NIMBEX 10MG

Aspen Germany GmbH
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Wirkstoff: Cisatracurium →

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Fachinformationen

Indikation

  • nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans von mittlerer Wirkdauer zur i.v. Anwendung
    • bei chirurgischen und anderen Eingriffen bei Erwachsenen und Kindern ab einem Alter von 1 Monat
    • zur Anwendung bei Erwachsenen während Intensivtherapie
    • als Zusatz bei Allgemeinanästhesie oder im Rahmen der Sedierung im intensivmedizinischen Bereich zur Relaxierung der Muskulatur sowie zur Erleichterung der endotrachealen Intubation und der künstlichen Beatmung

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektions-/Infusionslösung enthält 2,68 mg Cisatracuriumbesilat entsprechend 2 mg Cisatracurium

  • chirurgische und andere Eingriffe; Anwendung während der Intensivtherapie; Zusatz bei Allgemeinanästhesie oder im Rahmen der Sedierung im intensivmedizinischen Bereich
    • Anwendung nur von einem Anästhesisten oder unter Aufsicht eines Anästhesisten oder eines anderen Arztes, der mit der Anwendung und Wirkung von Muskelrelaxanzien vertraut ist
    • Möglichkeiten zur endotrachealen Intubation, zum Erhalt der Lungenventilation und zur angemessenen arteriellen Oxygenierung müssen zur Verfügung stehen
    • keine gleichzeitige Verabreichung von Propofol-Injektionsemulsion oder alkalischen Lösungen wie Thiopental-Natrium in derselben Spritze oder durch dieselbe Nadel
    • Hinweis zur Überwachung
      • Überwachung der neuromuskulären Funktionen empfohlen, um die Dosierung den individuellen Erfordernissen anpassen zu können
    • i.v. Bolusinjektion
      • Erwachsene
        • endotracheale Intubation
          • 0,15 mg / kg KG
          • gute bis sehr gute Intubationsbedingungen 120 Sekunden nach der Anwendung, bei Anästhesieeinleitung mit Propofol
          • Verkürzung der Zeit bis zum Eintritt der neuromuskulären Blockade durch höhere Dosen
          • durchschnittliche pharmakodynamische Daten nach Verabreichung bei gesunden Patienten während einer Anästhesie mit Opioiden (Thiopental/Fentanyl/Midazolam) oder Propofol
            • 0,1 mg Cisatracurium / kg KG
              • Art der Anästhesie: Opioid
              • Zeitspanne bis zu einer 90 %igen T1-Suppression (T1 einzelne Zuckungen des Daumenadduktors bzw. die erste Zuckung eines Vierfachreizes ("train-of-four") als Antwort auf eine supramaximale elektrische Stimulation des Nervus ulnaris): 3,4 Minuten
              • Zeitspanne bis zu einer maximalen T1-Suppression: 4,8 Minuten
              • Zeitspanne bis zu einer 25 %igen T1-Spontanerholung: 45 Minuten
            • 0,15 mg Cisatracurium / kg KG
              • Art der Anästhesie: Propofol
              • Zeitspanne bis zu einer 90 %igen T1-Suppression: 2,6 Minuten
              • Zeitspanne bis zu einer maximalen T1-Suppression: 3,5 Minuten
              • Zeitspanne bis zu einer 25 %igen T1-Spontanerholung: 55 Minuten
            • 0,2 mg Cisatracurium / kg KG
              • Art der Anästhesie: Opioid
              • Zeitspanne bis zu einer 90 %igen T1-Suppression: 2,4 Minuten
              • Zeitspanne bis zu einer maximalen T1-Suppression: 2,9 Minuten
              • Zeitspanne bis zu einer 25 %igen T1-Spontanerholung: 65 Minuten
            • 0,4 mg Cisatracurium / kg KG
              • Art der Anästhesie: Opioid
              • Zeitspanne bis zu einer 90 %igen T1-Suppression: 1,5 Minuten
              • Zeitspanne bis zu einer maximalen T1-Suppression: 1,9 Minuten
              • Zeitspanne bis zu einer 25 %igen T1-Spontanerholung: 91 Minuten
          • Verlängerung der Wirkdauer einer Anfangsdosis Cisatracurium um bis zu 15 % bei einer Enfluran- oder Isofluran-Anästhesie
        • Erhaltung der Relaxation
          • Verlängerung der neuromuskulären Blockade mit Erhaltungsdosen von Cisatracurium
          • Verlängerung der neuromuskulären Blockade während einer Opioid- oder Propofol-Anästhesie um ca. 20 Minuten mit einer Dosis von 0,03 mg / kg KG
          • aufeinanderfolgende Erhaltungsdosen haben keinen kumulativen Effekt auf die neuromuskuläre Blockade
        • Spontanerholung
          • bei Einsetzen der spontanen Erholung von der neuromuskulären Blockade ist die Zeitspanne bis zur vollständigen Erholung unabhängig von der verabreichten Cisatracurium-Dosis
          • Opioid- oder Propofol-Anästhesie
            • durchschnittliche Zeiten von einer 25 %igen bis zu einer 75 %igen Erholung bzw. von einer 5 %igen bis zu einer 95 %igen Erholung: ca. 13 bzw. 30 Minuten
        • Aufhebung der neuromuskulären Blockade
          • vollständige Aufhebung der neuromuskulären Blockade durch übliche Dosen von Cholinesterase-Hemmstoffen
          • mittlere Zeiten von einer 25 %igen bis zu einer 75 %igen Erholung bzw. bis zur vollständigen klinischen Erholung (T4:T1-Verhältnis >/= 0,7) : ca. 4 bzw. 9 Minuten nach Verabreichung des Antidots bei einer durchschnittlichen T1-Erholung von 10 %
      • Kinder
        • endotracheale Intubation (Kinder im Alter von 1 Monat - 12 Jahre)
          • empfohlene Intubationsdosis: 0,15 mg / kg KG (schnelle Verabreichung über 5 - 10 Sekunden)
          • endotracheale Intubation nach 120 Sekunden
          • pharmakodynamische Daten
            • Kinder 1 - 11 Monate
              • 0,15 mg Cisatracurium / kg KG
                • Art der Anästhesie: Halothan
                • Zeitspanne bis zu einer 90 %igen T1-Suppression: 1,4 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer maximalen T1-Suppression: 2,0 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer 25 %igen T1-Spontanerholung: 52 Minuten
              • 0,15 mg Cisatracurium / kg KG
                • Art der Anästhesie: Opioid
                • Zeitspanne bis zu einer 90 %igen T1-Suppression: 1,4 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer maximalen T1-Suppression: 1,9 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer 25 %igen T1-Spontanerholung: 47 Minuten
            • Kinder 1 Monat - 12 Jahre
              • 0,15 mg Cisatracurium / kg KG
                • Art der Anästhesie: Halothan
                • Zeitspanne bis zu einer 90 %igen T1-Suppression: 2,3 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer maximalen T1-Suppression: 3,0 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer 25 %igen T1-Spontanerholung: 43 Minuten
              • 0,15 mg Cisatracurium / kg KG
                • Art der Anästhesie: Opioid
                • Zeitspanne bis zu einer 90 %igen T1-Suppression: 2,6 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer maximalen T1-Suppression: 3,6 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer 25 %igen T1-Spontanerholung: 38 Minuten
          • Anwendung zur Intubation bei Kindern der ASA-Klassen III - IV nicht untersucht
          • begrenzte Daten zur Anwendung bei Kindern < 2 Jahren bei lang andauernden oder großen chirurgischen
          • kürzere klinische Wirkungsdauer und schnelleres Spontanerholungsprofil als bei Erwachsenen
          • Anwendung einer geringeren Dosierung, wenn Cisatracurium zur Intubation nicht erforderlich ist
            • Kinder 2 - 12 Jahre
              • 0,08 mg Cisatracurium / kg KG
                • Art der Anästhesie: Halothan
                • Zeitspanne bis zu einer 90 %igen T1-Suppression: 1,7 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer maximalen T1-Suppression: 2,5 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer 25 %igen T1-Spontanerholung: 31 Minuten
              • 0,1 mg Cisatracurium / kg KG
                • Art der Anästhesie: Opioid
                • Zeitspanne bis zu einer 90 %igen T1-Suppression: 1,7 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer maximalen T1-Suppression: 2,8 Minuten
                • Zeitspanne bis zu einer 25 %igen T1-Spontanerholung: 28 Minuten
          • keine Untersuchung der Anwendung nach vorheriger Gabe von Suxamethonium
          • Verlängerung der klinischen Wirkungsdauer um bis zu 20 % durch Halothan
          • keine Erkenntnisse zur Anwendung während einer Anästhesie mit hlaogenierten Fluorkohlenwasserstoff-Anästhetika (es kann von einer Verlängerung der klinischen Wirkungsdauer von Cisatracurium ausgegangen werden)
        • Erhaltung der Relaxation (Kinder 2 - 12 Jahre)
          • Verlängerung der neuromuskulären Blockade mit Erhaltungsdosen
          • Verlängerung der klinisch effektiven neuromuskulären Blockade während einer Halothan-Anästhesie um ca. 9 Minuten mit einer Dosis von 0,02 mg / kg KG
          • aufeinanderfolgende Erhaltungsdosen haben keinen kumulativen Effekt auf die neuromuskuläre Blockade
          • Kinder < 2 Jahre
            • keine ausreichenden Daten für eine Dosierungsempfehlung
            • sehr begrenzte Daten: Verlängerung der neuromuskulären Blockade um bis zu 25 Minuten während einer Opioid-Anästhesie mit einer Dosis von 0,03 mg / kg KG
        • Spontanerholung
          • bei Eintreten der Erholung von der neuromuskulären Blockade, ist die Zeitspanne bis zur vollständigen Erholung unabhängig von der verabreichten Dosis
          • während einer Opioid- oder Halothan-Anästhesie beträgt die durchschnittliche Dauer von einer 25 %igen bis zu einer 75 %igen Erholung bzw. von einer 5 %igen bis zu einer 95 %igen Erholung ca. 11 bzw. 28 Minuten
        • Aufhebung der neuromuskulären Blockade
          • vollständige Aufhebung der neuromuskulären Blockade durch übliche Dosen von Cholinesterase-Hemmstoffen
          • mittlere Zeit von einer 25 %igen bis zu einer 75 %igen Erholung bzw. bis zur vollständigen klinischen Erholung (T4:T1-Verhältnis >/= 0,7) beträt ca. 2 bzw. 5 Minuten nach Verabreichung des Antagonisten bei einer durchschnittlichen T1-Erholung von 13 %
    • i.v. Infusion
      • Erwachsene und Kinder (2 - 12 Jahre)
        • Aufrechterhaltung der neuromuskulären Blockade durch Infusion von Cisatracurium
        • nach den ersten Anzeichen einer Spontanerholung
          • anfängliche Infusionsrate: 3 µg / kg KG / min (0,18 mg / kg KG / h), Erzielung einer 89 %igen bis 99 %igen T1-Unterdrückung
          • nach der anfänglichen Stabilisierungsphase: 1 - 2 µg / kg KG / min (0,06 - 0,12 mg / kg / h) zur Aufrechterhaltung ausreichend
        • bei Anwendung während einer Isofluran- oder Enfluran-Anästhesie kann eine Reduktion der Infusionsrate um bis zu 40 % erforderlich sein
        • Infusionsrate abhängig von der Konzentration von Cisatracurium in der Infusionslösung, dem gewünschten Grad der neuromuskulären Blockade und dem Gewicht des Patienten
        • Richtlinien für den Einsatz von unverdünntem Cisatracurium
          • 20 kg KG
            • 0,6 ml / h bei einer Dosis von 1,0 µg / kg KG / min
            • 0,9 ml / h bei einer Dosis von 1,5 µg / kg KG / min
            • 1,2 ml / h bei einer Dosis von 2,0 µg / kg KG / min
            • 1,8 ml / h bei einer Dosis von 3,0 µg / kg KG / min
          • 70 kg KG
            • 2,1 ml / h bei einer Dosis von 1,0 µg / kg KG / min
            • 3,2 ml / h bei einer Dosis von 1,5 µg / kg KG / min
            • 4,2 ml / h bei einer Dosis von 2,0 µg / kg KG / min
            • 6,3 ml / h bei einer Dosis von 3,0 µg / kg KG / min
          • 100 kg KG
            • 3,0 ml / h bei einer Dosis von 1,0 µg / kg KG / min
            • 4,5 ml / h bei einer Dosis von 1,5 µg / kg KG / min
            • 6,0 ml / h bei einer Dosis von 2,0 µg / kg KG / min
            • 9,0 ml / h bei einer Dosis von 3,0 µg / kg KG / min
        • kontinuierliche Infusion mit konstanter Infusionsrate nicht mit einer progressiven Zu- oder Abnahme der neuromuskulären Blockade verbunden
        • nach der Beendigung der Infusion ist die Zeitspanne bis zur Spontanerholung von der neuromukulären Blockade vergleichbar mit der nach einer einzelnen Bolusinjektion
      • Neugeborene < 1 Monat
        • Anwendung nicht empfohlen (keine Untersuchungen)
  • Dosisanpassung
    • ältere Patienten
      • keine Dosisanpassung notwendig
      • möglicherweise leicht verzögerter Wirkungseintritt
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • keine Dosisanpassung notwendig
      • möglicherweise leicht verzögerter Wirkungseintritt
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • keine Dosisanpassung notwendig
      • möglicherweise leicht beschleunigter Wirkungseintritt möglich
    • kardiovaskuläre Erkrankungen
      • schwere kardiovaskuläre Erkrankungen (New York Heart Association (NYHA)-Klasse I-III), die sich einer koronararteriellen Bypass-Operation unterziehen
        • bei schneller Bolusinjektion (über 5 - 10 Sekunden) bei keiner der untersuchten Dosierungen (bis einschließlich 0,4 mg / kg KG (8 x ED95)) klinisch signifikante kardiovaskuläre Effekte
        • nur wenige klinische Daten für Dosierungen > 0,3 mg / kg KG
      • Kinder in der Herzchirurgie
        • Einsatz von Cisatracurium nicht untersucht
    • Intensivmedizin
      • Erwachsene
        • Anwendung als Bolusinjektion und/oder als Infusion
        • Anfangsdosis: 3 µg / kg KG / min (0,18 mg / kg KG / h)
        • erforderliche Dosen können von Patient zu Patient erheblich schwanken und auch während der Behandlung steigen oder fallen
        • klinische Studien: durchschnittliche Infusionsrate 3 µg / kg KG / min [Bereich 0,5 - 10,2 µg / kg KG / min (0,03 - 0,6 mg / kg KG / h)]
        • durchschnittliche Zeit bis zur vollständigen Spontanerholung nach Langzeitinfusion (bis zu 6 Tagen) ungefähr 50 Minuten
        • Erholungsprofil ist unabhängig von der Dauer der Infusion

Kontraindikationen

Cisatracurium - invasiv
  • bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Cisatracurium oder Atracurium

Nebenwirkungen

Cisatracurium - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • anaphylaktische Reaktionen
      • anaphylaktischer Schock
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bradykardie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautrötung (Flush)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bronchospasmus
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautausschlag
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Myopathie
      • Muskelschwäche

Anwendungshinweise

  • zur einmaligen Anwendung bei einem Patienten (keine antimikrobiellen Konservierungsmittel)
  • Anwendung als i.v. Bolusinjektion oder als i.v. Infusion

Stillzeithinweise

Cisatracurium - invasiv
  • als Vorsichtsmaßnahme sollte das Stillen während der Behandlung unterbrochen werden
    • es wird empfohlen, für 5 Halbwertszeiten von Cisatracurium auf das Stillen zu verzichten, d. h.
      • etwa 3 Stunden nach der letzten Cisatracurium-Dosis oder nach dem Ende der Cisatracurium-Infusion
  • Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden
    • aufgrund der kurzen Halbwertszeit ist jedoch ein Einfluss auf das gestillte Kind nicht zu erwarten
      • wenn die Mutter wieder mit dem Stillen beginnt, nachdem die Wirkungen der Substanz abgeklungen sind
  • nicht bekannt, ob Cisatracurium oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen

Schwangerschaftshinweise

Cisatracurium - invasiv
  • Cisatracurium sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden
    • keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Cisatracurium bei schwangeren Frauen vorliegend
    • mögliches Risiko für Menschen unbekannt
  • tierexperimentelle Studien
    • unzureichende Daten bezgl.
      • Auswirkungen auf die Schwangerschaft
      • embryonaler / fetaler Entwicklung
      • Geburt
      • postnataler Entwicklung
  • Fertilität
    • keine Studien zur Fertilität durchgeführt

Warnhinweise

Cisatracurium - invasiv
  • Allgemein
    • Cisatracurium lähmt die Atem- und Skelettmuskulatur, ohne das Bewusstsein oder die Schmerzwahrnehmung zu beeinträchtigen
      • Cisatracurium sollte nur von folgenden Ärzten verabreicht werden
        • einem Anästhesisten
        • unter Aufsicht eines Anästhesisten
        • unter Aufsicht eines anderen Arztes, der mit der Anwendung und Wirkung von Muskelrelaxanzien vertraut ist
      • folgende Möglichkeiten müssen zur Verfügung stehen
        • zur endotrachealen Intubation
        • zum Erhalt der Lungenventilation
        • zur angemessenen arteriellen Oxygenierung
  • Überempfindlichkeit
    • Cisatracurium sollte nur mit Vorsicht an Patienten verabreicht werden, die eine Überempfindlichkeit gegenüber anderen Muskelrelaxanzien gezeigt haben
      • Berichte über hohe Rate (> 50 %) einer Kreuzüberempfindlichkeit zwischen Muskelrelaxanzien
  • Herzfrequenz
    • Cisatracurium weist keine signifikanten Vagus- oder Ganglien-blockierenden Effekte auf
      • kein klinisch relevanter Einfluss auf die Herzfrequenz
    • wirkt nicht Bradykardien entgegen, die durch Gabe anderer bei der Anästhesie verwendeter Arzneimittel, oder die nach Vagusreizung im Laufe von chirurgischen Eingriffen eventuell verursacht worden sind
  • Patienten mit Myasthenia gravis oder anderen neuromuskulären Erkrankungen
    • zeigen eine stark erhöhte Empfindlichkeit gegenüber nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien
    • bei diesen Patienten wird eine Anfangsdosis </= 0,02 mg / kg Körpergewicht (KG) empfohlen
  • Säure-Basen- und / oder Serumelektrolyt-Haushalt
    • schwere Störungen können die Empfindlichkeit von Patienten gegenüber Muskelrelaxanzien herauf- oder herabsetzen
  • Neugeborene < 1 Monat
    • keine Erfahrungen zur Anwendung von Cisatracurium bei Neugeborenen < 1 Monat vorliegend
      • in dieser Patientengruppe wurden keine klinischen Prüfungen durchgeführt
  • maligne Hyperthermie
    • keine Studien über die Anwendung von Cisatracurium bei Patienten, bei denen in der Vergangenheit eine maligne Hyperthermie aufgetreten ist, vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • Studien an für maligne Hyperthermie empfindlichen Schweinen
        • Cisatracurium löst dieses Syndrom bei dieser Spezies nicht aus
  • Operation mit induzierter Unterkühlung
    • keine Studien zur Anwendung von Cisatracurium bei Patienten, die einer Operation mit induzierter Unterkühlung (25 - 28 °C) unterzogen werden, vorhanden
    • Infusionsrate, die benötigt wird, um eine angemessene Relaxierung während des operativen Eingriffs zu erhalten, kann unter diesen Bedingungen signifikant reduziert sein (wie bei anderen Muskelrelaxanzien)
  • Patienten mit Verbrennungen
    • Cisatracurium wurde nicht bei Patienten mit Verbrennungen untersucht
    • Möglichkeit einer Dosiserhöhung und einer verkürzten Wirkungsdauer muss berücksichtigt werden, wenn Cisatracurium diesen Patienten verabreicht wird (wie bei anderen nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien)
  • Patienten auf der Intensivstation
    • tierexperimentelle Studien
      • Laudanosin, ein Metabolit von Cisatracurium und Atracurium, wurde mit einer vorübergehenden Hypotonie und bei einigen Arten mit zerebral erregenden Effekten in Verbindung gebracht
        • nach Verabreichung hoher Dosen in Tierstudien
      • bei der empfindlichsten Tierart traten diese Effekte bei Plasma-Laudanosin-Konzentrationen auf, die vergleichbar zu denjenigen waren, die bei einigen Patienten auf der Intensivstation nach längerer Infusion von Atracurium gemessen wurden
    • entsprechend der niedrigeren Infusionsrate von Cisatracurium betragen die Plasma-Laudanosin-Konzentrationen ca. 1/3 gegenüber denen nach einer Atracurium-Infusion
    • seltene Meldungen über Krämpfe bei Patienten auf Intensivstationen, die neben anderen Arzneimitteln Atracurium erhalten haben
      • diese Patienten hatten gewöhnlich eine oder mehrere medizinische Prädispositionen für Krämpfe, z.B.
        • Schädeltrauma
        • hypoxische Enzephalopathie
        • Hirnödem
        • virale Enzephalitis
        • Urämie
      • kausaler Zusammenhang mit Laudanosin wurde nicht festgestellt