NOCDURNA 25 Mikrogramm Lyophilisat zum Einnehmen

FERRING Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Desmopressin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 30 ST 54,60 €
N3 90 ST 136,31 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Symptomatische Behandlung der Nykturie aufgrund von idiopathischer nächtlicher Polyurie bei Erwachsenen

Dosierung

  • Symptomatische Behandlung der Nykturie aufgrund von idiopathischer nächtlicher Polyurie bei Erwachsenen
    • Frauen: 25 µg / Tag, 1 Stunde vor dem Zubettgehen
    • Männer: 50 µg / Tag, 1 Stunde vor dem Zubettgehen
    • Dosiserhöhung bei älteren Patienten >/= 65 Jahren nicht empfohlen
    • unzureichendes Ansprechen von Patienten < 65 Jahre
      • falls höhere Dosierungen in Betracht gezogen werden, andere desmopressinhaltige Lyophilisate zum Einnehmen verwenden
    • bei Anzeichen von Wasserretention und/oder Hyponatriämie (Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und in schweren Fällen Krämpfe)
      • Behandlungsabbruch
      • Behandlung neu bewerten
      • bei Wiederaufnahme Reduktion der Flüssigkeitsaufnahme exakt einhalten und Natrium-Serumspiegel überwachen
      • Behandlung unterbrechen, wenn Natrium-Serumspiegel unter die Untergrenze des Normalbereiches abfällt (d. h. < 135 mmol / l)
    • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
      • erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Hyponatriämie und möglicherweise eingeschränkte Nierenfunktion
      • Anwendung mit Vorsicht
      • Maximaldosen
        • Frauen: 25 µg / Tag
        • Männer: 50 µg / Tag
      • Natrium-Serumspiegel muss vor Beginn der Behandlung, in der ersten Woche (4 - 8 Tage nach Beginn der Behandlung) und erneut nach einem Monat im Normalbereich liegen
      • Behandlungsabbruch, wenn der Natrium-Serumspiegel unter die Untergrenze des Normalbereiches abfällt
      • Fortsetzen der Behandlung sorgfältig prüfen, falls nach 3 Monaten kein therapeutischer Nutzen festgestellt werden kann
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • mäßig - schwere Niereninsuffizienz: kontraindiziert
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • Kinder und Jugendliche
      • keine relevante Verwendung bei Kindern und Jugendlichen zur symptomatischen Behandlung der Nykturie aufgrund von idiopathischer nächtlicher Polyurie

Kontraindikationen

Desmopressin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Desmopressin
  • habituelle und psychogene Polydipsie (mit einer Urinproduktion von mehr als 40 ml / kg / 24 Stunden)
  • Polydipsie bei Alkoholikern
  • mäßige bis schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 50 ml / Min.)
  • bekannte oder Verdacht auf Herzinsuffizienz
  • Zustände, die mit Flüssigkeitsüberladung assoziiert sind und die eine Therapie mit Diuretika erforderlich machen
    • einschließlich solcher Zustände in der Vorgeschichte
  • bekannte Hyponatriämie oder Prädisposition zur Hyponatriämie
  • Unfähigkeit des Patienten, die Flüssigkeitsaufnahme zu reduzieren, z.B. bei kognitiven Störungen, neurologischen Erkrankungen und Demenz
  • unkontrollierter Bluthochdruck
  • SyndromSyndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH), ein Krankheitsbild, bei dem eine übermäßig hohe ADH-Produktion auftritt
  • schweres klassisches von-Willebrand- Jürgens-Syndrom (Typ IIb), Patienten mit 5 % Faktor-VIII-Aktivität, Faktor VIII-Antikörper
  • altersabhängige Kontraindikation möglich bei Desmopressin zur Behandlung einer Nykturie bzw. primären Enuresis nocturna (siehe jeweilige Herstellerinformation)

Therapiehinweise

Einnahme zur Nacht.

Nebenwirkungen

Desmopressin - peroral

Erwachsene

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anaphylaktische Reaktionen
      • allergische Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyponatriämie
        • kann Kopfschmerzen, Abdominalschmerzen, Nausea, Erbrechen, Gewichtszunahme, Schwindel, Verwirrtheit, Malaise, Gedächtnisstörungen, Vertigo, Stürze, Konvulsionen und Koma verursachen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dehydratation (nur beobachtet bei der Indikation Diabetes insipidus)
      • Hypernatriämie (nur beobachtet bei der Indikation Diabetes insipidus)
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Insomnie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Verwirrtheitszustände (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • emotionale Störungen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Benommenheit (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
      • Schwindel
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Somnolenz
      • Parästhesie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Konvulsionen (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
      • Asthenie (nur beobachtet bei der Indikation Diabetes insipidus)
      • Koma (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sehbehinderung
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Vertigo (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Palpitationen
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypertonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • orthostatische Hypotonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Mundtrockenheit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit, Nausea (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
      • Magen-/Abdominalschmerzen (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
      • Diarrhoe
      • Obstipation
      • Erbrechen (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspepsie
      • Flatulenz (HLT, High Level Term)
      • Blähungen
      • Völlegefühl
      • Abdominalbeschwerden
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwitzen
      • Pruritus
      • Hautausschlag
      • Urtikaria
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergische Reaktionen (z.B. Dermatitis)
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Muskelspasmen
      • Myalgie
  • Erkrankungen der Nieren- und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Beschwerden der Blase und der Harnröhre (HLT, High Level Term)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • (periphere) Ödeme (HLT, High Level Term)
      • Fatigue
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Malaise (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
      • Schmerzen in der Brust
      • grippeähnliche Symptome
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gewichtszunahme (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
      • Erhöhung der Leberwerte
      • Hypokaliämie

Kinder und Jugendliche

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anaphylaktische Reaktionen
      • allergische Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hyponatriämie (nach Markteinführung hauptsächlich bei Kindern < 12 Jahren)
        • kann Kopfschmerzen, Abdominalschmerzen, Nausea, Erbrechen, Gewichtszunahme, Schwindel, Verwirrung, Malaise, Gedächtnisstörungen, Vertigo, Stürze, Konvulsionen und Koma verursachen
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Affektlabilität (nach Markteinführung gleichermaßen bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren)
      • Aggressionen (nach Markteinführung fast ausschließlich bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Angstsymptome (HLT, High Level Term)
      • Albträume (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
      • Stimmungsschwankungen (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie, nach Markteinführung hauptsächlich bei Kindern < 12 Jahren)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • emotionale Störungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anormales Verhalten
      • Depression
      • Halluzination
      • Insomnie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Somnolenz
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Aufmerksamkeitsstörung
      • psychomotorische Hyperaktivität
      • Konvulsionen (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
  • Gefäßerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hypertonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Epistaxis
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Magen-/Abdominalschmerzen (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
      • Übelkeit/Nausea (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
      • Erbrechen (evtl. ausgelöst durch Hyponatriämie)
      • Diarrhoe
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • allergische Reaktionen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hautausschlag
      • allergische Dermatitis
      • Schwitzen
      • Urtikaria
  • Erkrankungen der Nieren- und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Beschwerden der Blase und Harnröhre (HLT, High Level Term)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • periphere Ödeme
      • Fatigue
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Reizbarkeit

Anwendungshinweise

  • Sublingualtablette unter die Zunge legen (sie löst sich auf, ohne dass zusätzlich Wasser getrunken werden muss)
  • gleichzeitige Nahrungsaufnahme kann die Stärke und Dauer des antidiuretischen Effektes niedriger Desmopressindosen reduzieren

Stillzeithinweise

Desmopressin - peroral
  • es muss eine Entscheidung getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder die Behandlung Desmopressin zu unterbrechen ist
    • dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden
  • Desmopressin geht in geringem Maße in die Muttermilch über
  • bei therapeutischen Dosierungen von Desmopressin keine Auswirkungen für das Neugeborene / Kind zu erwarten
  • Untersuchungen der Muttermilch von Frauen, die eine hohe Dosierung von 300 µg Desmopressin (intranasal) erhalten hatten, zeigten, dass die Mengen an Desmopressin, die auf das Kind übertragen werden könnten, zu gering sind, um die Diurese zu beeinflussen
    • ob sich Desmopressin bei wiederholter Gabe in der Muttermilch anreichert, wurde nicht untersucht

Schwangerschaftshinweise

Desmopressin - peroral
  • Desmopressin sollte Schwangeren nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung verordnet werden
  • Vorsicht bei der Verschreibung für schwangere Frauen
    • Blutdrucküberwachung empfohlen, wegen des erhöhten Risikos einer Präeklampsie
  • bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Desmopressin bei Schwangeren vor
    • begrenzte Anzahl von Daten zur Anwendung von Desmopressin bei schwangeren Frauen (53 schwangere Frauen mit Diabetes insipidus und 216 schwangere Frauen mit Blutungskomplikationen (54 schwangere Frauen mit Willebrand-Jürgens-Syndrom) vorliegend
      • keine negativen Auswirkungen auf die Schwangerschaft oder auf den Gesundheitszustand des Feten oder Neugeborenen beobachtet
      • Hinweise auf seltene Fälle von Fehlbildungen bei Kindern
        • eine Überprüfung aller verfügbaren Daten ergab allerdings keine Hinweise für vermehrte Fehlbildungen bei Kindern, die während der Schwangerschaft Desmopressin ausgesetzt waren
  • bis heute keine weiteren relevanten epidemiologischen Daten vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigten keine direkten oder indirekten schädlichen Effekte auf eine Reproduktionstoxizität, die Schwangerschaft, die embryonale / fetale Entwicklung, die Geburt oder die postnatale Entwicklung
    • Reproduktionsstudien an Tieren zeigten keinen klinisch relevanten Effekt auf Elterntiere und ihre Nachkommen
      • bei Ratten und Kaninchen mit 100-fach höheren Dosen als die beim Menschen rief Desmopressin keine fetotoxischen Wirkungen hervor
  • in-vitro Studien
    • in-vitro Studien an humanen Kotyledonen-Modellen haben gezeigt, dass Desmopressin die Plazentaschranke nicht überwindet, wenn es in therapeutischen Konzentrationen und in der empfohlenen Dosis angewendet wird
  • Fertilität
    • Fertilitätsstudien wurden nicht durchgeführt
    • keine Daten über die Wirkungen von Desmopressin auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
    • tierexperimentelle Studien an der Ratte ergaben keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der männlichen und weiblichen Fertilität

Warnhinweise

Desmopressin - peroral
  • Patienten, insbesondere ältere Patienten, müssen vor Beginn der Behandlung mit Desmopressin klinisch untersucht und befragt werden, da nächtliche Polyurie ein Symptom kardiologischer oder anderer medizinischer Zustände sein kann, die mit Flüssigkeitsüberladung assoziiert sind
    • falls solche begleitenden Zustände vermutet werden, ist die Behandlung mit Desmopressin nicht zu empfehlen
  • Desmopression sollte mit besonderer Vorsicht angewendet werden und die Dosis falls erforderlich reduziert werden bei Patienten
    • die zur Behandlung der Hypertonie oder anderer medizinischer Zustände, die nicht mit Flüssigkeitsüberladung assoziiert sind, Thiazide oder Schleifendiuretika einnehmen
      • bei diesen Patienten ist eine Überwachung der Serum-Natriumspiegel erforderlich
    • mit Asthma
    • mit Mukoviszidose (zystischer Fibrose)
      • Dosis sollte auf der Grundlage der Plasma-Osmolalität angepasst werden
    • mit Epilepsie
    • mit Migräne
    • mit eingeschränkter Nierenfunktion
    • mit kardiovaskulären Erkrankungen
    • mit koronarer Herzkrankheit
    • mit (arterieller) Hypertonie
    • mit chronischem Nierenleiden
      • die antidiuretische Wirkung von Desmopressin kann abgeschwächt sein
    • mit Präeklampsie
    • mit Risiko für die Erhöhung des intrakraniellen Druckes
    • mit Störungen des Flüssigkeits- und Elektrolythaushaltes bzw. Zuständen, die durch Flüssigkeits- und/oder Elektrolytungleichgewicht charakterisiert sind
    • die Lithium einnehmen
      • da ein lithiuminduzierter Diabetes insipidus renalis im Frühstadium maskiert werden kann
      • Desmopressin ist nicht zur Anwendung bei Patienten mit Verdacht auf lithiuminduzierten Diabetes insipidus renalis empfohlen
  • es sollte ein Diabetes insipidus renalis in Betracht gezogen werden, falls es nach Beginn der Behandlung mit Desmopressin nicht zu einer Reduktion der nächtlichen Urinausscheidung kommt
  • Patienten mit Nykturie
    • für die Diagnose einer nächtlichen Polyurie sollte mindestens 2 Tage vor Beginn der Behandlung ein Miktionstagebuch geführt werden, in dem die Häufigkeit und die Menge der Urinausscheidung festgehalten werden
  • Kinder und Jugendliche
    • therapeutische Behandlung der Enuresis nocturna bei Kindern beginnt in der Regel mit Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensführung und eines Alarms für nächtliches Einnässen
    • wichtig, dass das medizinische Fachpersonal diese Maßnahmen vor Beginn einer Behandlung mit Desmopressin in Erwägung zieht
    • bei Kindern mit isolierter Enuresis nocturna sollten vor Beginn der Behandlung die Häufigkeit der Blasenentleerung und die Zeitpunkte der Flüssigkeitsaufnahme über einen Zeitraum von 48 Stunden sowie die Anzahl der Nächte mit Bettnässen über einen Zeitraum von 7 Tagen dokumentiert werden
  • die Behandlung muss abgebrochen werden, wenn der Natrium-Serumspiegel unter die Untergrenze des Normalbereiches abfällt
  • (ein möglicherweise) erhöhtes Risiko für eine Hyponatriämie besteht bei
    • älteren Patienten (>/= 65 Jahre; mit Natriumserumspiegeln im unteren Normalbereich)
      • vor Beginn der Behandlung, in der 1. Behandlungswoche (4 - 8 Tage) und erneut einen Monat nach Beginn der Behandlung muss der Natrium-Serumspiegel bestimmt werden
    • Patienten mit niedrigen Natriumserumspiegeln
    • bei Patienten mit niedrigem Plasma-Natriumspiegel und bei Patienten mit hohem täglichen Urinvolumen (über 2,8 bis 3 Liter)
    • Frauen im Vergleich zu Männern (bei bestimmten Dosierungen)
      • deshalb ist es wichtig, dass geschlechtsspezifischen Dosierungsempfehlungen eingehalten werden (siehe jeweilige Herstellerinformation)
  • Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr
    • alle Patienten bzw. ihre Betreuungspersonen müssen sorgfältig über die Flüssigkeitsrestriktion aufgeklärt werden
    • bei der Behandlung der primären Enuresis nocturna und Nykturie muss die Flüssigkeitsaufnahme 1 Stunde vor Einnahme bis zum nächsten Morgen (mind. 8 Stunden nach Einnahme) auf ein Minimum beschränkt werden, und es sollte nur bei Durst Flüssigkeit aufgenommen werden
    • Behandlung mit Desmopressin kann ohne gleichzeitige Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr zu einer Wasserretention und/oder Hyponatriämie mit oder ohne begleitende Warnsignale und Symptome führen
      • kann von Symptomen wie Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Übelkeit / Erbrechen und Ödembildung begleitet sein
      • in schweren Fällen können Hirnödem, Konvulsionen, Bewusstseinseinschränkungen bis hin zu Bewusstseinsverlust und Koma auftreten
      • es wird daher empfohlen, Patienten, insbesondere ältere Patienten und Eltern von kleinen Kindern, auf diese Gefahr hinzuweisen
      • Hirnödeme wurden wiederholt bei Kindern und jungen Erwachsenen beobachtet, die wegen nächtlichem Bettnässen mit Desmopressin behandelt wurden
      • bei Auftreten dieser Symptome während der Behandlung der isolierten Enuresis nocturna bei Kindern und Nykturie bei Erwachsenen, muss die Behandlung unterbrochen und der Elektrolytstatus und der Natriumspiegel bestimmt werden.
        • wird die Behandlung wieder aufgenommen, sollte die Flüssigkeitsrestriktion strenger sein
    • Kinder < 5 Jahre und ältere Patienten (abhängig von ihrem Allgemeinzustand)
      • besonders Kinder < 5 Jahre und ältere Patienten (abhängig von ihrem Allgemeinzustand) haben ein erhöhtes Risiko für Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes
      • bei sonst gesunden Kindern und jungen Erwachsenen, die wegen einer Enuresis nocturna mit Desmopressin behandelt wurden, wurde wiederholt über das Auftreten von Hirnödem und Krampfanfällen berichtet
        • dieses Risiko scheint in der ersten Behandlungswoche besonders hoch zu sein
    • Risiko einer Wasserintoxikation und Hyponatriämie
      • kann durch Einhaltung der empfohlenen Anfangsdosierung und durch Vermeidung einer gleichzeitigen Verabreichung von Vasopressin-sekretionsfördernden Substanzen minimiert werden
    • wichtig, während der Behandlung bzw. der Dosissteigerung das Körpergewicht zu überwachen
      • Gewichtszunahme kann durch Überdosierung oder häufiger durch verstärkte Flüssigkeitsaufnahme verursacht sein
      • eine schnelle und deutliche Gewichtszunahme kann ein Anzeichen für eine übermäßige Flüssigkeitsretention sein
    • alle Patienten, bei Kindern deren Eltern und ggf. zuständiges Pflegepersonal sind darauf aufmerksam zu machen, dass die Flüssigkeitszufuhr einzuschränken bzw. eine übermäßige Flüssigkeitsaufnahme (auch während des Schwimmens) zu vermeiden ist
  • jede Nebennieren- oder Schilddrüseninsuffizienz muss vor Beginn und während der gesamten Dauer der Desmopressintherapie behandelt werden
    • um das Auftreten einer Wasserintoxikation zu vermeiden
  • die Behandlung der primären Enuresis nocturna mit Desmopressin darf nur bei Patienten mit normalem Blutdruck durchgeführt werden
  • bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Elimination verzögert, daher sind geringere Dosen erforderlich
  • Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    • während der Behandlung mit Desmopressin müssen Körpergewicht, Natriumserumspiegel bzw. Blutdruck überwacht werden
    • schwere Blasenfunktionsstörungen und Blasenauslassobstruktion müssen vor der Behandlung ausgeschlossen werden
    • Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Hyponatriämie einschließlich Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr und häufigere Bestimmung des Natriumserumspiegels müssen getroffen werden bei
      • Zuständen, die durch Flüssigkeits- und / oder Elektrolytungleichgewicht wie systemische Infektionen, Fieber und SIADH (SyndromSyndrom der inadäquaten ADH-Sekretion) charakterisiert werden
      • Zuständen, die eine begleitende Behandlung mit Diuretika notwendig machen
      • begleitender Behandlung mit Arzneimitteln die SIADH induzieren können, z.B. trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin- Wiederaufnahmehemmer, Chlorpromazin, Diuretika, Carbamazepin und einige Antidiabetika vom Sulfonylharnstoff-Typ (insbesondere Chlorpropamid)
      • gleichzeitiger Behandlung mit nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAIDs/NSAR)
      • Patienten mit Dranginkontinenz, organischen Ursachen für eine erhöhte Miktionshäufigkeit oder eine Nykturie sollten zunächst ausgeschlossen oder behandelt werden; z. B.
        • benigne Prostatahyperplasie [BPH]
        • Harnwegsinfektion
        • Blasensteine/Blasentumore
        • Gallensteine/Tumore
        • Störungen des Blasenschließmuskels
        • Polydipsie
        • inadäquat eingestellten Diabetes mellitus
  • die Behandlung mit Desmopressin sollte während zwischenzeitlich auftretender Erkrankungen unterbrochen (bis sich der Flüssigkeitshaushalt wieder normalisiert hat) und neu bewertet werden, wie z. B.
    • systemische Infektionen
    • Fieber
    • Gastroenteritis, die durch Flüssigkeits- und/oder Elektrolytungleichgewichte charakterisiert sind
  • in hohen Dosen, insbesondere bei Diabetes insipidus, kann Desmopressin manchmal zu einem leichten Blutdruckanstieg führen, der sich bei einer Dosisreduktion wieder normalisiert
  • Doping
    • Anwendung des Arzneimittels kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen