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| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 5 ST | 64,32 € |
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Indikation
Erwachsene, Kinder und Säuglinge > 2 Monate
- kurzwirksames, nicht depolarisierendes Muskelrelaxans zur Anwendung bei Allgemeinanästhesien, bei der Intubation und bei der künstlichen Beatmung
Dosierung
Basiseinheit: 1 Ampulle (5 ml Injektionslösung) enthält 10,7 mg Mivacuriumchlorid (10 mg Mivacurium).
- kurzwirksames, nicht depolarisierendes Muskelrelaxans zur Anwendung bei Allgemeinanästhesien, bei der Intubation und bei der künstlichen Beatmung
- Verabreichung der kleinsten Dosis, mit der die gewünschte Muskelrelaxation erreicht werden kann
- Ermittlung der individuellen Dosis unter Anwendung eines Nervenstimulators zur Überwachung des Relaxationsgrades
- Anwendung als Injektionslösung
- Relaxation
- Erwachsene
- ED95 (95 %ige Suppression der Einzelreizantwort des Musc. adductor pollicis) unter Narkose
- 0,06 - 0,09 (mittlere Dosis: 0,07) mg Mivacurium / kg KG
- ED95 (95 %ige Suppression der Einzelreizantwort des Musc. adductor pollicis) unter Narkose
- Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (7 Monate - 12 Jahre)
- generell schnellerer Wirkungseintritt, kürzere klinisch effektive Wirkungsdauer und schnellere Spontanerholung
- initial: 0,1 - 0,2 mg Mivacurium / kg KG als Bolusinjektion über 5 - 15 Sekunden
- höhere Dosen nicht empfohlen
- Dauer der klin. wirksamen neuromuskulären Blockade bei Gabe während einer stabilen balancierten Narkose mit Narkotika
- 0,2 mg Mivacurium / kg KG: ca. 9 Min.
- Säuglinge (2 - 6 Monate)
- generell schnellerer Wirkungseintritt, kürzere klinisch effektive Wirkungsdauer und schnellere Spontanerholung
- ED95: 0,07 mg Mivacurium / kg KG
- initial: 0,1 - 0,15 mg Mivacurium / kg KG als Bolusinjektion über 5 - 15 Sekunden
- höhere Dosen nicht empfohlen
- Erwachsene
- Intubation
- Erwachsene
- initial: 0,07 - 0,25 mg Mivacurium / kg KG als Bolusinjektion
- 0,20 mg Mivacurium / kg KG über 30 Sekunden
- Trachealintubation 2 - 2 1/2 Min. nach Injektion durchführbar
- 0,25 mg Mivacurium / kg KG verteilt auf 2 Einzeldosen
- initial: 0,15 mg Mivacurium / kg KG
- 2. Injektion 30 Sekunden nach Initialdosis: 0,10 mg Mivacurium / kg KG
- Trachealintubation 1 1/2 - 2 Min. nach Injektion der Initialdosis durchführbar
- dosisabhängige Dauer der klin. wirksamen neuromuskulären Blockade
- 0,07 mg Mivacurium / kg KG: ca. 13 Min.
- 0,15 mg Mivacurium / kg KG: ca. 16 Min.
- 0,20 mg Mivacurium / kg KG: ca. 20 Min.
- 0,25 mg Mivacurium / kg KG: ca. 23 Min.
- Dosierungen > 0,15 mg / kg KG
- über einen Zeitraum von 5 - 15 Sekunden verabreichen
- höhere Dosen
- über einen Zeitraum von 30 Sekunden verabreichen
- Minimierung von kardiovaskulären Nebenwirkungen
- Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (7 Monate - 12 Jahre)
- 0,2 mg Mivacurium / kg KG
- max. neuromuskuläre Blockade nach 2 Min.
- Intubation innerhalb dieses Zeitraums
- 0,2 mg Mivacurium / kg KG
- Säuglinge (2 - 6 Monate)
- 0,15 mg Mivacurium / kg KG
- max. neuromuskuläre Blockade nach 84 Sekunden
- Intubation innerhalb dieses Zeitraums
- 0,15 mg Mivacurium / kg KG
- Erwachsene
- Repetitions-Dosen
- Erwachsene
- Erhaltungsdosis: 0,1 mg Mivacurium / kg KG (Verlängerung der neuromuskulären Blockade unter Allgemeinnarkose um jeweils 15 Min.)
- aufeinander folgende Repetitionsdosen ohne kumulative Effekte in Bezug auf neuromuskulär blockierende Wirkung
- Anästhesie mit Isofluran bzw. Enfluran
- nach Erreichen des steady-state Dosisreduktion der empfohlenen Initialdosis um bis 25 %
- Spontanerholung (Zeitraum T1) einer 5 - 95%igen Erholung nach i. v.-Injektion ca. 15 Minuten nach ihrem Einsetzen unabhängig von der verabreichten Dosis vollständig abgeschlossen
- Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (7 Monate - 12 Jahre)
- Erhaltungsdosen allgemein häufiger erforderlich
- Erhaltungsdosis: 0,1 mg Mivacurium / kg KG (Verlängerung der neuromuskulären Blockade unter Narkose um jeweils 6 - 9 Min.)
- Spontanerholung ca. 10 Minuten nach ihrem Einsetzen vollständig abgeschlossen
- Säuglinge (2 - 6 Monate)
- Erhaltungsdosen allgemein häufiger erforderlich
- Erhaltungsdosis: 0,1 mg Mivacurium / kg KG
- Spontanerholung ca. 10 Minuten nach ihrem Einsetzen vollständig abgeschlossen
- Erwachsene
- Relaxation
- Anwendung als Infusionslösung (bei operativen Eingriffen von längerer Dauer)
- Erwachsene
- bei ersten Anzeichen einer Spontanerholung: 8 - 10 µg Mivacurium / kg KG / Min. (0,5 - 0,6 mg Mivacurium / kg KG / Stunde) als kontinuierliche Infusion
- Höhe der initialen Infusionsrate entsprechend der Reaktion des Patienten auf die periphere Nervenreizung sowie anhand klin. Kriterien zur Abschätzung der neuromuskulären Blockade
- Anpassung der Infusionsrate um ca. 1 µg Mivacurium / kg KG / Min. (0,06 mg Mivacurium / kg KG / Stunde) max. 1mal / 3 Min.
- Aufrechterhaltung der neuromuskuläre Blockade unter Allgemeinnarkose im Bereich von 89 - 99 % über hinreichend lange Zeiträume: 6 - 7 µg Mivacurium / kg KG / Min.
- während einer Steady-State Isofluran- oder Enfluran-Narkose Reduktion der Infusionsrate um bis zu 40 % in Betracht ziehen
- laut einer Studie sollte die Infusionsrate von Mivacurium bei Sevofluran um bis zu 50 % reduziert werden
- Spontanerholung nach der Infusion von Mivacurium
- unabhängig von der Dauer der Infusion
- mit der Erholung nach Verabreichung einer Einzeldosis vergleichbar
- Säuglinge und Kleinkinder (7 - 23 Monate)
- allgemein höhere Infusionsraten als bei Erwachsenen erforderlich
- Aufrechterhaltung einer 89 - 99 %igen neuromuskulären Blockade während einer Allgemeinnarkose mit Narkotika: ca. 11 µg Mivacurium / kg KG / Min. (ca. 0,7 mg Mivacurium / kg KG / Stunde)
- Kinder (2 - 12 Jahre)
- allgemein höhere Infusionsraten als bei Erwachsenen erforderlich
- Aufrechterhaltung einer 89 - 99 %igen neuromuskulären Blockade während einer Allgemeinnarkose mit Narkotika: ca. 13 - 14 µg Mivacurium / kg KG / Min. (ca. 0,8 mg Mivacurium / kg KG / Stunde)
- Erwachsene
- Behandlungsdauer
- bestimmt durch Erfordernisse des operativen Eingriffs
- Dauerinfusion
- wurde weder mit der Entwicklung einer Tachyphylaxie noch mit kumulativen Effekten auf die neuromuskulären Blockade in Zusammenhang gebracht
Dosisanpassung
- ältere Patienten
- bei Bolus-Injektion: Zeit bis zum Wirkungseintritt, Wirkungsdauer und Erholungsrate ggf. um 20 - 30 % verlängert
- ggf. verringerte Infusionsraten oder kleinere bzw. weniger häufige Erhaltungsdosen nötig
- adipöse Patienten (KG >/= 30 % über dem Idealgewicht für die Größe)
- Initialdosis nach Idealgewicht wählen
- eingeschränkte Nierenfunktion
- Trachealintubation
- initial: 0,15 mg Mivacurium / kg KG
- Endstadium der Niereninsuffizienz
- klin. wirksame Dauer der durch diese Dosis herbeigeführten neuromuskulären Blockade ca. 1,5mal länger als bei normaler Nierenfunktion
- an Initialdosis anschließende Dosierung entsprechend der individuellen klin. Erfordernisse wählen
- akutes oder chronisches Nierenversagen
- ggf. verlängerte und stärkere neuromuskuläre Blockade als Ergebnis eines reduzierten Plasmacholinesterase-Spiegels
- Trachealintubation
- eingeschränkte Leberfunktion
- Trachealintubation
- initial: 0,15 mg Mivacurium / kg KG
- Endstadium der Leberinsuffizienz
- klin.wirksame Dauer der durch diese Dosis herbeigeführten neuromuskulären Blockade ca. 3mal länger als bei normaler Leberfunktion
- Höhe nachfolgender Dosen entsprechend der individuellen klin. Erfordernisse wählen
- Trachealintubation
- reduzierte Plasmacholinesterase-Aktivität
- Möglichkeit einer verlängerten neuromuskulären Blockade
- geringe Reduktion der Plasmacholinesterase-Aktivität (innerhalb von 20 % derunteren Grenze des Normbereichs)
- kein klinisch signifikanter Effekt auf die Dauer der neuromuskulären Blockade
- kardiovaskuläre Erkrankungen
- Verabreichung der Initialdosis über 60 Sekunden
- Verbrennungen
- Resistenz gegen nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien kann erhöhte Dosen erfordern oder
- herabgesetzte Plasmacholinesterase-Aktivität kann Dosissenkung erfordern
- vor Behandlungsbeginn 0,015 - 0,020 mg Mivacurium / kg KG als Testdosis
- anschließende Dosen unter neuromuskulärem Monitoring mit einem Nervenstimulator ermitteln
- Narkotika
- Erwachsene
- steady-state Isofluran- oder Enfluran-Narkose: Reduktion der Mivacurium-Infusionsrate um bis zu 40 %
- Sevofluran: Reduktion der Mivacurium-Infusionsrate um bis zu 50 %
- Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (7 Monate - 12 Jahre)
- steady-state Isofluran-Narkose: Reduzierung der Mivacurium-Infusionsrate um bis zu 70 %
- Kleinkinder und Kinder (2 - 12 Jahre)
- Sevofluran: Reduzierung der Mivacurium-Infusionsrate um bis zu 70 %
- Säuglinge (2 - 6 Monate)
- steady-state Isofluran-Narkose: Reduzierung der Mivacurium-Infusionsrate um bis zu 70 %
- Erwachsene
Kontraindikationen
Mivacuriumchlorid - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Mivacurium
- Unmöglichkeit der künstlichen Beatmung
- Plasmacholinesterasemangel oder Patienten mit homozygot atypischer Plasmacholinesterase
Nebenwirkungen
Mivacuriumchlorid - invasiv
- Erkrankungen des Immunsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- schwere anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Herzerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Tachykardie*
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gefässerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Hautrötungen (Flush)*
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hypotonie*
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Bronchospasmus*
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erytheme*
- Urtikaria*
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
* Hinweis:
- auf eine Histaminfreisetzung zurückzuführenden Nebenwirkungen (Flush, Erythem, Urtikaria, Hypotonie, Tachykardie, Bronchospasmus) sind dosisabhängig
- häufigere Beobachtung bei rascher Verabreichung von Initialdosen = 0,2 mg Mivacurium/kg KG
- Empfehlung: Verabreichung der Anfangsdosis Mivacurium
- über einen Zeitraum von 30 bis 60 Sekunden verabreicht werden oder
- in geteilten Dosen jeweils über 30 Sekunden
- Empfehlung: Verabreichung der Anfangsdosis Mivacurium
Anwendungshinweise
- Injektionslösung zur i.v.-Injektion und Infusion
- Injektionslösung kann unverdünnt verabreicht werden
- nur zum einmaligen Gebrauch
- kompatibel mit
- 0,9 %iger NaCl-Lösung (G/V)
- Ringer-Lactatlösung
- 5 %iger Glucoselösung (G/V)
- Verabreichung von Dosierungen </= 0,15 mg Mivacurium / kg KG über 5 -15 Sekunden, höhere Dosierungen über 30 Sekunden (Minimierung von evtl.auftretenden kardiovaskulären Nebenwirkungen)
- Patienten, die besonders empfindlich auf einen Abfall des arteriellen Blutdrucks reagieren können, wie z.B. Patienten mit Hypovolämie: Verabreichung über 60 Sekunden
- vollständiger Abschluss der Spontanerholung (unabhängig von der verabreichten Dosis), gemessen als Zeitraum T1 einer 5 - 95 %igen Erholung, nach i.v.-Injektion bei
- Erwachsenen nach ca. 15 Min.
- Säuglingen, Kleinkindern und Kindern nach ca. 10 Min.
- Spontanerholung nach Infusion ebenfalls von Dauer der Infusion unabhängig und mit Erholung nach Verabreichung einer Einzeldosis vergleichbar
- Wirkung kann durch übliche Dosen von Cholinesterasehemmstoffen aufgehoben werden
- Gabe von Cholinesterasehemmstoffen nicht routinemäßig erforderlich (rasche Spontanerholung; Erholungsphase würde nur um 5 - 6 Min. verkürzt werden)
- Anzeichen einer Spontanerholung sollten vorhanden sein, bevor ein Cholinesterasehemmstoff (z.B. Neostigmin) verabreicht wird
- Gebrauch eines peripheren Nervenstimulators zur Bestimmung der Erholung vor und während der Aufhebung der neuromuskulären Blockade sehr empfohlen
Stillzeithinweise
Mivacuriumchlorid - invasiv
- nach Anwendung von Mivacurium mindestens 24 Stunden auf das Stillen verzichtet werden
- nicht bekannt, ob Mivacurium in die Muttermilch übertritt
Schwangerschaftshinweise
Mivacuriumchlorid - invasiv
- Mivacurium sollte in der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn, der erwartete klinische Nutzen für die Mutter übersteigt ein mögliches Risiko für den sich entwickelnden Fötus
- keine Erfahrungen mit der Anwendung von Mivacurium in der Schwangerschaft
- von der Anwendung bei Kaiserschnittentbindungen abgesehen
- Dosisanpassungen bei Kaiserschnittentbindungen
- Dosisanpassung der Infusionsrate bei Anwendung von Mivacurium zur neuromuskulären Blockade beim Kaiserschnitt erforderlich
- während der Schwangerschaft sinkt der Cholinesterase-Spiegel im Plasma
- weitere Reduktion der Infusionsrate während des Kaiserschnitts kann auch bei Patientinnen notwendig sein, die mit Magnesiumsulfat vorbehandelt sind
- Magnesium hat einen wirkungsverstärkenden Effekt
- Dosisanpassung der Infusionsrate bei Anwendung von Mivacurium zur neuromuskulären Blockade beim Kaiserschnitt erforderlich
Warnhinweise
Mivacuriumchlorid - invasiv
- Mivacurium darf nur von erfahrenen Anästhesisten oder unter strenger Aufsicht erfahrener Anästhesisten angewendet werden
- die mit den Wirkungen von Mivacurium vertraut sind und
- denen angemessene Möglichkeiten zur endotrachealen Intubation und künstlichen Beatmung und zur kardiopulmonalen Reanimation zur Verfügung stehen
- Mivacurium darf nicht intraarteriell appliziert werden
- Anwendung von Mivacurium erst nach Gabe hypnotisch wirkender Pharmaka
- Lähmung der Atem- und Skelettmuskulatur, ohne das Bewusstsein zu beeinträchtigen (wie alle anderen Muskelrelaxantien)
- ein Antidot sollte unmittelbar zur Verfügung stehen
- eine verlängerte und verstärkte neuromuskuläre Blockade durch Mivacurium kann sekundär, aufgrund einer reduzierten Plasmacholinesterase-Aktivität, bei folgenden Zuständen oder Erkrankungen auftreten:
- physiologischen Veränderungen in Schwangerschaft und Wochenbett (s. Schwangerschaft)
- genetisch bedingten Abnormalitäten der Plasmacholinesterase
- homozygote Genträger für die atypische Pseudocholinesterase (1 von 2.500 Patienten) reagieren auf die Gabe von Mivacurium mit einer wesentlich verlängerten neuromuskulärenBlockade
- So führte bei 3 erwachsenen Patienten eine Mivacurium-Dosis von 0,03 mg/kg KG (etwa die ED10 - 20 bei genotypisch normalen Patienten) zu einer 26 bis 128 Minuten andauernden vollständigen neuromuskulären Blockad
- bei Patienten, die für das atypische Plasmacholinesterase-Gen heterozygot sind, ist die klinisch wirksame Dauer der neuromuskulären Blockade durch 0,15 mg Mivacurium/kg gegenüber Kontrollpatienten um etwa 10 Minuten verlängert
- nach Beginn der Spontanerholung wurde die neuromuskuläre Blockade bei diesen Patienten mit üblichen Dosen von Neostigmin aufgehoben
- homozygote Genträger für die atypische Pseudocholinesterase (1 von 2.500 Patienten) reagieren auf die Gabe von Mivacurium mit einer wesentlich verlängerten neuromuskulärenBlockade
- schwerwiegendem generalisiertem Wundstarrkrampf, Tuberkulose und anderen schweren oder chronischen Infektionen
- chronischen, beeinträchtigenden Erkrankungen, bösartigen Tumorerkrankungen, chronischer Anämie und Unterernährung
- Myxödem und Kollagenosen
- dekompensierter Herzkrankheit
- peptischem Ulkus
- Verbrennungen (s. Dosierung und Dauer der Anwendung)
- Leberversagen im Endstadium (s. Dosierung und Dauer der Anwendung)
- akutem oder chronischem Nierenversagen oder Nierenversagen im Endstadium (s. Dosierung und Dauer der Anwendung)
- iatrogen:
- nach Plasma-Austausch
- Plasmapherese
- kardiopulmonärem Bypass
- als Ergebnis einer zeitgleichen Arzneimitteltherapie
- Anwendung mit Vorsicht bei
- Patienten, deren Anamnese auf eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber den Effekten von Histamin hinweist, z. B. Asthma
- Verabreichung über einen Zeitraum von 60 Sekunden bei Anwendung von Mivacurium bei dieser Patientengruppe
- Patienten, bei denen Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber anderen Muskelrelaxanzien auftraten
- hohe Rate allergischer Kreuzreaktionen (mehr als 50 %) zwischen Muskelrelaxanzien berichtet
- Patienten, die besonders empfindlich auf einen Abfall des arteriellen Blutdrucks reagieren können, wie z. B. Patienten mit Hypovolämie
- Verabreichung über einen Zeitraum von 60 Sekunden bei Anwendung von Mivacurium bei dieser Patientengruppe
- Patienten, deren Anamnese auf eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber den Effekten von Histamin hinweist, z. B. Asthma
- bei Erwachsenen wurde die Verabreichung von 0,2 mg Mivacurium/kg KG (das Dreifache der ED95) als schnelle Bolusinjektion mit einer Histaminfreisetzung in Zusammenhang gebracht
- diese Dosis entspricht der zweifachen ED95 bei Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren
- bei der Verabreichung von Mivacurium bei dieser Altersgruppe ist Vorsicht geboten
- Minimierung der kardiovaskulären Effekte dieser Dosen durch
- eine langsamere Verabreichung von 0,2 mg/kg KG Mivacurium und
- die geteilte Verabreichung der 0,25 mg/kg KG Mivacurium-Dosis
- keine Beobachtung negativer Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System bei Kindern, die diese Dosis als raschen Bolus im Rahmen klinischer Studien erhielten
- diese Dosis entspricht der zweifachen ED95 bei Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren
- innerhalb des empfohlenen Dosisbereichs weist Mivacurium keine signifikanten Vagus oder Ganglien-blockierenden Effekte auf
- Mivacurium hat innerhalb dieses Bereichs keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Herzfrequenz
- keine Maskierung von Bradykardien nach Gabe anderer bei der Anästhesie verwendeter Arzneimittel oder nach Vagusreizung im Laufe von chirurgischen Eingriffen durch Mivacurium
- Überwachung der neuromuskulären Funktion während der Anästhesie mittels eines Nervenstimulators
- die Dosierung kann so den operativen Erfordernissen genau angepasst und das Risiko einer Überdosierung minimal gehalten werden
- insbesondere bei neuromuskulären Erkrankungen, bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen sowie bei allen Erkrankungen, die den Arzneistoffwechsel beeinflussen
- die Dosierung kann so den operativen Erfordernissen genau angepasst und das Risiko einer Überdosierung minimal gehalten werden
- Anwendung mit größter Vorsicht bei
- allen Erkrankungen des neuromuskulären Systems
- Reaktion auf neuromuskulär blockierende Substanzen bei diesen Patienten die erheblich verändert sein kann
- Ausmaß und Richtung dieser Veränderung können stark variieren
- allen Erkrankungen des neuromuskulären Systems
- bei kachektischen Patienten ist eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff zu erwarten
- Steigerung oder Herabsetzung der Empfindlichkeit gegen Mivacurium durch schwere Störungen des Säure-Basen bzw. des Elektrolythaushaltess. Herstellerinformation für Angaben zur pH-Kompatibilität
- ggf. Spülung des venösen Zugangs vor und nach der Verabreichung von Mivacurium bei Verabreichung anderer Anästhetika durch die gleiche Verweilkanüle
- s. Herstellerinformation für Angaben zur pH-Kompatibilität
- ggf. Spülung des venösen Zugangs vor und nach der Verabreichung von Mivacurium bei Verabreichung anderer Anästhetika durch die gleiche Verweilkanüle
- Untersuchungen an für das Auftreten der malignen Hyperthermie empfindlichen Schweinen ergaben, dass Mivacurium dieses Syndrom nicht auslöst
- ausreichende klinische Untersuchungen bei entsprechend empfindlichen Patienten nicht vorliegend
- Aufhebung der neuromuskulären Blockade:
- wie bei anderen Muskelrelaxanzien sollten Anzeichen einer Spontanerholung vorhanden sein, bevor ein Cholinesterasehemmstoff (z. B. Neostigmin) verabreicht wird
- der Gebrauch eines peripheren Nervenstimulators zur Bestimmung der Erholung vor und während der Aufhebung der neuromuskulären Blockade wird sehr empfohlen
- keine Erfahrungen über die Langzeitanwendung von Mivacurium im intensivmedizinischen Bereich vorliegend
- Säuglinge unter 2 Monaten:
- die Anwendung bei Neugeborenen und Säuglingen unter 2 Monaten wird nichtempfohlen, da nur begrenzte Daten in dieser Altersgruppe vorliegen