NATRIUMTHIOSULFAT 10%
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N2 | 10X100 ML | 193,33 € |
| – | 100 ML | 31,63 € |
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Indikation
- als Antidot bei Vergiftungen mit Blausäure oder Cyanogenen (durch Inhalation von Blausäure oder blausäurehaltigen Gasen oder durch Freisetzung von Blausäure aus z.B. Cyaniden, Nitrilen, Natriumnitroprussid oder cyanogenen Glykosiden nach Inkorporation)
- als Therapieversuch bei systemischen Vergiftungen mit Lost
- als Antidot bei Überdosierung mit Cisplatin
- zur Prophylaxe einer Cyanidvergiftung bei der therapeutischen Anwendung von Natriumnitroprussid
- als Zusatz zu Magenspüllösungen bei Vergiftungen mit Lost, Cisplatin sowie iodhaltigen Substanzen
Dosierung
Basiseinheit: 10 ml Lösung enthalten 1,0 g Natriumthiosulfat - 5 H2O
- Als Antidot bei akuten Vergiftungen mit Blausäure und bei systemischen Vergiftungen mit Lost und Cisplatin
- Nach Initialtherapie mit einem Methämoglobinbildner (z.B. 4-Dimethylaminophenol) oder Hydroxocobalamin 1-2 ml Natriumthiosulfat 10% / kg KG (entsprechend 100 - 200 mg Natriumthiosulfat x 5 H2O) langsam i.v. injizieren
- Falls Symptome der Cyanidvergiftung wieder auftreten, Wiederholung der Injektion in Abständen von 30 - 60 min. mit halber Dosis oder Fortsetzung vorzugsweise als Infusion mit einer Dosis von 1 ml/h x kg KG (entsprechend 100 mg Natriumthiosulfat x 5 H2O)
- Bei Vergiftungen mit Cyanogenen
- bei ansprechbaren Patienten keine Initialtherapie mit einem Methämoglobinbildner
- 1 - 2 ml Natriumthiosulfat 10% / kg KG (entsprechend 100 - 200 mg Natriumthiosulfat x 5 H2O) langsam i.v. injizieren
- ggf. Wiederholung der Injektion in Abständen von 30 - 60 min. mit halber Dosis oder Fortsetzung vorzugsweise als Infusion mit einer Dosis von 1 ml/h x kg KG (entsprechend 100 mg Natriumthiosulfat x 5 H2O)
- Zur Prophylaxe einer Cyanid-Vergiftung bei der therapeutischen Anwendung von Natriumnitroprussid
- gleichzeitige Infusion von Natriumthiosulfat im Gewichtsverhältnis 10:1 (Natriumthiosulfatzu Natriumnitroprussid), um eine Akkumulation von Cyanid zu verhindern
- Als Zusatz zu Magenspüllösungen bei Vergiftungen mit Lost, Cisplatin sowie iodhaltigen Substanzen
- Zusatz von Natriumthiosulfat in Konzentration von 1 - 5% möglich
- Hinweise
- Bei Blausäure- und Cyanidvergiftungen
- immer zuerst 4-DMAP injizieren und evtl. Hydroxocobalamin sowie die Beatmung mit Sauerstoff durchführen
- bei Niereninsuffizienz
- verzögerte Ausscheidung des nach Verabreichung von Natriumthiosulfat gebildeten Rhodanids
- Rhodanid-Plasmakonzentrationen ggf. > 1 mg/ml (mögliche Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Muskelkrämpfe und Psychosen)
- Bei Blausäure- und Cyanidvergiftungen
Kontraindikationen
Thiosulfat - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Natriumthiosulfat
- zusätzlich bei Indikation Vorbeugung einer durch eine Cisplatin-Chemotherapie induzierten Ototoxizität
- Neugeborene unter 1 Monat, aufgrund des Risikos von Hypernatriämie
Nebenwirkungen
Thiosulfat - invasiv
- Erkrankungen des Immunsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Überempfindlichkeit
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Hypokaliämie
- Hypernaträmie
- Hypophosphatämie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- metabolische Azidose
- Hypocalcämie
- ohne Häufigkeitsangabe
- erniedrigte Bicarbonatspiegel (bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion außerhalb der zugelassenen Anwendungsbereiche)
- erhöhte Anionenlücken (bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion außerhalb der zugelassenen Anwendungsbereiche)
- metabolische Azidose (bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion außerhalb der zugelassenen Anwendungsbereiche)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Gefäßerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hypertonie
- Hypotonie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Blutdruckabfall bei zu schneller Infusionsgeschwindigkeit
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erbrechen
- Übelkeit
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- ohne Häufigkeitsangabe
- Schmerzen
- Irritationen
- Brennen
- ohne Häufigkeitsangabe
Anwendungshinweise
- Injektions- und Infusionslösung
Stillzeithinweise
Thiosulfat - invasiv
- aus Vorsichtsgründen wird empfohlen, die Anwendung von Natriumthiosulfat während des Stillens zu vermeiden
- es liegen keine Erfahrungen mit einer Anwendung in der Stillzeit vor
- es ist nicht bekannt, ob Natriumthiosulfat / Metaboliten in die Muttermilch übergeht
- ein Risiko für Neugeborene / Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden
- Hinweis zur Indikation Vorbeugung einer durch eine Cisplatin-Chemotherapie induzierten Ototoxizität
- Natriumthiosulfat ist nur zur Verabreichung in Verbindung mit einer Cisplatin-Chemotherapie bestimmt, bei der das Stillen oder Füttern mit Muttermilch kontraindiziert ist
Schwangerschaftshinweise
Thiosulfat - invasiv
- Indikation als Antidot bei Vergiftungen
- es wird empfohlen, auch wenn keine Studien vorliegen, ein Antidot während der Schwangerschaft bei eindeutiger mütterlicher Indikation anzuwenden, um Morbidität oder Mortalität zu reduzieren
- es gibt keine epidemiologischen Studien, die das Risiko von Natriumthiosulfat während der Schwangerschaft untersuchen
- schon wegen einer toxischen Belastung der Mutter durch das Agens, das die Gabe von Natriumthiosulfat erforderlich machte, ist die weitere Überwachung des Schwangerschaftsverlaufs zu empfehlen
- reproduktionstoxikologische Studien wurden nicht durchgeführt
- Indikation Vorbeugung einer durch eine Cisplatin-Chemotherapie induzierten Ototoxizität
- aus Vorsichtsgründen wird empfohlen, die Anwendung von Natriumthiosulfat während der Schwangerschaft möglichst zu vermeiden
- es liegen keine oder nur eingeschränkte Daten aus der Verwendung von Natriumthiosulfat bei Schwangeren vor
- es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität bei intravenöser Infusion von Natriumthiosulfat vor
- Natriumthiosulfat ist nur zur Verabreichung in Verbindung mit einer Cisplatin-Chemotherapie bestimmt
- Cisplatin wird während der Schwangerschaft nicht angewendet, es sei denn, der Arzt hält das Risiko bei einer einzelnen Patientin für klinisch gerechtfertigt
- Patienten, die Cisplatin erhalten, werden darauf hingewiesen, dass während der Behandlung und für 6 Monate nach der Behandlung mit Cisplatin eine angemessene Kontrazeption erforderlich ist, da Cisplatin embryotoxisch und fetotoxisch is
- Fertilität
- zu den Auswirkungen von Natriumthiosulfat auf die Fertilität liegen keine klinischen Daten vor
- es liegen keine ausreichenden Informationen aus tierexperimentellen Studien vor, um die Auswirkungen einer intravenösen Infusion von Natriumthiosulfat auf die Fertilität zu beurteilen
- Natriumthiosulfat ist nur zur Verabreichung in Verbindung mit einer Cisplatin-Chemotherapie bestimmt
- es ist bekannt, dass die Behandlung mit Cisplatin die Fertilität beeinträchtigt
Warnhinweise
Thiosulfat - invasiv
- Allgemeine Hinweise
- bei Blausäure- und Cyanidvergiftungen immer zuerst 4-DMAP injizieren und evtl. Hydroxocobalamin sowie die Beatmung mit Sauerstoff durchführen
- Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
- liegt eine Niereninsuffizienz vor, ist die Ausscheidung des nach Verabreichung von Natriumthiosulfat gebildeten Rhodanids verzögert
- unter diesen Umständen können Rhodanid-Plasmakonzentrationen über 1 mg/ml auftreten, wodurch Übelkeit, Erbrechen, Muskelkrämpfe und Psychosen ausgelöst werden können
- bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurden nach Anwendung von Natriumthiosulfat außerhalb der zugelassenen Anwendungsbereiche Fälle von metabolischer Azidose beobachtet
- Hinweise zur Indikation Vorbeugung einer durch eine Cisplatin-Chemotherapie induzierten Ototoxizität
- Überempfindlichkeit
- in klinischen Studien nach Verabreichung von Natriumthiosulfat wurden Überempfindlichkeitsreaktionen gemeldet
- zu den Symptomen zählten Hautausschlag, Tachykardie, Schüttelfrost und Dyspnoe
- Natriumthiosulfat kann Spuren von Natriumsulfit enthalten
- es kann in seltenen Fällen verschiedene Überempfindlichkeitsreaktionen und Bronchospasmen hervorrufen
- Sulfitempfindlichkeit tritt bei asthmatischen Patienten häufiger auf als bei nicht-asthmatischen Patienten
- Antihistamine (z. B. Diphenhydramin und Steroide) sollten im Falle einer allergischen Reaktion sofort verfügbar sein
- sollte die Reaktion des Patienten so ausfallen, dass die Gabe von Natriumthiosulfat nach der nächsten Cisplatin-Infusion fortgesetzt werden kann, sollte eine Prämedikation mit Antihistaminika verabreicht und der Patient sorgfältig beobachtet werden
- in klinischen Studien nach Verabreichung von Natriumthiosulfat wurden Überempfindlichkeitsreaktionen gemeldet
- Störung des Elektrolytgleichgewichtes
- eine Dosis von 12,8 g/m2 führt zu einer Natriumbeladung von 162 mmol/m2, eine Dosis von 9,6 g/m2 zu einer Natriumbeladung von 121 mmol/m2 und eine Dosis von 6,4 g/m2 zu einer Natriumbeladung von 81 mmol/m2
- Elektrolythaushalt und Blutdruck sollten sorgfältig überwacht werden, und Natriumthiosulfat sollte nicht gegeben werden, wenn das Serumnatrium zu Behandlungsbeginn vor der Gabe von Natriumthiosulfat innerhalb eines Behandlungszyklus > 145 mmol/Liter beträgt
- Patienten im Alter von < 1 Monat haben eine weniger gut entwickelte Natriumhomöostase; daher ist Natriumthiosulfat bei Neugeborenen kontraindiziert
- die Magnesium-, Kalium- und Phosphatspiegel im Serum sollten ebenfalls überwacht und bei Bedarf sollten Ergänzungen vorgenommen werden, da die Kombination aus Flüssigkeitsbeladung in Verbindung mit einer Chemotherapie auf Cisplatin-Basis und der Verabreichung von Natriumthiosulfat vorübergehende Elektrolytstörungen verursachen kann
- Übelkeit und Erbrechen
- vorübergehende Zunahmen der Inzidenz und Schwere von Übelkeit und Erbrechen können bei Natriumthiosulfat-Infusion aufgrund der über einen kurzen Zeitraum verabreichten hohen Natriumkonzentrationen beobachtet werden
- zusätzlich zu allen prophylaktischen Antiemetika, die vor der Verabreichung von Cisplatin verabreicht werden, sollten in den 30 Minuten vor der Verabreichung von Natriumthiosulfat weitere Antiemetika kombiniert verabreicht werden
- Übelkeit und Erbrechen enden tendenziell kurz nach Abschluss der Natriumthiosulfat-Infusion
- Nierenfunktionsstörung
- es ist bekannt, dass Natriumthiosulfat im Wesentlichen über die Nieren ausgeschieden wird, und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann das Nebenwirkungsrisiko von Natriumthiosulfat höher sein
- da eine Cisplatin-Chemotherapie mit Nierentoxizität einhergeht, sollte die Nierenfunktion überwacht und der Elektrolythaushalt genau beobachtet werden, wenn die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) unter 60 ml/min/1,73 m2 fällt
- Überempfindlichkeit