Mycophenolsäure HEXAL 180mg magensaftres. Tablette

Hexal AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Mycophenolsäure →

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250 ST 228,77 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Mycophenolsäure HEXAL® ist in Kombination mit Ciclosporin und Kortikosteroiden zur Prophylaxe der akuten Transplantatabstoßung nach allogener Nierentransplantation bei erwachsenen Patienten angezeigt.

Dosierung

  • Die Behandlung mit Mycophenolsäure HEXAL® soll nur von Ärzten mit hinreichender Erfahrung in der immunsuppressiven Therapie nach Organtransplantationen eingeleitet und fortgeführt werden.
  • Die empfohlene Dosierung beträgt 720 mg zweimal täglich (Tagesgesamtdosis 1.440 mg). Diese Dosis an Natriummycophenolat entspricht 1 g Mycophenolatmofetil zweimal täglich (Tagesgesamtdosis 2 g), bezogen auf Mycophenolsäure (MPA).
  • Bei De-novo-Patienten sollte die Behandlung mit Mycophenolsäure HEXAL® innerhalb von 72 Stunden nach der Transplantation begonnen werden.
  • Kinder und Jugendliche
    • Es liegen nicht genügend Daten vor, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Natriummycophenolat bei Kindern und Jugendlichen zu belegen. In begrenztem Umfang sind für pädiatrische Patienten nach Nierentransplantation pharmakokinetische Daten verfügbar.
  • Ältere Menschen
    • Die empfohlene Dosis bei älteren Patienten ist 2-mal täglich 720 mg.
  • Nierenfunktionsstörung
    • Bei Patienten mit verzögertem Funktionseintritt des Nierentransplantats nach der Operation ist keine Anpassung der Dosis erforderlich.
    • Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (glomeruläre Filtrationsrate < 25 ml x min-1 x 1,73 m-2) sollten sorgfältig überwacht werden und die tägliche Dosis von Mycophenolsäure HEXAL® sollte 1.440 mg nicht überschreiten.
  • Leberfunktionsstörung
    • Bei nierentransplantierten Patienten mit schweren Leberschäden sind Dosisanpassungen nicht erforderlich.
  • Behandlung während einer Abstoßungsreaktion
    • Renale Transplantat-Abstoßungsreaktionen führten zu keiner Änderung der Pharmakokinetik von Mycophenolsäure (MPA); eine Änderung der Dosierung oder Unterbrechung der Anwendung von Mycophenolsäure HEXAL® ist nicht erforderlich.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Natriummycophenolat, Mycophenolsäure oder Mycophenolatmofetil oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Mycophenolsäure HEXAL® darf von Frauen im gebärfähigen Alter, die keine hochwirksamen Verhütungsmethoden verwenden, nicht angewendet werden.
  • Zudem darf eine Behandlung mit Mycophenolsäure HEXAL® bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne Vorlage eines Schwangerschaftstestergebnisses nicht begonnen werden, um eine unbeabsichtigte Anwendung während einer Schwangerschaft auszuschließen.
  • Mycophenolsäure HEXAL® darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, außer wenn keine geeignete alternative Behandlung zur Verhinderung einer Transplantatabstoßung zur Verfügung steht.
  • Mycophenolsäure HEXAL® darf von stillenden Müttern nicht angewendet werden.

Nebenwirkungen

  • Die nachfolgend genannten unerwünschten Wirkungen umfassen Nebenwirkungen, die während klinischer Studien beobachtet wurden.
  • Maligne Erkrankungen
    • Patienten, die unter Behandlung mit Immunsuppressiva stehen und hierzu eine Kombination von Arzneimitteln einschließlich Mycophenolsäure (MPA) erhalten, sind einem erhöhten Risiko an Lymphomen und anderen Malignomen, insbesondere der Haut, zu erkranken, ausgesetzt. Lymphoproliferative Erkrankungen oder Lymphome entwickelten 2 (0,9%) der De-novo-Patienten und 2 (1,3%) der Patienten mit länger zurückliegender Transplantation, die bis zu einem Jahr Natriummycophenolat erhielten. Nicht Melanom-artige Hautkarzinome traten bei 0,9% der De-novo-Patienten und 1,8% der Patienten mit länger zurückliegender Transplantation auf, die Natriummycophenolat bis zu einem Jahr einnahmen; andere maligne Veränderungen wurden bei 0,5% der De-novo-Patienten und 0,6% der Patienten mit länger zurückliegender Transplantation beobachtet.
  • Opportunistische Infektionen
    • Alle Transplantationspatienten sind einem erhöhten Risiko für opportunistische Infektionen ausgesetzt; das Risiko steigt mit der Gesamtbelastung durch die immunsuppressive Medikation. Die häufigsten opportunistischen Infektionen bei Patienten nach De-novo-Nierentransplantation, die Natriummycophenolat zusammen mit anderen Immunsuppressiva in kontrollierten klinischen Studien mit einem Jahr Nachbeobachtung erhielten, waren Cytomegalievirus (CMV), Candidiasis und Herpes simplex. CMV-Infektionen (Serologie, Virämie oder klinisches Bild) wurden bei 21,6% der De-novo-Transplantierten und bei 1,9% der vorbehandelten Patienten beobachtet.
  • Ältere Menschen
    • Bei älteren Patienten kann grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen einer Immunsuppression bestehen.
  • Andere Nebenwirkungen
    • Tabelle 1 enthält Nebenwirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich auf Natriummycophenolat zurückzuführen sind und während kontrollierter klinischer Studien bei nierentransplantierten Patienten auftraten, denen Natriummycophenolat zusammen mit Ciclosporin-Mikroemulsion und Kortikosteroiden in einer Dosierung von 1.440 mg täglich für 12 Monate verabreicht wurde. Die Angaben sind nach den MedDRA-Organklassen zusammengestellt.
    • Die Nebenwirkungen sind gemäß den folgenden Kategorien aufgelistet:
      • Sehr häufig (>/= 1/10)
      • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
      • Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
      • Selten (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000)
      • Sehr selten (< 1/10.000)
    • Tabelle 1
      • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
        • Sehr häufig
          • Virale, bakterielle und Pilzinfektionen
        • Häufig
          • Infektionen der oberen Atemwege, Pneumonie
        • Gelegentlich
          • Wundinfektionen, Sepsis*, Osteomyelitis*
      • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
        • Gelegentlich
          • Papillom der Haut*, Basalzellkarzinom*, Kaposi-Sarkom*, lymphoproliferative Erkrankungen, Plattenepithelkarzinom*
      • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
        • Sehr häufig
          • Leukopenie
        • Häufig
          • Anämie, Thrombozytopenie
        • Gelegentlich
          • Lymphopenie*, Neutropenie*, Lymphadenopathie*
      • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
        • Sehr häufig
          • Hypokalzämie, Hypokaliämie, Hyperurikämie
        • Häufig
          • Hyperkaliämie, Hypomagnesiämie
        • Gelegentlich
          • Anorexie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus*, Hypercholesterinämie*, Hypophosphatämie
      • Psychiatrische Erkrankungen
        • Sehr häufig
          • Angst
        • Gelegentlich
          • Ungewöhnliche Träume*, Wahnwahrnehmung*, Schlaflosigkeit*
      • Erkrankungen des Nervensystems
        • Häufig
          • Schwindel, Kopfschmerzen
        • Gelegentlich
          • Tremor
      • Augenerkrankungen
        • Gelegentlich
          • Konjunktivitis*, verschwommenes Sehen*
      • Herzerkrankungen
        • Gelegentlich
          • Tachykardie, ventrikuläre Extrasystolen
      • Gefäßerkrankungen
        • Sehr häufig
          • Hypertonie
        • Häufig
          • Hypotonie
        • Gelegentlich
          • Lymphozele*
      • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
        • Häufig
          • Husten, Atemnot
        • Gelegentlich
          • Interstitielle Lungenerkrankung, Lungenstauung*, Stenoseatmung*, Lungenödeme*
      • Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
        • Sehr häufig
          • Diarrhö
        • Häufig
          • Bauchblähung, abdominelle Schmerzen, Verstopfung, Dyspepsie, Blähungen, Gastritis, Übelkeit, Erbrechen
        • Gelegentlich
          • Schmerzhafte Bauchdeckenspannung, gastrointestinale Blutung, Aufstoßen, Mundgeruch*, Ileus*, Lippenulzeration*, Ösophagitis*, Subileus*, Zungenverfärbung*, trockener Mund*, gastroösophageale Refluxkrankheit*, Gingivahyperplasie*, Pankreatitis, Verstopfung des Ohrdrüsenausführgangs*, peptisches Ulcus*, Peritonitis*
      • Leber- und Gallenerkrankungen
        • Häufig
          • Anormale Leberfunktionstests
      • Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
        • Häufig
          • Akne, Pruritus
        • Gelegentlich
          • Alopezie
      • Skelett-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
        • Sehr häufig
          • Arthralgie
        • Häufig
          • Myalgie
        • Gelegentlich
          • Arthritis*, Rückenschmerzen*, Muskelkrämpfe
      • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
        • Häufig
          • Anstieg des Blut-Kreatinins
        • Gelegentlich
          • Hämaturie*, renale tubuläre Nekrose*, Harnröhrenstenose
      • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
        • Gelegentlich
          • Impotenz*
      • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
        • Häufig
          • Asthenie, Müdigkeit, periphere Ödeme, Fieber
        • Gelegentlich
          • Influenza-artige Erkrankungen, Ödeme an den unteren Extremitäten*, Schmerzen, Rigor*, Durst*, Schwäche*
      • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
        • Gelegentlich
          • Kontusion*
      • * Der Fall trat nur bei einem einzigen Patienten (von 372 Patienten) auf.
    • Bemerkung: Nieren-Transplantationspatienten wurden bis zu einem Jahr mit 1.440 mg Mycophenolsäure (als Natriumsalz) täglich behandelt. Bei der De-novo- und der vorbehandelten Population trat ein vergleichbares Nebenwirkungsprofil auf, wenngleich die Häufigkeiten bei Patienten mit länger zurückliegender Transplantation tendenziell niedriger waren.
    • Aus Erfahrungen seit der Markteinführung ist bekannt, dass Hautausschlag und Agranulozytose Arzneimittelnebenwirkungen sein können.
    • Die folgenden zusätzlichen Nebenwirkungen werden mit MPA-Derivaten als einem Klassen-Effekt in Zusammenhang gebracht:
      • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
        • Schwere, lebensbedrohliche Infektionen einschließlich Meningitis, infektiöser Endokarditis, Tuberkulose und atypischer mykobakterieller Infektionen. Bei mit Immunsuppressiva behandelten Patienten, Natriummycophenolat eingeschlossen, wurden sowohl Fälle von BK-Virus assoziierter Nephropathie als auch von JC-Virus assoziierter progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie (PML) berichtet.
      • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
        • Neutropenie, Panzytopenie.
        • Es wurden Fälle von Erythroblastopenie (Pure Red Cell Aplasia [PRCA]) bei Patienten berichtet, die mit MPA-Derivaten behandelt wurden.
      • Erkrankungen des Immunsystems
        • Hypogammaglobulinämien wurden bei Patienten berichtet, die Natriummycophenolat in Kombination mit anderen Immunsuppressiva einnehmen.
      • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
        • Vereinzelt wurde über interstitielle Lungenerkrankungen bei Patienten berichtet, die mit Natriummycophenolat in Kombination mit anderen Immunsuppressiva behandelt wurden. Es wurden Fälle von Bronchiektasien in Kombination mit anderen Immunsuppressiva berichtet.
        • Vereinzelt wurden bei Patienten, die mit MPA-Derivaten behandelt wurden, morphologische Veränderungen der Neutrophilen, einschließlich der Pelger-Huet-Anomalie, beobachtet. Diese Veränderungen gehen nicht mit einer eingeschränkten Funktion der Neutrophilen einher. Vielmehr lassen hämatologische Untersuchungen auf eine „Linksverschiebung" der Neutrophilen und deren Reifungsmuster schließen, was fälschlicherweise als Anzeichen einer Infektion bei immunsupprimierten Patienten - wie unter Natriummycophenolat-Therapie - interpretiert werden kann.
      • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
        • Kolitis, CMV-Gastritis, intestinale Perforation, Magenulcera, Duodenalulcera.
      • Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
        • Fälle von spontanen Fehlgeburten wurden bei Patientinnen, vor allem während des ersten Schwangerschaftstrimesters, nach Mycophenolat-Exposition berichtet.
      • Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen
        • Nach Markteinführung wurden bei Kindern von mit Mycophenolat in Kombination mit anderen Immunsuppressiva behandelten Patientinnen kongenitale Missbildungen beobachtet.

Anwendungshinweise

  • Mycophenolsäure HEXAL® kann zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon eingenommen werden. Die Patienten können eine der beiden Möglichkeiten auswählen, sollten diese dann jedoch beibehalten.
  • Um die Unversehrtheit des magensaftresistenten Tablettenüberzuges zu erhalten, sollte Mycophenolsäure HEXAL® nicht zerstoßen werden. Falls das Zerstoßen von Mycophenolsäure HEXAL® Tabletten nötig ist, ist die Aufnahme des Pulvers durch Inhalation oder direkten Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut zu vermeiden. Sollte es dennoch zu einem Kontakt kommen, ist die entsprechende Stelle gründlich mit Wasser und Seife zu reinigen; die Augen sind mit klarem Wasser zu spülen. Dies ist wegen der teratogenen Effekte von Mycophenolat notwendig.

Stillzeithinweise

  • Begrenzte Daten zeigen, dass Mycophenolsäure in die menschliche Muttermilch übergeht. Aufgrund des Risikos schwerer Nebenwirkungen beim gestillten Säugling ist Mycophenolsäure HEXAL® für stillende Mütter kontraindiziert.

Schwangerschaftshinweise

  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Eine Schwangerschaft während der Anwendung von Mycophenolat ist unbedingt zu vermeiden. Daher müssen Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung, während der Behandlung sowie noch für 6 Wochen nach Beendigung der Behandlung mit Mycophenolsäure HEXAL® mindestens eine zuverlässige Form der Kontrazeption anwenden, es sei denn, Abstinenz wird als Verhütungsmethode gewählt. Vorzugsweise sind zwei ergänzende Formen der Kontrazeption gleichzeitig anzuwenden.
  • Schwangerschaft
    • Mycophenolsäure HEXAL® ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, außer wenn es keine geeignete alternative Behandlung zur Verhinderung einer Transplantatabstoßung gibt. Eine Behandlung darf ohne Vorlage eines negativen Schwangerschaftstestergebnisses nicht begonnen werden, um eine unbeabsichtigte Anwendung während der Schwangerschaft auszuschließen.
    • Patientinnen im gebärfähigen Alter müssen zu Beginn der Behandlung über das erhöhte Risiko für Fehlgeburten und kongenitale Missbildungen aufgeklärt und zu Schwangerschaftsverhütung und -planung beraten werden.
    • Vor Beginn einer Behandlung mit Mycophenolsäure HEXAL® müssen Frauen im gebärfähigen Alter zwei negative Serum- oder Urin-Schwangerschaftstests mit einer Sensitivität von mindestens 25 mIE/ml vorweisen, um eine unbeabsichtigte Exposition des Embryos gegenüber Mycophenolat auszuschließen.
    • Es wird empfohlen, 8 - 10 Tage nach dem ersten Test den zweiten Test durchzuführen. Wenn es bei Transplantaten verstorbener Spender nicht möglich ist, zwei Tests im Abstand von 8 - 10 Tagen vor Behandlungsbeginn durchzuführen (aufgrund der zeitlich nicht planbaren Verfügbarkeit eines Transplantats), muss ein Schwangerschaftstest unmittelbar vor Behandlungsbeginn und ein weiterer Test 8 - 10 Tage danach durchgeführt werden. Schwangerschaftstests sollen wiederholt werden, falls klinisch indiziert (z. B. nachdem eine Verhütungslücke berichtet wurde). Die Ergebnisse aller Schwangerschaftstests sollen mit den Patientinnen besprochen werden. Die Patientinnen sind darauf hinzuweisen, im Falle einer Schwangerschaft umgehend ihren Arzt zu benachrichtigen.
    • Mycophenolat wirkt beim Menschen stark teratogen, mit einem erhöhten Risiko für spontane Fehlgeburten und kongenitale Missbildungen bei Anwendung während einer Schwangerschaft:
      • Spontane Fehlgeburten wurden bei 45 bis 49% der schwangeren Frauen berichtet, die Mycophenolatmofetil angewendet hatten, verglichen mit einer berichteten Aborthäufigkeit zwischen 12 bis 33% bei Patientinnen mit solider Organtransplantation, die mit anderen Immunsuppressiva als Mycophenolatmofetil behandelt wurden.
      • Nach Berichten in der Literatur traten Missbildungen bei 23 bis 27% der Lebendgeburten bei Frauen auf, die Mycophenolatmofetil während der Schwangerschaft angewendet hatten (verglichen mit 2 bis 3% bei Lebendgeburten innerhalb der Gesamtpopulation und etwa 4 bis 5% bei Lebendgeburten bei Transplantatempfängern solider Organe, die mit anderen Immunsuppressiva als Mycophenolatmofetil behandelt wurden).
    • Nach Markteinführung wurden kongenitale Missbildungen, einschließlich Berichte über multiple Missbildungen, bei Kindern von Patientinnen berichtet, die während der Schwangerschaft Mycophenolatmofetil in Kombination mit anderen Immunsuppressiva angewendet haben. Die folgenden Missbildungen wurden am häufigsten berichtet:
      • Missbildungen der Ohren (z. B. anormal geformtes oder fehlendes Außenohr), Atresie des äußeren Gehörgangs (Mittelohr)
      • Missbildungen im Gesicht, wie z. B. Lippenspalte, Gaumenspalte, Mikrognathie und Hypertelorismus der Augenhöhlen
      • Anomalien der Augen (z. B. Kolobom)
      • kongenitale Herzerkrankungen, wie z. B. atriale und ventrikuläre Septumdefekte
      • Missbildungen der Finger (z. B. Polydaktylie, Syndaktylie)
      • tracheoösophageale Missbildungen (z. B. ösophageale Atresie)
      • Missbildungen des Nervensystems, wie z. B. Spina bifida
      • Anomalien der Niere
    • Zusätzlich gab es vereinzelte Berichte über folgende Missbildungen:
      • Mikrophthalmie
      • angeborene Plexuszyste
      • Fehlen des Septum pellucidum
      • Fehlen des Geruchnervs
    • Tierstudien zeigten eine Reproduktionstoxizität.
  • Fertilität
    • Es wurden keine spezifischen Studien zur Auswirkung von Natriummycophenolat auf die Fertilität beim Menschen durchgeführt. In einer Tierstudie zur Fertilität bei männlichen und weiblichen Ratten konnten bis zu einer Dosis von 40 mg/kg bzw. 20 mg/kg keine Auswirkungen festgestellt werden.
  • Männer
    • Begrenzte klinische Daten deuten nicht darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko für Missbildungen oder Fehlgeburten infolge einer Mycophenolatmofetil-Exposition des Vaters besteht.
    • MPA ist ein stark wirksames Teratogen. Es ist nicht bekannt, ob MPA in den Samen gelangt. Berechnungen anhand von tierexperimentellen Daten zeigen, dass die Höchstmenge MPA, die möglicherweise auf Frauen übertragen werden könnte, so gering ist, dass sie wahrscheinlich keine Auswirkung haben würde. In Tierversuchen war Mycophenolat in Konzentrationen genotoxisch, die nur geringfügig über der therapeutischen Exposition beim Menschen liegen, sodass das Risiko genotoxischer Effekte auf Spermazellen nicht völlig ausgeschlossen werden kann.
    • Deswegen werden folgende Vorsichtsmaßnahmen empfohlen: Sexuell aktive männliche Patienten oder ihre Partnerinnen sollen während der Behandlung des Patienten und für mindestens 90 Tage nach Beendigung der Behandlung mit Mycophenolat eine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden. Fortpflanzungsfähige männliche Patienten sollen von einem qualifizierten Angehörigen der Gesundheitsberufe über die möglichen Risiken ein Kind zu zeugen informiert und entsprechend beraten werden.

Warnhinweise

  • Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    • Patienten, die eine Kombinationstherapie mit Immunsuppressiva inklusive Mycophenolsäure HEXAL® erhalten, sind einem erhöhten Risiko an Lymphomen oder Malignomen, insbesondere der Haut, zu erkranken, ausgesetzt. Das Risiko hierfür scheint eher von der Intensität und Dauer der Immunsuppression als von der Verwendung eines bestimmten Arzneimittels abzuhängen. Um das Hautkrebsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren, sollten die Patienten sich nur begrenzt dem Sonnen- und UV-Licht aussetzen, schützende Kleidung tragen und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor benutzen.
    • Patienten, die mit Mycophenolsäure HEXAL® behandelt werden, sollten angewiesen werden, sofort über jedes Anzeichen einer Infektion, ohne erkennbare Ursache auftretende Blutergüsse, Blutungen oder andere Manifestationen einer Suppression des Knochenmarks zu berichten.
    • Patienten, die mit Immunsuppressiva, Mycophenolsäure HEXAL® eingeschlossen, behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für opportunistische Infektionen (bakterielle, Pilz-, virale und Protozoen-Infektionen), tödliche Infektionen und Sepsis. Zu den opportunistischen Infektionen zählen die BK-Virus-assoziierte Nephropathie und die JC-Virus-assoziierte progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML). Diese Infektionen stehen oft in Zusammenhang mit einer hohen immunsuppressiven Belastung und können zu schwerwiegenden Zuständen oder Todesfällen führen. Dies sollten Ärzte bei der Differenzialdiagnose von immunsupprimierten Patienten mit einer Verschlechterung der renalen Funktion oder mit neurologischer Symptomatik berücksichtigen. Mycophenolsäure hat eine zytostatische Wirkung auf B- und T-Lymphozyten, daher kann COVID-19 mit höheren Schweregraden auftreten, und geeignete klinische Maßnahmen sind in Betracht zu ziehen.
    • Es wurde über Fälle von Hypogammaglobulinämien in Verbindung mit rezidivierenden Infektionen bei Patienten, die Mycophenolsäure HEXAL® in Kombination mit anderen Immunsuppressiva erhalten, berichtet. Die Umstellung von MPA-Derivaten auf ein alternatives Immunsuppressivum führte in einigen dieser Fälle dazu, dass sich die Serum-IgG-Spiegel wieder normalisierten. Patienten, die mit Mycophenolsäure HEXAL® therapiert werden und rezidivierende Infektionen entwickeln, sollten ihre Serum-Immunglobulin-Spiegel messen lassen. In Fällen von anhaltenden, klinisch relevanten Hypogammaglobulinämien sollten unter Berücksichtigung der möglichen zytostatischen Effekte, welche Mycophenolsäure auf T- und B-Lymphozyten hat, geeignete klinische Maßnahmen in Betracht gezogen werden.
    • Es wurden Fälle von Bronchiektasen bei Patienten, die Natriummycophenolat in Kombination mit anderen Immunsuppressiva erhalten, berichtet. Die Umstellung von MPA-Derivaten auf ein anderes Immunsuppressivum bewirkte in einigen dieser Fälle eine Verbesserung der respiratorischen Symptome. Das Risiko von Bronchiektasen kann mit Hypogammaglobulinämie oder mit einem direkten Effekt auf die Lunge zusammenhängen. Es wurden auch isolierte Fälle von interstitiellen Lungenerkrankungen berichtet. Es wird empfohlen, dass Patienten, die anhaltende pulmonale Symptome wie Husten und Atemnot entwickeln, auf jegliche Hinweise einer zugrundeliegenden interstitiellen Lungenerkrankung untersucht werden.
    • Eine Reaktivierung von Hepatitis B (HBV) oder Hepatitis C (HCV) wurde bei Patienten beobachtet, die mit Immunsuppressiva, einschließlich den Mycophenolsäure (MPA)-Derivaten Mycophenolsäure HEXAL® und Mycophenolatmofetil (MMF), behandelt wurden. Die Überwachung von infizierten Patienten auf klinische und labortechnische Anzeichen einer aktiven HBV- oder HCV-Infektion wird empfohlen.
    • Fälle von Erythroblastopenien (Pure Red Cell Aplasia [PRCA]) wurden bei Patienten berichtet, die mit MPA-Derivaten (einschließlich Mycophenolatmofetil und Natriummycophenolat) in Kombination mit anderen Immunsuppressiva behandelt wurden. Der Mechanismus, durch den MPA-Derivate PRCA induzieren können, ist nicht bekannt. Möglicherweise hat eine Dosisreduktion bzw. der Abbruch der Therapie einen Rückgang der PRCA zur Folge. Eine Änderung der Behandlung mit Mycophenolsäure HEXAL® darf jedoch nur unter geeigneter Kontrolle des Transplantatempfängers vorgenommen werden, um das Risiko einer Organabstoßung zu minimieren.
    • Patienten, die mit Mycophenolsäure HEXAL® behandelt werden, sollten bezüglich des Auftretens von Blutkrankheiten (z. B. einer Neutropenie oder Anämie) überwacht werden, die auf MPA selbst, die Begleitmedikation, virale Infektionen oder eine Kombination dieser Ursachen zurückgeführt werden könnten. Von Patienten, die Mycophenolsäure HEXAL® einnehmen, sollte regelmäßig ein komplettes Blutbild erstellt werden: im ersten Monat wöchentlich, im zweiten und dritten Monat 14-tägig und danach monatlich während des ersten Behandlungsjahres. Sollten Bluterkrankungen auftreten (z. B. Neutropenie mit einer absoluten Neutrophilenzahl < 1,5 x 103/µl oder Anämie), muss die Therapie mit Mycophenolsäure HEXAL® möglicherweise unterbrochen oder beendet werden.
    • Die Patienten sollen informiert werden, dass Impfungen während der Behandlung mit MPA weniger wirksam sein können und dass die Impfung mit attenuierten Lebendimpfstoffen vermieden werden sollte. Eine Grippeschutzimpfung könnte vorteilhaft sein. Der verschreibende Arzt soll sich an die nationalen Richtlinien zur Grippeschutzimpfung halten.
    • Da Derivate von MPA mit einer erhöhten Inzidenz von Nebenwirkungen im Verdauungstrakt - einschließlich seltenen Fällen von gastrointestinalen Ulzera, Blutungen und Perforation - in Verbindung gebracht wurden, sollte Mycophenolsäure HEXAL® Patienten mit aktiven, schwerwiegenden Erkrankungen des Verdauungstraktes nur zurückhaltend verabreicht werden.
    • Es wird empfohlen, Mycophenolsäure HEXAL® nicht zusammen mit Azathioprin zu verabreichen, da die gleichzeitige Anwendung beider Arzneimittel nicht untersucht wurde.
    • Mycophenolsäure (als Natriumsalz) und Mycophenolatmofetil dürfen aufgrund ihres unterschiedlichen pharmakokinetischen Profils nicht wahllos ausgetauscht oder ersetzt werden.
    • Natriummycophenolat wurde in Kombination mit Kortikosteroiden und Ciclosporin angewendet.
    • Es gibt nur begrenzte Erfahrung mit der zusätzlichen Anwendung einer Induktionstherapie, wie z. B. mit Anti-T-Lymphozyten-Globulin oder Basiliximab.
    • Die Wirksamkeit und Sicherheit von Natriummycophenolat in Kombination mit anderen Immunsuppressiva (z. B. Tacrolimus) wurde nicht untersucht.
    • Die gleichzeitige Anwendung von Mycophenolsäure HEXAL® und Arzneimitteln, die den enterohepatischen Kreislauf störend beeinflussen, z. B. Colestyramin oder Aktivkohle, kann zu einer sub-therapeutischen systemischen Exposition und verminderten Wirksamkeit von MPA führen.
    • Natriummycophenolat ist ein IMPDH (Inosin-Monophosphat-Dehydrogenase)-Inhibitor. Deshalb sollte die Anwendung von Mycophenolsäure HEXAL® bei Patienten mit einem seltenen hereditären Mangel an Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase (HGPRT), wie Lesch-Nyhan- und Kelley-Seegmiller-Syndrom, vermieden werden.
    • Die Therapie mit Mycophenolsäure HEXAL® darf nur begonnen werden, wenn ein negativer Schwangerschaftstest vorliegt. Vor Beginn, während und 6 Wochen nach Beendigung der Therapie mit Mycophenolsäure HEXAL® muss eine wirksame Schwangerschaftsverhütung gegeben sein.
    • Teratogene Wirkungen
      • Mycophenolat wirkt beim Menschen stark teratogen. Spontane Fehlgeburten (Rate 45 bis 49%) und kongenitale Missbildungen (geschätzte Rate 23 bis 27%) wurden nach Mycophenolatmofetil-Exposition in der Schwangerschaft berichtet. Daher ist Mycophenolsäure HEXAL® in der Schwangerschaft kontraindiziert, außer wenn keine geeignete alternative Behandlung zur Verfügung steht, um eine Transplantatabstoßung zu verhindern. Patientinnen im gebärfähigen Alter müssen über die Risiken aufgeklärt werden und vor, während und nach der Behandlung mit Mycophenolsäure HEXAL® die Empfehlungen in der Kategorie "Schwangerschaftshinweise" (z. B. Verhütungsmethoden, Schwangerschaftstests) befolgen. Ärzte sollen sicherstellen, dass Frauen, die Mycophenolat anwenden, die Risiken einer Schädigung des Babys, die Notwendigkeit einer wirksamen Verhütung und die Notwendigkeit, der sofortigen Benachrichtigung ihres Arztes im Fall einer möglichen Schwangerschaft, verstehen.
    • Verhütung
      • Belastbare klinische Daten zeigen ein hohes Risiko für Fehlgeburten und kongenitale Missbildungen bei Anwendung von Mycophenolatmofetil während der Schwangerschaft, sodass eine Schwangerschaft während der Behandlung unbedingt zu vermeiden ist. Daher müssen Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung, während der Behandlung sowie noch für 6 Wochen nach Beendigung der Behandlung mit Mycophenolsäure HEXAL® mindestens eine zuverlässige Form der Kontrazeption anwenden, es sei denn, Abstinenz wird als Verhütungsmethode gewählt. Vorzugsweise sind zwei ergänzende Formen der Kontrazeption gleichzeitig anzuwenden, um das Risiko für ein Versagen der Verhütung und eine ungewollte Schwangerschaft zu minimieren.
      • Hinweise zur Verhütung für Männer, siehe Kategorie "Schwangerschaftshinweise".
    • Schulungsmaterialien
      • Der Zulassungsinhaber stellt Angehörigen der Gesundheitsberufe Schulungsmaterialien zur Verfügung, um Patienten dabei zu unterstützen, eine fetale Exposition mit Mycophenolat zu vermeiden, und um auf weitere wichtige Sicherheitsinformationen hinzuweisen. Die Schulungsmaterialien werden die Warnhinweise zur Teratogenität von Mycophenolat verdeutlichen, über Schwangerschaftsverhütung vor Therapiebeginn aufklären und die Notwendigkeit von Schwangerschaftstests erläutern. Der Arzt soll Frauen im gebärfähigen Alter und, soweit erforderlich, männlichen Patienten vollumfängliche Informationen über das teratogene Risiko und die Maßnahmen zur Schwangerschaftsverhütung zur Verfügung stellen.
    • Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen
      • Während der Behandlung und für mindestens 6 Wochen nach Abschluss einer Behandlung mit Mycophenolat sollten Patienten kein Blut spenden.
      • Männliche Patienten sollen während der Behandlung und für mindestens 90 Tage nach Abschluss der Behandlung mit Mycophenolat keinen Samen spenden.
    • Mycophenolsäure HEXAL® enthält Natrium und Lactose
      • Dieses Arzneimittel enthält 12,93 mg Natrium pro magensaftresistente Tablette, entsprechend 0,65% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
      • Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
    • Die folgenden Interaktionen zwischen Mycophenolsäure (MPA) und anderen Arzneimitteln wurden berichtet.
    • Aciclovir und Ganciclovir
      • Das Gefährdungspotenzial für eine Myelosuppression bei Patienten, die sowohl Natriummycophenolat als auch Aciclovir oder Ganciclovir erhalten, wurde nicht untersucht. Gesteigerte Spiegel von Mycophenolsäure-Glucuronid (MPAG) und Aciclovir/Ganciclovir können auftreten, wenn Aciclovir/Ganciclovir und Natriummycophenolat gemeinsam verabreicht werden; möglicherweise ist dies das Ergebnis einer Konkurrenz der Substanzen bei der tubulären Sekretion. Die Änderungen der MPAG-Pharmakokinetik sind bei Patienten mit adäquater Nierenfunktion wahrscheinlich nicht klinisch signifikant. Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen besteht allerdings die Möglichkeit der Erhöhung der MPAG- und Aciclovir/Ganciclovir-Konzentrationen; die Dosierungsempfehlungen für Aciclovir/Ganciclovir sollten eingehalten und die Patienten sorgfältig beobachtet werden.
    • Gastroprotektive Arzneimittel
      • Magnesium- und Aluminium-haltige Antazida
        • Es wurde beobachtet, dass die AUC und Cmax von MPA um etwa 37% bzw. 25% verringert sind, wenn eine einzige Dosis von Magnesium-Aluminium-haltigen Antazida zusammen mit Natriummycophenolat verabreicht wird. Magnesium-Aluminium-haltige Antazida können intermittierend für die Behandlung einer gelegentlich auftretenden Dyspepsie eingenommen werden. Die tägliche chronische Anwendung von Mycophenolsäure HEXAL® und Magnesium-Aluminium-haltigen Antazida wird wegen der Gefahr einer verringerten MPA-Exposition und Wirksamkeit nicht empfohlen.
      • Protonenpumpen-Inhibitoren
        • Bei gesunden Probanden konnte nach 4-tägiger gleichzeitiger Gabe von Mycophenolsäure und 2-mal täglich 40 mg Pantoprazol keine Änderung der Pharmakokinetik von MPA beobachtet werden. Es gibt keine Daten zu anderen Protonenpumpen-Inhibitoren in hoher Dosierung.
    • Orale Kontrazeptiva
      • Interaktionsstudien zwischen MMF und oralen Kontrazeptiva zeigten keine Interaktionen. Aufgrund des metabolischen Profils von MPA werden auch keine Interaktionen zwischen oralen Kontrazeptiva und Mycophenolsäure HEXAL® erwartet.
    • Colestyramin und Gallensäuren-bindende Arzneimittel
      • Arzneimittel oder Therapien, die Gallensäuren binden können, wie zum Beispiel Gallensäuren-Sequestrate oder oral verabreichte Aktivkohle, sollten wegen einer möglicherweise reduzierten MPA-Exposition und damit verringerten Wirksamkeit von Mycophenolsäure HEXAL® nur mit Vorsicht gleichzeitig angewendet oder durchgeführt werden.
    • Ciclosporin
      • Bei stabilen Nieren-Transplantationspatienten wurde die Pharmakokinetik von Ciclosporin durch die wiederholte Gabe von Natriummycophenolat nicht beeinflusst. Die gemeinsame Gabe von Ciclosporin und Mycophenolatmofetil führt jedoch zu einer verringerten MPA-Exposition. Bei gemeinsamer Anwendung von Ciclosporin und Mycophenolsäure HEXAL® kann Ciclosporin die Konzentration von MPA ebenfalls senken (um ungefähr 20%, wie aus Daten zu Mycophenolatmofetil extrapoliert wurde), das genaue Ausmaß dieser Senkung wurde jedoch nicht ermittelt, da diese Interaktion nicht untersucht wurde. Die Studien zur Wirksamkeit wurden jedoch in Kombination mit Ciclosporin durchgeführt, sodass diese Interaktion keinen Einfluss auf die Dosierungsempfehlung für Mycophenolsäure HEXAL® hat. Für den Fall einer Unterbrechung oder Beendigung der Ciclosporin-Einnahme sollte die Dosierung von Mycophenolsäure HEXAL® in Abhängigkeit vom immunsuppressiven Protokoll insgesamt überprüft werden.
    • Tacrolimus
      • In einer Calcineurin-Cross-over-Studie an Patienten mit stabilem Nierentransplantat wurde die Steady-state-Pharmakokinetik von Natriummycophenolat bei gleichzeitiger Behandlung mit Ciclosporin oder Tacrolimus gemessen. Bei einer Tacrolimus-Behandlung lag die mittlere AUC von MPA 19% (90% CI: -3, +47) höher, die mittlere AUC von MPAG hingegen ca. 30% (90% CI: 16, 42) niedriger im Vergleich zu einer Behandlung mit Ciclosporin. Zusätzlich verdoppelte sich beim Wechsel von Ciclosporin zu Tacrolimus die intraindividuelle Variabilität der AUC von MPA. Kliniker sollten diese Erhöhung der AUC und der Variabilität von MPA berücksichtigen und abhängig von der klinischen Situation die Dosierung von Mycophenolsäure HEXAL® anpassen. Eine engmaschige klinische Überwachung sollte erfolgen, wenn ein Wechsel von einem Calcineurin-Inhibitor zu einem anderen Calcineurin-Inhibitor geplant ist.
    • Attenuierte Lebendimpfstoffe
      • Lebendimpfstoffe sollten bei Patienten mit verminderter Immunantwort nicht angewendet werden. Bei anderen Impfstoffen kann die Antikörperbildung verringert sein.
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt. Die Wirkungsweise, das pharmakodynamische Profil und die beobachteten Nebenwirkungen lassen erwarten, dass ein Einfluss unwahrscheinlich ist.
  • Überdosierung
    • Es gibt Berichte über absichtliche und unbeabsichtigte Fälle einer Überdosierung mit Natriummycophenolat, bei denen jedoch nicht alle Patienten hierauf bezogene Nebenwirkungen hatten. In den Fällen, in welchen eine Nebenwirkung berichtet worden ist, deckt sich das Ereignis mit dem bekannten Sicherheitsprofil der Klasse (vor allem Blutbildveränderungen, Sepsis...).
    • Obwohl eine Dialyse zur Entfernung des inaktiven Metaboliten MPAG eingesetzt werden könnte, ist nicht zu erwarten, dass klinisch signifikante Mengen des aktiven Bestandteils MPA entfernt werden können. Dies liegt vor allem an der sehr hohen Plasmaproteinbindung von MPA von 97%. Gallensäurebindende Substanzen wie Colestyramin können die systemische MPA-Exposition reduzieren, indem sie in den enterohepatischen Kreislauf eingreifen.