Nifedipin-ratiopharm 20mg/ml Tropfen z.Einnehmen

ratiopharm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Nifedipin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 30 ML 17,35 €
N3 100 ML 31,18 €

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Fachinformationen

Indikation

  • vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina)
  • chronisch stabile Angina pectoris (Belastungsangina)
  • essentielle Hypertonie
  • hypertensiver Notfall
  • Hinweis:
    • bei essentieller (nicht organbedingter) Hypertonie oder chronischer Angina pectoris nur einsetzen, wenn andere Arzneimittel nicht angezeigt sind (Hinweise auf einen dosisabhängigen Anstieg von Komplikationen des Herz-Kreislaufsystems (z. B. Myokardinfarkt) und eine Erhöhung der Sterblichkeit bei Gabe von Nifedipin in schnellfreisetzenden Darreichungsformen)

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung enthalten 20 mg Nifedipin

  • chronisch stabile Angina pectoris (Belastungsangina), vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina), essentielle Hypertonie
    • individuell und einschleichend dosieren
    • 10 - 20 mg 3mal / Tag
    • max. Tagesdosis: 60 mg
    • am Therapieende ausschleichend absetzen
  • hypertensiver Notfall
    • Einzeldosis: 10 mg
    • bei ausbleibender oder ungenügender Wirkung, nach frühestens 30 Min.: erneut 10 mg
    • kürzerer Einnahmeabstand und/oder höherer Dosierung mit Risiko des Auftretens bedrohlicher Blutdruckerniedrigungen

Dosisanpassung

  • schwere zerebrovaskuläre Erkrankung
    • geringere Dosierung
  • gleichzeitige Gabe von Cytochrom P450 3A4-Inhibitoren oder -Induktoren
    • ggf. Dosisanpassung bzw. Verzicht auf Anwendung erforderlich
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Anwendung nicht empfohlen
    • Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nicht untersucht
  • Ältere Patienten
    • veränderte Pharmakokinetik, so dass geringere Erhaltungsdosen Nifedipin erforderlich sein können als bei jüngeren Patienten
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • sorgfältige Überwachung
    • ggf. kann in schweren Fällen eine Dosisreduktion erforderlich sein
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • keine Dosisanpassung notwendig

Kontraindikationen

Nifedipin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Nifedipin
  • Herz-Kreislauf-Schock
  • höhergradige Aortenstenose
  • instabile Angina pectoris
  • akuter Myokardinfarkt (innerhalb der ersten 4 Wochen)
  • gleichzeitige Anwendung mit Rifampicin
    • aufgrund der Enzyminduktion werden keine wirksamen Nifedipin-Plasmaspiegel erreicht
  • Schwangerschaft (vor der 20. Woche)
    • es sei denn, die Anwendung ist zwingend erforderlich
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Nifedipin - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Blutbildveränderungen wie
        • Anämie
        • Leukopenie
        • Thrombopenie
        • thrombozytische Purpura
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Agranulozytose
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Reaktionen, wie z. B.
        • Fieber
        • Bronchospasmus bis hin zu lebensbedrohlicher Atemnot (nach Absetzen der Therapie reversibel)
        • allergisches Ödem / Angioödem einschl. Larynxödem
          • kann zu einem lebensbedrohlichen Verlauf führen
        • Pruritus
        • Exanthem
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Urtikaria
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anaphylaktische / anaphylaktoide Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hyperglykämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angstreaktionen
      • Schlafstörungen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen, insb. zu Beginn der Behandlung
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
      • Benommenheit
      • Schwächegefühl
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Migräne
      • Nervosität
      • Schläfrigkeit
      • Müdigkeit
      • Par- / Dysästhesie
      • Hypästhesien
      • Tremor
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sehstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schwachsichtigkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Augenschmerzen
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Palpitationen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tachykardie
      • Schmerzen im Brustraum (Angina pectoris)
        • gelegentlich kann es insb. zu Beginn der Behandlung zum Auftreten von Angina pectoris-Anfällen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina pectoris zu einer Zunahme von Häufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle kommen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Myokardinfarkt
        • vereinzelt ist das Auftreten eines Herzinfarkts beschrieben worden
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ödeme (inkl. periphere Ödeme)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Vasodilatation (z. B. Flush)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie
      • Synkope
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bei Dialysepatienten mit maligner Hypertonie und Hypovolämie kann infolge der Vasodilatation ein deutlicher Blutdruckabfall auftreten
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Nasenbluten
      • verstopfte Nase
      • Dyspnoe
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Lungenödem
        • Fälle wurden berichtet bei der Anwendung als Tokolytikum während der Schwangerschaft
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Obstipation
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • gastrointestinale Schmerzen und Bauchschmerzen
      • Magen-Darm-Störungen
      • Dyspepsie
      • Diarrhö
      • Blähungen
      • Erbrechen
      • Mundtrockenheit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gingivahyperplasie
        • unter längerer Behandlung kann es zu Zahnfleischveränderungen kommen, die sich nach Absetzen wieder komplett zurückbilden
      • Völlegefühl
      • Aufstoßen
      • Anorexie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Ösophagusshinkter Insuffizienz
      • Ösophagitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • vorübergehender Anstieg der Leberenzymwerte
      • intrahepatische Cholestase
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Ikterus
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erythem
      • Erythromelalgie, insb. zu Beginn der Behandlung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwitzen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergische Photosensitivität
      • palpable Purpura
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • exfoliative Dermatitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • toxische epidermale Nekrolyse
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Myalgie
      • Arthralgie
      • Muskelkrämpfe
      • geschwollene Gelenke
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • bei Niereninsuffizienz vorübergehende Verschlechterung möglich
      • Polyurie
      • Dysurie
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erektile Dysfunktion
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gynäkomastie, die nach Absetzen wieder zurückgeht
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • allgemeines Unwohlsein
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • unspezifische Schmerzen
      • Schüttelfrost

Anwendungshinweise

  • Einnahme nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser, kein Grapefruitsaft)
  • möglichst zur gleichen Uhrzeit, am besten morgens, mittags und abends
  • sofort nach Entnahme aus der Flasche einnehmen (Lichtempfindlichkeit von Nifedipin)
  • gleichzeitige Nahrungsaufnahme führt zu verzögerter aber nicht verminderter Resorption

Stillzeithinweise

Nifedipin - peroral
  • Nifedipin darf nicht während der Stillzeit angewendet werden
  • Nifedipin geht in die Muttermilch über
    • die Nifedipin-Konzentration in der Muttermilch ist annähernd vergleichbar mit der Serum-Konzentration der Mutter
  • schnell freisetzende Formulierungen
    • erst 3-4 Stunden nach der Arzneimitteleinnahme stillen, um die Nifedipin-Exposition für den Säugling möglichst gering zu halten
  • Formulierungen mit verzögerter Wirkstofffreigabe
    • Abstillen empfohlen

Schwangerschaftshinweise

Nifedipin - peroral
  • Nifedipin darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau erfordert die Behandlung mit Nifedipin
    • insb. vor der 20. Schwangerschaftswoche kontraindiziert
    • jegliche Anwendung von Nifedipin in der Schwangerschaft sollte erst nach sehr sorgfältiger individueller Nutzen-Risikobewertung erfolgen
      • und nur dann in Betracht gezogen werden,
        • wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten nicht in Frage kommen oder sich als ineffektiv erwiesen haben
        • für Frauen mit schwerer Hypertonie, bei denen eine Standardtherapie nicht wirksam ist
      • dabei sind Mutter und Kind sorgfältig zu überwachen
    • wenn Nifedipin zusammen mit intravenös verabreichtem Magnesiumsulfat angewendet wird, muss der Blutdruck sorgfältig überwacht werden, da ein übermäßiger, sowohl die Mutter wie auch den Fetus schädigender Blutdruckabfall auftreten kann
    • sollte es während des 1. Trimesters zu einer Exposition gekommen sein, sollte der Schwangeren eine Ultraschallfeindiagnostik angeboten werden
  • Erfahrungen aus geeigneten und kontrollierten klinischen Studien mit Schwangeren liegen nicht vor
    • insb. im 1. Trimester Daten nicht hinreichend
  • tierexperimentelle Studien
    • ergaben Hinweise auf eine embryotoxische, plazentotoxische, fetotoxische und teratogene Wirkung infolge der Nifedipineinwirkung während oder nach der Organogenese
  • aus der klinischen Erfahrung ist kein spezifisches pränatales Risiko erkennbar, obwohl über eine Zunahme von Fällen mit perinataler Asphyxie, Kaiserschnittentbindung sowie Frühreife und intrauterine Wachstumsverzögerung berichtet wurde
    • es ist unklar, ob diese Beobachtungen auf den zugrunde liegenden Bluthochdruck, seine Behandlung oder auf einen spezifischen Effekt des Wirkstoffs zurückzuführen sind
  • der derzeitige Erkenntnisstand ist nicht geeignet, schädliche Arzneimittelwirkungen und negative Effekte auf das Ungeborene und den Säugling auszuschließen
  • bei der Anwendung von Calciumantagonisten, unter anderem Nifedipin, als Tokolytikum während der Schwangerschaft wurden akute Lungenödeme beobachtet, insb. bei Mehrlingsschwangerschaften (Zwillinge oder Mehrlinge), bei intravenöser Gabe und/oder gleichzeitiger Anwendung von Beta-2 Agonisten
  • Fertilität
    • in Einzelfällen von In-vitro-Fertilisation wurden Calciumantagonisten wie Nifedipin mit reversiblen biochemischen Veränderungen in der Kopfregion von Spermatozoen in Verbindung gebracht, die zu einer Beeinträchtigung der Spermienfunktion führen können
    • in Fällen, bei denen wiederholte In-vitro-Fertilisationen erfolglos blieben, ohne dass eine andere Erklärung dafür gefunden werden kann, sollten Calciumantagonisten wie Nifedipin als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden

Warnhinweise

Nifedipin - peroral
  • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich bei:
    • schwerer Hypotension (RR-Wert < 90 mmHg systolisch)
    • dekompensierter Herzinsuffizienz
    • Dialysepatienten mit maligner Hypertonie und Hypovolämie (ein deutlicher Blutdruckabfall durch Vasodilatation kann auftreten)
    • Schwangerschaft und Stillzeit
  • besondere Patientengruppen
    • zur Anwendung bei besonderen Patientengruppen, siehe Rubrik "Dosierung" bzw. "Schwangerschaft"
    • Patienten mit leicht, moderat oder stark eingeschränkter Leberfunktion
      • sollten sorgfältig überwacht werden
      • in schweren Fällen kann eine Dosisverringerung erforderlich sein
      • Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion
        • mit Vorsicht anwenden
        • Pharmakokinetik wurde nicht untersucht
    • schwangere Patientinnen
      • Nifedipin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn der klinische Zustand der Frau erfordert eine Nifedipin-Behandlung
        • insb. vor der 20. Schwangerschaftswoche kontraindiziert
        • Nifedipin sollte nur für Frauen mit schwerer Hypertonie in Betracht gezogen werden, bei denen eine Standardtherapie nicht wirksam ist (siehe Rubriken "Kontraindikation" und "Schwangerschaft")
      • wenn Nifedipin zusammen mit intravenös verabreichtem Magnesiumsulfat angewendet wird, muss der Blutdruck sorgfältig überwacht werden
        • ein übermäßiger Blutdruckabfall kann auftreten, der sowohl die Mutter wie auch den Fetus schädigen kann
  • Cytochrom-P450 3A4-System
    • Nifedipin wird über das Cytochrom-P450 3A4-System metabolisiert
      • daher können Wirkstoffe, von denen bekannt ist, dass sie dieses Enzymsystem beeinflussen, den First-Pass-Metabolismus oder die Ausscheidung von Nifedipin verändern
    • die Plasmaspiegel von Nifedipin, können z. B. durch folgende Arzneimittel, die als Inhibitoren dieses Enzymsystems bekannt sind, erhöht werden:
      • Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin)
      • Anti-HIV-Arzneimittel, Proteaseinhibitoren (z. B. Ritonavir)
      • Antimykotika vom (Imid-)Azol-Typ (z. B. Ketoconazol)
      • Antidepressiva: Nefazodon und Fluoxetin
      • Quinupristin/Dalfopristin
      • Valproinsäure
      • Cimetidin
      • tricyclische Antidepressiva, Vasodilatatoren
      • Cisaprid
      • Diltiazem
    • wenn Nifedipin gleichzeitig mit einem dieser Arzneimittel angewendet wird
      • Blutdruck überwachen
      • falls erforderlich: Verringerung der Nifedipin-Dosis in Betracht ziehen
  • schnell freisetzende Darreichungsformen
    • die Einnahme von schnell freisetzenden Nifedipin-Darreichungsformen kann einen übermäßigen Blutdruckabfall mit Reflextachykardie hervorrufen, was zu kardiovaskulären Komplikationen führen kann
    • insb. zu Beginn der Behandlung kann es gelegentlich zum Auftreten von Angina pectoris-Anfällen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina pectoris zu einer Zunahme von Häufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle kommen
    • sehr selten ist über das Auftreten von Myokardinfarkten berichtet worden