Naloxon-ratiopharm 0.4mg/ml Injektionslösung

ratiopharm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Naloxon →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 3 ST 32,48 €
N2 10 ST 69,44 €

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Fachinformationen

Indikation

  • vollständige oder teilweise Aufhebung von Atemdepression und zentralnervösen Dämpfungszuständen verursacht durch natürliche und synthetische Opioide
  • Aufhebung von Koma und Atemdepression bei vermuteter oder bekannter Opioidüberdosierung oder -intoxikation

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 0,4 mg Naloxonhydrochlorid

  • Aufhebung von Atemdepression und zentralnervösen Dämpfungszuständen durch natürliche und synthetische Opioide
    • individuelle Dosisermittlung (optimale Verbesserung der Atemfunktion bei gleichzeitig angemessener Schmerzhemmung)
    • Erwachsene
      • 0,1 - 0,2 mg Naloxonhydrochlorid langsam i.v.
      • anschließend Dosiswiederholung im Abstand von 2 - 3 Min., bis eine ausreichende Atemfunktion und Vigilanz erreicht ist (Titrationsmethode)
      • je nach Dosis und Wirkdauer des verabreichten Opioids und Ansprechen des Patienten kann eine Wiederholung nach 30 - 90 Min. notwendig werden
    • Kinder:
      • fraktionierte Gaben von 0,01 - 0,02 mg Naloxonhydrochlorid / kg Körpergewicht langsam i.v. in Abständen von 2 - 3 Min., bis zur ausreichenden Atemfunktion und Vigilanz
      • je nach Dosis und Wirkdauer des verabreichten Opioids und Ansprechen des Patienten kann eine Wiederholung nach 30 - 90 Min. notwendig werden
    • Ältere Patienten
      • ältere Patienten mit bereits vorliegenden kardiovaskulären Erkrankungen oder Patienten, die potentiell kardiotoxische Arzneimittel einnehmen:
        • Anwendung mit Vorsicht
        • schwere kardiovaskuläre Nebenwirkungen wie ventrikuläre Tachykardien und Kammerflimmern bei postoperativen Patienten nach Gabe von Naloxon wurden beobachtet
  • Opioidüberdosierung oder -intoxikation
    • Erwachsene:
      • übliche Initialdosis: 0,4 - 2 mg Naloxonhydrochlorid langsam i.v.
      • Patienten 3 Min. lang beobachten
      • keine Besserung der Atemfunktion unmittelbar nach der ersten i.v. Gabe:
        • weitere Dosis von 0,4 mg
        • falls nötig, weitere Dosen jeweils alle 2 - 3 Min.
      • falls nach Gabe von 10 mg Naloxonhydrochlorid keinerlei Wirkung beobachtet wird:
        • Diagnose einer opioidbedingten Vergiftung in Frage stellen
      • alternativ i.m. Gabe, falls i.v. nicht möglich
    • Kinder:
      • Dosen von 0,01 mg / kg Körpergewicht nach dem gleichen Zeitschema
  • Atemdepression und zentralnervöse Dämpfungszustände beim Neugeborenen, wenn die Mutter Opioide erhalten hat
    • Neugeborene: 0,01 mg / kg Körpergewicht Naloxonhydrochlorid i.v.
    • evtl. mit einer Wiederholung nach 3 - 5 Min., falls bis dahin keine Wirkung feststellbar ist
    • wenn kein intravenöser Zugang besteht, Gabe auch i.m. (Initialdosis 0,01 mg/kg Körpergewicht)
  • Hinweis:
    • Wirkungsdauer einiger Opioide kann länger sein als die von Naloxon
    • dadurch Wiederauftreten der Atemdepression möglich
    • sorgfältige Überwachung der Patienten unerlässlich
  • Dauer der Anwendung:
    • ergibt sich aus der Art des Opioids, das antagonisiert werden soll, dessen Anwendungsform, der verwendeten Dosis und der Anwendungszeit

Kontraindikationen

Naloxon - invasiv
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Naloxonhydrochlorid

Nebenwirkungen

Naloxon - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • allergische Reaktionen (Urtikaria, Rhinitis, Dyspnoe, Quincke-Ödem)
      • anaphylaktischer Schock
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tremor
      • Schwitzen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Krampfanfälle
      • Nervosität
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tachykardie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arrhythmie
      • Bradykardie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Kammerflimmern
      • Herzstillstand
  • Gefässerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
      • Hypertonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Lungenödem
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Diarrhoe
      • Mundtrockenheit
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erythema multiforme
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • postoperative Schmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperventilation
      • Reizung der Gefäßwand (nach i. v. Applikation)
      • lokale Reizung und Entzündung (nach i.m. Applikation)

Anwendungshinweise

  • bevorzugt als i. v. Anwendung
  • kann auch intramuskulär oder subkutan sowie als Zusatz zu Infusionslösungen (z. B. isotonische NaCl-Lösung, Glukose-Lösung 5%) verabreicht werden
  • schnellster Wirkungseintritt nach intravenöser Anwendung, nach intramuskulärer Anwendung unwesentlich später
  • intramuskuläre Gabe nur, wenn eine intravenöse Gabe nicht möglich ist
  • im Rettungsdienst auch nasale Gabe mittels entsprechender Applikationshilfen

Stillzeithinweise

Naloxon - invasiv
  • Anwendung in der Stillzeit nur nach sorgfältiger Indikationsstellung
    • für 24 Stunden nach der Applikation sollte nicht gestillt werden
  • nicht bekannt, ob Naloxon in die Muttermilch übergeht
  • nicht bekannt, ob gestillte Säuglinge durch Naloxon beeinträchtigt werden

Schwangerschaftshinweise

Naloxon - invasiv
  • darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
    • es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich
  • keine hinreichenden Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft
    • bislang bei Anwendung am Menschen kein Verdacht auf teratogene Wirkungen
  • tierexperimentelle Studien:
    • zeigten Reproduktionstoxizität
  • potentielles Risiko für den Menschen unbekannt
  • Naloxon kann bei Neugeborenen Entzugssymptome hervorrufen

Warnhinweise

Naloxon - invasiv
  • Naloxon ist ein Opiat-Antagonist, ein Antidot
  • Risikogruppen
    • Vorsicht bei Patienten (einschließlich Neugeborenen von Müttern), die
      • hohe Opioiddosen erhalten haben
      • physisch opioidabhängig sind
        • bei diesen Patienten kann zu schnelle Antagonisierung der Opioidwirkungen ein akutes Entzugssyndrom provozieren
        • beobachtet wurden Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Lungenödeme, Herzstillstand
    • postoperative Patienten
      • nach perioperativer Anwendung von Opioiden sollte eine überhöhte Dosierung von Naloxon vermieden werden
        • zu hohe Dosen Naloxon können zu vollständiger bzw. klinisch deutlicher Aufhebung der Analgesie führen
        • zu hohe Dosen Naloxon können zu Erregung/Nervosität und erhöhtem Blutdruck führen
  • Hinweise zu Wirkungsdauer
    • Wirkungsdauer einiger Opioide (z. B. Dextropropoxyphen, Dihydrocodein, Methadon) übertrifft die Wirkungsdauer von Naloxon
      • dadurch ist ein Wiederauftreten der Atemdepression möglich
      • engmaschige Überwachung der Patienten, auch wenn zunächst zufriedenstellende Ansprache auf Naloxon erreicht wurde
      • weitere Verabreichung von Naloxon könnte notwendig werden
      • bei Bedarf Applikation wiederholen
    • Wirkungsdauer abhängig von der Applikationsart
      • die benötigten i.m. Dosen sind im Allgemeinen höher als die i.v. Dosen
      • Dosis muss individuell an den Bedarf des einzelnen Patienten angepasst werden
  • Naloxon ist wirkungslos bei nicht-opioidbedingten zentralnervösen Dämpfungszuständen
    • Aufhebung einer durch Buprenorphin induzierten Atemdepression kann unzureichend sein
    • bei unzureichender Wirkung sollte zusätzlich künstlich beatmet werden
  • zu schnelle Antagonisierung der Opioidwirkung
    • kann Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen und Tachykardie hervorrufen
  • Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und kardiotoxische Comedikation
    • Vorsicht bei Patienten mit bereits vorliegenden kardiovaskulären Erkrankungen
    • Vorsicht bei Patienten, die potentiell kardiotoxische Arzneimittel einnehmen
      • Arzneimittel, die ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern und Herzstillstand verursachen können, z.B.
        • Kokain
        • Methamphetamin
        • zyklische Antidepressiva
        • Calziumantagonisten
        • Betablocker
        • Digoxin
    • nach Operation von Patienten mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder nach Anwendung von Arzneimitteln mit kardiovaskularen Nebenwirkungen wurden Nebenwirkungen beobachtet, z.B.
      • Hypotonie
      • Hypertonie
      • ventrikuläre Tachykardie
      • Kammerflimmern
      • Lungenödem
    • eine direkte kausale Beziehung konnte jedoch nicht nachgewiesen werden
  • Anwendung bei Neugeborenen
    • Gabe von Naloxon sollte keine Wiederbelebungsmaßnahmen ersetzen
    • sollte nur als zusätzliche Behandlung bei solchen Neugeborenen eingesetzt werden
      • die eine deutliche Atemdepression zeigen
      • und deren Mütter während des Geburtsvorgangs Opioide erhalten haben
      • und bei denen Atemfunktionsstörungen auftreten