Novalgin 2.5g-Inj. Lsg. Ampullen

A. Nattermann & Cie GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Metamizol →

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Fachinformationen

Indikation

  • akute starke Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen
  • Koliken
  • Tumorschmerzen
  • sonstige akute oder chronische starke Schmerzen, soweit andere therapeutische Maßnahmen nicht indiziert sind
  • hohes Fieber, das auf andere Maßnahmen nicht anspricht
  • Hinweis
    • die parenterale Anwendung ist nur indiziert, sofern eine enterale Applikation nicht infrage kommt

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 500 mg Metamizol-Natrium-Monohydrat

  • akute starke Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen; Koliken; Tumorschmerzen; sonstige akute oder chronische starke Schmerzen; hohes Fieber
    • Dosierung richtet sich nach der Intensität der Schmerzen oder des Fiebers und der individuellen Empfindlichkeit, auf Metamizol zu reagieren
    • Wahl der niedrigsten schmerz- und fieberkontrollierenden Dosis ist von wesentlicher Bedeutung
    • in Abhängigkeit von der Tagesmaximaldosis kann eine Einzeldosis bis zu 4mal / Tag in Abständen von 6 - 8 Stunden gegeben werden
    • 30 Minuten nach parenteraler Anwendung kann eine deutliche Wirkung erwartet werden
    • Behandlungsdauer
      • abhängig von Art und Schwere der Erkrankung
    • Kinder und Jugendliche </= 14 Jahre
      • 8 - 16 mg / kg KG als Einzeldosis
      • Fieber: 10 mg / kg KG
      • Säuglinge < 3 Monate
        • Anwendung nicht empfohlen
        • andere Darreichungsform wählen
      • Kinder 3 - 11 Monate, 5 - 8 kg KG
        • Einzeldosis: 50 - 100 mg
        • Tagesmaximaldosis: 200 - 400 mg
      • Kinder 1 - 3 Jahre, 9 - 15 kg KG
        • Einzeldosis: 100 - 250 mg
        • Tagesmaximaldosis: 400 - 1000 mg
      • Kinder 4 - 6 Jahre, 16 - 23 kg KG
        • Einzeldosis: 150 - 400 mg
        • Tagesmaximaldosis: 600 - 1600 mg
      • Kinder 7 - 9 Jahre, 24 - 30 kg KG
        • Einzeldosis: 200 - 500 mg
        • Tagesmaximaldosis: 800 - 2000 mg
      • Kinder 10 - 12 Jahre, 31 - 45 kg KG
        • Einzeldosis: 250 - 700 mg
        • Tagesmaximaldosis: 1000 - 2800 mg
      • Jugendliche 13 - 14 Jahre, 46 - 53 kg KG
        • Einzeldosis: 400 - 900 mg
        • Tagesmaximaldosis: 1600 - 3600 mg
    • Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren (> 53 kg KG)
      • Einzeldosis: 500 - 1000 mg
        • bei Bedarf: Dosiserhöhung auf 2500 mg Metamizol möglich
      • Tagesmaximaldosis: 2000 - 4000 mg
        • bei Bedarf: Dosiserhöhung auf 5000 mg Metamizol möglich

Dosisanpassung

  • ältere Patienten, Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand und Patienten mit eingeschränkter Kreatinin-Clearance
    • Dosisreduktion (Ausscheidung der Stoffwechselprodukte von Metamizol kann verzögert sein)
  • eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion
    • mehrfache hohe Dosen vermeiden (verminderte Eliminationsgeschwindigkeit)
    • kurzzeitige Anwendung: keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwere Einschränkung der Nieren- und Leberfunktion
      • keine ausreichenden Erfahrungen zur Langzeitanwendung

Kontraindikationen

Metamizol-Natrium - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegenüber Metamizol oder andere Pyrazolone bzw. Pyrazolidine
    • schließt auch Patienten ein, die z.B. mit einer Agranulozytose oder schweren Hautreaktionen nach Anwendung dieser Substanzen reagiert haben
  • Agranulozytose in der Anamnese, die durch Metamizol, andere Pyrazolone oder Pyrazolidine ausgelöst wurde
  • Patienten mit bekanntem Analgetika-Asthma-Syndrom oder bekannter Analgetika-Intoleranz vom Urtikaria-Angioödemtyp
    • d.h. Patienten, die mit Bronchospasmus oder anderen anaphylaktoiden Reaktionsformen (z.B. Urtikaria, Rhinitis, Angioödem) auf Salicylate, Paracetamol oder andere nicht narkotische Analgetika wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin oder Naproxen reagieren
  • beeinträchtigte Knochenmarkfunktionen oder Erkrankungen des blutbildenden Systems
  • genetisch bedingter Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Hämolysegefahr)
  • akute intermittierende hepatische Porphyrie (Gefahr der Auslösung einer Porphyrie-Attacke)
  • bestehende Hypotonie und instabile Kreislaufsituation
  • Schwangerschaft (3. Trimenon)

Nebenwirkungen

Metamizol-Natrium - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktoide oder anaphylaktischen Reaktionen, einschl. schwerwiegende und lebensbedrohliche bzw. in manchen Fällen sogar mit tödlichem Ausgang
        • Auftreten insb. nach parenteraler Applikation und auch, wenn Metamizol bei früheren Gelegenheiten ohne Komplikationen gegeben wurde
        • können sich während der Injektion, aber auch Stunden später entwickeln
          • treten allerdings überwiegend während der ersten Stunde nach Gabe auf
        • leichtere Reaktionen manifestieren sich typischerweise in
          • Haut- und Schleimhautreaktionen (z.B. Juckreiz, Brennen, Rötung, Urtikaria, Schwellungen)
          • Dyspnoe
          • gastrointestinalen Beschwerden (seltener)
        • solche leichteren Reaktionen können in schwerere Formen übergehen mit
          • generalisierter Urtikaria
          • schweren Angioödemen (auch im Larynxbereich)
          • schwerem Bronchospasmus
          • Herzrhythmusstörungen
          • Blutdruckabfall (manchmal auch mit vorausgehendem Blutdruckanstieg)
          • Kreislaufschock
        • bei Auftreten von Hautreaktionen: Metamizol sofort absetzen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Analgetika-induziertes Asthma-Syndrom
        • bei Patienten mit Analgetika-Asthma-Syndrom manifestieren sich Unverträglichkeitsreaktionen typischerweise in Form von Asthmaanfällen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anaphylaktischer Schock
        • kann insbesondere nach parenteraler Applikation auftreten
        • kann schwerwiegend und lebensbedrohlich sein, in manchen Fällen sogar mit tödlichem Ausgang
        • kann auch auftreten, wenn Metamizol bei früheren Gelegenheiten ohne Komplikationen gegeben wurde
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leukopenie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Thrombozytopenie
        • typische Zeichen einer Thrombozytopenie umfassen verstärkte Blutungsneigung und Petechien auf der Haut und den Schleimhäuten
      • Agranulozytose, einschl. Fälle mit tödlichem Ausgang
        • sofortiges Absetzen von Metamizol für die Heilung entscheidend
          • dringend empfohlen, Metamizol sofort abzusetzen und nicht erst die Ergebnisse der labordiagnostischen Untersuchungen abzuwarten, wenn es zu einer unerwarteten Verschlechterung des Allgemeinbefindens kommt, das Fieber nicht abklingt oder neu auftritt oder schmerzhafte Schleimhautveränderungen besonders im Mund-, Nasen- und Rachenraum auftreten
        • Reaktion ist nicht dosisabhängig und kann zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten
        • äußert sich in hohem Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden sowie Entzündung im Mund-, Nasen-, Rachen- und Genital- oder Analbereich
          • bei Patienten, die Antibiotika erhalten, können diese Zeichen allerdingsminimal sein
          • Lymphknoten- oder Milzschwellung ist gering oder fehlt ganz
          • Blutsenkung ist stark beschleunigt, die Granulozyten sind erheblich vermindert oder fehlen vollständig
          • i. A., aber nicht immer, finden sich normale Werte für Hämoglobin, Erythrozyten und Thrombozyten
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • aplastische Anämie
      • Panzytopenie, einschl. Fälle mit tödlichem Ausgang
        • bei Auftreten einer Panzytopenie muss die Behandlung sofort abgebrochen werden und das komplette Blutbild überwacht werden, bis es sich normalisiert
    • Hinweise
      • diese Reaktionen können auch auftreten, wenn Metamizol bei früheren Gelegenheiten ohne Komplikationen gegeben wurde
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Kounis-Syndrom
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • hypotensive Reaktionen während oder nach der Anwendung
        • möglicherweise pharmakologisch bedingt und nicht von anderen Zeichen einer anaphylaktoiden bzw. anaphylaktischen Reaktion begleitet
        • eine solche Reaktion kann bis zu einem schweren Blutdruckabfall führen
        • schnelle intravenöse Injektion erhöht das Risiko einer hypotensiven Reaktion
        • auch bei Hyperpyrexie kann es dosisabhängig zu einem kritischen Blutdruckabfall ohne weitere Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion kommen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • gastrointestinale Blutungen
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • arzneimittelbedingter Leberschaden einschl.
        • akute Hepatitis
        • Ikterus
        • erhöhte Leberenzyme
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • fixes Arzneimittelexanthem
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Ausschlag (z.B. makulopapulöses Exanthem)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)
      • toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akute Verschlechterung der Nierenfunktion
        • wobei sich sehr selten eine Proteinurie, Oligo- oder Anurie bzw. ein akutes Nierenversagen entwickeln kann
      • akute interstitielle Nephritis
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schmerzen an der Einstichstelle und lokale Reaktionen, sehr selten bis hin zu Phlebitiden
      • Rotfärbung des Urins, die auf dem harmlosen, in geringer Konzentration vorliegenden Metamizol-Metaboliten Rubazonsäure beruhen kann

Anwendungshinweise

  • intravenöse oder intramuskuläre Anwendung
  • um die Gefahr einer hypotensiven Reaktion zu minimieren, muss die i.v. Injektion sehr langsam erfolgen
  • i.m. Injektion stets mit körperwarmer Lösung vornehmen
  • Mischung bzw. Verdünnung mit 5%iger Glukose-, 0,9%iger Kochsalz- oder Ringer-Lactat-Lösung möglich
    • sofortige Anwendung (Mischungen nur begrenzt stabil)
  • nicht zusammen mit anderen Medikamenten injizieren oder infundieren (Möglichkeit von Inkompatibilitäten)
  • Hinweis
    • parenterale Medikamentengabe ist mit einem höheren Risiko anaphylaktischer bzw. anaphylaktoider Reaktionen verbunden
  • Sicherheitsvorkehrungen bei der Injektion
    • Einzeldosis > 1000 mg Metamizol bedarf einer besonders sorgfältigen Indikationsstellung, da der Verdacht besteht, dass der nicht allergisch bedingte Blutdruckabfall dosisabhängig ist
    • parenterale Gabe von Metamizol muss beim liegenden Patienten und unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung erfolgen
    • i.v. Injektion nur sehr langsam, d.h. </= 500 mg Metamizol / Minute (Minimierung der Gefahr einer hypotensiven Reaktion und Sicherstellung, dass die Injektion bei den ersten Zeichen einer anaphylaktischen oder anaphylaktoiden Reaktion abgebrochen werden kann)

Stillzeithinweise

Metamizol-Natrium - invasiv
  • insb. eine wiederholte Anwendung von Metamizol während der Stillzeit muss vermieden werden
    • im Falle einer Einzelanwendung von Metamizol ist Müttern zu raten, die Muttermilch für 48 Stunden nach der Anwendung zu sammeln und zu verwerfen
  • Abbauprodukte von Metamizol gehen in beträchtlicher Menge in die Muttermilch über
    • Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Metamizol-Natrium - invasiv
  • Metamizol ist im 3. Trimenon kontraindiziert
    • 1. und 2. Trimenon: in Einzelfällen könnten Einzeldosen Metamizol vertretbar sein, wenn keine anderen Behandlungsoptionen bestehen
      • generell wird die Anwendung jedoch nicht empfohlen
  • nur begrenzt Daten zur Anwendung von Metamizol bei Schwangeren vorliegend
  • Metamizol passiert die Plazentaschranke
  • 1. und 2. Trimenon
    • basierend auf publizierten Daten zu Schwangeren, die während des 1. Trimenons Metamizol ausgesetzt waren (n = 568), keine Hinweise auf teratogene oder embryotoxische Effekte gefunden
  • 3. Trimenon
    • Anwendung während des 3. Trimenons geht mit fetotoxischen Effekten einher (Einschränkung der Nierenfunktion und Konstriktion des Ductus arteriosus), weshalb die Anwendung von Metamizol im 3. Trimenon der Schwangerschaft kontraindiziert ist
    • im Falle einer versehentlichen Anwendung von Metamizol im 3. Trimenon sollten Fruchtwasser und Ductus arteriosus mittels Ultraschall und Echokardiographie untersucht werden
  • tierexperimentelle Studien
    • Metamizol zeigte Reproduktionstoxizität, jedoch keine teratogenen Effekte

Warnhinweise

Metamizol-Natrium - invasiv
  • Agranulozytose
    • Behandlung mit Metamizol kann eine Agranulozytose auslösen, die tödlich verlaufen kann
    • sie kann auch auftreten, wenn Metamizol früher ohne Komplikationen angewendet wurde
    • eine durch Metamizol ausgelöste Agranulozytose ist eine idiosynkratische Nebenwirkung
      • sie ist nicht dosisabhängig und kann jederzeit während der Behandlung und auch kurz nach deren Beendigung auftreten
    • Patienten müssen angewiesen werden, ihre Behandlung abzubrechen und sofort einen Arzt aufzusuchen, falls Symptome auftreten, die auf eine Agranulozytose hinweisen, z.B.
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Halsschmerzen
      • schmerzhafte Schleimhautveränderungen, insb. im Mund, in der Nase und im Rachen oder im Genital- oder Analbereich
    • wenn Metamizol gegen Fieber angewendet wird, können einige Symptome einer beginnenden Agranulozytose unbemerkt bleiben
    • ebenso können die Symptome bei Patienten unter Antibiotikatherapie verschleiert werden
    • bei Auftreten von Symptomen, die auf eine Agranulozytose hinweisen
      • muss sofort ein Blutbild (einschließlich Differentialblutbild) erstellt werden und die Behandlung muss unterbrochen werden, bis die Ergebnisse vorliegen
    • wenn sich der Verdacht auf eine Agranulozytose bestätigt
      • darf die Behandlung nicht wieder begonnen werden
    • bereits bei Auftreten einer Neutropenie (< 1500 Neutrophile / mm³) muss die Behandlung sofort abgebrochen und das komplette Blutbild überwacht werden, bis es sich normalisiert
  • seltenes, aber lebensbedrohendes Risiko des Schocks und der Agranulozytose
    • vor der Gabe von Metamizol muss der Patient entsprechend befragt werden
    • Patienten, die auf Metamizol (Pyrazolonderivat) anaphylaktoide Reaktionen zeigen
      • sind auch besonders gefährdet, in gleicher Weise auf andere nicht-narkotische Analgetika zu reagieren
    • Patienten, die auf Metamizol eine anaphylaktische oder andere immunologisch vermittelte Reaktion (z.B. Agranulozytose) zeigen
      • sind auch besonders gefährdet, in gleicher Weise auf andere Pyrazolone und Pyrazolidine zu reagieren
    • Patienten, die auf andere Pyrazolone, Pyrazolidine oder andere nicht narkotische Analgetika eine anaphylaktische oder andere immunologisch vermittelte Reaktion zeigen
      • besitzen ebenfalls ein hohes Risiko, entsprechend auf Metamizol zu reagieren
  • Thrombozytopenie
    • wenn Zeichen einer Thrombozytopenie wie eine verstärkte Blutungsneigung und Petechien auf der Haut und den Schleimhäuten auftreten, muss sofort die Anwendung von Metamizol abgebrochen und das Blutbild (einschließlich Differenzialblutbild) kontrolliert werden
      • mit dem Abbruch der Behandlung darf nicht gewartet werden, bis die Ergebnisse der Laboruntersuchungen vorliegen
  • Panzytopenie
    • bei Auftreten einer Panzytopenie muss die Behandlung sofort abgebrochen werden und das komplette Blutbild überwacht werden, bis es sich normalisiert
    • alle Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass sie sofort den Arzt aufsuchen sollten, wenn während der Behandlung Krankheitszeichen und Symptome auftreten, die auf eine Blutdyskrasie hindeuten (z.B. allgemeines Unwohlsein, Infektion, anhaltendes Fieber, Blutergüsse, Blutungen, Blässe)
  • anaphylaktische / anaphylaktoide Reaktionen
    • bei der Wahl der Applikationsweise bedenken, dass die parenterale Gabe von Metamizol mit einem höheren Risiko anaphylaktischer bzw. anaphylaktoider Reaktionen verbunden ist
    • Gefahr möglicherweise schwerer anaphylaktoider Reaktionen auf Metamizol deutlich erhöht für Patienten mit:
      • Analgetika-Asthma-Syndrom oder Analgetika-Intoleranz vom Urtikaria-/Angioödem-Typ
      • Asthma bronchiale, insbesondere mit gleichzeitig bestehender Rhinosinusitis und Nasenpolype
      • chronischer Urtikaria
      • Intoleranz gegenüber Farbstoffen (z. B. Tartrazin) bzw. Konservierungsmitteln (z.B. Benzoate)
      • Alkoholintoleranz
        • solche Patienten reagieren schon auf geringe Mengen an alkoholischen Getränken mit Symptomen wie Niesen, Augentränen und starker Gesichtsrötung
        • Alkoholintoleranz kann Hinweis auf ein bisher nicht diagnostiziertes Analgetika-Asthma- Syndrom sein
    • Auftreten eines anaphylaktischen Schocks vorwiegend bei empfindlichen Patienten
      • deshalb besondere Vorsicht bei Patienten mit Asthma oder Atopie
    • vor der Metamizol-Gabe muss der Patient entsprechend befragt werden
    • Patienten mit erhöhtem Risiko für anaphylaktoide Reaktionen
      • Metamizol darf nur nach sorgfältiger Abwägung möglicher Risiken gegen den erwarteten Nutzen eingesetzt werden
      • wird Metamizol in solchen Fällen gegeben, Patient engmaschig ärztlich überwachen und Notfallbereitschaft sicherstellen
  • schwere Hautreaktionen
    • schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs), einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können, im Zusammenhang mit der Metamizolbehandlung berichtet
    • Patienten sind über die Anzeichen und Symptome zu informieren und engmaschig auf Hautreaktionen zu überwachen
    • wenn Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Reaktionen hinweisen, sollte Metamizol sofort abgesetzt werden und die Behandlung mit Metamizol darf zu keinem Zeitpunkt erneut begonnen werden
  • Arzneimittelbedingter Leberschaden
    • Fälle von akuter Hepatitis, die ein vorwiegend hepatozelluläres Muster hatten und innerhalb weniger Tage bis weniger Monate nach Behandlungsbeginn auftraten, bei Patienten berichtet, die mit Metamizol behandelt wurden
      • zu den Anzeichen und Symptomen zählten erhöhte Leberenzymwerte im Serum mit oder ohne Ikterus, häufig im Zusammenhang mit anderen Arzneimittelüberempfindlichkeits-Reaktionen (z.B. Hautausschlag, Blutbildveränderungen, Fieber und Eosinophilie) oder begleitet von Merkmalen einer Autoimmunhepatitis
    • die meisten Patienten erholten sich nach Absetzen der Metamizolbehandlung
      • in Einzelfällen jedoch von einer Progression zum akuten Leberversagen mit der Notwendigkeit einer Lebertransplantation berichtet
    • Mechanismus des metamizolbedingten Leberschadens ist nicht eindeutig geklärt
      • aus den Daten ergeben sich jedoch Hinweise auf einen immun-allergischen Mechanismus
    • Patienten sollten angewiesen werden, sich an ihren Arzt zu wenden, falls Symptome auftreten, die auf einen Leberschaden hinweisen
      • bei solchen Patienten sollte die Behandlung mit Metamizol abgesetzt und die Leberfunktion überprüft werden
    • Metamizol sollte nicht erneut angewendet werden, wenn zuvor unter der Behandlung mit Metamizol ein Leberschaden aufgetreten ist, für den keine andere Ursache gefunden werden konnte
  • isolierte hypotensive Reaktionen
    • Metamizol kann hypotensive Reaktionen auslösen (möglicherweise dosisabhängig)
    • bei parenteraler Gabe höheres Risiko als bei enteraler
    • Gefahr ebenfalls erhöht bei:
      • zu schneller intravenöser Injektion
      • Patienten mit vorher bestehender Hypotonie, Volumenmangel oder Dehydratation, instabilem Kreislauf oder beginnendem Kreislaufversagen (z.B. bei Patienten mit Herzinfarkt oder Polytrauma)
      • Patienten mit hohem Fieber
    • sorgfältige Indikationsprüfung und engmaschige Überwachung bei diesen Patienten
      • vorbeugende Maßnahmen (z.B. Kreislaufstabilisierung) evtl. erforderlich, um das Risiko von hypotensiven Reaktionen zu reduzieren
    • Metamizol darf nur unter sorgfältiger Überwachung der hämodynamischen Parameter eingesetzt werden bei Patienten, bei denen eine Senkung des Blutdrucks auf jeden Fall vermieden werden muss, z.B.
      • bei schwerer koronarer Herzkrankheit
      • bei relevanten Stenosen der hirnversorgenden Gefäße
  • Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
    • Anwendung nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen
  • Einfluss auf Untersuchungsmethoden
    • unter Behandlung mit Metamizol wurde bei Patienten von Störungen labordiagnostischer Untersuchungen, die auf der Trinder-Reaktion bzw. Trinder- ähnlichen Reaktionen basieren (z.B.Bestimmung der Kreatinin-, Triglycerid-, HDL-Cholesterol- oder Harnsäure-Serumspiegel), berichtet