Nitrolingual infus. 1 mg/ml Infusionslösung

G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Glyceroltrinitrat →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
NotApplicable 10X10 ML
NotApplicable 50 ML

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Fachinformationen

Indikation

  • Schwere Angina pectoris, z.B. instabile und vasospastische Form
  • Akuter Herzinfarkt
  • Akute Linksherzinsuffizienz
  • Hypertensive Krise mit kardialer Dekompensation
  • Kontrollierte Hypotension

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung enthält 1 mg Glyceroltrinitrat (Ampullen mit 5, 25, oder 50 ml)

  • allgemein:
    • niedrigst mögliche, klinisch effektive Dosierung wählen
    • ggf. intermittierende Verabreichung bzw. alternierende Gabe anderer Vasodilatantien erwägen
    • Dosierung orientiert am Bedarf des Patienten und nach dem Ansprechen der zu kontrollierenden Messwerte
    • intial: 0,5 - 1,0 mg Glyceroltrinitrat / Stunde
    • anschließend: Dosisanpassung an individuellen Bedarf
    • Maximaldosis: i. d. Regel 8 mg Glyceroltrinitrat / Stunde, selten 10 mg Glyceroltrinitrat / Stunde
    • Anwendungsdauer: je nach klinischem Bild, Hämodynamik und EKG, bis 3 Tage
  • Myokardinfarkt:
    • Therapiebeginn möglichst frueh
    • systolischer Druck > 100 mmHG: 2 - 8 mg / Stunde (33 -133 µg / Min.) i. v.
    • in Ausnahmefällen: - 10 mg / Stunde (166 µg / Min.) i. v.
    • Anwendungsdauer: bis zum Nachlassen der Angina pectoris Symptomatik
  • akute Linksherzinsuffizienz (Lungenödem):
    • 2 - 8 mg / Stunde (33 - 133 µg / Min.) i.v.
    • Anwendungsdauer: 1 - 2 Tage
  • Angina pectoris:
    • schwere Angina pectoris:
      • stationär (Intensiv-Station): 2 - 8 mg / Stunde (33 - 133 µg / Min.) i.v.
      • kontinuierliche Überwachung
        • Hämodynamik
        • systolischer und diastolischer Blutdruck
        • Herzfrequenz
        • hämodynamischen Grössen (Rechtsherzkatheter)
  • Hypertone Krise mit kardialer Dekompensation:
    • unter ständiger Kontrolle von Blutdruck und Herzfrequenz
    • 2 - 8 mg / Stunde (im Mittel 5 mg / Stunde) i.v.
  • Kontrollierte Blutdrucksenkung:
    • je nach Narkoseverfahren und angestrebtem erniedrigten Blutdruckniveau:
      • 2 - 10 µg / kg KG / Min.
    • EKG-Überwachung und invasive Blutdruckkontrolle

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Leberfunktion: Dosisanpassung entsprechend der Schwere der Funktionsstörungen
  • eingeschränkte Nierenfunktion: Dosisanpassung entsprechend der Schwere der Funktionsstörungen

Kontraindikationen

Glyceroltrinitrat - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Glyceroltrinitrat oder andere Nitratverbindungen
  • akutes Kreislaufversagen (Schock, Kreislaufkollaps)
  • kardiogener Schock, sofern nicht durch intraaortale Gegenpulsation oder positiv inotrope Pharmaka ein ausreichend hoher linksventrikulärer, enddiastolischer Druck gewährleistet ist
  • toxisches Lungenödem
  • ausgeprägte Hypotonie (systolischer Blutdruck < 90 mmHg)
  • Erkrankungen, die mit einem erhöhten intrakraniellen Druck einhergehen (bisher wurde nur bei hochdosierter i.v. Gabe von Glyceroltrinitrat eine weitere Drucksteigerung beobachtet)
  • gleichzeitige Einnahme von Phosphodiesterase-5-Hemmern, z.B. Sildenafil
    • weil es in diesem Fall zu einem erheblichen blutdrucksenkenden Effekt kommen kann
    • bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit die Anwendungsbeschränkungen von solchen Arzneimitteln beachten
    • Glyceroltrinitrat darf auch dann nicht angewendet werden, wenn Patienten, die Phosphodiesterase-5-Hemmer, z.B. Sildenafil eingenommen haben, akute pektanginöse Beschwerden entwickeln

Therapiehinweise

Ausschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Glyceroltrinitrat - invasiv
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen („Nitratkopfschmerzen") bei Behandlungsbeginn
        • klingen erfahrungsgemäß meistens nach einigen Tagen bei weiterer Einnahme ab
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • myokardiale Hypoxie bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit
        • bedingt durch eine relative Umverteilung des Blutflusses in hypoventilierte Alveolargebiete
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kollapszustände, häufig mit bradykarden Herzrhythmusstörungen und Synkopen
      • dosisabhängiger Blutdruckabfall mit Verstärkung der Angina pectoris-Symptomatik
        • bei stärkerem Blutdruckabfall ist die Infusion zu unterbrechen; falls keine spontane Erholung erfolgt, sind u.U. herz- und kreislaufregulierende Maßnahmen zu ergreifen, z.B. Hochlagern der Beine und Volumenersatzmittel
      • Herzfrequenzanstieg
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • flüchtige Hautrötungen (Flush)
      • allergische Hautreaktionen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • exfoliative Dermatitis
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Übelkeit
      • Erbrechen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Toleranzentwicklung
        • zur Vermeidung einer Wirkungsabschwächung oder eines Wirkungsverlustes sollten hohe kontinuierliche Dosierungen vermieden werden
      • Auftreten einer Kreuztoleranz gegenüber anderen Nitratverbindungen
      • vorübergehende Hypoxämie
        • bedingt durch eine relative Umverteilung des Blutflusses in hypoventilierte Alveolargebiete

Anwendungshinweise

  • Infusion:
    • unverdünnt mit entsprechenden Vorrichtungen
    • verduennt (Verduennung z.B. mit physiologischer Kochsalzlösung, Glucose 5%, Glucose 10%)
  • detaillierte Tabellen zur Verduennung und zur Infusion s. Gebrauchs- oder Fachinformation
  • bei Kombination mit Infusionslösungen: Informationen der jeweiligen Hersteller beachten
  • Infusionsschläuche aus Polyethylen oder Polytetrafluorethylen empfohlen
  • erhebliche Wirkstoffverluste durch Adsorption bei Verwendung von Infusionsschläuche aus PVC (Polyvinylchlorid)
  • ausschleichend absetzen

Stillzeithinweise

Glyceroltrinitrat - invasiv
  • Glyceroltrinitrat aus Gründen besonderer Vorsicht nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anwenden

Schwangerschaftshinweise

Glyceroltrinitrat - invasiv
  • Glyceroltrinitrat aus Gründen besonderer Vorsicht nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anwenden
  • keine ausreichenden Erfahrungen für den Menschen, insbesondere für das 1. Trimenon, vorliegend

Warnhinweise

Glyceroltrinitrat - invasiv
  • bei Volumenmangel ist bei Therapiebeginn eine adäquate Volumensubstitution erforderlich
  • Glyceroltrinitrat darf nur mit Vorsicht angewendet werden bei
    • hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie, konstriktiver Perikarditis und Perikardtamponade
    • niedrigen Füllungsdrücken z.B. bei akutem Herzinfarkt, eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer (Linksherzinsuffizienz).
      • Blutdrucksenkung unter 90 mmHg systolisch sollte vermieden werden
    • Aorten und/oder Mitralstenose
    • Neigung zu orthostatischen Kreislaufregulationsstörungen
    • Patienten mit schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • versehentliche intraarterielle Gabe
    • bei akzidentieller intraarterieller Gabe kann es zu einem Herzfrequenzanstieg bis hin zu Tachykardien kommen
  • Infusionsschläuche
    • bei der Infusion von Glyceroltrinitrat bewähren sich Infusionsschläuche aus Polyethylen oder Polytetrafluorethylen
    • Infusionsschläuche aus PVC (Polyvinylchlorid) führen zu erheblichen Wirkstoffverlusten durch Adsorption