Mitomycin medac 2mg

Medac GmbH
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Wirkstoff: Mitomycin →

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N3 10 ST 250,27 €

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Fachinformationen

Indikation

  • palliative Tumortherapie bei Erwachsenen
    • i.v. wirksam in Monochemotherapie oder in kombinierter zytostatischer Chemotherapie bei folgenden metastasierenden Tumoren
      • fortgeschrittenes kolorektales Karzinom
      • fortgeschrittenes Magenkarzinom
      • fortgeschrittenes und/oder metastasierendes Mammakarzinom
      • fortgeschrittenes Ösophaguskarzinom
      • fortgeschrittenes Zervixkarzinom
      • nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom
      • fortgeschrittenes Pankreaskarzinom
      • fortgeschrittene Kopf-Hals-Tumoren
    • intravesikale Anwendung bei Erwachsenen
      • Rezidivprophylaxe bei oberflächlichem Harnblasenkarzinom nach transurethraler Resektion

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung oder einer Lösung zur intravesikalen Anwendung enthält 2 mg Mitomycin

  • palliative Tumortherapie
    • i.v. Anwendung
      • zytostatische Monochemotherapie
        • i.v. Bolusinjektion
          • 10 - 20 mg Mitomycin / m2 Körperoberfläche (KOF) 1mal / 6 - 8 Wochen oder
          • 8 - 12 mg Mitomycin / m2 KOF 1mal / 3 - 4 Wochen oder
          • 5 - 10 mg Mitomycin / m2 KOF 1mal / 3 - 6 Wochen
      • Kombinationstherapie
        • Dosierung erheblich geringer
        • von erprobten Therapieprotokollen nicht ohne besonderen Grund abweichen (Gefahr der additiven Myelotoxizität)
      • Besondere Patientengruppen
        • vorausgegangene extensive Zytostatikatherapie: Dosisreduktion
        • Auftreten einer Knochenmarkdepression: Dosisreduktion
        • ältere Patienten: Dosisreduktion
    • intravesikale Anwendung
      • Vielzahl intravesikaler Therapieregimes mit unterschiedlicher Dosis, Instillationshäufigkeit, Therapiedauer
      • sofern nicht ander verordnet
        • 40 mg Mitomycin 1mal / Woche in die Harnblase instillieren
      • Therapieregime mit Instillation alle 2 Wochen, einmal monatlich oder alle 3 Monate ebenso möglich
        • Entscheidung über Therapieregime und -dauer trifft der Facharzt anhand individueller Patientensituation
      • Urin-pH sollte > pH 6 sein

Dosisanpassung

  • ältere Patienten >/= 65 Jahre
    • unzureichende Daten
  • eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion
    • Anwendung mit Vorsicht
  • Kinder und Jugendliche
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen: keine Daten

Kontraindikationen

Mitomycin - urogenital
  • Überempfindlichkeit gegenüber Mitomycin
  • Perforation der Harnblasenwand
  • Zystitis
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft

Nebenwirkungen

Mitomycin - urogenital

Mögliche Nebenwirkungen unter intravesikaler Therapie

  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus
      • allergischer Hautausschlag
      • Kontaktdermatitis
      • palmar-plantare Erythrodysästhesie (PPE)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • generalisiertes Exanthem
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Zystitis (möglicherweise hämorrhagisch)
      • Dysurie
      • Nykturie
      • Pollakisurie
      • Hämaturie
      • lokale Reizung der Harnblasenwand
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • nekrotisierende Zystitis
      • allergische (eosinophile) Zystitis
      • Stenose der ableitenden Harnwege
      • verminderte Harnblasenkapazität
      • Kalzifizierung der Harnblasenwand
      • Harnblasenwandfibrose
      • Harnblasenwandperforation

Mögliche Nebenwirkungen unter systemischer Therapie

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Knochenmarksuppression mit Leukopenie und zumeist dominanter Thrombzytopenie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • lebensbedrohliche Infektion
      • Sepsis
      • hämolytische Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schwere allergische Reaktionen
  • Herzerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Herzinsuffizienz nach vorausgegangener Anthrazyklintherapie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • interstitielle Pneumonie
      • Atemnot
      • Husten
      • Kurzatmigkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • pulmonaler Hypertonus
      • Lungenvenenverschlusskrankheit (PVOD)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mukositis
      • Stomatitis
      • Diarrhoe
      • Anorexie
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leberfunktionsstörung
      • Transaminasenerhöhung
      • Ikterus
      • Lebervenenverschlusskrankheit (VOD)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Exantheme
      • allergischer Hautausschlag
      • Kontaktdermatitis
      • Palmar-Plantar-Erythem (palmar-plantare Erythrodysästhesie)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Alopezie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • generalisierte Exantheme
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nierenfunktionsstörung
      • Anstieg des Serumkreatinins
      • Glomerulopathie
      • Nephrotoxizität
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • hämolytisch-Urämisches Syndrom (HUS) (häufig tödlich)
      • mikroangiopathische hämolytische Anämie (MAHA-Syndrom)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • bei Paravasation:
        • Cellulitis
        • Gewebsnekrosen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Fieber

Anwendungshinweise

  • Anwendung nur von in dieser Therapie erfahrenen Ärzten bei strenger Indikationsstellung und unter laufender Kontrolle der hämatologischen Parameter
  • Pulver zur i.v. Injektion bzw. Infusion oder zur intravesikalen Instillation nach Rekonstitution
  • Teilnutzung ist möglich (gilt nur für die intravenöse Anwendung von Mitomycin)
  • i.v. Anwendung
    • auf streng intravenöse Injektion achten
    • bei paravasaler Injektion Auftreten ausgedehnter Nekrosen im betroffenen Bereich
    • nicht in Mischinjektionen verwenden
    • andere Injektions- oder Infusionslösungen müssen separat verabreicht werden
  • intravesikale Anwendung: zur Instillation in die Blase
    • Arzneimittel bei seinem optimalen pH-Wert (Urin-pH > 6) anwenden
    • Konzentration von Mitomycin durch eine reduzierte Flüssigkeitsaufnahme vor, während und nach der Instillation aufrechterhalten
    • Harnblase muss vor der Instillation entleert sein
    • Mitomycin wird mithilfe eines Katheters und mit geringem Druck in die Blase eingeführt
    • die Dauer der einzelnen Instillation sollte 1 - 2 Stunden betragen
    • während dieser Zeit sollte die Lösung einen ausreichenden Kontakt mit der gesamten Schleimhautoberfläche der Harnblase haben
    • Patienten deshalb so viel wie möglich mobilisieren
    • nach 2 Stunden sollte der Patient die instillierte Lösung ausscheiden, vorzugsweise in sitzender Position
  • weitere Hinweise zur Handhabung, Rekonstitution und Verdünnung: s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Mitomycin - urogenital
  • kontraindiziert in der Stillzeit
    • stillende Frauen müssen vor Beginn einer Behandlung mit Mitomycin abstillen
    • aufgrund erwiesener mutagener, teratogener und karzinogener Wirkungen
  • Übergang in die Muttermilch

Schwangerschaftshinweise

Mitomycin - urogenital
  • Mitomycin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
    • bei vitaler Indikation zur Behandlung einer schwangeren Patientin sollte eine medizinische Beratung über das mit der Behandlung verbundene Risiko von schädigenden Wirkungen für das Kind erfolgen
  • Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Mitomycin hat eine mutagene, teratogene und karzinogene Wirkung
    • kann die embryonale Entwicklung beeinträchtigen
  • Frauen dürfen während einer Behandlung mit Mitomycin nicht schwanger werden
    • falls während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt, muss eine genetische Beratung angeboten werden
    • Patientinnen im geschlechtsreifen Alter sollten während und bis zu 6 Monaten nach Beendigung der Chemotherapie empfängnisverhütende Maßnahmen ergreifen bzw. sexuelle Abstinenz einhalten
  • Fertilität
    • Mitomycin wirkt erbgutschädigend
    • Männern, die mit Mitomycin behandelt werden, daher empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Mitomycin über eine Spermakonservierung beraten zu lassen

Warnhinweise

Mitomycin - urogenital
  • Myelotoxizität
    • aufgrund der toxischen Wirkung von Mitomycin auf das Knochenmark müssen andere myelotoxische Therapiemodalitäten (insbesondere andere Zytostatika, Strahlentherapie) mit besonderer Vorsicht gehandhabt werden, um eine additive Myelosuppression zu minimieren
    • Langzeittherapie kann zu kumulativer Knochenmarkstoxizität führen
  • Empfohlene Kontrolluntersuchungen und Sicherheitsmaßnahmen bei intravenöser Anwendung
    • vor Therapiebeginn
      • großes Blutbild
      • Lungenfunktionstest bei Verdacht auf eine vorbestehende Lungenfunktionsstörung
      • Nierenfunktionsprüfung zum Ausschluss einer Niereninsuffizienz
      • Leberfunktionsprüfung zum Ausschluss einer Leberinsuffizienz
    • während der Therapie
      • regelmäßige Überwachung des Blutbildes
      • engmaschige Überwachung der Nierenfunktion
  • Besondere Vorsicht erforderlich
    • bei Auftreten oder sich verschlechternden Infektionskrankheiten
    • bei Vorliegen einer Blutungsneigung
  • Zystitis
    • Zystitis wird symptomatisch durch lokale antiphlogistische und analgetische Maßnahmen behandelt
      • in den meisten Fällen kann die Therapie mit Mitomycin, ggf. dosisreduziert, fortgesetzt werden
    • in Einzelfällen ist eine allergische (eosinophile) Zystitis beschrieben worden, die zum Therapieabbruch zwang
  • Ältere Patienten
    • leiden häufiger unter reduzierter physiologischer Funktion und Knochenmarkdepression, die längerfristig anhalten kann
    • daher Gabe von Mitomycin in dieser Patientengruppe mit besonderer Vorsicht und unter engmaschiger Überwachung des Patientenzustands
  • Haut- und Schleimhautkontakt vermeiden
    • Mitomycin ist bei Menschen eine mutagene und potenziell karzinogene Substanz
  • Therapie sofort abbrechen
    • bei Symptomen einer Lungenerkrankung, die nicht auf die Grunderkrankung zurückgeführt werden kann
      • Lungentoxizität kann mit Steroiden gut behandelt werden
    • wenn sich Symptome einer Hämolyse oder Indikationen für eine Nierenfunktionsstörung (Nephrotoxizität) zeigen
      • ein auftretendes hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS: irreversibles Nierenversagen, mikroangiopathische hämolytische Anämie [MAHA-Syndrom] und Thrombozytopenie) verläuft gewöhnlich tödlich
  • mikroangiopathische hämolytische Anämie [MAHA-Syndrom]
    • bei Dosierungen von > 30 mg Mitomycin / m² KOF mikroangiopathisch-hämolytische Anämie beobachtet
      • engmaschige Überwachung der Nierenfunktion empfohlen
    • neue Erkenntnisse lassen einen Therapieversuch zur Entfernung von Immunkomplexen, die anscheinend bei der Auslösung der Symptome eine signifikante Rolle spielen, mittels Staphylococcus-Protein A angezeigt erscheinen
  • bei Patienten, die gleichzeitig mit anderen antineoplastischen Wirkstoffen behandelt wurden
    • Auftreten akuter Leukämie (in einigen Fällen nach präleukämischer Phase) und myelodysplastischem Syndrom berichtet
  • Impfungen
    • bei Patienten mit reduzierter Immunkompetenz, wie z.B. bei der Behandlung mit Mitomycin, erhöht eine Impfung mit Lebendvakzinen (z.B. Gelbfieberimpfstoff) das Risiko für Infektionen und andere unerwünschte Reaktionen wie z.B. Vaccinia gangraenosum und generalisierte Vaccinia
    • Impfungen mit Lebendvakzinen während der Behandlung kontraindiziert
    • nach Beendigung einer Chemotherapie sollten Lebendvakzine mit Vorsicht angewendet werden und die Impfung frühestens 3 Monate nach der letzten Dosis Chemotherapie erfolgen
  • Mitomycin nicht geeignet als Immunsuppressivum