe
    • Midazolam-Ampullen müssen bei Patienten mit Schlafapnoe mit äußerster Vorsicht angewendet werden
    • Patienten müssen engmaschig überwacht werden
  • Anwendung bei Kindern unter 6 Monaten
    • Früh- und Neugeborene
      • aufgrund eines erhöhten Apnoerisikos ist äußerste Vorsicht geboten, wenn Frühgeborene oder ehemals Frühgeborene ohne Intubation sediert werden sollen
      • in diesen Fällen ist eine sorgfältige Überwachung von Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung erforderlich
      • bei Neugeborenen ist eine rasche Injektionsgeschwindigkeit zu vermeiden
      • Organfunktionen von Neugeborenen sind reduziert bzw. nicht ausgereift, außerdem sind diese Kinder anfällig für die ausgeprägten und nachhaltigen Atemwegseffekte von Midazolam
      • bei Kindern mit Herzkreislaufschwäche wurden unerwünschte hämodynamische Wirkungen beobachtet
    • Kinder unter 6 Monaten sind besonders anfällig für Atemwegsobstruktion und Hypoventilation
      • deshalb ist es in diesen Fällen unbedingt erforderlich, dass die Dosiserhöhung in kleinen Schritten bis zum Eintreten der klinischen Wirkung erfolgt und Atemfrequenz sowie Sauerstoffsättigung sorgfältig überwacht werden
      • in dieser Altersgruppe ist Midazolam nur für die Sedierung auf der Intensivstation angezeigt
      • Dosiserhöhung bis zur klinischen Wirkung muss daher in kleinen Schritten erfolgen, und es ist eine sorgfältige Überwachung von Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung erforderlich siehe oben
  • gleichzeitige Anwendung von Alkohol oder zentraldämpfenden Arzneimitteln
    • gleichzeitige Anwendung ist zu vermeiden
    • kann die klinischen Wirkungen von Midazolam verstärken und möglicherweise zu schwerer Sedierung bis hin zu Koma oder Tod oder zu klinisch relevanter Atemdepression führen, siehe Rubrik Interaktionen
      • aufgrund dieser Risiken ist die gemeinsame Verordnung sedierender Arzneimittel, z. B. Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln wie Midazolam, nur bei den Patienten angebracht, für die keine geeigneten alternativen Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen
      • wird die Entscheidung für eine gemeinsame Verordnung von Midazolam und einem Opioid getroffen, sind die niedrigsten wirksamen Dosen und eine kürzest mögliche Dauer der gleichzeitigen Anwendung zu wählen
      • Patienten sind engmaschig in Hinblick auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung zu überwachen
      • Patienten und deren Betreuer auf diese Symptome hinweisen
  • Alkohol- oder Drogenabusus in der Anamnese
    • Midazolam ist wie andere Benzodiazepine bei Patienten mit bekanntem Alkohol- oder Drogenabusus zu vermeiden
  • Entlassungskriterien
    • nach der Anwendung von Midazolam sollten die Patienten das Krankenhaus oder die Arztpraxis erst verlassen, wenn dies vom behandelnden Arzt empfohlen und der Patient von einem Pfleger/einer Pflegerin begleitet wird
    • es wird angeraten, den Patienten nach der Entlassung nach Hause zu begleiten