NEUPRO 3 mg/24 h transdermale Pflaster

FD Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Rotigotin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 28 ST 200,97 €
N3 84 ST 578,98 €

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Fachinformationen

Indikation

  • symptomatische Behandlung des mittelschweren bis schweren idiopathischen Restless-Legs-Syndroms bei Erwachsenen

Dosierung

Basiseinheit: Pflaster vom Matrixtyp 3 mg Rotigotin / 24 h (Freisetzungsrate)

  • mittelschweres bis schweres idiopathisches Restless-Legs-Syndrom
    • initial: 1mg / 24 Stunden
    • schrittweise Dosiserhöhung, wöchentlich um 1 mg / 24 Stunden
    • Höchstdosis: 3 mg / 24 Stunden
    • Notwendigkeit für eine Behandlungsfortsetzung alle 6 Monate überprüfen
    • Beendigung der Behandlung
      • ausschleichend absetzen, zur Vermeidung eines Rebound
      • Tagesdosis in Schritten von 1 mg / 24 Stunden, vorzugsweise jeden 2. Tag, bis zum vollständigen Absetzen reduzieren

Dosisanpassung

  • leichte bis mittelschwere Leberfunktionsstörung
    • Dosisanpassung nicht erforderlich
  • starke Leberfunktionsstörung
    • Vorsicht geboten, möglicherweise verringerte Rotigotin-Clearance
    • Daten für diese Patientengruppe nicht vorhanden
    • bei Verschlechterung der Leberfunktionsstörung kann Dosisreduktion erforderlich werden
  • leichte bis mittelschwere Nierenfunktionsstörung, einschl. Dialyse
    • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • bei aktuer Verschlechterung der Nierenfunktion unerwartete Akkumulation von Rotigotin möglich

Kontraindikationen

Rotigotin - extern
  • Überempfindlichkeit gegen Rotigotin
  • Magnetresonanztomografie (MRT) oder Kardioversion (Applikationsform-abhängig)

Therapiehinweise

Ausschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Rotigotin - extern

Restless-Legs-Syndrom

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Überempfindlichkeit, inkl.
        • Angioödem
        • Zungen- und Lippenödem
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlafattacken
      • plötzliche Schlafanfälle
      • Störungen des sexuellen Verlangens, einschl.
        • Hypersexualität
        • gesteigerter Libido
      • Schlaflosigkeit
      • Schlafstörung
      • ungewöhnliche Träume
      • Störungen der Impulskontrolle, einschl.
        • pathologisches Spielen / Spielzwang
        • Stereotypie / Zwangshandlungen
        • Essattacken / Essstörungen / zwanghaftes Essen
        • zwanghaftes Kaufverhalten / Kaufsucht / zwanghaftes Geldausgeben
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • obsessive Zwangsstörung
      • Agitiertheit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • aggressives Verhalten / Aggression
      • Desorientiertheit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • dopaminerges Dysregulations-Syndrom
      • Wahrnehmungsstörungen*, einschl.
        • Halluzinationen
        • optischer Halluzinationen
        • akustischer Halluzinationen
        • Illusionen
      • Alpträume*
      • Paranoia*
      • Verwirrtheitszustände*
      • psychotische Störungen*
      • Wahnvorstellung*
      • Delirium*
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerz
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Somnolenz, einschl.
        • übermäßige Tagesschläfrigkeit
        • plötzliche Schlafattacken
        • plötzliches Einschlafen
          • in vereinzelten Fällen kam es beim Führen eines Fahrzeugs zu „plötzlichem Einschlafen" und als Folge zu Autounfällen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schwindelgefühle*
      • Bewusstseinsstörungen NEC*, einschl.
        • Synkope
        • vasovagale Synkope
        • Bewusstlosigkeit
      • Dyskinesie*
      • orthostatischer Schwindel*
      • Lethargie*
      • Krämpfe*
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • verschwommenes Sehen*
      • Sehverschlechterung*
      • Photopsie*
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Drehschwindel*
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Palpitationen*
      • Vorhofflimmern*
      • supraventrikuläre Tachykardie*
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypertonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • orthostatische Hypotonie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypotonie*
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schluckauf*
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
      • Dyspepsie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Obstipation*
      • Mundtrockenheit*
      • Bauchschmerzen*
      • Diarrhoe
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Juckreiz
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erythem*
      • Hyperhidrosis*
      • generalisierter Juckreiz*
      • Hautreizung*
      • Kontaktdermatitis*
      • generalisierter Ausschlag*
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Rhabdomyolyse
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erektile Dysfunktion*
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Reaktionen an der Applikations- und Instillationsstelle, einschl.
        • Erythem, Juckreiz, Reizung, Ausschlag, Dermatitis, Vesikel, Schmerzen, Ekzem, Entzündung, Schwellung, Verfärbung, Papeln, Exfoliation, Urtikaria, Überempfindlichkeit
      • Schwächezustände, einschl.
        • Müdigkeit
        • Asthenie
        • Unwohlsein
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reizbarkeit
      • periphere Ödeme
  • Untersuchungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gewichtsabnahme*
      • erhöhte Leberenzyme*, einschl.
        • AST, ALT, GGT
      • Gewichtszunahme*
      • erhöhte Herzfrequenz*
      • erhöhte Kreatin(phospho)kinase (CPK-Werte)*
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Sturzneigung*

Legende: * = beobachtet in Studien mit Parkinson-Patienten

Parkinson-Erkrankung

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeit, inkl.
        • Angioödem
        • Zungen- und Lippenödem
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Wahrnehmungsstörungen, einschl.
        • Halluzinationen
        • optische Halluzinationen
        • akustische Halluzinationen
        • Illusionen
      • Schlaflosigkeit
      • Schlafstörung
      • Alpträume
      • ungewöhnliche Träume
      • Impulskontrollstörungen, einschl.
        • Spielzwang
        • Stereotypie / Zwangshandlungen
        • Essattacken / Essstörungen / zwanghaftes Essen
        • zwanghaftes Kaufverhalten / zwanghaftes Geldausgeben / Kaufsucht
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schlafattacken
      • plötzliche Schlafanfälle
      • Paranoia
      • Störungen des sexuellen Verlangens, einschl.
        • Hypersexualität
        • gesteigerter Libido
      • Verwirrtheitszustände
      • Desorientiertheit
      • Agitiertheit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • psychotische Störungen
      • obsessive Zwangsstörung
      • aggressives Verhalten / Aggression
      • Wahnvorstellungen
      • Delirium
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • dopaminerges Dysregulations-Syndrom
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Somnolenz
        • übermäßige Tagesschläfrigkeit
        • plötzliche Schlafattacken
        • plötzliches Einschlafen
          • in vereinzelten Fällen kam es beim Führen eines Fahrzeugs zu „plötzlichem Einschlafen" und als Folge zu Autounfällen
      • Schwindelgefühl
      • Kopfschmerz
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bewusstseinsstörungen NEC, einschl.
        • Synkope
        • vasovagale Synkope
        • Bewusstlosigkeit
      • Dyskinesie
      • orthostatischer Schwindel
      • Lethargie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Krämpfe
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dropped Head Syndrom
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • verschwommenes Sehen
      • Sehverschlechterung
      • Photopsie
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Drehschwindel
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Palpitationen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Vorhofflimmern
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • supraventrikuläre Tachykardie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypertonie
      • orthostatische Hypotonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schluckauf
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspepsie
      • Obstipation
      • Mundtrockenheit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bauchschmerzen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Diarrhoe
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Juckreiz
      • Erythem
      • Hyperhidrosis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • generalisierter Juckreiz
      • Hautreizung
      • Kontaktdermatitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • generalisierter Ausschlag
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Rhabdomyolyse
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erektile Dysfunktion
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Reaktionen an der Applikations- und Instillationsstelle, einschl.
        • Erythem, Juckreiz, Reizung, Ausschlag, Dermatitis, Vesikel, Schmerzen, Ekzem, Entzündung, Schwellung, Verfärbung, Papeln, Exfoliation, Urtikaria, Überempfindlichkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • periphere Ödeme
      • Schwächezustände, einschl.
        • Müdigkeit
        • Asthenie
        • Unwohlsein
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Reizbarkeit
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gewichtsabnahme
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erhöhte Leberenzyme
        • einschl. AST, ALT, GGT
      • Gewichtszunahme
      • erhöhte Herzfrequenz
      • erhöhte Kreatin(phospho)kinase (CPK-Werte)
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Sturzneigung

Anwendungshinweise

  • Pflaster 1mal / Tag etwa zur gleichen Zeit auf saubere, trockene, unverletzte gesunde Haut aufkleben:
    • Bauchbereich
    • Oberschenkel
    • Hüfte
    • Flanke
    • Schulter
    • Oberarm
  • Pflaster nicht auf gerötete, gereizte oder verletzte Hautbereiche aufbringen
  • nach 24 Stunden Austausch gegen ein neues Pflaster an einer anderen Applikationsstelle
  • falls Pflasterapplikation zur gewohnten Tageszeit vergessen wurde oder sich das Pflaster ablöst, sollte für den Rest des Tages ein neues Pflaster appliziert werden
  • erneute Applikation an derselben Stelle innerhalb von 14 Tagen vermeiden
  • Pflaster unmittelbar nach Öffnen des Beutels aufkleben, Klebefläche dabei nicht berühren, mit der Handfläche etwa 20 bis 30 Sek. fest aufdrücken
  • Pflasterbereich keiner äusseren Wärme (übermässiges Sonnenlicht, Heizkissen und andere Wärmequellen wie Sauna, heisse Bäder usw.) aussetzen

Stillzeithinweise

Rotigotin - extern
  • es sollte abgestillt werden, da keine Daten für den Menschen vorliegen
  • Rotigotin senkt beim Menschen die Prolaktinsekretion
    • Hemmung der Laktation ist zu erwarten
  • Studien an Ratten haben gezeigt, dass Rotigotin und / oder sein(e) Metabolit(en) in die Muttermilch übergehen

Schwangerschaftshinweise

Rotigotin - extern
  • Rotigotin sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
  • keine hinreichenden Daten für die Anwendung bei Schwangeren
  • tierexperimentelle Studien
    • an Ratten, Kaninchen
      • lassen keine Teratogenität erkennen
    • bei Ratten und Mäusen
      • in maternal toxischen Dosen Embryotoxizität beobachtet
  • potentielles Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
  • Frauen im gebärfähigen Alter; Kontrazeption bei Frauen
    • Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, um während der Behandlung mit Rotigotin eine Schwangerschaft zu verhindern
  • Fertilität
    • tierexperimentelle Studien
      • Rotigotin beeinflusste bei Ratten die männliche Fertilität nicht
      • bei Ratten und Mäusen verringerte es jedoch aufgrund der Wirkungen auf den Prolaktinspiegel, der im Falle von Nagern eine besondere Rolle spielt, eindeutig die weibliche Fertilität

Warnhinweise

Rotigotin - extern
  • allgemein
    • wenn ein Parkinson-Patient unter der Behandlung mit Rotigotin unzureichend kontrolliert ist, kann die Umstellung auf einen anderen Dopaminagonisten einen zusätzlichen Nutzen bringen
  • Magnetresonanztomografie und Kardioversion (Applikationsform-abhängig)
    • abhängig von der Applikationsform, kann diese Aluminium enthalten
    • transdermale Applikationsform in diesem Fall entfernen um Hautverbrennungen während der Untersuchung zu vermeiden
  • orthostatische Hypotonie
    • Dopaminagonisten hemmen die systemische Blutdruckregulation
      • es kann zu einer posturalen / orthostatischen Hypotonie kommen
    • wurde bei Rotigotin ebenfalls berichtet, allerdings mit einer Inzidenz, die mit der von Placebo vergleichbar war
    • aufgrund des allgemeinen Risikos einer orthostatischen Hypotonie in Verbindung mit einer dopaminergen Therapie wird eine Überwachung des Blutdrucks empfohlen,
      • insb. zu Beginn der Behandlung
  • Synkopen
    • in klinischen Studien mit Rotigotin sind Synkopen beobachtet worden
      • allerdings wurde eine vergleichbare Häufigkeit bei Patienten beobachtet, die mit Placebo behandelt wurden
    • in diesen Studien waren Patienten mit einer klinisch relevanten kardiovaskulären Erkrankung ausgeschlossen
      • Patienten mit einer schweren kardiovaskulären Erkrankung sollten nach Symptomen für Synkopen und Präsynkopen befragt werden
  • plötzliches Einschlafen und Somnolenz
    • Rotigotin wurde mit Somnolenz und Episoden plötzlichen Einschlafens in Verbindung gebracht
    • plötzliche Schlafattacken während Verrichtung von Alltagsaktivitäten
      • in manchen Fällen ohne erkennbare Warnsignale
    • Untersuchung des Patienten auf Benommenheit und Schläfrigkeit in regelmäßigen Abständen, da dies unter Umständen dem Patienten erst bewusst wird, wenn er direkt darauf angesprochen wird
    • Dosisreduktion oder Beendigung der Behandlung in solchen Fällen sorgfältig erwägen
  • Störungen der Impulskontrolle und andere ähnliche Störungen
    • Patienten sollten regelmäßig auf die Entwicklung von Impulskontrollstörungen und anderen ähnlichen Störungen, einschließlich des Dopamin-Dysregulationssyndroms, hin überwacht werden
    • Patienten und Betreuer darauf hinweisen, dass bei Patienten unter der Therapie mit Dopaminagonisten, einschließlich Rotigotin, Verhaltenssymptome von Impulskontrollstörungen auftreten können
      • Spielzwang
      • verstärkte Libido
      • Hypersexualität
      • Kaufsucht / zwanghaftes Geldausgeben
      • Essattacken / zwanghaftes Essen
    • bei der Behandlung mit Rotigotin wurde bei manchen Patienten ein Dopamin-Dysregulationssyndrom beobachtet
    • wenn sich solche Symptome entwickeln
      • Dosisreduktion / schrittweises Absetzen der Behandlung ist in Betracht zu ziehen
  • malignes neuroleptisches Syndrom
    • abruptes Absetzen einer dopaminergen Therapie kann zu Symptomen führen, die auf ein malignes neuroleptisches Syndrom hindeuten
      • empfohlen, die Behandlung auszuschleichen
  • Dopaminagonisten-Entzugssyndrom
    • bei abruptem Absetzen einer dopaminergen Therapie wurden Symptome beschrieben, die auf ein Dopaminagonisten-Entzugssyndrom hindeuten, z.B.
      • Schmerzen
      • Müdigkeit
      • Depression
      • Schwitzen
      • Angst
    • empfohlen, die Behandlung auszuschleichen
  • anormales Denken und Verhalten
    • Berichte über anormales Denken / Verhalten vorliegend
    • können in unterschiedlichen Manifestationen auftreten, einschl.
      • paranoidem Denken
      • Wahnvorstellungen
      • Halluzinationen
      • Verwirrtheit
      • psychose-ähnlichem Verhalten
      • Desorientiertheit
      • aggressives Verhalten
      • Agitiertheit
      • Delirum
  • fibrotische Komplikationen
    • bei einigen Patienten, die mit dopaminergen Wirkstoffen auf Basis von Mutterkornalkaloiden behandelt wurden, wurden folgende Fälle berichtet
      • retroperitoneale Fibrose
      • Lungeninfiltrate
      • Pleuraerguss
      • Pleuraschwarte
      • Perikarditis
      • Herzklappenerkrankung
    • obwohl sich diese Komplikationen bei Absetzen zurückbilden können
      • kommt es nicht in allen Fällen zu einer vollständigen Wiederherstellung
        • Vermutung, dass Ergolinstruktur für die Reaktionen verantwortlich ist
          • es ist jedoch nicht bekannt, ob auch andere, nicht-ergoline Dopaminagonisten diese hervorrufen können
  • Neuroleptika
    • Patienten, die mit Dopaminagonisten behandelt werden, sollten keine Neuroleptika als antiemetische Substanzen erhalten
  • augenärztliche Untersuchung
    • augenärztliche Überwachung in regelmäßigen Abständen oder bei Auftreten von Sehstörungen empfohlen
  • Anwendung von Wärme
    • Anwendungsbereich (Aplikationsform-abhängig) sollte keiner äußeren Wärme ausgesetzt werden, z.B.
      • übermäßiges Sonnenlicht
      • Heizkissen
      • andere Wärmequellen, wie
        • Sauna, heiße Bäder usw.
  • Reaktionen an der Anwendungsstelle
    • möglicherweise auftretende Hautreaktionen an der Applikationsstelle sind in der Regel leicht bis mittelschwer ausgeprägt
    • empfohlen Applikationsstelle täglich zu wechseln, z.B.
      • von der rechten zur linken Seite und von der oberen zur unteren Körperhälfte
    • dieselbe Stelle innerhalb von 14 Tagen nicht wieder verwenden
    • treten an der Applikationsstelle Reaktionen auf, die über mehrere Tage oder dauerhaft anhalten, sich verschlimmern oder sich über die Applikationsstelle hinaus ausbreiten, sollte eine Nutzen-Risiko-Bewertung für den betroffenen Patienten erfolgen
    • kommt es durch das transdermale System zu Hautausschlag oder Hautreizungen, sollte bis zum Abheilen der Haut direktes Sonnenlicht auf dem betroffenen Areal vermieden werden
      • Exposition könnte zu Veränderungen der Hautfarbe führen
    • Behandlung ist abzubrechen
      • wenn im Zusammenhang mit der Anwendung eine generalisierte Hautreaktion beobachtet wird, z.B.
        • allergisches Exanthem, einschl.
          • erythematöser, makulärer und papulärer Formen
        • Pruritus
  • peripheres Ödem
    • in klinischen Studien mit RLS-Patienten wurden periphere Ödeme beobachtet
    • in klinischen Studien an Parkinson-Patienten lag nach 6 Monaten die spezifische Häufigkeit peripherer Ödeme bei etwa 4 %
      • verblieb so über den gesamten Beobachtungszeitraum von bis zu 36 Monaten
  • Parkinson-Therapie spezifisch
    • dopaminerge Nebenwirkungen
      • Häufigkeit dopaminerger Nebenwirkungen bei Parkinson-Patienten in Kombination mit Levodopa i.A. höher
        • Halluzinationen
        • Dyskinesien
        • periphere Ödeme
      • bei der Verschreibung von Rotigotin zu berücksichtigen
  • Restless-Legs-Therapie spezifisch
    • Augmentation
      • bei Patienten mit Restless-Legs-Syndrom kann möglicherweise Augmentation auftreten
      • als Augmentation wird ein verfrühtes Auftreten der Symptome am Abend (oder sogar am Nachmittag) mit Verstärkung und Ausbreitung der Symptomatik auf andere Teile des Körpers bezeichnet
      • in klinischen Langzeitstudien mit Rotigotin traten die meisten Fälle von Augmentation im 1. und 2. Behandlungsjahr auf
      • höhere Dosierungen als die bei RLS zugelassenen, sollten vermieden werden
        • dies kann zu einer erhöhten Augmentationsrate führen kann