Mitem 20mg

Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Mitomycin →

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N1 1 ST 176,55 €

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Fachinformationen

Indikation

  • palliative Tumortherapie
  • bei intravenöser Gabe in Monochemotherapie oder in kombinierter zytostatischer Chemotherapie bei folgenden metastasierenden Tumoren wirksam
    • fortgeschrittenes kolorektales Karzinom
    • fortgeschrittenes Leberzellkarzinom
    • fortgeschrittenes Magenkarzinom
    • fortgeschrittenes und/oder metastasierendes Mammakarzinom
    • fortgeschrittenes Ösophaguskarzinom
    • fortgeschrittenes Zervixkarzinom
    • nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom
    • fortgeschrittenes Pankreaskarzinom
  • Intravesikale Anwendung
    • Rezidivprophylaxe bei oberflächlichem Harnblasenkarzinom nach transurethraler Resektion
  • Hinweis
    • Anwendung von Mitomycin nur durch erfahrenen Onkologen

Dosierung

  • palliative Tumortherapie
  • intravenöse Anwendung
    • zytostatische Monochemotherapie
      • intravenöse Bolusinjektion
        • 10-20 mg/m2 Körperoberfläche alle 6-8 Wochen oder
        • 8-12 mg/m2 Körperoberfläche alle 3-4 Wochen
    • Kombinationstherapie
      • Dosierung deutlich geringer
      • wegen Gefahr der additiven Myelotoxizität: von erprobten Therapieprotokollen ohne besonderen Grund nicht abweichen
  • intravesikale Anwendung
    • 20-40 mg Mitomycin in 20-40 ml Wasser für Injektionszwecke in Blase instillieren 1mal/ Woche
    • Urin-pH möglichst > pH 6
  • Dosisanpassung
    • Dosisreduktion bei Patienten mit ausgiebiger zytostatischer Vortherapie
    • Dosisreduktion bei älteren Patienten

Kontraindikationen

Mitomycin - urogenital
  • Überempfindlichkeit gegenüber Mitomycin
  • Perforation der Harnblasenwand
  • Zystitis
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft

Nebenwirkungen

Mitomycin - urogenital

Mögliche Nebenwirkungen unter intravesikaler Therapie

  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus
      • allergischer Hautausschlag
      • Kontaktdermatitis
      • palmar-plantare Erythrodysästhesie (PPE)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • generalisiertes Exanthem
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Zystitis (möglicherweise hämorrhagisch)
      • Dysurie
      • Nykturie
      • Pollakisurie
      • Hämaturie
      • lokale Reizung der Harnblasenwand
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • nekrotisierende Zystitis
      • allergische (eosinophile) Zystitis
      • Stenose der ableitenden Harnwege
      • verminderte Harnblasenkapazität
      • Kalzifizierung der Harnblasenwand
      • Harnblasenwandfibrose
      • Harnblasenwandperforation

Mögliche Nebenwirkungen unter systemischer Therapie

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Knochenmarksuppression mit Leukopenie und zumeist dominanter Thrombzytopenie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • lebensbedrohliche Infektion
      • Sepsis
      • hämolytische Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schwere allergische Reaktionen
  • Herzerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Herzinsuffizienz nach vorausgegangener Anthrazyklintherapie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • interstitielle Pneumonie
      • Atemnot
      • Husten
      • Kurzatmigkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • pulmonaler Hypertonus
      • Lungenvenenverschlusskrankheit (PVOD)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mukositis
      • Stomatitis
      • Diarrhoe
      • Anorexie
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leberfunktionsstörung
      • Transaminasenerhöhung
      • Ikterus
      • Lebervenenverschlusskrankheit (VOD)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Exantheme
      • allergischer Hautausschlag
      • Kontaktdermatitis
      • Palmar-Plantar-Erythem (palmar-plantare Erythrodysästhesie)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Alopezie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • generalisierte Exantheme
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nierenfunktionsstörung
      • Anstieg des Serumkreatinins
      • Glomerulopathie
      • Nephrotoxizität
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • hämolytisch-Urämisches Syndrom (HUS) (häufig tödlich)
      • mikroangiopathische hämolytische Anämie (MAHA-Syndrom)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • bei Paravasation:
        • Cellulitis
        • Gewebsnekrosen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Fieber

Anwendungshinweise

  • Injektionslösung
    • zur intravenösen Injektion bzw. Infusion oder zur intravesikalen Instillation nach Auflösen bestimm
    • Injektion streng intravasal
      • bei nicht sachgerechter Injektion oder Übertritt aus dem Gefäss in umliegendes Gewebe (Paravasate): im betroffenen Bereich Auftreten ausgedehnte Nekrosen
    • nicht intraarteriell verabreichen
  • Herstellung der gebrauchsfertigen Lösung zur intravenösen Injektion bzw. Infusion
    • Inhalt einer Durchstechflasche in 20 ml Wasser für Injektionszwecke durch Umschwenken lösen
    • falls sich Pulver nicht sofort löst, bei Raumtemperatur bis zur vollständigen Lösung stehen lassen
    • muss sich innerhalb von 2 Minuten klar lösen
    • Lösung (Mitomycin in 20 ml Wasser für Injektionszwecke) mit isotonischer Natriumchlorid-Infusionslösung oder Glucose-Infusionslösung 5% verdünnen: bis zu Konzentration von 20-40 mcg/ ml
  • Herstellung der gebrauchsfertigen Lösung zur intravesikalen Anwendung
    • Inhalt von 4-8 Durchstechflaschen (entsprechend 20-40 mg Mitomycin) in 20-40 ml Wasser für Injektionszwecke lösen

Stillzeithinweise

Mitomycin - urogenital
  • kontraindiziert in der Stillzeit
    • stillende Frauen müssen vor Beginn einer Behandlung mit Mitomycin abstillen
    • aufgrund erwiesener mutagener, teratogener und karzinogener Wirkungen
  • Übergang in die Muttermilch

Schwangerschaftshinweise

Mitomycin - urogenital
  • Mitomycin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
    • bei vitaler Indikation zur Behandlung einer schwangeren Patientin sollte eine medizinische Beratung über das mit der Behandlung verbundene Risiko von schädigenden Wirkungen für das Kind erfolgen
  • Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Mitomycin hat eine mutagene, teratogene und karzinogene Wirkung
    • kann die embryonale Entwicklung beeinträchtigen
  • Frauen dürfen während einer Behandlung mit Mitomycin nicht schwanger werden
    • falls während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt, muss eine genetische Beratung angeboten werden
    • Patientinnen im geschlechtsreifen Alter sollten während und bis zu 6 Monaten nach Beendigung der Chemotherapie empfängnisverhütende Maßnahmen ergreifen bzw. sexuelle Abstinenz einhalten
  • Fertilität
    • Mitomycin wirkt erbgutschädigend
    • Männern, die mit Mitomycin behandelt werden, daher empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Mitomycin über eine Spermakonservierung beraten zu lassen

Warnhinweise

Mitomycin - urogenital
  • Myelotoxizität
    • aufgrund der toxischen Wirkung von Mitomycin auf das Knochenmark müssen andere myelotoxische Therapiemodalitäten (insbesondere andere Zytostatika, Strahlentherapie) mit besonderer Vorsicht gehandhabt werden, um eine additive Myelosuppression zu minimieren
    • Langzeittherapie kann zu kumulativer Knochenmarkstoxizität führen
  • Empfohlene Kontrolluntersuchungen und Sicherheitsmaßnahmen bei intravenöser Anwendung
    • vor Therapiebeginn
      • großes Blutbild
      • Lungenfunktionstest bei Verdacht auf eine vorbestehende Lungenfunktionsstörung
      • Nierenfunktionsprüfung zum Ausschluss einer Niereninsuffizienz
      • Leberfunktionsprüfung zum Ausschluss einer Leberinsuffizienz
    • während der Therapie
      • regelmäßige Überwachung des Blutbildes
      • engmaschige Überwachung der Nierenfunktion
  • Besondere Vorsicht erforderlich
    • bei Auftreten oder sich verschlechternden Infektionskrankheiten
    • bei Vorliegen einer Blutungsneigung
  • Zystitis
    • Zystitis wird symptomatisch durch lokale antiphlogistische und analgetische Maßnahmen behandelt
      • in den meisten Fällen kann die Therapie mit Mitomycin, ggf. dosisreduziert, fortgesetzt werden
    • in Einzelfällen ist eine allergische (eosinophile) Zystitis beschrieben worden, die zum Therapieabbruch zwang
  • Ältere Patienten
    • leiden häufiger unter reduzierter physiologischer Funktion und Knochenmarkdepression, die längerfristig anhalten kann
    • daher Gabe von Mitomycin in dieser Patientengruppe mit besonderer Vorsicht und unter engmaschiger Überwachung des Patientenzustands
  • Haut- und Schleimhautkontakt vermeiden
    • Mitomycin ist bei Menschen eine mutagene und potenziell karzinogene Substanz
  • Therapie sofort abbrechen
    • bei Symptomen einer Lungenerkrankung, die nicht auf die Grunderkrankung zurückgeführt werden kann
      • Lungentoxizität kann mit Steroiden gut behandelt werden
    • wenn sich Symptome einer Hämolyse oder Indikationen für eine Nierenfunktionsstörung (Nephrotoxizität) zeigen
      • ein auftretendes hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS: irreversibles Nierenversagen, mikroangiopathische hämolytische Anämie [MAHA-Syndrom] und Thrombozytopenie) verläuft gewöhnlich tödlich
  • mikroangiopathische hämolytische Anämie [MAHA-Syndrom]
    • bei Dosierungen von > 30 mg Mitomycin / m² KOF mikroangiopathisch-hämolytische Anämie beobachtet
      • engmaschige Überwachung der Nierenfunktion empfohlen
    • neue Erkenntnisse lassen einen Therapieversuch zur Entfernung von Immunkomplexen, die anscheinend bei der Auslösung der Symptome eine signifikante Rolle spielen, mittels Staphylococcus-Protein A angezeigt erscheinen
  • bei Patienten, die gleichzeitig mit anderen antineoplastischen Wirkstoffen behandelt wurden
    • Auftreten akuter Leukämie (in einigen Fällen nach präleukämischer Phase) und myelodysplastischem Syndrom berichtet
  • Impfungen
    • bei Patienten mit reduzierter Immunkompetenz, wie z.B. bei der Behandlung mit Mitomycin, erhöht eine Impfung mit Lebendvakzinen (z.B. Gelbfieberimpfstoff) das Risiko für Infektionen und andere unerwünschte Reaktionen wie z.B. Vaccinia gangraenosum und generalisierte Vaccinia
    • Impfungen mit Lebendvakzinen während der Behandlung kontraindiziert
    • nach Beendigung einer Chemotherapie sollten Lebendvakzine mit Vorsicht angewendet werden und die Impfung frühestens 3 Monate nach der letzten Dosis Chemotherapie erfolgen
  • Mitomycin nicht geeignet als Immunsuppressivum