Novistig 0.5 mg/ml + 2.5 mg/ml Injektionslösung

Sintetica GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Glycopyrronium/Neostigmin →

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N1 10X1 ML 91,88 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Aufhebung einer nichtdepolarisierenden (kompetitiven) neuromuskulären Rest-Blockade

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 0,5 mg Glycopyrroniumbromid (Ph. Eur.) und 2,5 mg Neostigminmetilsulfat

  • Aufhebung einer nichtdepolarisierenden (kompetitiven) neuromuskulären Rest-Blockade
    • Erwachsene und ältere Patienten
      • Einzeldosis
        • 1 - 2 ml (0,5 - 1 mg Glycopyrroniumbromid plus 2,5 - 5 mg Neostigminmetilsulfat) i.v. über 10 - 30 Sek.
        • alternativ
          • 0,02 ml / kg KG (0,01 mg Glycopyrroniumbromid / kg KG plus 0,05 mg Neostigminmetilsulfat / kg KG) i.v. über 10 - 30 Sek.
      • Dosiswiederholung, wenn eine adäquate Aufhebung der neuromuskulären Blockade nicht erreicht wird
      • Gesamtdosen > 2 ml (1 mg Glycopyrroniumbromid plus 5 mg Neostigminmetilsulfat) nicht empfohlen, da diese Dosis von Neostigmin eine depolarisierende neuromuskuläre Blockade bewirken kann
    • Kinder und Jugendliche
      • 0,02 ml / kg KG (0,01 mg Glycopyrroniumbromid / kg KG plus 0,05 mg Neostigminmetilsulfat / kg KG) i.v. über 10 - 30 Sek.
      • alternativ mit Wasser für Injektionszwecke auf 10 ml verdünnen und 1 ml / 5 kg Körpergewicht anwenden

Kontraindikationen

Glycopyrronium bromid, Neostigmin metilsulfat - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Glycopyrroniumbromid und Neostigminmetilsulfat
  • Patienten mit mechanischer Obstruktion des Gastrointestinaltraktes oder der Harnwege
  • gleichzeitige Anwendung von Suxamethonium
    • Neostigmin verstärkt die depolarisierenden myoneural blockierenden Wirkungen dieses Wirkstoffs

Nebenwirkungen

Glycopyrronium bromid, Neostigmin metilsulfat - invasiv

Nebenwirkungen des Glycopyrroniumbromid-Bestandteils des Arzneimittels

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeit
      • Angioödem
      • anaphylaktische Reaktion
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verwirrtheit (insbesondere bei älteren Patienten)
      • Schwindel
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pupillenerweiterung
      • Photophobie
      • Engwinkelglaukom
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • vorübergehende Bradykardie (gefolgt von Tachykardie, Palpitationen und Arrhythmien)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • vermindertes Bronchialsekret
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Mundtrockenheit
      • Obstipation
      • Übelkeit
      • Erbrechen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erröten
      • Hauttrockenheit
      • vermindertes Schwitzen
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Harndrang
      • Harnverhalt

Nebenwirkungen des Neostigminmetilsulfat-Bestandteils des Arzneimittels

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anaphylaktische Reaktion
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bradykardie
      • kardiale Rhythmusstörungen
      • verminderte kardiale Reizüberleitungsrate
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhte oropharyngeale Sekretion
      • Bronchspasmus
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhte gastrointestinale Aktivität

Anwendungshinweise

  • intravenöse Anwendung über einen Zeitraum von 10 - 30 Sekunden

Stillzeithinweise

Glycopyrronium bromid, Neostigmin metilsulfat - invasiv
  • Anwendung von Glycopyrroniumbromid oder Neostigminmetilsulfat bei stillenden Frauen sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter größer ist als jedwedes mögliche Risiko für den Säugling
  • nicht bekannt, ob Glycopyrroniumbromid oder Neostigminmetilsulfat in die menschliche Milch ausgeschieden werden
    • Glycopyrroniumbromid (einschließlich seiner Metabolite) wurde jedoch in die Milch von säugenden Ratten ausgeschieden

Schwangerschaftshinweise

Glycopyrronium bromid, Neostigmin metilsulfat - invasiv
  • Glycopyrronium sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen für die Patientin das potentielle Risiko für den Fötus rechtfertigt
  • Neostigminmetilsulfat sollte bei einer schwangeren Frau nur dann angewendet werden, wenn es eindeutig erforderlich ist
  • Cholinesterasehemmer, einschließlich Neostigmin, können eine Irritabilität des Uterus verursachen und eine vorzeitige Geburt auslösen, wenn sie bei Schwangeren nahe des Geburtstermins angewendet werden
  • keine Daten für die Anwendung von Glycopyrroniumbromid oder Neostigminmetilsulfat bei Schwangeren vorliegend
  • Tierexperimentelle Studien
    • keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
  • Fertilität
    • Reproduktionsstudien und andere tierexperimentelle Daten
      • geben keinen Anlass zur Besorgnis bezüglich der männlichen oder weiblichen Fertilität
      • Studie zur Fertilität und frühen Embryonalentwicklung bei Ratten
        • männliche Ratten wurden 28 Tage vor der Paarung und weibliche Ratten 14 Tage vor der Paarung mit intravenösem Neostigminmetilsulfat behandelt (Human-Äquivalenzdosen von 1,6, 4 und 8,1 Mikrogramm / kg / Tag, basierend auf der Körperoberfläche)
          • bei keiner Dosis wurden unerwünschte Wirkungen berichtet

Warnhinweise

Glycopyrronium bromid, Neostigmin metilsulfat - invasiv
  • Anwendung mit Vorsicht bei Patienten mit
    • Bronchospasmus
    • schwerer Bradykardie
    • Epilepsie
    • Parkinson-Krankheit
    • Fieber (insbesondere bei Kindern) wegen der Hemmung der Schweißbildung
    • Prostatahypertrophie
    • paralytischem Ileus
    • Pylorusstenose
    • Engwinkelglaukom
    • folgenden Erkrankungen (obwohl geringerer kardiovaskulärer Einfluss für die Kombination Glycopyrroniumbromid mit Neostigminmetilsulfat als für Atropin mit Neostigminmetilsulfat gezeigt wurde)
      • Herzinsuffizienz
      • Herzrhythmusstörungen
      • Hypertonie
      • Thyerotoxikose
  • Patienten mit intestinalen Anastomosen
    • Anwendung von Cholinesterase hemmenden Wirkstoffen kann zur Ruptur der Anastomose oder zum Austritt von intestinalem Inhalt führen
  • ventrikuläre Arrhythmien
    • anticholinerge Arzneimittel können ventrikuläre Arrhythmien verursachen, wenn sie während der Inhalation von Anästhetika gegeben werden, insbesondere in Verbindung mit halogenierten Kohlenwasserstoffen
  • Myasthenia gravis
    • für quartäre Ammoniumverbindungen (wie Glycopyrronium) wurde gezeigt, dass sie bei hohen Dosen die nikotinischen Rezeptoren der motorischen Endplatte blockieren
    • vor ihrer Anwendung bei Patienten mit Myasthenia gravis muss dies abgeklärt sein
  • Vergleich zu Atropin
    • anders als Atropin ist Glycopyrronium eine quartäre Ammoniumverbindung und passiert nicht die Blut-Hirn-Schranke
      • daher weniger wahrscheinlich, dass es zu postoperativer Verwirrtheit führt, wie sie insbesondere bei älteren Patienten zu bedenken ist
    • im Vergleich zu Atropin hat Glycopyrrolat geringere kardiovaskuläre und okulare Wirkungen
  • Neostigminmetilsulfat
    • eine vorherige oder gleichzeitige Gabe von Glycopyrronium oder alternativ Atropin verhindert Bradykardie, übermäßigen Speichelfluss und andere muskarinische Wirkungen von Neostigmin
    • beim Auftreten schwerer durch Neostigmin induzierter muskarinischer Nebenwirkungen (Bradykardie, erhöhte oropharyngeale Sekretion, verminderte kardiale Reizüberleitungsrate, Bronchspasmus oder erhöhte gastrointestinale Aktivität usw.)
      • Behandlung durch intravenöse Anwendung einer Injektion von 0,2 - 0,6 mg Glycopyrroniumbromid oder 0,4 - 1,2 mg Atropin möglich