Norfloxacin STADA 400mg Filmtabletten

STADAPHARM GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Norfloxacin →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 6 ST 13,32 €
N1 10 ST 14,88 €
N2 20 ST 17,50 €
N3 50 ST 32,17 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung von folgenden, durch Norfloxacin-empfindliche Bakterien hervorgerufene Infektionen
    • unkomplizierte akute Zystitis (Anwendung nur, wenn andere Antibiotika, die für die Behandlung dieser Infektionen üblicherweise empfohlen werden, für ungeeignet erachtet werden)
    • Urethritis, einschließlich durch empfindliche Neisseria gonorrhoeae verursachte Fälle
    • komplizierte Harnwegsinfektionen (ausgenommen komplizierte Pyelonephritis)
    • komplizierte akute Zystitis
  • Hinweis
    • Berücksichtigung der offiziellen Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika

Dosierung

  • Behandlung von durch Norfloxacin-empfindlichen Bakterien hervorgerufenen Infektionen
    • individuell dosieren, abhängig von Empfindlichkeit der Erreger und Schwere der Erkrankungen
    • Empfindlichkeit der Krankheitserreger - falls möglich - austesten; Behandlung kann vor Vorliegen der Antibiogramm-Ergebnisse eingeleitet werden
    • bei Nichtansprechen der Behandlung: mikrobiologische Untersuchungen nach möglicher bakterieller Resistenz
    • Erwachsene
      • unkomplizierte akute Cystitis bei Frauen
        • 1 Filmtablette (400 mg Norfloxacin) 2mal / Tag
        • Behandlungsdauer: 3 Tage
      • Harnwegsinfektionen
        • 1 Filmtablette (400 mg Norfloxacin) 2mal / Tag
        • Behandlungsdauer: 7 - 10 Tage (trotz bereits nach 1 - 2 Tagen nachlassender Symptome (z.B. Brennen beim Wasserlassen, Fieber und Schmerzen) gesamte empfohlene Behandlungsdauer einhalten)
      • komplizierte Harnwegsinfektionen (außer akute oder chronische komplizierte Pyelonephritis)
        • 1 Filmtablette (400 mg Norfloxacin) 2mal / Tag
        • Behandlungsdauer: 2 - 3 Wochen
          • > 3 Wochen: Bewertung des Ansprechens erforderlich, da Gefahr von Resistenzentwicklung möglich

Dosisanpassung

  • Ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich, sofern keine Einschränkung der Nierenfunktion
    • keine Hinweise auf veränderte Pharmakokinetik in pharmakokinetischen Studien, lediglich geringfügige Verlängerung der Plasmahalbwertzeit beobachtet
  • Kinder und Jugendliche
    • Anwendung kontraindiziert
  • Eingeschränkte Nierenfunktion
    • stark eingeschränkte Nierenfunktion
      • Vor- und Nachteile der Anwendung sorgfältig abwägen
    • Kreatinin-Clearance </= 30 ml / Min. x 1,73 m2: 1 Filmtablette 1mal / Tag

Kontraindikationen

Norfloxacin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Norfloxacin oder gegen verwandte Wirkstoffe aus der Gruppe der Chinolonderivate
  • Patienten mit anamnestisch bekannter Tendinitis oder Sehnenruptur im Zusammenhang mit einer Chinolontherapie
    • in einigen Fällen unter Therapie mit einem Wirkstoff aus der Gruppe der Fluorochinolone, darunter auch Norfloxacin, Sehnenentzündungen und/oder Sehnenrupturen beobachtet, v.a. wenn die Patienten gleichzeitig mit Corticosteroiden behandelt wurden
    • bei Anzeichen einer Sehnenentzündung oder -ruptur sollte die Therapie mit Norfloxacin sofort abgebrochen und der Patient entsprechend behandelt werden
  • Kinder und Jugendliche im Wachstumsalter
    • Wirksamkeit und Unbedenklichkeit für diese Gruppe von Patienten bis jetzt noch nicht ausreichend nachgewiesen
    • aufgrund von Ergebnissen aus Tierversuchen kann eine Schädigung der Gelenkknorpel im wachsenden Körper nicht vollständig ausgeschlossen werden
  • Schwangerschaft
    • Unbedenklichkeit für diese Gruppe von Patienten nicht ausreichend nachgewiesen
    • aufgrund von Ergebnissen aus Tierversuchen kann eine Schädigung der Gelenkknorpel im wachsenden Körper nicht vollständig ausgeschlossen werden
  • Stillzeit
    • Unbedenklichkeit für diese Gruppe von Patienten nicht ausreichend nachgewiesen
    • aufgrund von Ergebnissen aus Tierversuchen kann eine Schädigung der Gelenkknorpel im wachsenden Körper nicht vollständig ausgeschlossen werden
  • Norfloxacin sollte bei Epileptikern und Patienten mit bestehenden Erkrankungen des ZNS (z.B. eine geringe Krampfschwelle, bekannte Krampfleiden, verminderte zerebrale Durchblutung, Veränderungen in der Hirnstruktur oder Schlaganfall) nur bei ausgeglichenem Nutzen-Risiko-Verhältnis angewandt werden
    • da bei diesen Patienten Nebenwirkungen auf das ZNS nicht ausgeschlossen werden können und Krämpfe selten bei Patienten unter Norfloxacin berichtet wurden
  • gleichzeitige Gabe von Norfloxacin und Tizanidin
  • Hinweis:
    • bei stark eingeschränkter Nierenfunktion sind Vor- und Nachteile des Einsatzes von Norfloxacin im Einzelfall sorgfältig abzuwägen
    • die Konzentration von Norfloxacin im Urin kann sich bei stark eingeschränkter Nierenfunktion verringern, da Norfloxacin vorwiegend renal ausgeschieden wird

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Norfloxacin - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • vaginale Candidiasis
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leukopenie
      • Neutropenie
      • Eosinophilie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Thrombozytopenie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Agranulozytose
      • hämolytische Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Urtikaria
      • Angioödem
      • Petechien
      • hämorrhagische Bullae
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Anaphylaxie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Depression
      • Angstgefühl
      • Nervosität
      • Reizbarkei
      • Euphorie
      • Halluzinationen
      • Verwirrtheit
      • Veränderungen der Stimmungslage
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • psychische Störungen
      • Orientierungsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • psychotische Reaktionen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Müdigkeit
      • Schwindel
      • Benommenheit
      • Parästhesien
      • Hypästhesie
      • Geschmacksstörung
      • Schlaflosigkeit
      • Schlafstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Tremor
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Polyneuropathie einschließlich Guillain-Barré-Syndrom
      • Krampfanfälle
      • Myoklonus
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sehstörung
      • vermehrter Tränenfluss
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tinnitus
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hörverlust
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dyspnoe
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Vaskulitis
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • ventrikuläre Arrhythmien und Torsades de pointes (vorwiegend berichtet bei Patienten mit Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung)
      • EKG QT-Verlängerung
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • leichte Magenbeschwerden
      • Bauchschmerzen und -krämpfe
      • Übelkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sodbrennen
      • Erbrechen
      • Durchfall
      • Appetitlosigkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Pankreatitis
      • pseudomembranöse Colitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leberstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Ikterus
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hepatitis
      • cholestatischer Ikterus
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Exanthem
      • Juckreiz
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Photosensibilisierung
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erythema exsudativum multiforme
      • exfoliative Dermatitis
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • schwere Hautreaktionen
      • Lyell-Syndrom
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthritis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Myalgie
      • Arthralgie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Tendovaginitis, Tendinitis
        • unter Therapie mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Fluorochinolone und ua. auch mit Norfloxacin Entzündungen der Achillessehne beobachtet
        • diese können zum Achillessehnenriss führen
      • Demaskierung bzw. Verschlimmerung einer Myasthenia gravis
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Nierenversagen
      • interstitielle Nephristis
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erhöhung von SGOT, SGPT und der alkalischen Phosphatase
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erhöhung von Serumbilirubin, -harnstoff und -kreatinin
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erhöhung der Kreatinkinase (CK)

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Filmtabletten mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) mind. 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit bzw. dem Genuss von Milch
  • Einnahme vorzugsweise morgens und abends
  • ggf. tägliche Einmaldosis stets zur gleichen Tageszeit einnehmen

Stillzeithinweise

Norfloxacin - peroral
  • kontraindiziert in der Stillzeit
  • nicht bekannt, ob Norfloxacin, wie andere Chinolonantibiotika, in die Muttermilch übergehen kann

Schwangerschaftshinweise

Norfloxacin - peroral
  • kontraindiziert in der Schwangerschaft
    • darf Schwangeren nicht verordnet werden, da keine Erfahrungen über die Sicherheit der Anwendung in der Schwangerschaft vorliegen
  • Norfloxacin tritt in das Nabelschnurblut und das Fruchtwasser über
  • tierexperimentelle Studien
    • haben keinen Hinweis auf teratogene Wirkungen ergeben
    • Norfloxacin, wie auch andere Chinolonantibiotika, hat in Tierversuchen Gelenkknorpelschädigungen beim noch nicht erwachsenen Organismus verursacht

Warnhinweise

Norfloxacin - peroral
  • Folgende Nebenwirkungen können unter Umständen akut lebensbedrohlich sein
    • pseudomembranöse Colitis (selten)
      • Beendigung der Therapie mit Norfloxacin in Abhängigkeit von der Indikation muss erwogen und sofort eine angemessene Therapie eingeleitet werden (z.B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist)
      • Arzneimittel, welche die Darmperistaltik hemmen, sollen nicht eingenommen werden.
    • schwere akute Überempfindlichkeitsreaktion (z.B. Anaphylaxie) (selten):
      • Therapie mit Norfloxacin muss sofort abgebrochen und die entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden (z.B. Gabe von Antihistaminika, Corticosteroiden, Sympathomimetika und ggf. Beatmung)
    • Auftreten von (epilepsieähnlichen) Krampfanfällen (sehr selten):
      • die üblichen, entsprechenden Notfallmaßnahmen sind angezeigt (z.B. Atemwege freihalten, Gabe von Antikonvulsiva wie Diazepam oder Barbiturate)
  • Herzerkrankungen
    • Fluorchinolone, einschließlich Norfloxacin, sollten nur unter Vorsicht bei Patienten angewendet werden, die bekannte Risikofaktoren für eine Verlängerung des QTIntervalls aufweisen, wie z.B.:
      • angeborenes Long-QT-Syndrom
      • gleichzeitige Anwendung von anderen Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern (z.B. Antiarrhythmika der Klassen IA und III, trizyklische Antidepressiva, Makrolide, Antipsychotika)
      • unkorrigierte Störungen des Elektrolythaushaltes (z.B. Hypokaliämie, Hypomagnesämie)
      • ältere Patienten
      • Herzerkrankung (Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Bradykardie)
  • Lichtempfindlichkeit
    • bei der Einnahme von Norfloxacin oder anderer Arzneistoffe aus der Gruppe der Chinolone kann es zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit kommen
    • während der Behandlung ist längere und stärkere Sonnenbestrahlung zu vermeiden
    • ebenso sollte in dieser Zeit auf die Benutzung von Solarien verzichtet werden
    • Therapie sollte beendet werden, wenn Anzeichen einer Photosensibilisierung auftreten
  • Sehstörung
    • falls es zu Sehstörungen oder anderen Beeinträchtigungen der Augen kommt, sollte unverzüglich ein Augenarzt konsultiert werden
  • Sehnenentzündung und/oder Sehnenruptur
    • wie bei anderen Arzneistoffen aus der Gruppe der Chinolone auch nach der Anwendung von Norfloxacin selten Sehnenentzündungen und/oder Sehnenrisse beobachtet (insbesondere der Achillessehne)
      • besonders betroffen waren ältere Patienten und Patienten unter Corticoid-Therapie
    • beim ersten Anzeichen von Schmerzen oder Entzündungen sollte der Patient die betroffenen Gelenke ruhigstellen und einen Arzt konsultieren
    • kann eine Tendinitis oder Sehnenruptur nicht ausgeschlossen werden, Behandlung mit Norfloxacin abbrechen
  • Myasthenia gravis
    • Norfloxacin kann eine (unter Umständen bisher unbekannte) Myasthenia gravis demaskieren, wodurch eine lebensbedrohliche Insuffizienz der respiratorischen Muskulatur ausgelöst werden kann
    • beim Auftreten von Luftnot unter der Therapie mit Norfloxacin sollten sofort entsprechende Vorsichts- und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden
  • Elektrokardiographie
    • einige Chinolone mit QT-Intervallverlängerungen im EKG in Verbindung gebracht und mit seltenen Fällen von Arrhythmien
    • nach Markteinführung extrem seltene Fälle von Torsades de Pointes bei Patienten unter Norfloxacin berichtet
      • diese Berichte betrafen überwiegend Patienten mit anderen Begleiterkrankungen, so dass ein Kausalzusammenhang mit Norfloxacin nicht erwiesen ist
    • bei Arzneimitteln, die zu einer QT-Verlängerung führen, lässt sich das Arrhythmierisiko verringern, indem ihre Anwendung bei Vorliegen einer Hyperkaliämie, signifikanter Bradykardie oder gleichzeitiger Behandlung mit Antiarrhythmika der Klasse I A oder III vermieden wird
    • Chinolone sollten auch mit Vorsicht angewendet werden bei
      • Patienten unter Behandlung mit Cisaprid, Erythromycin, Neuroleptika, trizyklischen Antidepressiva
      • Patienten mit einer QT-Verlängerung in der eigenen oder Familienanamnese
  • G6PD (GlukoseGlukose-6-Phosphat-Dehydrogenase)-Mangel
    • bei Patienten mit latentem oder manifestem G6PD-Mangel können wie bei anderen Chinolonen hämolytische Reaktionen auftreten