Nitroprussid-Natrium AFTPharm 50mg/2ml Inf.-Lsg.

ALTAMEDICS GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Nitroprussid →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
NotApplicable 1 ST

Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.

Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.

Jetzt KI fragen

Fachinformationen

Indikation

Erwachsene

  • hypertone Krisen
  • kontrollierte Hypotension bei Operationen

Hinweis: nicht für die Dauertherapie geeignet

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 50 mg Nitroprussidnatrium, entsprechend 44 mg Nitroprussidnatrium, wasserfrei.

  • hypertone Krisen, kontrollierte Hypotension bei Operationen
    • Erwachsene
      • grundsätzlich Beginn mit niedrigen Dosen
      • sofortiger Eintritt der hypotensiven Wirkung
      • rasches Erreichen der Ausgangswerte nach Infusionsende
      • in der Einstellungsphase ist eine genaue Titrierung mit 1 - 2minütlichen Blutdruckmessungen erforderlich
      • allmähliche Reduktion der Infusionsgeschwindigkeit gegen Infusionsende
      • Beginn der Infusion: 0,2 µg Nitroprussidnatrium / kg KG / Min
        • Verdopplung in Zeitintervallen von 3 - 5 Min. bis zum Eintritt des gewünschten Blutdruckniveaus
        • Variation der Infusionsgeschwindigkeit: 0,2 - 10 µg Nitroprussidnatrium / kg KG / Min
      • Maximaldosen
        • Höchstdosis bei kontrollierter Hypotension bei Operation
          • Gesamtmenge pro Fall von 1,0 - 1,5 mg / kg KG nicht überschreiten
        • hypertone Krisen
          • bei mehrtägige Nitroprussidnatrium-Infusionen, wie z. B. zur Behandlung hypertoner Krisen, werden die oben genannten Maximaldosen in der Regel überschritten
      • Dosierungstabelle für 50 ml Infusionspumpe und 1 mg / ml Nitroprussidnatrium s. Fachinformation
      • Dosierungstabelle für Perfusor 50 ml sowie Infusomat in 250 ml bzw 500 ml s. Fachinformation
      • Vermeidung von Cyanidintoxikationen
        • gleichzeitiges Anwenden einer Nitroprussidnatrium-Infusion mit einer Dauerinfusion von Natriumthiosulfat-Lösung über einen getrennten venösen Zugang im Verhältnis von etwa 1:10 (Nitroprussidnatrium : Natriumthiosulfat) bezogen auf die Gewichte der Wirkstoffe
        • zum praktischen Vorgehen:
          • Natriumthiosulfatlösung 100 mg / ml in eine zweite Perfusorspritze aufziehen und im Volumenverhältnis von etwa 12:1 (Nitroprussidnatrium : Natriumthiosulfat) über einen getrennten venösen Zugang infundieren
          • bei Verwendung eines Infusomaten sollte das Volumenverhältnis entsprechend 60:1 bzw. 120:1 betragen
      • Antidot im Falle einer vermuteten oder beobachteten Cyanid-Toxizität
        • wenn z. B. kein Thiosulfat für eine gleichzeitige Anwendung verfügbar ist): Hydroxocobalamin und/oder Methämoglobin-Bildner können erforderlich sein (Sicherheitsempfehlungen dieser Arzneimittel beachten)
      • Thiocyanat-Toxizität
        • bei mehrtägigen Infusionen (im Falle hoher Dosen auch schon innerhalb von 24 Std.) und besonders bei niereninsuffizienten Patienten
          • Kontrolle des Thiocyanatspiegels
          • Thiocyanatspiegel darf nicht > 6 mg / 100 ml sein
          • Thiocynatkonzentrationen > 6 mg / 100 ml können zu toxischen Symptomes wie Schwächegefühl, Erbrechen, Schwindel und Tinnitus führen
        • im Fall einer Thiocyanat-Intoxikation sollte die Infusion mit Nitroprussidnatrium abgebrochen und falls notwendig, Thiocyanat durch Dialyse aus dem Körper entfernt werden
      • Behandlungsdauer
        • richtet sich u.a. nach der Gesamtdosis
        • nicht für Dauertherapie geeignet

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • oft niedrigere Dosen erforderlich
  • Kinder und Jugendliche
    • Sicherheit und Wirksamkeit bisher nicht erwiesen (keine Daten)
    • Anwendung nicht empfohlen
  • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
    • Kontrolle des Thiocyanatspiegels bei mehrtätigen Infusionen und im Falle einer hohen Dosierung bereits innerhalb von 24 Std.
    • Thiocyanatspiegel darf nicht > 6 mg / 100 ml sein
  • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
    • Freisetzung des Cyanids aus Nitroprussidnatrium hauptsächlich durch Leberenzyme, daher Akkumulation bei schwer eingeschränkter Leberfunktion möglich
    • Vorsicht bei der Anwendung
    • Dosistitration mit Vorischt
    • Überwachung auf Anzeichen einer Cyanid-Toxizität
    • falls notwendig, Anwendung von Nitroprussidnatrium schrittweise reduzieren oder abbrechen und die Anweisung zur Behandlung von Cyanid-Toxizität befolgen

Kontraindikationen

Nitroprussid - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Nitroprussid
  • kompensatorische Hypertension verursacht durch z. B. Aortenisthmusstenose oder arteriovenöse Shunts
  • Lebersche Optikusatrophie
  • Tabakamblyopie
  • Vitamin B12-Mangel
  • metabolische Azidose
  • Hypothyreose
  • intrapulmonale arteriovenöse Shunts

Therapiehinweise

Einschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Nitroprussid - invasiv
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • hellrotes venöses Blut
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • metabolische Azidose
      • Lactatanstieg
      • Appetitlosigkeit
      • Hypothyreose
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Psychose
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
      • Schlafstörungen
      • Nervosität
      • Tinnitus
      • Miosis
      • Hyperreflexie
      • Verwirrtheit
      • Halluzinationen
      • Krampfanfälle
      • Paralyse
      • Koma
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Diarrhö
      • Inkontinenz
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Tachykardie
      • Herzrhythmusstörungen
      • Herzklopfen
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schwere Hypotension
      • Rebound-Effek
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypoventilation
      • verminderte Sauerstoffaufnahme
      • Atemlähmung
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schwächegefühl
      • unzureichende Blutdrucksenkung
      • Tachyphylaxie
      • Toleranz (häufiger bei jüngeren Patienten als bei älteren)
      • Reaktionen an der Applikationsstelle (z. B.: Schmerz, Hautrötung, Jucken)
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Cyanid-Intoxikation (durch die gleichzeitige Infusion von Thiosulfat vermeidbar; Details siehe Herstellerinformation) mit folgenden Vergiftungssymptomen:
        • hellrotes venöses Blut
        • Hypoventilation
        • Lactatanstieg
        • verminderte Sauerstoffaufnahme
        • Herzklopfen
        • Herzrhythmusstörungen
        • Kopfschmerzen
        • metabolische Azidose
        • Koma
        • Atemlähmung
        • Krampfanfälle
      • Thiocyanat-Intoxikation (vermeidbar; Details siehe Herstellerinformation) mit folgenden Vergiftungssymptomen
        • Schwindel
        • Kopfschmerzen
        • Appetitlosigkeit
        • Schlafstörungen
        • Nervosität
        • Hypothyreose
        • Durchfälle
        • Erbrechen
        • Inkontinenz
        • Psychose
        • Paralyse
        • Koma

Anwendungshinweise

  • zur Infusion
  • Infusion i.v. über Infusionspumpe oder Infusomat
  • konzentrierte wässrige Lösung (50 mg/2 ml) muss vor der Anwendung mit 5%iger Glukoselösung verdünnt werden
    • Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, s. Fachinformation!
  • Vorsichtsmaßnahmen vor der Handhabung bzw. der Anwendung des Arzneimittels
    • Lichtschutz kann durch Verwendung eingefärbter Spritzen und Schläuche erreicht werden
    • klar farblose bis leicht bräunliche Infusionslösung
      • intensiv gefärbte Lösungen dürfen nicht verwendet werden
    • der fertigen Infusionslösung dürfen keine weiteren Arzneistoffe zugesetzt werden
    • Applikation der Infusionslösung erfolgt am sichersten über einen separaten Venenkatheter, um einen Aufstau von Wirkstoffen im Schlauchsystem oder in peripheren Venen zu vermeiden
  • weitere Hinweise s. Fachinformation!

Stillzeithinweise

Nitroprussid - invasiv
  • Nitroprussid sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden (strengste Indikationsstellung)
  • ausreichende Erfahrungen fehlen

Schwangerschaftshinweise

Nitroprussid - invasiv
  • Nitroprussid sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden (strengste Indikationsstellung)
  • ausreichende Erfahrungen fehlen

Warnhinweise

Nitroprussid - invasiv
  • Patienten, die zuvor PDE 5-Inhibitoren eingenommen haben:
    • Anwendung von Nitroprussidnatrium nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung
    • bei Anwendung von PDE 5-Inhibitoren kann es zu einer erheblichen Verstärkung des blutdrucksenkenden Effektes von Nitroprussid kommen, wenn Nitroprussidnatrium innerhalb
      • von 24 Stunden nach Sildenafil oder Vardenafil oder
      • innerhalb von 48 Stunden nach Tadalafil gegeben wird, abhängig von der Halbwertszeit des PDE 5-Inhibitors
    • in diesem Fall sollte eine besonders vorsichtige Dosistitration erfolgen
  • Erkrankungen, die mit einem erhöhten intrakraniellen Druck einhergehen
    • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung
  • fortlaufende Monitorüberwachung des EKG und ggf. der wichtigsten hämodynamischen Parameter während Anwendung erforderlich
    • Blutdruck wird unter Operationsbedingungen am besten direkt über arterielle Kanüle gemessen
    • bei mehrtägigen Infusionen genügen die Blutdruckmessungen über eine nicht-invasive Methode
  • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
    • bei mehrtägigen Infusionen von Nitroprussidnatrium (im Falle von hohen Dosen auch schon innerhalb von 24 Stunden) und besonders bei niereninsuffizienten Patienten:
      • Thiocyanatspiegel kontrollieren; darf 6 mg/100 ml nicht überschreiten
      • Intoxikation kann früher entstehen als bei Nierengesunden
  • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
    • Anwendung und Dosistitration nur mit Vorsicht
    • Patienten auf Anzeichen einer Cyanidtoxizität engmaschig überwachen
    • falls notwendig muss die Anwendung von Nitroprussidnatrium schrittweise reduziert oder abgebrochen werden und die Anweisungen zur Behandlung von Cyanid-Toxizität sind zu befolgen
    • schwer eingeschränkte Leberfunktion
      • weil Cyanid, welches aus Nitroprussidnatrium freigesetzt wird, hauptsächlich durch Leberenzyme metabolisiert wird, kann es bei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion akkumulieren
  • Cyanid-Toxizität
    • um der Cyanid-Toxizität effektiv vorzubeugen (weil möglicherweise die Entgiftungskapazität des menschlichen Organismus überschritten wird) sind Maßnahmen zu ergreifen (siehe auch Rubrik "Dosierung und Dauer der Anwendung" sowie "Nebenwirkungen")
    • Cyanid wird aus Nitroprussidnatrium freigesetzt
      • zur Verhütung einer Cyanidintoxikation:
        • gleichzeitige Gabe (getrennte Zugänge) von Natriumthiosulfatlösung empfohlen
          • Details zur sachgemäßen Verabreichung siehe jeweilige Herstellerinformation
      • Antidot im Falle einer vermuteten oder beobachteten Cyanid Toxizität (wenn z. B. kein Thiosulfat für eine gleichzeitige Anwendung verfügbar ist):
        • Hydroxocobalamin und/oder Methaemoglobin-Bildner können erforderlich sein
          • Sicherheitsempfehlungen dieser Arzneimittel sind zu beachten
  • Thiocynat-Toxizität
    • Cyanid wird zusammen mit Thiosulfat zu Thiocyanat metabolisiert, welches im Vergleich zu Cyanid etwa 100-mal weniger toxisch ist
    • um der Thiocynat-Toxizität effektiv vorzubeugen sind Maßnahmen zu ergreifen (siehe auch Rubrik "Dosierung und Dauer der Anwendung" sowie "Nebenwirkungen")
      • Thiocyanatspiegel kontrollieren
        • bei mehrtägigen Gaben von Nitroprussid
        • im Falle von hohen Dosen auch schon innerhalb von 24 Stunden und
        • besonders bei niereninsuffizienten Patienten
      • Thiocynat-Spiegel darf 6 mg/100 ml nicht überschreiten
      • Thiocyanatkonzentrationen von > 6 mg/100 ml führen zu toxischen Symptomen wie Schwächegefühl, Erbrechen, Schwindel und Tinnitus
      • im Fall einer Thiocyanat-Intoxikation sollte die Infusion mit Nitroprussidnatrium abgebrochen und falls notwendig,Thiocyanat durch Dialyse aus dem Körper entfernt werden