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Fachinformationen

Indikation

  • arterielle Hypertonie leichten bis mittleren Schweregrades
  • Basisbehandlung bei schweren Formen der Hypertonie in Kombination mit anderen Antihypertensiva
  • Ödeme jeder Art im Gewebe oder in Körperhöhlen, die durch Herz-, Nieren-, Leber- oder Venenerkrankungen bedingt sein können

Dosierung

  • Dauerbehandlung des leichten bis mittelschweren Bluthochdruckes
    • 1 Filmtablette (10 mg Xipamid und 30 mg Triamteren) 1mal / Tag
  • Dauertherapie von Ödemen unterschiedlicher Genese
    • je nach Schweregrad der Erkrankung
      • 1 - 2 Filmtabletten (10 - 20 mg Xipamid und 30 - 60 mg Triamteren) 1mal / Tag oder jeden 2. Tag
      • kurzfristige Dosiserhöhung, optional, bis 3 Filmtabletten (30 mg Xipamid und 90 mg Triamteren) 1mal / Tag
    • Anwendungsdauer bei venösem Ödem: normalerweise nicht mehr als wenige Tage

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Leberfunktion
    • Dosisanpassung entsprechend der Einschränkung
  • eingeschränkte Herzfunktion
    • Resorption von Xipamid kann deutlich eingeschränkt sein
  • Kinder und Jugendliche
    • keine Anwendung
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen

Kontraindikationen

Triamteren, Xipamid - peroral

Xipamid plus Triamteren

  • Überempfindlichkeit gegen Triamteren, Xipamid oder Sulfonamide
  • Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min und/oder Serum-Kreatinin > 1,8 mg/dl)
  • akute Glomerulonephritis
  • Anurie
  • schwere Leberfunktionsstörungen (Präcoma und Coma hepaticum)
  • therapieresistente Hypokaliämie
  • Hyperkaliämie
  • Gicht
  • schwere Hyponatriämie
  • Hypercalcämie
  • Hypovolämie
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Triamteren, Xipamid - peroral

Xipamid plus Triamteren

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Thrombozytopenie
      • Leukopenie
      • Agranulozytose
      • aplastische Anämie
      • Vaskulitis (Beendigung der Therapie)
      • bei Verdacht auf Folsäuremangel (z. B. Leberzirrhose bei chronischem Alkoholabusus)
        • auf Veränderungen des Blutbildes achten, da Triamteren (als schwacher Folsäureantagonist) unter diesen Bedingungen das Entstehen einer Megaloblastose begünstigen kann
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypokaliämie, die sich äußern kann in Symptomen wie
        • Übelkeit
        • Erbrechen
        • EKG-Veränderungen
        • gesteigerte Glykosidempfindlichkeit
        • Herzrhythmusstörungen
        • Hypotonie der Skelettmuskulatur
      • Hyperkaliämie kann ebenfalls auftreten
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Störungen des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts wie
        • Dehydratation
        • Hyponatriämie
        • Hypomagnesiämie
        • hypochlorämische Alkalose
      • Hyperkaliämie
      • metabolische Azidose
      • reversibler Anstieg stickstoffhaltiger harnpflichtiger Stoffe (Harnstoff, Kreatinin)
        • vor allem zu Behandlungsbeginn
      • Anstieg des Serumharnsäurespiegels
      • Auslösung von Gichtanfällen bei prädisponierten Patienten
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hyperlipidämie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypocalcämie
      • ein latenter Diabetes kann zum Vorschein kommen
      • bei Patienten mit Diabetes mellitus kann eine Erhöhung der Blutzuckerwerte auftreten
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Antriebsarmut
      • Lethargie
      • Angst
      • Nervosität
      • Agitiertheit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
      • Mundtrockenheit
      • Durst
      • Müdigkeit
      • Schwitzen
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • geringgradige Sehstörungen
      • Verstärkung einer bestehenden Myopie (Beendigung der Therapie)
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Herzklopfen
  • Gefässerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • orthostatische Hypotonie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhtes Risiko von Thrombosen und Embolien (insb. bei hoher Dosierung)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Oberbauchbeschwerden
      • krampfartige Schmerzen im Bauchraum
      • Diarrhö
      • Obstipation
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • hämorrhagische Pankreatitis (Beendigung der Therapie)
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • akute Cholecystitis bei bestehender Cholelithiasis (Beendigung der Therapie)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Ikterus
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergische Hautreaktionen (Beendigung der Therapie)
        • Pruritus
        • Erythem
        • Urtikaria
        • chronische Photosensibilität
  • Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Muskelspasmen und -krämpfe
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akute interstitielle Nephritis
      • Nephrolithiasis
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Arzneimittelfieber

Anwendungshinweise

  • Einnahme unzerkaut, mit ausreichend Flüssigkeit am besten morgens nach dem Frühstück oder morgens und mittags bei 2mal täglicher Einnahme
  • während der Behandlung auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten

Stillzeithinweise

Triamteren, Xipamid - peroral

Xipamid plus Triamteren

  • in der Stillzeit kontraindiziert

Schwangerschaftshinweise

Triamteren, Xipamid - peroral

Xipamid plus Triamteren

  • in der Schwangerschaft kontraindiziert
  • keine Erfahrungen mit einer Anwendung von Xipamid plus Triamteren bei Schwangeren
  • in Tierstudien traten reproduktionstoxische Effekte auf
  • Thiaziddiuretika
    • passieren die Plazenta
    • können beim ungeborenen oder neugeborenen Kind zu Elektrolytveränderungen, Hypoglykämie sowie zu einer hämolytischen Anämie und Thrombozytopenie führen
    • Xipamid
      • keine Untersuchungen zum diaplazentaren Übertritt
      • generell sind Diuretika wie Xipamid aufgrund ihrer pharmakologischen Wirkung in der Schwangerschaft kontraindiziert
  • Diuretika sind unter keinen Umständen in der Behandlung schwangerschaftsbedingter, also physiologischer Ödeme einzusetzen
    • fetoplazentäre Ischämie mit dem Risiko einer fetalen Wachstumsstörung möglich

Warnhinweise

Triamteren, Xipamid - peroral

Xipamid plus Triamteren

  • Warnhinweise
    • bei Lebererkrankungen kann es unter der Behandlung mit Thiaziddiuretika und damit verwandten Substanzen zu einer hepatischen Encephalopathie kommen
      • in diesem Fall ist Xipamid plus Triamteren sofort abzusetzen
    • bei chronischem Diuretika-Abusus kann ein Pseudo-Bartter-Syndrom mit der Folge von Ödemen auftreten
      • diese Ödeme sind Ausdruck eines Anstiegs des Renins mit der Folge eines sekundären Hyperaldosteronismus
  • Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung des Arzneimittels
    • Wasser- und Elektrolythaushalt
      • Hinweis: Bei einer therapieresistenten Entgleisung des Elektrolythaushaltes sollte die Therapie abgebrochen werden
      • Natriumplasmaspiegel
        • Kontrolle
          • vor Therapiebeginn
          • in regelmäßigen Abständen während der Behandlung
            • unverzichtbar, da ein Abfall des Natriumplasmaspiegels zunächst asymptomatisch verlaufen kann
          • engmaschig bei älteren Patienten und Patienten mit Leberzirrhose
        • Hyponatriämie mit bisweilen sehr ernsten Folgen, ist grundsätzlich unter jeder Diuretikatherapie möglich
      • Kaliumplasmaspiegel
        • wie bei anderen Diuretika kann es während einer Langzeittherapie mit Xipamid zu einer Hypokaliämie kommen
        • regelmäßige Kontrolle
          • der Serumelektrolyte insbesondere
            • Kalium
            • Natrium
            • Calcium
          • Bikarbonat
          • Kreatinin
          • Harnstoff
          • Harnsäure
          • Blutzucker
        • Kalium-Substitution kann erforderlich werden
          • insbesondere bei älteren Patienten, bei denen eine ausreichende Kalium-Einnahme nicht gewährleistet ist
        • der Abfall des Kaliumplasmaspiegels bis hin zur Hypokaliämie stellt das Hauptrisiko einer Behandlung mit Thiaziddiuretika und damit eng verwandten Arzneistoffen dar
        • eine Hypokaliämie muss korrigiert werden
        • häufigere Kontrollen des Kaliumplasmaspiegels sind erforderlich (wobei die erste Kontrolle in der ersten Woche nach Therapiebeginn erfolgen sollte) und das Auftreten einer Hypokaliämie ist zu vermeiden
          • insbesondere im Falle eines stärkeren Flüssigkeitsverlustes z. B. durch
            • Erbrechen
            • Diarrhö
            • intensives Schwitzen
          • bei Risikogruppen, d. h. bei
            • älteren Patienten
            • unterernährten Patienten
            • mehrfach medikamentös behandelten Patienten
            • Patienten mit Leberzirrhose
            • Patienten mit Ödem- bzw. Aszitesbildung
            • Patienten mit koronarer Herzkrankheit/Herzinsuffizienz
              • bei diesem Patientenkreis wird durch eine Hypokaliämie auch die Kardiotoxizität von Herzglykosiden sowie das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöht
            • Personen mit einem langen QT-Intervall
              • unabhängig davon, ob dieses angeboren oder iatrogen erworben ist
              • das Vorliegen einer Hypokaliämie sowie einer Bradykardie begünstigt dann das Auftreten schwerer Herzrhythmusstörungen, insbesondere der möglicherweise tödlich verlaufenden Torsade de pointes
        • Hypovolämie oder Dehydratation sowie wesentliche Elektrolytstörungen oder Störungen im SäureSäure-Basen-Haushalt müssen korrigiert werden
          • dies kann die zeitweilige Einstellung der Behandlung mit Xipamid plus Triamteren erfordern
      • Calciumplasmaspiegel
        • unter einer Behandlung mit Thiaziddiuretika und damit verwandten Arzneistoffen kann es zu einer verminderten Calciumausscheidung im Urin sowie zu einem geringfügigen, vorübergehenden Anstieg des Calciumplasmaspiegels kommen
        • eine manifeste Hypercalcämie kann auch auf dem Boden eines nicht erkannten Hyperparathyreoidismus entstanden sein
        • vor einer eventuellen Untersuchung der Nebenschilddrüsenfunktion ist die Therapie abzubrechen
      • Blutzuckerspiegel
        • bei Diabetikern ist der Blutzuckerspiegel insbesondere bei gleichzeitigem Vorliegen einer Hypokaliämie engmaschig zu kontrollieren
      • Harnsäurespiegel
        • bei Patienten mit Hyperurikämie kann eine verstärkte Neigung zu Gichtanfällen bestehen
      • Nierenfunktion und Diuretika
        • Hypovolämie, hervorgerufen durch Diuretikabedingten Wasser- und Natriumverlust zu Therapiebeginn, führt zu einer Verminderung der glomerulären Filtration
          • dadurch kann es zu einem Anstieg des Harnstoff-Stickstoffs im Blut (BUN) und des Serumkreatinins kommen
          • diese vorübergehende funktionelle Niereninsuffizienz bleibt bei Nierengesunden ohne Folgen, kann eine vorbestehende Niereninsuffizienz aber verschlechtern
        • bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance zwischen 30 - 60 ml/min und/oder Serum-Kreatinin zwischen 1,5 - 1,8 mg/dl).
          • wegen Hyperkaliämiegefahr muss die Serum-Kaliumkonzentration besonders überwacht werden
    • Kinder
      • Xipamid plus Triamteren sollte nicht angewendet werden
      • Sicherheit und Wirksamkeit wurde in dieser Population nicht nachgewiesen
    • ältere Menschen
      • häufigere Kontrollen von Kalium und Natrium im Blut erforderlich
    • Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken
      • die Anwendung von Xipamid plus Triamteren kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
      • die gesundheitlichen Folgen der Anwendung von Xipamid plus Triamteren als Dopingmittel können nicht abgesehen werden
        • schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen