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Fachinformationen

Indikation

  • kurzfristige Anwendung bei gelegentlich auftretender Obstipation
  • Hinweise
    • eine über eine kurzdauernde Anwendung hinausgehende Einnahme stimulierender Abführmittel kann zu einer Verstärkung der Darmträgheit führen
    • Arzneimittel nur einsetzen, wenn Obstipation durch Ernährungsumstellung oder Quellstoffpräparate nicht zu beheben ist

Dosierung

Basiseinheit: 1 Würfel enthält: 430 - 640 mg Sennesblätter-Pulver und 430 - 640 mg Tinnevelly-Sennesfrüchte-Pulver, eingestellt auf 30 mg Hydroxyanthracenderivate, berechnet als Sennosid B

  • kurzfristige Anwendung bei Obstipation
    • individuell dosieren
    • individuell richtige Dosierung: geringste erforderliche Dosis, um weich geformten Stuhl zu erhalten
    • Erwachsene und Kinder >/= 12 Jahre
      • 1/2 - 1 Würfel, 2 - 3 mal / Woche
    • zur Auffindung der richtigen Dosierung anfangs max. 1/2 Würfel
    • tägliche Maximaldosis: 1 Würfel (entspr. 30 mg Hydroxyanthracen-Derivate)
    • Behandlungsdauer
      • ohne ärztlichen Rat nicht über längere Zeiträume (> 1 - 2 Wochen) oder in höherer Dosierung
      • eine längerfristige Einnahme von Abführmitteln sollte vermieden werden

Dosisanpassung

  • Kinder < 12 Jahren
    • Anwendung kontraindiziert
  • Nierenerkrankungen
    • besonders auf mögliche Störungen im Elektrolythaushalt achten

Kontraindikationen

Sennoside - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Sennoside, Sennesblätter oder Sennesfrüchte
  • Ileus
  • Darmstenose und -atonie
  • Appendizitis
  • entzündliche Darmerkrankungen, z.B. Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Bauchschmerzen unbekannter Ursache
  • schwere Dehydratation mit Wasser- und Elektrolytverlusten
  • Kinder < 12 Jahre
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Sennoside - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Pruritus, Urtikaria, lokales oder generalisiertes Exanthem
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Bauchschmerzen und -krämpfe, Durchfälle
        • insbesondere bei Patienten mit einem Reiz-Darm-Syndrom
        • treten aber im Allgemeinen als Folge einer individuellen Überdosierung auf, so dass in diesen Fällen die Dosierung reduziert werden muss
      • Pseudomelanosis coli (Pigmentierung der Darmschleimhaut)
        • harmlos; nach Absetzen des Präparates in der Regel reversibel
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bei chronischem Gebrauch oder bei höherer Dosierung (Missbrauch): Störungen des Wasser-, Elektrolyt- und Mineralhaushaltes
      • Albuminurie (bei chronischem Gebrauch)
      • Hämaturie (bei chronischem Gebrauch)
      • Kaliumverluste, durch auftretende Diarrhöen
        • Kaliumverlust kann zu Störungen der Herzfunktion und zu Muskelschwäche führen, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Herzglykosiden, Saluretika und Nebennierenrindensteroiden
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • harmlose Rot-Braun-Verfärbung des Harns (durch Metaboliten der Sennespflanze)

Anwendungshinweise

  • zum Einnehmen
    • in aufrechter Haltung, nicht im Liegen
    • vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen (Wirkungseintritt nach 8 - 12 Stunden)
  • Würfel bzw. die Hälfte des Würfels, zerkauen und mit reichlich Flüssigkeit (vorzugsweise 1 Glas Wasser) hinunterschlucken
  • eine evtl. erforderliche Teilung des Würfels diagonal (von einer Ecke zur schräg gegenüberliegenden Ecke) mit einem Messer vornehmen
  • inkontinente Erwachsene: längeren Hautkontakt mit dem Kot durch Wechseln der Vorlage vermeiden

Stillzeithinweise

Sennoside - peroral
  • kontraindiziert aufgrund unzureichender toxikologischer Untersuchungen
  • abführend wirkende Abbauprodukte der Sennesfrüchte wie Rhein gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über

Schwangerschaftshinweise

Sennoside - peroral
  • kontraindiziert aufgrund unzureichender toxikologischer Untersuchungen

Warnhinweise

Sennoside - peroral
  • bei Anhalten der Obstipation unter der Behandlung mit Sennosiden soll der Patient einen Arzt aufsuchen
    • falls Abführmittel jeden Tag benötigt werden, sollte die Ursache der Verstopfung ermittelt werden
    • eine längerfristige Einnahme von Abführmitteln sollte vermieden werden
  • Darmträgheit, Abhängigkeit
    • eine über die kurz dauernde Anwendung hinausgehende Einnahme kann zu einer eingeschränkten Funktion des Darms und zur Abhängigkeit von Abführmitteln führen
    • das Präparat sollte nur dann eingesetzt werden, wenn die Verstopfung durch eine Ernährungsumstellung oder durch Quellstoffpräparate nicht zu beheben ist
  • bei gleichzeitiger Einnahme folgender Arzneimittel, soll der Patient das Präparat erst nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen
    • Herzglykoside
    • Anrhythmika
    • Arzneimittel, die zu einer QT-Verlängerung führen können
    • Diuretika
    • Adrenokortikoide
    • Süßholzwurzel
  • wie alle Abführmittel sollen Sennoside ohne Rücksprache mit einem Arzt nicht eingenommen werden bei
    • übermäßiger Stuhlverhärtung (Kotsteinen)
    • nicht untersuchten akuten oder persistierenden Magen-Darm-Beschwerden wie Bauschschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, da diese Beschwerden Zeichen für einen drohenden oder bereits bestehenden Ileus sein können
  • Inkontinenz
    • bei inkontinenten Erwachsenen sollte bei der Einnahme ein längerer Hautkontakt mit dem Kot durch häufiges Wechseln der Vorlagen vermieden werden
  • Patienten mit Nierenerkrankungen
    • sollten besonders auf mögliche Störungen im Elektrolythaushalt achten
  • Patienten mit einer kaliumarmen Diät
    • Vorsicht bei der Anwendung
    • aufgrund des Kaliumgehaltes Gefahr einer Hyperkaliämie mit Magenbeschwerden und Durchfall
  • beim Auftreten von Unverträglichkeiten mit z.B. krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden sollten besonders untergewichtige, geschwächte oder ältere Patienten das Präparat nicht weiter einnehmen
  • Hautausschläge
    • Hinweis an Patienten: bei Auftreten von Unverträglichkeitsreaktionen (Hautausschlägen) soll der Patient den Arzt aufsuchen, damit der diese ggf. behandeln kann