MIVACRON 20mg

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Wirkstoff: Mivacurium →

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene, Kinder und Säuglinge > 2 Monate

  • kurzwirksames, nicht depolarisierendes Muskelrelaxans zur Anwendung bei Allgemeinanästhesien, bei der Intubation und bei der künstlichen Beatmung

Dosierung

Basiseinheit: 1 Ampulle (5 ml Injektionslösung) enthält 10,7 mg Mivacuriumchlorid (10 mg Mivacurium).

  • kurzwirksames, nicht depolarisierendes Muskelrelaxans zur Anwendung bei Allgemeinanästhesien, bei der Intubation und bei der künstlichen Beatmung
    • Verabreichung der kleinsten Dosis, mit der die gewünschte Muskelrelaxation erreicht werden kann
    • Ermittlung der individuellen Dosis unter Anwendung eines Nervenstimulators zur Überwachung des Relaxationsgrades
    • Anwendung als Injektionslösung
      • Relaxation
        • Erwachsene
          • ED95 (95 %ige Suppression der Einzelreizantwort des Musc. adductor pollicis) unter Narkose
            • 0,06 - 0,09 (mittlere Dosis: 0,07) mg Mivacurium / kg KG
        • Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (7 Monate - 12 Jahre)
          • generell schnellerer Wirkungseintritt, kürzere klinisch effektive Wirkungsdauer und schnellere Spontanerholung
          • initial: 0,1 - 0,2 mg Mivacurium / kg KG als Bolusinjektion über 5 - 15 Sekunden
          • höhere Dosen nicht empfohlen
          • Dauer der klin. wirksamen neuromuskulären Blockade bei Gabe während einer stabilen balancierten Narkose mit Narkotika
            • 0,2 mg Mivacurium / kg KG: ca. 9 Min.
        • Säuglinge (2 - 6 Monate)
          • generell schnellerer Wirkungseintritt, kürzere klinisch effektive Wirkungsdauer und schnellere Spontanerholung
          • ED95: 0,07 mg Mivacurium / kg KG
          • initial: 0,1 - 0,15 mg Mivacurium / kg KG als Bolusinjektion über 5 - 15 Sekunden
          • höhere Dosen nicht empfohlen
      • Intubation
        • Erwachsene
          • initial: 0,07 - 0,25 mg Mivacurium / kg KG als Bolusinjektion
          • 0,20 mg Mivacurium / kg KG über 30 Sekunden
            • Trachealintubation 2 - 2 1/2 Min. nach Injektion durchführbar
          • 0,25 mg Mivacurium / kg KG verteilt auf 2 Einzeldosen
            • initial: 0,15 mg Mivacurium / kg KG
            • 2. Injektion 30 Sekunden nach Initialdosis: 0,10 mg Mivacurium / kg KG
              • Trachealintubation 1 1/2 - 2 Min. nach Injektion der Initialdosis durchführbar
          • dosisabhängige Dauer der klin. wirksamen neuromuskulären Blockade
            • 0,07 mg Mivacurium / kg KG: ca. 13 Min.
            • 0,15 mg Mivacurium / kg KG: ca. 16 Min.
            • 0,20 mg Mivacurium / kg KG: ca. 20 Min.
            • 0,25 mg Mivacurium / kg KG: ca. 23 Min.
          • Dosierungen > 0,15 mg / kg KG
            • über einen Zeitraum von 5 - 15 Sekunden verabreichen
          • höhere Dosen
            • über einen Zeitraum von 30 Sekunden verabreichen
            • Minimierung von kardiovaskulären Nebenwirkungen
        • Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (7 Monate - 12 Jahre)
          • 0,2 mg Mivacurium / kg KG
            • max. neuromuskuläre Blockade nach 2 Min.
            • Intubation innerhalb dieses Zeitraums
        • Säuglinge (2 - 6 Monate)
          • 0,15 mg Mivacurium / kg KG
            • max. neuromuskuläre Blockade nach 84 Sekunden
            • Intubation innerhalb dieses Zeitraums
      • Repetitions-Dosen
        • Erwachsene
          • Erhaltungsdosis: 0,1 mg Mivacurium / kg KG (Verlängerung der neuromuskulären Blockade unter Allgemeinnarkose um jeweils 15 Min.)
          • aufeinander folgende Repetitionsdosen ohne kumulative Effekte in Bezug auf neuromuskulär blockierende Wirkung
          • Anästhesie mit Isofluran bzw. Enfluran
            • nach Erreichen des steady-state Dosisreduktion der empfohlenen Initialdosis um bis 25 %
          • Spontanerholung (Zeitraum T1) einer 5 - 95%igen Erholung nach i. v.-Injektion ca. 15 Minuten nach ihrem Einsetzen unabhängig von der verabreichten Dosis vollständig abgeschlossen
        • Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (7 Monate - 12 Jahre)
          • Erhaltungsdosen allgemein häufiger erforderlich
          • Erhaltungsdosis: 0,1 mg Mivacurium / kg KG (Verlängerung der neuromuskulären Blockade unter Narkose um jeweils 6 - 9 Min.)
          • Spontanerholung ca. 10 Minuten nach ihrem Einsetzen vollständig abgeschlossen
        • Säuglinge (2 - 6 Monate)
          • Erhaltungsdosen allgemein häufiger erforderlich
          • Erhaltungsdosis: 0,1 mg Mivacurium / kg KG
          • Spontanerholung ca. 10 Minuten nach ihrem Einsetzen vollständig abgeschlossen
    • Anwendung als Infusionslösung (bei operativen Eingriffen von längerer Dauer)
      • Erwachsene
        • bei ersten Anzeichen einer Spontanerholung: 8 - 10 µg Mivacurium / kg KG / Min. (0,5 - 0,6 mg Mivacurium / kg KG / Stunde) als kontinuierliche Infusion
        • Höhe der initialen Infusionsrate entsprechend der Reaktion des Patienten auf die periphere Nervenreizung sowie anhand klin. Kriterien zur Abschätzung der neuromuskulären Blockade
        • Anpassung der Infusionsrate um ca. 1 µg Mivacurium / kg KG / Min. (0,06 mg Mivacurium / kg KG / Stunde) max. 1mal / 3 Min.
        • Aufrechterhaltung der neuromuskuläre Blockade unter Allgemeinnarkose im Bereich von 89 - 99 % über hinreichend lange Zeiträume: 6 - 7 µg Mivacurium / kg KG / Min.
        • während einer Steady-State Isofluran- oder Enfluran-Narkose Reduktion der Infusionsrate um bis zu 40 % in Betracht ziehen
          • laut einer Studie sollte die Infusionsrate von Mivacurium bei Sevofluran um bis zu 50 % reduziert werden
        • Spontanerholung nach der Infusion von Mivacurium
          • unabhängig von der Dauer der Infusion
          • mit der Erholung nach Verabreichung einer Einzeldosis vergleichbar
      • Säuglinge und Kleinkinder (7 - 23 Monate)
        • allgemein höhere Infusionsraten als bei Erwachsenen erforderlich
        • Aufrechterhaltung einer 89 - 99 %igen neuromuskulären Blockade während einer Allgemeinnarkose mit Narkotika: ca. 11 µg Mivacurium / kg KG / Min. (ca. 0,7 mg Mivacurium / kg KG / Stunde)
      • Kinder (2 - 12 Jahre)
        • allgemein höhere Infusionsraten als bei Erwachsenen erforderlich
        • Aufrechterhaltung einer 89 - 99 %igen neuromuskulären Blockade während einer Allgemeinnarkose mit Narkotika: ca. 13 - 14 µg Mivacurium / kg KG / Min. (ca. 0,8 mg Mivacurium / kg KG / Stunde)
    • Behandlungsdauer
      • bestimmt durch Erfordernisse des operativen Eingriffs
      • Dauerinfusion
        • wurde weder mit der Entwicklung einer Tachyphylaxie noch mit kumulativen Effekten auf die neuromuskulären Blockade in Zusammenhang gebracht

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • bei Bolus-Injektion: Zeit bis zum Wirkungseintritt, Wirkungsdauer und Erholungsrate ggf. um 20 - 30 % verlängert
    • ggf. verringerte Infusionsraten oder kleinere bzw. weniger häufige Erhaltungsdosen nötig
  • adipöse Patienten (KG >/= 30 % über dem Idealgewicht für die Größe)
    • Initialdosis nach Idealgewicht wählen
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Trachealintubation
      • initial: 0,15 mg Mivacurium / kg KG
    • Endstadium der Niereninsuffizienz
      • klin. wirksame Dauer der durch diese Dosis herbeigeführten neuromuskulären Blockade ca. 1,5mal länger als bei normaler Nierenfunktion
      • an Initialdosis anschließende Dosierung entsprechend der individuellen klin. Erfordernisse wählen
    • akutes oder chronisches Nierenversagen
      • ggf. verlängerte und stärkere neuromuskuläre Blockade als Ergebnis eines reduzierten Plasmacholinesterase-Spiegels
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • Trachealintubation
      • initial: 0,15 mg Mivacurium / kg KG
    • Endstadium der Leberinsuffizienz
      • klin.wirksame Dauer der durch diese Dosis herbeigeführten neuromuskulären Blockade ca. 3mal länger als bei normaler Leberfunktion
      • Höhe nachfolgender Dosen entsprechend der individuellen klin. Erfordernisse wählen
  • reduzierte Plasmacholinesterase-Aktivität
    • Möglichkeit einer verlängerten neuromuskulären Blockade
    • geringe Reduktion der Plasmacholinesterase-Aktivität (innerhalb von 20 % derunteren Grenze des Normbereichs)
      • kein klinisch signifikanter Effekt auf die Dauer der neuromuskulären Blockade
  • kardiovaskuläre Erkrankungen
    • Verabreichung der Initialdosis über 60 Sekunden
  • Verbrennungen
    • Resistenz gegen nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien kann erhöhte Dosen erfordern oder
    • herabgesetzte Plasmacholinesterase-Aktivität kann Dosissenkung erfordern
    • vor Behandlungsbeginn 0,015 - 0,020 mg Mivacurium / kg KG als Testdosis
    • anschließende Dosen unter neuromuskulärem Monitoring mit einem Nervenstimulator ermitteln
  • Narkotika
    • Erwachsene
      • steady-state Isofluran- oder Enfluran-Narkose: Reduktion der Mivacurium-Infusionsrate um bis zu 40 %
      • Sevofluran: Reduktion der Mivacurium-Infusionsrate um bis zu 50 %
    • Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (7 Monate - 12 Jahre)
      • steady-state Isofluran-Narkose: Reduzierung der Mivacurium-Infusionsrate um bis zu 70 %
    • Kleinkinder und Kinder (2 - 12 Jahre)
      • Sevofluran: Reduzierung der Mivacurium-Infusionsrate um bis zu 70 %
    • Säuglinge (2 - 6 Monate)
      • steady-state Isofluran-Narkose: Reduzierung der Mivacurium-Infusionsrate um bis zu 70 %

Kontraindikationen

Mivacuriumchlorid - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Mivacurium
  • Unmöglichkeit der künstlichen Beatmung
  • Plasmacholinesterasemangel oder Patienten mit homozygot atypischer Plasmacholinesterase

Nebenwirkungen

Mivacuriumchlorid - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schwere anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tachykardie*
  • Gefässerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hautrötungen (Flush)*
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie*
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bronchospasmus*
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erytheme*
      • Urtikaria*

* Hinweis:

  • auf eine Histaminfreisetzung zurückzuführenden Nebenwirkungen (Flush, Erythem, Urtikaria, Hypotonie, Tachykardie, Bronchospasmus) sind dosisabhängig
  • häufigere Beobachtung bei rascher Verabreichung von Initialdosen = 0,2 mg Mivacurium/kg KG
    • Empfehlung: Verabreichung der Anfangsdosis Mivacurium
      • über einen Zeitraum von 30 bis 60 Sekunden verabreicht werden oder
      • in geteilten Dosen jeweils über 30 Sekunden

Anwendungshinweise

  • Injektionslösung zur i.v.-Injektion und Infusion
  • Injektionslösung kann unverdünnt verabreicht werden
  • nur zum einmaligen Gebrauch
  • kompatibel mit
    • 0,9 %iger NaCl-Lösung (G/V)
    • Ringer-Lactatlösung
    • 5 %iger Glucoselösung (G/V)
  • Verabreichung von Dosierungen </= 0,15 mg Mivacurium / kg KG über 5 -15 Sekunden, höhere Dosierungen über 30 Sekunden (Minimierung von evtl.auftretenden kardiovaskulären Nebenwirkungen)
  • Patienten, die besonders empfindlich auf einen Abfall des arteriellen Blutdrucks reagieren können, wie z.B. Patienten mit Hypovolämie: Verabreichung über 60 Sekunden
  • vollständiger Abschluss der Spontanerholung (unabhängig von der verabreichten Dosis), gemessen als Zeitraum T1 einer 5 - 95 %igen Erholung, nach i.v.-Injektion bei
    • Erwachsenen nach ca. 15 Min.
    • Säuglingen, Kleinkindern und Kindern nach ca. 10 Min.
    • Spontanerholung nach Infusion ebenfalls von Dauer der Infusion unabhängig und mit Erholung nach Verabreichung einer Einzeldosis vergleichbar
  • Wirkung kann durch übliche Dosen von Cholinesterasehemmstoffen aufgehoben werden
  • Gabe von Cholinesterasehemmstoffen nicht routinemäßig erforderlich (rasche Spontanerholung; Erholungsphase würde nur um 5 - 6 Min. verkürzt werden)
  • Anzeichen einer Spontanerholung sollten vorhanden sein, bevor ein Cholinesterasehemmstoff (z.B. Neostigmin) verabreicht wird
  • Gebrauch eines peripheren Nervenstimulators zur Bestimmung der Erholung vor und während der Aufhebung der neuromuskulären Blockade sehr empfohlen

Stillzeithinweise

Mivacuriumchlorid - invasiv
  • nach Anwendung von Mivacurium mindestens 24 Stunden auf das Stillen verzichtet werden
  • nicht bekannt, ob Mivacurium in die Muttermilch übertritt

Schwangerschaftshinweise

Mivacuriumchlorid - invasiv
  • Mivacurium sollte in der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn, der erwartete klinische Nutzen für die Mutter übersteigt ein mögliches Risiko für den sich entwickelnden Fötus
  • keine Erfahrungen mit der Anwendung von Mivacurium in der Schwangerschaft
    • von der Anwendung bei Kaiserschnittentbindungen abgesehen
  • Dosisanpassungen bei Kaiserschnittentbindungen
    • Dosisanpassung der Infusionsrate bei Anwendung von Mivacurium zur neuromuskulären Blockade beim Kaiserschnitt erforderlich
      • während der Schwangerschaft sinkt der Cholinesterase-Spiegel im Plasma
    • weitere Reduktion der Infusionsrate während des Kaiserschnitts kann auch bei Patientinnen notwendig sein, die mit Magnesiumsulfat vorbehandelt sind
      • Magnesium hat einen wirkungsverstärkenden Effekt

Warnhinweise

Mivacuriumchlorid - invasiv
  • Mivacurium darf nur von erfahrenen Anästhesisten oder unter strenger Aufsicht erfahrener Anästhesisten angewendet werden
    • die mit den Wirkungen von Mivacurium vertraut sind und
    • denen angemessene Möglichkeiten zur endotrachealen Intubation und künstlichen Beatmung und zur kardiopulmonalen Reanimation zur Verfügung stehen
  • Mivacurium darf nicht intraarteriell appliziert werden
  • Anwendung von Mivacurium erst nach Gabe hypnotisch wirkender Pharmaka
    • Lähmung der Atem- und Skelettmuskulatur, ohne das Bewusstsein zu beeinträchtigen (wie alle anderen Muskelrelaxantien)
    • ein Antidot sollte unmittelbar zur Verfügung stehen
  • eine verlängerte und verstärkte neuromuskuläre Blockade durch Mivacurium kann sekundär, aufgrund einer reduzierten Plasmacholinesterase-Aktivität, bei folgenden Zuständen oder Erkrankungen auftreten:
    • physiologischen Veränderungen in Schwangerschaft und Wochenbett (s. Schwangerschaft)
    • genetisch bedingten Abnormalitäten der Plasmacholinesterase
      • homozygote Genträger für die atypische Pseudocholinesterase (1 von 2.500 Patienten) reagieren auf die Gabe von Mivacurium mit einer wesentlich verlängerten neuromuskulärenBlockade
        • So führte bei 3 erwachsenen Patienten eine Mivacurium-Dosis von 0,03 mg/kg KG (etwa die ED10 - 20 bei genotypisch normalen Patienten) zu einer 26 bis 128 Minuten andauernden vollständigen neuromuskulären Blockad
      • bei Patienten, die für das atypische Plasmacholinesterase-Gen heterozygot sind, ist die klinisch wirksame Dauer der neuromuskulären Blockade durch 0,15 mg Mivacurium/kg gegenüber Kontrollpatienten um etwa 10 Minuten verlängert
        • nach Beginn der Spontanerholung wurde die neuromuskuläre Blockade bei diesen Patienten mit üblichen Dosen von Neostigmin aufgehoben
    • schwerwiegendem generalisiertem Wundstarrkrampf, Tuberkulose und anderen schweren oder chronischen Infektionen
    • chronischen, beeinträchtigenden Erkrankungen, bösartigen Tumorerkrankungen, chronischer Anämie und Unterernährung
    • Myxödem und Kollagenosen
    • dekompensierter Herzkrankheit
    • peptischem Ulkus
    • Verbrennungen (s. Dosierung und Dauer der Anwendung)
    • Leberversagen im Endstadium (s. Dosierung und Dauer der Anwendung)
    • akutem oder chronischem Nierenversagen oder Nierenversagen im Endstadium (s. Dosierung und Dauer der Anwendung)
    • iatrogen:
      • nach Plasma-Austausch
      • Plasmapherese
      • kardiopulmonärem Bypass
      • als Ergebnis einer zeitgleichen Arzneimitteltherapie
  • Anwendung mit Vorsicht bei
    • Patienten, deren Anamnese auf eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber den Effekten von Histamin hinweist, z. B. Asthma
      • Verabreichung über einen Zeitraum von 60 Sekunden bei Anwendung von Mivacurium bei dieser Patientengruppe
    • Patienten, bei denen Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber anderen Muskelrelaxanzien auftraten
      • hohe Rate allergischer Kreuzreaktionen (mehr als 50 %) zwischen Muskelrelaxanzien berichtet
    • Patienten, die besonders empfindlich auf einen Abfall des arteriellen Blutdrucks reagieren können, wie z. B. Patienten mit Hypovolämie
      • Verabreichung über einen Zeitraum von 60 Sekunden bei Anwendung von Mivacurium bei dieser Patientengruppe
  • bei Erwachsenen wurde die Verabreichung von 0,2 mg Mivacurium/kg KG (das Dreifache der ED95) als schnelle Bolusinjektion mit einer Histaminfreisetzung in Zusammenhang gebracht
    • diese Dosis entspricht der zweifachen ED95 bei Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren
      • bei der Verabreichung von Mivacurium bei dieser Altersgruppe ist Vorsicht geboten
      • Minimierung der kardiovaskulären Effekte dieser Dosen durch
        • eine langsamere Verabreichung von 0,2 mg/kg KG Mivacurium und
        • die geteilte Verabreichung der 0,25 mg/kg KG Mivacurium-Dosis
      • keine Beobachtung negativer Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System bei Kindern, die diese Dosis als raschen Bolus im Rahmen klinischer Studien erhielten
  • innerhalb des empfohlenen Dosisbereichs weist Mivacurium keine signifikanten Vagus oder Ganglien-blockierenden Effekte auf
    • Mivacurium hat innerhalb dieses Bereichs keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Herzfrequenz
    • keine Maskierung von Bradykardien nach Gabe anderer bei der Anästhesie verwendeter Arzneimittel oder nach Vagusreizung im Laufe von chirurgischen Eingriffen durch Mivacurium
  • Überwachung der neuromuskulären Funktion während der Anästhesie mittels eines Nervenstimulators
    • die Dosierung kann so den operativen Erfordernissen genau angepasst und das Risiko einer Überdosierung minimal gehalten werden
      • insbesondere bei neuromuskulären Erkrankungen, bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen sowie bei allen Erkrankungen, die den Arzneistoffwechsel beeinflussen
  • Anwendung mit größter Vorsicht bei
    • allen Erkrankungen des neuromuskulären Systems
      • Reaktion auf neuromuskulär blockierende Substanzen bei diesen Patienten die erheblich verändert sein kann
      • Ausmaß und Richtung dieser Veränderung können stark variieren
  • bei kachektischen Patienten ist eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff zu erwarten
  • Steigerung oder Herabsetzung der Empfindlichkeit gegen Mivacurium durch schwere Störungen des Säure-Basen bzw. des Elektrolythaushaltess. Herstellerinformation für Angaben zur pH-Kompatibilität
    • ggf. Spülung des venösen Zugangs vor und nach der Verabreichung von Mivacurium bei Verabreichung anderer Anästhetika durch die gleiche Verweilkanüle
  • s. Herstellerinformation für Angaben zur pH-Kompatibilität
    • ggf. Spülung des venösen Zugangs vor und nach der Verabreichung von Mivacurium bei Verabreichung anderer Anästhetika durch die gleiche Verweilkanüle
  • Untersuchungen an für das Auftreten der malignen Hyperthermie empfindlichen Schweinen ergaben, dass Mivacurium dieses Syndrom nicht auslöst
    • ausreichende klinische Untersuchungen bei entsprechend empfindlichen Patienten nicht vorliegend
  • Aufhebung der neuromuskulären Blockade:
    • wie bei anderen Muskelrelaxanzien sollten Anzeichen einer Spontanerholung vorhanden sein, bevor ein Cholinesterasehemmstoff (z. B. Neostigmin) verabreicht wird
    • der Gebrauch eines peripheren Nervenstimulators zur Bestimmung der Erholung vor und während der Aufhebung der neuromuskulären Blockade wird sehr empfohlen
  • keine Erfahrungen über die Langzeitanwendung von Mivacurium im intensivmedizinischen Bereich vorliegend
  • Säuglinge unter 2 Monaten:
    • die Anwendung bei Neugeborenen und Säuglingen unter 2 Monaten wird nichtempfohlen, da nur begrenzte Daten in dieser Altersgruppe vorliegen