Midazolam PUREN 2mg/ml 100mg Inj/Inf o.Rekt.Lsg.DF
PUREN Pharma GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Midazolam →
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 50 ML | 25,00 € |
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Jetzt KI fragenFachinformationen
Indikation
Erwachsene
- Analgosedierung vor und während diagnostischer oder therapeutischer Eingriffe mit oder ohne Lokalanästhetika
- Narkose
- Prämedikation vor Narkoseeinleitung
- Narkoseeinleitung
- sedierende Komponente einer Kombinationsnarkose
- Sedierung auf der Intensivstation
Kinder
- Analgosedierung vor und während diagnostischer oder therapeutischer Eingriffe mit oder ohne Lokalanästhetika
- Narkose
- Prämedikation vor Narkoseeinleitung
- Sedierung auf der Intensivstation
Dosierung
Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 2 mg Midazolam
- Analgosedierung vor und während diagnostischer oder therapeutischer Eingriffe; Prämedikation vor Narkoseeinleitung; Narkoseeinleitung; sedierende Komponente einer Kombinationsnarkose; Sedierung auf der Intensivstation
- Dosistitration zum Erreichen des gewünschten Sedierungsgrades entsprechend den klin. Bedürfnissen, dem Allgemeinzustand, Alter und der Begleitmedikation des Patienten
- Analgosedierung
- individuell und langsam einschleichend dosieren
- keine rasche Applikation oder Verabreichung einer einzigen Bolusinjektion
- Verabreichung weiterer Dosen, wenn erforderlich, individuell nach Bedarf
- Wirkungseintritt ca. 2 Min. nach Injektion
- max. Wirkung nach ca. 5 - 10 Min.
- Erwachsene (< 60 Jahre)
- Anfangsdosis: 2 - 2,5 mg Midazolam i.v. 5 - 10 Min. vor Beginn des Eingriffs
- Applikationsgeschwindigkeit: 1 mg Midazolam / 30 Sekunden
- Nachdosierung, nach Bedarf, mit 1 mg Midazolam i.v.
- max. Gesamtdosis: 3,5 - 7,5 mg Midazolam i.v.
- Gesamtdosis > 5 mg Midazolam normalerweise nicht erforderlich
- Erwachsene (>/= 60 Jahre); reduzierter Allgemeinzustand oder chronische Erkrankung
- Anfangsdosis: 0,5 - 1 mg Midazolam i.v. 5 - 10 Min. vor Beginn des Eingriffs
- Nachdosierung, nach Bedarf, mit 0,5 - 1 mg Midazolam i.v.
- max. Gesamtdosis: 3,5 mg Midazolam i.v.
- bei gleichzeitiger Verabreichung von Narkosemitteln muss die Midazolam-Dosis reduziert werden
- in der Regel beträgt die Dosis 2 - 3 mg
- Kinder
- i.v. Applikation
- langsame Dosissteigerung bis zum Eintreten der gewünschten klin. Wirkung
- nach Anfangsdosis Wartezeit von 2 - 5 Min. (ausreichende Einschätzung der sedierenden Wirkung vor Einleitung eines Eingriffs oder einer weiteren Dosisgabe)
- weitere Sedierung, falls erforderlich, in kleinen Dosisschritten bis zum Erreichen des gewünschten Sedierungsgrades
- 12 - 16 Jahre: Dosierung wie Erwachsene
- 6 - 12 Jahre
- Anfangsdosis: 0,025 - 0,05 mg Midazolam / kg KG über 2 - 3 Min.
- max. Gesamtdosis: 0,4 mg Midazolam / kg KG bzw. 10 mg Midazolam
- höheren Dosierungen können die Sedierung verlängern und das Risiko einer Hypoventilation bedingen
- > 6 Monate - < 5 Jahre
- Anfangsdosis: 0,05 - 0,1 mg Midazolam / kg KG über 2 - 3 Min.
- max. Gesamtdosis : 0,6 mg Midazolam / kg KG bzw. 6 mg Midazolam
- höheren Dosierungen können die Sedierung verlängern und das Risiko einer Hypoventilation bedingen
- < 6 Monate
- Anwendung nicht empfohlen (bes. Anfälligkeit für Atemwegsobstruktion und Hypoventilation)
- rektale Applikation
- > 6 Monate: 0,3 - 0,5 mg Midazolam / kg KG
- < 6 Monate: Anwendung nicht empfohlen (mangelnde Erfahrung)
- i.m. Applikation
- nur in Ausnahmefällen (schmerzhafte Applikation, rektale Applikation bevorzugen)
- 1 - 15 Jahre: 0,05 - 0,15 mg Midazolam / kg KG
- Gesamtdosis > 10 mg normalerweise nicht erforderlich
- i.v. Applikation
- Narkose
- Prämedikation (präoperative Sedierung und Abschwächung des Erinnerungsvermögens an präoperative Ereignisse)
- gleichzeitige Gabe von Midazolam und Anticholinergika möglich
- in diesem Fall ist Midazolam i.m. oder i.v. (in eine große Muskelmasse, 20 - 60 Min. vor Einleitung der Narkose) bzw. bei Kindern vorzugsweise rektal (s. u.) zu verabreichen
- engmaschige und kontinuierliche Beobachtung der Patienten (unterschiedliche Empfindlichkeit einzelner Patienten; mögliche Symptome einer Überdosierung beachten)
- präoperative Sedierung und zur Abschwächung des Erinnerungsvermögens an präoperative Ereignisse wird für körperlich stabile Erwachsene (ASA I/II) < 60 Jahre
- i.v.:
- 1 - 2 mg i. v., nach Bedarf wiederholt
- i.m.:
- 0,07 - 0,1 mg Midazolam / kg KG i.m. tief in eine große Muskelmasse 20 - 60 Min. vor Einleitung der Narkose
- i.v.:
- Erwachsene (>= 60 Jahre); reduzierter Allgemeinzustand oder chronische Erkrankung
- i.v.:
- initial: 0.5 mg i.v.
- falls erforderlich einschleichende Dosierung
- i.m.:
- 0,025 - 0,05 mg Midazolam / kg KG i.m. tief in eine große Muskelmasse 20 - 60 Min. vor Einleitung der Narkose
- i.v.:
- Kinder
- Neugeborene und Kinder (<= 6 Monate)
- Anwendung nicht empfohlen (mangelnde Erfahrung)
- rektale Applikation
- > 6 Monate: 0,3 - 0,5 mg Midazolam / kg KG als Einmaldosis 15 - 30 Min. vor Einleitung der Narkose
- i.m. Applikation (nur in Ausnahmefällen; schmerzhaft für Patienten)
- 1 - 15 Jahre: 0,08 - 0,2 mg Midazolam / kg KG
- Neugeborene und Kinder (<= 6 Monate)
- Narkoseeinleitung
- Dosissteigerung bis zur gewünschten Wirkung/ Narkosegrad je nach Alter und klin. Zustand
- Soll die Narkose mit Midazolam vor oder zusammen mit der Gabe von anderen intravenösen oder Inhalationsanästhetika eingeleitet werden, so ist die Anfangsdosis der einzelnen Mittel deutlich zu reduzieren, inbestimmten Fällen bis auf 25 % der üblichen Anfangsdosis der einzelnen Mittel
- der gewünschte Sedierungsgrad wird durch eine schrittweise Dosiserhöhung erreicht
- die i. v.-Einleitungsdosis Midazolam sollte allmählich und schrittweise verabreicht werden
- jeder Dosisschritt max. 5 mg Midazolam über 20 - 30 Sekunden mit Intervall von 2 Min. zwischen einzelnen Dosisschritten
- Erwachsene (< 60 Jahre)
- mit Prämedikation: 0,15 - 0,2 mg Midazolam / kg KG i.v.
- ohne Prämedikation: 0,3 - 0,35 mg Midazolam / kg KG i.v.
- falls zum Abschließen der Narkoseeinleitung notwendig, einzelne Dosisschritte mit ca. 25 % der Anfangsdosis des Patienten möglich (alternativ Abschluss der Narkoseeinleitung mit Inhalationsanästhetika)
- Dosissteigerung, bei Nichtansprechen, bis 0,6 mg Midazolam / kg KG (verlängerte Aufwachphase möglich)
- Erwachsene (> 60 Jahre); reduzierter Allgemeinzustand oder chronische Erkrankung
- mit Prämedikation: 0,1 - 0,2 mg Midazolam / kg KG i.v. über 20 - 30 Sekunden (bis Wirkungseintritt können 2 Min. vergehen)
- ohne Prämedikation: 0,15 - 0,3 mg Midazolam / kg KG i.v.
- schwere systemische Erkrankungen; andere Schwächezustände
- ohne Prämedikation: 0,15 - 0,25 mg Midazolam / kg KG
- Prämedikation (präoperative Sedierung und Abschwächung des Erinnerungsvermögens an präoperative Ereignisse)
- sedative Komponente einer Kombinationsnarkose
- Verabreichung i.d.R. zusammen mit Analgetika
- Erwachsene (< 60 Jahre)
- intermittierende Dosierung: 0,03 - 0,1 mg Midazolam / kg KG i.v. oder
- als i.v.- Dauerinfusion: 0,03 - 0,1 mg Midazolam / kg KG / Stunde
- Erwachsene (>/= 60 Jahre); reduzierter Allgemeinzustand oder chronische Erkrankung:
- Dosisreduktion
- Sedierung auf der Intensivstation
- schrittweise Dosiserhöhung mit nachfolgender Dauerinfusion oder intermittierender Bolusgabe
- abhängig von klin. Bedürfnissen sowie dem körperlichen Zustand, Alter und der Begleitmedikation des Patienten
- Erwachsene
- i.v.-Bolusdosis
- 0,03 - 0,3 mg Midazolam / kg KG langsam i.v.
- jeder Dosisschritt von 1 - 2,5 mg Midazolam / 20 - 30 Sek. mit Intervall von 2 Min. zwischen einzelnen Dosisschritten
- Hypovolämie; Vasokonstriktion; Hypothermie
- Bolusdosis reduzieren oder ganz auslassen
- bei Anwendung zusammen mit stark wirksamen Analgetika, diese zuerst verabreichen
- 0,03 - 0,3 mg Midazolam / kg KG langsam i.v.
- i.v.-Erhaltungsdosis
- 0,03 - 0,2 mg Midazolam / kg KG / Stunde i.v.
- Hypovolämie; Vasokonstriktion; Hypothermie
- Erhaltungsdosis reduzieren
- Sedierungsgrad regelmäßig beurteilen (bei langfristiger Sedierung Gewöhnung möglich; ggf. Dosiserhöhung notwendig)
- i.v.-Bolusdosis
- Neugeborene und Kinder (</= 6 Monate)
- Anwendung als Dauerinfusion; i.v. Bolusgaben nicht empfohlen; zum Erreichen therapeutischer Plasmaspiegel vorzugsweise Infusionsgeschwindigkeit in den ersten Stunden erhöhen
- Infusionsgeschwindigkeit - v.a. nach den ersten 24 Stunden - wiederholt und sorgfältig engmaschig beurteilen (Verabreichung der niedrigsten wirksamen Dosis; verringerte Möglichkeit einer Anreicherung des Arzneimittels)
- Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung sorgfältig überwachen
- Neugeborene mit Gestationsalter < 32 Wochen
- Anfangsdosis: 0,03 mg Midazolam / kg KG / Stunde i.v. (0,5 µg Midazolam / kg KG / Min.)
- Neugeborene mit Gestationsalter > 32 Wochen und Kinder (<= 6 Monate)
- Anfangsdosis: 0,06 mg Midazolam / kg KG / Stunde i.v. (1 µg Midazolam / kg KG / Min.)
- Kinder (> 6 Monate)
- Bolusdosis: 0,05 - 0,2 mg Midazolam / kg KG langsam i.v. über mind. 2 - 3 Min.
- Erhaltungsdosis
- 0,06 - 0,12 mg Midazolam / kg KG i.v. (1 - 2 µg Midazolam / kg KG / Min.)
- Infusionsgeschwindigkeit ggf. erhöhen oder verringern (i.d.R. um 1/4 der anfänglichen oder darauf folgenden Infusionsgeschwindigkeit)
- kreislaufgeschwächte Patienten
- übliche Bolusdosis in kleinen Schritten anheben
- Patient auf hämodynamische Instabilitäten wie z.B. Hypotonie überwachen
- sorgfältige Überwachung von Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung (atemdepressive Wirkungen!)
Dosisanpassung
- Patienten >/= 60 Jahre, Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand oder chronischer Erkrankung und bei Kinder
- Dosisfestlegung vorsichtig und unter Berücksichtigung der Risikofaktoren für den einzelnen Patienten
- Niereninsuffizienz:
- schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min)
- Midazolam kann mit einer stärkeren und längeren Sedierung, einschließlich möglicherweise klinisch relevanter Atem- und Herz-Kreislauf-Depression, assoziiert sein
- sorgfältige Dosistitration auf die gewünschte Wirkung
- Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml / Min)
- Pharmakokinetik von ungebundenem Midazolam nach einer i.v. Einzeldosis vergleichbar mit der von gesunden Freiwilligen
- nach längerer Infusion bei Patienten auf der Intensivstation war die mittlere Dauer der sedierenden Wirkung bei der Patientengruppe mit Niereninsuffizienz jedoch beträchtlich höher, vermutlich aufgrund der Akkumulation von 1'-Hydroxymidazolamglucuronid
- schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min)
- Leberinsuffizienz
- Leberinsuffizienz reduziert die Clearance von Midazolam i. v. mit einem anschließenden Anstieg der terminalen Halbwertszeit
- klinische Wirkungen können bei Patienten mit Leberfunktionsstörung stärker sein und länger anhalten
- ggf. Dosisreduktion und Überwachung der Vitalparameter
Kontraindikationen
Midazolam - rektal
- bekannte Überempfindlichkeit gegen Midazolam oder Benzodiazepine
- Analgosedierung bei Patienten mit
- schwerer Ateminsuffizienz
- akuter Atemdepression
Therapiehinweise
Ausschleichend dosieren.
Nebenwirkungen
Midazolam - rektal
Nach Injektion von Midazolam wurde über das Auftreten der folgenden Nebenwirkungen berichtet:
- Erkrankungen des Immunsystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- Überempfindlichkeit
- Angioödem
- anaphylaktischer Schock
- generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen
- Hautreaktionen
- kardiovaskuläre Reaktionen
- Bronchospasmus
- ohne Häufigkeitsangabe
- Psychiatrische Erkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Verwirrtheitszustände
- Desorientierung
- Gefühls- und Stimmungsstörungen
- Veränderungen der Libido
- Paradoxe Reaktionen*
- Agitiertheit*
- Feindseligkeit*
- Ärger/Wut*
- Aggressionen*
- Erregung*
- körperliche Arzneimittelabhängigkeit
- Angst
- Entzugserscheinungen
- Arzneimittelmissbrauch
- Halluzinationen
- euphorische Stimmung
- Albträume
- abnormale Träume
- Psychosen
- unangemessenes Verhalten und andere nachteilige Verhaltenseffekte
- paroxysmale Erregung
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Nervensystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- unwillkürliche Bewegungen einschließlich
- tonisch/klonischer Bewegungen
- Muskeltremor*
- Hyperaktivität*
- Sedierung (verlängert und postoperativ)
- herabgesetzte Aufmerksamkeit
- Schläfrigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Ataxie
- anterograde Amnesie**, deren Dauer direkt dosisabhängig ist
- bei Frühgeborenen und Neugeborenen wurden Krämpfe berichtet
- Entzugskrämpfe
- unwillkürliche Bewegungen einschließlich
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herzerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herzstillstand
- Bradykardie
- Kounis-Syndrom (insbesondere nach parenteraler Anwendung)
- ohne Häufigkeitsangabe
- Gefässerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hypotonie
- Vasodilatation
- Thrombophlebitis
- Thrombose
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- ohne Häufigkeitsangabe
- schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen
- Atemdepression
- Apnoe
- Atemstillstand
- Dyspnoe
- Laryngospasmus
- Schluckauf
- Auftretens lebensbedrohlicher Ereignisse ist bei Personen über 60 Jahren und bei Patienten mit vorbestehender Ateminsuffizienz oder kardialen Funktionsstörungen erhöht, vor allem bei zu rascher Injektion oder hoher Dosis
- schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- ohne Häufigkeitsangabe
- Übelkeit
- Erbrechen
- Obstipation
- Mundtrockenheit
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hautausschlag
- Urtikaria
- Pruritus
- ohne Häufigkeitsangabe
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- ohne Häufigkeitsangabe
- Müdigkeit
- Erythem
- Schmerzen an der Injektionsstelle
- ohne Häufigkeitsangabe
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Stürze
- Knochenbrüche***
- ohne Häufigkeitsangabe
- Soziale Umstände
- ohne Häufigkeitsangabe
- Tätlichkeiten*
- ohne Häufigkeitsangabe
Legende
- * diese paradoxen Nebenwirkungen wurden vor allem bei Kindern und älteren Patienten berichtet
- ** die anterograde Amnesie kann auch am Ende der Behandlung noch vorhanden sein und in seltenen Fällen wurde verlängerte Amnesie berichtet
- Abhängigkeit: Die Anwendung von Midazolam kann - sogar in therapeutischer Dosierung - zur Entwicklung körperlicher Abhängigkeit führen
- es wurden Fälle von Arzneimittelmissbrauch gemeldet
- *** das Risiko von Stürzen und Knochenbrüchen ist bei Patienten, die gleichzeitig sedierende Arzneimittel oder Alkohol einnehmen, und bei älteren Menschen erhöht
Anwendungshinweise
- Anwendung nur unter Bereitstellung alters- und körpergrößengerechter Reanimationseinrichtungen
- Injektionslösung zur i.m. Injektion, i.v. Injektion oder i.v. Dauerinfusion (nach Verdünnung)
- rektale Anwendung der Ampullen-/Durchstechflaschen-Lösung wird mit einem am Ende der Spritze befestigten Kunststoffapplikator durchgeführt
- ist das zu applizierende Volumen zu gering, kann die Lösung mit Wasser auf bis zu 10 ml aufgefüllt werden
- bei Kindern < 15 kg KG darf die Konzentration der Midazolamlösung 1 mg / ml nicht überschreiten
- höhere Konzentrationen sind auf 1 mg / ml zu verdünnen
- weitere Hinweise s. Fachinformation
Stillzeithinweise
Midazolam - rektal
- nach einer Midazolamgabe sollten stillende Frauen ihre Kinder 24 Stunden lang nicht stillen
- Midazolam geht in geringen Mengen in die Muttermilch über
Schwangerschaftshinweise
Midazolam - rektal
- Anwendung während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation
- von der Anwendung bei Kaiserschnitten ist abzuraten
- Erkenntnislage für eine Beurteilung der Sicherheit einer Anwendung von Midazolam in der Schwangerschaft reicht momentan nicht aus
- 1. Trimenon
- es wird angenommen, dass mit der Anwendung von Benzodiazepinen im ersten Schwangerschaftstrimenon ein erhöhtes Risiko für angeborene Missbildungen assoziiert ist
- 1./2. Trimenon
- es liegen keine Informationen zur Einnahme von Midazolam während der ersten beiden Schwangerschaftstrimester vor
- 3. Trimenon/Geburt
- Anwendung von hoch dosiertem Midazolam im letzten Trimenon, während der Geburt oder bei Gabe zur Narkoseeinleitung bei Kaiserschnitt hat zu Nebenwirkungen bei Mutter und Fötus geführt wie
- Aspirationsgefahr bei der Mutter
- Unregelmäßigkeiten der embryonalen Herzfrequenz
- Hypotonie
- Saugschwäche
- Hypothermie
- Atemdepression beim Neugeborenen
- Säuglinge, deren Mütter während der letzten Schwangerschaftsphase längerfristig mit Benzodiazepinen behandelt wurden, können eine körperliche Abhängigkeit entwickeln und daher dem Risiko von Entzugserscheinungen nach der Geburt ausgesetzt sein
- geburtsnahe Eingriffe
- Risiko für das Neugeborene durch eine Midazolamgabe sollte berücksichtigt werden
- Anwendung von hoch dosiertem Midazolam im letzten Trimenon, während der Geburt oder bei Gabe zur Narkoseeinleitung bei Kaiserschnitt hat zu Nebenwirkungen bei Mutter und Fötus geführt wie
- tierexperimentelle Studien
- haben sich keine Hinweise auf teratogene Wirkungen ergeben, aber wie bei anderen Benzodiazepinen wurde Embryotoxizität beobachtet
- Fetotoxizität wurde allerdings wie bei anderen Benzodiazepinen beobachtet
- Fertilität
- es liegen keine Daten vor
Warnhinweise
Midazolam - rektal
die folgenden Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen basieren auf Informationen/Angaben zur invasiven, intramuskulären und rektalen Anwendung Midazolam-haltiger Produkte
- Midazolam darf nur von erfahrenen Ärzten verabreicht werden, die auch über eine vollständige Einrichtung zur Überwachung und Unterstützung der Atem- und Herzkreislauf-Funktion verfügen, und von Personen, die besonders in der Erkennung und Behandlung von erwarteten unerwünschten Ereignissen einschließlich respiratorischer und kardialer Reanimation geschult wurden
- schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen wurden gemeldet, u. a.
- Atemdepression
- Apnoe
- Atemstillstand
- und/oder Herzstillstand
- Wahrscheinlichkeit des Eintretens solcher lebensbedrohlichen Ereignisse ist höher, wenn die Verabreichung zu rasch erfolgt oder eine hohe Dosis verabreicht wird
- besondere Vorsicht ist geboten bei der Anwendung als Analgosedierung bei Patienten mit beeinträchtigter Atemfunktion
- Einsatz von Benzodiazepinen als Primärtherapie für psychotische Erkrankungen wird nicht empfohlen
- bei Anwendung von Midazolam zur Prämedikation muss der Patient nach Gabe des Arzneimittels entsprechend beobachtet werden, da die Empfindlichkeit einzelner Patienten unterschiedlich ist und Symptome einer Überdosierung auftreten können
- besondere Vorsicht ist bei der Gabe von Midazolam bei Risikopatienten geboten mit
- Alter > 60 Jahre
- reduziertem Allgemeinzustand oder chronischer Erkrankung, z. B.
- chronischer Ateminsuffizienz
- chronischer Niereninsuffizienz
- Leberfunktionsstörungen
- Benzodiazepine können bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung eine Enzephalopathie auslösen oder verstärken
- Herzinsuffizienz /kardiale Funktionsstörungen
- Kinder, vor allem Kinder mit Kreislaufschwäche/kardiovaskulärer Instabilität
- Dosierung bei diesen Risikopatienten muss niedriger sein, außerdem müssen sie ständig auf frühe Anzeichen von Änderungen der Vitalfunktionen überwacht werden
- Myasthenia gravis
- wie bei allen Substanzen mit zentraldämpfenden und/oder muskelrelaxierenden Eigenschaften ist besondere Vorsicht geboten, wenn Midazolam bei Patienten mit Myasthenia gravis angewendet werden so
- Gewöhnung
- es liegen Berichte über einen gewissen Wirksamkeitsverlust vor, wenn Midazolam zur Langzeitsedierung auf Intensivstationen verabreicht wurde
- Abhängigkeit
- wenn Midazolam zur Langzeitsedierung auf einer Intensivstation angewendet wird, so ist an die mögliche Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit von Midazolam zu denken
- Abhängigkeitsrisiko
- steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung
- es ist außerdem bei Patienten mit Alkohol- und/oder Drogenabusus in der Anamnese höher
- Entzugserscheinungen
- bei längerfristiger Behandlung mit Midazolam auf der Intensivstation kann sich eine körperliche Abhängigkeit entwickeln
- deshalb führt ein plötzliches Absetzen der Behandlung zu Entzugserscheinungen
- allmähliches Ausschleichen des Arzneimittels empfohlen
- deshalb führt ein plötzliches Absetzen der Behandlung zu Entzugserscheinungen
- folgende Symptome können dann auftreten
- Kopfschmerzen
- Diarrhö
- Muskelschmerzen
- extreme Angstzustände
- Spannung
- Ruhelosigkeit
- Verwirrtheit
- Reizbarkeit
- Schlafstörungen
- Stimmungsschwankungen
- Halluzinationen
- Krämpfe
- in schweren Fällen können folgende Symptome auftreten
- Depersonalisation
- Taubheit und Kribbeln der Extremitäten
- Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Körperkontakt
- bei längerfristiger Behandlung mit Midazolam auf der Intensivstation kann sich eine körperliche Abhängigkeit entwickeln
- Amnesie
- Therapeutische Dosen können - mit steigendem Risiko bei höherer Dosis - eine anterograde Amnesie auslösen (häufig ist dies sogar sehr erwünscht, z. B. vor und während operativer und diagnostischer Eingriffe), deren Dauer direkt proportional zur verabreichten Dosis ist
- bei ambulanten Patienten, die nach einem Eingriff entlassen werden sollen, kann eine länger anhaltende Amnesie problematisch sein
- nach parenteraler Gabe von Midazolam sollten die Patienten deshalb nur in Begleitung aus dem Krankenhaus oder der ärztlichen Praxis entlassen werden
- paradoxe Reaktionen möglich wie z.B.
- Ruhelosigkeit
- Agitiertheit
- Reizbarkeit
- unwillkürliche Bewegungen (einschließlich tonischer/klonischer Krämpfe und Muskeltremor)
- Hyperaktivität
- Feindseligkeit
- Wahn
- Ärger
- Aggressivität
- Angstzustände
- Albträume
- Halluzinationen
- Psychosen
- unangemessenes Verhalten und andere Verhaltensstörungen
- paroxysmale Erregung
- Tätlichkeiten
- diese Reaktionen können unter hohen Dosen und/oder bei rascher Injektion auftreten
- höchste Inzidenz dieser Reaktionen wurde bei Kindern und älteren Menschen beobachtet
- wenn dies der Fall ist, sollte ein Abbruch der Anwendung erwogen werden
- veränderte Ausscheidung von Midazolam
- kann bei Patienten verändert sein, die CYP3A4- hemmende oder -induzierende Arzneimittel erhalten
- entsprechende Anpassung der Midazolam-Dosis kann erforderlich sein
- verzögerte Midazolam-Ausscheidung bei Patienten
- mit Leberfunktionsstörungen
- mit niedrigem Herzminutenvolumen
- bei Neugeborenen
- Kinder allgemein
- rektale Resorptionsgeschwindigkeit bei Kindern ist ähnlich der bei Erwachsenen, aber die Bioverfügbarkeit ist geringer (5 - 18 %)
- Früh- und Neugeborene
- Elimination von Midazolam kann verändert sein, weshalb die Midazolamdosis gegebenenfalls entsprechend anzupassen ist
- Eliminationshalbwertszeit beträgt im Durchschnitt 6 - 12 Stunden, vermutlich aufgrund der Unreife der Leber, und die Clearance ist reduziert
- Elimination von Midazolam kann verändert sein, weshalb die Midazolamdosis gegebenenfalls entsprechend anzupassen ist
- Kinder 3- 10 Jahre
- Eliminationshalbwertszeit nach rektaler Verabreichung
- ist im Vergleich zu Erwachsenen bei Kindern im Alter von 3 - 10 Jahren kürzer (1 - 1,5 Stunden)
- Unterschied deckt sich mit der erhöhten metabolischen Clearance bei Kindern
- Eliminationshalbwertszeit nach rektaler Verabreichung
- Kinder allgemein
- kann bei Patienten verändert sein, die CYP3A4- hemmende oder -induzierende Arzneimittel erhalten
- Schlafapnoe
- Midazolam-Ampullen müssen bei Patienten mit Schlafapnoe mit äußerster Vorsicht angewendet werden
- Patienten müssen engmaschig überwacht werden
- Anwendung bei Kindern unter 6 Monaten
- Früh- und Neugeborene
- aufgrund eines erhöhten Apnoerisikos ist äußerste Vorsicht geboten, wenn Frühgeborene oder ehemals Frühgeborene ohne Intubation sediert werden sollen
- in diesen Fällen ist eine sorgfältige Überwachung von Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung erforderlich
- bei Neugeborenen ist eine rasche Injektionsgeschwindigkeit zu vermeiden
- Organfunktionen von Neugeborenen sind reduziert bzw. nicht ausgereift, außerdem sind diese Kinder anfällig für die ausgeprägten und nachhaltigen Atemwegseffekte von Midazolam
- bei Kindern mit Herzkreislaufschwäche wurden unerwünschte hämodynamische Wirkungen beobachtet
- Kinder unter 6 Monaten sind besonders anfällig für Atemwegsobstruktion und Hypoventilation
- deshalb ist es in diesen Fällen unbedingt erforderlich, dass die Dosiserhöhung in kleinen Schritten bis zum Eintreten der klinischen Wirkung erfolgt und Atemfrequenz sowie Sauerstoffsättigung sorgfältig überwacht werden
- in dieser Altersgruppe ist Midazolam nur für die Sedierung auf der Intensivstation angezeigt
- Dosiserhöhung bis zur klinischen Wirkung muss daher in kleinen Schritten erfolgen, und es ist eine sorgfältige Überwachung von Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung erforderlich siehe oben
- Früh- und Neugeborene
- gleichzeitige Anwendung von Alkohol oder zentraldämpfenden Arzneimitteln
- gleichzeitige Anwendung ist zu vermeiden
- kann die klinischen Wirkungen von Midazolam verstärken und möglicherweise zu schwerer Sedierung bis hin zu Koma oder Tod oder zu klinisch relevanter Atemdepression führen, siehe Rubrik Interaktionen
- aufgrund dieser Risiken ist die gemeinsame Verordnung sedierender Arzneimittel, z. B. Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln wie Midazolam, nur bei den Patienten angebracht, für die keine geeigneten alternativen Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen
- wird die Entscheidung für eine gemeinsame Verordnung von Midazolam und einem Opioid getroffen, sind die niedrigsten wirksamen Dosen und eine kürzest mögliche Dauer der gleichzeitigen Anwendung zu wählen
- Patienten sind engmaschig in Hinblick auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung zu überwachen
- Patienten und deren Betreuer auf diese Symptome hinweisen
- Alkohol- oder Drogenabusus in der Anamnese
- Midazolam ist wie andere Benzodiazepine bei Patienten mit bekanntem Alkohol- oder Drogenabusus zu vermeiden
- Entlassungskriterien
- nach der Anwendung von Midazolam sollten die Patienten das Krankenhaus oder die Arztpraxis erst verlassen, wenn dies vom behandelnden Arzt empfohlen und der Patient von einem Pfleger/einer Pflegerin begleitet wird
- es wird angeraten, den Patienten nach der Entlassung nach Hause zu begleiten